~
" 
Toni Menninger, Munchen wie Madison Grant, Lothrop Stoddard, Charles Davenport 
und Harry Laughlin nicht mude, den Mode...
'c ~'~';$Ommelreien~ 
i 
nalsozialismus; zugleich forderte er, das "exzellente Eugenik- weit sie ejakulieren konnen, um se...
mitfinanziert). EinS chockw arenm orderischeB ombenatten- ste Abschnitti st der uber die Verbindungd es Buchesz um 
tate y...
,c 
c'~~SammelrezeQ$ionen 
im Testaufgabenlosenis t? Den Verdacht hatte ich schon lan- hang versteckt, und es stellt sich ...
Sammelrezensionen 
dung mehr haben. Anstatt kompensativer BildungsmaBnah- meinschaftswerte verantwo~lich, fur MH wie fur v...
1 
~ Sammelrezensionen 
SozialrassismusA,n timodernismus und latentem Antisemitis- und mannlicher Sexualitat schlechthin g...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Galton's Juenger - Auftrieb fuer Biologismus und wissenschaftlichen Rassismus? (A review of The Bell Curve)

531 Aufrufe

Veröffentlicht am

A German language review of Richard Herrnstein's and Charles Murray's The Bell Curve (1994), a widely debated book advocating racist and social darwinist explanations of social inequality. The review was published in Psychologische Literaturumschau, 1996. Also reviewed is Russell Jacoby & Naomi Glauberman (eds.): The Bell Curve Debate. History, Documents, Opinions, 1994, and Stefan Kuehl: The Nazi Connection. Eugenics, American
Racism and German National Socialism, 1994.

Veröffentlicht in: Bildung
1 Kommentar
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
531
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
9
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
1
Kommentare
1
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Galton's Juenger - Auftrieb fuer Biologismus und wissenschaftlichen Rassismus? (A review of The Bell Curve)

  1. 1. ~
  2. 2. " Toni Menninger, Munchen wie Madison Grant, Lothrop Stoddard, Charles Davenport und Harry Laughlin nicht mude, den Modellcharakter des Galtons Junger - Auftrieb fur Biologis- ~azi-Erbgesundheitsges:vtzoe~~ 1 93~ zu. loben.V ie~ev an . . . Ihnen, das hat Stefan Kuhlln selner hlstorlschen Arbelt 'The mus und wissenschaftilchen Rassls- Nazi Connection' eindrucksvoll gezeigt, hielten Nazideut-mus? schland noch bis urn 1940 offen die Treue. Kuhl, der zuvor uber die Auseinandersetzung urn Zwangssterilisation und Eu-thanasie in Bethel gearbeitet hat, hat mit seiner Studie uber a) Stefan Kuhl: The Nazi Connection. Eugenics, American das Verhaltnis der US-Eugenikbewegung zu Nazideutschland Racism and German National Socialism. New York & Ox- eine wichtige Lucke geschlossen. ford: Oxford University Press 1994, XVIII/166 p., £ 15,- Einige Historiker bemuhen sich urn eine Teilrehabilitierung der US-Eugenikbewegung, indem sie sie in eine rassistische b) Richard J. Herrnstein & Charles Murray: The Bell Curve. und eine "Reform"stromung unterteilen. In den 30er Jahren Intelligence and Class Structure in American Life. New sei der EinfJul:S der ersteren zuruckgedrangt worden, und die York u.a.: Free Press 1994, XXVI/845 p., US $ 30,- "Reformer" hatten versucht, die Eugenik auf eine nichtrassisti-sche Grundlage zu stellen. Kuhl weist demgegenuber nach, c) Russell Jacoby & Naomi Glauberman (eds.): The Bell Cur- dal:Sa uch der "ReformfJugel"in harent rassistischo rientiert ve Debate. History, Documents, Opinions. New York: Ti- war; es war auch unter den Reformern gang und gabe, gene-mes Books 1995, XIV/719 p., US $ 15,- tische "Minderwertigkeit" ~thnisch zuzuschreiben. Sie vertra-ten nur ein Konzept der "Uberlappung', wonach Hoher- und Die hier vorgestellteBnu cher haben aile etwas mit Geschich- Minderwertigkeit van "RassenD" urchschnittswertes eien, die te und Aktualitat des wissenschaftlichenR assismusz u tun. nicht fur jedes Individuum gelten mussen. Die aggressive Un- Ich lege den Schwerpunkt auf 'The Bell Curve', weil der In- terteilung in minder- und hoherwertig und die bedingungslo-halt dieses Buches hierzulande nur grab bekannt wurde. se Befurwortungd er Zwangssterilisierungw ar ohnehin Kon- Fangen wir mit der Geschichte an. sens. Aus dieser Perspektive hatten Eugeniker international nichtsg egend ie Rassenhygienepolditeikr Nazis einzuwen-zu a) 1865 fuhrte Francis Galton den "Nachweis" der Verer- den, sie gait sagar als vorbildlich in ihrer unbestechlichen Ef-bung des Talents, indem er in den Familien beruhmter Per- fektivitat. Die Amerikanerin Marie Kopp berichtete uber sonlichkeiten viele ebenfalls beruhmte Verwandte aufspurte. 