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Was am ende übrig bleibt

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Was am ende übrig bleibt

  1. 1. SERVICE BWL-Begriffe 14 Nicht zur Verwendung in Intranet- und Internet-Angeboten sowie elektronischen Verteilern. B E T R I E B S W I R T S C H A F T L I C H E B E G R I F F E F Ü R QUA L I T Ä T S M A N AG E R Was am Ende übrig bleibt Immer dringlicher müssen Qualitätsmanager über die wirt- meinsamen Sprache. Betriebswirtschaftliche Schlüssel- schaftlichen Aspekte ihres Tuns Rechenschaft ablegen. begriffe, denen Sie besonders häufig begegnen, stellen wir Die Zusammenarbeit von Qualitätsmanagement und kauf- Ihnen in unserer Beitragsreihe vor. In dieser Ausgabe be- männischem Bereich erfordert das Beherrschen einer ge- handeln wir: Ökonomischer Gewinn Mitte der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts entsprechend auf der Aktivseite gebundenen Erfahrung gesucht! wurden im angelsächsischen Raum Theorie Vermögens). Dafür wird der Begriff der Kapi- Welche kaufmännischen Begriffe be- und Praxis der „wertorientierten Unterneh- talkosten benutzt, weil die Kapitaleigner in gegnen Ihnen besonders häufig? Welcher mensführung“ entwickelt. In diesem Kontext diesem Maße Risiken eingehen und ihnen interessiert Sie am brennendsten? entstand auch das Konzept des „ökonomi- dementsprechend Zinsen zu zahlen sind. Gestalten Sie diese Artikelreihe mit! schen Gewinns“ – es wurde 1990/91 von der Man spricht daher auch von „risikoadäqua- Schreiben Sie uns an: Unternehmensberatung Stern Stewart & Co. ter“ Kapitalverzinsung. Der ökonomische Ge- qz@hanser.de, Stichwort „BWL-Begriffe“ unter dem markenrechtlich geschützten Na- winn gibt an, ob die erwirtschafteten Über- men „Economic Value Added (EVA)“ in die Pra- schüsse dazu ausreichen, die Entwertung Unsere Experten antworten! xis eingeführt und breitete sich relativ schnell auszugleichen. Erst ab diesem Punkt kann Sie haben Fragen zum Thema „BWL und auch in Europa aus. Die Siemens AG etwa ent- man (im ökonomischen Sinne) tatsächlich Qualitätsmanagement“? Unsere Autoren wickelte auf dieser Basis ihr eigenes Konzept von Gewinn sprechen. Das ist ein kluger An- antworten Ihnen! Schreiben Sie uns an: des „Geschäftswertbeitrags (GWB)“. Heute satz, weil er nicht nur das laufende Geschäft, qz@hanser.de, Stichwort „BWL-Expertise“ gilt die Idee des ökonomischen Gewinns vor sondern auch die Entwicklung des investier- allem bei kapitalmarktorientierten Unterneh- ten Vermögens berücksichtigt: Beitragsserie men als fest etabliert. ökonomischer Gewinn Bisher haben wir Ihnen folgende Begriffe = betriebliches Ergebnis – Kapitalkosten; www.qm-infocenter.de/QZ-Archiv vorgestellt: Wertschöpfung, Betriebsergeb- Reichen die Überschüsse? Kapitalkosten nis, Deckungsbeitrag, Controlling, Working = Kapitalkostensatz * investiertes Vermögen Capital, Cash Flow und Free Cash Flow. Der ökonomische Gewinn (EVA/GWB) berück- Alle bisher erschienenen Teile unserer Se- sichtigt die Entwertung (Abnutzung) des ein- Beispiel: Bei einem betrieblichen Ergebnis rie finden Sie online zum Download unter: gesetzten Kapitals (beziehungsweise des von 12 Millionen Euro, einem geschätzten www.qm-infocenter.de/bwl-begriffe Autoren Dr. Walter Schmidt, geb. 1950, ist frei- beruflicher Strategie- und Controlling-Bera- ter in Berlin sowie Mitglied im Vorstand des Internationalen Controller Vereins (ICV). Dipl.-Ing. Rainer Vieregge, geb. 1953, 2010 Carl Hanser Verlag, München ist freiberuflicher Unternehmensberater für Organisationsentwicklung in Aachen sowie Leiter zweier Fachkreise im ICV. Kontakt Walter Schmidt walter@ask-schmidt.de Rainer Vieregge r.vieregge@4egge4you.de www.qm-infocenter.de Diesen Beitrag finden Sie online unter der Dokumentennummer: QZ110286 © Carl Hanser Verlag, München QZ Jahrgang 55 (2010) 10
