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Medikamentöse Behandlung von Tinnitus<br />P. Kreuzer<br />
Übersicht über zugelassene 	<br />			Medikamente bei Tinnitus<br />
Derzeit <br />keine zugelassenen <br />Medikamente für <br />Tinnitus<br />auf dem Markt<br />
Medikation bei Tinnitus<br />„schlechte Nachricht“<br />„gute Nachricht“<br />Es gibt keine Medikamente mit gesicherter Wi...
Fallbeispiel: Herr Meier<br />Herr Meier, 47 Jahre alt, gelernter Elektromeister, selbstständig beschäftigt, verheiratet, ...
Herr Meier<br />„In welcher Situation stört Sie Ihr <br />Tinnitus denn am allermeisten?“<br />
Weiter nachgefragt… 	<br />Herr Meier berichtet auf behutsame Nachfrage, er leide unter Ängsten, mache sich massiv Sorgen ...
Tinnitus und Angst<br />Pregabalin (Lyrica®): <br />Neuropathische Schmerzen im Erwachsenenalter<br />Zusatztherapie bei E...
Herr Meier: weitere Screeningfragen<br />Whooley et al. N Engl J Med. 2000;343:1942-1950<br />
Und weiter geht’s mit Herrn Meier… <br />Auf Nachfrage gibt Herr Meier an, er leide seit etwa drei Monaten unter zunehmend...
				Herr Meier<br />	Depressive Episode, leicht bis mittelgradig <br />
Herr Meier: medikamentöse Optionen bei Tinnitus und Depression<br />Agomelatine (              ®)<br />Mirtazapin (Remergi...
Lidocain<br />Gabapentin<br />Pregabalin<br />Unsichere Datenlage<br />Antidopaminerge Neuroleptika wie Sulpirid<br />Alpr...
Medikation bei Tinnitus: Ausblick <br />Tinnitus-Komorbiditäten wie Angst, Depression, Schlafstörungen können medikamentös...
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! <br />
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Medikamentöse Behandlung von Tinnitus

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Fachvortrag von Peter Kreuzer anlässlich des Internationalen Tinnitus Symposiums für Ärzte und Therapeuten am 11.12.2010 in Regensburg, veranstaltet vom Tinnituszentrum Regensburg

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin, Sport
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Medikamentöse Behandlung von Tinnitus

