Dozentenfolien Unternehmensethik

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Dozentenfolien, Unternehmensethik, Göbel, UTB

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Dozentenfolien Unternehmensethik

  1. 1. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Dozenten- folien Unter www.uvk-lucius.de/unternehmensethik finden Sie Services zu diesem Buch – unter anderem ein umfangreiches Glossar.1 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  2. 2. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Überbetriebliche Institutionen Innerbetriebliche Institutionen Analyse/ Strategie Personal Methoden Unternehmensethik als Management der Verantwortung Angewandte Wirtschaftsethik Ethik und Ökonomie Das Verhältnis von Modelle der Beziehung von Ethik und Ökonomie Ethik und Ökonomie Grundlagen der Ethik Aufbau des Buches2 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  3. 3. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Was soll sein? Werte/Güter Wie soll ich handeln? Wie soll ich sein? Normen/Pflichten Gesinnung/Tugenden Abb. I/1: Formen des Sollens3 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  4. 4. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Was zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Gesellschaft im Allgemeinen als Handlung, Zustand oder Haltung für gut und wünschenswert bzw. für böse und verboten gehalten wird, bezeichnet man zusammenfassend als die jeweils herrschende Moral.4 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  5. 5. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Das Recht kann verstanden werden als ein System von positiven, an Menschen adressierten Zwangsnormen, einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Sanktionen.5 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  6. 6. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. I/2: Unterschiede zwischen und Schnittmenge von Moral und Recht6 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  7. 7. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Anerkennt ein Subjekt eine bestimmte Moral als verpflichtend für sein Handeln und ist das Handeln dauerhaft durch die Anerkennung geprägt, so spricht man von Ethos.7 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  8. 8. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. I/3: Zusammenhang von Moral und Ethos8 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  9. 9. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die Ethik kann ganz allgemein gekennzeichnet werden als die Lehre oder auch die Wissenschaft von Moral und Ethos, also vom menschlichen Handeln, welches sich von der Differenz zwischen gut/sittlich richtig und böse/sittlich falsch leiten lässt.9 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  10. 10. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die deskriptive Ethik beschreibt als empirische Disziplin, wie es in bestimmten Gesellschaften oder bei bestimmten Gruppen um Moral und Ethos bestellt ist.10 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  11. 11. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die normative Ethik sucht nach den richtigen sittlichen Sollensaussagen. Sie will begründete und verbindliche Aussagen dazu machen, wie der Mensch handeln soll (Handlungsnormen oder Pflichten), was er anstreben soll (Strebensziele oder Werte/Güter) und wie er sein soll (Haltungsnormen oder Tugenden).11 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  12. 12. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die Metaethik will keine inhaltlichen Aussagen über das sittlich Gute machen, sondern ethische Aussagen untersuchen. Ihr Forschungsgegenstand ist die Ethik an sich, nicht Moral und Ethos.12 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  13. 13. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Deskriptive Ethik Was wird für das Gute gehalten? Normative Ethik Was ist das Gute? Wie kann man Menschen bewegen, Methodenlehre das Gute zu verwirklichen? Sind Aussagen über das Gute Metaethik wahrheitsfähig? Abb. I/4: Bereiche der Ethik13 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  14. 14. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Unter Gesinnung versteht man das subjektive Wollen des Individuums, die Motivation oder innere Disposition, aus der heraus gehandelt wird. Moralisch ist, das Gute zu wollen.14 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  15. 15. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Tugend ist die durch fortgesetzte Übung erworbene Lebenshaltung einer sittlich gebildeten Persönlichkeit.15 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  16. 16. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Eine Ethik, welche verbindliche Pflichten entwickelt, nennt man auch eine deontologische Ethik (griech.: to déon = das Erforderliche, die Pflicht).16 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  17. 17. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die Folgenethik macht die sittliche Bewertung einer Handlung bzw. einer Handlungsregel von deren Folgen abhängig. Moralisch ist, das Gute zu erreichen. Man spricht auch von einer teleologischen Ethik (griech. télos = Ziel, Zweck).17 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  18. 18. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Im normativen Konzept des Utilitarismus wird menschliches Handeln von seinem Nutzen her beurteilt. Wird das Nützlichkeitsprinzip auf Einzelhandlungen bezogen, spricht man auch von Handlungsutilitarismus.18 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  19. 19. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. I/5: Pflichtenethik und Utilitarismus19 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  20. 20. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Moralisch ist, das Gute zu wollen und seinem Gesinnungsethik Gewissen zu folgen. Moralisch ist, das Pflichtgemäße zu tun (absolut gültigen Handlungs-normen zu Pflichtenethik folgen). Bei Kant kommt hinzu, dass man das Pflicht-gemäße „aus Pflicht“ tun muss (mit einer moralischen Gesinnung). Moralisch ist, das Gute zu erreichen, also auf Folgenethik die Folgen des Handels zu achten. Abb. I/6: Typen ethischer Argumentation nach der Bewertungsgrundlage20 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  21. 21. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Das sittliche Subjekt mit seiner Gesinnung, seinen Individualethik Tugenden und Handlungen ist Ort der Moral. Die öffentlichen Regelsysteme und etablierten sozialen Institutionen- Verfahrensweisen sind Ort der Moral, weil sie moralische ethik Überzeugungen verkörpern und Anreize für das individuell moralische Handeln setzen. Der ideale Diskurs der Öffentlichkeit ist Ort der Moral, „Öffentlichkeits- weil nur dort über Regeln entschieden werden kann, ethik“ die das Gemeinwohl betreffen. Abb. I/7: Die unterschiedlichen Orte der Moral21 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  22. 22. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Das Gute wird inhaltlich konkretisiert in guten Zwecken, Materiale Ethik Handlungen und Haltungen. Es wird die Regel aufgezeigt, wie man etwas unter dem moralischen Gesichtspunkt betrachtet. Die inhaltlichen Konkretisierungen des Guten müssen die Menschen selbst finden. Monologische Ethik Formale Ethik Das einsame Subjekt prüft je für sich, was das Gute inhaltlich bedeutet, bspw. mit Hilfe des Kategorischen Imperativs. Diskursethik Von einer Regel (oder Handlung) Betroffene führen einen praktischen Diskurs und suchen nach einer konsensuellen Lösung, die alle zwanglos akzeptieren können. Abb. I/8: Typen ethischer Entscheidungsmethoden22 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  23. 23. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Ökonomik ist also die Wissenschaft von den individuell rationalen Wahlhandlungen der Menschen in einer Welt unbegrenzter Bedürfnisse und knapper Ressourcen, mit dem Ziel, die eigene materielle Situation zu verbessern.23 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  24. 24. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Der Homo Oeconomicus wählt bei gegebenen Präferenzen und Restriktionen stets die Alternative, die ihm den höchsten (materiellen) Nutzen verspricht. An Änderungen der Restriktionen passt er sich rational an.24 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  25. 25. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Das formale ökonomische Prinzip wird von jedem materialen Inhalt entleert und lautet: Bei gegebenem Mitteleinsatz ist das Ergebnis zu maximieren (Maximumprinzip) oder bei gegebenem Ergebnis ist der Mitteleinsatz zu minimieren (Minimumprinzip).25 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  26. 26. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Sinn des Wirtschaftens in einem Unternehmen ist demnach heute nicht mehr die gesamtwirtschaftliche Bedarfsdeckung, sondern die privatwirtschaftliche Gewinnerzielung.26 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  27. 27. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Sinn und Ziel der Wirtschaft ist nach Aristoteles die ausreichende Versorgung aller Bürger mit den notwendigen Gütern, also die Erreichung eines gewissen allgemeinen Wohlstands als Mittel zum Zweck des allgemeinen Glücks. Die „äußeren Güter“ sind nur notwendige Hilfsmittel, um ein edles, sittlich vortreffliches Leben führen zu können, worin das wahre Glück zu finden ist. Nach moderner Auffassung liegt dagegen der Sinn des Wirtschaftens in der Maximierung des individuellen (materiellen) Nutzens als Selbstzweck.27 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  28. 28. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Als „aufgeklärt“ gilt ein Selbstinteresse, wenn sich das Subjekt den Zusammenhang seiner Interessen mit den Interessen anderer verdeutlicht und sich auch die langfristigen Konsequenzen einer Interessenverfolgung vor Augen hält.28 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  29. 29. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Angewandte Ethik heißt weder, dass auf die Unteilbarkeit ethischer Prinzipien verzichtet wird, noch dass man einen Satz fertiger ethischer Lösungen den unterschiedlichsten Disziplinen einfach „autoritär“ überstülpt. Vielmehr wird im Dialog mit den jeweiligen Fachvertretern zu ergründen versucht, wie abstrakte ethische Prinzipien für einen ganz bestimmten Lebens- und Handlungsbereich konkretisiert und zur Anwendung gebracht werden können.29 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  30. 30. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Aus ökonomischer Sicht ist ein moralisches Verhalten nur dann zu erwarten, wenn es dem Akteur Vorteile verspricht, also seinen Nutzen steigert. Umgekehrt ist Moral zur Unwirksamkeit verdammt, wenn sie den Akteur etwas kostet.30 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  31. 31. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Der Markt verbindet nach Ansicht der meisten Ökonomen die Maximierung des Eigennutzes (in aristotelischer Diktion die „Erwerbskunst nach Art des gewinnsüchtigen Handelns“) mit dem Wohl der Allgemeinheit in Form einer ausreichenden Versorgung aller Bürger mit den notwendigen Gütern als Grundvoraussetzung für ein gutes Leben.31 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  32. 32. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Politiker dürfen sich nicht als ausschließlich selbstinteressierte „Stimmenmaximierer“ nur an der Erhaltung ihrer Macht orientieren, wenn eine gute Rahmenordnung entstehen soll. Vielmehr wird von ihnen erwartet, dass sie gemeinwohlorientiert entscheiden.32 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  33. 33. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Von der Durchsetzungsproblematik ausgehend setzt die Moralökonomik das Selbstinteresse des Menschen, insbesondere des Wirtschaftsakteurs, als Faktum voraus und fragt, wie unter dieser Prämisse Moral zur Geltung gebracht werden kann.33 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  34. 34. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Der Allgemeinen Ethik geht es um die Klärung theoretischer Grundfragen sittlichen Handelns, der angewandten Ethik um die anwendungsbezogenen Erläuterungen sittlichen Handelns in konkreten Handlungsfeldern.34 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  35. 35. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. IV/1: Zuordnung von gesellschaftlichen Subsystemen und wissenschaftlichen Disziplinen35 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  36. 36. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Wirtschaftsethik ist Anwendung der Ethik auf den Sachbereich Wirtschaft. Sie befasst sich mit den ethischen Fragen von guten und richtigen Handlungen und Haltungen sowie sittlich erwünschten Zuständen im Subsystem Wirtschaft. Bei der Beantwortung dieser Fragen müssen die Interprenetationszonen zwischen der Ethik und anderen Disziplinen (insbesondere der Ökonomik) und zwischen der Wirtschaft und anderen Subsystemen (insbesondere Politik und Recht) beachtet werden.36 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  37. 37. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Verantwortung gegenüber sich selbst bedeutet bspw., dass der Konsument seine Mündigkeit und Freiheit gegenüber einer verlockenden und verführenden Außenlenkung durch die Warenwelt behaupten und sich nicht selbst schaden soll (etwa durch übermäßigen Konsum von Genussmitteln).37 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  38. 38. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Institutionen beeinflussen individuelles Handeln, indem sie einen Rahmen der möglichen Werte und Zwecke vorbestimmen, bestimmte Mittel nahe legen und mit den Handlungen bestimmte Folgen verbinden. Sie tragen zur Komplexitätsbewältigung bei durch eine Vorselektion von Handlungsmöglichkeiten.38 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  39. 39. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Unternehmen rufen als intentional handelnde Subjekte Wirkungen hervor, die andere betreffen, mit denen sie darüber kommunizieren können. Da die innere Struktur die Beziehungs-, Kommunikations- , Einsichts- und Lernfähigkeit der Unternehmung prägt und das Entscheiden und Handeln der Individuen in der Unternehmung maßgeblich beeinflusst, ist sie im übertragenen Sinne das „Gewissen“ der Unternehmung (Goodpaster/Matthews).39 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  40. 40. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Individuen (1) (2) Unternehmung (3) (4) Rahmenordnung Abb. IV/2: Zusammenwirken von Mikro-, Meso- und Makroebene der Wirtschaftsethik40 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  41. 41. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Subjekte der Objekte der Verantwortungs- Instanz der Verantwortung Verantwortung relation VerantwortungWer hat für etwas Für wen oder was hat Welche Beziehung Vor wem hat maneinzutreten? das Subjekt besteht zwischen sich zu verantwor- Führungskräfte einzutreten? Subjekt und Objekt? ten? Mitarbeiter Aufgaben Gerichte Wie weit reicht die Unternehmen Handlungen Öffentlichkeit Verantwortung eines(Konsumenten, Unterlassungen Gott Subjektes?Investoren, Politiker, Entscheidungen Vernunft…) Folgen Welches Subjekt ist Gewissen Adressaten für ein gegebenes Zustände Objekt verantwort- Güter lich? Werte Abb. V/1: Überblick über die Elemente der Unternehmensverantwortung41 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  42. 42. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die Unternehmensverantwortung findet ihren Platz im Verantwortungswillen und der Verantwortungsfähigkeit der Unternehmensmitglieder sowie in den von ihnen (mit-) gestalteten institutionellen Rahmenbedingungen für verantwortungsbewusstes Handeln. Nicht nur die Unternehmensmitglieder, sondern auch die Unternehmen selbst wollen sich als gute Wirtschaftsbürger vor der kritischen Öffentlichkeit aller Menschen guten Willens rechtfertigen können.42 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  43. 43. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Unternehmensverantwortung beinhaltet die monologische Verantwortung der Unternehmensmitglieder für die Folgen ihres Handelns und für die Verbesserung der Diskursfähigkeit des Unternehmens, um zukünftig mit mehr Betroffenen in einen praktischen Diskurs eintreten und eine konsensuelle Lösung finden zu können.43 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  44. 44. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. V/2: Die Bausteine des Managements der Verantwortung44 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  45. 45. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. VI/1: Die analytische Komponente im Management der Verantwortung45 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  46. 46. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Stakeholder im ethischen Sinne sind alle, die gegenüber dem Unternehmen legitime Ansprüche haben.46 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  47. 47. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die strategische Anspruchgruppenanalyse fragt: Von wem hängt die Unternehmung ab? Wer kann auf das Unternehmen positiv oder negativ einwirken?47 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  48. 48. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die ethische Stakeholderanalyse fragt: Auf wen oder was hat die Unternehmung einen positiven oder negativen Einfluss? Wie weit reichen Handlungsfolgenverantwortung und Aufgabenverantwortung der Unternehmung?48 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  49. 49. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. VI/2: Ablauf der Stakeholderanalyse49 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  50. 50. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. VI/3: Typische Stakeholder einer Unternehmung50 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  51. 51. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Fasererzeugung (Anbau, Synthese) Flächenzeugung (Spinnen, Weben, Wirken) Veredlung (Vorbehandeln, Färben, Ausrüsten) Bekleidungsherstellung (Fertigung, Design) Vertrieb/Verpackung Gebrauch/Pflege Recycling/Entsorgung Abb. VI/4: Die textile Kette von der Rohstofferzeugung bis zur Entsorgung (Quelle: Schmidt [Steilmann-Gruppe] 3)51 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  52. 52. Unternehmensethik Elisabeth Göbel In einem rein strategischen Anspruchsgruppenmanagement ist das ökonomische Kalkül ausschlaggebend. Kann es dem Unternehmen nutzen, auf die Interessen der Stakeholder einzugehen bzw. was kann es das Unternehmen kosten, die Anliegen zu ignorieren?52 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  53. 53. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Stakeholdermanagement aus Verantwortung stellt dagegen nicht die Interessen einer Gruppe, nämlich die der Shareholder, a priori über die der anderen, sondern strebt einen gerechten Ausgleich verschiedener legitimer, möglicherweise aber konkurrierender Forderungen an.53 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  54. 54. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Nachhaltigkeit besagt, dass der Mensch aktiv und vorausschauend Verantwortung für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen übernehmen soll.54 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  55. 55. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Pflicht meint die verbindliche Gebotenheit einer bestimmten Handlung. Handlungen nach juridisch fixierten und/oder nach Moral und Sitte eingespielten Normen können nur Pflicht sein, sofern diese Handlungen durch ein Moralprinzip begründet sind.55 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  56. 56. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. VI/5: Konkretisierungen des Guten in Pflichten, Gütern und Werten56 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  57. 57. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Ziel der Abwägung ist es, den Zustand zu verwirklichen, der unter größtmöglicher Wahrung des Wohls des Einzelnen Gemeinwohl mit Gerechtigkeit verbindet.57 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  58. 58. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Der Zweck „Gewinn“ heiligt nicht die Mittel, auch wenn durch eine Gewinneinbuße zugunsten einiger Stakeholder andere Stakeholder negativ betroffen werden.58 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  59. 59. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Im positiven Kompatibilitätsfall schadet moralisches Handeln dem Unternehmen nichts oder zahlt sich sogar aus. Dieser Zustand kann durch entsprechende Wettbewerbsstrategien angestrebt werden.59 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  60. 60. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. VII/1: Die strategische Komponente im Management der Verantwortung60 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  61. 61. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Alles, was verantwortbar ist, darf sich auch lohnen, aber nicht alles, was sich lohnt, ist deshalb automatisch verantwortbar!61 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  62. 62. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Bei einer verantwortungsvollen Unternehmensführung werden alle Strategien in eine grundsätzliche unternehmensethische Wertorientierung eingebettet.62 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  63. 63. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Anreiz- und Motivationssysteme, die den kurzfristigen finanziellen Erfolg honorieren, und rascher Personalwechsel behindern die Nachhaltigkeit der Unternehmensführung, und zwar sowohl die ökonomische, als auch die soziale und ökologische Nachhaltigkeit.63 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  64. 64. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. VIII/1: Die personale Komponente im Management der Verantwortung64 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  65. 65. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Führung im weiteren Sinne ist Unternehmensführung und meint die Gestaltung des institutionellen Gerüstes, in welchem der Aufgabenvollzug stattfindet, die laufende Steuerung und Kontrolle der Aktivitäten und die permanente Weiterentwicklung des Unternehmens entsprechend den Erfordernissen aus der Umwelt. Führung im engeren Sinne meint nur die Personal- oder Mitarbeiterführung.65 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  66. 66. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Führungsethik Ordnungsethik Verantwortungssubjekt: Verantwortungssubjekt: „Führungskraft“ „Unternehmen“ Mikroebene Mesoebene Verantwortungs- Personal- Personal- objekt: führungsethik ordnungsethik Personal Verantwortungs- Unternehmens- Unternehmens- objekte: führungsethik ordnungsethik Alle Stakeholder Abb. VIII/2: Systematische Einordnung der Führungsethik66 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  67. 67. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Führungsethik in diesem engen Sinne beschäftigt sich allgemein mit der Frage der menschenwürdigen und fairen Gestaltung der Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern.67 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  68. 68. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Die moralische Gesinnung bzw. sittliche Orientierung, die dem Guten die Priorität gegenüber dem Profitablen einräumt, ist unverzichtbar.68 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  69. 69. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Ein „Whistle Blower“ ist jemand, der unethische Praktiken innerhalb einer Organisation gegenüber Vorgesetzten oder gegenüber der Öffentlichkeit aufdeckt.69 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  70. 70. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. IX/1: Die Komponente der innerbetrieblichen Institutionen im Management der Verantwortung70 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  71. 71. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. IX/2: Überblick über die strukturell-systemischen Maßnahmen zur Unterstützung der Unternehmensethik71 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  72. 72. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. IX/3: Zielhierarchie (in Anlehnung an Bea/Haas [Management] 74)72 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  73. 73. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. IX/4: Drei-Ebenen-Modell von Schein (Quelle: Schein [Organizational Culture] 14)73 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  74. 74. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Als Personalauswahl bezeichnet man die Entscheidung über die Besetzung einer frei gewordenen, frei werdenden oder noch zu schaffenden Stelle aus dem Angebot an internen und externen Bewerbern. Im weiteren Sinne werden auch die vorbereitenden Tätigkeiten (bspw. Formulierung einer Stellenanzeige oder Durchführung von Tests) zum Personalauswahlverfahren gerechnet.74 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  75. 75. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Marktgerechtigkeit Anforderungsgerechtigkeit Leistungsgerechtigkeit Sozial- Bedarfs- Lohngerechtigkeit gerechtigkeit gerechtigkeit Erfolgsgerechtigkeit Verteilungsgerechtigkeit Qualifikationsgerechtigkeit Abb. IX/5: Kern- und Randprinzipien der Lohngerechtigkeit75 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  76. 76. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Bei allem gebotenen Vertrauen in die Moralität der meisten Menschen ist doch eine Erosion der moralischen Gesinnung zu erwarten, wenn man ständig vor Augen geführt bekommt, dass diejenigen Vorteile einheimsen, die sich opportunistisch verhalten.76 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  77. 77. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Unter Kontrolle versteht man im Allgemeinen den Vergleich eines bereits eingetretenen „Ist“ oder eines prognostizierten „Wird“ mit einem vorgegebenen „Soll“ (Plan- oder Normwert). Sie kann sich auf Ereignisse, Handlungen oder Handlungsergebnisse beziehen.77 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  78. 78. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Compliance-Programm Integritätsprogramm Konformität mit externen Moralische „Selbststeuerung“ desZielsetzung Verhaltensstandards, speziell mit Mitarbeiters erreichen Gesetzen herstellen Begrenzung diskretionärer Ermöglichung moralischen HandelnsSteuerungs-ph Handlungsspielräume, umilosophie kriminelles Handeln zu verhindernVerhaltens- Vom materiellen Eigeninter-esse Soziales Wesen, welches von Eigen-annahme, geprägtes Wesen; muss extrinsisch interesse, aber auch von Idealen, WertenMenschenbild motiviert werden und Vorbildern beeinflusst wird Schulungen, Einschränkung von Schulungen, Vorbild der Führungskräfte, Handlungsspielräumen, Über- Freiräume für persönliche Verantwortung,Maßnahmen wachung und Kontrolle, Strafen Maßnahmen bei der Organisation und bei den Entscheidungsprozessen, Über- wachung und Kontrolle, Strafen Abb. IX/6: Gegenüberstellung von Compliance- und Integritätsprogramm (in Anlehnung an Paine [Managing] 113 und Noll [Unternehmensethik] 121)78 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  79. 79. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Als Ziel von Compliance-Programmen gilt in erster Linie, Gesetzesbrüche, also kriminelles Verhalten im Unternehmen zu verhindern.79 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  80. 80. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Personalentwicklung im engeren Sinne zielt ab auf die Erweiterung bzw. Vertiefung bereits bestehender und/oder die Vermittlung neuer Qualifikationen.80 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  81. 