Unique setup
Das Linde Unternehmensprofil
The Linde Group ist ein weltweit führendes Technologie­
unternehmen in den Bereichen ­­Gase und ­Engineering. Mit
seiner 1...
Engineering
Gase produzieren
	Luftzerlegungs-Anlagen	Seite 06
	­Erdgas-­Anlagen	 Seite 10
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Gases & Healthcare
Gase bereitstellen
­­Vielfältige Gaseversorgung Seite 24
Gase in Flaschen Seite 28
­­Gase in Tankwagen ...
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Engineering
Gase produzieren
Als ­Technologie­führer ist Linde im internationalen Anlagenbau welt-
weit erfolgreich. Das U...
Luftzerlegungs-Anlagen
Die Kraftstoffquelle
von Katar
Linde hat bis heute etwa 3.000 Luft­zerlegungs-Anlagen
in 80 Ländern...
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Luft­zerlegungs-­Anlagen
in jeder Größe
Als weltweit führender Kontraktor plant, baut
und betreibt Linde Luft­zerlegungs-­...
­Erdgas-­Anlagen
Mit rund 30 Prozent des globalen Energieangebots trägt ­Erdgas heute ganz wesentlich zur
Deckung der welt...
Petro­chemie-­Anlagen
Petrochemische ­Anlagen liefern die Grundbausteine für eine Vielzahl von Anwendungen und
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Wasserstoff- und ­Synthese­gas-­Anlagen
Linde ist ein weltweit führender Anbieter von Wasserstoff- und Synthese­gas-­Anlag...
K r yot ec h n i k-A n lage Z u r Hel i u m-V e r flü ss i gu n g : Wä r m e tausc h e r , d i e s i c h i n d e r
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Engineering & Gases
Gase aufbereiten
Natürliche Rohstoffe wie ­Erdgas und Schiefergas beinhalten eine Fülle
an chemischen ...
Erdgas verarbeiten
Grundstoffe für die
Petrochemie gewinnen
Linde verfügt über umfassende Kompetenzen und eine
langjährige...
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Technologien für die
komplette Erdgas-
Wert­schöpfungskette
Die Schiefergas-Revolution basiert auf inno-
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Stickstoff aus ­Erdgas abtrennen
Um den Förderdruck einer Erdöl- oder ­Erdgaslagerstätte zu erhöhen und damit die Produkti...
Eine weitere Option, das entstehende Boil-off-­Gas zu nutzen, bilden die ebenfalls von Linde
entwickelten On-Board-Rückver...
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Gases & Healthcare
Gase bereitstellen
­­Gase kommen in zahlreichen ­Fertigungsprozessen und ­Industrien über-
all auf der ...
Vielfältige Gaseversorgung
Maßgeschneiderte
Lösungen
­Industrie- und Medizingase können in verschiedener
Form zum Verbrauc...
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Um für die individuelle Kundenanforderung die jeweils wirtschaftlichste Lieferform für das ent-
sprechende ­Gas zu bestimm...
­­Gase in Flaschen
Linde ist Marktführer im weltweiten Flaschen­gasegeschäft. Das Unternehmen betreibt rund
um den Globus ...
­­Gase in Tankwagen und Tanks
Auch bei der ­Versorgung von Kunden mit Flüssig­gasen ist Linde Weltmarktführer. Das Unter-
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­­Gase aus On-site-­Produktions­anlagen
Abgerundet wird das integrierte ­Versorgungsmodell von Linde mit der sogenannten O...
ECOVAR®-Standard-On-site-­Anlagen
Mit der Produktlinie ECOVAR® richtet sich Linde an ­Industriekunden, die eine besonders ...
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Gases & Healthcare
­­Gase anwenden
­­Gase von Linde werden im täglichen Leben nahezu überall eingesetzt:
Sie helfen beim F...
Lebensmittel und Getränke
Qualität verbessern,
Haltbarkeit verlängern
Von der Produktion über die Verarbeitung bis in den ...
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Vom Anbau zum Teller
Entlang der gesamten Produktionskette in der Lebensmittelindustrie spielen Kältetechnolo-
gien sowie ...
Stickstoff kommt in der Getränkeindustrie in vielfältiger Weise zum Einsatz: So verdrängt das
­Gas beim Inertisieren unerw...
Chemie, Energie und Umwelt
Energieeffizienz,
­Sicherheit und Umwelt­
schutz im Fokus
Für die verschiedensten Bereiche der ...
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Fossile Rohstoffe und
­Feinchemikalien aufbereiten
In der Petro­chemie spielen technische ­­Gase von Linde eine Schlüsselr...
lässt sich regenerativ erzeugter Strom per Elektrolyse von Wasser in Wasserstoff umwandeln
und so die gewonnene Energie fl...
Metalle und Glas
Werkstoffe ­effizient
und emissionsarm
­produzieren
Schon seit Jahrtausenden stellt der Mensch Metalle un...
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Umfassende Lösungen für die
­Metallindustrie
Nicht nur für die Stahlindustrie ist Linde der führende Anbieter von ­­Indust...
Hochglanz für ­Glasoberflächen
Angesichts des steigenden Kosten- und Pro-
duktivitätsdrucks suchen viele Glashersteller
na...
Verarbeitende Industrie
Materialien qualitäts-
bewusst und wirt­schaft­
lich verarbeiten
Die ­Industrie verarbeitet versch...
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Mehr Leistung für Lichtbogenverfahren
Das wichtigste Verfahren zum Fügen metallischer Werkstoffe im Stahl- und Maschinen­b...
Wärme als Werkzeug
Linde bietet für die Metall verarbeitende ­Industrie vielfältige thermische Verfahren an. So
müssen bei...
Elektronik
Hochreine Gase für
­Hightech-Anwendungen
Für die Erzeugung von qualitativ hochwertigen ­Produkten
wie ­Halbleit...
5 1G A S E A N W E ND E N
­Halbleiterindustrie weltweit versorgen
Aufgrund seiner globalen Präsenz kann Linde jede Wafer-Fabrik der Welt mit ­­Gasen...
Hochreine ­­Gase vor ­Ort
­erzeugen
Linde versorgt Elektronikhersteller unter-
schiedlicher Bereiche sicher und stabil mit...
Healthcare
An der Seite der
­Patienten
Linde ist ein führender Anbieter von medizinischen
­Gasen, Geräten, Therapien und b...
5 5G A S E A N W E ND E N
Leben retten
Nach einem Unfall zählt jede Minute. In solchen Notsituationen lassen sich mit Medizingasen
Sofortmaßnahmen e...
Gesünder schlafen
Bei Menschen, die unter einer obstruktiven
Schlafapnoe leiden, kommt es nachts zu
­regelmäßigen Atemauss...
Impressum
H erausgeber
Linde AG
Klosterhofstraße 1
80331 München
K ontakt
Linde AG
Klosterhofstraße 1
80331 München
Telefo...
Herausgeber
Linde AG
Klosterhofstraße	1
80331 München
telefon	+49.89.35757-01
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Die Unternehmens-Broschüre stellt Lindes gesamtes Produkt- und Leistungsportfolio im Gas, Engineering und Healthcare Business dar.

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Linde AG Unternehmensprofil, deutsch

  1. 1. Unique setup Das Linde Unternehmensprofil
  2. 2. The Linde Group ist ein weltweit führendes Technologie­ unternehmen in den Bereichen ­­Gase und ­Engineering. Mit seiner 135-jährigen Erfahrung verfügt der Konzern über eine ausgewiesene Expertise bei der Planung, Beschaffung, Errichtung sowie dem Betrieb von ­Anlagen zur Gasepro­ duktion und -aufbereitung. Darüber hinaus ist Linde ein zu­ verlässiger Partner für die ­­Gase­versorgung von Kunden jeder Größe in praktisch allen Bereichen der ­Industrie, des ­Handels, des Handwerks, in Wissenschaft und Forschung sowie in der Medizin. Mit seinem integrierten Geschäftsmodell ist Linde im inter­ nationalen ­­Gase- und ­­Anlagenbaugeschäft hervor­ragend positioniert und kann seinen Kunden die gesamte Leistungs­ palette komplett aus einer Hand bieten – von der Herstel­ lung über vielfältigste Lieferformen bis zur umfassenden Bandbreite an Anwendungen von Industrie- und Medizin­ gasen und den entsprechenden Services. Dieses unverwechselbare Profil macht Linde in der Gase­ industrie zum Marktführer in mehr als 50 Ländern der Erde. Das Unternehmen ist zudem die weltweite Nummer eins im Geschäft mit Flaschen- und Flüssig­gasen sowie im ­Bereich Healthcare bei ­­Gasen, Therapien sowie Beratungs- und Dienstleistungen für die Atemwegsmedizin. Das Linde Unternehmensprofil Unique setup 1 432 0 1
  3. 3. Engineering Gase produzieren Luftzerlegungs-Anlagen Seite 06 ­Erdgas-­Anlagen Seite 10 Petro­chemie-­Anlagen Seite 11 Wasserstoff- und ­Synthese­gas-­Anlagen Seite 12 Sonstige ­Anlagentypen Seite 13 1 Engineering & Gases Gase aufbereiten Erdgas verarbeiten Seite 16 Stickstoff aus ­Erdgas abtrennen Seite 20 Verdampftes Flüssigerdgas ­zu­rück­gewinnen Seite 20 Kohlendioxid aufbereiten Seite 21 2 Inhalt L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 0 2
  4. 4. Gases & Healthcare Gase bereitstellen ­­Vielfältige Gaseversorgung Seite 24 Gase in Flaschen Seite 28 ­­Gase in Tankwagen und Tanks Seite 29 ­­Gase aus On-site-­Produktions­anlagen Seite 30 3 Gases & Healthcare ­­Gase anwenden Lebensmittel und Getränke Seite 34 Chemie, Energie und Umwelt Seite 38 Metalle und Glas Seite 42 Verarbeitende Industrie Seite 46 Elektronik Seite 50 Healthcare Seite 54 4 0 3
  5. 5. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 0 4
  6. 6. Engineering Gase produzieren Als ­Technologie­führer ist Linde im internationalen Anlagenbau welt- weit erfolgreich. Das Unternehmen kann bei der Planung, Projektierung und dem Bau von schlüsselfertigen ­Industrie­anlagen auf eigenes, um­ fassendes verfahrenstechnisches Know-how ­zugreifen. Dabei konzen- triert sich Linde auf besonders wachstumsstarke Marktsegmente. Das Portfolio umfasst Luft­zerlegungs-Anlagen zur Produktion von Luftga- sen wie Sauerstoff, Stickstoff und Edelgasen, Anlagen zur Erdgasver- flüssigung (LNG) und -aufbereitung sowie Petro­chemie-Anlagen, in denen fossile Rohstoffe zu Grundbausteinen für die chemische Industrie um­gewandelt werden. Zum Leistungs­spektrum zählen darüber hinaus ­Anlagen zur ­Gewinnung von Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Synthesegas, Ammoniak und Methanol, wobei neben fossilen auch regenerative Einsatzstoffe genutzt werden. Als weltweit einziger Anbieter produziert, betreibt und liefert Linde diese Industrie­anlagen. Das Unternehmen verfügt über mehr als 1.000 verfahrenstechnische Patente und hat rund 4.000 ­Anlagen weltweit fertiggestellt. Produktportfolio: Luftzerlegungs-Anlagen Seite 06 ­Erdgas-­Anlagen Seite 10 Petro­chemie-­Anlagen Seite 11 Wasserstoff- und ­Synthese­gas-­Anlagen Seite 12 Sonstige ­Anlagentypen Seite 13 1 0 5G A S E PROD U Z I E R E N
