Politische Morde und Fälle,bei denen ein politischer Mord nicht          auszuschliessen ist            arbeiterfotografie...
Slobodan MilosevicAm 11.3.2006 im Nato-Gefängnis nahe Den Haag unter ungeklärten Umstän-den zu Tode gekommenAm 11. März 20...
Land in Kriegszeiten verteidigt habe und die ein Interesse daran haben, mich zum Schwei-gen zu bringen."Ralph Hartmann übe...
Der Prozeß drohte für seine Initiatoren zu einem Debakel zu werden, und selbst in denUSA erhoben sich einflußreiche Stimme...
Inzwischen behaupten die niederländischen Behörden, dass Milosevic ein seltenes, schwerzu beschaffendes Antibiotikum [Rifa...
In einem Schreiben an den Gerichtstoxikologen Professor Dr. Donald Uges vom 14. März2006 formuliert John Jefferies, Irisch...
Robin CookAm 6.8.2005 beim Bergwandern unter ungeklärten Umständen zu Tode ge-kommenAm 6. August 2005 kommt der 1946 gebor...
Mr. Cook [...] das Krankenhaus um 16 Uhr erreichte, etwa 90 Minuten nach seinem Zu-sammenbruch, und fünf Minuten später fü...
das Genick brach. Ein namentlich nicht genannter Freund, der mit dem Parlamentarier aufdem Berg war, versuchte 30 Minuten ...
Außenminister, der Medikamente gegen hohen Blutdruck nahm, unwohl wurde. Das Paarhatte sich bei sonnigen Bedingungen auf d...
Die Varianten reichen also von knapp unterhalb des Gipfels bis knapp oberhalb der halbenBerghöhe.Wann soll was geschehen s...
●      Kopfverletzungen (Sunday Mirror, 7.8.2005)   ●      Kopf- und Genick-Verletzungen infolge des Sturzes (Sunday Times...
Sicherheit angenommen werden, daß es sich um einen natürlichen Tod handelt. Nicht aus-zuschließen ist, daß auf die ein ode...
Computer-Datei von Tausenden von Mujaheddin, die mit Hilfe der CIA rekrutiert und aus-gebildet wurden, um die Russen zu be...
Jürgen W. MöllemannAm 5.6.2003 beim Fallschirmspringen unter ungeklärten Umständen zu TodegekommenAm 5. Juni 2003 kam der ...
Desweiteren erinnert Jürgen Elsässer daran, daß am 16.8.2002 "bei einem Sprung in Lem-werder (Niedersachsen) Möllemanns Ha...
Am 25.6.2003 stellt Jürgen Elsässer eine Verbindung zu Michel Friedman her, der infolgeeiner Affaire um Zwangsprostitution...
Warum ein Außenminsister Möllemann im Widerspruch zu den Interessen der USA undIsraels gestanden hätte, ist ebenfalls aus ...
Westerwelle habe ihn ursprünglich in seiner Kritik an Sharon und Friedman unterstützt.Das habe sich nach dessen Rückkehr v...
und späteren Herzl-Biografin Luc Jochimsen zum Hessischen Rundfunk kam, ist - zusam-men mit Georg M. Hafner - Autorin eine...
sturz), daß das Gerät, mit dem das automatische Öffnen des Reservefallschirms auslöstwird, ausgeschaltet gewesen sei.     ...
Das ist exakt der Wortlaut einer DPA-Meldung vom gleichen Tag. Lediglich der Einstiegvor der zitierten Passage ist leicht ...
●   Es wird suggeriert, daß das Notsystem auch vor dem Sprung ausgeschaltet war   ●   Es wird (im Widerspruch zu den zitie...
Enrico MatteiAm 27.10.1962 unter ungeklärten Umständen mit seinem Flugzeug zu TodegekommenAm 27. Oktober 1962 kommt Enrico...
"Er wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs Chef des staatlichen Gas- und Ölim-      periums ENI - und damit der mächtigste...
ge Klärung bringen soll. Der Leichnam Matteis wird obduziert, und tatsächlich          zeigen sich an den wenigen leiblich...
Nach wie vor gibt es Veröffentlichungen, die der Aufklärung zuwider laufen. In der Mun-zinger-Biografie ist zu lesen:     ...
John F. KennedyAm 22.11.1963 durch Unbekannte ermordetAm 22. November 1963 wird der 1917 geborene Präsident der USA, John ...
●   19.11.1963: Castro trifft sich mit einem französischen Journalisten, der anschließend       mit Kennedy spricht und ih...
Detlev Karsten RohwedderAm 1.4.1991 durch Unbekannte ermordetAm 1. April 1991 wird der 1932 in Gotha geborene Vorstandsvor...
Alfred HerrhausenAm 30.11.1989 durch Unbekannte ermordetAm 30. November 1989 wird der 1930 in Essen geborene Vorstandsspre...
Uwe BarschelAm 11.10.1987 unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommenAm 11. Oktober 1987 kommt der 1944 in Glienicke bei ...
Politische morde und faelle,bei denen ein politischer mord nicht auszuschliessen ist
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Politische morde und faelle,bei denen ein politischer mord nicht auszuschliessen ist

  1. 1. Politische Morde und Fälle,bei denen ein politischer Mord nicht auszuschliessen ist arbeiterfotografie.com Stand: 22.08.07 1 / 35
  2. 2. Slobodan MilosevicAm 11.3.2006 im Nato-Gefängnis nahe Den Haag unter ungeklärten Umstän-den zu Tode gekommenAm 11. März 2006 kommt der 1941 geborene, langjährige Präsident Serbiens und der Bun-desrepublik Jugoslawien, Slobodan Milosevic, im Gefängnis von Scheveningen nahe DenHaag unter ungeklärten Umständen zu Tode. Nato-Gefängnis in Scheveningen bei Den Haag, in dem im Nationalsozialismus hollän- dische Widerstandskämpfer eingesperrt waren und in dem von 2001 bis zu seinem Tod Slobodan Milosevic in einer Einzelzelle inhaftiert war.Am 8.3.2006 schickt Slobodan Milosevic einen Brief an die russische Botschaft, der dortam 11.3.2006 eintrifft. Er enthält folgende Passage:"Ich möchte Sie über Folgendes informieren: Ich glaube, die Beharrlichkeit, mit der diemedizinische Behandlung in Rußland verweigert wurde, ist in erster Linie in der Befürch-tung begründet, daß bei einer sorgfältigen Untersuchung entdeckt werden würde, daß akti-ve und mutwillige Schritte unternommen wurden, meine Gesundheit zu zerstören. Diesekönnten vor russischen Spezialisten nicht verborgen werden. Um meine Anschuldigungenzu belegen, präsentiere ich Ihnen ein einfaches Beispiel, das Sie im Anhang finden. DiesesDokument, das ich am 7. März erhalten habe, zeigt, daß am 12. Januar ein ausgesprochenstarkes Medikament in meinem Blut gefunden wurde, das - wie sie selbst sagen - zur Be-handlung von Tuberkulose und Lepra eingesetzt wird, obwohl ich selbst während dieserfünf Jahre in ihrem Gefängnis niemals irgendein Antibiotikum genommen habe. Währenddieser gesamten Zeit habe ich außer einer Grippe nie irgendeine ansteckende Krankheitgehabt.Auch die Tatsache, daß die Ärzte zwei Monate gebraucht haben [um über den Befund zuinformieren], ist nur mit Manipulation zu erklären. Die dafür Verantwortlichen können ge-wiß nicht meine Krankheit behandeln; ebensowenig wie diejenigen, gegen die ich mein2 / 35
  3. 3. Land in Kriegszeiten verteidigt habe und die ein Interesse daran haben, mich zum Schwei-gen zu bringen."Ralph Hartmann über den Tod und den vorausgegangenen SchauprozeßRalph Hartmann, ehemaliger DDR-Botschafter in Belgrad, beginnt einen Artikel in derZweiwochenschrift Ossietzky vom 17.3.2006 mit folgendem Zitat: "Dieser Prozeß wirdnicht beendet werden, denn sein Ende würde eine Niederlage des Haager Tribunals bedeu-ten. Serbien wird höchstwahrscheinlich eine schwarze Nachricht erhalten: daß Milosevicplötzlich verstorben ist, sagen wir an Herzschlag." Ralph Hartmann fährt dann fort: "DieseVoraussage, gemacht Mitte Januar 2005 vom ehemaligen Chef der jugoslawischen Verwal-tung für militärische Sicherheit, General a. D. Aco Tomic, ist eingetroffen. Slobodan Milo-sevic, langjähriger Präsident Serbiens und Jugoslawiens, ist am Morgen des 11. März tot inseiner drei mal fünf Meter großen Einzelzelle im Scheveninger Gefängnis nahe Den Haagaufgefunden worden. Noch am Vortag hatte er seinem Rechtsberater Zdenko Tomanovicgesagt, daß man ihn vergiften wolle, worüber der Berater umgehend das holländische Jus-tizministerium, die Polizei und die russische Botschaft mit einem handschriftlichen BriefMilosevics an Außenminister Lawrow informierte. Die vom Gericht angeordnete Obdukti-on - der Wunsch der Angehörigen sie in Moskau durchzuführen, wurde abgelehnt - ergab,daß er an einem Herzinfarkt verstarb."Ralph Hartmann weiter: "Das als Schauprozeß vor dem sogenannten Jugoslawientribunalbegonnene und aufgrund des Fiaskos der Anklage nahezu zum Geheimprozeß mutierte Ge-richtsverfahren gegen Milosevic kann nicht abgeschlossen werden. Die ChefanklägerinCarla del Ponte und mit ihr der von der NATO initiierte, finanzierte und personell ausge-stattete Gerichtshof sind einer Niederlage im Prozeß aller Prozesse, wie sie diesen anfangsselbst genannt hatten, entgangen. So können die Hintermänner des Tribunals in Washing-ton, Berlin und London mit Stolz und Genugtuung auf das Erreichte zurückblicken. Ange-klagt haben sie Milosevic am 27. Mai 1999, während des Aggressionskrieges gegen Jugo-slawien, wenige Tage nach der Raketenattacke auf das Dragisa-Misovic-Krankenhaus inBelgrad und drei Tage vor dem Terrorangriff auf die Morava-Brücke in Varvarin. Entführtnach den Den Haag haben sie ihn unter Bruch der jugoslawischen Verfassung und interna-tionaler Rechtsnormen am 28. Juni 2001 in einer Nacht- und Nebelaktion, organisiert imengen Zusammenspiel zwischen der NATO, ihren Geheimdiensten und der mit ihrer Hilfean die Macht gelangten Regierung in Belgrad unter Zoran Djindjic. Am 12. Februar 2002schließlich ließen sie ihn in den ersten Gerichtssaal des Tribunals am Churchillplatz Nr. 1führen. Dort begann der Prozeß der Aggressoren gegen den Präsidenten des überfallenenStaates.Vier lange Jahre haben die Ankläger nichts unversucht gelassen, Milosevic der Verbrechengegen die Menschlichkeit in Kosovo, Kroatien und Bosnien, dort sogar des Völkermords,zu überführen. Kein einziger der 300 Zeugen, die Frau del Ponte und ihr riesiger Stab anmehr als 250 Verhandlungstagen aufboten, konnte die Anklage stützen. In den vom sichselbst verteidigenden Expräsidenten souverän geführten Kreuzverhören - sie werden in dieRechtsgeschichte eingehen - brachen alle Anschuldigungen trotz fortgesetzter Hilfestellun-gen der Richter zusammen. Nicht selten wurden aus Zeugen der Anklage, zu denen makab-rerweise die für die barbarische Kriegsführung gegen Jugoslawien verantwortlichenNATO-Generäle Wesley Clark und Klaus Naumann gehörten, unfreiwillig Zeugen der Ver-teidigung. 3 / 35