4500 Todesfalle bei den Sterilisierungen in Deutschland als Darauss chlol:Ser , dal:Se s moglich sein musse,d ie Menschheit eine "bemerkenswernt iedrige Todesrate". durch Zuchtung zu verbessernsa, h aber vor allem die Gefahr Der Internationale Kongrel:Sfu r Bevolkerungswissenschaft der Degeneration durch Vermischung mit "minderwertigen 1935, gerade zwei Wochen vor Verabschiedung der Nurn- Rassenu" nd durch uberproportionale Vermehrung der "Un- berger Gesetze in Berlin abgehalten, war eine Hommage erwunschten". Sein Werk wurde in London van Karl Pearson fuhrender Eugeniker der westlichen Welt an Nazideut-weitergefuhrt, dem wiederum Wissenschaftler wie Cyril Burt, schland. Kuhl betont die weithin unterschatzte Bedeutung, Charles Spearman und Raymond Cattell nachfolgten. Galtons die die Unterstutzung international anerkannter Wissen- Nachfolger entwickelten immer ausgefeiltere Instrumente zur schaftler fur die Nazipropaganda hatte. Gegenuber Kritik aus "objektiven Messung' geistiger Fahigkeiten, die besonders in dem Ausland konnte die deutsche Propaganda auf die "wis-den USA seit dem ersten Weltkrieg exzessievi ngesetzt wur- senschaftliche Fundierung' ihrer Rassenpolitikv erweisen.S ie den und werden. Viele der IQ-Pioniere in den USA wie Le- verwiesa ul:Serdemda rauf, dal:Sg erade die USA mit ihrer libe-wis Terman, Henry Goddard, Carl Brigham und Robert Yer- ralen Demokratie Vorreiter bei der praktischen Eugenik und kes waren engagierte Eugeniker und Rassisten. Sie lieferten Zwangssterilisierung waren. der damals prosperierenden Eugenikbewegung, in der sich Eines der entsetzlichsten Kapitel der US-Eugenikbewegung zahlreiche fuhrende Wissenschaftler engagierten, die wissen- war der Import nazistischen Propagandamaterials in die schaftliche Rechtfertigung fur deren Forderungen nach euge- USA. Harry Laughlin brachte 1936 den Film "Erbkrank" uber nischer Zwangssterilisierung und Einwanderungskontrolle. den Atlantik, der Behinderte als "'unter dem Tier stehend" Schon ab 1907 wurden in zahlreichen US-Bundesstaaten zeigte und auch deutlich antisemitisch war. In Zusammenar- Sterilisationsgesetze rlassen, 1924 die Einwanderunga us beit mit den Institutionend er Eugenikbewegungp lante er ei-nicht-" nordischen" Landern besch ran kt. (Hitler war beein- nen grol:Sangelegten Propagandafeldzug, was so nicht reali-druckt, wie in 'Mein Kampf' nachzulesen ist.) siert wurde. Der Film wurde 28 mal gezeigt. Die US-Sterilisationsgesetze dienten den deutschen Natio- Die Pro-NS-Orientierung der US-Eugeniker geriet ab Mitte nalsozialisten und ihrem wissenschaftlichem Personal als der 30er Jahre zunehmend in die Kritik. Reformeugeniker Vorbilder, und umgekehrt wurden fuhrende US-Eugeniker wie Frederick Osborn distanzierten sich taktisch yom Natio- 6 Psychologische LiteraturUmschau1 /96 E~_- ,---~-,' ?
  3. 3. 'c ~'~';$Ommelreien~ i nalsozialismus; zugleich forderte er, das "exzellente Eugenik- weit sie ejakulieren konnen, um seine Theorie zu verifizie-programm" Nazideutschlands nicht mit dem Nazi-Image des ren, wonach mann "nicht alles haben" kann, nicht sowohl brutalen Antisemitismus in Verbindung zu bringen. Die US- Hirn als auch Schwanz. Sterilisationsgesetze wurden weiter angewandt, und die Zahl Rushton ist sicher einer der Explizitesten unter den zeitge-der Opfer stieg sagar bis in die Kriegsjahre hinein. KOhl nossischen Vertretern des wissenschaftlichen Rassismus. nennt Zahlen, wonach 1941-1943 42000 Sterilisierungen Nach seiner Ansicht sind Schwarze hypersexuell, dumm und durchgefOhrt wurden, mehr als in der ganzen Zeit vorher. Ais verantwortungslos und haben keinen nennenswerten Beitrag Bewegung befand sich die US-Eugenik aber schon seit 1939 zur Zivilisation geleistet. Sein Kollege Michael Levin bekennt im Niedergang, und allmahlich kam der Begriff Eugenik aus sich sagar offen zum Rassismus; andere, die in ahnlicher der Mode, wahrend die zugrundeliegende Ideologie dank Richtung "forschen", wie Seymour Itzkoff, Linda Gottfredson personeller und konzeptioneller Kontinuitaten weiter wirkte und Robert Gordon, werden wahrscheinlich jeden Rassis-und wirkt. musvorwurf abstreiten. Der van Kohl zusammengetragene Berg van Material Bis auf Herrnstein haben aile diese Wissenschaftlerlnnen zwingt einmal mehr zu der bedrOckenden Erkenntnis, daB eines gemeinsam: sie werden van der Eugenikstiftung Pio-die nazistischeB arbarei sagar im internationalen wissen- neer Fund (PF) unterstOtzt. Der PF wurde 1937 u.a. van schaftlichen Mainstream tief verankert war. Die