  2. 2. BWL-Begriffe SERVICE 15 Nicht zur Verwendung in Intranet- und Internet-Angeboten sowie elektronischen Verteilern. Kapitalkostensatz (risikoadäquate Kapital- EBIT (Ertrag vor Zinsen und Steuern Working Capital (s. Heft 7) verzinsung) von 10 Prozent und einem inves- Betriebsergebnis; s. Heft 3) tierten Vermögen von 100 Millionen Euro – Steuern (pauschal) – Anlagevermögen ergibt sich ein ökonomischer Gewinn von ± Adjustierungen (Anpassungen) ± Adjustierungen (Anpassungen) 12 – 0,1 * 100 = 2 Millionen Euro. = NOPAT = Investiertes Vermögen Der ökonomische Gewinn bietet einen ge- Bild 1. Ökonomischer Gewinn und betriebliche Steuerungsgrößen eigneten Rahmen für ein integriertes Con- trolling-System aller Führungsprozesse ei- nes Unternehmens. Auf seiner Basis lassen In der Theorie werden für die Berech- den angepasst. sich betriebliche Steuerungsgrößen (Wert- nung des ökonomischen Gewinns modifi- Anpassungen von Vermögen und treiber) mit den finanziellen Kategorien der zierte (adjustierte) Größen verwendet, um Schulden (Shareholder Conversions): Rechnungslegung verknüpfen. Die stimmi- Unzulänglichkeiten der betrieblichen Rech- Hier wird insbesondere selbst erstelltes ge – das heißt für die Beteiligten nachvoll- nungslegung auszugleichen. Man spricht immaterielles Vermögen berücksichtigt ziehbare, handhabbare und bedeutsame – vom angepassten Periodenergebnis vor Zin- (Forschungsergebnisse, Marken, Kunden- Auswahl der einbezogenen Bewertungsme- sen und nach Steuern (Net Operating Profit beziehungen und so weiter), das nach thoden, Instrumente und Kennzahlen, ihre after Taxes, NOPAT) und den Kapitalkosten den Regeln der Rechnungslegung nicht transparente Einbindung in die Zielfindung auf das bereinigte, zu Periodenbeginn vor- erfasst wurde; außerdem erfolgt eine An- und Planung sowie ihre Verankerung im Be- handene (das heißt für die Erwirtschaftung passung der Schulden und Vermögens- richtswesen des Unternehmens spielen da- des NOPAT eingesetzte) investierte Vermö- gegenstände an Marktwerte; für eine wichtige Rolle. Insbesondere Kenn- gen des Unternehmens (Bild 2). Steuerliche Anpassungen (Tax Conver- zahlen mit großer Bedeutung für das Volu- Die Adjustierungen (Anpassungen) sind sion): Die Steuerlast wird angepasst, um men des ökonomischen Gewinns und einer vielfältig. Sie umfassen vier Klassen: eine Fiktion der Eigenkapitalfinanzierung signifikanten Beeinflussbarkeit durch die Operative Anpassungen (Operating zu erreichen. Mitarbeiter sollten hierbei im Vordergrund Conversions): Das Ergebnis der betrieb- Kritiker bezweifeln allerdings, dass diese stehen. Eine spezifische Aufschlüsselung in lichen Tätigkeit wird von allen außerbe- vielfältigen und komplexen Conversions in die einzelnen Bereiche und Abteilungen so- trieblichen Verzerrungen bereinigt und der Praxis wirklich hilfreich sind. Das theo- wie das enge Zusammenwirken aller Profes- das nicht betriebsnotwendige Vermögen retisch Exakte ist in seiner Anwendung nicht sionen im Unternehmen sind wünschens- eliminiert. notwendigerweise genau. Oft können die be- wert. Schließlich kann durch eine geeigne- Finanzierungsanpassungen (Funding treffenden Korrektur-Daten nur schwer be- te Darstellung das breite Verständnis für die Conversions): Versteckte Finanzierungen schafft werden oder stellen willkürliche betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge wie zum Beispiel Leasing oder Miete für Schätzwerte dar. Dann sind auch die darauf verbessert werden (Bild 1). wie Eigentum genutzte Sachanlagen wer- aufbauenden Berechnungen mit ent- www.qm-infocenter.de/QZ-Archiv Betriebliche Steuerungsgrößen Information der Rechnungslegung (Beispiele) Umsatzpotenzial/Umsatz Absatz (verkaufte Mengen) Qualitäts- und Preisentwicklung Umsatz Marktanteil % Bedarfsdeckung beim Kunden ... betrieblicher Gewinn Umsatzkosten Betrieblicher FE-Kosten Gewinn nach Kosten Vertriebs- und Verwaltungskosten Steuern Qualitätskosten Personalkosten/Rohertrag pauschale ... 