  4. 4. Der Prozeß drohte für seine Initiatoren zu einem Debakel zu werden, und selbst in denUSA erhoben sich einflußreiche Stimmen, das Haager Frankenstein-Monster zu begrabenund die Chefanklägerin in die Wüste zu schicken. In ihrer Not schreckten die Gegner Milo-sevics auch nicht davor zurück, mit ständigen prozessualen Schikanen und mit der Verwei-gerung erforderlicher medizinischer Behandlung durch Belgrader Ärzte die ohnehin schonangeschlagene Gesundheit des Angeklagten zu untergraben und durch eine Hexenjagd aufseine nächsten Angehörigen, die ihn jahrelang nicht einmal besuchen durften, zusätzlichenpsychischen Druck auf ihn auszuüben. Sie haben ihn nicht in die Knie zwingen können,aber seiner von zahlreichen Spezialisten bestätigten lebensgefährlichen Erkrankung habensie nach Kräften nachgeholfen. Sie verweigerten ihm selbst die Medizin, die ihm jugoslawi-sche Ärzte verordnet hatten, und mißachteten die Warnung eines Ärztekonsiliums, daß erjederzeit einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden könnte.Den letzten Stoß versetzten sie ihm kürzlich mit der Ablehnung seines Antrages, sich we-gen seiner akuten Leiden - schwere Beschädigung einer Herzkammer und extrem hoherBlutdruck von 230 zu 130 - am weltbekannten Moskauer Bakuljew-Zentrum von russi-schen Herzspezialisten behandeln zu lassen. Obwohl sie ihn lange Zeit in dem Glauben lie-ßen, daß seinem Ersuchen stattgegeben wird, und obwohl die russische Regierung schrift-liche Garantien für seine Rückführung nach Den Haag gegeben hatte, blieb das Tribunalseinem Ruf treu, ein gefügiges Organ der NATO zu sein. Milosevic hatte neben der so drin-gend notwendigen Behandlung insgeheim auch ein Wiedersehen mit seiner Frau Mira er-hofft. Sein wacher Verstand verkraftete, wie die weitere Befragung seiner überzeugendenEntlastungszeugen zeigte, auch diesen Schlag, sein geschwächtes Herz aber offenbar nicht.Nun hat die NATO sieben Jahre nach dem Überfall auf Jugoslawien endlich auch dessendamaligen Präsidenten zur Strecke gebracht. In Belgrad sprechen die Medien nicht ohneGrund von Mord. Die deutschen dagegen schütten, von wenigen Ausnahmen abgesehen,noch einmal Kübel von Schmutz über den "Belgrader Unhold", den "Schlächter vom Bal-kan" aus und wiederholen die Lügen von seinem angeblichen nationalistischen Feldzug fürein "Großserbien", die im Prozeß längst widerlegt wurden. Sein eigentliches, in den Augender NATO unverzeihliches Verbrechen - sein Eintreten für die Erhaltung der jugoslawi-schen Föderation, gegen das Diktat der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds- verschweigen sie. Nicht wenige Politiker und Kommentatoren feiern den Tod von Slobo-dan Milosevic trotz heuchlerischer Betroffenheitsbekundungen wie einen Sieg. Doch es istein Pyrrhussieg. Die Geschichte wird es zeigen."Sarah Flounders zur Frage, wie Rifampicin in Milosevics Körper gelangteSarah Flounders, Co-Direktorin des International Action Center, New York, geht in einerStellungnahme vom 23.3.2006 der Frage nach, woher das Antibiotikum Rifampicin, das inMilosevic Blut gefunden wurde, stammt:"Das Gefängnis Scheveningen ist eine Hochsicherheitseinrichtung. Milosevic und die an-deren angeklagten Gefangenen sind in einem speziellen Gefängnistrakt innerhalb derHaftanstalt untergebracht. Diese Abteilung erstreckt sich über vier Stockwerke mit jeweils12 Zellen. Sie wird von besonderen UN-Wärtern beaufsichtigt. Überall sind Kameras. Je-der Augenblick der Gefangenen wird beobachtet und kontrolliert.Als der Präsident in seine Zelle verbracht wurde, blieb das Licht zuerst 24 Stunden am Tagan, und jede Bewegung wurde verfolgt.4 / 35
  5. 5. Inzwischen behaupten die niederländischen Behörden, dass Milosevic ein seltenes, schwerzu beschaffendes Antibiotikum [Rifampicin] nahm, das zur Behandlung von Lepra und Tu-berkulose eingesetzt wird und das die einzigartige Fähigkeit hat, die Wirkung der Medika-mente, die er zur Kontrolle seines Bluthochdrucks nahm, herabzusetzen. Wie ist diesesMedikament namens Rifampicin in Milosevics Körper gelangt? Er befand sich als Gefange-ner in einem Hochsicherheitsgefängnis unter dreifachem Verschluss in einem Spezialtraktinnerhalb einer Haftanstalt, die früher von den Nazis benutzt wurde, um holländische Wi-derstandskämpfer zu inhaftieren.Als das Rifampicin am 12. Januar diesen Jahres in Milosevics Blut gefunden wurde, hieltdas ICTY den Bericht über die Blutprobe geheim, selbst vor Milosevic und seinen Ärzten,die darüber Beschwerde führten, dass etwas bedrohlich Falsches die Gesundheit des Ange-klagten angriff. Derweil Milosevic, sein Verteidigungskomitee und die ihn unterstützendenAnwälte Auskunft über seine Gesundheit verlangten, saßen die ICTY-Beamten auf diesemBericht. Warum haben die für Milosevics Gesundheit verantwortlichen ICTY-Beamten,wenn sie denn wirklich geglaubten, er schmuggele schädliche Arzneimittel in das Gefäng-nis, diesen Bericht nicht viel eher veröffentlicht?[...] Das ICTY hat Milosevic beschuldigt, er habe sich insgeheim selbst mit Medikamentenbehandelt und vermieden, die verordneten Arzneimittel zu nehmen. Auf diese Anschuldi-gung antwortete Milosevic selbst am 1. September 2004 im Gerichtssaal: „Sie kennenwahrscheinlich die Praxis in Ihrer eigenen Haftanstalt nicht. Ich nehme meine Mittel inGegenwart der Wärter ein. Sie werden mir ausgehändigt. Ich nehme sie in Gegenwarte desWärters, und der Wärter trägt in ein Buch ein, wann genau ich diese Mittel eingenommenhabe."[...] Nun soll die Welt glauben gemacht werden, dass Milosevic für seinen eigenen Tod ver-antwortlich ist. Dabei geht es um ein so unglaublich kompliziertes Szenario, eine so ausge-tüftelte Selbstmordgeschichte, die so unwahrscheinlich ist wie die gegen ihn erhobenenAnklagen. Die käuflichen und bezahlten Großmedien akzeptieren und propagieren die Ge-schichte seines Todes in derselben unterwürfigen Art, wie sie die Existenz dieses illegalenGerichts und die Rechtfertigung für die Zerstörung Jugoslawiens akzeptiert haben."Die Rolle des Toxikologen Donald UgesAm 15.3.2006 schreibt Rainer Rupp in der Tageszeitung junge Welt vom 15.3.2006 übereine "Stellungnahme des unabhängigen holländischen Toxikologen Donald Uges, der sichüber die Geschicklichkeit wunderte, mit der Jugoslawiens Expräsident Slobodan Milose-vic verbotene Medikamente in seine Zelle in einem Hochsicherheitsgefängnis geschmug-gelt habe, um sich durch die Zerstörung seiner Gesundheit eine Fahrkarte nach Moskauzu erselbstmorden."Spiegel Online hatte am 13.3.2006 darüber wie folgt geschrieben: "Uges hatte eigenen An-gaben zufolge vor zwei Wochen eine Blutprobe Milosevics analysiert und darin ein bei Tu-berkulose und Lepra angewendetes Antibiotikum nachgewiesen. Er hat Rifampicin einge-nommen, ein Medikament, das die Wirkung von Mitteln gegen Bluthochdruck aufhebt,sagte Uges. Medikamente gegen Bluthochdruck bekam Milosevic auf ärztliche Verordnung.Ich bin sicher, dass er das Medikament selbst einnahm, weil er eine einfache Fahrt nachMoskau wollte, sagte der Toxikologe weiter."(www.spiegel.de) 5 / 35
  6. 6. In einem Schreiben an den Gerichtstoxikologen Professor Dr. Donald Uges vom 14. März2006 formuliert John Jefferies, Irische Sektion des Internationalen Komitees für die Ver-teidigung von Slobodan Milosevic (ICDSM):"Ich sehe mich genötigt, Ihnen zu schreiben in Anbetracht der Äußerungen, mit denen Siein den internationalen Medien zitiert werden, darunter den Medien meines Landes, derRepublik Irland, Äußerungen, die sich auf Ihre toxikologische Untersuchung der Leichevon Slobodan Milosevic beziehen. [...]Die Medienberichte, auf die ich mich beziehe, behaupten, Sie hätten erklärt, dass Herr Mi-losevic absichtlich Medikamente zur Behandlung von Tuberkulose und Lepra in der Ab-sicht eingenommen haben könnte, die Wirkung der ihm zur Behandlung seines Bluthoch-drucks und seiner Herzschwäche zu konterkarieren. Wenn diese Bemerkungen richtig wie-dergegeben worden sind, ist dies ganz bestimmt ein Fall, wo Sie Ihre Rolle als Gerichtsto-xikologe bei weitem überschritten haben. Soweit ich verstanden habe, haben Sie eine Blut-probe von Präsident Milosevic lediglich untersucht, und sind auch nur gebeten worden,diese zu untersuchen. Ihre Rolle bestand also darin, herauszufinden, welche natürlichenoder sonstigen Giftstoffe in seinem Blut vorhanden sind. Wie Sie dann aber feststellenkonnten, auf welche Weise solche Giftstoffe in die Blutprobe von Herrn Milosevic gelangtsind, ist eindeutig eine andere Sache. Sind Sie plötzlich Detektiv geworden statt Toxikolo-ge?Wenn Sie nur die Blutprobe von Herrn Milosevic untersucht haben, wie können Sie dannmit scheinbarer Sicherheit erklären, dass Herr Milosevic absichtlich nicht verordnete Me-dikamente genommen hat, um sich selbst krank zu machen, und damit seinem AnliegenNachdruck zu verleihen, zur Behandlung nach Moskau überführt zu werden, und sich ver-mutlich jener Gerichtsbarkeit zu entziehen. Es ist schier unglaublich, dass Sie als angese-hener und weltbekannter Professor der analytischen Biochemie eine solche Erklärung ab-geben konnten. Wie konnten Sie wissen, ob er dies absichtlich eingenommen hat oder ober dies vermischt mit verordneten Medikamenten ohne sein Wissen verabreicht bekom-men hat?Ich muss Ihnen in aller Deutlichkeit sagen, dass Ihre Erklärung, ob zutreffend wiedergege-ben oder nicht, von den Medien weltweit an prominenter Stelle aufgegriffen worden undzweifellos dazu benutzt worden ist, den Behauptungen der Feinde von Herrn MilosevicGlaubwürdigkeit zu verschaffen und die Behauptungen seines Anwalts und seiner Familiezusammen mit denen des russischen Außenministeriums, dass Herr Milosevic vergiftetwurde, zu diskreditieren. Ihre Bemerkungen wurden benutzt, um ihn als einen Selbstver-gifter darzustellen, der seinen eigenen Tod riskierte, um Krankheit vorzutäuschen und sichder Gerechtigkeit zu entziehen.Vielleicht sind Sie von den internationalen Medien schrecklich falsch zitiert worden. Solltedies der Fall sein, müssten Sie ihre Haltung sicher klären, um einen unbeschädigten Rufals bekannter Toxikologe zu bewahren anstelle der Reputation eines voreingenommenenMediziners, der seine Position benutzt, um in die politischen Arena abzuschweifen unddem Haufen Lügen gegen Herrn Milosevic eine weitere hinzuzufügen."6 / 35
  7. 7. Robin CookAm 6.8.2005 beim Bergwandern unter ungeklärten Umständen zu Tode ge-kommenAm 6. August 2005 kommt der 1946 geborene ehemalige Außenminister Großbritanniensund zuletzt scharfe Kritiker von Blairs Kriegspolitik, Robin Cook, bei einer Wanderung aufden Berg Ben Stack im Nordwesten Schottlands unter ungeklärten Umständen zu Tode.Knapp einen Monat zuvor - am Tag nach den Londoner Bombenanschlägen vom 7.7.2005,die Al Kaida zugeschrieben wurden, hatte er geäußert, Al Kaida sei ein CIA-Konstrukt. Eklatante Ungereimtheiten, aber keine kriminalisti- sche Untersuchung Am 6. August 2005 unternimmt Robin Cook eine Wanderung in den schottischen Bergen. Wer bei der Wanderung dabei war, ist unklar. Unbestritten ist lediglich, daß Robin Cook von seiner Frau Gaynor, mit der er seit 1998 verheiratet war, be- gleitet wurde. Wo genau sich der Vorgang, der als Zusammen- bruch Robin Cooks bezeichnet wird und infolge dessen er ge- stürzt sein soll, zugetragen hat, ist unklar. Klar ist nur, daß es irgendwo auf dem Berg Ben Stack gewesen ist. Welche Verlet- zungen Robin Cook erlitten hat, ist unklar. Und unklar ist auch, ob die Cooks ein Mobiltelefon dabei hatten und wer ver- sucht hat, Robin Cook wiederzubeleben. Klar scheint aller- dings zu sein, daß es eine kriminalistische Untersuchung und damit die Suche nach einem Mörder nie gegeben hat.Am 7.7.2005 wird die Welt Zeugeeiner aufwendigen, brutalen Insze- Auszüge aus der Berichterstattungnierung im Herzen Londons. Esgeht um die Auffrischung eines ORF, 6.8.2006: "Der frühere britische Außenminister RobinFeindbildes. In einer breit angeleg-ten Medienkampagne wird Al Kaida Cook ist heute bei einer Bergtour in Schottland zusammenge-für die Bombenanschläge verant- brochen und per Rettungshubschrauber in ein Krankenhauswortlich gemacht. In dieser aufge- gebracht worden. Der Zustand des Labour-Politikers seiheizten Situation wagt der ehemali-ge Außenminister Robin Cook anzu- ernst, berichtete der britische Fernsehsender Sky News. Dermerken, daß Al Kaida ein CIA-Kon-strukt ist. 59-jährige Cook habe gemeinsam mit einer Wandergruppeden Gipfel des Bergs Ben Stack nahe Sutherland in Schottland besteigen wollen."(news.orf.at)Der Spiegel schildert den Vorgang am 6.8.2005 wie folgt: "Cook starb fünf Minuten nachseiner Einlieferung in die Notaufnahme. [...] Der als begeisterter Wanderer bekannte Cookhabe zusammen mit seiner Frau Gaynor und einigen Begleitern den Berg Ben Stack inSchottland besteigen wollen, teilte die Polizei mit. Kurz vor Erreichen des 721 Meter hohenGipfels sei er zusammengebrochen. Seine Mitwanderer hätten die Küstenwache alarmiert,die Cook mit einem Helikopter in ein Krankenhaus nach Inverness gebracht habe. NachAngaben der Klinik starb der Politiker gut anderthalb Stunden nach seinem Zusammen-bruch. Er sei fünf Minuten zuvor in das Hospital eingeliefert worden." (spiegel.de)BBC, 6.8.2005: "Vermutlich ist ihm gegen 14:20 Uhr schlecht geworden, als er mit seinerFrau Gaynor nahe des Gipfels des Ben Stack gewandert ist. [...] Es wird angenommen, daß 7 / 35
