Charttechnische	
  Analyse	
  
Seminararbeit im Schwerpunktfach Gesamtwirtschaft und
Finanzmärkte
Von
Fabian Hadek und Jur...
Inhaltsverzeichnis	
  
Abbildungsverzeichnis.................................................................................
3
Abbildungsverzeichnis	
  
Abb. 1 Linienchart ..............................................................................
4
1.	
  Einführung	
  in	
  das	
  Thema	
  
Diese Arbeit wird im Rahmen des Schwerpunktmoduls „Gesamtwirtschaft und
Finan...
5
1.2.	
  Abgrenzung	
  von	
  der	
  Fundamentalanalyse	
  
Für die Analyse von Aktien gibt es einen weiteren Ansatz, der...
6
Abb. 1 Linienchart
2.2.	
  Balkencharts	
  
Der Balkenchart ist die mit am meisten verbreitete Art der Kursdarstellung. ...
7
2.3.	
  Candelstick	
  Charts	
  
Candelstick Charts sind die ältesten technischen Analyseansätze und wurden bereits im
...
8
3.	
  Trendanalyse	
  
Das Erkennen von Markttrends bietet die besten Möglichkeiten für Anleger Gewinne zu
erzielen. Des...
9
3.1.1.	
  Rechteck-­‐Formation	
  
Die Rechteck-Formation ist auch unter den Namen Trading Range, Seitwärtsbewegung
und ...
10
Abb. 5 Flaggen Formation
Abb. 6 Wimpel Formation
3.1.3.	
  Symmetrisches	
  Dreieck	
  
Die Dreiecksformation ist eine ...
11
3.2.	
  Trendumkehrformationen	
  
Normalerweise kehren sich Trends nicht abrupt um, sondern benötigen Zeit zur
Trendwe...
12
3.2.2.	
  V-­‐Formation	
  
Das bemerkenswerte an dieser Formation ist die Geschwindigkeit mit der sie einen
abrupten T...
13
Es entsteht ein erhöhtes Angebot und der Kurs fällt, sodass der Widerstand entsteht. Mit
Unterstützungslinien verhält e...
14
Analog beschreibt eine Serie aus schwarzen Körpern einen Abwärtstrend und wird als
„bärisch“ bezeichnet. Sowohl oben, a...
15
Bei einem Aufwärts- oder Abwärtstrend, kann ein Doji ein Anzeichen dafür sein, dass der
Markt vor einer Kurswende steht...
16
Schatten des hängenden Mannes zeigt, dass noch genügend Kaufkraft im Markt
vorhanden ist. Deswegen muss nach einem häng...
17
Der Abendstern (evening star) und der Morgenstern (morning star) haben im Idealfall
Fenster vor und nach dem Stern. Der...
18
Bullische verschlingende Linien sind große weiße Kerzen, die sich während eines
Abwärtstrends zeigen und den schwarzen ...
19
Ein gleitender Durchschnitt ist damit ein Durchschnitt der sich „bewegt“, wenn neue Werte
hinzukommen und die Anzahl an...
20
6.	
  Kritik	
  
Die Charttechnische Analyse ist zu einem festen Bestandteil an den Börsen dieser Welt
geworden. Dennoc...
21
7.	
  Quellenverzeichnis	
  
Literatur	
  
1. Schwager, Jack D.: Schwager über Technische Analyse : Einstieg Anwendung
...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

F1 referatcharttechnik

1.391 Aufrufe

Veröffentlicht am

0 Kommentare
1 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
1.391
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
6
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
5
Kommentare
0
Gefällt mir
1
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