  7. 7. Luftzerlegungs-Anlagen Die Kraftstoffquelle von Katar Linde hat bis heute etwa 3.000 Luft­zerlegungs-Anlagen in 80 Ländern errichtet und gilt als der führende Anbieter in diesem Produktbereich. In Luft­zerlegungs-Anlagen können mit dem Verfahren der Tieftemperatur-Rektifika­ tion die Industriegase Sauerstoff, Stickstoff und Argon produziert werden. Darüber hinaus lassen sich durch ­ergänzende Verfahrensschritte auch die Edelgase Krypton, Xenon, Helium und Neon gewinnen. Die Sauerstoff­ kapazitäten der größten heute gebauten ­Anlagen errei- chen inzwischen eine Leistung von bis zu 5.500 Tonnen pro Tag (t/d) bzw. 160.000 Normkubikmetern pro Stunde (Nm³/h). Diese Großanlagen werden in aller Regel direkt beim Kunden vor ­Ort gebaut (On-site) und versorgen die Verbraucher, beispielsweise in der Stahl­industrie, an ­Ort und Stelle mit den Produkten. Produktportfolio: Luftzerlegungs-Anlagen Seite 06 ­Erdgas-­Anlagen Seite 10 Petro­chemie-­Anlagen Seite 11 Wasserstoff- und ­Synthese­gas-­Anlagen Seite 12 Sonstige ­Anlagentypen Seite 13 1 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 0 6
  8. 8. 0 7G A S E PROD U Z I E R E N
  9. 9. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 0 8
  10. 10. Luft­zerlegungs-­Anlagen in jeder Größe Als weltweit führender Kontraktor plant, baut und betreibt Linde Luft­zerlegungs-­Anlagen in jeder Größe – von kleinen, modularisierten Luftzerlegern (bis zu 3.900 Nm³/h Stickstoff) über Standardan­lagen (bis zu 25.000 Nm³/h Sauerstoff oder bis zu 66.000 Nm³/h Stick- stoff sowie Argon) bis zu Großanlagen (wie am Beispiel des Katar-Projekts beschrieben). 5.500 tSauerstoff pro Tag produzieren die größten einzelnen Luftzerlegungs-Anlagen.  3.000Luftzerlegungs- Anlagen hat Linde gebaut. Mit der Entwicklung neuer Verfahren zur Umwandlung von Kohle und ­Erdgas in flüssige Kraft- stoffe (Coal-to-Liquids = CTL bzw. ­Gas-to-Liquids = GTL) sind in den vergangenen Jahren neue Märkte für den Einsatz von Luft­zerlegungs-Anlagen entstanden. Denn diese Prozesse erfordern große Mengen an Sauerstoff (z.B. bis zu 30.000 t/d). Linde bietet für die wachsende Nach- frage in diesem ­Segment hochmoderne, mehrsträngige ­Anlagenlösungen, da die geforderte Kapazität die maximale Leistung einer einzelnen ­Anlage übersteigt. Ein Beispiel hierfür ist die kapazitätsstarke achtsträngige Luft­zerlegungs-Anlage in der Wüste Katars, mit der Linde die ­Gewinnung von Flüssigkraftstoffen aus ­Erdgas in großem Stil ermöglicht. Nach mehreren Jahren Bauzeit nahm die bis dato weltweit größte GTL-­Anlage im ­Juni 2011 ihren Betrieb auf. Pearl GTL, wie der ausgedehnte ­Industriekomplex in Ras Laffan in Katar genannt wird, gilt bis heute als eines der ambitioniertesten Projekte in der Geschichte der Öl- und ­Gasindustrie überhaupt. 600.000 Kubikmeter Beton wurden bei ihrer Fertigstellung vergossen und 120.000 Tonnen Stahl verbaut – eine Menge, die für die Errichtung von 15 Eiffeltürmen ge- reicht hätte. Heute produziert der Energiekonzern Shell hier 140.000 Barrel flüssige Kraftstoffe pro Tag aus ­Erdgas, das aus einem der weltweit größten Vorkommen vor der Küste des Emirats gefördert und über ­Pipelines zur Pearl-GTL-­Anlage transportiert wird. Für die Umwandlung von ­Erdgas in Synthese­gas, das im GTL-Prozess mithilfe des sogenannten Fischer-Tropsch-Verfahrens zum Beispiel zu Flugzeugkerosin, sauberen Dieselkraftstoffen für Autos, Paraffinen und anderen Kohlenwasserstoffen raffiniert wird, benötigen GTL-­Anlagen allein aufgrund ihrer Größe enorme Mengen an Sauerstoff. Ein wesentlicher Baustein von Pearl GTL ist deshalb der groß angelegte Verbund aus insgesamt acht baugleichen Luft­zerlegungs- Anlagen, die zusammen 860.000 Nm3 Sauerstoff pro Stunde aus der Umgebungsluft gewinnen. Weithin sichtbar und damit ein Wahrzeichen des ­Industriegebietes Ras Laffan sind die acht jeweils 470 Tonnen schweren und 60 Meter hohen Coldboxen der Luft­zerlegungs-Anlagen, mit deren Projektierung Linde bereits Jahre vor der Auftragserteilung im Jahr 2006 begonnen hatte. Dabei setzte das Unternehmen auf ein weltweites Netzwerk von Lieferanten und damit auf höchste Qualität zum bestmöglichen Preis. Die Coldboxen enthalten den Tieftemperaturteil des Luft­zerlegungsprozesses und sind das Herzstück der ­Anlagen. Wesentliche Bestandteile darin sind aus Aluminium gefertigte Plattenwärmetauscher und Rektifikationskolonnen. Diese Schlüsselkomponenten stammen aus Linde Standorten in ­Deutschland und ­China, wo auch die Coldboxen für Katar als sogenannte ­Packaged ­Units zusammengebaut wurden. Dank dieser Vormontage vermieden die Linde Ingenieure eine aufwändige und womöglich störanfällige Montage und Errichtung vor ­Ort, wo Außentemperaturen von bis zu 50 Grad im Schatten, Sand- stürme und Staub die Arbeit außerordentlich erschwert hätten. Vor ihrer Verschiffung wurden wesentliche ­Anlagenteile einem mehrwöchigen Härtetest unterzogen, in dem sie ihre Zuver- lässigkeit unter Beweis stellen mussten. Als Generalunternehmer garantierte Linde über den gesamten Prozess hinweg die schlüsselfertige und termingetreue Fertigstellung der ­Anlage und konnte nach geplanter schrittweiser Inbetriebsetzung des Gesamtkomplexes die acht gewaltigen Luftzerleger im ­März 2012 offiziell an Shell übergeben. Die Bilanz des Großprojekts ist heute uneingeschränkt positiv. Stunde für Stunde produziert die ­Anlage das innovative „GTL fuel“ – einen im Vergleich zu konventionellem, aus Mineralöl gewonnenem Diesel schadstoffärmeren sowie umweltverträglicheren Kraftstoff. Und die Bilanz für Linde ist ebenfalls positiv: Der größte in der Geschichte der Luft­zerlegung jemals verge- bene Auftrag wurde erfolgreich abgewickelt und die kontinuierliche ­Versorgung des weltweit beachteten GTL-Projekts mit Sauerstoff sichergestellt. 0 9G A S E PROD U Z I E R E N
  11. 11. ­Erdgas-­Anlagen Mit rund 30 Prozent des globalen Energieangebots trägt ­Erdgas heute ganz wesentlich zur Deckung der weltweiten Energienachfrage bei. ­Erdgas gilt zudem als ein vergleichsweise umweltverträglicher Energieträger, der in der ­Industrie, zur Stromerzeugung oder im Trans- portbereich eingesetzt wird. Die ­Versorgung erfolgt größtenteils über ­Pipelines. In den ver- gangenen zwei Jahrzehnten hat zudem Flüssigerdgas (Liquefied Natural ­Gas = LNG) auf dem Weltenergiemarkt deutlich an Bedeutung gewonnen. Zwischen ­Erdgasquelle und -verbraucher liegen eine ganze Reihe wichtiger Aufbereitungs- schritte, die Linde mit den entsprechenden ­Technologien begleitet. Wärmetauscher beispiels- weise bilden heute das Herzstück der meisten ­Erdgasaufbereitungsprozesse. Als einziger Her- steller kann Linde hier sowohl spiralgewickelte wie auch Plattenwärmetauscher anbieten. In flüssiger Form lässt sich ­Erdgas effizient speichern und auch über lange Strecken trans- portieren – unabhängig von einem ­Pipeline-Netz. Dazu muss es auf Temperaturen von etwa minus 162 Grad Celsius heruntergekühlt werden. Linde beherrscht dieses Verfahren und deckt darüber hinaus die gesamte LNG-Wertschöpfungskette ab. So plant und baut das Unterneh- men ­Erdgasverflüssigungs-Anlagen unterschiedlichster Größe (Small-, Mid- und World-Scale-­ Anlagen) sowie komplette LNG-Import-­Terminals. H i g h t ec h - Fab r i k a m P o la r k r e i s : A uf d e r I n sel Melk ø ya be i Ha m m e r- fest in Nordnorwegen erric h t e t e L i n d e e i n e E r d gasve r fl ü ss i gu n gs­- A n lage i m W o r l d -­S cale -Ma S S s tab . S i e e r zeug t r u n d v i e r M i ll i o n e n To n n e n flü ss i ges E r d gas p r o J a h r u n d i s t e i n e i n z i ga r t i ges Refe r e n z- projek t für künf tige Anlagen und für einen welt weit ex pa ndierenden L N G -Ma r k t.  –162 Grad Celsius beträgt die Temperatur von Flüssigerdgas (LNG) beim Transport.  30 %der weltweiten Energie­ nachfrage können mit Erdgas gedeckt werden. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 1 0