2010 Carl Hanser Verlag, München Ertragsteuern Umsatz/Anlagevermögen Ökonomischer Anlage- % Fertigungsfläche und ihre Verknüpfung Gewinn vermögen % Bürofläche © QZ – Qualität und Zuverlässigkeit % Lagerfläche und ihr Nutzungsgrad investiertes Instandhaltung- und Modernisierungsgrad Vermögen ... Netto-Umlauf- Reichweite und Qualität der Vorräte Kapitalkosten vermögen Reichweite der Forderungen Reichweite der Verbindlichkeiten risikoadäquate Reichweite der Zahlungsfähigkeit Kapital- erhaltene Anzahlungen/Umsatz verzinsung ... Bild 2. NOPAT und investiertes Kapital (vereinfachte Darstellung) QZ Jahrgang 55 (2010) 10
  3. 3. SERVICE BWL-Begriffe 16 Nicht zur Verwendung in Intranet- und Internet-Angeboten sowie elektronischen Verteilern. sprechenden Fehlern behaftet. mischen Gewinns. Dementsprechend ste- vestierte Vermögen wird im Maße der Ab- Gleichzeitig sind für viele Unternehmen hen vor allem mittelständische Unterneh- schreibungen entwertet und durch Investitio- die Kapitalkosten nicht realistisch ermittel- men diesem Konzept eher skeptisch gegen- nen (in Abhängigkeit vom relativen Moderni- bar, weil keine ausreichenden Informationen über. Um dem zu entgehen, werden in der sierungsgrad) sowie ein verringertes Working über die risikoadäquate Kapitalverzinsung Praxis einfache – wenn auch nur näherungs- Capital aufgewertet. Außerdem ist es für die zur Verfügung stehen. Insbesondere die ex- weise richtige – Alternativen bevorzugt. Bei- meisten Menschen nicht akzeptabel, ihr Un- ponentiell steigenden Risiken infolge unter- spielsweise werden die vorliegenden Anga- ternehmen wie eine Finanzanlage zu betrach- lassener Instandhaltung und Modernisie- ben der Rechnungslegung ohne größere An- ten. Demgegenüber ist die Achtsamkeit für rung werden nicht angemessen erfasst. Das passungen genutzt. Oder man berechnet die die Erhaltung des investierten Vermögens gilt ebenso für die Berücksichtigung strate- Entwertung des investierten Vermögens mit- eher positiv belegt. Daher können derartige gischer Abhängigkeiten bei zu hoher Ver- hilfe des Saldos aus Abschreibungen und Näherungen dem theoretisch exakten Her- schuldung oder einseitiger Bindung an we- Zuschreibungen sowie der Veränderung des angehen in der Praxis überlegen sein: zum nige Kunden beziehungsweise Lieferanten. Working Capitals: einen, wenn sie weniger Aufwand erfordern; Wenn aber Risiken zu niedrig erfasst wer- ökonomischer Gewinn zum anderen, wenn sie in ihrer Aussage un- den, täuscht die Rechnung einen ökonomi- = Betriebsergebnis nach Steuern ter Berücksichtigung der Fehler des „exak- schen Gewinn vor, obwohl auf Kosten der – Vermögensentwertung; ten“ Ansatzes nicht weniger „richtig“ sind; Substanz oder übermäßig auf Pump oder un- Vermögensentwertung und vor allem, wenn sie sich den Menschen ter dem Damoklesschwert einseitiger Ab- = Saldo aus Ab- und Zuschreibungen intuitiv besser erschließen. hängigkeit gewirtschaftet wird. + Δ Working Capital Letztlich aber sollte es zweitrangig sein, Diese Formel ist zwar nur eine grobe Nähe- wie der Gedanke des ökonomischen Ge- Gefährliche Verwässerung rung und ersetzt die Kapitalperspektive durch winns in der Praxis realisiert wird. Seine des Begriffs die Sicht auf das Vermögen; dem Grundge- vielen Vorteile liegen – im Unterschied zum danken des ökonomischen Gewinns wird sie Shareholder Value – so klar auf der Hand, Sowohl die vielen Korrekturen als auch die dennoch gerecht. Darüber hinaus hat sie den dass es in jedem Fall empfehlenswert ist, intransparenten Risiken verwässern den an Vorteil, dass sie auch dem finanzwirtschaft- nach einer geeigneten Lösung für seine Um- sich einfachen Grundgedanken des ökono- lichen Laien intuitiv verständlich ist: Das in- setzung zu suchen. www.qm-infocenter.de/QZ-Archiv 2010 Carl Hanser Verlag, München © Carl Hanser Verlag, München QZ Jahrgang 55 (2010) 10

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