Effektive Mittelverteilung im Campaigning

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Kampagnenforum-Soirée vom 29.1.2013 "Finanzielle Mittel effektiv eingesetzt"
Nach einigen theoretischen Inputs und unserer Kategorisierung der Kampagnen präsentierten wir unsere 3 Thesen: „Zuviele Ziele führen nicht zum Ziel“, „Klotzen statt kleckern“ und „Alles Geld nützt nichts, wenn man an der Zielgruppe vorbei wirbt“. Beispiele dazu finden sich in unserer Präsentation.

Spannend war auch die Diskussion. Die Zahlen zeigen, dass der ganz Online-Bereich kaum Beachtung findet, wenn es um die Meinungsbildung der Stimmbürger geht. Heisst das jetzt, man soll Social Media grad ganz weglassen und lieber auf die klassischen Kanäle wie Inserate oder Plakate setzen? Jein. Social Media ignorieren würde heissen, eine äusserst aktive, effiziente, wenn auch kleine Zielgruppe ausser Acht zu lassen. Aber Achtung: eine Facebookgruppe gründen und dem Praktikant zur Bearbeitung überlassen – weil er ist ja jung und kann das – bringt rein gar nichts (es sei denn der Praktikant macht nichts anderes…). Social Media ist immer betreuungsintensiv. Wer die Ressourcen dafür nicht aufbringen kann, macht lieber gar nichts. Beratung und Unterstützung in diesem Bereich können Ihnen übrigens unsere Kolleginnen und Kollegen von Kampaweb bieten.

Was macht man, wenn der Gegner viel, viel finanzkräftiger ist und mit seiner Kampagne alles zupflastern kann, während man selbst schon nach ein paar wenigen Inseraten kein Geld mehr hat?

Zuerst einmal, was man nicht machen sollte: medienöffentlich lamentieren, dass die Mittel so ungleich verteilt seien. Das wirkt nie so, wie es sollte, sondern eher als faule Ausrede, weil man selber die schlechteren Argumente hat.

Man ist aber nicht einfach hilflos gegenüber hunderttausenden von Franken. Denn was immer viel stärker wirkt als jedes Plakat oder jedes Inserat, ist die persönliche Überzeugung. Menschen an Standaktionen, im Büro, im Verein, die sich für oder gegen etwas äussern und sich für eine Sache einsetzen, können mehr, als Paid Media. Der finanzstarke Gegner hat meistens keine Freiwilligen, die auf die Strasse gehen. Finanzschwächere Organisationen aber können oft auf zahlreiche Helferinnen und Helfer zählen. Ein Strassenabstimmungs, -wahl oder Sensibilisierungskampf ist also ein gutes und erprobtes Mittel gegen Geld.

Für uns war diese Soirée ein ausgesprochen spannend –auch die Begegnungen und Gespräche während des Apéros. Wir planen bereits eine Folgeveranstaltung und hoffen natürlich, euch wiederum so zahlreich begrüssen zu dürfen.

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Effektive Mittelverteilung im Campaigning