  12. 12. Petro­chemie-­Anlagen Petrochemische ­Anlagen liefern die Grundbausteine für eine Vielzahl von Anwendungen und Produkten in der ­Industrie. Dazu zählen unter anderem ­Olefine wie Ethylen, Propylen und ­Butadien sowie Aromaten, die aus fossilen Rohstoffen gewonnen und in späteren Verarbeitungs- stufen zu wichtigen Basischemikalien und Kunststoffen weiterveredelt werden. So vielfältig die Einsatzbereiche dieser Grundelemente, so komplex die entsprechenden Produktions­anlagen. Als einer der führenden ­Technologie-Kontraktoren verfügt Linde über das Know-how zur Her- stellung hochwertiger Grundstoffe durch das „Steam-Cracken“. Bei diesem Verfahren unterzieht man verschiedene Kohlenwasserstoffe wie zum Beispiel Ethan oder Naphtha bei Tempera- turen von bis zu 850 °C einer Hochtemperaturpyrolyse. Dabei bilden sich ­Olefine und andere wertvolle Nebenprodukte, die in nachfolgenden Prozessschritten noch voneinander getrennt und aufgereinigt werden. Zur Erweiterung und Stärkung des zukünftigen Produktportfolios treibt Linde auch die Ent- wicklung alternativer Prozessrouten zur ­Olefingewinnung konsequent voran. So arbeitet das Unternehmen beispielsweise intensiv an der Kommerzialisierung eines Verfahrens, mit dem Ethylen direkt aus Methan (­Erdgas) hergestellt werden kann. Neben dem ingenieurtechnischen Design petrochemischer ­Anlagen umfasst das Leistungs­ angebot des Unternehmens auch die vollständige Beschaffung, Montage und Inbetriebnahme dieser ­Anlagen. Zudem berät Linde seine Kunden bei betriebstechnischen Fragen zum Beispiel zur ­Anlagensicherheit oder Energieoptimierung und wickelt darüber hinaus den kompletten Umbau („Revamp“) bestehender ­Anlagen ab. E t h y le n -A n lage v o n L i n d e f ü r e i n e n K u n d e n d e r p e t r o c h e m i sc h e n ­I n d us t r i e i n RuwA i s, A bu d h ab i . Olefine wie Ethylen, Propylen und Butadien sind Grund­ bausteine der chemischen Industrie. 850 Grad Celsius Steam-Cracken: Bei diesem Verfahren werden Kohlen- wasserstoffe auf derart hohe Temperaturen erhitzt. 1 1G A S E PROD U Z I E R E N
  13. 13. Wasserstoff- und ­Synthese­gas-­Anlagen Linde ist ein weltweit führender Anbieter von Wasserstoff- und Synthese­gas-­Anlagen mit eige- ner ­Technologie. Das Unternehmen konzipiert, errichtet und betreibt diese ­Anlagen, in denen Synthese­gas erzeugt und im Nachgang in Wasserstoff (H2), Kohlenmonoxid (CO) und Kohlen- dioxid (CO2) getrennt wird. In weiteren Syntheseprozessen können daraus dann ­Ammoniak und Methanol produziert werden. Als Einsatzstoffe dienen ­Erdgas, Flüssigerdgas, Naphtha, sogenannte Rückstandsöle und Kohle. Neben der Lieferung neuer, schlüsselfertiger ­Anlagen unterstützt Linde seine ­Industriekunden auch bei der Erweiterung bestehender Kapazitäten. Das Unternehmen verfügt über alle erfor- derlichen Kompetenzen: Das Leistungsspektrum umfasst sämtliche Verfahren für die Erzeugung und Aufbereitung von Synthese­gas und H2/CO sowie den gesamten Bereich großtechnischer Produktionskapazitäten für Synthese­gas und H2/CO. Darüber hinaus arbeitet Linde intensiv daran, das ­Industriegas Wasserstoff als umweltfreund- lichen Energieträger zu etablieren. Neben der konventionellen Herstellung von Wasserstoff aus ­Erdgas entwickelt Linde verstärkt nachhaltige Produktionsprozesse. Ein Beispiel hierfür ist der sogenannte Glyzerin-Pyroreformer. In dieser ­Anlage wird Glyzerin – ein Nebenprodukt bei der Biodieselherstellung – in Wasserstoff umgewandelt, der dann für die Betankung von Brennstoffzellenfahrzeugen genutzt werden kann. A uf J u r o n g Isla n d i n S i n ga p u r ­be t r e i bt L i n d e d i e g r ö SS t e u n d ­ko m p lexes t e i n t eg r i e r t e A n lage zu r Pro duk t i o n vo n Wasser s to ff u n d S y n t h esegas d e r Reg i o n . L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 1 2
  14. 14. K r yot ec h n i k-A n lage Z u r Hel i u m-V e r flü ss i gu n g : Wä r m e tausc h e r , d i e s i c h i n d e r Co l d b ox (l i n ks) bef i n d e n , k ü h le n das E d elgas b i s zu r V e r flü ss i gu n g ab . Sonstige ­Anlagentypen Auch bei einer Vielzahl weiterer ­Anlagentypen, die Linde für seine ­Industriepartner konzipiert, baut und betreibt, beweist das Unternehmen eine hohe ­Technologiekompetenz, gepaart mit großer Verlässlichkeit. Zu diesen ­Anlagentypen zählen: Adsorptions-Anlagen ­Anlagen zur Trennung und Reinigung von Prozessgasen. Kryotechnische ­Anlagen ­Anlagen zur Erzeugung tiefster Temperaturen und zur Verflüssigung von Helium und Wasserstoff. Biotechnologie-Anlagen Forschungs-, Pilot- oder Großanlagen für Kunden im Bereich der industriellen Biotechnologie. CCS- und CO2-­Anlagen ­Anlagen zur CO2-Abtrennung aus Verbrennungsabgasen von Kraftwerksprozessen mit nach- folgender Lagerung (Carbon Capture and Storage, CCS) und zur Erzeugung von Kohlendioxid. Prozess- und ­Raffinerieöfen sowie Verbrennungs-Anlagen Öfen für ­Raffinerien und Petro­chemie-­Anlagen; ­Anlagen zur ­Gasaufbereitung und Stahlerzeu- gung sowie für die Umwelttechnik. 1.000verfahrenstechnische Patente. 4.000Anlagen hat Linde ­weltweit fertiggestellt. 1 3G A S E PROD U Z I E R E N
  15. 15. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 1 4
  16. 16. Engineering & Gases Gase aufbereiten Natürliche Rohstoffe wie ­Erdgas und Schiefergas beinhalten eine Fülle an chemischen Verbindungen, die sich sowohl zur Energie­erzeugung als auch zur industriellen Weiterverarbeitung in der Chemie- und Petro­ chemie nutzen lassen. Je nach Anforderung und Anwendungs­gebiet bietet Linde maßgeschneiderte Verfahren zur ­Gasaufbereitung, die auf Adsorptions-, Absorptions- und kryotech­nischen Prozessen basieren. Damit lassen sich die einzelnen Komponenten effizient voneinander trennen und Verunreinigungen entfernen. Zudem verfügt das Unter- nehmen über innovative ­Technologien, um unerwünschten Stickstoff aus dem geförderten ­Erdgas herauszu­lösen sowie zur Verflüssigung von ­Erdgas für den Seetransport. Für die Aufbereitung von Roh-Kohlen­ dioxid aus vielfältigen industriellen Prozessen liefert Linde ebenfalls die entsprechende, ausgereifte ­Anlagen- und Verfahrenstechnik. Hierzu zählen auch wegweisende Angebote zur ­CO2-Abtrennung, -Reinigung und -Speicherung aus Verbrennungs­abgasen in Kraftwerksprozessen. Produktportfolio: Erdgas verarbeiten Seite 16 Stickstoff aus ­Erdgas abtrennen Seite 20 Verdampftes Flüssigerdgas ­zu­rück­gewinnen Seite 20 Kohlendioxid aufbereiten Seite 21 2 1 5G A S E A U F B E R E IT E N
  17. 17. Erdgas verarbeiten Grundstoffe für die Petrochemie gewinnen Linde verfügt über umfassende Kompetenzen und eine langjährige Erfahrung über die gesamte Erdgas-­Wert­ schöpfungs- und -Prozesskette hinweg. Das Unter­nehmen bietet ein breites Spektrum an Technologien für die ­Ab­trennung von ­Erdgas-Komponenten wie ­Methan, Ethan, Propan und Butan – wichtige Grundstoffe für die nach­ gelagerte Industrie. Auf dieses Know-how kann Linde auch bei der Aufbereitung von unkonventionellem Erdgas aus Schiefergestein zurückgreifen. Produktportfolio: Erdgas verarbeiten Seite 16 Stickstoff aus ­Erdgas abtrennen Seite 20 Verdampftes Flüssigerdgas ­zu­rück­gewinnen Seite 20 Kohlendioxid aufbereiten Seite 21 2 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 1 6
  18. 18. 1 7G A S E A U F B E R E IT E N
  19. 19. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 1 8
  20. 20. Technologien für die komplette Erdgas- Wert­schöpfungskette Die Schiefergas-Revolution basiert auf inno- vativen Prozessen. Und dabei spielen Tech- nologien von Linde eine Schlüsselrolle. Als ­­Anlagenbauer und Industriegase-­Spezialist ist das Unternehmen in vielfältiger Weise an der gesamten Erdgas-Wertschöpfungs- und --Prozesskette beteiligt: von der Exploration über die Weiterverarbeitung bis hin zur Nut- zung. Der Konzern liefert nicht nur Gase – wie zum Beispiel Stickstoff und Kohlendioxid –, um das Fracking effizienter und umweltver- träglicher zu gestalten, sondern auch für die sogenannte Enhanced Oil and ­Gas Recovery (EOR/EGR), also zur effizienten Erschließung von Erdöl- und ­Erdgasvorkommen. Dabei werden diese ­­Gase genutzt, um den Förder- druck bestehen­der konventioneller Lager- stätten aufrechtzuerhalten und so eine größere ­Ausbeutung zu ermöglichen. Zudem liefert Linde ­Anlagen zur Erdgasaufbereitung und ­Gewinnung von Natural ­Gas Liquids. Diese werden dann unter anderem in ­Crackern, die das Unternehmen ebenfalls plant und baut, zu ­Olefinen (wie Ethylen) weiterver­ arbeitet. Darüber hinaus spielen Linde Tech- nologien eine wichtige Rolle bei der Verflüs- sigung, der Speicherung, dem Transport und der Nutzung von ­Erdgas. Der Konzern verfügt über ein breites Portfolio an LNG-­Anlagen (LNG = Liquefied Natural ­Gas; verflüssigtes ­Erdgas) in jeder Größe sowie LNG-­Terminals und Ausstattungen für LNG-Tanker. Zudem bietet das Unternehmen umfassende Lösungen zur Nutzung von ­Erdgas als umweltfreundli- chem Energieträger in mobilen Anwendungen. Linde liefert hier beispielsweise komplette LNG- Tankstellen für Schiffe oder Kraftfahrzeuge. Dank neuer Bohr- und Explorationstechniken ist es heute möglich, den begehrten Rohstoff ­Erdgas auch aus unkonventionellen Vorkommen kosteneffizient zu fördern. Insbesondere in Nordamerika gewinnt Schiefergas nicht nur als Energieträger weiter an Bedeutung. Auch die Chemie- und Petro­chemieindustrie profitiert von der zunehmenden Erschließung dieser ­Erdgasquellen, denn Schiefergas enthält neben Methan weitere wichtige chemische Verbin- dungen. Die effiziente Aufbereitung dieser Schiefergasbestandteile ist für die weitere Pro- duktveredelung entscheidend. Unterschieden wird zwischen trockenem und nassem Schiefergas. Während sich Ersteres auf- grund seines hohen Methananteils vor allem für die Energiegewinnung eignet, bietet nasses Schiefergas für die Chemieindustrie viele Vorteile: Es enthält – neben Methan – höhere Kon- zentrationen an wertvollen Kohlenwasserstoffen, den sogenannten Natural ­Gas Liquids (NGL). Dazu zählen der Kohlenwasserstoff Ethan (C2), der in einigen Fällen bis zu 45 Prozent eines nassen Schiefergases ausmacht, sowie Propan (C3), Butan (C4) und weitere Bestandteile mit höherem Molekulargewicht. Diese Kohlenwasserstoffe lassen sich in den Steam-Crackern der Petro­chemie zu Ethylen und Propylen verarbeiten – also zu den wichtigsten Grundstoffen der organischen Chemie. Darauf basieren neben den