F1 referatcharttechnik

  1. 1. Charttechnische  Analyse   Seminararbeit im Schwerpunktfach Gesamtwirtschaft und Finanzmärkte Von Fabian Hadek und Jurek Kühnert
  2. 2. Inhaltsverzeichnis   Abbildungsverzeichnis.................................................................................................3   1. Einführung in das Thema ........................................................................................4   1.1. Definition der Charttechnischen Analyse ......................................................................4   1.2. Abgrenzung von der Fundamentalanalyse ...................................................................5   2. Chartarten................................................................................................................5   2.1. Liniencharts...................................................................................................................5   2.2. Balkencharts..................................................................................................................6   2.3. Candelstick Charts ........................................................................................................7   3. Trendanalyse....................................................................................................................8   3.1. Trendfolgeformationen ..................................................................................................8   3.2. Trendumkehrformationen............................................................................................11   3.3. Widerstand und Unterstützung....................................................................................12   4.   Candlestick Analyse............................................................................................13   4.1. Dojis & Drehtops .........................................................................................................14   4.2. Hammer & hängender Mann.......................................................................................15   4.3. Fenster ........................................................................................................................16   4.4. Sterne..........................................................................................................................16   4.5. Verschlingende Linien.................................................................................................17   5. Indikatoren in Trendfolgesystemen .......................................................................18   6. Kritik.......................................................................................................................20   7. Quellenverzeichnis ................................................................................................21   Literatur ..............................................................................................................................21   Abbildungen .......................................................................................................................21  
  3. 3. 3 Abbildungsverzeichnis   Abb. 1 Linienchart ............................................................................................................... 6   Abb. 2   Balkenchart........................................................................................................... 6   Abb. 3   Candelstick Chart.................................................................................................. 7   Abb. 4   Rechteck Formationen.......................................................................................... 9   Abb. 5   Flaggen Formation.............................................................................................. 10   Abb. 6   Wimpel Formation............................................................................................... 10   Abb. 7   Symmetrische Dreiecke...................................................................................... 10   Abb. 8   Kopf- Schulter- Formation................................................................................... 11   Abb. 9   Wiederstand und Unterstützung ......................................................................... 12   Abb. 10   Candlesticks.................................................................................................... 14   Abb. 11   Dojis und Drehtops.......................................................................................... 15   Abb. 12   Hammer und Hanging Man ............................................................................. 16   Abb. 13   Morning Star und Evening Star ....................................................................... 17   Abb. 14   Verschlingende Linien..................................................................................... 18    