  1. 1. AUFBAU DES REFERATES•  Einleitung, Facts & Figures•  Thesen zum Einsatz von Kampagnenmitteln•  Fallbeispiel 1: FairFish•  Fallbeispiel 2: WoZ-RS-Kampagne•  Fragen & Diskussion
  2. 2. FACTS & FIGURES•  Es ist keine exakte Wissenschaft•  Datenlage ist ungenügend•  Viele Studien sind veraltet•  Unterschiedliche “Religionen”
  3. 3. GFS 2011: WAHLKAMPFMEDIEN
  4. 4. SOTOMO: FOKUSGRUPPE KR. 4/5
  5. 5. UZH: INFORMATIONSVERHALTEN ZU AKWTabelle 13 Über Atomenergie bzw. AKWs gehört? Falls ja: In welche Medien? (Fg. F14 und F15) Ja gehört / „oft“  in  Prozent Ja gehört Zeitung Fernsehen Radio Internet Insgesamt 79 57 54 37 19 Region Deutschschweiz 82 56 53 35 17 Westschweiz 77 64 60 44 27 Südschweiz 51 34 38 16 6 Geschlecht Mann 79 61 57 38 24 Frau 80 53 52 36 13 Alter 65 und älter 96 66 63 43 14 40–64 Jahre 91 59 52 40 19 18–39 Jahre 55 45 49 24 23 Bildung hoch 94 72 51 42 30 mittel 77 52 55 36 16 tief 72 53 52 30 9Die wichtigsten Informationskanäle waren Zeitung und Fernsehen. In diesen Medien hatten überdie Hälfte der Befragten, welche vom Thema in den Medien gehört haben, schon oft etwas überAtomenergie oder AKWs gelesen beziehungsweise gehört. Das Radio folgt mit 37 Prozent, währendnur 19 Prozent schon oft im Internet sich zum Thema informiert haben. Das Internet alssogenanntes Pull-Medium verlangt im Unterschied zu Zeitung, TV und Radio vom Nutzer mehrgezielte Informationssuche. Die verschiedenen Medien haben dabei ihre je spezifischen Stärken inden verschiedenen sozialen Segmenten. So erreichte die Zeitung Männer, ältere Menschen und dieGebildeteren deutlich häufiger mit ihren Berichten zur Atomenergie. Männer und Gebildete infor-mierten sich über Atomenergie deutlich häufiger als ältere und weniger gebildete Befragte über das
  6. 6. SELECTS: VERWENDUNG DER MITTEL
  7. 7. VERWENDUNG MITTEL ONLINE
  8. 8. SELECTS 2011: KAMPAGNENDYNAMIK
  9. 9. FAZIT•  Redaktioneller Raum am häufigsten beachtet (Print vor Radio / TV)•  Direct Mailing vor Inseraten und Plakaten•  Direkter Kontakt nicht unterschätzen•  Klassische Werbemittel vor Web /Social Media
  10. 10. ENTWICKLUNGEN•  Zeitungsabos nehmen ab / Rolle von Gratiszeitungen?•  Bedeutung Online wird sich ändern / Was passiert mit Paywall?•  Filter Bubble-Problem  Öffentlichkeit>> Gezielte Ansprache via Direct-Mailing on- und offlinewird immer bedeutender
  11. 11. TYPEN VON KAMPAGNENZIELENKampagnenziele lassen sich immer unter eine der folgenden Gruppen subsummieren: 1.  Öffentlichkeit sensibilisieren, Bekanntheitsgrad steigern, etc.2.  Entscheidungsträger beeinflussen3.  Interne Veränderung (Mobilisieren, Informieren, etc.)
  12. 12. THESE 1: "ZU VIELE ZIELE FÜHREN NICHT ZUM ZIEL Das oder die Ziele innerhalb einer Kampagne müssen klar, erreichbar und realistisch sein und dürfen sich nicht widersprechen.
  13. 13. THESE 2: KLOTZEN STATT KLECKERNEntscheidend ist weniger, welches Werbemittel gewählt wird, sondern wie konsequent die Strategie durchgesetzt wird.
  14. 14. In der Bahnhofshalle An der Papiermühlestrasse
  15. 15. THESE 3: ALLES GELD NÜTZT NICHTS,WENN MAN DIE ZIELGRUPPE VERFEHLTEs ist nicht nur eine Frage des Geldes. Es geht auch darum, welche Werbemittel welche Zielgruppe am effizientesten ansprechen können – sonst wirbt man mit viel Energie in die falsche Richtung.
  16. 16. FALLBEISPIEL 1: FAIR FISHZiele•  Deklarationspflicht (Fangmethoden, Herkunft etc.)•  Sensibilisierung •  Bekanntheitssteigerung der Organisation
  17. 17. KAMPAGNENMITTEL-  Lancierung und Einreichung einer Petition-  Parlamentarische Vorstoss auf nationaler Ebene-  Tagung-  Umfragen-  Website / Argumentarien/ Anleitungen-  Aktionen
  18. 18. KAMPAGNENBUDGETKampagnenbudget: CHF 80’000Mehrkosten Personalaufwand GL: 30’000Mehrkosten Fachstelle: 30’000Umfragen: 7000Tagung: 5000Aktionen: 5000Telefonate: 500Unvorhergesehenes: 2500
  19. 19. KONTROLLE-  Mehr als 5000 Unterschriften für die Petition-  Mehrheit für Vorstoss-  Umfrage vor und nach der Kampagne zur Messung der Kampagnenwirkung
  20. 20. PROBLEME / DISKUSSIONSPUNKTEZiele kongruent? Können alle 3 Ziele mit den geplanten Massnahmen durchgesetzt werden?Sind die finanziellen Mittel richtig eingesetzt?>> Durch einen Vorstoss und eine Petition können Ziele 2 und 3 kaum erreicht werden. >> Fokus auf Ziel 1 richten: Forderung umsetzen. Dies wird mit ein, zwei spektakulären, dafür kostengünstigen Aktionen erreicht. Dadurch findet man den Weg in die Medien, die erst den nötigen Druck auf die Gegner ausüben können.
  21. 21. PROBLEME / DISKUSSIONSPUNKTE>> “Gegner zu Partnern” machen: ehrenhaft, aber ist es auch erfolgsversprechend?>> Petition: soll diese online oder auf der Strasse gesammelt werden? Nur auf der Strasse kann der Bekanntheitsgrad gesteigert werden. Effizienter Einsatz der Mittel heisst hier:<< Klare Beschränkung auf ein (erreichbares) Ziel
  22. 22. FALLBEISPIEL 2: WOZ RS-KAMPAGNEAus der Medienmitteilung: Angebot: Gratis-Abo für Rekruten. Dieses Angebot gibt es seit je her. Die Kampagne „appelliert mit einem Augenzwinkern an den Hunger aller Soldaten, die auch etwas für ihren Kopf tun wollen.“
  23. 23. KAMPAGNENZIELE1.  Imagekampagne2.  Zusätzliche Abonnements
  24. 24. KAMPAGNEWerbemittel: Plakate vor Kasernen, E-Boards in den Bahnhöfen (Einrücken mit dem Zug), Inserate in 20 Minuten, WoZ und NZZ, Panzerknacker
  25. 25. KONTROLLEVerdoppelung der Abos, allerdings noch immer im 2- stelligen Bereich.Rückmeldungen zu Werbung positiv
  26. 26. FRAGEN / DISKUSSION<< Zielsetzung?<< War das die richtige Message für die Zielgruppe?<< Hat es das Image verbessert oder Vorurteile zementiert?<< Ist es heute noch das richtige Angebot?

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