Selektions- Laughlin und Osborn zur UnterstOtzung eugenischer und ras-idee, die Nazideutschland bis zur auBersten morderischen sistischer Forschung gegrOndet. Er finanzierte auch die Ver- Konsequendzu rchexerzierteh,a tte sagar in Gesellschaften breitung des Films 'Erbkrank'. Die heutigen Chefs der Stif-mit starker demokratischer und egalitarer Tradition bedeu- tung leugnen deren Nazi-Vergangenheit, und sie haben alien tenden ROckhalt. Grund dazu. Einen Oberblick Ober den PF und die van ihm 1969 knOpfte der Psychologe Arthur Jensen in den USA an unterstOtzten Personen und Institutionen gibt Stefan KOhl im die Galtonsche Tradition an mit der Behauptung van biologi- ersten Kapitel seiner exzellenten Studie; detailliertere Infor-schen "Rassenunterschieden" in der Intelligenz. Die Behaup- mationen finden sich in den Aufsatzen van Lane, Miller, tung der generellen genetischen Determiniertheit geistiger Sedgwick und Sautman (in c). Der PF stellt sich dar als orga- i Fahigkeiten stOtzte er auf die Familien- und Zwillingsstudien nisierende Kraft hinter einem internationalen Netzwerk rassi-van Burt, die mittlerweile als methodisch inakzeptabel und stischer und eugenischer Forschung. Er unterstOtzt eine Rei-zumindest teilweise gefalscht erkannt wurden. Jensen erhielt he van eugenisch orientierten Zeitschriften, darunter 'The SchOtzenhilfe van Richard Herrnstein, der sich damals zwar Mankind Quarterly', ein Theorieorgan der internationalen nicht eindeutig Ober "Rassenunterschiede" auBerte, aber den Nazi-Szene, auBerdem US-Organisationen, die mehr Ein- I sozialen Unterklassen genetische Unterlegenheit attestierte, wanderungsrestriktionen durchsetzen wollen. Die Tradition :: sowie van HansJ OrgenE ysenck in London. Jemanda nders, hats icho ffenbar bruchlos erhalten. ) der sich um die Verteidigung Jensenbs emOhtew, ar ein ge-wisser Peter Singer, nach dessen Ansicht Menschen um- zu b und c) Das Jahr 1994 markierte einen neuen Einschnitt I standslos "verschiedene Aggressions- und IQ-Grade erben" in der Geschichte des wissenschaftlichen Rassismus. 1m ! ("Praktische Ethik", S. 54). Herbst erschienen drei BOcher, die aile aus dem eben be- In JensensG efolge ist eine neue Generation eugenisch ori- schriebenen Netzwerk hervorgingen: Rushtons 'Race, Evolu-entierter Forscher angetreten, wenn mensch so will, Galtons tion, and Behavior', Itzkoffs 'The Decline of Intelligence in Ur-Urenkel. Thomas Bouchard erforscht in seinem Zwillings- America' und 'The Bell Curve' (b) van Murray und Herrn- i forschungsinstitut an der University of Minnesota die Erblich- stein. Machen wir's nicht spannend: Was Murray und Herrn- : keit van praktisch allem. Verhaltensgenetiker stOtzeh sich stein (MH) als letzte Weisheit der Wissenschaft propagieren, ganz wesentlich auf seine methodischf ragwOrdigenS tudien; ist in vieler Hinsicht nur ein NeuaufguB van GaltonsT hesen speziell fOr die These van der Angeborenheit der Intelligenz aus dem 19. jahrhundert. ) spielt Bouchard heute in etwa die Rolle wie frOher Burt. IQ- Wenn das Buch in den USA einen beispiellosen Rummel "Rassenunterschiedes"i nd seit langem das Thema van Ri- ausgelost hat, eine wochenlange hitzige Diskussion in buch-chard Lynn van der University of Ulster und van j. Philipp stablich alien Medien des Landes, wenn der ungenieBbare Rushton in Kanada. Rushton laBt die Kraniometrie wieder Walzer mit allein 300 Seiten Anhangen etc. ein Bestseller aufleben. Der Zusammenhang zwischen Intelligenz und Ge- wurde, dann kann das nur daran liegen, daB die Zeit fOr die-hirngroBe, den die Schadelvermesser des 19. jahrhunderts se Art van Botschaft wieder mal gekommen ist. Das Erschei-nachzuweisen versuchten, sei, so Rushton ernsthaft, durch nen paBte damals wie die Faust aufs Auge zu anderen Nach-die moderne Wissenschaft bestatigt worden (mit dieser Mei- richten aus den USA: die KongreBwahlen brachten einen nung steht er vollig alleine), und natOrlich haben Schwarze spektakularen Rechtsruck, die sozialen Bewegungen sind am kleinere Gehirne. AuBerdem befragte Rushton mannliche Boden, in Kalifornien wurde per erfolgreicher Volksabstim- Versuchspersonen nach der PenisgroBe und danach, wie mung gegen illegale Einwanderlnnen mobilisiert (vom PF II Psychologische 7 literaturUmschau 1/96 i II t : I:
  4. 4. mitfinanziert). EinS chockw arenm orderischeB ombenatten- ste Abschnitti st der uber die Verbindungd es Buchesz um tate yon Rechtsterroristend, ie aus der rechtsradikalenM iliz- rassistischenN etzwerk. Die Artikel befassen sich schwer-bewegung stammen. Eine Korrelation zwischen dem gesell- punktmaBig mit dem Pioneer Fund sowie mit Richard Lynn, schaftlichenK lima in den USA und dem Inhalt der 'Bell Cur- auf dessen" RassenforschungM' H ganzw esentlich aufbauen. ve' ist nicht zu ubersehen. Die Kritiker zeigen Lynn als einen rassistischm otivierten Da- Die Verfasser sind der schon genannte, 1994 verstorbene tenmanipulator, der die elementarsten Kriterien wissen- Psychologe Herrnstein, seit uber 20 jahren ein engagierter schaftlicher ArbeitmiBachtet. Verfechter des Biologismus, sowie Charles Murray, ein kon- Etwa ein Drittel yon 'The Bell Curve Debate' befaBt sich servativerP olitologe,d er seit zehn Jahrenf ur die Abschaffung mit der Geschichtey on Eugenik und Intelligenzmessungin der welfare, des schwachen sozialen Netzes in den USA, den USA. Dieser Teil enthalt Originalartikel (von Galton bis kampft. Fruher gait diese Forderung als extrem, heute ist sie Herrnstein) ebenso wie historische Analysen. 'The Bell Curve schon fast common sense,d ie Fragek ann nur noch sein, ob Debate' ist zweifellos ein interessantesB uch fur aile, die sich welfare nur dezimiert oder ganz abgeschaffwt ird. Auch 'The mit wissenschaftlichemR assismubse schaftigen. Bell Curve' gilt als extremistisch. Die Thesen des Buches, vor Nun aber zum Inhalt yon 'The Bell Curve'. Das Buch allem die yon den "Rassenunterschieden-" zweifellos der macht Aussagenz um einen uber die menschliche Natur, einzige Grund fur die groBe Aufmerksamkeit, die es erregt zum anderen uber die Funktionsweise der Industriegesell-hat - haben in der Offentlichkeit (wohlgemerkt) offenbar nur schaft. MH behaupten, daB kognitive Fahigkeiten im wesent-wenig Unterstutzung erfahren. (Zumindest schlieBe ich das lichen angeboren und unveranderlich sind, daB insbesonde-aus der Dokumentensammlung'T he Bell Curve Debate' (c), re die Unterschiede zwischen den Menschen auf unuber-wobei unklar bleibt, ob die Auswahl reprasentativ ist). Auch bruckbaren genetischen Differenzen beruhen, wobei sie konservative Stimmen waren uberwiegend ablehnend, es unausgesprochena nnehmen, daB beliebig komplexe Merk-wurde eher davor gewarnt, den Konservatismusm it dem male als Summea us voneinander unabhangigeng enetischen Standpunkt der 'Bell Curve' zu identifizieren. Immerhin ha- und Umweltfaktoren beschreibbar sind. Den angeborenen ben auch Wissenschaftszeitschriftewni e 'ScientificA merican' Faktor identifizieren sie als Spearmansm ythischen "general und 'Nature' in Kommentaren und Besprechungen gegen factor of cognitive ability' g, der es erlaubt, die kognitiven Fa- 'The Bell Curve' Stellung bezogen. Die enorme Aufmerksam- higkeiten beliebiger Individuen auf einer linearen Skala zu keit ist aber zweifellos ein Erfolg fur MH und fur aile, die das vergleichen und der mit IQ-Tests objektiv und kulturunab- Redenu ber "Rassenunterschieden"ic ht lassenk onnen. hangig "gemessenw" erden kanne. Ober dieses Modell, so MH haben ihr Buch selbst ausdrucklich in die Tradition versichern MH, gebe es unter "Experten" keine nennenswer- Galtonsg estellt. In der Einfuhrungb emuhen sie sich um die ten MeinungsverschiedenheitenD. as wird wahl stimmen, RehabilitierungB urts und des RassistenG oddard, und weiter wenn als Expertenn ur die gelten, die HerrnsteinsM einung hinten zitieren sie fasziniert den RassistenC attell als Prophe- sind. ten des IntelligenzverfallsD. as Buch stutzt sich ganz wesent- Die Jensenistenb etonen immer wieder, daB es nicht dar-lich auf Forschera us dem rassistischenN etzwerk: besonders auf ankomme,d ie Intelligenzz u verstehen,e ntscheidends ei, auf Lynn und Jensen, die auch in der Danksagung als MHs daB man ihr ein MaB zuordnen und sie so mit anderen Experten fur Psychometrie ausgewiesen werden, auBerdem GraBen in Beziehung setzen kanne. Die Psychometrie beruft Itzkoff, Levin, Gordon und Gottfredson. Selbst Rushton wird sich letztlich auf die Magie yon Zahlen und Statistiken. MH lobend erwahnt. Insgesam1t 7 der zitierten Quellen sind Au- haben ihr Buch nach der Glockenkurve der statistischen torlnnen des faschistischen'M ankind Quarterly'. Normalverteilungb enannt. Den Leserlnnenw ird erklart, die Das hat Charles Lane gezahlt, der die Quellen yon 'The Normalverteilung sei "a common way that natural pheno- Bell Curve' genau durchleuchtet hat. Sein Aufsatz ist in 'The mena arrange themselves". DaB sie im taglichen Leben so Bell Curve Debate' (c) abgedruckt. Dieses Buch ist nur weni- haufig eine Rolle spielt, sei "one of