  4. 4. 4 1.  Einführung  in  das  Thema   Diese Arbeit wird im Rahmen des Schwerpunktmoduls „Gesamtwirtschaft und Finanzmärkte“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Ingolstadt erstellt und diskutiert als Thema die Charttechnische Analyse. Im Folgenden wird zunächst eine kurze Gegenstandsbestimmung vorgenommen, um die Frage zu klären „Worum es sich bei der Charttechnischen Analyse überhaupt handelt?“. Im Anschluss daran wird eine Abgrenzung zu einer weiteren Analysemethode, der Fundamentalanalyse, vorgenommen und die für die Chartanalyse relevanten Charts werden beschrieben. Im Weiteren werden dann jeweils die bedeutendsten Analysemethoden dargestellt, um zum Schluss der Arbeit die Charttechnische Analyse einer kritischen Begutachtung zu unterziehen. Das Ziel dieser Seminararbeit ist es, dem Leser die Methodik der Charttechnischen Analyse näher zu bringen und einen ersten Überblick zu verschaffen. 1.1.  Definition  der  Charttechnischen  Analyse   Die Charttechnische Analyse von Aktien ist eine Methode bei der versucht wird Kursbewegungen und zukünftige Marktentwicklungen durch das Betrachten vergangener Kursverläufe zu prognostizieren. Als Analyseinstrumente dienen die Kurse der Vergangenheit und das Volumen des Handels. Beides wird dazu verwendet die Charts zu erstellen. Die technische Analyse basiert im Wesentlichen auf drei Prinzipien: 1. „Eine Markthandlung ändert alles“ Es wird davon ausgegangen, dass der tatsächliche Kurs alle Informationen, die dem Markt bekannt sind und die den Markt betreffen, enthält. Folglich wird sich in der technischen Analyse nur mit den Kursbewegungen an sich und nicht mit den dahinter liegenden Gründen beschäftigt. 2. „Kurse bewegen sich in Trends“ Die technische Analyse wird verwendet, um Marktverhaltensmuster zu identifizieren. Von diesen Marktverhaltensmustern können Trends oder Handelssignale abgeleitet werden. Außerdem gibt es Muster die sich regelmäßig wiederholen. 3. „Die Geschichte wiederholt sich“ Devisenchartmuster werden seit über 100 Jahren erkannt und kategorisiert und die Art und Weise, wie sich viele Muster wiederholen, führt zu dem Schluss, dass sich die menschliche Psychologie im Lauf der Zeit nur wenig ändert.
  5. 5. 5 1.2.  Abgrenzung  von  der  Fundamentalanalyse   Für die Analyse von Aktien gibt es einen weiteren Ansatz, der verschiedener nicht sein könnte. Dieser Ansatz wird als Fundamentalanalyse bezeichnet. Mit Hilfe der Fundamentalanalyse versucht man, den „inneren Wert“ einer Aktie zu bestimmen. Der „Innere Wert“ ist ein Wert, der der Aktie von einem bewertenden Subjekt beigelegt wird. Zur Bestimmung dieses Wertes werden Kennzahlen, wie z. B. der Dividendenertragswert, Bilanzwert und Liquidationswert herangezogen. Trotz der Fundamentalen Analyse weichen die Kurse oft stark von den daraus resultierenden Empfehlungen ab. 2.  Chartarten   Das primäre Werkzeug eines Technischen Analysten stellt der Kurschart dar. Von diesen Kurscharts gibt es verschiedene Formen, welche im Folgenden beschrieben werden. Gemeinsam haben allerdings alle Charts, dass ihnen ein Koordinatensystem zugrunde liegt, in dem auf der x-Achse die Zeitskala und auf der y-Achse die Kurswerte abgetragen sind. Die Zeiteinteilungen der x-Achse können je nach der gewählten Betrachtungsweise (kurz- oder langfristig) des Anlegers variieren. Es ist folglich also möglich Charts mit beliebigen Zeitintervallen zu konstruieren. Hierbei ist beispielsweise eine Einteilung nach Jahren, Monaten, Wochen, Tagen und sogar Intraday, also alle 60 oder 30 Minuten, möglich. 2.1.  Liniencharts   Liniencharts stellen die einfachste Form der Kurscharts dar. Bei ihnen wird nur der Schlusskurs des jeweiligen Handelstages abgebildet. Somit werden Kursschwankungen durch Hoch- und Tiefkurse an einem Handelstag völlig vernachlässigt, was dazu führt, dass es bei der Chartanalyse zu Ungenauigkeiten kommen kann. Es gibt aber auch Charttechniker die bevorzugt nur die Schlusskurse betrachten wollen, da sie davon ausgehen, dass Hochs und Tiefs das Gesamtbild verzerren. Manche Charts können auch nur als Liniencharts dargestellt werden. Hierzu gehören zum Beispiel Intraday-Charts, die jeden Handelsabschluss (Tick) als eigenen Wert darstellen.
  6. 6. 6 Abb. 1 Linienchart 2.2.  Balkencharts   Der Balkenchart ist die mit am meisten verbreitete Art der Kursdarstellung. Balkencharts gibt es in Form von Monats-, Wochen- und Tages-Balkencharts. Das dementsprechende Zeitintervall wird durch eine senkrechte Linie dargestellt, die sich vom Tiefstkurs bis zum Höchstkurs erstreckt. Der Eröffnungskurs des Intervalls wird durch einen waagerechten Strich an der linken Seite und der Schlusskurs durch einen waagerechten Strich an der rechten Seite des Balkens symbolisiert. Abb. 2 Balkenchart
  7. 7. 7 2.3.  Candelstick  Charts   Candelstick Charts sind die ältesten technischen Analyseansätze und wurden bereits im 16. Jahrhundert zur Analyse der Reispreisentwicklung in China eingesetzt. Ihren Namen erhielten sie von der kerzenähnlichen Form der Darstellung eines Tageskurses. Dieser ergänzt den Balkenchart, um die Dimension der Farbe. Fallende Kurse werden durch einen schwarzen bzw. roten Kerzenkörper und steigende Kurse durch einen weißen oder auch grünen Kerzenkörper angezeigt. Auf diese Weise ist durch den farblichen Aspekt direkt eine Trendentwicklung erkennbar. Der Kerzenkörper an sich wird durch die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs abgebildet, was einen zweidimensionalen Körper erzeugt. Die im Zeitintervall darüberhinaus gehenden Kursschwankungen werden durch einen Strich am oberen Ende des Körpers angezeigt. Dieser Strich wird als oberer Schatten oder Docht bezeichnet. Die, den Kerzenkörper unterschreitenden Schwankungen werden ebenfalls durch einen Strich dargestellt, welcher unterer Schatten oder Lunte heißt. Diese Charakteristika führen dazu, dass die Ähnlichkeit zu einer Kerze entsteht. Insgesamt bieten Candelstick Charts mehr visuelle Information als Balkencharts. Eine detaillierte Beschreibung von einzelnen Candelstick Formationen und die dazugehörige Interpretation folgt im weiteren Verlauf dieser Arbeit. (Schwager 2003, S. 34) Abb. 3 Candelstick Chart
