E 14.7
Ausgestellte Forschung – das inszenierte Wissen




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Wissenschaft erlebbar machen



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Dieter Hüsken: Ausgestellte Forschung

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Wenn Wissenschaft Wissen schafft, was wird dann aus dem Wissen? In einer demokratischen Gesellschaft sollte es auch denjenigen zugänglich gemacht werden, die es finanziert haben – für öffentlich alimentierte Forschungseinrichtungen bedeutet das nichts anderes als Kommunikation mit den Steuerzahlern. In einer Form, die „ankommt“, die erklärungsbedürftige Wissenschaft auf anschauliche Weise transparent macht – warum nicht in einer Ausstellung? Wie sie geplant, realisiert und präsentiert wird, warum auch eine Vorstellung im Ausland Sinn macht und dass man Ausstellungen nicht nur „über“ sondern auch „für“ die Wissenschaft machen kann, erklärt dieser Beitrag.

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Dieter Hüsken: Ausgestellte Forschung

  1. 1. E 14.7 Ausgestellte Forschung – das inszenierte Wissen Dieter Hüsken Wenn Wissenschaft Wissen schafft, was wird dann aus dem Wissen? In einer demokratischen Ge- sellschaft sollte es auch denjenigen zugänglich gemacht werden, die es finanziert haben – für öf- fentlich alimentierte Forschungseinrichtungen bedeutet das nichts anderes als Kommunikation mit den Steuerzahlern. In einer Form, die „ankommt“, die erklärungsbedürftige Wissenschaft auf an- schauliche Weise transparent macht – warum nicht in einer Ausstellung? Wie sie geplant, realisiert und präsentiert wird, warum auch eine Vorstellung im Ausland Sinn macht und dass man Ausstel- lungen nicht nur „über“ sondern auch „für“ die Wissenschaft machen kann, erklärt dieser Beitrag. Gliederung Seite 1. Von Ausstellungen und Einstellungen 2 2. Die Planung 6 3. Die Realisierung 14 4. Die Präsentation 17 5. Tournee 22 6. Eine Ausstellung für die Wissenschaft 29 HWK 1 05 09 06 1
  2. 2. E 14.7 Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür? Wissenschaft erlebbar machen Öffentlich bedeutet „nicht geheim, sondern vor aller Augen, seiend und geschehend, so dass es jedermann sehen, hören, lesen und wissen kann.“ Gebrüder Grimm 1. Von Ausstellungen und Einstellungen 1.1 Über die Effektivität eines Mediums Viele Wege führen in die Öffentlichkeit. Wenn es um den direkten, den ungefilterten Zugang zu den Menschen geht, dann erweist sich eine Ausstellung als besonders effektives Medium. Dabei liegt ihr Wert nicht allein in der reinen Darstellung von Inhalten. Ausstellungen können mehr. Sie können etwas „bewegen“, sie können Ansichten verändern und Perspektiven aufzeigen. Sie machen Wissen – im wahrsten Sinne des Wortes – „begreifbar“. Eine gute Ausstellung ist ein multi-funktionales Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Sie bietet eine spannende Begegnung mit dem Unbekannten, dem Neuen; eine gute Ausstellung ist das ideale Medium, um Ideen zu vermitteln und Visionen zu entwerfen. Medium Ausstellung Wo immer heute Informationen verbreitet werden, konkurrieren sie mit anderen, und nur dort, wo sie angenommen werden, kommt es zur Kommunikation. Tatsächlich ist diese eher banal klingende Erkenntnis der Knackpunkt der Kommunikation. Wenn eine Mitteilung ihren Empfänger verfehlt, waren alle Mühen des Absenders vergebens. Das Medium Ausstellung kann Forschungsergebnisse wirkungsvoll ver- breiten. Wer mit einem besonderen Anliegen die Öffentlichkeit errei- chen will, dem bietet dieses Instrument eine zuverlässige Navigation zur Aufmerksamkeit der anvisierten Zielgruppe. Besondere Ausstellungen können Einstellungen verändern. Ursache dafür ist die Inhaltsvermittlung spezielle Form der Inhaltsvermittlung. Der Weg ins Bewusstsein der Menschen führt über ihre Sinne. Sie zu aktivieren, also einzubinden in den Prozess der Informationsvermittlung, erhöht die Chance auf Wahrnehmung. Bei Fernsehzuschauern zum Beispiel hinterlassen Nachrichten, die ohne jeden optischen Reiz vorgelesen werden, kaum Eindruck. Etwa die Hälfte, so wurde einmal ermittelt, vergisst sofort wieder, was ihnen der Sprecher vorgetragen hat. Schon deut- lich klarer wird die Erinnerung hingegen, wenn die verlesene Nach- richt mit Standbildern kombiniert wird. Doch erst der Film zur Nach- richt hilft dem Gedächtnis der Zuschauer vollends auf die Sprünge und löst fast immer Erinnerungen aus. Es macht also Sinn, Kommu- nikation „sinnvoll“ zu gestalten. 2 HWK 1 05 09 06
