Bodenansprache

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Bodenansprache nach DIN 14688-1

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Bodenansprache

  1. 1. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 1 von 8 X:bauabcroausbildungAnleitungen EDV-NutzungBlanko Projekt mit Wasserzeichen und Fußzeile.ppt DIN EN ISO 14688-1 Benennung und Beschreibung von Böden Die allgemeine Benennung und Beschreibung von Böden beruht auf einem flexiblen System für den Einsatz auf der Baustelle. Es werden die Eigenschaften von Boden und von Bodenbestandteilen hauptsächlich mit visuellen und manuellen Techniken bestimmt. Diese Norm gilt für natürliche, als auch für künstliche Böden (z.B. Auffüllungen). Was sind Böden? Böden bestehen aus einem Gemisch mineralischer Bestandteile (üblicherweise in Form einer Ablagerung aber auch künstlichen Ursprungs). Es können organische Bestandteile enthalten sein, ebenso unterschiedliche Anteile von Wasser und Luft oder anderen Gasen. Böden lassen sich mit relativ geringem Aufwand lösen und obwohl sie auch ein felsartiges Gefüge aufweisen können, besitzen insgesamt sie aber eine geringere Festigkeit als Fels. Benennung und Beschreibung von Boden: Zuordnung eines Namens und Aufzeichnen von Eigenschaften und Unterscheidungsmerkmalen nach der Korngrößenverteilung, der Art und der Beschaffenheit der mineralischen und/oder organischen Bestandteile und der Plastizität Maßgebend für die Benennung der verschiedenen Böden sind deren Korngrößen sowie die Korngrößenverteilung. Auf der Baustelle kann dashäufig nur bedingt (visuell) festgestellt werden, daher wird bei wichtigen Proben eine Siebanalyse bzw. Schlämmanalyse im Labor durchgeführt. Mit einer „guten“ Probe kann die Massenverteilung der Körner annährend genau bestimmt werden.
  2. 2. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 2 von 8 Bereich Benennung Korngröße (mm) Kurzzeichen DIN 14688 Kurzzeichen DIN 4021* sehr grobkörniger Boden großer Block >630 LBo Y Block >200 bis 630 Bo Stein >63 bis 200 Co X Kies >2 bis 63 Gr G Grobkies >20 bis 63 CGr gG grobkörniger Mittelkies >6,3 bis 20 MGr mG Feinkies >2 bis 6,3 FGr fG Sand >0,063 bis 2 Sa S Boden Grobsand >0,63 bis 2 CSa gS Mittelsand >0,2 bis 0,63 MSa mS Feinsand >0,063 bis 0,2 FSa fS feinkörniger Schluff >0,002 bis 0,063 Si U Boden Ton <0,002 Cl T * DIN 4021 gilt für die zeichnerische Darstellung von Bodenprofilen Korngrößen (Tabelle 1)
  3. 3. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 3 von 8 X:bauabcroausbildungAnleitungen EDV-NutzungBlanko Projekt mit Wasserzeichen und Fußzeile.ppt Hauptanteile: Hauptanteil ist entweder der Anteil, der am stärksten vertreten ist, oder jener, der die Eigenschaften des Bodens maßgeblich beeinflusst. Der Hauptanteil ist bei feinkörnigen Böden die relevante feine Kornfraktion, die das Verhalten des Bodens bestimmt. (Boden ist knetbar und weist mindestens eine mittlere Trockenfestigkeit auf) Bei sehr grobkörnigen Böden stellt die grobe Kornfraktion, die den größten Massenanteil ausmacht, den Hauptanteil Die Anfangsbuchstaben des Kurzzeichen vom Hauptanteils werden zur Verdeutlichung groß geschrieben. z.B.: MSa (- Mittelsand) Nebenanteile: Nebenanteile sind Massenanteile, die die bestimmenden Eigenschaften des Bodens zwar nicht prägen, aber beeinflussen können. Tauchen die Nebenanteile in besonders starkem oder schwachem Umfang auf, so wird dem Adjektiv auch hier das Beiwort „ stark“ oder „schwach“ hinzugefügt. Bei bekannter Massenverteilung (nach Siebanalyse) werden • bei < als 15% als schwach (schwacher Nebenanteil); • bei > als 30% als stark (starker Nebenanteil) benannt werden. Ab mindestens 40% Massenanteil wird von einem Hauptanteil gesprochen. Die Kurzzeichen der Nebenanteile werden klein geschrieben. z.B.: msa (- mittelsandig)