  8. 8. 8 3.  Trendanalyse   Das Erkennen von Markttrends bietet die besten Möglichkeiten für Anleger Gewinne zu erzielen. Deswegen besteht das grundlegende Ziel der Chartanalyse darin, Kurstrends zu identifizieren und definieren. Ein Aufwärtstrend kann durch die Abfolge immer höherer Hochs und höherer Tiefs festgelegt werden. Ein intakter Aufwärtstrend besteht daher nur solange, bis der Punkt eines vorangegangenen Tiefs durchbrochen wird. Dies kann als warnendes Signal interpretiert werden und darauf hinweisen, dass der Trend ein Ende findet oder sich umkehrt. Ein Abwärtstrend wird durch eine Abfolge immer tieferer Tiefs und tieferer Hochs angezeigt. Ein Abwärtstrend gilt als intakt, bis das Niveau eines früheren relativen Hochs überschritten wird. (Schwager 2003, S. 46) Trends werden zumeist durch sogenannte Trendlinien identifiziert. Ein Aufwärtstrend wird durch das Verbinden der Kursminima mit einer Geraden herausgestellt. Bei Abwärtstrends sollte es möglich sein auf die Kursmaxima eine Gerade zu legen. Werden diese Trendlinien durchbrochen kann dies ein Signal dafür sein, dass es zu einer Trendwende kommt. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn der Durchbruch gleichzeitig mit hohen Umsätzen einhergeht. Grundsätzlich genügen für die Festlegung einer Trendlinie bereits zwei Punkte. Die Signifikanz einer solchen Linie steigt je mehr Bestätigungspunkte die Trendlinie hat, je länger sie andauert und je tiefer sie ansetzt. (Braun 2007, S. 44) Ist es möglich die Hoch- und Tiefpunkte eines Kursverlaufes zu verbinden, spricht man von einem Trendkanal. Diese Trendkanäle können für Spekulationen genutzt werden, indem der Anleger an den jeweiligen Tiefpunkten einsteigt und zu den Höchstkursen verkauft. Diese Art des Anlegens gilt allerdings als höchst spekulativ, da man nie mit Sicherheit sagen kann, ob sich eine solche Trendentwicklung in Zukunft fortsetzt. 3.1.  Trendfolgeformationen   Bei Kursbewegungen, die sich nach langfristigen Auf- oder Abwärtsbewegungen in seitlicher Richtung weiterentwickeln spricht man von Trendfolgeformationen. Es wird gewissermaßen eine „Verschnaufpause“ eingelegt. In dieser sehr kurzen Phase sind die Umsätze verhältnismäßig gering, solange bis sich der Trend wieder fortsetzt. Insgesamt bestätigen Trendfolgeformationen nur den Trend und geben keine Kauf- oder Verkaufssignale. Im weiteren Verlauf werden nun die bekanntesten Formationen Rechteck, Symmetrisches Dreieck, sowie Flaggen und Wimpel vorgestellt. (Braun 2007, S. 46)
  9. 9. 9 3.1.1.  Rechteck-­‐Formation   Die Rechteck-Formation ist auch unter den Namen Trading Range, Seitwärtsbewegung und Konsolidierungsphase bekannt. Sie tritt zumeist in Phasen auf, in denen es bei der Trendbewegung zu Pausen kommt. Hierbei bewegt sich der Kurs zwischen zwei parallelen horizontalen Linien. Die obere ist dabei die Widerstandslinie, die untere die Unterstützungslinie. Der Kurs bewegt sich zumeist in einer Zeitspanne von ein bis drei Monaten innerhalb dieser Bandbreite, solange bis ein Schlusskurs außerhalb dieser Formation erreicht wird Dies kann ein Anzeichen dafür sein, in welche Richtung sich der Kurs in nächster Zeit bewegen wird. Je länger die Seitwärtsbewegung dauert, desto geringer werden die getätigten Umsätze. Diese steigen erst dann wieder an, wenn es zu einem Ausbruch aus dem Rechteck kommt. (Schwarzhaupt 2000, S. 16) Abb. 4 Rechteck Formationen 3.1.2.  Flaggen  und  Wimpel   Im Gegensatz zur Rechteck-Formation ist der Ausbildungszeitraum einer Flagge oder eines Wimpels deutlich kürzer und umfasst nur eine bis maximal vier Wochen. Beide Formationen sind trendbestätigend und stellen innerhalb einer Trendbewegung eine Pause dar. Zu Beginn einer Flagge bzw. eines Wimpels erfolgt in wenigen Tagen bei hohen Umsätzen ein starker Kursanstieg, der den Fahnenmast darstellt an dem sich die Flagge oder der Wimpel anschließt. Sowohl die Ausbildung der Flagge, als auch die Ausbildung des Wimpels erfolgt während einer Konsolidierungsphase. Hierbei bewegt sich der Kurs bei der Flagge zwischen zwei parallelen Linien und beim Wimpel zwischen zwei spitz zulaufenden Linien. Beide Formationen sind immer leicht gegen den vorherrschenden Kurstrend geneigt. Kommt es zu einem Ausbruch des Kurses aus der Konsolidierungsform, bei gleichzeitig steigenden Umsätzen, gilt die Formation als beendet und der Kurs als bestätigt.
  10. 10. 10 Abb. 5 Flaggen Formation Abb. 6 Wimpel Formation 3.1.3.  Symmetrisches  Dreieck   Die Dreiecksformation ist eine der am häufigsten vorkommenden Formationen. Es kann erst dann eingezeichnet werden, wenn dem Charttechniker vier Punkte zur Verfügung stehen. Die ersten zwei sind ein deutliches Hoch und Tief, die nächsten sind ein späteres, niedrigeres Hoch, sowie ein weiteres, höheres Tief. Innerhalb des Dreiecks sind die Umsätze sehr niedrig. Ein Trendsignal kommt erst dann zustande, wenn der Kurs die spitz zusammenlaufenden Trendlinien in ihrer Spitze nach oben oder nach unten verlässt. Die durchbrochene Linie wird infolge dessen entweder zu einer Widerstands- oder Unterstützungslinie. (Schwarzhaupt 2000, S. 20) Abb. 7 Symmetrische Dreiecke