Massenkunststoffen Polyethylen und Poly­ propylen auch viele andere Produkte in zahlreichen ­Industriezweigen. Linde hat sich frühzeitig auf die neuen Marktanforderungen eingestellt und seine CRYO-PLUS™-­ Technologie, die sich in ­Raffinerieanwendungen bereits vielfach bewährt hat, gezielt zur ­Gewinnung hochwertiger Kohlenwasserstoffe für die Chemie und Petro­chemie weiterentwickelt. Die sehr unterschiedliche Beschaffenheit der unkonventionellen ­Erdgasvorkommen erfordert besonderes Know-how und fein aufeinander abgestimmte Prozesse. So kann vor allem nas- ses Schiefergas Spuren von Quecksilber oder auch Schwefelwasserstoff enthalten. Bevor das ­Ethan oder Propan einer ­Olefin-Anlage zugeführt werden kann, müssen diese Verunreinigun- gen möglichst vollständig entfernt werden. Aufgrund der höheren Konzentration an schwe- reren Kohlenwasserstoffen in nassen Schiefergasen hat Linde zudem die ­Gasvorbehandlung modifiziert. Darüber hinaus hat das Unternehmen die hydraulischen Verhältnisse der ­Anlagen überprüft und weiter optimiert, um so Teillastbetriebsfälle besser unterstützen zu können. Mit der weiterentwickelten CRYO-PLUS™-­Technologie können ­Anlagen, die bisher nur herkömm- liches Rohgas durch Verdichtung und kryogene Kühlung in seine Bestandteile aufgetrennt haben, jetzt auch nasses Schiefergas einfach, flexibel und effizient verarbeiten. Das Verfahren wird bereits in mehr als 20 ­Raffinerien und Petro­chemie-­Anlagen weltweit erfolgreich eingesetzt. 1 9G A S E A U F B E R E IT E N
  21. 21. Stickstoff aus ­Erdgas abtrennen Um den Förderdruck einer Erdöl- oder ­Erdgaslagerstätte zu erhöhen und damit die Produkti- onsmenge zu steigern, wird Stickstoff unter hohem Druck in das Bohrloch gepresst. Abhän- gig von den geologischen Gegebenheiten kann sich ein Teil des injizierten Stickstoffs nach einiger Zeit mit dem geförderten ­Erdgas vermischen. Mithilfe einer Nitrogen Rejection ­Unit (NRU) lässt sich der Stickstoff wieder entfernen. Dabei wird der stickstoffreiche Strom abge- kühlt, bis ein Teil des ­­­Gases flüssig ist. Sogenannte Rektifikationskolonnen trennen dann bei Temperaturen zwischen minus 140 und minus 180 Grad Celsius das ­Erdgas und den Stickstoff nahezu vollständig voneinander. Das NRU-Verfahren wird auch für die Abtrennung von Stickstoff in natürlichen ­Erdgasvorkommen eingesetzt, wenn der Stickstoffanteil den Grenzwert des benachbarten ­Pipeline-Systems über- schreitet. In diesem Fall erfüllt der Rohstoff nicht alle Anforderungen von ­Industrie und ­Handel. Der Grund: Stickstoff reduziert den Heizwert des ­Erdgases und beeinträchtigt die industrielle Verarbeitung in der chemischen ­Industrie. Und auch um ­Erdgas in tiefkalt verflüssigter Form zu lagern und zu transportieren, sollte der Stickstoffanteil unter einem Prozent liegen. N2+Öl/Gas B e i d e r s o ge n a n n t e n E n h a n ce d O i l a n d ­G as Rec o ve r y we r d e n ­­G ase w i e z . B . ­S t i cks to ff u n t e r h o h e m D ruck i n das B o h r lo c h i n j i z i e rt, um d e n F ö r d e r d ruck i n d e r Ö l- bzw. ­G aslage r s tät t e w i e d e r zu e r h ö h e n . Du rc h d i eses V e r fa h r e n ka n n d i e F ö r d e r m e n ge d eu t l i c h ges t e i ge r t we r d e n . Verdampftes Flüssigerdgas ­zu­rück­gewinnen ­Erdgas kann in tiefkalt verflüssigter Form (bei minus 162 Grad Celsius) von eigens dafür entwi- ckelten LNG-Tankschiffen rund um den Globus transportiert werden. Es lässt sich dabei nicht vermeiden, dass – trotz sehr guter Wärmeisolierung der Lagertanks – während des Transports ein kleiner Anteil des Flüssigerdgases verdampft. ­Technologien von Linde ermöglichen es, dieses sogenannte Boil-off-­Gas, kurz BOG, wieder aufzubereiten. Bleibt die Temperatur des BOG unterhalb einer bestimmten Grenze, kann es mithilfe von Zwei­ stufen-Kompressoren verdichtet und von Dual-Fuel-Schiffsmotoren – mit denen viele LNG- Schiffe ausgerüstet sind – genutzt werden. Diese Motoren laufen sowohl mit einem Schweröl-­ Luft-Gemisch als auch mit BOG. Warmes Boil-off-­Gas, das bis zu plus 40 Grad Celsius erreichen kann, lässt sich hingegen von Zweistufen-Kompressoren nicht mehr verarbeiten. Linde hat für diese Anwendung eine leis- tungsfähigere Lösung entwickelt, die auf der bewährten Zentrifugalkompressor-­Technologie basiert: Dieses vierstufige System besteht aus mehreren Kammern und komprimiert schritt- weise das warme BOG durch den Einsatz von Schaufelrädern. Das Verfahren benötigt keine Zwischenkühlung und muss keinen wechselnden Druckverhältnissen standhalten. Zudem ist die Vierstufen-Zentrifugalkompressor-­Technologie kompakter, leichter und wartungsärmer als herkömmliche Kolbenkompressoren.  –140/–180 Grad Celsius In diesem Temperaturbe- reich trennen Rektifikati­ ons­kolonnen Erdgas und Stickstoff nahezu vollstän- dig voneinander.  40Grad Celsius kann warmes Boil-off-Gas erreichen. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 2 0
  22. 22. Eine weitere Option, das entstehende Boil-off-­Gas zu nutzen, bilden die ebenfalls von Linde entwickelten On-Board-Rückverflüssigungsanlagen. Dabei nutzt man den sogenannten ­Brayton-Kühlprozess, der mit Stickstoff als Kältemittel arbeitet. Die Stickstoffkälte wird über Wärmetauscher auf das verdampfte ­Erdgas übertragen, sodass es sich wieder verflüssigt und in die Lagertanks des Schiffs zurückgeführt werden kann. Der Kühlprozess lässt sich schnell starten und ist vor allem direkt nach dem Beladen mit LNG wichtig, weil sich dann besonders viel BOG bildet. Zum Vergleich: In Tankern ohne Rückverflüssigungsanlagen verdampfen auf einer zwanzigtägigen Transportreise bis zu drei Prozent des LNG. Kohlendioxid aufbereiten Linde projektiert und errichtet ­Anlagen zur Aufbereitung von Kohlendioxid (CO2), die von der Abtrennung und Reinigung über die Verflüssigung und Lagerung bis zur Verteilung alle notwen- digen Zwischenschritte einschließen. Das Roh-CO2 stammt dabei aus den unterschiedlichsten Industrie­zweigen. Es können Abgase aus chemischen und petrochemischen Prozessen, der Erdgas-­ Produktion sowie Rauchgase aus Kraftwerksbetrieben zum Einsatz kommen. Je nach Roh-CO2- Quelle und der späteren Verwendung des ­­­Gases müssen die ­Anlagen spezifisch angepasst werden. Darüber hinaus entwickelt und verbessert Linde ­Technologien für die effiziente Abtrennung und Reinigung von Kohlendioxid aus dem Abgasstrom von Kohlekraftwerken. Das Unternehmen bietet für die CO2-Reduzierung in Rauchgasen aus der Energieerzeugung mit fossilen Brenn- stoffen wie Kohle und ­Erdgas Lösungen für alle drei relevanten Verfahren – Pre-Combustion, Oxyfuel und Post-Combustion (CO2-Wäsche). Das letztgenannte Verfahren ist dabei als einziges zur Nachrüstung von bestehenden Kraftwerken geeignet. Mithilfe der CO2-Wäsche könnten mehr als 90 Prozent des Kohlendioxids aus den Verbrennungsabgasen eines Kraftwerks ent- fernt und anschließend einer industriellen Nutzung zugeführt werden. Denn für Kohlendioxid bestehen – unabhängig von der Quelle, aus der es stammt – vielfältige Anwendungsmöglich- keiten, beispielsweise in der Lebensmittelindustrie oder zur Produktion von Trockeneis (festes CO2 bei minus 79 Grad Celsius) oder als Schutzgaskomponente beim Schweißen. Sehr große Mengen an CO2 werden bei der Öl-und ­Gasförderung im Rahmen der Enhanced Oil and ­Gas Recovery (EOR/EGR) sowie in chemischen ­Anlagen zur Herstellung von Methanol und Harn- stoff verwendet. Bei besonderen Reinheitsanforderungen, wie sie zum Beispiel für chemische Synthesen oder in der Lebensmittelindustrie gelten, kommen zusätzliche katalytische Reini- gungsstufen zum Einsatz – auch hierfür hat Linde die entsprechenden ­Anlagen im Angebot.  3% LNG verdampfen auf einer zwan- zigtägigen Transport­reise ohne Rückverflüssigungs- anlage. Kohlendioxid für Gewächshäuser Mit CO2 lässt sich das Pflanzenwachstum steigern – bestes Beispiel: das Projekt OCAP (Organisches CO2 für die Assimilation in Pflanzen). Im Rahmen von OCAP versorgt Linde mehr als 580 Gewächshäuser in den Niederlanden mit Kohlendioxid. Es stammt aus ­Europas größter Shell-­Raffinerie und ­einer Bioethanol-Anlage des spanischen ­Unternehmens Abengoa. Das von dort bezo- gene Abgas-CO2 wird von Linde auf­bereitet und dann über ein weit verzweigtes Pipeline- Netzwerk zu den Gewächshaus­betreibern transportiert. So können jährlich etwa 400.000 Tonnen des ­­­Gases wiederverwertet werden. Das verringert die Kohlen­dioxid­ emissionen um 205.000 Tonnen pro Jahr, da auf die CO2-Erzeugung auf Basis fossiler Rohstoffe verzichtet werden kann. Diese Re- duktion entspricht dem jährlichen CO2-Aus- stoß einer westeuropäischen Stadt mit 150.000 Einwohnern. 2 1G A S E A U F B E R E IT E N
  23. 23. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 2 2
  24. 24. Gases & Healthcare Gase bereitstellen ­­Gase kommen in zahlreichen ­Fertigungsprozessen und ­Industrien über- all auf der Welt zum Einsatz. Je nach Anwendung werden die ­­Gase ­in ganz unterschiedlichen Mengen, Reinheiten und Lieferinter­vallen be- nötigt. Um die vielfältigen Kundenanforderungen erfüllen zu können, setzt Linde auf ein integriertes Modell. Das Unternehmen verbessert und modernisiert sein ­Versorgungskettenmanagement bei Flaschen- und Flüssig­gasen sowie bei der Vor-­Ort-Erzeugung kontinuierlich. Mit ­einem dichten Produktions-, Vertriebs- und Distri­butionsnetz stellt Linde sicher, dass seine ­­Gaseprodukte für Kunden unterschiedlichster Größe an jedem ­Ort zeitgerecht bereitgestellt werden – stets verlässlich und in der gewünschten Quantität und Qualität. Produktportfolio: ­­Vielfältige Gaseversorgung Seite 24 Gase in Flaschen Seite 28 ­­Gase in Tankwagen und Tanks  Seite 29 ­­Gase aus On-site-­Produktions­ anlagen  Seite 30 3 2 3G A S E B E R E IT S T E L L E N
