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Kennen Sie den Schillerkiez? Die Strassen um den Yppenplatz? Oder schlägt Ihr Herz allein beim Klang des Wortes Dalston höher? Wenn Sie alle drei Fragen verneinen, kommen Sie vermutlich weder aus Berlin, noch aus Wien oder London. Oder Sie haben anderes zu tun, als stundenlang durch Strassen zu spazieren, bis Sie besonders schöne Plätze, verborgene Orte und interessante Quartiere entdecken. Doch vielleicht sollten Sie?

Das Umfeld in dem wir leben und arbeiten prägt uns auf ganz besondere Weise. Wenn wir uns wohl in einer Umgebung fühlen, sind wir geborgen, erholen uns, erfahren Inspiration. Besondere Lagen stimulieren unsere Sinne, unser Befinden, unsere Kreativität. Wer sich dessen bewusst ist, entwickelt eine Leidenschaft. Wir haben eine Leidenschaft für schöne Lagen.

WirLiebenLagen möchte diese Leidenschaft mit Ihnen teilen und Ihnen ermöglichen, ihr unabhängig von Zeit und Ort nachzugehen. Wann immer Sie möchten, begeben Sie sich mit uns auf eine Reise durch die Metropolen dieser Welt. Sie brauchen dafür kein Gepäck, kein Ticket und keinen Stadtplan, ein paar Minuten Ihrer Zeit und etwas Neugier sind vollkommen genug.

Vielleicht schließen Sie dabei die Augen und lauschen unseren Geschichten? Wie auch immer Sie sich entscheiden, vor Ihnen liegt ein urbanes Abenteuer. Bleiben Sie uns einfach auf der Spur...

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  1. 1. DUMMY WirLiebenLagen WirLiebenLagen version Free PressAvant ∫Garde Moderne revisited • Auf den Spurenvon David Bowie – Streifzug durch diewiederentdeckte Mitte Berlins AM, PM, on And oFF • Interview mit An-dreas Murkudis Lust AuF... • Mercedes 560 SEC • ChessBoxing • Heroes 00 issue
  2. 2. WirLiebenLagen “ BWirLiebenLagen © erlin is a pulsing, exciting city with so Halbwelt, Arbeiter neben Bohemian, Ruhe neben many varied and distinctive neighborho- großstädtischer Betriebsamkeit, Purismus neben ods, iconic history all around, great food burlesquer Opulenz. Neben Musikern finden hier at all levels and from every corner of the Intellektuelle, Künstler und Kulturschaffende, world ... an excellent place to set up camp and Hedonisten und Geschäftsleute – Vordenker und make a great record,” so ein Statement der Band Freigeister jeglicher couleur – ihre Schaffensstät- R.E.M., die 2010 ein Album in der Metropole te, bzw. Ein Domizil. an der Spree einspielte. Die Australier knüpfen damit an eine Tradition an. Schon Iggy Pop und Ob Sie sich mit geschlossenen oder offenen Au- David Bowie zog es in den 70er Jahren nach gen auf diese Reise begeben, vor Ihnen liegt ein Berlin; genauer gesagt, in die Gegend um die urbanes Abenteuer. Potsdamer Strasse, eine virile Berliner Mikro- Area, die sich durch ihr kreatives Potentialund Bitte folgen Sie uns. Gegensätze auszeichnet. Glamour steht nebenc/o GAwlittADiGitAlethomas Gawlitta V.i.S.d.P.Miriam rauh Redaktionveronica Colombi Designoranienburger str. 2710117 Berinwirliebenlagen@gawlittadigitale.dewww.gawlittadigitale.com
  3. 3. WirLiebenLagen 3 Vorwort StreifzUG Moderne revisited – Spaziergang 4 ducrh die wiederentdeckte Mitte Berlins 5 interView: AnDreAS MUrkUDiS AM, PM, ON AND OFF – im Ge- spräch mit Andreas Murkudis 7 portrAit Architektur, Business, Menschen, Atmosphäre 6 lUSt AUf... Wäre Tiergarten Süd ein Sound, ein Film, ein Auto, ein Sport, ein Buch... 10 neUeS Paris-Berlin-Moskau – eine legendäre Zugverbindung fährt wieder durch Berlin 12 proDUkte Die Lieblinge der Redaktion, Pro- dukte für die Avant Garde 14 fAkten Tiergarten Süd in Zahlen 20 lAGeplAn 23 AnGeBote Dem Himmel so nah: Lofts mit Weitblick 25 iMpreSSUM/kontAkt