  11. 11. 11 3.2.  Trendumkehrformationen   Normalerweise kehren sich Trends nicht abrupt um, sondern benötigen Zeit zur Trendwende. In dieser Zeit können sich Trendumkehrformationen herauskristallisieren, welche die Verlagerung der Angebots- und Nachfragesituation widerspiegeln und den Trendwechsel ankündigen. Innerhalb der Charttechnischen Analyse wird den Trendumkehrformationen eine deutlich höhere Bedeutung, als den Trendfolgeformationen beigemessen, da sie konkrete Kauf- oder Verkaufssignale liefern. Im Folgenden werden zwei der wichtigsten Umkehrformationen genauer beleuchtet. (Braun 2007, S.50) 3.2.1.  Schulter-­‐Kopf-­‐Schulter-­‐Formation   Eine sehr bekannte und häufig auftretende Formation ist die Schulter-Kopf-Schulter- Formation, die auch S-K-S abgekürzt wird. Ihr charakteristisches Merkmal ist die Ausprägung von drei deutlichen Kursspitzen, bei der die Erste und Dritte zu meist geringer ausgebildet sind als die Mittlere. Der erste und dritte Ausschlag bildet hierbei die Schulter und der starke Mittlere den Kopf. Die Tiefpunkte zwischen dem Kopf und den Schultern werden zur Nackenlinie verbunden und stellt eine Widerstandslinie dar. Wird diese Widerstandslinie nach der Vollendung durchbrochen, generiert sich ein Verkaufssignal. Die S-K-S- Formation gibt es auch in umgekehrter Form und kündigt dann, den Wechsel eines Abwärtstrends in einen Aufwärtstrend an. Der Kopf wird hierbei durch das Tiefenextremum gebildet und die Schultern liegen etwas höher. Wird die Nackenlinie, die dieses Mal durch die Hochpunkte zwischen den Schultern und dem Kopf verläuft, durchbrochen wird ein Kaufsignal erzeugt. (Braun 2007, S. 50) Abb. 8 Kopf- Schulter- Formation
  12. 12. 12 3.2.2.  V-­‐Formation   Das bemerkenswerte an dieser Formation ist die Geschwindigkeit mit der sie einen abrupten Trendwechsel abbildet. Dieser vollzieht sich so schnell, dass er häufig erst nach seiner Vollendung identifiziert werden kann. V-Formation schließen sich häufig an einen länger dauernden Kursabschwung an, der dazu führt, dass sich die letzten Anleger meist durch schlechte Nachrichten dazu gedrängt fühlen ihre Anteile ebenfalls zu verkaufen. Die Folge hieraus ist ein panikartiger Ausverkauf. Da es sich hierbei um eine Negativübertreibung handelt, die fundamental keinerlei Rückhalt hat, steigt der Kurs sprungartig wieder an. Dadurch gleicht der Kursverlauf einem „V“. Findet dies bei steigenden Umsätzen statt wird ein klares Verkaufssignal generiert. 3.3.  Widerstand  und  Unterstützung   Neben den Trendlinien zählen auch die Widerstands- und Unterstützungslinien zu den wichtigsten Hilfsmitteln der Chartanalyse. Eine Widerstandslinie wird immer durch eine waagerechte Linie über dem aktuellen Kurs dargestellt und durch mehrere gleiche Hochs erzeugt. Das Kursniveau, welches durch die Widerstandslinie wiedergespiegelt wird, kann nicht überschritten werden, da das Angebot in diesem Punkt die Nachfrage übertrifft und somit die Aufwärtsbewegung aufhält. Die Unterstützungslinie bildet das Gegenstück dazu. Hierbei wird ebenfalls eine waagerechte Linie unter dem Kurs über mehrere gleiche Tiefs gezogen. In diesem Fall ist das Angebot niedriger als die Nachfrage. (Braun 2007, S.46) Abb. 9 Wiederstand und Unterstützung Der Grund für die Ausbildung solcher Linien liegt in der Psychologie der Anleger. Anleger, die eine Aktie an einem Hochpunkt gekauft haben und danach in eine Verlustzone geraten sind wollen die Aktie möglichst ohne Verluste verkaufen. Erreicht die Aktie folglich wieder das Niveau des Einstiegs wird sie schnellstmöglich verkauft.
  13. 13. 13 Es entsteht ein erhöhtes Angebot und der Kurs fällt, sodass der Widerstand entsteht. Mit Unterstützungslinien verhält es sich ähnlich. Steigt der Kurs eines Papiers wider Erwarten an, werden sich Anleger ärgern, die diese Aufwärtsbewegung verpasst haben. Fällt der Kurs allerdings in die Richtung des Ausgangspunkts werden die Anleger den Kauf nachholen, um verpasste Kursgewinne einzustreichen. Die Nachfrage übertrifft das Angebot und die Unterstützungslinie wird ausgebaut. Bei Widerstands- und Unterstützungslinien ist noch ein weiteres Phänomen zu beachten. Widerstände und Unterstützungen orientieren sich häufig an historischen Hoch- und Tiefpunkten, sowie an runden Zahlen, wie beispielsweise der Dax 8000 Marke. Dies hängt damit zusammen, dass sich solche Werte besonders gut in der Psyche der Anleger festigen. Die Bedeutung von Wiederstands- und Unterstützungslinien nimmt zu, je häufiger sie getestet und bestätigt wurde und je länger der Kurs auf dem jeweiligen Niveau verharrt. Ein Durchbruch einer solchen Linie gilt erst dann als gravierend, wenn sie mindestens um drei bis fünf Prozent über- bzw. unterschritten wurde. Dies ist besonders bei hohen Umsätzen signifikant. Nach einem solchen Durchbruch wandelt sich die Linie ins Gegenteil. Das heißt, aus einem Widerstand wird eine Unterstützung und umgekehrt. (Braun 2007, S. 46) 4. Candlestick  Analyse   Ähnlich wie Linien- und Balkencharts können auch Candlestick Charts