nature's more remarkable ge Monate nach seinem AniaB erschienen und stellt den lab- uniformities" (S. 556 f.). DaB der IQ einzig und allein deshalb lichen Versuch dar, dem Wiederaufleben des wissenschaftli- normalverteilt ist, weil die Tests so standardisiert wurden, chen Rassismuesn tgegenzutreten.E sv ersammelte inige Dut- verschweigen HM ihren Laienleserlnnen.S ie haben wahl zend kritische Besprechungen und Kommentare zur 'Bell wirklich das Problem nicht begriffen, daB die Wahl eines ma- Curve' (am dichtesten finde ich die wissenschaftlicheK ritik thematischenM odells sich nicht yon selbstv ersteht, sondem yon Leon Kamin und die politische Analyse yon Ellen Willis), theoretisch gerechtfertigt werden mug, wie sie sich auch darunter ein eigener Abschnitt mit den Leitartikeln (sic!) der sonst nicht gerne mit wissenschaftstheoretischeFne inheiten bedeutendstenZ eitungen zum Thema, die der 'Bell Curve' abgeben.D ie Jensenistenv ersuchen,d en IQ heute, in Ruck-allesamt eine Abfuhr erteilen. Leider verraten die Herausge- griff auf Galton, als MaB fur die neuronale Reaktionsge-berlnnen nichts uber ihre Auswahlkriterien. Wie reprasenta- schwindigkeit analog zur Taktfrequenz eines Mikroprozessors tiv diese "Dokumentation" ist, ist vallig unklar. Der wertvoll- zu interpretieren. MiBt der IQ also nur, wie schnell jemand 8 Psychologische LiteraturUmschau1 /96 L
  5. 5. ,c c'~~SammelrezeQ$ionen im Testaufgabenlosenis t? Den Verdacht hatte ich schon lan- hang versteckt, und es stellt sich heraus, daB die Korrelatio-ge. MH jedoch sind bereit, komplexe geistige Fahigkeiten als nen allesamt schwach sind, selten Ober 0.2 hinausgehen. Ausdrucke iner inharenten "Taktfrequenz"z u deuten. MH geben seiber zu, daB ihre berOhmte "cognitive abilitY' Tatsachlich stehen MH mit ihrer unglaublich simplen und gewohnlich weniger als 10 Prozent der Varianz in den sozia-unangemessenen Theorie kognitiver Entwicklungsprozesse len Variablen erklart. Es ist ganz schon unverfroren, aus so nicht allein. Sie ist der Nahrboden, auf clem biologischer De- dOnnen Daten, die aus einer so dOnnen Basis extrapoliert terminismus in der modernen Wissenschaft noch immer wurden, so weitreichende SchlOssaeb zuleiten. Zudem recht-prachtig gedeiht; in den USA suchen Mainstream-Forscher fertigen die Daten, selbst wenn mensch sie akzeptieren woll- I nach "Intelligenzgenen",u nd die Kriminalbiologie ist wieder te, keineswegsd ie SchlOsseD. iesen Punkt haben viele Kriti- Thema wissenschaftlicherG roBkongresseV. an da ist nur ein kerlnnen betont: WOrden MH nicht yon einem strikt gene-kleiner Schritt, auch Unterschiede zwischen sozialen und tisch-deterministischenM odell ausgehen,d ann mOBtens ie ethnischen- besserr:a ssifizierte-n G ruppen biologischz u in- gerade erst recht fOr kompensativeS ozial- und Bildungspoli-terpretieren. Nach 'The Bell Curve' sind Afro- und Hispano-- tik eintreten. amerikanerlnnen den WeiBen genetisch weit unterlegen, 1m einzelnen erklaren sie sich die Macht des IQ folgender- Ostasiatlnnen leicht Oberlegen. Den hochsten Durchschnitt maBen: Die "Low-IQs" sind armer, weil sie fOr andere als die attestieren MH den Juden "europaischerH erkunft" mit IQs schlechtestbezahltenA rbeiten zu dumm sind, aber auch, uber 115. weil sie sich in der komplizierten Industriegesellschafet in- MHs kruder Biologismusu nd Rassismusw ird yon Sozial- fach nicht zurechtfinden und nicht mit Geld umgehen kon-darwinismus erganzt. Den Kapitalismus beschreiben sie als nen. Weil sie sich so dumm anstellen, sind viele yon ihnen "Meritokratie", eine Gesellschaft, in der jede/r so viel EinfluB unfallbedingt arbeitsunfahig. Dumme Frauen sind haufiger und Ressourcenh at, wie er/sie "verdient"a ufgrund der kogni- sozialhilfeabhangigw, eil sie die negativenK onsequenzend er tiven Fahigkeiten - und damit der Gene. Denn in den USA Abhangigkeit nicht durchschauen, und bringen after unterge-herrscht Chancengleichheit: ein Siumkind hat, so lautet MHs wichtige Babies zur Welt, weil sie nicht begreifen, daB junk Version des Amerikanischen Mythos, nahezu die gleiche food wahrend der Schwangerschaft nicht das Wahre ist. Chance,e in anstandigesL eben zu fOhren,w ie ein gleich in- Manner ausd er kognitiven Unterklassew erden zu weit uber-telligentes Kind aus der Oberschicht. Leider sind die Armen durchschnittlich hohen Strafen verurteilt; moglicherweise, nun mal dOmmer. "(A)s America equalizes the circumstances sinnieren MH zynisch, sind sie "less competent in getting fa-of people's life, (...) success and failure in the American eco- vorable treatment from the criminal justice system" (5. 