81. Unternehmensethik Elisabeth GöbelBeim Training-off-the-job handelt es sich um Qualifizierungsmaßnahmen, die außer-halb des Arbeitsplatzes stattfinden.Das Training kann in innerbetrieblichen eigenen Einrichtungen – Ausbildungszentren –stattfinden oder außerbetrieblich, mit oder ohne Beteiligung Unternehmensexterner.Externe Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen sind bspw. überbetrieblicheBildungswerke, wie Kammern, Innungen oder Verbände oder auch private Unter-nehmen. Die Vermittlung von theoretischem Wissen und die Einübung von Verhaltens-weisen stehen als Inhalte im Vordergrund. Workshops, Vorträge, Fallstudien, Rollen-und Planspiele sind typische Methoden. Es kommen aber auch exotischere Methodenzum Einsatz, wie bspw. ein Überlebenstraining im Dschungel oder ein gemeinsamerSegeltörn. Abb. IX/7-1: Methoden der Personalentwicklung (in Anlehnung an Wunderer [Führung] 361)81 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  82. 82. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Beim Training-on-the-job erfolgt die Qualifizierung direkt am Arbeitsplatz, haupt- sächlich durch eigene Erfahrungen mit der Arbeitstätigkeit. Die zentrale Unterstützungsmethode ist die Arbeitsunterweisung (durch Kollegen oder Vorgesetzte oder auch schriftliche Unterlagen). Sind die Aufgaben umfang- reicher und/oder anspruchsvoller und wechseln sie von Zeit zu Zeit, dann sind die Möglichkeiten zum Erwerb von Qualifikationen entsprechend größer. Die organi- satorischen Maßnahmen des Job Enlargement (Arbeitsausweitung), Job Enrichment (Arbeitsanreicherung) und des Job Rotation (Arbeitsplatzwechsel) können dem- entsprechend auch als Methoden der Personalentwicklung angesehen werden. Eine gezielte Förderung kann auch darin gesehen werden, Personen mit Sonder- aufgaben zu betrauen, sie an Projekten teilnehmen zu lassen oder ihnen zeitlich begrenzt die Stellvertretung des Vorgesetzten zu übertragen. Abb. IX/7-2: Methoden der Personalentwicklung (in Anlehnung an Wunderer [Führung] 361)82 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  83. 83. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Zwischen den beiden oben genannten Maßnahmen liegt das Training-near-the- job. Dabei finden die Trainingsmaßnahmen in enger räumlicher, zeitlicher und inhaltlicher Nähe zum Arbeitsplatz statt, bestehen aber nicht direkt in der Arbeitstätigkeit selbst. Die typische Methode ist der Qualitätszirkel (auch Lernstatt, Werkstattzirkel, Vorschlagsgruppe genannt). Die Mitarbeiter diskutieren dabei über vor-gegebene oder selbstgewählte Themen aus ihrem Arbeitsbereich, meist in regelmäßigen Abständen während der Arbeitszeit unter Anleitung eines Moderators. Inhalte können sowohl technische als auch zwischenmenschliche Probleme sein sowie die Ausarbeitung von Verbesserungsvorschlägen und Innovationen. Abb. IX/7-3: Methoden der Personalentwicklung (in Anlehnung an Wunderer [Führung] 361)83 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  84. 84. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Als Training-parallel-to-the-job werden die Methoden des Coaching und des Mentoring eingeordnet. Typisch ist in beiden Fällen eine direkte Beratungs- und Unterstützungsbeziehung zwischen zwei Individuen. Das Coaching wird eher von externen professionellen Beratern durchgeführt. Es ist in der Regel nicht darauf ausgerichtet, Wissen zu vermitteln, sondern soll als Hilfe zur Selbsthilfe die Selbstreflexion des Klienten verbessern. Beim Mentoring werden erfahrene interne Führungskräfte neuen Führungs- kräften oder dem Führungsnachwuchs als Berater zur Seite gestellt. Sie sollen in beruflichen und privaten Belangen raten und helfen. Coaching und Mentoring konzentrieren sich auf die Führungsebene. Abb. IX/7-4: Methoden der Personalentwicklung (in Anlehnung an Wunderer [Führung] 361)84 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  85. 85. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Moralische Sensibilität Kompetenz zur (adäquaten) Wahrnehmung moralischer Probleme Moralische Urteilskraft Damit ist die Kompetenz gemeint, sich in einer konkreten Situation ein Urteil darüber zu bilden, was das sittlich Gute ist Moralische Motivation Gründe für die Bereitschaft zum sittlichen Handeln in der Praxis Verständigungskompetenz Bildet die Voraussetzung dafür, dass (bestehend aus Kommuni- moralische Konflikte im multipersonalen kations-, Kooperations- Kontext diskursiv gelöst werden können und Konfliktfähigkeit) Abb. IX/8: Teilbereiche der moralischen Kompetenz85 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  86. 