  4. 4. interview: Andreas Murkudis |5 „Ich bleibe gern bei dem, was ich mache.“ Versteckt im Hinterhof findet man bei An- dreas Murkudis auf 1000 Quadratmetern luxuriöse Unikate, Kleinstauflagen, ho- chwertig gefertigtes. Den Dingen gemein- sam sind Klarheit und Qualität. Bild : Michael Hölzl © 2011
  5. 5. AM, Pm, On and Off Text: Miriam Rauh A ndreas Murkudis betreibt in Berlin einen des neuen Ostens zur patinierten Grandezza weit über die Grenzen der Stadt hinaus der alten City West. Zwischen Potsdamer Platz bekannten Concept Store für luxuriöse und Kurfürstendamm bewegt man sich vorbei Bekleidung, Möbel und Accessoires. “Ich an prachtvollen Gebäuden und leerstehenden verkaufe nur, was ich selbst schön finde,” sagt er, Räumen, immer im Fluß auf dem Weg nach an- und weist darauf hin, dass es zu jedem Stück eine derswo, von Nord nach Süd oder von West nach Geschichte gibt. Sein Stil wird von Künstlern, Ost. Lange gab es keinen Grund, hier anzuhalten. Galeristen, Geschäftsleuten, Werbern, Schau- Das Wintergarten Varieté hatte geschlossen, der6| spielern und Bürgerlichen hoch geschätzt. Bei Murkudis einkaufen zu gehen ist immer auch ein Tagesspiegel zog an den Askanischen Platz. Wo früher Einzelhandel war ist heute Import-Export Erlebnis, selbst für verwöhnte Individualisten, oder zu. der Großteil seines Angebots ist exklusiv. Wer sich in Berlin nach einem Paar Schuhe von Mai- Zurückgekommen sind die Künstler. Auf der son Martin Margiela sehnt, nach einem Kleid von Flucht vor hohen Preisen verlassen sie Mitte Dries van Noten oder etwa nach einem Mantel und Prenzlauer Berg, bevölkern Beletage und von Haltbar, muss zu Murkudis. An ihm führt Hinterhof. Und was sie vorfinden gefällt. Wenn kein Weg vorbei, ob in Mitte oder Tiergarten Süd. man ein bisschen wischt am Staub der neuen Zeit entdeckt man Spuren alten Glanzes. Das ehema- Die Kunden kommen, obwohl er längst nicht lige Atelier von Anton von Werner, die früheren mehr zwischen Hackeschem Markt und Alexan- Verlagsgebäude von Rowohlt und Fischer, die derplatz residiert, sondern sich einen Off-Ort Galerie von Herwarth Walden, dem Herausgeber gesucht hat, zwischen Woolworth, Drogenstrich der Zeitschrift des Expressionismus Der Sturm, und Ateliers. Der Loyalität seiner Stammkun- die glanzvollen Villen der Gründerzeit, versteckt dschaft hat der Umzug nicht geschadet (obwohl hinter einem Tor in Richtung des Kanals - die so mancher das vorab bekundete). Im Gegenteil, Gebäude rund um die Potsdamer Strasse, sie alle sagt er, der Umsatz sei nach dem Ortswechsel erzählen eine Geschichte. Vielleicht ist das einer sogar gestiegen. Wer zu Andreas Murkudis geht, der Gründe, warum Andreas Murkudis gekom- weiss was er erwarten darf. Also nimmt man men ist. Und bleibt. Auch wenn er sich bereits auch den ungewohnten Weg in Kauf, man schätzt ein neues Ziel gesetzt hat. Bereits 2013 will er die hohe Qualität sowie das Wissen, das Andreas an einen weiteren, eigentlich unmöglichen Ort ziehen: das Bikini Haus am Bahnhof Zoo. Murkudis über die Dinge hat. Die Potsdamer Strasse ist ein schwieriger Ort. Versteckt im Hinterhof: Auf 1000 Quadratme- Eine Transitstrecke vom leuchtenden BlingBling tern findet man bei Andreas Murkudis luxuriöse Bild : Michael Hölzl © 2011