  25. 25. Vielfältige Gaseversorgung Maßgeschneiderte Lösungen ­Industrie- und Medizingase können in verschiedener Form zum Verbraucher transportiert werden: beispiels- weise in Flaschen unter sehr hohem Druck, in Behältern, die ­­Gase als tiefkalte Flüssigkeit bei sehr niedrigen Temperaturen enthalten, oder über On-site-Anlagen­ systeme für Kunden mit hohen Bedarfen. Produktportfolio: ­­Vielfältige Gaseversorgung Seite 24 Gase in Flaschen Seite 28 ­­Gase in Tankwagen und Tanks  Seite 29 ­­Gase aus On-site-­Produktions­ anlagen  Seite 30 3 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 2 4
  26. 26. 2 5G A S E B E R E IT S T E L L E N
  27. 27. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 2 6
  28. 28. Um für die individuelle Kundenanforderung die jeweils wirtschaftlichste Lieferform für das ent- sprechende ­Gas zu bestimmen, sind drei Schlüsselfaktoren zu berücksichtigen: Druck, Menge und Durchsatz. Als Flaschengas wird das Produkt in der Regel unter hohem Druck komprimiert. Flaschen enthalten nur eine begrenzte Menge an reinen Gasen oder Gasgemischen, sind aber einfach an den ­Ort zu transportieren, an dem sie gebraucht werden. Tiefkalt verflüssigte Gase können in kleinen Kryo­behältern oder in Großtanks mit einem ­Fassungsvermögen von mehreren tausend Litern geliefert werden. Zur Vor-­Ort-­Versorgung (On-site) von ­Industriekunden mit Stickstoff, Sauerstoff und Wasser- stoff bietet Linde ebenfalls unterschiedliche Systeme an. Diese reichen von kompakten, stan- dardisierten ­Anlagen (ECOVAR®) bis zu maßgeschneiderten On-site-­Anlagen für Unternehmen, die sehr große Mengen technischer ­­Gase benötigen. Für diese Zielgruppe hat Linde eine leis- tungsfähige Produktpalette entwickelt und kann sowohl atmosphärische (Luftgase) als auch chemische ­­Gase in der jeweils geforderten Menge und Qualität bereitstellen. F lasc h e n gase Belieferungen 5 Mio. Kunden 2 Mio. F l ü ss i ggase Belieferungen 2 Mio. Kunden 50.000 O n - s i t e große Luftzerlegungs- und ­HyCO-Anlagen 450 Kunden 1.000– 2.000 2 7G A S E B E R E IT S T E L L E N
  29. 29. ­­Gase in Flaschen Linde ist Marktführer im weltweiten Flaschen­gasegeschäft. Das Unternehmen betreibt rund um den Globus mehr als 430 Füllwerke, in denen jährlich 25 Millionen ­Gasflaschen befüllt werden. Rund 3.500 Lastwagen versorgen bei durchschnittlich fünf Millionen Auslieferungen pro Jahr etwa zwei Millionen Kunden mit den unterschiedlichsten Produkten. Ein ausgeklü- geltes ­Versorgungskettenmanagement gewährleistet dabei stets eine effiziente und sichere ­Versorgung – per 1-Liter-Druckgasdose, Einzelflaschen, über festverrohrte Flaschenbündel bis zum Trailer für Acetylen oder Wasserstoff. G ase w i e S aue r s to ff, S t i cks to ff, A r g o n , Wasse r s to ff o d e r Hel i u m lasse n s i c h le i c h t ve r d i c h t e n u n d i n F lasc h e n m i t D r ü cke n b i s zu 3 0 0 ba r abf ü lle n . Die Flaschengebinde bestehen in aller Regel aus hochfestem Stahl oder Aluminium, mit einem Fülldruck von bis zu 300 bar – wie beispielsweise für Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Wasser- stoff oder Helium. Mit dem Produkt GENIE® hat Linde eine neue Generation von ­Gasflaschen aus innovativem Kompositkunststoff am Markt eingeführt, die sich durch ergonomisch geformte Griffe und Transportrollen sowie eine integrierte Digitalanzeige auszeichnet. Jede Flasche ist mit ­einem Ventil ausgerüstet, das je nach ­Gasart und Druck internationalen ­Standards genügt. Für un- terschiedliche Märkte und Einsatzzwecke stehen außerdem eigens von Linde entwickelte Flaschenventile mit integriertem Druckminderer zur Verfügung. F ü llwe r k V e r t r i ebs p a r t n e r F lasc h e n gase -­ T r a n s p o r t K unden L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 2 8
  30. 30. ­­Gase in Tankwagen und Tanks Auch bei der ­Versorgung von Kunden mit Flüssig­gasen ist Linde Weltmarktführer. Das Unter- nehmen beliefert mit seinen 3.400 Tankwagen mehr als 50.000 Kunden pro Jahr mit insgesamt 18 Millionen Tonnen tiefkalt verflüssigten ­­Gasen. Für die jährlich rund zwei Millionen Belie- ferungen legen die Lkw weltweit etwa 400 Millionen Kilometer zurück. Dies erfordert eine besonders flexible sowie effiziente Logistik- und Distributions-Infrastruktur. Um seine Kunden möglichst wirtschaftlich, schnell und verlässlich mit dem gewünschten Produkt bedienen zu können, verbessert Linde seine ­Versorgungskette für Flüssig­gase stetig weiter. ­­Gase wie Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Argon oder Kohlendioxid beanspruchen in flüs- siger Form lediglich 1/800 des Volumens, das sie in ihrem gasförmigen Aggregatzustand ein- nehmen. Die Auslieferung in tiefkalt verflüssigtem Zustand ist damit eine besonders effiziente und umweltschonende Form der ­­Gasebereitstellung. Linde bietet hier vakuumisolierte Tanks von 3.000 bis 80.000 Liter Fassungsvermögen, die bei den Kunden zusammen mit Verteilein- richtungen und der notwendigen Peripherie installiert werden. Wasserstoff stellt Linde auf Wunsch alternativ auch im gasförmigen Zustand in Hochdrucktanks bereit. In der Regel stattet Linde die Tanks mit einer automatischen Füllstandsanzeige aus – und wird so stets über den aktuellen Vorrat bei den Kunden informiert. Diese moderne Form der Nachschubsteuerung sichert die unterbrechungsfreie ­Versorgung, ohne dass der Abnehmer selbst tätig werden muss. ­V er sorgung n ach Ma SS: Linde ­Ta nka nlagen sind die komfortable und wirtsch af t­ l i c h e L ösu n g f ü r ­I n d us t r i ebe t r i ebe m i t e i n e m ve r gle i c h swe i se h o h e n V e r b r auc h a n t ec h n i sc h e n ­­G ase n . S i e e r f ü lle n m o d e r n s t e t ec h n i sc h e ­S ta n d a r d s , s i n d e i n - fach und sicher zu h a ndh aben und erfordern keine Wartung seitens des Be treiber s. Helium: das globale ­Gas Sowohl die Produktions- als auch die Energie- kosten haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Transportwege der Gaseprodukte. Dementsprechend unterscheidet man lokale, regionale und globale ­­Gase. Stickstoff bei- spielsweise hat sehr kurze Lieferwege, weil es im Vergleich zu Edelgasen wie Argon preiswert und in großen Mengen hergestellt werden kann – es ist ein lokales Gas. Bei Stick- stoff ist es daher entscheidend, wie dicht das Kundennetz in der Nähe der jeweiligen Luftzerlegungs-Anlage ist, in der das Gas ­erzeugt wird. Argon hingegen bezeichnet man als regionales ­Gas; es kann problemlos über 1.000 Kilometer weit transportiert werden. Helium wiederum kommt noch sel- tener vor; es ist ein sogenanntes globales ­Gas. Es gibt weltweit nur etwa ein Dutzend Heliumquellen, aus denen die Kunden in aller Welt versorgt werden. Bei den Lieferwegen zählt am Ende immer eines: die Effizienz. Mit mehr als 50 Helium-Abfüllanlagen in ­allen wichtigen Märkten verfügt Linde über das global zuverlässigste Vertriebsnetz. In Otis, USA, betreibt das Unternehmen eine der größten Helium-Produktions­anlagen weltweit, die durch ­Anlagen in Algerien, Katar, ­Australien und weiteren Standorten ergänzt wird. Flüssiges Helium liefert Linde als Bulk-Produkt in besonders isolierten ISO-Containern oder – für kleinere Mengen – in sogenannten Dewarbehältern; gas­förmiges Helium wird in Flaschen, Flaschenbatterien (Bündeln) oder Tube-Trailern bereitgestellt. G aseP r o d uk t i o n sa n lage F l ü ss i ggase -­ T r a n s p o r t K u n d e n t a n ks 2 9G A S E B E R E IT S T E L L E N
  31. 31. ­­Gase aus On-site-­Produktions­anlagen Abgerundet wird das integrierte ­Versorgungsmodell von Linde mit der sogenannten On-site-­ Versorgung von Kunden, die einen sehr hohen ­­Gaseverbrauch haben. Linde deckt diesen Bedarf aus Produktions­anlagen, die direkt beim Verbraucher vor ­Ort errichtet werden. Das Unterneh- men betreibt weltweit rund 450 große Luft­zerlegungs- sowie Wasserstoff- und Synthese­ gas(HyCO)-­Anlagen für seine Kunden. Diese ­Anlagen können aus elf über den Globus verteilten Kontrollzentren fernüberwacht und -gesteuert werden. Sie produzieren etwa acht Millionen Normkubikmeter ­­Gase pro Stunde und versorgen damit bis zu zweitausend Großkunden. Ne- ben den erwähnten Großanlagen hat Linde weltweit mehr als 1.000 standardisierte ECOVAR®-­ Anlagen bei seinen Kunden installiert. Rohrleitungsversorgung aus großen On-site-­Anlagen Großkunden, etwa aus der Chemie- oder Stahlindustrie, benötigen für die verschiedensten Prozesse häufig sehr große ­­Gasemengen. Die hierfür erforderlichen Volumina an Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Synthese­gas werden meis- tens über eine Rohrleitung geliefert. Dazu kann eine Produktionsanlage in unmittelbarer Nähe eines einzelnen Kunden errichtet werden. Die Alternative: Mehrere ­­Gaseproduktionsstätten werden an ein Rohrleitungsnetz angeschlossen und darüber eine Reihe von Kunden – im sel- ben ­Industriegebiet oder in derselben Region – versorgt. Linde bietet seinen On-site-Kunden Lösungen, die exakt auf die jeweiligen Anforderungen hinsichtlich Menge und Qualität der ­­Gase zugeschnitten sind. Das Unternehmen verfügt hier über umfassende Kompetenzen und kann bei der Errichtung von Luft­zerlegungs- und HyCO-­ Anlagen auf langjährige Erfahrungen verweisen. Das Leistungsspektrum reicht von der Bera- tung und Konzepterstellung über die ­Investition und den Bau bis zum Betrieb von ­Anlagen und Rohrleitungen. Linde modernisiert auch bestehende ­Anlagen oder übernimmt diese in Sonder- fällen komplett. Das Unternehmen ist mit Expertenteams in allen wichtigen ­Industrieregionen vertreten und pflegt einen engen Austausch mit seinen Kunden. O n - s i t e - V e r s o r gu n g R o h r le i t u n g R o h r - leitung I n d us t r i eku n d e n A n lage G aseP r o d uk t i o n sa n lage L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 3 0