  1. 1. Internationales Tinnitus Symposium<br />Samstag, 11. Dezember 2010<br />Anlässlich der <br />Veröffentlichung <br />des Buches <br />„Textbook of Tinnitus“<br />
  2. 2. INTERNATIONALES TINNITUS SYMPOSIUM 2010 <br />09:00 Begrüßung J Strutz, G Hajak<br />09:10 - 09:45 Treatment of Tinnitus - What can science teach us? A Møller<br />Tinnitusaus der Perspektive verschiedener Fachdisziplinen<br />09:50 - 10:00 Allgemeinmedizin A Müller<br />10:00 - 10:10 HNO-Heilkunde T Kleinjung / V Vielsmeier<br />10:10 - 10:20 Audiologie T Steffens<br />10:20 - 10:30 Psychiatrie / Neurologie M Landgrebe<br />10:30 - 10:40 Zahnheilkunde R Bürgers / M Behr<br />10:40 - 10:50 Psychotherapie T Crönlein<br />10:50 - 11:00 Chiro-/ ManuelleTherapieE Biesinger<br />11:00 - 11:10 Pharmakotherapie P Kreuzer<br />11:10 - 11:30 K a f f e e p a u s e<br />Tinnitus aus wissenschaftlicher Perspektive (engl./deutsch)<br />11:30 - 11:50 BildgebungB Langguth<br />11:50 - 12:10 Netzwerkveränderungen im Gehirn N Weisz / W Schlee<br />12:10 - 12:30 Auditorische Stimulation A Norena<br />12:30 - 12:50 Transkranielle Magnetstimulation T Kleinjung<br />12:50 - 13:10 Zukunftsperspektiven der TinnitusforschungD De Ridder<br />13:10 - 13:45 Diskussion<br />13:45 - 15:00 Ausklang im Foyer mit Imbiss<br />
  3. 3. Medikamentöse Behandlung von Tinnitus<br />P. Kreuzer<br />
  4. 4. Übersicht über zugelassene <br /> Medikamente bei Tinnitus<br />
  5. 5.
  6. 6. Derzeit <br />keine zugelassenen <br />Medikamente für <br />Tinnitus<br />auf dem Markt<br />
  7. 7. Medikation bei Tinnitus<br />„schlechte Nachricht“<br />„gute Nachricht“<br />Es gibt keine Medikamente mit gesicherter Wirksamkeit und erfolgter Zulassung. <br />Es gibt keinen Anlass für die Annahme, dass Tinnitus nicht durch medikamentöse Ansätze beeinflusst werden könnte! <br />Identifikation von pharmakologischen Hebelpunkten auf der Basis pathophysiologischer Erkenntnisse! <br />
  8. 8. Fallbeispiel: Herr Meier<br />Herr Meier, 47 Jahre alt, gelernter Elektromeister, selbstständig beschäftigt, verheiratet, zwei Kinder, leidet seit einem Jahr an Tinnitus. <br />Kein direkter Auslöser erinnerlich<br />Hochfrequentes Pfeifen, zunächst links, mittlerweile im „ganzen Kopf irgendwie drin“<br />Keine somatischen Komorbiditäten. <br />Moderater Alkoholkonsum, kein Nikotin. <br />
  9. 9. Herr Meier<br />„In welcher Situation stört Sie Ihr <br />Tinnitus denn am allermeisten?“<br />
  10. 10. Weiter nachgefragt… <br />Herr Meier berichtet auf behutsame Nachfrage, er leide unter Ängsten, mache sich massiv Sorgen um die Entwicklung in der Zukunft und müsse vor allem abends teilweise stundenlang grübeln. Dies sei aus seiner Sicht die Hauptursache für seine geschilderte Schlafstörung. <br />
  11. 11. Tinnitus und Angst<br />Pregabalin (Lyrica®): <br />Neuropathische Schmerzen im Erwachsenenalter<br />Zusatztherapie bei Epilepsie (partielle Anfälle)<br />Generalisierte Angststörung<br />Bei Tinnitus und Schlafstörungen/Ängsten werden oft niedrigere Dosen rezeptiert als für andere Indikationen. Beginnend 25 mg, Zieldosis je nach Wirkung 100 bis 150 mg/d<br /> Klinisch scheinen Patienten mit Schlafstörungen auch ohne Ängste von Pregabalin zu profitieren! <br /> Hierbei ist explizit über off-label-use aufzuklären. <br />
  12. 12. Herr Meier: weitere Screeningfragen<br />Whooley et al. N Engl J Med. 2000;343:1942-1950<br />
  13. 13. Und weiter geht’s mit Herrn Meier… <br />Auf Nachfrage gibt Herr Meier an, er leide seit etwa drei Monaten unter zunehmend schlechter Stimmung, rascher Ermüdbarkeit und Antriebsmangel sowie Interessenlosigkeit.<br />Weiter sei es vermehrt zu sozialem Rückzug gekommen, seine Familie sei der Meinung, er sei „dauernd gereizt“. <br />Nochmals betont er, dass er wegen seinem Tinnitus kaum zu Ruhe kommen könne, sein Schlaf sei subjektiv wenig erholsam. <br />Alltäglichen und beruflichen Anforderungen könne er weiter nachkommen, es koste ihn aber mehr Mühe. <br />
  14. 14. Herr Meier<br /> Depressive Episode, leicht bis mittelgradig <br />
  15. 15. Herr Meier: medikamentöse Optionen bei Tinnitus und Depression<br />Agomelatine ( ®)<br />Mirtazapin (Remergil®)<br />neueres Antidepressivum<br />serotonerg und melatoninerg wirksames Antidepressivum<br />ausgezeichnetes Nebenwirkungsspektrum<br />GOT/GPT-Kontrollen 6wöchig empfohlen nach Fachinfo<br />bewährtes Präparat<br />schlafanstoßend insbesondere in niedrigeren Dosierungen von 7,5 bis 15 mg<br />serotonerg wirksam<br />zentral wirksamer α2-Antagonist. Verstärkt durch Blockade präsynaptischer inhibitorischer α2-Autorezeptoren die noradrenerge Neurotransmission.<br />potente antihistaminerge Eigenschaften<br />keine anticholinerge Wirkung<br />
  16. 16. Lidocain<br />Gabapentin<br />Pregabalin<br />Unsichere Datenlage<br />Antidopaminerge Neuroleptika wie Sulpirid<br />Alprazolam<br />Clonazepam<br />Baclofen (GABA-B) <br />Z-Substanzen<br />Antikonvulsiva (Valproat)<br />Glutamat-Antagonisten: <br />Neramexane (positive Ergebnisse Phase II-Studie), Acamprosat<br />Trizyklische Antidepressiva und SSRI‘s<br />
  17. 17. Medikation bei Tinnitus: Ausblick <br />Tinnitus-Komorbiditäten wie Angst, Depression, Schlafstörungen können medikamentös gut behandelt werden.<br />Klinische Beobachtung von „Spontanheilungen“? <br />Möglicherweise Medikation anderer Indikationen beteiligt (Antihypertensiva, Antiarrhythmika, Statine, etc.)?<br />
  18. 18. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! <br />

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