247). nomy, and all that goes with it, are increasingly a matter of Auf aile Faile aber sind sie krimineller, weil ihnen die Einsicht the genes that people inherit" (5. 91). Die sozialen Klassen in die Foigen ihres Handeln fehlt. seien in Wirklichkeit "kognitive Klassen"i,n die mensch hin- Gut die Halfte des Buchesb ringen die Autoren damit zu, eingeboren wird, und die eine magische Zahl, der IQ (oder zu zeigen, daB praktisch aile sozialen Probleme auf das Kon-g), determiniert nach MH das Leben bis in aile Einzelheiten. to der "kognitivenU nterklasseg" ehen - und damit, das haben Den Beweis hierfOr glauben MH durch exzessive statisti- die Leserlnnen zweifellos richtig verstanden, in hohem MaBe sche Analyse erbracht zu haben. Sie untersuchten Daten aus aufs Konto der Schwarzen. Naturlich diagnostizieren MH clem National Longitudinal Surveyo f Youth (NLSY)d, er 1979 dysgenischeT rends, sowohl wegen Einwanderungd er "fal-mit einer Stich probe yon Ober 12000 Jugendlichen begann. schen" Leute als auch wegen des Kinderreichtums der ein- Das ist fOr MHs Zwecke nicht sehr viel, schlieBlich interessie- heimischen Armen. Vielleicht, so spekulieren sie, ist die der-ren sie sich besondersf Or den kleinen Bevolkerungsanteail n zeitige soziale Malaise schon eine Konsequenzj ahrzehnte-den Extremen der IQ-Verteilung. Ais Ergebnis prasentieren langer Degeneration. Zwar muBten die Psychometriker sie eine Menge yon beeindruckenden Grafiken mit Regressi- einen weltweiten Aufwartstrend beim IQ feststellen (und der onskurven, die zeigen sollen, daB der IQ zumeist einen star- soil doch angeblich die Intelligenz ganz prazise messen), an-keren EinfluB auf soziale Daten hat als der Soziookonomi- dererseitsh aben MH "nachgewiesen"d, aB soziale Probleme sche Status( SES)u, nd vor allem: daB der IQ einen yom SES yon einem niedrigen IQ verursachtw erden, also muB wach-unabhangigen EinfluB hat. sendes Elend doch ein Indikator fOr den Verfall der Intelli- Ich brauche hier nicht auf einzelne Ungereimtheiten der genz sein, oder? Statistik einzugehen (das tun die Aufsatze u.a. yon Kamin MH fordern konsequenten Sozialdarwinismus. 1m Bil-und Gould in c). Generell gilt: MH spielen nicht mit offenen dungswesen wie auf clem Arbeitsmarkt (da ist es in den USA Karten. Sie nennen fast nie absolute Zahlen. FOr Laien ist es seit 1971 verboten) sollte strikt nach clem Kriterium des IQ nicht durchschaubar, daB ihre Prozentangaben meist keine selektiert werden, denn sie sind Oberzeugt, daB die Bewer-echten statistischen Daten sind, sondern aus der Regressi- berlnnen mit clem hoheren IQ immer, in jedem Job und un-onsanalyse extrapoliert wurden. Angaben Ober die Ver- abhangig yon sonstiger Qualifikation, die fahigeren Arbeits-laBlichkeitd er behauptetenZ usammenhangew urden im An- krafte sind. Genausos ollten "Low-IQs"k einen Zugangz u Bil- Psychologische 9 LiteraturUmschau1 /96 - I
  6. 6. Sammelrezensionen dung mehr haben. Anstatt kompensativer BildungsmaBnah- meinschaftswerte verantwo~lich, fur MH wie fur viele Kon-men fur Benachteiligte und Quoten gegen rassistische Diskri- servative die Wurzel alien Ubels. Und es wird noch schlim-minierung ist die Forderung der IQ-Elite angesagt. mer kommen, befurchten MH und phantasieren uber die Sozialhilfe ist fur MH, wie schon fur Galton, nichts anderes verderbliche Allianz yon Geld und Intellekt: "Do you think als die Forderung der Untauglichen und sollte radikal abge- that the rich in America already have too much power? Or schafft werden. Und zwar ausdrucklich als eugenische do you think that intellectuals already have too much power? MaBnahme, denn die bisherige Unterstutzung fur alleinerzie- We are su&gesting that a 'yes' to both questions is probably hende Frauen "ermutigt die falschen Frauen", Kinder zu ha- right. And if you think the power of these groups is too great hen (5. 