  8. 8. Mr. Cook [...] das Krankenhaus um 16 Uhr erreichte, etwa 90 Minuten nach seinem Zu-sammenbruch, und fünf Minuten später für tot erklärt wurde." (news.bbc.co.uk)The Dog House, 6.8.2005: "Der ehemalige AußenministerRobin Cook befindet sich gemäß Berichten in ernstem Zu-stand im Krankenhaus, nachdem er anscheinend zusammen-gebrochen ist, als er mit Freunden durch die Highland-Bergewanderte." (thedoghouse.co.uk)ORF, 7.8.2006: "Die Polizei vermutete, dass der Labour-Poli-tiker einem Herzversagen erlag. Außerdem habe er sich beimSturz nach dem Kollaps schwere Verletzungen zugezogen. [...] Ben Stack - 721 Meter hoch - imDer als begeisterter Wanderer bekannte Cook habe zusam- Nordwesten Schottlands-BBC-Bild- unterschrift: "Robin Cook was wal-men mit seiner Frau Gaynor und einigen Begleitern den Berg king with wife Gaynor when he col-Ben Stack in Schottland besteigen wollen. Kurz vor Erreichen lapsed" (Robin Cook wanderte mit seiner Frau Gaynor, als er zusam-des 721 Meter hohen Gipfels sei er zusammengebrochen, so menbrach)die Polizei. Seine Mitwanderer hätten die Küstenwache alar-miert. (orf.at)Sunday Mirror, 7.8.2005: "Robin Cooks Frau, die außer sich war, beobachtete während 35qualvoller Minuten, wie ihrem sterbenden Mann nach dem dramatischen Zusammenbruchin den Schottischen Bergen Mund-zu-Mund-Beatmung gegeben wurde. Sie hielt einen Mit-Wanderer an, der vergebens darum kämpfte, das Leben ihres Mannes zu retten [...]. Eswird angenommen, daß Mr. Cook [...] während einer Bergwanderung mit Gaynor, 48,einen Herzanfall erlitten hat, der dazu führte, daß er stürzte und sich das Genick brach. Daweder er noch Gaynor ein Mobiltelefon hatten, schlug sie Alarm, indem sie eine vorbei-kommende Gruppe von Wanderern rief. Einer wählte 999 auf einem Mobiltelefon um14:23 Uhr. [...] Ein Hubschrauber der Küstenwache von Stornoway, Isle of Lewis, 120 Mei-len entfernt, traf 20 Minuten später ein. Aber der Sikorsky-Hubschrauber konnte an derStelle am Berg in 1500 Fuß Höhe nicht landen." Mr. Cook "war bewußtlos und hatte sichKopfverletzungen zugezogen". (findarticles.com)The Sunday Times am 7.8.2005: "Robin Cook. der ehemalige Außenminister, starb ges-tern, als er mit seiner Frau in den Scottish Highlands wanderte. Der Parlamentarier für Li-vingston wurde mit einem RAF-Hubschrauber vom Ben Stack im Nordwesten Sutherlandszum Raigmore-Hospital in Inverness geflogen, wo er um 16:05 Uhr für tot erklärt wurde.[Cook] war ein leidenschaftlicher Wanderer und machte Sommerurlaub mit seiner engerenFamilie und Freunden [...]. Gaynor, seine zweite Frau, war an seiner Seite, als er bei nahe-zu perfektem Wetter nahe des Gipfels des 2365 Fuß hohen Berges zusammenbrach. Eswird angenommen, daß er einen Herzanfall erlitt und er in einem steilen und felsigen Ge-biet gestürzt ist, wobei er sich Kopf- und Genick-Verletzungen zuzog. Gaynor alarmierteeine Gruppe von Wanderern, und um 14.20 Uhr wurde der Alarm abgesetzt [...] Um 14:34Uhr startete der Hubschrauber der Stornoway Küstenwacht. Einer der Wanderer gab Cookeine halbe Stunde lang Herzmassage und versuchte, ihn wiederzubeleben, während er perTelefon von Ärzten Anweisungen erhielt. Der Hubschrauber traf um 15:01 Uhr ein [...].Gaynor, 48, kehrte zu Fuß zum Fuß des Berges zurück, und wurde von der Polizei zumKrankenhaus gebracht." (timesonline.co.uk)Der Observer berichtet am 7.8.2005 wie folgt: "Der 59jährige Parlamentarier [...] wander-te mit seiner Frau Gaynor und Freunden nahe des Gipfels des Ben Stack [...]. VergangeneNacht gab es unbestätigte Berichte, daß er einen Herzanfall erlitt, stürzte und sich dabei8 / 35
  9. 9. das Genick brach. Ein namentlich nicht genannter Freund, der mit dem Parlamentarier aufdem Berg war, versuchte 30 Minuten lang Cook Mund-zu-Mund-Beatmung zu geben, be-vor ein Hubschrauber der Küstenwache eintraf." (observer.guardian.co.uk)Daily Mail am 7.8.2005: "Gaynor Cook versuchte verzweifelt, ihren Mann wiederzubele-ben, als er beim Wandern in den Schottischen Bergen zusammengebrochen und gestürztwar." Cook sei bei einer "Bergwanderung mit seiner Frau Gaynor" gestorben. "Eine außersich geratene Gaynor hatte mehr als 40 Minuten damit zugebracht, ihren Mann wiederzu-beleben, nachdem sie einen Mitwanderer um Hilfe gerufen hatte, der auf seinem Mobilte-lefon 999 wählte. Rettungssanitäter gaben ihnen dann Instruktionen, wie sie die Not-Wie-derbelebung an Mr. Cook, 59, durchzuführen hätten, während sie auf die Ankunft desHubschraubers der Küstenwache warteten. Gaynor wurde dann zurückgelassen und gingihren Weg den Berg hinunter, während ihr Mann ins Krankenhaus von Inverness geflogenwurde." (dailymail.co.uk)The Sun: "Gemäß des nördlichen Polizeibezirks war Mr. Cook, 59, mit seiner zweiten FrauGaynor auf dem Ben Stack in Sutherland, als es ihm am Samstag um 14:23 Uhr schlechtwurde. Der Labour-Parlamentarier von Livingston, der in Edinburgh lebte, befand sichnahe des 2365 Fuß hohen Berggipfels. Mr. Cook scheint infolge eines Herzanfalls zusam-mengebrochen zu sein [...]. Es wurde auch berichtet, daß er sich beim Sturz nach seinemZusammenbruch ernsthaft verletzt hat." (thesun.co.uk)Im Mirror ist am 8.8.2005 folgendes zu lesen: "Gaynor Cook sagte: Robin sagte nichts. Erwar nur 10 Fuß von mir entfernt, als er plötzlich zusammenbrach. 49 wilde Minutenkämpfte sie, um sein Leben in dem entfernten schottischen Berggelände zu retten, undweigerte sich aufzugeben - sogar 40 Minuten nachdem er aufhörte zu atmen. [...] Es wirdangenommen, daß Mr. Cook, 59, einen Herzanfall hatte und 8 Fuß einen Grat hinunter ge-stürzt ist, wobei er sich möglicherweise das Genick gebrochen hat. Mrs. Cook, 48, klettertehinunter und schrie nach Wanderern (screamed to walkers to raise the alarm), um Alarmzu schlagen. Ein Mann wählte 999 und half Mrs. Cook bei ihrem Kampf, das Leben ihresMannes zu retten, während sie auf den Hubschrauber der Küstenwacht warteten.“(www.mirror.co.uk)The Scotsman am 8.8.2005: "Heather MacKintosh, 29, nahm den ersten Notruf [...] voneinem Mann entgegen, der dem Paar in Nord-West-Sutherland auf dem Ben Stack begeg-nete. Sie sagte: Mrs. Cook war offensichtlich sehr aufgebracht [...]. Der erste Anruf kamum 14:23 Uhr von einem Mann, der sagte, Robin Cook habe am Ben Stack in einer Höhevon 1500 Fuß einen Herzanfall erlitten. [...] Miss MacKintosh sagte: Weder Mr. noch Mrs.Cook hatten ein Mobiltelefon. Ich weiß nicht, wer der Mann, der anrief, war - er gab seinenNamen nicht an. Aber er sagte, daß der Verletzte Robin Cook war."(thescotsman.scotsman.com)Evening News am 8.8.2005: "Es wird angenommen, daß der Livingston-Parlamentarierinfolge eines Herzanfalls zusammengebrochen ist und sich beim Sturz verletzte." SeineFrau habe berichtet: "Er sagte nichts. Er ist einfach zusammengebrochen. Er war 10 Fußvon mir entfernt:" (news.scotsman.com)The Times am 8.8.2005: "[Cooks Frau] gab ihm nach dem Anfall Mund-zu-Mund-Beat-mung und Herzmassage -- dann kam für sie der schreckliche, bekümmernde Abstieg. [...]Das Paar, beide leidenschaftliche Bergwanderer, hatten eine steile, felsige Passage nahedes 2365 Fuß hohen Gipfels des Ben Stack in Sutherland überwunden, als dem frühreren 9 / 35
  10. 10. Außenminister, der Medikamente gegen hohen Blutdruck nahm, unwohl wurde. Das Paarhatte sich bei sonnigen Bedingungen auf den Weg gemacht, die Nordseite der gotischenSpitze des Ben Stack zu besteigen [...], als Mr. Cook, 59, etwas erlitt, wovon angenommenwird, daß es ein Herzanfall war. Keiner der Cooks hatte ein Mobiltelefon bei sich. Aber dieHilfeschreie von Mrs. Cook wurden von einem Wanderer beantwortet, der gegen 14:23 Uhrden Rettungsdienst anrief. [...] Mrs. Cook, 48, und der Mann, dessen Name nicht genanntist, gaben Mr. Cook unter den telefonischen Anweisungen des Ambulanz-Personals von In-verness Mund-zu-Mund-Beatmung und Herz-Massage, bis die Retter mit einem Hub-schrauber der Küstenwacht eintrafen." Nach Aussage des Mannes, der die Winde des Hub-schraubers bediente, habe Cook "etwa 1000 Fuß unterhalb des [2365 Fuß hohen] Gipfelsaufgehört zu atmen". (timesonline.co.uk)The Guardian am 9.8.2005: "Robin Cook starb eher an Herzversagen infolge Bluthoch-druck [hypertensive heart disease] als an seinen Verletzungen, die er beim Sturz währendder Bergwanderung erlitten hatte. [...] Nach einer zweitägigen Autopsie am Raigmore-Hos-pital in Inverness wurde vom Crown Office eine Erklärung veröffentlicht, die besagt: DerStaatsanwalt für Tain und Dornoch kann bestätigen, daß eine Autopsie nach dem Tod vonRobin Cook (Member of Parliament) als Ursache für den Tod Herzversagen infolge Blut-hochdruck [hypertensive heart disease] ermittelt hat." (politics.guardian.co.uk)The Scotsman am 13.8.2005: "Bischof Holloway erzählte Trauernden, wie Mr. CooksSohn Christopher von seinem Vater, genau eine Stunde, bevor er starb, eine Textnachrichterhalten hatte. Der Text lautete: Bin oben auf Ben Stack, Blick auf Arkle und Foinaven istwegen Dunst nicht zu sehen - Wetter schlecht. Wünschte, Du wärst hier. (Am at top of BenStack, view of Arkle and Foinaven cant be seen for mist - weather foul. Wish you werehere.) Bischof Holloway sagte, die Worte würden viel über Mr. Cook offenbaren. Er erläu-terte: Er war auf dem Dach Schottlands, mit seiner Frau, die er verehrte. Er dachte an sei-ne Söhne, die er von ganzem Herzen liebte. Er machte einen Scherz über das schottischeWetter [...]" (news.scotsman.com)Wer also war bei der Bergtour dabei? ● Mr. Cook war gemeinsam mit einer Wandergruppe unterwegs (ORF, 6.8.2005) ● Mr. Cook hat mit seiner Frau und einigen Begleitern den Berg besteigen wollen (Spiegel, 6.8.2005) ● Mr. Cook ist mit Freunden gewandert (The Dog House, 6.8.2005) ● Mr. Cook ist mit seiner Frau und Freunden gewandert (Observer, 7.8.2005) ● Mr. Cook wanderte mit seiner Frau (Sunday Times, 7.8.2005) ● Mr. Cook hatte sich mit seiner Frau auf den Weg gemacht (The Times, 8.8.2005) ● Die Varianten reichen also von der Aussage, daß die Cooks allein gewandert sind, bis zu der Behauptung, es habe sich um eine Gruppe gehandelt.Wo ist das passiert, was als Zusammenbruch von Mr. Cook bezeichnet wird? ● kurz vor Erreichen des 721 Meter hohen Gipfels (Spiegel, 6.8.2005) ● nahe des Gipfels (Observer, 7.8.2005) ● nahe des 2365 Fuß hohen Berggipfels (The Sun) ● nahe des Gipfels des 2365 Fuß hohen Berges (Sunday Times, 7.8.2005) ● etwa 1000 Fuß unterhalb des 2365 Fuß hohen Gipfels (The Times, 8.8.2005) ● in 1500 Fuß Höhe (Sunday Mirror, 7.8.2005) ● auf einer Höhe von 1500 Fuß (The Scotsman, 8.8.2005)10 / 35