  32. 32. ECOVAR®-Standard-On-site-­Anlagen Mit der Produktlinie ECOVAR® richtet sich Linde an ­Industriekunden, die eine besonders kosten­ effiziente, flexible und gleichzeitig verlässliche Vor-­Ort-­Versorgung bevorzugen. Die modular aufgebauten ECOVAR®-Systeme bestehen aus einer Standardanlage sowie einer Reserveeinheit und gewährleisten damit eine unterbrechungsfreie ­Versorgung. Sie sind so- wohl für die Installation im Freien wie in Gebäuden geeignet und können auf den verfügbaren Platz wie auf die zur Verfügung stehenden Betriebsstoffe (Energie, Wasser, Druckluft) abge- stimmt werden. Als System aus standardisierten Baugruppen zeichnen sich ECOVAR®-Systeme durch hohe Wirtschaftlichkeit und geringe Kosten bei Entwicklung, Bau, Errichtung, Betrieb und Wartung aus. Ihre Montage erfolgt meist zeitsparend in Schränken, auf Grundrahmen oder in Containern. Automatische Regelsysteme registrieren Verbrauchsschwankungen und schalten bei erhöhtem Bedarf die Reserveeinheit hinzu, um Produktionsspitzen auszugleichen. Die Reserveeinheit kommt auch im Fall eines Stillstands der Hauptanlage zum Einsatz. Beide ­Anlagen werden üb- licherweise vom nächstgelegenen Linde Gasezentrum überwacht. Da Transportvolumina und Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert werden, ist die ­­Gaseerzeugung per ECOVAR®-­ System deutlich umweltfreundlicher als herkömmliche ­Versorgungsmethoden. Das ECOVAR®-Angebot umfasst eine ­Gaseliefervereinbarung sowie die Planung, den Bau und den Betrieb der Standardanlage und der Reserveeinheit durch Linde Fachkräfte. Der Vorteil für die Kunden: Sie erhalten bei vergleichsweise geringen ­Investitionen zuverlässig ­­Gase aus hochmodernen, wirtschaftlichen ­Anlagen – und können sich gleichzeitig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Luf t zerlegu n gs-A n lage vo n L i n d e zu r V o r - O r t-V e r s o r gu n g e i n es g r o S S e n S ta h lwe r ks i n Russla n d m i t L uf tgase n w i e S aue r s t o ff, S t i cks to ff u n d A r g o n . 3 1G A S E B E R E IT S T E L L E N
  33. 33. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 3 2
  34. 34. Gases & Healthcare ­­Gase anwenden ­­Gase von Linde werden im täglichen Leben nahezu überall eingesetzt: Sie helfen beim Fügen und Trennen, Erhitzen und Kühlen, Schützen und Konservieren, Prüfen und Analysieren sowie beim Behandeln und Thera- pieren. Die ­­Gaseanwendungen und Verfahren des Unternehmens decken dabei alle wesentlichen Branchen ab: von der Lebensmittel- und Getränke­ industrie über Chemie und Energie, ­Metallurgie und Glas, die verarbei- tende Industrie bis zur Elektronik. Mit Produkten, Hardware und Services von Linde werden Herstellungsprozesse effizienter, wirtschaftlicher, sicherer und umweltfreundlicher. Zudem erhöhen sie die Qualität der Erzeugnisse. Darüber hinaus spielen medizinische ­­Gase, Geräte, Therapien und be- gleitende Dienstleistungen eine wichtige Rolle im Gesundheits­wesen. Linde trägt hier dazu bei, die Gesundheit der Patienten zu erhalten und deren Lebensqualität zu verbessern. Produktportfolio: Lebensmittel und Getränke Seite 34 Chemie, Energie und Umwelt Seite 38 Metalle und Glas Seite 42 Verarbeitende Industrie Seite 46 Elektronik  Seite 50 Healthcare Seite 54 4 3 3G A S E A N W E ND E N
  35. 35. Lebensmittel und Getränke Qualität verbessern, Haltbarkeit verlängern Von der Produktion über die Verarbeitung bis in den Super­ markt: ­­Gase von Linde begleiten Lebensmittel und ­Getränke auf ihrem Weg zum Endverbraucher. So vielfältig wie die Welt der Lebensmittel ist auch das Spektrum der ­­Gaseanwendungen, die die gesamte Wertschöpfungskette unterstützen. So tragen ­­Gase von Linde dazu bei, die Her- stellungskosten zu senken, die Produktqualität zu verbes- sern und die Haltbarkeit der Lebensmittel und Getränke zu verlängern. Und auch bei der Trinkwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung sowie in ­Aquakulturen sind ­­Gase unverzichtbar. Produktportfolio: Lebensmittel und Getränke Seite 34 Chemie, Energie und Umwelt Seite 38 Metalle und Glas Seite 42 Verarbeitende Industrie Seite 46 Elektronik  Seite 50 Healthcare Seite 54 4 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 3 4
  36. 36. 3 5G A S E A N W E ND E N
  37. 37. Vom Anbau zum Teller Entlang der gesamten Produktionskette in der Lebensmittelindustrie spielen Kältetechnolo- gien sowie verschiedene ­­Gase eine wichtige Rolle. Bereits beim Anbau von Obst und Gemüse kommt es auf die richtige Atmosphäre an: Mit Kohlendioxid lässt sich beispielsweise die Pro- duktivität in Gewächshäusern steigern und mit dem ­Gas Ethylen die Reifung beeinflussen. Um die Qualität von Lebensmitteln zu erhalten, ist das kryogene Frosten und Kühlen, bei dem man die Kältewirkung tiefkalt verflüssigter ­­Gase ausnutzt, eine etablierte ­Technologie. Entschei- dend ist dabei unter anderem, einen möglichst guten Wärmeübergang zu erzielen, damit das kryogene ­Gas seine Kälteenergie optimal an das Produkt abgibt. Sowohl für das portionsweise Schockfrosten von losen Produkten für Fertiggerichte als auch für das Gefrieren von größeren Lebensmitteln wie Fischfilets bietet Linde das erforderliche Prozess-Know-how. Auch bei der Verarbeitung von Milchprodukten, Teigwaren oder Ölen und Fetten sind ­­Gase unersetzlich. Sie gewährleisten nicht nur eine sehr effiziente Produktion, sondern sorgen auch für längere Haltbarkeit. Zudem bewirken ­­Gase, dass Lebensmittel ihren Geschmack bewahren. Mit speziellen Schutzgasmischungen stellt Linde sicher, dass verpackte Lebensmittel wie Käse, Fertigsalate oder Hackfleisch bis zum Verzehr frisch bleiben. Zudem stellt das Unternehmen innovative ­Technologien für Supermärkte und Caterer zum Aufbau von geschlossenen Kühl- ketten bereit – die wichtigste Voraussetzung für eine weltweite ­Versorgung mit hochwerti- gen Lebensmitteln. Auch die Labore der Lebensmittelindustrie und Prüfinstitute benötigen für ihre Analyse- und Messinstrumente hochreine Spezialgase, um die notwendigen Qualitätsuntersuchungen durch- führen zu können. Damit leistet Linde von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Ver- braucher und zur Qualitätssicherung einen bedeutenden Beitrag für die Frische, die Sicherheit und die ­Vielfalt von Lebensmitteln. Mit der Produktfamilie BIOGON®-­­Gase, die immer dann eingesetzt werden, wenn ­­Gase in direkten Kontakt mit Lebensmitteln kommen, erfüllt das Unternehmen alle internationalen ­Standards im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Getränke herstellen und abfüllen In der Getränkeindustrie erfüllen ­­Gase unterschiedlichste Aufgaben entlang der Wertschöp- fungskette. Die bekannteste Anwendung ist das Versetzen von Limonade, Mineralwasser oder Perlweinen mit Kohlensäure – das sogenannte Karbonisieren. Dazu wird Kohlendioxid mit ho- hem Druck in die bereits gefüllten Flaschen gepresst. Zudem verlängert eine Imprägnierung mit Kohlensäure die Haltbarkeit des Getränks und hemmt die Oxidation durch Sauerstoff. Auch CRYOLINE®: maßgeschneiderte Gefrier- und Kühltechnologien In der modernen Lebensmittelproduktion ist das kryogene Frosten und Kühlen mittler- weile ein bewährtes Verfahren zur Qualitäts­ erhaltung. Mit der CRYOLINE®-Froster-­Familie von Linde können Anwender jetzt noch effi- zienter produzieren – bei erhöhter Sicher­heit und niedrigen Kosten. Durch ein besonders hygienisches Design und weiter verbesserte ­Technologien werden mit CRYOLINE® die reinigungs- und wartungs­bedingten Still- standszeiten verringert und damit die Flexi- bilität in der Produktion erhöht. Das Pro- gramm umfasst verschiedene Froster-Typen, die eine Vielzahl von Lebensmitteln ab­ decken – von Backwaren über Fleisch- und Fischprodukte, Pasta und Gemüse bis hin zu Fertiggerichten. I n d e r G e t r ä n ke i n d us t r i e müsse n i n ku r ze r Z e i t m ögl i c h s t v i ele F la- sc h e n abgef ü llt we r d e n . G ase spielen a n ver schiedensten Schlüs­ sel­stellen e i n e w i c h t i ge R o lle . L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 3 6