  6. 6. Unikate, Kleinstauflagen, hochwertig gefer- Bild : Michael Hölzl © 2011 tigtes. Den Dingen gemeinsam sind Qualität und Klarheit und “sie alle erzählen eine Geschichte.” # Sie hABen Mit ihreM concept Store Den StAnDort Mitte AUfGeGeBen UnD SinD in Die potSDAMer StrASSe GezoGen. wAS finDen Sie hier, wAS ihnen Mitte nicht (Mehr) Bieten kAnn? Mehr Platz und mehr Ruhe. Mitte ist zu tou- ristisch und hat an Niveau verloren. Zum größten Teil sind die Dinge, die wir verkaufen, erklärungsbedürftig. Die Ruhe, zu erklären, war in Mitte nicht mehr gegeben. Es war schon vor zwei Jahren klar, dass man den Standort we- chseln muss. Ich bin auf die Suche gegangen und habe das hier gefunden. Die Potsdamer Strasse ist mehr Mitte als die, in der ich vorher war. Sie ist auf halbem Weg zwischen Charlottenburg und Potsdamer Platz , etwas ab vom Schuss. Hier gibt es Parkplätze, was in Mitte ein Problem war. Die Leute, die hierher kommen, kommen explizit zu uns und wer kommt bringt Zeit mit, auch weil der Aufwand sonst in keinem Verhältnis steht.8| Es kommen mehr Kunden als früher, beson- ders aus dem Westteil. Für sie ist der Weg nicht so weit und es ist attraktiver für sie, mit dem Auto zu uns zu fahren. Wir haben auch kunden- freundlichere Öffnungszeiten, das wird wahrge- nommen. Und wir haben eine Fläche, die dop- pelt so groß ist, wie vorher. Der Schiesser Laden und der Acne Laden sind geblieben, die passen in das Umfeld der Münzstrasse besser. # hABen Sie ein AnDereS SortiMent in tierGArten-SüD? Nein, das einzige was dazu gekommen ist, ist Celine. Wir haben das, was wir hatten, noch mal in der Breite eingekauft. Ich bleibe gern bei dem, was ich mache. # welcheS pUBlikUM Sprechen Sie An? Die Sachen, die es hier gibt, gibt es mit weni- gen Ausnamen in Berlin nur bei uns. Neben Stammkunden kommen Kunden aus dem We- stteil und auch aus den umliegenden Hotels, die über uns z.B. in der AD gelesen haben. Es sind alles Leute, die an der Qualität interessiert sind. Es gibt ein Publikum, das an Dingen interessiert ist, die man personalisieren kann, die einen
  7. 7. Absender haben. Man kann zu allem eine Ge- ten, die sie schon kennen. Auf Laufkundschaft schichte erzählen, wer diese Dinge macht, aus angewiesen zu sein, funktioniert an der Potsda- welchen Materialien sie bestehen. Die Leute mer Strasse nicht. 80 Prozent unserer Verkäufe finden gut, wenn es Menschen gibt, die etwas gehen über Stammkunden. mit Leidenschaft machen und Dinge tun, die eigentlich anachronistisch sind. Wenn sich z.B # in eineM interView hABen Sie DAVon GeSprochen, zUM eine Raphaela Hermes mit einfachen Mitteln “opfer Der eiGenen ArBeit” zU werDen. wAS iSt DAMit Techniken aneignet wie das Weben mit alten GeMeint? Lochkarten - wenn es solche Leute nicht mehr Die Leute, die in Mitte begonnen haben, haben gäbe, würde es ziemlich langweilig. Es würden den Bezirk erst attraktiv gemacht und das hat auch Arbeitsplätze vernichtet. Wenn alle kleinen dazu geführt, dass die Mieten so gestiegen sind. Betriebe das Handtuch werfen, werden wir von Es gibt Leute die sagen, wir seien selber Schuld. Billig- und Luxusfirmen regiert. Dabei sind die Sind wir ja auch. Es kommen immer Nachahmer Luxusprodukte meist auch nur Industriewaren. und die Sensibilität für den Bezirk ist bei vielen nicht gegeben. Ich bin aber nicht gegangen, weil # Sie SinD MUtiG. Die potSDAMer StrASSe wAr lAnGe ich die Miete in Mitte nicht mehr zahlen wollte. eine AlS SchwieriG VerrUfene UMGeBUnG. Die Miete zahle ich noch und die Räume stehen Das ist sie immer noch, mit Prostitution und leer. Billigläden. Wir wollen aber nicht, dass sich die Struktur sehr verändert, es ist für die Leute hier # wAS MAchen Sie DAMit? schon so problematisch genug. Weiss ich noch nicht. # wie iSt ihre proGnoSe für Die entwicklUnG Der # wAS Gefällt ihnen AM “Alten weSten”? potSDAMer StrASSe? Mitte war ein leerer Ort, den man bespielen Vielleicht kommt ein bisschen mehr Gastrono- konnte, hier müssen Sie sich mit Bestand ausei-10 | mie, aber ich glaube nicht, dass sich viele Läden andocken. Alle die hier sind, leben von den Leu- nandersetzen, auch belastendem. |11 „Wer hierher kommt, will explizit zu uns und wer den Store betritt, bringt Zeit mit.” Andreas Murkudis behandelt Menschen wie Dinge mit Respekt. Mit dem Ort we- chselt auch die Geschichte eines Produkts Bild : Michael Hölzl © 2011 den Besitzer. Bild : Michael Hölzl © 2011