  11. 11. Die Varianten reichen also von knapp unterhalb des Gipfels bis knapp oberhalb der halbenBerghöhe.Wann soll was geschehen sein? ● Zusammenbruch: Vermutlich gegen 14:20 Uhr (BBC, 6.8.2005) ● Zusammenbruch: etwa 90 Minuten vor der Einlieferung ins Krankenhaus, also ge- gen 14:30 Uhr (BBC, 6.8.2005) ● Zusammenbruch: Nach Angaben der Klinik gut anderthalb Stunden vor seinem Tod [ca. 95 Minuten vor 16:05 Uhr, also ca. 14:30 Uhr] (Spiegel, 6.8.2005) ● Notruf: 14:20 Uhr (The Sunday Times, 7.8.2005) ● Notruf: 14:23 Uhr (Sunday Mirror, 7.8.2005, The Times, 8.8.2005) ● Wiederbelebungsversuche: 30 Minuten lang [also bis mindestens 14:53 Uhr] (Ob- server, 7.8.2005) ● Wiederbelebungsversuche: 35 Minuten lang [also bis mindestens 14:58 Uhr] (Sun- day Mirror, 7.8.2005) ● Wiederbelebungsversuche: 40 Minuten lang [also bis mindestens 15:03 Uhr] (Daily Mail, 7.8.2005) ● Wiederbelebungsversuche: 49 Minuten lang [also bis mindestens 15:12 Uhr] (Mir- ror, 8.8.2005) ● Hubschrauberstart: 14:34 Uhr (The Sunday Times am 7.8.2005) ● Hubschrauberankunft am Berg: 20 Minuten nach dem Notruf [also um 14:43 Uhr] (Sunday Mirror, 7.8.2005) ● Hubschrauberankunft am Berg: 15:01 Uhr (The Sunday Times, 7.8.2005) ● Ankunft am Krankenhaus in Inverness: 16:00 Uhr (BBC, 6.8.2005) ● Ankunft am Krankenhaus in Inverness: 5 Minuten vor seinem Tod [16:00 Uhr] (Spiegel, 6.8.2005) ● Tod: fünf Minuten nach seiner Einlieferung in die Notaufnahme gestorben (Spiegel, 6.8.2005) ● Tod: 16:05 Uhr für tot erklärt (BBC, 6.8.2005, The Sunday Times, 7.8.2005) ● Tod: eine Stunde nach dem Absetzen der Textnachricht an Sohn Christopher (The Scotsman, 13.8.2005)Die Zeitangaben können nicht alle gleichzeitig zutreffen. Welche Angaben zutreffen undwelche nicht, bleibt unklar. Insbesondere für den Zeitpunkt dessen, was Zusammenbruchgenannt wird, sowie für den Todeszeitpunkt gibt es keine zuverläßigen Angaben.Wo hat sich Cooks Frau im Moment dessen, was als Zusammenbruch bezeich-net wird, aufgehalten? ● 10 Fuß (ca. 3 Meter) entfernt (Mirror, 8.8.2005, Evening News, 8.8.2005) ● Sie war an seiner Seite, als er zusammenbrach (Sunday Times, 7.8.2005)Wenn die Angabe von 10 Fuß zutrifft, ist unklar, ob sie vor oder hinter ihrem Mann gingund so ihren Mann im Blick hatte oder nicht.Von welchen Verletzungen wird berichtet? ● schwere Verletzungen infolge des Sturzes nach dem Kollaps (ORF-Meldung, 6.8.2005) ● ernsthafte Verletzungen (The Sun) 11 / 35
  12. 12. ● Kopfverletzungen (Sunday Mirror, 7.8.2005) ● Kopf- und Genick-Verletzungen infolge des Sturzes (Sunday Times, 7.8.2005) ● Genickbruch infolge des Sturzes (Observer, 7.8.2005, Sunday Mirror, 7.8.2005, Mirror, 8.8.2005)In einer Vielzahl von Berichten ist von Verletzungen überhaupt nicht die Rede. In der Er-klärung der Staatsanwaltschaft zur Todesursache werden die Verletzungen nicht erwähnt.Als Todesursache wird ausschließlich Herzversagen angegeben.Wer hat versucht, Robin Cook wiederzubeleben? ● Einer der Freunde, die mit den Cooks auf dem Berg waren, hat versucht Mr. Cook wiederzubeleben (Observer, 7.8.2005) ● Ein herbeigerufener Mann hat Mund-zu-Mund-Beatmung und Herz-Massage be- trieben (The Times, 8.8.2005) ● Mrs. Cook hat mehr als 40 Minuten damit zugebracht, ihren Mann wiederzubeleben (Daily Mail, 7.8.2005) ● Mrs. Cook, 48, und ein Mann, dessen Name nicht genannt ist, gaben Mr. Cook Mund-zu-Mund-Beatmung und Herz-Massage (The Times, 8.8.2005)Es ist also unklar, ob Cooks Frau allein, mit einem Freund oder einem Fremden zusammenoder ein Fremder allein, die Wiederbelebungsmaßnahmen unternommen hat.Hatten die Cooks ein Mobiltelefon zur Verfügung? ● Keiner der Cooks hatte ein Mobiltelefon bei sich (The Times, 8.8.2005) ● Weder Mr. Cook noch seine Frau Gaynor hatten ein Mobiltelefon (Sunday Mirror, 7.8.2005) ● Mr. Cook hat per Mobiltelefon oben auf dem Berg eine Stunde vor seinem Tod eine Textnachricht an seinen Sohn Christopher abgesetzt (The Scotsman, 13.8.2005)Mr. Cook hat also gemäß The Scotsman vom 13.8.2005 auf dem Berg einem seiner Söhneeine Textnachricht geschickt. Damit wäre die Behauptung, die Cooks hätten kein Mobilte-lefon dabei gehabt, erheblich in Frage gestellt. Es handelt sich nur dann nicht um eineFalschinformation, wenn weitere Personen mitgewandert sind und Mr. Cook eins von de-ren Geräten benutzt hat. Die Textnachricht soll Mr. Cook eine Stunde vor seinem Tod ab-geschickt haben. Diese Angabe ist kaum zu verifizieren, da nicht bekannt ist, wann genauder Tod eingetreten ist. Desweiteren steht die Angabe, Mr. Cook habe die Textnachrichtoben auf dem Berg abgeschickt, der Angabe entgegen, er sei auf dem Weg zum Gipfel zu-sammengebrochen - in jedem Fall dann, wenn die Höhenangabe von 1500 Fuß bzw. 1000Fuß unterhalb des Gipfels zutrifft. Wenn die Höhenangabe zutrifft und Mr. Cook die Text-nachticht tatsächlich oben auf dem Berg abgeschickt hat, könnte er nur auf dem Weg nachunten zu Tode gekommen sein.Kaum etwas kann als gesichert geltenDiese Darstellungen enthalten also insgesamt in der Tat zahlreiche eklatante Widersprü-che und Unklarheiten. Kaum eine Angabe kann als gesichert gelten. Sicher ist nur, daß eingroßer Teil der Angaben eindeutig falsch sein müssen. Welche Angaben zutreffen und wel-che nicht, bliebe zu ermitteln. Trotzdem hat es offenbar keine kriminalistische Untersu-chung gegeben, so daß die Ungereimtheiten nicht aufgeklärt sind. Und es kann nicht mit12 / 35
  13. 13. Sicherheit angenommen werden, daß es sich um einen natürlichen Tod handelt. Nicht aus-zuschließen ist, daß auf die ein oder andere Weise nachgeholfen worden ist und es sich da-mit um Mord handelt.Robin Cooks familiäre VerhältnisseIm August 1997 wurde Robin Cook nach 28 Ehejahren von seiner ersten Frau, der ÄrztinMargaret K. Whitmore, geschieden. Aus dieser Ehe stammen die beiden Söhne Christo-pher und Peter. 1998 heiratet Robin Cook Gaynor Regan, seine frühere Sekretärin.Robin Cooks störende Auffassungen und die Gefahr, daß er gefährliches Wis-sen preisgeben könnteRobin Cook war Außenminister Großbritanniens seit Mai 1997. Am 8. Juni 2001 wurde erdurch Premierminister Tony Blair gegen Jack Straw ausgewechselt. In der Folge war RobinCook Fraktionsführer der Labour-Partei im britischen Unterhaus, bis er am 17. März 2003aus Protest gegen den bevorstehenden Krieg gegen Irak zurücktrat. Er begründet diesenSchritt u.a. wie folgt: "Warum ist es ausgerechnet jetzt so dringend, militärische Gewalteinzusetzen, um im Irak Potenziale zu vernichten, die es dort bereits seit 20 Jahren gibtund zu deren Aufbau wir beigetragen haben? [...] Man sagt, der Irak hätte zwölf Jahre Zeitfür die Abrüstung gehabt, und nun sei unsere Geduld erschöpft. Was ist das für ein Argu-ment, wenn man bedenkt, dass die Resolution 242, die Israel aufruft, die besetzten Gebietezu verlassen, bereits seit 30 Jahren besteht. Trotz der fortdauernden Weigerung Israels,sich an diese Resolution zu halten, gibt es offenbar gegenüber diesem Land keinerlei Unge-duld." (freitag.de)Robin Cook blieb "der gefürchtetste Kritiker der Irakpolitik der Regierung [...]. So wetterteer gegen die aufgebauschten Informationen über die angeblichen irakischen Raketen mitchemischen und biologischen Sprengköpfen, verlangte eine öffentliche Untersuchung derWaffensaga und wollte die Manipulation von Geheimdienstdossiers nicht ausschließen."Er "warf Blair [...] Täuschung vor und verwies auf seine Tagebucheintragungen, aus denenhervorging, dass der britische Premier Anfang März 2003, zwei Wochen vor Beginn desIrakkrieges, zugegeben habe, dass Saddam Hussein über keine einsatzfähigen Massenver-nichtungswaffen verfüge." (Munzinger-Biografie)Einen Tag nach den unaufgeklärten Bombenanschlägen am 7.7.2005 in London schreibtRobin Cook in einem Kommentar mit dem Titel Der Kampf gegen den Terrorismus kannnicht mit militärischen Mitteln gewonnen werden in The Guardian - an den G8-Gipfel ge-richtet, der parallel im schottischen Gleneagles stattfindet: "Es wäre pervers, wenn der Fo-kus der G8, Armut Geschichte werden zu lassen, nun durch die gestrigen Bombenanschlä-ge verdeckt würde. [...] Ein Krieg gegen die Armut in der Welt dürfte mehr für die Sicher-heit des Westens bewirken als ein Krieg gegen den Terror." (guardian.co.uk)Und er macht im Kommentar zu den Anschlägen vom 7.7.2005, die der Auffrischung desFeindbildes für die Führung des so genannten Krieges gegen den Terror dienen und für diedeshalb in einer aufwendigen, breit angelegten Kampagne Bin Laden und Al Kaida verant-wortlich gemacht werden, deutlich, daß Bin Laden und Al Kaida CIA-Konstrukte sind: "BinLaden war [...] ein Produkt einer monumentalen Fehleinschätzung durch die westlichenGeheimdienste. Die ganzen 80er Jahre hindurch wurde er von der CIA mit Waffen ausge-stattet und von den Saudis finanziert um einen heiligen Krieg gegen die russische Besat-zung Afghanistan zu führen. Al Kaida, wörtlich die Datenbasis, war unrsprünglich eine 13 / 35
  14. 14. Computer-Datei von Tausenden von Mujaheddin, die mit Hilfe der CIA rekrutiert und aus-gebildet wurden, um die Russen zu besiegen." (guardian.co.uk) Daß Al Kaida auch heutenoch ein CIA-Gebilde ist, sagt er nicht. Aber möglicherweise hatte er dieses Wissen. London, 7.7.2005 - Robin Cook erklärt Bin Laden und Al Kaida zu CIA-KonstruktenThe Scotsman überschreibt am 8.8.2005 den Artikel vom Tod Cooks mit Cook stand imKabinett Browns [möglicher Blair-Nachfolger] für hohe Ämter bereit (Cook was poised forhigh office in Brown cabinet) (thescotsman.scotsman.com) Und der Spiegel führt aus:"Trotz des Zerwürfnisses mit Blair kandidierte Cook bei der Parlamentswahl im vergange-nen Mai erneut und verteidigte seinen Wahlkreis in Schottland klar. [...] Beobachter sagtenihm Chancen auf eine Rückkehr in hohe Ämter voraus - spätestens wenn Blair den Postendes Premierministers [...] abtreten würde." (spiegel.de) Das ist durch seinen Tod in denschottischen Bergen unmöglich geworden.14 / 35
  15. 15. Jürgen W. MöllemannAm 5.6.2003 beim Fallschirmspringen unter ungeklärten Umständen zu TodegekommenAm 5. Juni 2003 kam der 1945 in Augsburg geborene FDP-Politiker und Präsident derDeutsch-Arabischen Gesellschaft, Jürgen W. Möllemann, beim Fallschirmspringen umsLeben. Ob es sich dabei um Mord, Selbstmord oder Unfall gehandelt hat, ist nicht geklärt.Mord wird ausgeklammertAm 07.06.2003, zwei Tage nach seinem Tod, wird berichtet: "Nach dem tödlichen Absturzvon Jürgen Möllemann ermittelt die Polizei nur noch in Richtung Selbstmord oder Unfall.Eine Untersuchung ergab, dass Möllemanns Fallschirm nicht manipuliert wurde."(wdr.de) Mord wird nicht in Erwägung gezogen.Am 09.07.2003 heißt es bestätigend: "Laut Abschlussbericht der Essener Staatsanwalt-schaft war sein Tod entweder ein Selbstmord oder ein Unfall. [...] Die Essener Staatsan-waltschaft präsentierte am Mittwoch (09.07.03) in Recklinghausen die abschließenden Er-mittlungsergebnisse. Und die bringen keine Gewissheit darüber, ob der FDP-Politiker ver-unglückt ist oder Selbstmord begangen hat. Dies bleibt offen, sagte Staatsanwalt Wolf-gang Reinicke." (wdr.de) Die Möglichkeit des Mordes bleibt also auch einen Monat nachdem Geschehen ausgeklammert. Eine nachvollziehbare Erklärung, warum Mord nicht inBetracht kommen soll, wird nicht geliefert. Mord ist kein Thema.Warum Mord nicht ausgeklammert werden kannMit welcher Sicherheit das geschieht, ist erstaunlich. Dabei war am 07.06.2003 berichtetworden: "Die Polizei hatte am Samstag [7.6.2003] die Suche nach einem fehlenden Metall-teil des Schirms aufgegeben. In der Nähe des Absturzortes am Flughafen Marl hatten Poli-zisten zuvor die Gegend nach dem Metallteil abgesucht. Wir haben alles durchkämmt unddas Feld sogar mähen lassen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Recklinghausen. Essei die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen und deshalb chancenlos."(wdr.de) Es ist nicht nachvollziehbar, wie trotz des Umstandes, daß ein offensichtlich we-sentliches Teil nicht gefunden werden konnte, die Variante Mord ins gedankliche Abseitsbefördert werden kann.Jürgen Elsässer macht am 12.06.2003 in einem Artikel in der Tageszeitung junge Weltauf einen weiteren Aspekt aufmerksam. Mit der Untersuchung des Geräts (Cypres), das imNormalfall den Reservefallschirm automatisch auslöst, war die GSG 9, eine Spezialeinheitdes Bundesgrenzschutzes, betraut. "Am gestrigen Mittwoch [11.6.2003] erklärte der leiten-de Oberstaatsanwalt Wolfgang Reinicke, es sei nicht geklärt, ob der Cypres-Computer beiMöllemann aktiviert gewesen sei. Zunächst hatte es aber in der Presse geheißen: Augen-zeugen berichten, das Instrument an Möllemanns Schirm sei angeschaltet gewesen. Wäh-rend des Fluges jedenfalls kann das System nicht abgeschaltet werden – Cypres befindetsich tief im Rucksack zwischen den Schulterblättern des Springers. Lag also doch eine Ma-nipulation des Fallschirms durch Dritte vor? Die Möglichkeit dazu hat zumindest reintheoretisch bestanden. Der Reservefallschirm wird nicht vom Springer selbst gepackt,sondern von einem Experten, erklärte dazu Manfred Schallück, der Ausbilder des Fall-schirmsportclubs Münster, in dem Möllemann Mitglied war." (jungewelt.de) 15 / 35