  38. 38. Stickstoff kommt in der Getränkeindustrie in vielfältiger Weise zum Einsatz: So verdrängt das ­Gas beim Inertisieren unerwünschten Sauerstoff – beispielsweise in Fruchtsäften. Dadurch behalten diese ihre Farbe, zugleich werden wertvolle Vitamine und Aromen geschützt. Eine weitere Anwendung ist die Stabilisierung von PET-Flaschen. Vor dem Verschließen wird da- bei dem Inhalt ein Tropfen flüssiger Stickstoff hinzugegeben. Durch Verdampfen baut sich ein Innendruck auf, der dafür sorgt, dass die Flaschen beim Transportieren und Lagern größeren Belastungen besser standhalten. Die ­Gastronomie benötigt ebenfalls ­­Gase – beispielsweise für den Getränkeausschank von Bier und Softdrinks. Je nach Anwendung enthalten die Schankgase von Linde Kohlendioxid oder eine Mischung aus Stickstoff und Kohlendioxid. Und auch in der Weinproduktion spie- len ­­Gase- und Kälteanwendungen des Unternehmens eine wichtige Rolle, etwa in der Kalt- mazeration: Dabei erzeugt flüssiges Kohlendioxid in der Traubenmaische den gewünschten Kühleffekt. Gleichzeitig werden Farb- und Inhaltsstoffe geschützt, weil das Kohlendioxid den Sauerstoff verdrängt. Wasser aufwerten Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Es muss höchste Qualitätsanforde- rungen erfüllen, die gesetzlich geregelt sind und kontrolliert werden. ­­Gase von Linde tragen seit vielen Jahren erfolgreich zur Verbesserung der Wasserqualität bei. Linde unterstützt Un- ternehmen bei der Trinkwasseraufbereitung mit ­­Gasen, Ausrüstung, Serviceleistungen und technischen Lösungen. Zu den häufig genutzten Anwendungen in diesem ­Segment zählen die Regulierung des pH-Werts und das Einstellen der optimalen Wasserhärte mit Kohlendioxid oder die Oxidation von unerwünschten Wasserinhaltsstoffen mit Sauerstoff. Darüber hinaus hilft der intensive Eintrag von Reinsauerstoff bei der industriellen Abwasser- aufbereitung. Linde bietet ein breites Portfolio an Produkten – für weltweit tätige Unternehmen im Bereich Abfallmanagement und Recycling ebenso wie für kommunale Wasserwerke. Auch bei der Meerwasserentsalzung zur Trinkwassergewinnung kommen Gaseanwendungen von Linde zum Einsatz, beispielsweise um eine ausgeglichene Wasserchemie zu gewährleisten. Reiner Sauerstoff ist zudem eine wichtige Ressource in ­Aquakulturen. Das Wasser in den Zucht- becken der Fischfarmen muss mit dem lebenswichtigen Gas so weit wie möglich gesättigt sein, um optimale Bedingungen für die Fische zu gewährleisten. Linde Experten entwickeln diese Sauerstoff-Eintragssysteme stetig weiter, um die ­Gasverteilung im Becken so exakt und energieeffizient wie möglich zu gestalten. Regulierung des pH-Werts und Einstellung der optimalen Wasserhärte durch Kohlendioxid. I m n o rweg i sc h e n Å lesu n d be t r e i bt L i n d e e i n I n n ovat i o n sze n t rum f ü r Aquakultur und Wasserbeh a ndlung. G e m e i n sa m m i t K u n d e n we r d e n d o rt die Einsat z möglichkeiten von Sauer- s to ff i n d e r F i sc h zuc h t we i t e r e n t- wickelt. 3 7G A S E A N W E ND E N
  39. 39. Chemie, Energie und Umwelt Energieeffizienz, ­Sicherheit und Umwelt­ schutz im Fokus Für die verschiedensten Bereiche der chemischen Indus- trie und die Energiebranche wird es immer wichtiger, ­umwelt- und klimaschonend zu produzieren sowie Energie und Ressourcen effizient zu nutzen. Linde unterstützt diese Entwicklung mit technischen ­­Gasen und hochmoder- nen Anwendungen. Diese erhöhen die Energieeffizienz und Sicherheit von technologischen Verfahren sowie Anlagen. Sie verringern zudem herstellungsbedingte Emissionen – bei den eigenen Prozessen ebenso wie bei den ­Anlagen der Kunden. Auf diese Weise tragen Techno­ logien von Linde zu mehr Nach­haltigkeit und Klimaschutz bei und ermöglichen darüber hinaus eine höhere Wert­ schöpfung in der Produktion. Produktportfolio: Lebensmittel und Getränke Seite 34 Chemie, Energie und Umwelt Seite 38 Metalle und Glas Seite 42 Verarbeitende Industrie Seite 46 Elektronik  Seite 50 Healthcare Seite 54 4 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 3 8
  40. 40. 3 9G A S E A N W E ND E N
  41. 41. Fossile Rohstoffe und ­Feinchemikalien aufbereiten In der Petro­chemie spielen technische ­­Gase von Linde eine Schlüsselrolle – beispielsweise für die Aufbereitung von Rohöl, ­Erdgas oder Schmierstoffen. So dient Wasserstoff etwa zur Entschwefelung von Kraftstoffen und als unverzichtbarer Reaktionspartner, um die höhermo- lekularen Kohlenwasserstoffverbindungen im Hydrotreating- und Hydrocracking-Verfahren in Zwischenprodukte für die Herstellung von Diesel, Benzin oder Kerosin umzuwandeln. Zudem erfüllen ­­Gase eine wichtige Aufgabe bei einem Folgeschritt der Kraftstoffentschwefelung: Im sogenannten Claus-Prozess erhöht die Anreicherung der Luft mit Sauerstoff die Kapazität und Flexibilität dieser ­Anlagen deutlich. Auch bei der Produktion von Feinchemikalien – deren Einsatzspektrum von der Arzneimittelproduktion über die Erzeugung von Reinigungsmitteln und Klebstoffen bis zu Elektronikprodukten reicht – steigern gasbasierte Verfahren von Linde die Effizienz. Und auch für die wachsenden Umweltauflagen in der Chemieindustrie hält das Unternehmen innovative Lösungen bereit: Beim Inertisieren von Öl- und Treibstoff-Pipelines, Reaktoren oder Abfüllanlagen sind ­­Gase wie Stickstoff oder Kohlendioxid unerlässlich, um den Sauerstoffanteil zu reduzieren, der für viele Prozesse störend ist. Darüber hinaus bietet Linde Heiz- und Kühlsysteme für die Reaktortemperierung bei chemischen Synthesen sowie Kryokondensationsanlagen zur Rückgewinnung von flüchtigen organischen Verbindungen und Lösungsmitteln sowie effiziente Verfahren zur Abwasser- und Abfallbehandlung. Helfer in der Arzneimittelproduktion Im Fokus der Pharmaindustrie stehen die Gesundheit und die Sicherheit von Patienten. ­­Gase und ­­Gasetechnologien von Linde gewährleisten die sichere Herstellung von hochwertigen pharma­zeutischen Wirkstoffen und Arzneimitteln: von der Forschung und Entwicklung über die Verarbeitung und Formulierung von pharma­zeutischen Substanzen bis hin zur Prozessüber- wachung und Qualitätskontrolle. Durch die enge Zusammenarbeit mit seinen Kunden stellt Linde sicher, dass alle angebotenen Lösungen auch den notwendigen Qualitätsanforderungen entsprechen. Mit speziellen Produktlinien unterstützt das Unternehmen die Wirkstoff- und Arz- neimittelhersteller dabei, die branchenspezifischen Richtlinien (GMP) zu erfüllen – das betrifft beispielsweise die Gleichmäßigkeit der Chargen und die Rückverfolgbarkeit der ­­Gase. Zudem liefert Linde der Pharmaindustrie tiefkalte ­­Gase wie Flüssigstickstoff, flüssiges Kohlendioxid oder Trockeneis als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Kühlmethoden. Kryo- gene Kühlverfahren von Linde helfen auch bei der Verbesserung pharma­zeutischer Prozesse wie dem Mahlen, Zerkleinern, Mischen, Granulieren, Gefrieren oder Gefriertrocknen. Auch bei der Tieftemperaturkonservierung von medizinischen Proben kommen ­­Gase zum Einsatz: So ermöglicht Linde mithilfe von flüssigem Stickstoff die sichere Lagerung und den Transport von verschiedensten Wirkstoffen und biologischen Substanzen bei Tieftemperaturen von bis zu minus 196 Grad Celsius. Mit Wasserstoff und Energieeffizienz zu mehr Klimaschutz Auf dem Weg zu einer umweltverträglichen Mobilität und klimaschonenden Energieerzeugung kann Wasserstoff (H2) einen entscheidenden Beitrag leisten – beispielsweise als umwelt- freundlicher Kraftstoff für Autos. Linde entwickelt und beherrscht die gesamte Wasserstoff- technologiekette: von der H2-Herstellung aus fossilen und erneuerbaren Energiequellen über die Komprimierung und Verflüssigung sowie Lagerung und Transport bis hin zur Betankung von Fahrzeugen. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern treibt Linde den Ausbau einer H2-In- frastruktur zur ­Versorgung von Brennstoffzellenfahrzeugen weiter voran und liefert weltweit schlüsselfertige H2-Tankstellensysteme. Eine wesentliche Voraussetzung für eine klimascho- nende Energieversorgung ist die Nutzung von – fluktuierendem – Wind- und Sonnenstrom. Auch hierbei ist Wasserstoff eine vielversprechende Option. Mit der Power-to-­Gas-­Technologie Spezialgase für höchste ­Ansprüche Unter der Marke HiQ® bündelt Linde sein Angebot an hochreinen Spezialgasen und Spezialanwendungen für die Prozessinstru- mentierung, Qualitätskontrolle, Labors und Forschungsinstitute. Mit seinem Portfolio aus Gasen und dazugehörigen Gaseversor- gungssystemen unterstützt das Unternehmen seine Kunden durch anwendungsspezifische Angebote wie Kalibriergasgemische für In­ strumente, hochreine Gase für Medizintech- nikanwendungen sowie die Pharma- und Lebensmittelindustrie. Zudem umfasst das HiQ®-Programm auch hochpräzise Eich- und Prüfgasge­mische für wissenschaftliche ­Messgeräte, die zum Beispiel in der Prozess­ steuerung, Emissionsüberwachung, Umwelt­ analytik und bei Autoabgasuntersuchungen eingesetzt werden. Darüber hinaus bietet Linde ein hervorragendes logistisches Netz- werk und Zusatzleistungen wie Beratung, Sicherheitstrainings, Zulassungen, ­­Total ­­Gas ­­Management sowie eine breite Palette an analytischen und technischen Leistungen. Stickoxide effizient ­entfernen Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet Linde mit seiner LoTOx™-Techno­ logie: Damit lassen sich umweltschädliche Stickoxide aus industriellen Abgasen ent­ fernen. Das Verfahren nutzt Ozon als Oxida- tionsmittel und erreicht eine Effizienz von mehr als 95 Prozent. Damit ist der Linde ­Prozess bei der Entfernung von Stickoxiden führend auf dem kommerziellen Markt. Wei- tere Vorteile: Der LoTOx™-Prozess ­arbeitet bei niedrigen Temperaturen, und das benö- tigte Ozon kann direkt vor ­Ort erzeugt wer- den. Linde bietet die schlüsselfertige Instal- lation dieser ­Technologie. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 4 0