548). MH uberlassen es den Leserlnnen, den Gedan- now, just watch what happens as their outlooks and interests ken eugenischer MaBnahmen und einer am "Interesse Ame- converge" (5.518). rikas" orientierten Einwanderungspolitik selbst weiterzu- Dieser Entwicklung setzen MH ihre eigene regressive Uto-spinnen. pie entgegen: Es komme darauf an, sich mit der fundamen- 1m letzten Teil yon 'The Bell Curve' stellen die Autoren die talen, naturgegebenen Ungleichheit abzufinden. Der Egalita-beiden alternativen Entwicklungswege vor, die die "Merito- rismus sei gescheitert, und nun sei es an der Zeit, auf eine kratie" ihrer Meinung nach einschlagen kann. Die eine lauft andere, "weisere" Tradition zuruckzugreifen. Ais Voroilder auf einen autoritaren his faschistischen Oberwachungsstaat werden das konfuzianische Gesellschaftsmodell, das indische hinaus, den MH als logische Fortsetzung des "Wohlfahrtsstaa- Kastenwesen und sagar die antike Sklavenhaltergesellschaft tes" sehen: die "kognitive Elite" wird zu der Oberzeugung ge- zitiert. Diese Gesellschaften hatten es geschafft, mit Un-langen, daB den Armen nicht zu helfen ist, daB die genetisch gleichheit zu leben, indem sle jedem Individuum einen fe- Minderwertigen nicht in die Gesellschaft integrierbar sind. sten Platz zuwiesen, so daB jede/r auf eigene Weise "der Ge- Sie wird sich 'gezwung~n' sehen, die wachsende Unterklasse meinschaft nutzen" konnte. Nicht Rechte, sondern Pflichten in High- Tech-Reservaten zu konzentrieren, um sie, ihre Aso- wurden grotS geschrieben. zialitat und ihre Gene yom den glucklichen Schlauen fernzu- Auch in der Geschichte der USA entdecken MH diese halten. Etappen auf dem Weg dahin konnten die Asylierung "weise" Tradition: in der Grunderzeit, und sogar noch his vor der Behinderten und Obdachlosen, polizeistaatliche Ten- der sexuellen Revolution, war es die "neighborhood", in der denzen, die weitere Entmundigung der welfare-Abhangigen aile ihren Platz hatten. Damals wurde das Leben noch yon und eine Eskalation des Rassismus sein. einfachen, durchschaubaren Regeln beherrscht, die auch die Diese Tendenzen sind spurbar, und das Szenario ist nicht Dummeren verstanden; wer dagegen verstieB, wurde ausge-unplausibel, da haben MH recht. Sie versichern, diese Opti- stoBen. Der Sheriff war noch Sheriff, der Bosewicht wurde on keinesfalls fur wunschenswert zu halten - aber sie haben gerecht bestraft, ohne daB irgendein liberaler KlugscheiBer ein Buch geschrieben, das wie kein anderes geeignet ist, ge- nach seiner schweren Kindheit gefragt hatte. (Das in Kalifor-nau dieser Entwicklung den Weg zu ebnen. nien per Volksentscheid beschlossene "Three-Strikes-Law", Die zweite Alternative, die MH bevorzugen, scheint in das lebenslange Gefangnisstrafe fur jede/n vorsieht, der/die krassem Widerspruch zu ihrer ganzen vorherigen Argumen- dreimal bei einer Straftat erwischt wird, durfte Murray ge-tation zu stehen. Haben sie zuvor das Ressentiment der 'an- nauso mit Genugtuung erfullt haben wie die Wiedereinfuh-standigen Durchschnittsamerikaner' gegen die Unterklassen rung der Zwangsarbeit in Florida, Alabama und Arizona.) Es geschurt, so beschuldigen sie nun plotzlich die Oberschicht, wurde geheiratet, weil mensch gar nichts anderes kannte fur die katastrophale gesellschaftliche Entwicklung verant- und weil Sex nun mal nur so zu haben war, und Familie und wortlich zu sein. Diese neue Oberschicht, die nach dem Ge- 'neighborhood' waren der Lebensinhalt der meisten Men-setz der Meritokratie aus der Verschmelzung yon kognitiver schen. Die Wiederherstellung dieser beiden ist es, was Mur-und okonomischer Elite hervorgegangen sein 5011w, ird als li- ray und Herrnstein vorschlagen. beral und kosmopolitisch beschrieben. Sie habe besonders In der Tat, 'The Bell Curve' ist widerspruchlich. Wie sollen seit den 60er Jahren die Burokratisierung und Zentralisierung aile ihren anerkannten Platz in der community finden, wenn der USA gefordert und die einst autonomen lokalen und re- die "Low-IQs" schon bei der Jobsuche gnadenlos ausselektiert gionalen Strukturen entmachtet. (Einer dieser Akte der Be- werden? Kapitalistische Hyperkonkurrenz und 'organische vormundung war die Abschaffung der Apartheid gegen den Gemeinschaft' passen nicht zusammen. Aber diese Ambiva- Widerstand des Sudens - aber das wird nicht erwahnt.) Die lenz ist fur faschistische Ideologie und Praxis gerade charak- Foige sei ein komplizierter Gesetzesdschungel, der den ko- teristisch: Volksgemeinschaft fur die elnen, Selektion fur die gnitiv Minderberl1ittelten das Leben unnotig schwer mache. anderen. Murray und Herrnstein verbinden das Ressenti- Vor allem habe die neue Oberschicht sich angemaBt, der ment gegen die sozial Schwachen mit romantischem Antika-ganzen Gesellschaft die eigenen Wertvorstellungen aufzu- pitalisrl1us. Die Ideologie yon 'The Bell Curve' ist eine wahr-zwingen, wie etwa ihre unnaturliche Gleichheitsideologie. haft explosive Mischung aus eugenischem, ethnischem und Sie sei fur die Erosion der traditionellen Familien- und Ge-lD Psychologische LiteraturUmschau1 /96 .