  4. 4. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 4 von 8 X:bauabcroausbildungAnleitungen EDV-NutzungBlanko Projekt mit Wasserzeichen und Fußzeile.ppt Haupt und Nebenanteile Reine Bodenarten (nur aus einem Korngrößenbereich) werden nach diesem benannt, z. B. Kies Gr, Feinsand FSa, Grobschluff CSi. Der erste Buchstabe der Kurzzeichen der Kornfraktionen wird jeweils als Großbuchstabe geschrieben. Zusammengesetzte Bodenarten bestehen aus Haupt- und Nebenanteilen. Schreibweise für Kurzzeichen: Vom geringster Nebenanteil ansteigend zum Hauptbestandteil z.B.: fsaMSa = feinsandiger Mittelsand Zwei gleiche Massenanteile: Sind bei Böden zwei Korngrößenbereiche etwa mit gleichen Massenanteilen vertreten, so sind deren Substantive durch einen Schrägstrich zu verbinden, z.B. Kies/ Sand ( Gr/Sa) oder Fein-/Mittelsand (FSa/MSa). Wechsellagerung Als Kurzzeichen für wechselgelagerte Böden werden unterstrichene Kleinbuchstaben verwendet, die hinter den Kurzzeichen der Hauptanteile gesetzt werden z.B. Ton, kiesig mit Sand, wechselgelagert grClsa ,
  5. 5. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 5 von 8 X:bauabcroausbildungAnleitungen EDV-NutzungBlanko Projekt mit Wasserzeichen und Fußzeile.ppt Feldversuche auf der Baustelle zur Benennung und Beschreibung von Böden Die DIN EN ISO 14688 soll den Mitarbeitern auf den Baustellen helfen eine baustellengerechte Bestimmung des Bodens durchzuführen. Genauere Analysen erfolgen später im Labor. Wichtig ist aber in jedem Fall eine genaue Probennahme. Durch die in der Norm aufgeführten Feldversuche erlauben eine für das Schichtenverzeichnis ausreichend genaue Bodenansprache. 5.1 Bestimmung der Korngröße Die Probe wird auf einer Unterlage oder der Hand ausgebreitet und die Korngrößen visuell bestimmt (siehe Tabelle1). 5.2 Beschreibung der Kornform: (Beschreibung ab Kieskorn und größer) Rundung scharfkantig kantig kantengerundet angerundet gerundet gut gerundet Form kubisch flach(plattig) Länglich (stängelig) Oberflächenstruktur rau glatt
  6. 6. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 6 von 8 X:bauabcroausbildungAnleitungen EDV-NutzungBlanko Projekt mit Wasserzeichen und Fußzeile.ppt 5.3 Bestimmung der Mineralischen Zusammensetzung Beschreibung der vorhandenen Mineralien. Bei gröberen Kornfraktionen sollte eine Lupe zur Hilfe genommen werden. (Benennung der einzelnen Mineralkörner, Überzüge von Mineralstoffen, Metalloxiden oder Kalzit oder vorhandene Kristalle) 5.4 Auswaschversuch: Dient zur Bestimmung des Feinanteils, feinkörnige Anteile werden ausgewaschen u. abgeschlämmt, der zurückgebliebene Grobkornanteil wird näher beschrieben (Korngröße, Kornform, Gesteinsart). Dauer des Vorgangs gibt Aufschluss über die Art und Anteil des Feinkorns. 5.5 Bestimmung der Farbe: (Hinweis auf mineralische oder organische Anteile) Wichtig ist eine frische Schnittfläche (frische Probe) bei vollem Tageslicht zu bestimmen, da einige Böden an der Luft schnell ihre Farbe ändern! Farbveränderungen aufgrund von Oxidation sollten vermerkt werden. Es sollten Farbtafeln verwendet werden, um vergleichbare Beschreibungen zu erhalten. 5.6 Bestimmung der Trockenfestigkeit: Der Trockenfestigkeitsversuch gibt Hinweise auf die Plastizität des Bodens und damit auf sein Verhalten u. die Benennung als Schluff oder Ton. Die bindige Probe wird dazu getrocknet. • Geringe Trockenfestigkeit: Probe zerfällt bei leichtem Fingerdruck dies ist ein Zeichen für Schluff • Mittlere Trockenfestigkeit : Probe zerfällt erst bei erheblichen Fingerdruck es verbleiben zusammenhängende Brocken, was typisch für ein Schluff-/ Tongemisch ist. • Hohe Trockenfestigkeit : Probe lässt sich nicht zerdrücken, höchstens zerbrechen, was für Ton typisch ist.