  16. 16. Desweiteren erinnert Jürgen Elsässer daran, daß am 16.8.2002 "bei einem Sprung in Lem-werder (Niedersachsen) Möllemanns Hauptfallschirm gerissen [war] – angeblich, so einVerbandsfunktionär, weil der Politiker seinen Schirm falsch gepackt habe". Und er erin-nert daran, daß es 1999 im Fallschirmclub Münster schon einmal zu einem Mord gekom-men war. "Eine Springerin stürzte in den Tod, nachdem sich ein Vereinsmitglied an ihremFallschirm zu schaffen gemacht hatte. Zunächst hatte es Spekulationen gegeben, der An-schlag habe eigentlich dem nordrhein-westfälischen FDP-Vorsitzenden Jürgen Möllemanngegolten, meldete die Rhein-Zeitung am 30. Mai 1999." (jungewelt.de)Sogar die Bildzeitung greift diesen Fall auf und schreibt am 7.6.2003: "Seine Fallschir-mausrüstung könnte - von wem auch immer - manipuliert gewesen sein. In MöllemannsVerein (Fallschirmsportclub Münster) gab es vor vier Jahren einen aufsehen erregendenFallschirm-Mord." Der Krankenschwester Andrea U. (31) sei der "Hauptschirm verdrehtund die Sicherheitsautomatik für den Reserveschirm zerstort" worden.Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki - so ist in einer DDP-Meldung vom 7.6.2003 zu lesen - halte einen Freitod von Möllemann für nahezu ausge-schlossen. Kubicki wörtlich: "Für einen Selbstmord gibt es keinen nachvollziehbarenGrund. Warum sollte er sich gerade jetzt umbringen? Er hat es im November [2002] nichtgetan, als klar wurde, dass seine Karriere in der FDP zu Ende ist. Er hat es im März [2003]nicht getan, als er zum Parteiaustritt genötigt wurde." Und auf das am 5.6.2003 aufgenom-mene Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaften sei Möllemann lange vorbereitet ge-wesen. Und im Focus vom 16.6.2003 äußert Kubicki in einem Interview über seinenFreund Möllemann: "In unseren damaligen Gesprächen [November 2002 und Februar2003] erzählte er mir immer wieder, dass ihm jemand nach dem Leben trachtete und seineStunde bald gekommen sei."Wer als Mörder ausgeklammert wirdWer im Falle des Mordes an Jürgen W. Möllemann diesen begangen haben könnte, wird inaller Regel nicht betrachtet. Verschiedentlich ist aber zu lesen, wer für den Mord mit Si-cherheit nicht in Betracht gezogen werden darf.hagalil, eine Online-Zeitung zum Themenkomplex Judentum/Israel, verweist am11.6.2003 Überlegungen, der Mossad könne im Spiel sein, in den Bereich des Undenkba-ren: "Seit dem Tod überfluten Verschwörungstheorien das Internet. Nicht nur in rechtenPublikationen wird auf eine Aktion des Mossad angespielt, nein auch in scheinbar linkenInternet-Publikationen schleichen sich solche Theorien ein. [...] die ganze Sache [ist] einGottesgeschenk für Verschwörungstheoretiker und Antisemiten jeglicher Couleur."(klick-nach-rechts.de)Das lesen wir ähnlich auch bei Jürgen Elsässer. Er schreibt am 11.6.2003 in der Tageszei-tung junge Welt: "Im Internet blühen Verschwörungstheorien, oft wird der israelische Ge-heimdienst Mossad als Drahtzieher ausgemacht. Der Jude ist schuld – das haben die Anti-semiten schon immer gewußt. Auf diese Weise geraten inländische Vollblutarier als Tat-verdächtige aus dem Blick." (jungewelt.de) Eine Begründung, warum die Möglichkeit, daßder israelische Geheimdienst mit einem Mord in Verbindung stehen könnte, ausgeschlos-sen sein soll, liefert Jürgen Elsässer damit nicht. Einen solchen Gedanken zu hegen,scheint er für antisemitisch zu halten. Warum, läßt er im unklaren.16 / 35
  17. 17. Am 25.6.2003 stellt Jürgen Elsässer eine Verbindung zu Michel Friedman her, der infolgeeiner Affaire um Zwangsprostitution und Rauschgift von seinen Ämtern, u.a. von dem desstellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland zurückgetretenist. Elsässer bezeichnet dabei Möllemann - entgegen dessen eigener Bekundungen, insbe-sondere hinsichtlich unserer historischen Verantwortung Israel gegenüber - als Feind Is-raels und schiebt wiederum den Mossad - wie am 11.6. ohne dies zu begründen - als Urhe-ber des möglichen Mordes beiseite: "Ein Zusammenhang zwischen dem Tod von Mölle-mann und der Kampagne gegen Friedman ist bisher durch nichts belegt und auch als Hy-pothese nur dann plausibel, wenn man den Komplex Israel/Antisemitismus als Verbin-dungsglied annimmt. Aber Möllemann und Friedman waren nicht nur der bekanntesteFeind und der bekannteste Freund Israels, sondern darüber hinaus auch noch Geschäfts-männer mit weit gefächerten Interessen, die sich nicht überkreuzten. Die Ausschaltungvon Möllemann, so es denn überhaupt eine war, lag sicherlich für seine zwielichtigen Ami-gos in der Rüstungsbranche näher als für den Mossad, den die Antisemiten im Internetwieder einmal als Drahtzieher ausgemacht haben. Umgekehrt war die mediale Liquidie-rung Friedmans sicherlich für alle Möllemänner dieser Republik ein innerer Parteitag."(jungewelt.de)Schon im Mai 2003 war in Konkret zu lesen: "Antisemitisch ist schon die mehrfach wie-derholte Behauptung, wer die israelische Regierung kritisiere, breche ein Tabu und müssedamit rechnen, wegen seiner abweichenden Meinung verfolgt zu werden. Antisemitischist ferner die Wahnvorstellung, der Mossad habe gefürchtet, was in Deutschland niemandahnte oder wünschte, nämlich daß Möllemann nach einem Wahlsieg der CDU und der FDPim Jahr 2002 der neue deutsche Außenminister werden könnte, und sich deshalb dessenParteivorsitzenden [Westerwelle] vorgeknöpft."Es ist die rechte Szene, die die Behauptung herausstellt, der Mossad sei im Spiel, diese da-mit als rechtes Gedankengut erscheinen läßt und so zu diskreditieren sucht - entspre-chend einer häufig angewandten Strategie (es sei erinnert an den MI6-Agenten Adolf vonThadden, Gründungsmitglied der NPD und über Jahre ihr Vorsitzender, an das Agierendes Verfassungsschutzes in der NPD und an den funktionalen Akteur Horst Mahler). Inder National-Zeitung wird das oben erwähnte Focus-Zitat des schleswig-holsteinischenFDP-Fraktionschef Kubicki "Er erzählte mir immer wieder, dass ihm jemand nach dem Le-ben trachtete und seine Stunde bald gekommen sei" aufgegriffen und mit dem Mossad inVerbindung gebracht. Möllemann habe "zuletzt Andeutungen gemacht, vom Mossad, demisraelischen Geheimdienst, bedroht zu werden", heißt es - das Zitat einleitend - obwohl derMossad im zugrunde liegenden Focus-Interview gar nicht Thema ist. (national-zeitung.de)Das Zitat scheint auf diese Weise dermaßen diskreditiert, daß es sonst fast nirgends mehrzu finden ist. Eine Suche per Google bringt nur ein einziges Ergebnis: das der National-Zeitung.Welche Gefahren von Möllemann ausgingenEs stellt sich die Frage, warum der Mossad als Täter überhaupt thematisiert wird und wo-durch die Stellungnahmen gegen eine Beteiligung des Mossad ausgelöst sind. Eine Antwortkönnen Möllemanns eigene Veröffentlichungen geben. In seinem 2003 erschienenen BuchKlartext geht es u.a. um die Möglichkeit, daß Möllemann in einer zukünftigen Bundesre-gierung der Posten des Außenministers zugesprochen werden könnte. In diesem Zusam-menhang formuliert Möllemann in seinem Buch Klartext den Satz: "Sharons Leute hattensicherzustellen, dass es unter keinen Umständen dazu kommen würde." 17 / 35
  18. 18. Warum ein Außenminsister Möllemann im Widerspruch zu den Interessen der USA undIsraels gestanden hätte, ist ebenfalls aus seinem Buch zu entnehmen. Er stellt z.B. die Fra-ge: "Ist das Böse am Islam, dass er ausgerechnet dort verbreitet ist, wo die Öl- und Gas-vorkommen liegen oder wo der Bau großer Pipelines geplant ist?" Er sieht den US-Präsi-denten George W. Bush und den von ihm ausgerufenen Krieg gegen den Terror in diesemZusammenhang. Religion müsse "als Propaganda herhalten - wie in jedem Krieg, in demMenschenleben für die vermeintlich höhere Sache eingesetzt werden." Ein Regierungspoli-tiker mit derartigen Positionen: nahezu undenkbar! Auf Israel bezogen ist in Klartext zu lesen, daß Möllemann der israelischen Regierung vorwirft, sie betreibe Staatsterror, "indem sie die des Terrorismus beschuldigten Palästinenser li- quidiere, anstatt sie vor Gericht zu stellen." Möllemann be- kennt sich zu unserer historischen Verantwortung gegenüber Israel. Das hindert ihn aber nicht zu sagen, was zu verurteilen ist. So sieht er im heutigen Israel einen Staat, "in dem Nichtju- den nicht gleichberechtigt sind [...] der im westlichen Sinne nicht mehr von der Herrschaft des Rechts und von Demokratie geprägt ist, sondern allenfalls von der demokratischen Dikta- tur der Mehrheit gegen Minderheiten [...] der alle Palästinen- ser vom Westufer des Jordans vertreibt, um dann ein jüdi- scher Gottesstaat zu sein." Und er merkt an: "Opfer sollten wir nie in Zahlen gegeneinander aufrechnen. Aber man sollte doch wissen, dass auf einen getöteten Israeli sechs Tote auf Seiten der Palästinenser kommen. Palästinenser verfügen nur über 20 Prozent der Wasservorräte. Nichtjuden haben keinen glei- Klartext - erschienen 2003 chen Bildungszugang."Im Bundestagswahlkampf 2002 geht Jürgen Möllemann mit einem Aufsehen erregendenFaltblatt, das auch Israel zum Thema macht, an die Öffentlichkeit. Der Israel-bezogeneText aus dem Faltblatt lautet: "Jürgen W. Möllemann setzt sich seit langem beharrlich füreine friedliche Lösung des Nahost-Konfliktes ein: Mit sicheren Grenzen für Israel und ei-nem eigenen Staat für die Palästinenser. Israels Ministerpräsident Ariel Sharon lehnteinen eigenen Palästinenser-Staat ab. Seine Regierung schickt Panzer in Flüchtlingslagerund missachtet Entscheidungen des UNO-Sicherheitsrates. Michel Friedman verteidigtdas Vorgehen der Sharon-Regierung. Er versucht, Sharon-Kritiker Jürgen W. Möllemannals anti-israelisch und antisemitisch abzustempeln. Von diesen Attacken unbeeindruckt,wird sich Jürgen W. Möllemann auch weiterhin engagiert für eine Friedenslösung einset-zen, die beiden Seiten gerecht wird. Denn nur so kann die Gefahr eines Krieges im NahenOsten gebannt werden, in den auch unser Land schnell hineingezogen werden könnte."Möllemanns Vision: "Gemeinsam könnten Israel und Palästina ein großes geistiges undwirtschaftliches Vorbild für ganz Asien und Afrika sein - und für Europa." Möllemannfragt: "Was sind das für Kräfte, die mich [...] ausschalten wollen, weil sonst die Gefahrwachsen könnte, dass sich Europa für zwei selbstständige Staaten Israel und Palästinanicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten einsetzen würde?" (aus Klartext)Der Mossad und der Druck auf den FDP-VorsitzendenEinen direkten Bezug zum Mossad stellt Möllemann in Klartext mit einer Passage her, inder er beschreibt, wie der Mossad den FDP-Vorsitzenden Westerwelle unter Druck setzt.18 / 35