analysiert werden. Steve Nison war einer der ersten Analysten, der die Kerzencharts in der westlichen Hemisphäre bekannt machte. Obwohl es die japanischen Kerzencharts schon seit Jahrhunderten gibt, sind sie erst in den achtziger Jahren in den ersten Publikationen aufgetaucht. Innerhalb weniger Jahre sind die Candlestick Charts zu einem der Hauptbereiche in der Technischen Analyse geworden. Der größte Vorteil ist der bessere visuelle Blick auf die Bewegungen des Marktes den die Kerzen vermitteln können. Dazu kommt, dass die meisten bekannten Methoden zur Auswertung von Linien- oder Balkencharts auch auf die Kerzencharts angewendet werden können. Im Gegensatz zu den Liniencharts legen die Kerzencharts ein spezielles Augenmerk auf den Eröffnungs- und Schlusskurs. Die Differenz der Eröffnung und des Schlusses bilden den Körper der Kerze. Wenn der Schlusskurs über der Eröffnung liegt ist dieser Körper weiß gefärbt. Eine Serie weißer Körper deutet auf einen Aufwärtstrend hin und wird als „bullisch“ bezeichnet. Befindet sich der Schlusskurs unter der Eröffnung ist der Körper schwarz ausgefüllt.
  14. 14. 14 Analog beschreibt eine Serie aus schwarzen Körpern einen Abwärtstrend und wird als „bärisch“ bezeichnet. Sowohl oben, als auch unten entspringen die sogenannten Schatten aus den Körpern der Kerze. Der obere Schatten wird dabei als Docht, der untere Schatten als Lunte bezeichnet. Diese geben Auskunft über Höchst- bzw. Tiefstwerte des betrachteten Zeitraums (Darell 2008, S. 115). Abb. 10 Candlesticks Bei der Analyse von Candlestick Charts wird die Konzentration nicht auf Formationen gelegt, sondern es gibt etliche Deutungen für einzelne Kerzen. Die Kerzenchartanalyse beschäftigt sich mehr mit der Stimmung der Spekulanten und dem Bild des Gesamtmarktes, als mit Formationen der Charts. Kerzencharts sind aber nicht losgelöst von anderen Analysemethoden zu betrachten, vielmehr geben sie ergänzend eine neue Perspektive auf die Geschehnisse im Markt. Dabei fällt auf, dass die Analyse der Kerzen mehr einer Kunstform als einer Wissenschaft gleicht. Die gängigsten Kerzenchart- Muster sollen im Folgenden veranschaulicht und ihre Bedeutung erklärt werden. 4.1.  Dojis  &  Drehtops   Ein Doji ist eine Kerze, bei der Eröffnungs- und Schlusskurs sehr eng zusammen liegen oder identisch sind, damit weißt es einen kleinen bzw. keinen vorhandenen Kerzenkörper auf. Wenn ein Doji in einem Seitwärtstrend auftritt, wird der Trend zusätzlich bestätigt. Die Marktsituation, ist demnach Unentschlossenheit zwischen den Bären und den Bullen.
  15. 15. 15 Bei einem Aufwärts- oder Abwärtstrend, kann ein Doji ein Anzeichen dafür sein, dass der Markt vor einer Kurswende steht. Der Doji zeigt in jedem Fall, dass eine lang angehaltene Stimmung in einem Markt plötzlich in Frage gestellt wird und sich voraussichtlich bald wendet (Schwager 1998, S. 307). Dojis, die einen kleinen Kerzenkörper besitzen werden auch als Drehtops (spinning tops) bezeichnet. Der kleine Körper bedeutet, dass der Markt mit einer geringen Differenz zwischen Eröffnung und Schluss notiert. Daraus lässt sich ebenfalls eine Ungewissheit des Marktes schließen. Abb. 11 Dojis und Drehtops   4.2.  Hammer  &  hängender  Mann   Die Eröffnungs- und Schlusskurse eines Hammers liegen ebenso eng beieinander. Der untere Schatten ist dabei mindestens doppelt so lang wie der Körper selbst und der obere Schatten ist sehr kurz oder nicht vorhanden. Die Kerze ähnelt damit einem Hammer und sie „klopft“ den vorherrschenden Trend ab. Wenn der Hammer auf eine starke Abwärtsbewegung folgt, kommt der Markt oftmals wieder zurück, um die Unterstützungszone des Hammers zu testen und vergrößert dabei seine Basis. Daraus kann eine mögliche Umkehr des Trends in eine Aufwärtsbewegung geschlossen werden, wenn der Markt auf Höhe der beiden Hämmer bullisch wird und nach oben ausbricht. Der Körper des Hammers kann dabei sowohl schwarz, als auch weiß sein (Darrell 2008, S. 119). Das Gegenstück des Hammers ist der sogenannte Hängende Mann (hanging man). Im Gegensatz zu einem Hammer tritt der hängende Mann nach einem längeren Aufwärtstrend auf. Der Aufbau der beiden Formationen ist dabei exakt gleich. Sie unterscheiden sich nur durch den vorangegangenen Kursverlauf. Der lange untere
  16. 16. 16 Schatten des hängenden Mannes zeigt, dass noch genügend Kaufkraft im Markt vorhanden ist. Deswegen muss nach einem hängenden Mann auf ein bärisches Signal gewartet werden. Folgt dieses nicht, ist das bärische Potenzial des hängenden Mannes unwirksam (Darrell 2008, S. 119). Beide Formationen gestalten sich als Tester, ob der Trend weiterhin fortgeführt wird oder sich eine Kurswende anbahnt. Diese Formationen zeigen deutlich, wie viele Informationen aus einer einzigen Kerze gezogen werden können. Dabei soll aber nochmals betont werden, dass die Aussagen erst nach einem Blick auf die Gesamtsituation rund um die Kerze getroffen werden können. Abb. 12 Hammer und Hanging Man 4.3.  Fenster   Das Fenster in einem Candlestick Chart entspricht dem Gap in einem Balkenchart. Ein steigendes Fenster entsteht, wenn das Tief des unteren Schattens vom Tag über dem Hoch des oberen Schattens vom Vortag liegt. Analog entsteht ein fallendes Fenster, wenn das Hoch des oberen Schattens vom Tag unter dem Tief des unteren Schattens vom Vortag liegt. Fenster bestätigen den vorherrschenden Trend. Ein steigendes Fenster zeigt, dass der bullische Trend erhalten bleibt und ein fallendes Fenster verdeutlicht als bärisches Signal, ein weiteres Bestehen des Abwärtstrends (Schwager 1998, S. 321f). 4.4.  Sterne   Es gibt in der Analyse der Candlestick Charts vier verschiedene Stern- Kombinationen. Alle weisen daraufhin, dass der Markt an Potenzial verliert und sich auf eine Trendwende zubewegt.