  7. 7. 1 ~ Sammelrezensionen SozialrassismusA,n timodernismus und latentem Antisemitis- und mannlicher Sexualitat schlechthin gesprochenw ird, so mus. Darin liegt ihre eigentliche Brisanz. als gabe es ein einheitliches Wesen mannlichen Sexus', geht es doch in alien drei Arbeiten fast ausschlieBlich um hetero- Literatur: sexuelle Liebes- und Sexpraxen van Jungen und Mannern. Was aber 5011d as Neue am mannlichen Sex sein? "Was 1) Billig, Michael: Die rassistischeIn ternationale.Z ur Renais- um Himmels willen k6nnte gerade bei Mannern neu am Sex sance der Rassenlehrein der modernen Psychologie.F rank- sein? Wie aile wissen, haben sie es doch ziemlich einfach. furt 1981 Sie haben nur ein Sexualorgand, as ihnen fur aile Welt sicht- 2) Chase, Alan: The Legacy of Malthus. The Social Costs of bar zwischen den Beinen baumelt" (Zilbergeld 1994, S. 3). the New Scientific Racism. New York 1977 Gibt es heute qualitativ neue Liebespraxen van heterosexu- 3) Gould, StephenJ ay: Der falschv ermesseneM ensch. Basel ellen Mannern, oder haben Manner ihre alien Praktiken le- I u.a. 1983 (The Mismeasure of Man, 1981) diglich modernisiert, d.h. den Forderungen emanzipierter Kamin, Leon J.: Der Intelligenz-Quotienti n Wissenschafut nd Frauena ngepaBt?H alten sie an den Prinzipien traditioneller Politik. Darmstadt 1979 (The science and politics of IQ, Mannlichkeit (z.B. Initiative, Leistungsdenkenu nd Kontrolle) 1974) weiterhin fest, wahrend sie in ihren Umgangs- und Kommu- 4) Kamin, Leon J. & Richard C. Lewontin & Steven Rose: Die nikationsformen gegenuber Frauen elastischer geworden i Gene sind es nicht ... Biologie, Ideologie und menschliche sind? ! Natur. Munchen/Weinheim 1988 (Not in our Genes, 1984) Nach Foucault (1991) gibt es keine naturliche, vorsoziale und historisch konstante Sexualitat. Die Frage nach den ge-sellschaftlichenV eranderungend er neunziger Jahre, die ei-nen EinfluB auf individuelle und kollektive mannliche Se-xualpraxen haben, laBt mithin auf Erkenntnisse hoffen, die die scheinbare "Normalitat" mannlicher Heterosexualitat fo-kussierend, .h. ihre Licht- und Schattenseitene rhellen. Matthias Barkhausen, Bielefeld zu a) Bernie Zilbergeld ist klinischer Psychologeu nd langjah- Was Sie schon immer uber den "neu- rigerv, erhaltenstherapeourtiiesncthie rtSere xualtherapineut " ... I Kalifornien. Er hat bereits Ende der siebziger Jahre das Buch en Sex der Manner wlssen wolllen. "MannlichSee xualitat" (dtsch. 1983) ver6ffentlicht. "Wie kann nach diesem ultimativen Kultbuch nun noch ein weite- a) Bern.le Z.Il bergeI d: OI.e neue Sexua, I.t a..t der Ma..nner, Was res zum. .g leichen Thema. erscheinen?.."( Klappentext). Zilber- SI'e sch on I.m mer u..b er Ma..nner, Sex und Lust wi.ssen wo " - geld erlauter.t,. d. aB er selt dem Erschelnens einese rsten Bu- ten, Tu..b I.n gen..d gv-tVerI ag 1994, 629 5."39 - chesn eue Dlngev an selnenK llentenu nd deren Partnerin- h.' nen zu oren bek ommt: EntgegenIa nd lauf jIger Meinung b) Frank Fru..ch teI: M0d ernl,s. lerung ma..nn" ICh er Sexua" It a..t hatten viele Manner immer weniger Interesseu nd keinen , , EI.ne hI.Sto n'sch -rek onst ruk t'Ive und I' nt erpret at I' ve Unt ersu- re, chten.. S paBm .e.h r am Sex. Sle war,en auch wenigbereit,a uf c hung zu Ma..nn "ICh kel. t5k onzep ten, Frauen bI" dern, era t .1 - die Wuns.c'"heI hrer lIebespartnerlnnene inzugehen. Eine sch en Stand ard s und Par tnersch ai t smad eI 'en van Ma..n -, Fraua lsg lelchwertlgeGs e'.genubebr edeutef ur viele Manner 5 h " b' h G .. d!r .'b' . N I' V I 1994 Befrelung und neuen LelstungsdruckI n einem. AuBerdem nern. c wa ISC mun u Ingen. eu Ing er ag , h b d "G 'd " d' 349 S., DM 29 , - ruan ge fuar sS exe gsepdeansmt pAftI.s leM annevra rsmeaie 1n5 uhneguetez umgeitl ted eBr ewgeidisetre-- c) D'Iet er 5c hnack & Ra.lner Neut zl.Ing: 0 I'e Pn'nzenro " e. spruchlichen Anforderung konfrontiert, ein feuriger Liebha- U..b d. .. ,. h S '" . " ' . er Ie mann IC e exua, I.t a..t. Re.lnb ek: Rowo hit Ver1 ag ber - manchmal mlt Lust auf dirty sex - zu seln und glelch- , , '. " k . h II . 1993,4125., DM 36, - !raschbuchausg . 1995, DM 16,90 zPealtlrgtn~let rzlenuln v eer rruscte ShIeCutn sn vdoz eun e Zrfaurtllliecnhk.eit die Wunsche der Nach dem in den achtziger Jahren vielfach kolportierten, Diese neuen The~en greift Zilb~r~eld in seiner ~ als ausg~- m'lt tlerwe.l1 e aus der 0..ffent lI'Ch ke'lt fas t sch on wl.ed er ver- spro.c..h" enesS elbsthllfe-Buchk on, zlplerten - Arbelt auf. Fur :schwundenen "neuen Mann" ist nun in den Neunzigern - zu- ProflS ~Ird In der N.euen S~~ualltat d~: M~nner" leide~ nic~t Ii . d t f d B h kt d " 5 I.t .. t d allzu vlel Neues zu flnden seln. Der mannllche Leser wlrd dl- : mln es au em uc mar - van er neuen exua I a er k h "K.. ,. " Manner" (Zilbergeld) und der "Modernisierung mannlicher re ~.angesproc en ( onnen Sle slch vorstellen, daB ... ) und Sexualitat"( Fruchtel)d ie Rede. Um etwaige MiBverstandnisse zu Uburigen aufgefordert,d ie dazu beitragens ollen, ein neu-gleich auszuraumen: Auch wenn in den Titeln der hier vor- es Modell van Sexualitat zu propagieren, "das auf Lust und gestellten Bucher essentialistischv an dem Sex de, Manner I Psychologische 11 literaturUmschau 1/96 - ~

×