  19. 19. Westerwelle habe ihn ursprünglich in seiner Kritik an Sharon und Friedman unterstützt.Das habe sich nach dessen Rückkehr von einem offiziellen Besuch in Israel geändert. Faltblatt - im Bundestagswahlkampf 2002 in den Haushalten von Nordrhein- Westfalen verteiltDort habe man Westerwelle unter Druck gesetzt. Möllemann zitiert Westerwelle mit demSatz "Herr Möllemann, Sie machen sich ja keine Vorstellung, was die mir da abverlangt ha-ben. Sie glauben ja gar nicht, was die mir zugemutet haben." Ein Mann ohne Namen habeihm beim langen Warten auf die Audienz bei Ariel Sharon in unmissverständlichen Wortenknallhart gesagt, dass die israelische Regierung Möllemanns politischen Kopf verlange."Wer war das?", habe Westerwelle später einen seiner kundigen Begleiter gefragt. Antwort:"Der Mossad!" Die Frage Möllemanns an seinen Parteifreund Westerwelle, womit manihm gedroht habe, habe der nie beantwortet.Eine Sendung, die den Gedanken an Mord ausschalten sollKnapp vier Jahre nach Möllemanns Tod - am 23.4.2007 - wird von der ARD die Fernseh-sendung Der Tag als Jürgen W. Möllemann in den Tod sprang ausgestrahlt. Die Sendungist darauf angelegt, auf Selbstmord zu orientieren. Überlegungen, die in Richtung Unfallund Mord weisen, kommen in der Sendung nicht vor. Alles, was die Zuschauer zu sehenund zu hören bekommen, soll nahelegen, daß der Tod Möllemanns Selbstmord war. Vondaher ist die Sendung absolut einseitig und tendenziös.Als Autoren der Sendung werden Georg M. Hafner und Kamil Taylan angegeben, als ver-antwortliche Redakteurin Esther Schapira. Esther Schapira, die unter der Chefredakteurin 19 / 35
  20. 20. und späteren Herzl-Biografin Luc Jochimsen zum Hessischen Rundfunk kam, ist - zusam-men mit Georg M. Hafner - Autorin einer Fernsehsendung, die von der israelischen Bot-schaft in Deutschland empfohlen wird und die Israel von der Schuld am Tod von Moham-med al-Dura, eines palästinensischen Kindes, freisprechen soll (ARD, 18.3.2002, Drei Ku-geln und ein Totes Kind: Wer erschoss Mohammed al-Dura? in der Sendereihe Das RoteQuadrat). Esther Schapira und Georg M. Hafner wurden am 11.3.2007 vom Deutschen Ko-ordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit der Bu-ber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet.Der ARD-Möllemann-Sendung widmen sichdie Star-Journalisten der deutschen Medien-szene Henryk M. Broder und Hans Leyende-cker höchstpersönlich - am Tag der Sendung,um für eine möglichst große Aufmerksamkeitzu sorgen. Beide lenken die Leser zu den Ste-reotypen Selbstmord und Antisemitismus.Broder beim Spiegel: "Vier Jahre nach sei-nem Freitod zeigt die ARD heute einen Filmüber den FDP-Politiker Jürgen W. Mölle-mann [...] Heute steht fest, dass MöllemannsTod kein Unfall und keine Folge des Einwir-kens Dritter, sondern Selbstmord war. [...] ARD-Fernsehsendung - ausgestrahlt am 23.4.2007Georg M. Hafner und Kamil Taylan rekon-struieren [...] nicht nur die letzten Stunden im Leben des Politikers, den sogar seine Partei-freunde Quartalsirren und intrigantes Schwein schimpften, sie zeigen auch das Vorspielzum tödlichen Finale." Broder zitiert den Historiker Fritz Goergen mit den Säzten: "Politikwar sein Ziel, es war nicht so wichtig, wofür. Es gab kein einziges inhaltliches Ziel, wo ergesagt hätte: Da steckt mein Herzblut drin." Und: "Möllemann war nicht mehr und nichtweniger ein Antisemit als der deutsche Durchschnitt: latent antisemitisch." (spiegel.de)Leyendecker in der Süddeutschen Zeitung: "Jürgen Möllemanns Freitod gilt als "unerle-digter Großvorgang im Gepäck der FDP". [...] [Die] 45-minütige Dokumentation [...] istkein Stoff für Verschwörungstheoretiker, aber sie liefert Hinweise auf die möglichen Moti-ve, die den Freidemokraten so mutlos machten, dass er sich, ohne sich von Frau, Kindern,Freunden, Weggefährten zu verabschieden, einfach davonmachte. Möllemann hatte sichverrannt. Er hatte eine Million Euro, die er in der Schweiz heimlich gebunkert hatte undvon deren Existenz seine Frau Carola nichts wusste, für die Finanzierung eines Flyers aus-gegeben, der in Teilen antisemitisch war." (sueddeutsche.de)Während die Staatsanwaltschaft noch die Variante Unfall offen gelassen hatte, sind sichdie renommierten Schreiber und Filmemacher der deutschen Medienlandschaft einig:Auch Unfall kommt nicht in Betracht - nur Selbstmord. Es stellt sich die Frage: worin be-steht das spürbar große Interesse, den Gedanken an Unfall und insbesondere Mord zu eli-minieren? Welche Befürchtungen verbinden sich mit dem Gedanken an Mord? Wer willuns aus welchem Grund mit aller Macht davon abbringen, in diese Richtung zu denken?Die Bild-Zeitung schaltet sich einAm 29.6.2007 bringt Bild einen groß aufgemachten Artikel über ein Video, das angeblichdie Selbstmord-These belegt. Das Video zeige (mittels einer Aufnahme nach dem Todes-20 / 35
  21. 21. sturz), daß das Gerät, mit dem das automatische Öffnen des Reservefallschirms auslöstwird, ausgeschaltet gewesen sei. In der Bild-Zeitung heißt es wörtlich: "Es muß Selbstmord gewesen sein! Nur diesen einen Rückschluss lässt ein Video zu, dass jetzt be- kannt geworden ist. Dave L., einer der mitge- sprungenen Fallschirm-Kameraden, filmte Möllemanns Todessprung mit einer Kamera. Das Video, dass auch Bestandteil der Ermitt- lungsakte war, liegt BILD vor. Es dauert 15 Minuten und 41 Sekunden [...] Einer der Fall- schirmspringer nestelt an seinem Rücken, will das Notsystem kontrollieren: Es ist aus! Ein anderer ruft: Film! Die Kamera richtet sich auf das Gerät (das den Reserveschirm au- tomatisch bei einer bestimmten Höhe aus- löst) – alles klar, er hat es ausgelassen. Boah ... Ein Kamerad: Deshalb hat der vorhin an der Theke so gekichert, als er das letzte Glas Wasser geholt hat. Eine weitere Stimme: Der hat es ausgelassen ... Neeeein! Den entsetzten Springern wird schlagartig klar, warum sich Möllemann im Clubraum des Sportflugplatzes noch ein Glas Wasser holen wollte: Bevor die Fallschirmspringer an Bord der MaschineBild am 29.6.2007: "Möllemann - Todes-Video aufge- gingen, hatten sie zur Sicherheit gegenseitigtaucht" ihre Airtec-Notsysteme kontrolliert. Mölle-mann entzog sich der Kontrolle. Sonst wäre ja aufgefallen, dass sein Notfallschirm deakti-viert war! Jetzt endlich, nach vier Jahren, findet die Akte Möllemann ihren Frieden." (Arti-kel mitsamt Video abrufbar unter www.bild.t-online.de)Die taz greift die Geschichte auf und schreibtauf ihrer website am Tag, an dem die Bildzei-tung mit dem Möllemann-Artikel erscheint,folgendes: "Aus dem Video eines Team-Ge-fährten ergeben sich laut Bild jedoch klareHinweise, dass Möllemann sich selbst das Le-ben nahm. Die Schlüsselszene dafür ist lautBild die Reaktion von Möllemanns Fall-schirmspringer-Kameraden am Schluss desVideos. Zu sehen ist der Rucksack des Totenmit dem nicht aktivierten Notsystem, das au-tomatisch den Reserve-Fallschirm ausgelösthätte. Die Kameraden Möllemanns diskutie-ren darüber, dass der FDP-Politiker vor dem Bild am 29.6.2007 - Seite 2 - Ausschnitt mit Bild einesEinsteigen in die Maschine auf dem Sport- Rucksacks mit ausgeschalteter Lampe und dunklem Dis- play, Bildunterschrift: "Kameraden untersuchten am Bo-flugplatz Marl/Lohmühle in Nordrhein-West- den seinen Rucksack: Die rote Kontroll-Leuchte für denfalen die gegenseitige Kontrolle dieses Not- Notfallschirm ist aus - im Display rechts erscheint keine Anzeige"systems ausgelassen habe, als er noch einGlas Wasser trinken gegangen sei." (www.taz.de) 21 / 35
  22. 22. Das ist exakt der Wortlaut einer DPA-Meldung vom gleichen Tag. Lediglich der Einstiegvor der zitierten Passage ist leicht verändert und auf die taz-Leserschaft zugeschnitten.Zurück zum Bild-Artikel: Dort lesen wir voneinem Dave L.. Was verbirgt sich hinter dieserAbkürzung? Bereits am 16.6.2003 ist im Fo-cus die Rede von dem Video, das vier Jahrespäter bei Bild aufgetaucht: "Die Tragödiefilmt Sprungkamerad Dave Littlewood."Bild gibt mehrere Äußerungen wieder, dieden Eindruck erwecken, als seien sie Zitatevon Kameraden an der Absturzstelle. Das Vi-deo - so wie es von Bild auf deren websiteabrufbar ist, enthält diese Äußerungen bis aufeine (alles klar, er hat es ausgelassen) abernicht.Bild behauptet: "Möllemann entzog sich derKontrolle. Sonst wäre ja aufgefallen, dass seinNotfallschirm deaktiviert war!" Das wider-spricht Augenzeugendarstellungen, wie sieam Tag des Todessturzes oder kurz danachveröffentlicht worden sind. Das HamburgerAbendblatt gibt am 6.6.2003 einen Augen-zeugen wie folgt wieder: "Wie alle anderenhabe er vorschriftsmäßig alle Sicherheitssys-teme am Fallschirm eingeschaltet."(www2.abendblatt.de) Und die FAZ am5.6.2003: "Der Zeuge berichtete unmittelbarnach dem tödlichen Sprung am Donnerstag,Möllemann sei am Mittag gemeinsam mitneun weiteren Fallschirmspringern auf demFlugplatz Marl-Loemühle in ein Kleinflugzeug det alle SpekulationenSeite 2: Ein Amateur-Video been- Bild am 29.6.2007 - - Möllemanns Todes-Sprung wardes Typs Pilatus Porter gestiegen. Wie alle Selbstmord"anderen hat er der Vorschrift entsprechend alle Sicherheitssysteme am Fallschirm einge-schaltet." (www.faz.net) Und an anderer Stelle im gleichen Artikel heißt es (gemäß einerReuters-Meldung): "Der Notschirm sei nicht ausgelöst worden und ein automatisches Ret-tungssystem, das sich selbst bei Bewußtlosigkeit des Springers aktiviere, habe den Ret-tungsschirm nicht gezündet, berichtete der Zeuge weiter. Das Rettungssystem war abervor dem Abflug eingeschaltet worden." (www.faz.net)Damit bricht die Argumentation der Bildzeitung in sich zusammen. Selbst wenn das Videoin allen Teilen echt ist, tatsächlich den Sprung Möllemanns wiedergibt, tatsächlich seinenund nicht einen anderen Rucksack zeigt oder in Teilen zu einer anderen Zeit oder an einemanderen Ort aufgenommen ist, ist das Video somit keinerlei Beweis für die Selbstmord-These.Die Argumentation der Bildzeitung: ● Das Video zeigt: das Notsystem war ausgeschaltet - nach dem Sprung22 / 35
  23. 23. ● Es wird suggeriert, daß das Notsystem auch vor dem Sprung ausgeschaltet war ● Es wird (im Widerspruch zu den zitierten Augenzeugen) behauptet, Möllemann habe sich vor dem Sprung der Kontrolle entzogen ● Über die angebliche Nicht-Kontrolle soll zusätzlich suggeriert werden, das Notsys- tem sei vor dem Sprung ausgeschaltet gewesenEs wird also geschlossen: wenn das Notsystem nicht kontrolliert wurde (was zweifelhaftist), war es ausgeschaltet. Diese Schlußfolgerung entbehrt jeder Grundlage. Und der gene-relle Schluß, daß wenn das Notsystem nach dem Sprung ausgeschaltet war, dies auch vordem Sprung so gewesen sein muß, ist ebenso absolut unzulässig.Wenn das Notsystem vor dem Sprung ein- und nach dem Sprung ausgeschaltet war und esfür den Springer im angelegten Zustand nicht erreichbar war und damit von ihm selbernicht ausgeschaltet werden konnte, dann ist in jedem Fall zu berücksichtigen, daß das Aus-schalten auf andere Weise herbeigeführt wurde: es kann sich durch einen Defekt selberausgeschaltet haben. Es kann durch den Aufprall so beschädigt worden sein, daß dieStromzufuhr zum Display unterbrochen worden ist. Oder es kann durch einen Fremdein-griff ausgeschaltet worden sein. Dies kann während des Sprungs per Ferngesteuerung er-folgt sein oder durch Eingriff in die Software in der Weise, daß es sich während desSprungs unter bestimmten Bedingungen selber ausgeschaltet hat. Es gibt keine Begrün-dung dafür, derartige Gedanken auszuschließen. Im Gegenteil: sie liegen sehr nahe! Noch-mal Bild vom 7.6.2003: "Seine [Möllemanns] Fallschirmausrüstung könnte - von wemauch immer - manipuliert gewesen sein."Eine weitere Frage: wo ist das Gerät zum automatischen Auslösen des Reserveschirms ge-blieben, das gemäß Video und Bild unmittelbar nach dem Sturz noch vorhanden gewesensein soll - wenn auch angeblich ausgeschaltet? Kurz nach Möllemanns Tod war berichtetworden, daß es zwei Tage nach dem Sturz noch nicht gefunden war. So heißt es z.B. in der20-Uhr-Tagesschau vom 7.6.2003: "Zwei Tage nach dem Fallschirm-Absturz des früherenFDP-Politikers Möllemann, hat die Polizei die Untersuchung des Unfallortes beendet.Nach ihren Angaben fehlt weiter der Teil der Ausrüstung, der üblicherweise den Reserve-fallschirm auslöst." (www.tagesschau.de) Und in einer DDP-Meldung vom 7.6.2003 heißtes ähnlich: "...ein elektronisches Gerät, das üblicherweise den Reservefallschirm auslöst,konnte nicht gefunden werden." Wo war das Gerät nach dem Sturz? Wer hat es verschwin-den lassen? Und welches Gerät ist von der GSG9 untersucht worden? 23 / 35