  17. 17. 17 Der Abendstern (evening star) und der Morgenstern (morning star) haben im Idealfall Fenster vor und nach dem Stern. Der Abendstern bringt eine Kerze mit einem schmalen Körper nach einem größeren weißen Körper mit sich und wird gefolgt von einer größeren schwarzen Kerze. Damit wird das Top eines Kurses bestätigt. Der Morgenstern kommt am „Boden“ eines Trends vor, wenn eine größere schwarze Kerze von einem Stern mit einem schmalen Körper und einem großen weißen Körper gefolgt wird (Schwager 1998, S. 319f). Ist der Körper des Sterns nicht vorhanden spricht man von einem Djoistern. Diese gelten als sehr wichtig an einem Markttop. Dennoch sollte, wie bei Hammer und hängendem Markt, die Bewegung der nächsten Kerzen abgewartet werden, um einen Trendwechsel bestätigen zu können. Die Sternschnuppe (shooting star) ist die letzte Sternformation und ist genaugenommen ein Hammer der auf dem Kopf steht. Sternschnuppen zeigen sich immer an Markttops und haben an einem schmalen Körper einen langen oberen Schatten. Sternschnuppen bilden damit nach oben die Widerstandszonen für den Kurs (Darrell 2008, S. 122). Abb. 13 Morning Star und Evening Star 4.5.  Verschlingende  Linien   Verschlingende Linien (engulfing lines) unterscheiden sich in ihrer Farbe und Lage. Bärische verschlingende Linien sind große schwarze Kerzen, die im Laufe eines Aufwärtstrends vorkommen und die weißen Kerzen des Vortages verschlingen. Der schwarze Körper ist sowohl nach unten, als auch nach oben größer als der weiße Körper (Schwager 1998, S. 314f).
  18. 18. 18 Bullische verschlingende Linien sind große weiße Kerzen, die sich während eines Abwärtstrends zeigen und den schwarzen Körper des vergangenen Börsentags verschlingen. Analog zu einer bärischen verschlingenden Linie ist der weiße Körper sowohl nach unten als auch nach oben größer als der schwarze Körper (Schwager 1998, S. 314f). Abb. 14 Verschlingende Linien Neben den genannten Mustern gibt es noch eine große Anzahl an weiteren Kerzenchart- Formationen mit wieder anderen Bedeutungen und Schlussfolgerungen. Diese Fülle an Mustern macht die Kerzenchartanalyse zu einer Kunstform, die viel Freiraum für individuelle Interpretation lässt. Eine einzelne Kerze hilft aber meistens wenig, um die aktuelle Marktsituation realitätsnah einzuschätzen. Der Blick sollte sich immer auf das Gesamtbild der Kerzencharts richten und im besten Fall in Kombination mit anderen Analysemethoden gebraucht werden. 5.  Indikatoren  in  Trendfolgesystemen   Die Analyse von Charts, Marktteilnehmern oder der Marktstruktur decken oftmals sehr viele Informationen zu vorherrschenden Trends auf. Die Indikatoren dienen dazu diese Informationen zu quantifizieren und damit ein anschauliches Gesamtbild auf die Verteilung der Kräfte im Markt zu liefern. Das Schwerste ist einen Trend als solchen zu erkennen und im weiteren Verlauf seine Bewegungen vorauszuahnen. Im Folgenden wird einer der bekanntesten Trendfolge- Indikatoren, der Gleitende Durchschnitt, vorgestellt und seine Arbeitsweise analysiert. Ein Durchschnitt ist definiert als „Das numerische Ergebnis, erhalten durch die Summe von zwei oder mehr Größen dividiert durch die Anzahl der Größen“.
  19. 19. 19 Ein gleitender Durchschnitt ist damit ein Durchschnitt der sich „bewegt“, wenn neue Werte hinzukommen und die Anzahl an Größen sich vermehrt. Es gibt unzählige Kombinationsmöglichkeiten bei gleitenden Durchschnitten und deren Zeitperioden. Neben dem einfachen gleitenden Durchschnitt gibt es noch den gewichteten gleitenden Durchschnitt bei dem die Kurse unterschiedlich gewichtet werden. Beispielsweise werden die neueren Kurse stärker gewichtet als Kurse die weiter in der Vergangenheit liegen. Des Weiteren gibt es noch den exponentiellen Durchschnitt, bei welchem ebenfalls eine Gewichtung der Kurse eine Rolle spielt. Der Einfachheit halber wird in dieser Arbeit nur der einfache gleitende Durchschnitt behandelt, da das Grundprinzip der gleitenden Durchschnitte immer dasselbe ist und sich die Aussagekraft untereinander nicht nachweislich stark unterscheidet (Schwager 1998, S. 647). Für einen Durchschnitt werden zuerst die Werte ausgewählt. Die einfachste Methode ist es, die Schlusskurse der jeweiligen Tage zu nehmen. Es ist aber auch denkbar einen gleitenden Durchschnitt aus dem Mittelwert des Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs zu verwenden. Daneben kann auch mit einem gleitenden Durchschnitt der Hochkurse und einem der Tiefkurse ein Kanal auf dem Chart erzeugt werden, mit dessen Hilfe Handelsentscheidungen getroffen werden können. Jeder gleitende Durchschnitt kann individuell angepasst und erweitert werden, es muss aber beachtet werden, dass egal welche Kombination gewählt wird der gleitende Durchschnitt dem Markt immer verzögert folgt, da es sich um Vergangenheitswerte handelt (Darrell 2008, S. 140). Die Grundaussage