  8. 8. Bild : Michael Hölzl © 2011
  9. 9. Ausschlaggebend war der Raum. Er hat einfach gute Proportionen. # wArUM Gehen DieSe läDen An Den kU’DAMM, BekoMMen niert, es scheint nicht der Ort zu sein, wo die Er ist riesig, dabei aber nicht furchteinflössend und kühl. Solche Sie Dort GünStiGere konDitionen? Umsätze gemacht werden. Sehen Sie sich an, Flächen wie hier findet man in Mitte nicht. Der Bezirk Mitte ist Nein, gar nicht. Sie zahlen Mieten von ca. 200,- wie sehr z.B. das KaDeWe derzeit floriert. Das von der Struktur her kleinteilige Flächen gewöhnt. Ich habe mir €/qm. Die Läden reagieren einfach auf Tenden- Attraktive am Bikini Haus ist, dass es ein gut ge- nie wirklich Gedanken gemacht, ob der Ortswechsel gefährlich ist. zen. Sie betrachten, was gerade wo passiert, wer dachtes Konzept, eine Welt für sich ist. Man kann Natürlich war ein Risiko da und wenn es nicht funktioniert hätte, weggeht und wohin er zieht. Wenn z.B. Prada den ganzen Tag auf dem Gelände verbringen und wäre es dramatisch geworden. Hinter mir steckt kein reicher Papa und Bottega die Friedrichstrase verlassen, weiss es bleibt interessant. WirLiebenLagen und keine Bank. Ich habe einen Laden mit dem Gewinn aus dem man, dass dieser Standort nicht mehr funktio- anderen finanziert und alles Stück für Stück aufgebaut. In diesem Raum hier steckt mein ganzes Geld. Aber das ist bei mir so. Ich glaube entweder an Dinge oder eben nicht. Und bis jetzt habe ich mich nicht getäuscht. Bild : Michael Hölzl © 2011 So viel über Berlin geredet wird und welcher Bezirk gerade am Kommen ist: In vielen Bezirken möchte man gar nicht sein. In Tiergarten z.B. findet man normale Leute, auch Filmleute, Archi- tekten, Galeristen. Eine interessante Mischung. Es ist auch ein bisschen eine vergessene Lage. Hier ist man im Nowhere. Dieser Abschnitt ist unattraktiv. Auf den Gehwegen ist nichts los, aber es gibt viel Verkehr, man will von A nach B kommen, eine Tran- sitstrecke. # iSt eS einfAcher, eine GeGenD wieDer zUM leBen zU erwecken, wenn Dort Schon MAl etwAS wAr? Für mich ist wichtig, dass ein Ort gut ist und dass man ihn so at-14| traktiv gestalten kann, dass andere Leute kommen. Komplett neu aufzumachen, ohne vorher einen Laden gehabt zu haben, hätte hier nicht funktioniert. Das ist zu risikoreich. Wenn man nicht eine bestimmte Stammkundschaft hat und in einer Gegend wie hier etwas aufmachen will, ist man verloren. # eS heiSSt, Sie würDen BereitS 2013 in DAS Bikini hAUS ziehen, GeBen Sie Den StAnDort potSDAMer StrASSe wieDer AUf? In das Bikini Haus zu gehen, ist mein Plan. Der Standort Potsda- mer Strasse bleibt. # Der zoo iSt jA noch So eine SchwieriGe ecke. Stimmt, aber sie entwickelt sich. Es ist auch eine interessante Gegend. Das Bikini Haus selber ist z.B. ein schöner Komplex, es wird gerade nach Denkmalschutzrichtlinien renoviert. In der Nähe entsteht das Waldorf Astoria, Apple zieht an den Ku’damm, Chip- perfield baut das Ku’Damm Karree um. Die Stadt hat zwei At- traktionen: Berlin Mitte, jung, preiswert, innovativ und den alten Ku’damm, der gerade wieder aufrüstet. An Attraktivität verlieren wird die Friedrichstrasse. Sie hat es nicht geschafft, eine Identität zu kreieren, die Mischung ist zu groß. Die größeren Luxusfirmen reagieren darauf, Hermès ist weggezogen, Louis Vuitton und Gucci gehen. Sie versuchen, ihre Attraktivität am Ku’damm zu erhöhen. Man entscheidet sich momentan zwischen Ku’damm und Mitte. Die Pole verstärken sich, andere Standorte werden schwächer.

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