  24. 24. Enrico MatteiAm 27.10.1962 unter ungeklärten Umständen mit seinem Flugzeug zu TodegekommenAm 27. Oktober 1962 kommt Enrico Mattei, geboren 1906, Chef des staatlichen italieni-schen Erdölkonzerns ENI, unter ungeklärten Umständen mit seinem Flugzeug zu Tode. Der Spiegel schreibt in seiner Ausgabe vom 7.11.1962: "Am vorvergangenen Wochenende [...] ereilte ihn sein Schicksal: Enrico Mattei, 56 Jahre alt, Erd- gas- und Ölkönig von Italien, Mitbegründer des italienischen Wirtschaftswunders und erfolg- reichster internationaler Preisbrecher, stürzte mit seinem Privatflugzeug in der Nähe von Mai- land ab." Ähnlich wie der Spiegel in Zusammenhang mit den An- schlägen vom 11. September 2001 Zweifel am offiziellen Tathergang in den Bereich der Legenden und Mythen zu rücken versucht, geschah dies auch 1962. Er schreibt: "Wie auch immer das Urteil der Experten lauten mag - schon jetzt ist offenkundig, daß die Flugka- tastrophe von Mailand Enrico Mattei in jenenCover zum Film von Claus Bredenbrock Bereich populärer Legenden Eingang verschafftund Bernhard Pfletschinger „Prozess ge- hat, in dem der 1961 über Rhodesien abgestürztegen das Schweigen - Der Fall des Enrico Uno-Generalsekretär Dag Hammarskjöld ebensoMattei“ residiert wie der 1932 durch Selbstmord geende- te schwedische Zündholzkönig Ivar Kreuger. [...] Auch nach dem Selbstmord des Zündholzkönigs Kreuger vermochten die scharfsinnigsten Experten-Urteile nicht die Version zu zerstören, Kreuger sei einem Mordanschlag seiner Konkurrenten zum Opfer gefallen. Ebenso wird sich noch lange Zeit der Mythos halten, Mattei sei seinen Gegnern erlegen."Die WDR-Fernsehsendung Blut und Öl - Die Kriege um das schwarze Gold vom28.3.2003 beschäftigt sich nicht mit Mythen und Legenden. Für die Autoren der Sendungbesteht Klarheit: es war Mord an einem Industriellen, dessen Handeln und Planen das be-stehende Machtgefüge ernsthaft bedrohte. In der Sendung heißt es ohne Umschweife: "Enrico Mattei, Chef des staatlichen italienischen Erdölkonzerns ENI, schließt Ver- träge direkt mit erdölproduzierenden Ländern und gefährdet damit die Macht der großen Ölkonzerne. Mit einer Bombe an Bord stürzt sein Firmenjet am 27. Oktober 1962 ab. Nach Matteis Tod wird die ENI wieder zuverlässiger Partner der großen Ölkonzerne." (wdr.de)Und eine Hörfunksendung von Claus Bredenbrock und Bernhard Pfletschinger (WDR3 am10.10.1999) bestätigt und ergänzt:24 / 35
  25. 25. "Er wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs Chef des staatlichen Gas- und Ölim- periums ENI - und damit der mächtigste Mann Italiens. So mächtig, daß er nicht nur die Regierungspolitik, sondern auch die Wahl des Staats-Präsidenten beein- flussen konnte. Enrico Mattei wollte aber noch mehr: Italien aus der Nato in das Lager der blockfreien Staaten führen - und das Monopol des amerikanisch-briti- schen Erdölkartells brechen. Am 27.Oktober 1962 stürzte der Firmen-Jet der ENI vor der Landung in Mailand ab. Neben Mattei kamen der Pilot und ein amerikani- scher Journalist ums Leben. [Wesentlich später] wurde amtlich festgestellt, daß eine Bombe an Bord der Maschine explodiert war. Dazwischen liegen 36 Jahre, in denen eine selbst für Italien beispiellose Vertuschungs- und Desinformationspolitik betrieben wurde, die den Absturz als Unfall und nicht als Folge eines Attentats darzustellen versuchte. Alle Bemühungen, Licht ins Dunkel der Affaire zu bringen scheiterten." (wdr.de)Im Text zum 1999 entstandenen Film von Claus Bredenbrock und Bernhard PfletschingerProzess gegen das Schweigen - Der Fall des Enrico Mattei heißt es: "Matteis Thesen waren eine ungeheure Provokation. Gegenüber der US-Botschaf- terin Claire Booth Luce, einer fanatischen Antikommunistin erläuterte er schon 1955 seine Strategie: Zitat Mattei: Das Problem des Antikommunismus kann nicht durch die Polizei ge- löst werden. Die Confindustria (Interessenorganisation der Unternehmer) und die privilegierten Klassen sehen das immer noch so - eine Position, die jedoch nicht mehr vertretbar ist. Die Lösung des Problems des Kommunismus in Italien ist nur durch entschlossene soziale und ökonomische Reformen möglich. Eine Haltung, die für die amerikanische Botschafterin Luce vollkommen inaktzeptabel ist und die sie sofort nach Washington meldet. In seinem Buch Mattei: Oil and Power Politics schildert der Brite Paul Frankel, zeitweilig auch als Berater für Mattei tätig, daß ihm ein führender Manager einer US-Ölgesellschaft zwei Jahre vor Matteis Tod sagte: Ich kann nicht verstehen, warum noch niemand einen Weg gefunden hat, Mattei umzubringen. Und der Mattei-Biograph Georgio Galli stellt fest, daß der Tod Matteis in die Jahre fällt, in denen der CIA seit 1961 unter der Führung des ultrakonservativen Repu- blikaners John McCone im In- und Ausland die Eliminierung einer Reihe von Per- sönlichkeiten organisierte, die sich gegen die Interessen mächtiger amerikanischer Industrieller gestellt hatten. McCone ist als Milliardär und Großaktionär an einer Nutzung der in der Welt bestehenden Ölquellen unter amerikanischer Hegemonie interessiert. Später leitet er den weltweiten Konzern ITT, der für die CIA in Chile wie auch in anderen Staaten Südamerikas Staatsstreiche vorbereitet." (desdev.de)Regine Igel widmet dem Fall Enrico Mattei in ihrem 2006 erschienenen Buch Terrorjah-re ein ausführliches Kapitel. Darin schildert sie, wie es zu der teilweisen Aufklärung desFalles kam: "Im Juni 1995 wendet sich der Neffe des abgestürzten ENI-Chefs, Angelo Mattei, an Untersuchungsrichter Conte, überzeugt davon, dass hinter dem Anschlag ein berühmter italienischer Politiker stehe. Einige Monate danach entscheidet sich die Staatsanwaltschaft für eine makabre Operation, die nach 33 Jahren die endgülti- 25 / 35
  26. 26. ge Klärung bringen soll. Der Leichnam Matteis wird obduziert, und tatsächlich zeigen sich an den wenigen leiblichen Resten, die man nach der Explosion über- haupt hat finden können, Spuren von Sprengstoff, also einer Bombenexplosion. Die Ermittler stoßen auf eine noch beunruhigendere Tatsache: Ein Mann der Leib- wache Matteis und ein mysteriöser Hauptmann, der die letzte Inspektion der Ma- schine Matteis vor dem Abflug vornahm, waren Mitglieder der [von der CIA ge- steuerten] Geheimorganisation Gladio."Alexandra Bader bestätigt und ergänzt: "Ein Offizier seiner Leibwache, die das Flugzeug vor dem Start inspizierte, war Mitglied von Gladio. Der Journalist Mauro De Mauro, der darüber recherchierte, wird ermordet, ebenso Oberstaatsanwalt Francesco Coco, der Mauros Tod unter- suchte." (nr00392.vhost-enzo.sil.at)Eine vollständige Aufklärung des Falles wird weiter verhindert. Regine Igel inTerrorjahre: "Zur Person Matteis im Jahre 1958 angelegte amerikanische Dokumente könnten der Aufklärung dienen. Doch bis heute werden die Dossiers IR 7912 und der von der CIA-Station in Rom verfasste Bericht aus nationalen Sicherheitsgründen als Staatsgeheimnis behandelt und nicht freigegeben. Der seinerzeit für die CIA in Rom verantwortliche CIA-Stations-Chef Thomas Ka- ramessines wird unmittelbar nach dem Tod Matteis zum Einsatz nach Kuba abbe- rufen. Es ist eine auffällige Praxis, dass CIA-Stations-Chefs auch in anderen Län- dern nach bedeutenden politischen Mordanschlägen in ihren Gastländern zum Einsatz an andere Orte abgezogen werden. Wieder zurück in Amerika, spielt Ka- ramessines dann eine Rolle bei der Verdunkelung der Umstände der Ermordung John F. Kennedys im Jahr 1963. Danach trifft man ihn in Südamerika bei der Lei- tung der Operation, die zum Tod Che Guevaras führt, später bei den Vorbereitun- gen zum Militärputsch in Griechenland. Karamessines gilt als Spezialist für covert actions und politische Mordfälle. Er war involviert in die Todesumstände von Sal- vador Allende, Patrice Lumumba im Kongo und Rafael Trujillo in der Dominikani- schen Republik. 1967 wird er Leiter der Operation Chaos, die die Infiltration von Geheimdienstagenten in die Führung studentischer Widerstandsorganisationen durchführte."Weiter Regine Igel: "Die New York Times kommentiert am 28. Oktober 1962, einen Tag nach dem Ab- sturz: Es gibt Umstände, durch die der Tod eines Einzelnen eine Bedeutung für die ganze Welt bekommen kann. Wer verstehen will, versteht. Der Tod Matteis hat fast unmissverständliche Auswirkungen. Mit der Liquidierung des unbequemen Industriellen wird von einem Tag auf den anderen auch seine politische Linie der nationalen Unabhängigkeit in der Erdölpolitik liquidiert. ENI-Nachfolger Eugenio Cefis regelt die italienische Energieversorgung wieder ganz im Sinn der Interessen der amerikanischen Erdölindustrie: Im März 1963 kann die Standard Oil mit dem Abschluss eines Fünf-Jahresvertrags über Öllieferungen an Italien mehr als zufrie- den sein."26 / 35
  27. 27. Nach wie vor gibt es Veröffentlichungen, die der Aufklärung zuwider laufen. In der Mun-zinger-Biografie ist zu lesen: "Völlig überraschend fand M. am 27. Okt. 1962 beim Absturz seines Reiseflugzeu- ges bei Melegnano (früher Marignano) östlich Mailands den Tod. Die Absturzur- sache ist ein Rätsel, da normales Flugwetter herrschte. Es tauchte der Verdacht auf Sabotage auf." Es wird angemerkt, Mattei habe im eigenen Land nicht nur "Bewunderer, sondern auch Gegner, die seine Geschäftlichen Methoden als be- denklich kritisierten", gehabt. Der Umstand, daß er Morddrohungen gab, wird in einen anderen Zusammenhang gerückt: Mattei sei im August 1961 von "Algerien- franzosen beschuldigt, sich mit der algerischen Exilregierung in Verbindung ge- setzt und auch die Forderungen Tunesiens auf Sahara-Gebiete unterstützt zu ha- ben. Er wurde mit dem Tode bedroht."Wikipedia verbreitet folgende Information: "Bei einem Flug von Catania, Sizilien nach Lignate, Mailand im Oktober 1962 ver- unglückte Matteis Flugzeug in der Umgebung eines kleinen Dorfs in der Lombar- dei zwischen Pavia und Mailand während eines Sturms." (de.wikipedia.org)Aus dem normalen Flugwetter bei Munzinger ist hier ein Sturm geworden.Und der Spiegel verbreitet am 10. März 2003 beiläufig eine Darstellung aus der FAZ: "Dietmar Polaczek greift, leider sehr kurz, den berühmten Fall Enrico Mattei auf - nach 40 Jahren scheint sich herauszustellen, dass dieser Ölboss offensichtlich von Mafia und Democrazia Cristiana ermordet wurde, und nun wird das Verfahren eingestellt." (spiegel.de)Immerhin: es war Mord, aber die Mörder waren nach dieser Darstellung die Mafia und dieitalienischen Christdemokraten. 27 / 35