  7. 7. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 7 von 8 X:bauabcroausbildungAnleitungen EDV-NutzungBlanko Projekt mit Wasserzeichen und Fußzeile.ppt 5.7 Schüttelversuch: (Bestimmung Ton / Schluff) Eine etwa 20mm große Probe wird zu einer Kugel geformt und in der Hand hin und her geschüttelt. Beim Schluff erscheint und verschwindet das Wasser an der Oberfläche schnell, beim Ton bewirkt das Schütteln und Drücken keine Veränderungen an der Oberfläche. Je langsamer das Wasser beim Schütteln heraustritt, desto geringer der Schluff und umso größer der Tongehalt. 5.8 Knetversuch: (Bestimmung der Plastizität / Hinweis Ton oder Schluff) Probe wird zu 3mm Walzen gerollt, dann formt man daraus einen Klumpen und rollt diesen erneut zu einer 3mm Walze. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis man die Probe nicht mehr ausrollen kann, sondern nur noch kneten. Plastizität: Eigenschaft eines bindigen Bodens, die darin besteht, dass sich sein mechanisches Verhalten bei Änderung des Wassergehaltes verändert. Geringe Plastizität: Die bindige Probe bröckelt beim Ausrollen und kann nicht zu Walzen gerollt werden, dies kennzeichnet ein überwiegenden Schluffanteil. Ausgeprägte Plastizität: Probe lässt sich problemlos wieder ausrollen, ohne zu bröckeln. Dies weist auf einen hohen Tonanteil hin.
  8. 8. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 8 von 8 X:bauabcroausbildungAnleitungen EDV-NutzungBlanko Projekt mit Wasserzeichen und Fußzeile.ppt 5.9 Reibeversuch / Schneidversuch: Die Bodenprobe wird zwischen den Fingern zerrieben. Tonige Böden: Fühlt sich seifig an und bleibt an den Fingern kleben. Ist auch in trockenem Zustand nur durch Abwaschen zu entfernen. Schluffige Böden: Fühlt sich weich/ mehlig an und lässt sich durch Pusten oder Klatschen von den Händen zu entfernen. An der Rauigkeit zwischen den Fingern kann der Sandkornanteil erkannt werden (Grobschluff fühlt sich ebenfalls rau an, jedoch sind Einzelkörner nicht mit bloßem Auge zu erkennen). Trennt man einen frischen Probenklumpen mit dem Messer auf, so steht eine glänzende Schnittfläche für Ton, eine matte hingegen für Schluff. 5.10 Bestimmung des Kalkgehalts: Arbeitssicherheit im Umgang mit Säuren beachten. Gefahr von Verätzungen und giftigen Dämpfen! Durch Betropfen der Probe mit verdünnter Salzsäure wird der Kalkgehalt bestimmt. Folgende Merkmale werden bestimmt Kalkfrei: (0) kein Aufbrausen Kalkhaltig: (+) schwaches, nicht anhaltendes Aufbrausen Stark kalkhaltig: (++) langdauerndes Aufbrausen (bei feuchten tonigen Böden tritt das Aufbrausen verzögert auf) Hohe Trockenfestigkeit wird häufig durch Kalk als Verfestigungsmittel hervorgerufen. 5.11 Riechversuch: (Hinweis auf organische Bestandteile) Geringe Mengen von im Boden enthaltenen organischen Anteilen können einen kennzeichnenden Geruch und dunkle Farben hervorrufen. Die Intensität des Geruchs und der Farbe geben Hinweis auf die Größenordnung des organischen Anteils. Dies sollte beschrieben werden.
  9. 9. Name: Lehrgangsgruppe: Brunnenbau Seite 9 von 8 X:bauabcroausbildungAnleitungen EDV-NutzungBlanko Projekt mit Wasserzeichen und Fußzeile.ppt 5.13 Vulkanische Böden Vulkanische Böden können durch das Vorhandensein von Bims oder Schlacke (Boden mit geringer Dichte) erkannt werden. 5.14 Konsistenz: (Beeinflussung bindiger Böden durch den Wassergehalt) breiig: Boden quillt beim Pressen durch die Finger weich: Boden lässt sich leicht kneten steif: Schwer knetbar, aber ausrollbar ohne zu reißen/ zerbröckeln halbfest: Bröckelt/ Reißt bei Ausrollversuch, aber feucht genug zum Formen von Klumpen fest: Kneten unmöglich. Kann nur zerbrochen aber nicht geformt werden. Ist meist hell (ausgetrockneter Boden). 5.12 Ausquetschversuch: (Bestimmung des Zersetzungsgrads von Torf) Begriff Zersetzungs- grad Quetsch- Rückstände Abgepresstes faserig kein deutlich erkennbar nur Wasser keine Feststoffe leicht faserig mäßig erkennbar trübes Wasser < 50% Festst. nicht faserig völlig nicht erkennbar wässriger Brei > 50% Festst.