86. Unternehmensethik Elisabeth Göbel a) Präkonventioneller Level Man hat im Grunde keine moralischen Überzeugungen von richtig und falsch, sondern orientiert sich im Handeln am eigenen Vorteil. Wenn man Regeln folgt, dann weil sie von Autoritätspersonen befohlen werden und man bei einer Übertretung bestraft wird oder weil man sich von ihrer Einhaltung Vorteile erhofft. Handeln und Entscheidungen sind mehr von den äußeren Bedingungen als von inneren Überzeugungen geprägt. Rücksicht auf die Interessen anderer ist von Zufälligkeiten abhängig, wenn es gerade vorteilhaft erscheint. Gerechtigkeitsempfinden spielt keine Rolle. Abb. IX/9-1: Stufen der moralischen Entwicklung nach Kohlberg86 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  87. 87. Unternehmensethik Elisabeth Göbel b) Konventioneller Level Auch auf dieser Stufe orientiert man sich an der Einhaltung von extern vorgegebenen Regeln, aber nicht aus Angst vor Strafe, sondern aus Respekt für das Regelsystem und die dahinter stehenden Autoritäten. Man hält es aus Überzeugung für richtig, die bestehende soziale Ordnung aufrecht zu erhalten, Gesetzen zu gehorchen und (staatliche) Autoritäten zu respek- tieren, unabhängig von den unmittelbaren Folgen für einen selbst. Die Interessen anderer werden anerkannt, man will vor allem den Menschen, die man kennt, gefallen und helfen. Das moralische Urteil ist sehr stark geprägt davon, was normalerweise als richtig gilt bzw. was von der Bezugs-gruppe/Gesellschaft, in der man lebt, erwartet wird. Abb. IX/9-2: Stufen der moralischen Entwicklung nach Kohlberg87 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  88. 88. Unternehmensethik Elisabeth Göbel c) Postkonventioneller Level Das Individuum sucht nach Werten und Prinzipien, die gültig erscheinen, unabhängig davon, ob bestimmte Autoritätspersonen oder Gruppen sie vertreten. Man ist in der Lage, bestehende Regelsysteme und Autoritäten in Frage zu stellen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Das Urteil erfolgt vor dem Hintergrund der Anerkennung von universellen Prinzipien (bspw. dem kategorischen Imperativ) und Werten (wie Würde der Person, Gleichheit, Gerechtigkeit). Werden bestehende Regelsysteme anerkannt, dann weil sie einer individuellen Überprüfung nach diesen Prinzipien und Werten stand- gehalten haben. Die Motivation zum moralischen Handeln kommt aus der innersten Überzeugung von dessen Richtigkeit und Notwendigkeit. Die Rechte aller Menschen werden respektiert. Abb. IX/9-3: Stufen der moralischen Entwicklung nach Kohlberg88 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  89. 89. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Es muss klar werden, dass die Moral in der Praxis nicht etwas vom Wirtschaftshandeln zu Trennendes ist und dass Wirtschaftsakteure nicht das Privileg genießen, in einem moralfreien Raum zu agieren.89 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  90. 90. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Einrichtungen für spezielle Stakeholder Einrichtungen für den gesamten bzw. Anliegen Bereich der Unternehmensethik Ombudsperson bspw. für Mit-arbeiter Ombudsstelle für Ethik Beschwerdestelle für Kunden Ethikbeauftragter Beauftragte (bspw. für Umweltschutz, für CSR-Beauftragte Einzel- Gleichstellung, Behinderte, personen Ethics officer Verbraucherschutz) Public Interest Director Compliance officer … … Ethik-Kommission Arbeitsbewertungskommission Abteilung für Umwelt- und Runder Tisch Nachhaltigkeit Gremien Gesellschaftspolitik Antikorruptionsabteilung Complianceabteilung … … Abb. IX/10: Spezielle interne Strukturen zur Unterstützung der Unternehmensethik90 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  91. 91. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. IX/11: Controlling als Metaführungs- und Führungsunterstützungssystem (in Anlehnung an Pietsch/Scherm [Reflexionsaufgabe] 311)91 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  92. 92. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. X/1: Die überbetrieblichen Institutionen im Management der Verantwortung92 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  93. 93. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. X/2: Überblick über die überbetrieblichen Maßnahmen zur Unterstützung der Unter-nehmensethik93 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  94. 94. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Abb. X/3: Die Prinzipien des Global Compact (eigene Übersetzung)94 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013
  95. 95. Unternehmensethik Elisabeth Göbel Um solche Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, erscheint es sehr sinnvoll, (weltweit) möglichst einheitliche Regeln zumindest für alle Unternehmen einer Branche aufzustellen. Der Anreiz zur Selbstverpflichtung auf diese Regeln wird für die Unternehmen deutlich größer, wenn sie erwarten können, dass sich auch die Konkurrenten an die selben Regeln halten.95 © UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013

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