  28. 28. John F. KennedyAm 22.11.1963 durch Unbekannte ermordetAm 22. November 1963 wird der 1917 geborene Präsident der USA, John F. Kennedy, aufder Fahrt durch Dallas (Texas) ermordet. Die Täter sind unbekannt. Offiziellen Darstellun-gen zufolge soll Lee Harvey Oswald der alleinige Todesschütze gewesen sein und dieSchüsse von hinten abgegeben haben. "Wir haben ein Videoband, das ganz klar zeigt, daß John F. Kennedy von vorne er- schossen wurde - und nicht von hinten - wo Lee Harvey Oswald [der angeblich al- leinige Todesschütze] sich gemäß der Warren-Kommission in einem Schulbuchla- ger befunden haben soll." (aus einem Vortrag des Ex-FBI-Beamten Mike Ruppert vom November 2001)Der 1991 entstandene Film JFK von Oliver Stone kommentiert die Szene, in der John F.Kennedy tödlich getroffen wird, wie folgt: "Der Wagen des Präsidenten bremst ab. Der 6.und tödliche Schuss, Bild 313, trifft Kennedy von vorn in den Kopf. Das ist der entschei-dende Schuss... Der Kopf des Präsidenten sinkt nach hinten, fällt nach links. Der Schusskam von vorn rechts, also nicht aus dem Schulbuchlagerhaus..." Der Kopf bewegt sich in-folge des Schusses "nach hinten zurück und nach links..." Der Schuß muß von vorn gekom-men sein.Zur Behauptung, Kuba sei für den Mord verantwortlichLee Harvey Oswald soll Agent Kubas gewesen sein. Horst Schäfer wertet in seinem BuchIm Fadenkreuz: Kuba Dokumente aus US-Archiven aus und kommt damit zu folgenderDarstellung der Ereignisse: ● 17.03.1960: Eisenhower-Regierung beschließt Schweinebucht-Invasion ● 23.07.1960: CIA informiert Präsidentschaftskandidat Kennedy über Invasionspläne ● 03.01.1961: USA brechen diplomatische Beziehungen zu Kuba ab ● 22.01.1961: Kennedy wird als Präsident vereidigt ● 17.-19.04.1961: Invasion in der Schweinebucht (Kennedy billigt die Invasion, ver- weigert aber die offene US-Luftunterstützung; die Operation mißlingt)Die weiteren von Horst Schäfer präsentierten Fakten führen die von Huismann dargestell-te Motivlage ad absurdum: fokussiert wird auf das Verhältnis zwischen den USA und Kubain den zwei Monaten vor Kennedys Ermordung: ● 20.09.1963: Präsident Kennedy billigt Sondierungen Kuba-USA ● 20.09.1963: Präsident Kennedy hält vor den Vereinten Nationen eine epochale Rede (als Ziel beschreibt er die Verständigung und Koexistenz mit der Sowjetunion, die friedliche Zusammenarbeit aller Staaten und die endgültige Beendigung der Ras- sendiskriminierung in den USA) ● 31.10.1963: Castro lädt US-Botschafter zu Vorbereitungsgesprächen für Gipfeltref- fen ein ● 05.11.1963: Kennedy stimmt geheimen Gesprächen mit Kuba zu ● 18.11.1963: US-Botschafter Attwood teilt Castro Gesprächsbereitschaft mit ● 19.11.1963: CIA versucht Kennedy von seinen Verständigungsabsichten abzubringen28 / 35
  29. 29. ● 19.11.1963: Castro trifft sich mit einem französischen Journalisten, der anschließend mit Kennedy spricht und ihm von Castros positiver Haltung berichtet ● 22.11.1963: Kennedy wird in Dallas ermordet (für diesen Tag ist eine zweite Ge- sprächsrunde verabredet)Die 40 Jahre lang geheim gehaltenen und 2003 freigegebenen Dokumente belegen die Ge-sprächsbereitschaft Kennedys. Und sie belegen, daß Kuba keinerlei Interesse haben konn-te, gerade zu diesem Zeitpunkt diesen Präsidenten umbringen zu lassen.Andreas von Bülow (SPD), Buchautor und ehem. Bundesminister, äußert im Rahmen einesInterviews in der Frankfurter Rundschau vom 23.8.2003, die Thesen von Horst Schäferbestätigend: "Die Ermordung Kennedys hat die amerikanische Innen- und Außenpolitik verän- dert. Der ermordete Präsident wollte den Ausgleich zwischen Ost und West, wollte den Vietnamkrieg beenden und ging scharf gegen die Entwicklung einer israeli- schen Atomwaffe vor. In allen drei Feldern fand Tage nach dem Mord die politi- sche Umkehr statt." 29 / 35
  30. 30. Detlev Karsten RohwedderAm 1.4.1991 durch Unbekannte ermordetAm 1. April 1991 wird der 1932 in Gotha geborene Vorstandsvorsitzende der Treuhandan-stalt, Detlev Karsten Rohwedder, in seinem Düsseldorfer Haus von Scharfschützen ermor-det. Die Täter sind unbekannt. Über die Medien wird verbreitet, die Rote Ar- mee Fraktion habe sich zu dem Attentat be- kannt. Einige Tage zuvor waren Berichte ver- öffentlicht worden, in denen RAF und Stasi miteinander in Verbindung gebracht wurden. Detlev Karsten Rohwedder wird 1969 Mitglied der SPD sowie Staatssekretär im Bundeswirt- schaftsministerium von Karl Schiller, bleibt auch unter den Wirtschaftsministern Schmidt, Friedrichs und Graf Lambsdorff im seinem Amt, wird 1979 stellvertretender Vorstands-Grabstätte von Detlev Karsten Rohwedder in Düsseldorf vorsitzender der Hoesch Werke AG, ab Febru-ar 1979 auch Vorstandsmitglied des deutsch-niederländischen Stahlkonzerns Estel NVHoesch-Hoogovens, 1980 Vorstandsvorsitzender der Hoesch Werke AG und stellvertreten-der Vorstandsvorsitzender der Estel NV.Rohwedder wird ab Juli 1990 Verwaltungsratsvorsitzender, ab August 1990 Vorstandsvor-sitzender der Treuhandanstalt, als deren Aufgabe entsprechend des am 1. Juli 1990 inKraft tretenden Treuhandgesetzes die Privatisierung und Reorganisation des volkseigenenVermögens der ehemaligen DDR definiert wird.Der Mord an Treuhandchef Rohwedder hat seine Wirkung. In gewisser Weise wird er zumErfolg:Der gegen die Bundesregierung und Bundeskanzler Kohl gerichtete Massenprotest in derehemaligen DDR bricht schlagartig in sich zusammen. Die Gewerkschaften ziehen sich ausder Bewegung der Montagsdemonstrationen zurück. Niemand will im Schulterschluß mitRAF und Stasi auf die Straße gehen.Die Politik der Treuhand unter der neuen Präsidentin Birgit Breuel erfährt eine drastischeÄnderung. Die Sanierung von Betrieben tritt noch wesentlich stärker in den Hintergrund.Rücksichtslose Privatisierung gewinnt eindeutig die Oberhand. Das Tempo der Privatisie-rung nehme gewaltig zu, äußert sich Birgit Breuel befriedigt in einem Interview in derWelt.Und auch US-Unternehmer sind jetzt plötzlich des Lobes voll. Während sie sich über Roh-wedder bitterlich beklagen mußten, kommen sie jetzt mit seiner Nochfolgerin bei derÜbereignung der Betriebe endlich gebührend zum Zuge. Birgit Breuel erfährt "fast unein-geschränkte Anerkennung", so die Die Zeit.30 / 35
  31. 31. Alfred HerrhausenAm 30.11.1989 durch Unbekannte ermordetAm 30. November 1989 wird der 1930 in Essen geborene Vorstandssprecher der Deut-schen Bank, Alfred Herrhausen, in seinem Wohnort Bad Homburg ermordet. Die Tätersind unbekannt.Auf seltsame Weise greifen alle Sicherungs-maßnahmen ins Leere: Fahndungskonzept,Personenschutz, gepanzertes Fahrzeug, Erste-Hilfe-Maßnahmen des Begleitkommandos;über die Medien wird verbreitet (bereits einehalbe Stunde nach dem Mord ist dies klar),das Attentat sei von der Rote Armee Fraktion(RAF) verübt, der Generalbundesanwalt er-klärt, er wisse definitiv, wer die Täter sind.Alfred Herrhausen geht 1952 zur Ruhrgas AG,1955 zu VEW, 1969 zur Deutschen Bank, wird Grabstätte von Alfred Herrhausen in Bad Homburgdort 1971 Vorstandsmitglied, 1985 neben F.W.Christians einer der beiden Vorstandssprecher, 1988 nach Ausscheiden von F.W. Chris-tians alleiniger Vorstandssprecher, erreicht 1988 bezogen auf den Gesamtkonzern ein Ge-schäftsvolumen von 309 Milliarden DM.Er besitzt neun Auftsichtsratsmandate, als Aufsichtsratsvorsitzender bei Daimler-Benzmanagt er die Fusion mit den Rüstungsbetrieben MBB, kauft die Banca dAmerica e dIta-lia in Italien, die Banco Commercial Transatlantico in Spanien, gründet Auslandsstütz-punkte in Frankreich, England, Japan und den USA.Er schlägt 1987 bei der Jahrestagung von Weltbank und IWF vor, über einen Schuldener-laß für besonders verschuldete Länder der Dritten Welt nachzudenken. Britische, japani-sche und US-Banker wie auch die deutsche Konkurrenz sind entsetzt. Die Deutsche Bankwäre für den Fall des Schuldenerlasses weitgehend abgesichert, für die Banken der USAwäre es der Ruin. "Nimm den nächsten Hubschrauber und verlasse Washington, du wirsthier abgeschossen", schildert er selbst später sein Empfinden nach seiner Rede.Er äußert 1989 die Absicht, zwecks Einflußnahme auf die neu entstehenden osteuropäi-schen Staaten, eine Europäische Entwicklungsbank zu gründen, gerät damit in Konkur-renz zur US-Wirtschaft.Er bringt am 27. November 1989 die Übernahme der britischen Investmentbank MorganGrenfell zum Abschluß (Kaufpreis: 2,7 Milliarden DM), dringt damit in das internationaleInvestmentgeschäft ein, das von japanischen und vor allem von US-Banken beherrscht ist.CIA-Direktor William Webster erklärt im September 1989: "Wirtschaftsfragen sind bereitsein Schlüsselbereich unserer Außenpolitik und unserer Aufgaben bezüglich der nationalenSicherheit... Dazu gehören die Schulden der Dritten Welt, Handelsungleichgewichte undrasante technologische Entwicklungen." 31 / 35
  32. 32. Uwe BarschelAm 11.10.1987 unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommenAm 11. Oktober 1987 kommt der 1944 in Glienicke bei Berlin geborene Ministerpräsidentvon Schleswig-Holstein, Uwe Barschel, in einem Hotelzimmer in Genf unter ungeklärtenUmständen zu Tode.Geheimakte Mossad von Victor Ostrovsky 1994 erscheint das Buch Geheimakte Mossad des ehemaligen Mossad-Agenten Victor Ostrovsky. Darin wird ausführlich beschrieben, wie der Mossad Uwe Barschel ermordet hat. Zunächst sei Barschel über einen speziell prä- parierten Wein in den Zustand der Ohnmacht versetzt worden. Das Weitere sei dann wie folgt abgelaufen: "Barschel lag auf dem Boden rechts neben demUwe Barschel Bett. Er war offenbar ohnmächtig gewordenund aus dem Bett gefallen. Das Team zog ein Plastiktuch über das Bett und legte den Be-wußtlosen darauf, mit den Beinen zum Kopfende, damit die nächsten Schritte einfacherwären. Ein zusammengerolltes Handtuch wurde ihm unter den Nacken gelegt, als ob ereine Mund-zu-Mund-Beatmung bekommen sollte. Fünf Leute befanden sich zu dem Zeit-punkt im Raum. Vier kümmerten sich um das Opfer, und einer füllte die Badewanne mitWasser und Eis; das Geräusch würde jedes andere übertönen. Ein langer, gut geölterGummischlauch wurde dem schlafenden Mann in den Hals geschoben, langsam und vor-sichtig, um ihn nicht zu ersticken. Einer schob den Schlauch, wäh-rend ihn die anderen Männer für den Fall einer plötzlichen Konvul-sion festhielten. Sie alle hatten so etwas schon vorher gemacht. So-bald der Schlauch den Magen erreicht hatte, brachten sie am obe-ren Schlauchende einen kleinen Trichter an, durch den sie nun ver-schiedene Pillen einführten, dazu ab und zu etwas Wasser, damitsie auch tatsächlich den Magen erreichten. Danach wurden demMann die Hosen heruntergezogen. Zwei Männer hielten seine Bei-ne hoch, und ein Dritter führte ihm rektal Zäpfchen mit einem star-ken Sedativ und einem fiebererzeugenden Mittel ein. Die Hosenwurden ihm wieder hochgezogen, und die Leute warteten auf dieWirkung der Medikamente; sie legten ihm ein Thermometer auf dieStirn, um seine Temperatur zu beobachten. Nach einer Stunde hat- Lesetipp:te er hohes Fieber bekommen. Er wurde dann in das Eisbad gelegt. Geheimakte Mossad.Der Schock rief starke Körperzuckungen hervor. Der plötzliche Die schmutzigen Ge- schäfte des israelischenTemperaturwechsel im Verein mit der Wirkung der Medikamente Geheimdienstes.erzeugte so etwas, was wie eine Herzattacke aussah. Nach ein paar  Mehr Infos Minuten stellte das Team fest, daß er wirklich tot war..."Victor Ostrovsky schildert auch, was zu dem Mord führte: Barschel war im Zusammenspielvon BND, Verfassungsschutz und Mossad in die Operation Hannibal, ein Waffengeschäft32 / 35

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