  10. 10. Ja Nein Ja NeinJa Nein Ja Nein Ja Ja Nein Ja Ton Nein Nein Ja Flussdiagramm für Bestimmung und Benennung von Boden nach DIN EN ISO14688-1 Wurde der Boden natürlich abgelagert? Enthält der Boden organische Bestandteile oder hat er einen organischen Geruch? Natürliche Böden Hat der Boden eine geringe Dichte? Nein Entfernen von Steinen und Kies (>63mm) Wiegen sie mehr als der Rest des Bodens? Nein Beschreibung der Nebenanteile 4.3.3 Beschreibung der Korngrößenverteilung Beschreibung der Kornform 5.2 Beschreibung der Trennflächen und Schichtung 4.8 Beschreibung der Farbe 5.5 Beschreibung der Dichte Hinzufügen von weiteren Informationen und Nebenbestandteilen Ergänzung der geologischen Bezeichnungen 4.10 Sind die meisten Partikel > 200mm? Blöcke Steine Klebt der Boden im nassen Zustand? Grobkörniger Boden Sind die meisten Partikel > 2mm? Ja Beschreibung der Nebenanteile 4.3.3 Beschreibung der Korngrößenverteilung Beschreibung der Kornform 5.2 Beschreibung der Trennflächen und Schichtung 4.8 Beschreibung der Farbe 5.5 Beschreibung der Dichte Entfernen von Steinen und Kies Ergänzen von weiteren Informationen und Nebenbestandteilen Ergänzung der geologischen Bezeichnungen 4.10 Feinkörniger Boden Weist der Boden eine geringe Plastizität, Dilatanz und Trockenfestigkeit auf? Beschreibung der Nebenanteile 4.3.3 Beschreibung der Plastizität 4.4 Beschreibung der organischen Anteile 4.5 Beschreibung der Trennflächen und Schichtung 4.8 Beschreibung der Farbe 5.5 Beschreibung der Konsistenz 5.14 Entfernen von Steinen und Kies Hinzufügen von weiteren Informationen und Nebenbestandteilen Ergänzung der geologischen Bezeichnungen 4.10 Vulkanischer Boden Organischer Boden Auffüllmaterial Enthält der Boden natürliches Material? Beschreibung der Nebenanteile 4.3.3 Beschreibung der Plastizität 4.4 Beschreibung der organischen Anteile 4.5 Beschreibung der Farbe 5.5 Beschreibung der Konsistenz 5.1.4 Entfernen von Steinen und Kies Hinzufügen von weiteren Informationen und Nebenbestandteilen Ergänzung der geologischen Bezeichnungen 4.10 Kies Sand Schluff Unterscheidung zwischen Auffüllung (kontrollierte Ablagerung) und Künstliches Gelände (unkontrollierte Auffüllung) Beschreibung nach 5.13 Beschreibung nach 5.11 Beschreibung wie für natürliche Böden Beschreibung der Anteile, Bedingungen und Art der Bestandteile Sehr grobkörniger Boden
  11. 11. Name des Unternehmens: Seite: Name des Auftraggebers: Bohrverfahren: Datum: Aufschluss: Durchmesser: Neigung: Projektnr.: Projektbezeichnung: Name / Unterschrift des qualifizierten Technikers: 1 3 4 5 6 7 Tiefe bis m Farbe Kalk- gehalt Beschreibung der Probe -Konsistenz, Plastizität, Härte, einachsige Festigkeit -Kornform, Matrix -Verwitterung, Trennflächen Beschreibung des Bohrfortschritts -Bohrbarkeit/Kernform -Meißeleinsatz -Beobachtungen usw. Proben/ Versuche -Typ -Nr -Tiefe Bemerkungen -Wasserführung/Spülung -Bohrwerkzeuge/Verrohrung -Kernverlust -Kernlänge 2 Schichtenverzeichnis nach ISO 14688-1 und ISO 14689-1 Bezeichnung der Boden- bzw. Felsart Ergänzende Bemerkungen Geol. Benennung (Stratigraphie)

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