  3. 3. Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür? E 14.7 Wissenschaft erlebbar machen Während die meisten Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit zwei- Ausstellungen wirken! dimensionaler Struktur sind, verfügt eine Ausstellung über eine zu- sätzliche Wirkungsebene. Die dreidimensionale, „raumfüllende“ Prä- sentation von Informationen erlaubt eine Bündelung vieler Einzelme- dien. Auf diese Weise mobilisieren Ausstellungen die Sinne und opti- mieren damit den Informationstransfer. Hier kann der Besucher sehen, fühlen, hören und gelegentlich auch riechen. Zudem „erläuft“ er sich seinen Erkenntnisgewinn, indem ihn ein bewusst arrangiertes System von Laufwegen durch die Ausstellung leitet. Es findet also ein qualita- tiver Wandel vom passiven Informationskonsumenten zum aktiven Teilnehmer eines Wahrnehmungsprozesses statt. Dabei werden die Eindrücke, die er „mit nach Hause nimmt“, entscheidend bestimmt durch die Aktivierung seiner Sinne. Sie sind das Transportvehikel der angebotenen Informationen. Darin liegt die große Stärke einer guten Ausstellung: Was sie zeigt, prägt sich ein. 1.2 Die Bringschuld der Wissenschaft Privatwirtschaftliche Unternehmen können, öffentlich alimentierte Insti- Anspruch der Gebenden tutionen (sogenannte Zuwendungsempfänger) müssen sich der Öffent- lichkeit stellen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) etwa erhält für ihre Fördertätigkeit in jedem Jahr von Bund und Ländern rund zwei Milliarden Euro. Wenn es um derartige Summen aus der Hand des Steuerzahlers geht, treffen in einem besonderen Maße Anspruch und Verpflichtung aufeinander: der Anspruch der Gebenden auf Rechen- schaft über die zweckentsprechende Verwendung der bereitgestellten Mittel und die Verpflichtung der Nehmenden, diese im erforderlichen Umfang zu leisten. Hier übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit eine Scharnierfunktion. Unvergessen ist das Wort, das Helmut Schmidt ein- mal den Forschern ins Stammbuch geschrieben hat: „Öffentlichkeitsar- beit ist eine Bringschuld der Wissenschaft“. Nicht die Bürgerinnen und Bürger sollten herausfinden, was in der Wissenschaft passiert, zwingend erforderlich sei es vielmehr, dass die Wissenschaft initiativ wird und den Bürgern vor Augen führt, womit sie sich beschäftigt. Um eine hohe Akzeptanz für das eigene Tun zu gewinnen, muss es das Verständliche Ziel einer öffentlich finanzierten Forschungseinrichtung sein, die Rolle Vermittlung als Pflicht der Wissenschaft für die Entwicklung unserer Gesellschaft deutlich zu der Organisation machen. Es reicht nicht, einfach den Katalog der erbrachten Leistungen aufzuschlagen. Es geht vielmehr darum, Ergebnisse in angemessener Form allgemeinverständlich darzustellen und publikumsorientiert zu präsentieren. Nicht zuletzt erklärungsbedürftige Wissenschaft verlangt einen transparenten Weg der Vermittlung. Ausstellungen sind kein Sahnehäubchen der Public Relations, das man sich „mal leistet“; das Angebot einer Ausstellung ist das notwendige Bemühen um Zustim- mung der Öffentlichkeit und stellt damit ein Stück demokratischer Legitimierung für das Handeln der betreffenden Organisation dar. HWK 1 05 09 06 3
  4. 4. E 14.7 Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür? Wissenschaft erlebbar machen Dieter Hüsken, Dipl.-Ing., Jahrgang 1946, war langjährig verantwortlicher Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Er war Chefredakteur der von ihm entwickelten und gestalteten Magazine „forschung“ und „german research“ und Moderator der in Bonn, München und Berlin präsentierten Vortragsreihe „EXKURS – Einblick in die Welt der Wissenschaft“. Als Ausstellungsleiter hat er alle großen DFG-Ausstellungen konzipiert, gestaltet und weltweit präsentiert. Zudem hat Hüsken das Corporate Design der DFG entworfen. Er erhielt Lehraufträge der Universität Siegen und der Fachhochschule Köln und wurde von der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) mit der „Goldenen Brücke“ für beispielhafte Leistungen ausgezeichnet. 36 HWK 1 05 09 06

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