jedes gleitenden Durchschnitts ist immer gleich. Liegen die Kurse über dem Durchschnitt, gibt es einen höheren Kauf- als Verkaufsdruck. Analog entsteht ein größerer Verkaufs- als Kaufdruck, sobald die Kurse unterhalb des gleitenden Durchschnitts fallen. Grundsätzlich müssen sich Anwender eines gleitenden Durchschnitts entscheiden zwischen einem schnellen, sensiblen System, dass häufig falsche Signale abgibt oder einem langsamen, ausgeglichenen System, dass keine kurzfristigen Adaptionen zulässt dafür aber wenig Fehlsignale ausgibt (Darrell 2008, S. 145). Abschließend lässt sich sagen, dass gleitende Durchschnitte in keiner Kombination vollständige Indikatoren sind. Die Fokussierung auf Durchschnitte verhindert Spekulanten die Möglichkeit, am absoluten Bottom oder Top ein- oder auszusteigen, da ein Handelssignal durch den gleitenden Durchschnitt erst nach Erreichen der Extrema ausgegeben wird. Außerdem sollte trotz Handelssignal weiter abgewartet werden, da der Kurs wie bei vielen anderen Analysemethoden seine Möglichkeiten testet. Eine Aussage über Trendfolge oder Trendbruch lässt sich damit erst nach abwarten dieser Testphase treffen.
  20. 20. 20 6.  Kritik   Die Charttechnische Analyse ist zu einem festen Bestandteil an den Börsen dieser Welt geworden. Dennoch darf man bei den viele Formationen, Charts und Analysemethoden nicht auf einem Auge blind werden. Der letzte Abschnitt dieser Arbeit befasst sich mit der Kritik an der Charttechnik und beleuchtet die präsentierten Methoden aus einem völlig neuen Winkel. Die Basis für alle Aussagen der Charttechnischen Analyse sind Vergangenheitswerte. Viele Informationen des Marktes sind in diesen Kurswerten enthalten und doch muss man sich die Frage stellen. „Kann aus der Vergangenheit wirklich wesentliches Wissen für die zukünftigen Kurse gewonnen werden?“. Die Annahme der Charttechniker ist schwer zu stützten, denn wenn man sich ausschließlich mit der Technischen Analyse beschäftigt wird oft ein ganz essentieller Teil vergessen. Das Geschehen in der realen Wirtschaft, Einflüsse der Gegenwart und grundsätzliche Vorgänge der Volkswirtschaft werden durch die Vergangenheitswerte nicht wiedergegeben und fehlen damit in der Bewertung der Analyse. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist der Anschein einer „Selbsterfüllenden Prophezeiung“ bei den Vorgängen der Charttechnischen Analyse. Wenn viele Trader nach demselben Schema handeln und durch die Technische Analyse bestimmte Prognosen treffen, werden sich die Prognosen durch ihr eigenes Tun und Handeln von selbst erfüllen. Jeder dieser Trader agiert entsprechen seinen Zielen und der Kurs wird sich dadurch auch exakt analog zu ihren Analysen entwickeln. Der letzte Punkt wird von vielen Chartanalysten betont. „Die Charttechnische Analyse ist eine Kunstform und keine Wissenschaft“. Gerade die Analyse der japanischen Kerzencharts hat viel Spielraum offen für individuelle Interpretationen. Der Technischen Analyse wird zu viel Bedeutung zugerechnet, um sie vollkommen außer Acht zu lassen. Im Gegensatz dazu, darf sie aber auch nicht als der „heilige Gral“ gesehen werde. Es sollte jeder einen individuellen Kompromiss finden wie und wo er die Charttechnische Analyse einsetzt. Abschließen lässt sich sagen, dass keine Analysemethode einzeln betrachtet werden sollte. Sondern vielmehr eine Kombination verschiedenster Methoden am erfolgversprechendsten erscheint.
  21. 21. 21 7.  Quellenverzeichnis   Literatur   1. Schwager, Jack D.: Schwager über Technische Analyse : Einstieg Anwendung Vertiefung. München : FinanzBuch Verlag, 2003. 2. Braun, Johannes: Aktienanalyse : Fundamentalanalyse, Technische Analyse und Behavioral Finance. Saarbrücken : VDM Verlag Dr. Müller, 2007. 3. Schwarzhaupt, Andreas: Grundkurs Technische Analyse : Chart-Formationen. München : FinanzBuch Verlag, 2000. 4. Murphy, John J.: Technische Analyse der Finanzmärkte. Grundlagen, Methoden, Strategien, Anwendungen. München : FinanzBuch Verlag, 2003. 5. Jobman, Darrell R.: Die ganze Welt der Technischen Analyse : Erfolgreich mit Indikatoren, Charts & Co.. München : FinanzBuch Verlag, 2008. Abbildungen   Abb. 1: Dax Chart, erstellt mit dem Chart Analyser von www.comdirect.de. Abb. 2: Dax Chart, erstellt mit dem Chart Analyser von www.comdirect.de. Abb. 3: Dax Chart, erstellt mit dem Chart Analyser von www.comdirect.de. Abb. 4: http://img.boerse.de/charts/rechtecke_charts.jpg Abb. 5: http://img.boerse.de/charts/flaggen_und_wimpel_charts.jpg Abb. 6: http://img.boerse.de/charts/flaggen_und_wimpel_charts.jpg Abb. 7: http://img.boerse.de/charts/symmetrische_Dreiecke_charts.jpg Abb. 8: http://img.boerse.de/charts/SchulterKopfSchulterFormation_charts.jpg Abb. 9: http://www.zyklische-aktienkursprognose.de/images/abb06-widerstandslinien- unterstuetzungslinien-g.gif Abb. 10: http://www.forexseminar.de/wp-content/uploads/2008/12/candlesticks1.gif Abb. 11: http://stockcharts.com/school/data/media/chart_school/chart_analysis/heikin_ashi/hashi- 03-dojispin.png Abb. 12: http://stockcharts.com/school/data/media/chart_school/chart_analysis/introduction_- to_candlesticks/candle4- hammerhanging2.gif Abb. 13: http://www.tradeforextrading.com/index.php/morningstar-eveningstar-candlesticks Abb. 14: http://www.tradeforextrading.com/index.php/morningstar-eveningstar-candlesticks

×