  42. 42. lässt sich regenerativ erzeugter Strom per Elektrolyse von Wasser in Wasserstoff umwandeln und so die gewonnene Energie flexibel und effizient für eine spätere Verwendung speichern, beispielsweise zum Antrieb von Brennstoffzellenautos, zur Einspeisung in das öffentliche ­Erdgasnetz, für die ­Versorgung der ­Industrie mit H2, zur Rückverstromung in ­Gaskraftwerken oder für die Überführung in synthetisch erzeugtes Methan. Um seine direkten und indirekten Emissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen, ist Linde bestrebt, die Energieeffizienz seiner eigenen Luft­zerlegungs- und Synthese­gas-­Anlagen zur ­­Gaseproduktion weiter zu erhöhen. Zu den Ergebnissen der Aktivitäten in diesem Bereich gehört beispielsweise auch eine standardisierte Modulbauweise bei Luftzerlegern. Basierend auf Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung entwickelt das Unternehmen kontinuierlich neue Anwendungsgebiete für seine ­­Gase und arbeitet gemeinsam mit Kunden daran, Pro- duktionsprozesse noch wirtschaftlicher und umweltverträglicher zu gestalten. Schwerpunkte sind hier die Erhöhung der Energieeffizienz technologischer Verfahren und ­Anlagen sowie die Reduzierung von herstellungsbedingten Emissionen – bei Linde ebenso wie auf Kundenseite. ­­­­Gase für die Zellstoff- und Papier­ herstellung Als ein führender Anbieter von ­­Industriegasen für die Zellstoff- und Papierindustrie entwi- ckelt Linde mit seinen Kunden innovative Anwendungen, um Verfahren zu optimieren, die Wertschöpfung zu erhöhen und die Umwelt zu schonen. In der modernen Zellstoffproduk- tion – vor allem bei der Zellstoffwäsche und beim Bleichen der Zellstoffsuspension – bietet die Verwendung von ­­Gasen wesentliche Verbesserungsmöglichkeiten: So wird Sauerstoff in den unterschiedlichsten Verfahrensschritten eingesetzt – beispielsweise bei der Delignifizierung, einigen Bleichverfahren oder der Ozonproduktion. Mit Sauerstoff lassen sich auch Prozesse der Chemikalienrückgewinnung in Zellstofffabriken verbessern. Der Einsatz von Kohlendioxid verbessert die Zellstoffwäsche, sodass weniger Wasser benötigt wird. Der reduzierte Bedarf an Wasserdampf ermöglicht die effizientere ­Gewinnung von Ökostrom. Kohlendioxid kann bei der Tallöl-­Gewinnung eingesetzt werden, um die Menge an Schwefelsäure um 30 – 50 Prozent zu reduzieren und dadurch die Natrium/Schwefel-Balance der Zellstofffabrik zu verbessern. Zudem kann CO2 genutzt werden, um Lignin auszufällen, das dann wiederum als biologischer Rohstoff für Kohlefasern oder als Energiequelle dient. Auch für die Papierherstellung hat Linde mehrere kohlendioxidbasierte ­Technologien entwickelt, die sich an die jeweiligen Kunden- anforderungen anpassen lassen. Die Verfahren ermöglichen beispielsweise, den pH-Wert zu steuern und zu stabilisieren, ohne die Prozesswasserhärte zu erhöhen. Mögliche Vorteile sind weniger Ablagerungen, eine höhere Produktivität, ein reduzierter ­Chemikalien- und Energie- bedarf und eine verbesserte Qualität. Clean Technology: Die Zukunft gestalten Der Energiebedarf steigt rasant, die Indus­tri­ alisierung in den Schwellenländern nimmt immer mehr Fahrt auf und die Weltbevölke- rung wächst stetig. Gleichzeitig werden die Ressourcen knapp und der Klimawandel schreitet weiter voran. Unter dem Dach „Clean Technology“ bietet Linde für diese Herausforderungen innovative Lösungen und sucht neue Wege, die für mehr Nachhal- tigkeit sorgen: Linde Technologien helfen dabei, die Energieerzeugung in Kohlekraft- werken in verschiedensten Prozessen um- weltverträglicher zu machen. Gleichzeitig bietet das Unternehmen Verfahren, um CO2 wiederzuverwerten oder für die Erzeugung von Biokraftstoff zu nutzen. Angebote für die großtechnische Energiespeicherung von erneuerbaren Energien, den Biotechnologie- sektor und die Solar­industrie sowie die ­Nutzung von ­Erdgas oder Wasserstoff als um­ welt­freundliche Energieträger runden das Leistungsspektrum auf diesem Gebiet ab. Links: Von Linde a m Berliner ­G r o ssflug h afe n e r r i c h t e t e ­Wasse r s to ff ta n ks t elle . M i t t e : Das He r zs t ü ck e i n e r H2-Ta n ks t elle : d e r i o n i sc h e ­Ko m p r ess o r . Rec h t s: B e ta n ku n g e i n es ­B r e n n s to ffzelle n fa h r zeugs m i t H o c h d r uckwasse r s to ff. 4 1G A S E A N W E ND E N
  43. 43. Metalle und Glas Werkstoffe ­effizient und emissionsarm ­produzieren Schon seit Jahrtausenden stellt der Mensch Metalle und Glas her. Das traditionelle Handwerk bietet dennoch Raum für Innovationen. ­­Industriegase spielen für den technischen Fortschritt eine wichtige Rolle. Sie sind unerlässlich, wenn es darum geht, die Energieeffizienz zu erhöhen und Emissionen zu verringern. Gleichzeitig verbessern sie die Wirtschaftlichkeit und Produktqualität und ermöglichen neue Werkstoffeigenschaften. Mit effizi- enten ­­Gase­versorgungslösungen, kombiniert mit einem breiten Portfolio an hochmodernen Anwendungstech- nologien, unterstützt Linde die Metall- und Glas­industrie dabei, diese Ziele zu erreichen. Produktportfolio: Lebensmittel und Getränke Seite 34 Chemie, Energie und Umwelt Seite 38 Metalle und Glas Seite 42 Verarbeitende Industrie Seite 46 Elektronik  Seite 50 Healthcare Seite 54 4 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 4 2
  44. 44. 4 3G A S E A N W E ND E N
  45. 45. Umfassende Lösungen für die ­Metallindustrie Nicht nur für die Stahlindustrie ist Linde der führende Anbieter von ­­Industriegasen, sondern auch im Gusseisen-, Aluminium-, Kupfer-, Blei- und Edelmetallsektor. Der Konzern beliefert diese Branchen mit allen notwendigen ­­Industriegasen und Anwendungstechnologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Rohstoffverarbeitung über Schmelz- und Ver­ edelungsprozesse bis hin zu Walzwerken und zur Wärme­behandlung. Innerhalb der Metallindustrie benötigt vor allem der Stahlsektor große Mengen an ­­Industriegasen. Während der Stahl­produktion wird viel Sauerstoff eingesetzt, um den Kohlenstoffgehalt im Ei- sen zu verringern. Darüber hinaus gibt es viele weitere Anwendungen im Stahlwerk, bei denen ­­Gase entscheidende Vorteile bieten – beispielsweise die Sauerstoffanreicherung in Hochöfen und Winderhitzern: Sie sorgt für eine höhere Produktivität und Effizienz sowie geringere Emis- sionen. Diese Vorteile lassen sich auch mithilfe der Oxyfuel-Verbrennung und O2-Anreicherung in Aufwärmöfen (REBOX®) und Gießpfannen (OXYGON®) erzielen. Der Einsatz von Acetylen und Sauerstoff ermöglicht ein effizienteres Schneiden von Brammen. Argon und Stickstoff wiederum begrenzen den Chromverlust bei der Erzeugung von Edelstahl in AOD-Konvertern. ­­Gase- und Anwendungstechnologien von Linde gehören auch in weiteren Metallindustrien zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren: In Eisengießereien erhöht die HIGHJET®-Lösung für Kupolöfen beispielsweise den Sauerstoffgehalt im Wind. Dadurch lassen sich Prozesskosten senken, die Produktivität verbessern und Emissionen reduzieren, ohne an Qualität oder Si- cherheit einzubüßen. Im Aluminiumsektor sorgt die Niedrigtemperatur-Oxyfuel-Lösung von Linde für optimale Schmelz- prozesse: Die ­Technologie verbessert den thermischen Wirkungsgrad sowie die ­Gasstrahlung, ohne die Flammentemperatur zu erhöhen. Zudem lässt sich mit dem Verfahren die Produktivität um 10 bis 30 Prozent steigern und gleichzeitig 40 bis 60 Prozent Brennstoff pro Tonne Aluminium einsparen. Außerdem werden weniger Kohlendioxid und Stickoxide erzeugt, ohne dass sich dies nachteilig auf den Verschleiß des feuerfesten Materials oder die Schlackenbildung auswirkt. Obe n : I n d e r A lu m i n i u m p r o d uk t i o n e r h ö h e n B r e n n e r - u n d G ase t ec h n o l o g i e n v o n L i n d e W i r t sc h af t l i c h ke i t u n d E n e r g i e E ff i z i e n z – u n d r e d uz i e r e n S c h a d s to ff­ e m i ss i o n e n . Rec h t s: D i e fla m m e n bas i e r t e o be r fl äc h e n be h a n d lu n g v o n G l ä se r n l ä ss t s i c h a n d i e A n f o r d e r u n ge n d e r G las h e r s t elle r a n passe n . Sauerstoffschub für ­Aufwärmöfen Damit Stahl in Walzwerken oder Schmieden weiterverarbeitet werden kann, muss der Werkstoff vor jedem Schritt in Aufwärmöfen wieder auf rund 1.200 Grad Celsius erwärmt werden. Das verbraucht viel Energie. Um die Stahl­produktion wirtschaftlicher und um- weltverträglicher zu gestalten, hat Linde die REBOX®-Oxyfuel-­Technologie für Aufwärm­ öfen entwickelt: Statt Umgebungsluft wird dabei reiner Sauerstoff bei der Verbrennung in den Aufwärmöfen oder Glühanlagen einge- setzt und dadurch die Effizienz der Anlagen deutlich gesteigert. Eine Weiter­entwicklung ist die REBOX® HLL (High Level Lancing)-­ Technologie: Diese eignet sich vor allem für große Aufwärmöfen. Mehr als 75 Prozent der Verbrennungsluft werden bei diesem Ver- fahren durch Sauerstoff ersetzt. Die Vorteile: ein reduzierter Brennstoffverbrauch und mehr als 50 Prozent geringere Abgasemissionen. Gleichzeitig steigt der Anlagendurchsatz. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 4 4
  46. 46. Hochglanz für ­Glasoberflächen Angesichts des steigenden Kosten- und Pro- duktivitätsdrucks suchen viele Glashersteller nach Möglichkeiten, um sich von Wettbewer- bern zu differenzieren – beispielsweise durch eine verbesserte, hochwertige Verarbeitungs- qualität. Idealerweise sollten geeignete Ver- fahren zwei Vorteile kombi­nieren: die hohe Geschwindigkeit einer maschinellen Oberflä- chenbehandlung und die Feinheit von manuell gefertigten Gläsern. Beispielsweise gilt dies für hochwertige Weingläser, Parfümflakons oder Spezialgläser wie Ofentüren. Um diese Herausforderungen zu erfüllen, bietet Linde mit der flammenbasierten Oberflächenbe- handlung HYDROPOX® eine effektive Lösung. Damit lassen sich nicht nur glänzende Oberflä- chen erzielen, sondern auch Nähte entfernen sowie Mikrorisse und Fehler im Glas frühzeitig ausgleichen. Je nach den individuellen An- forderungen der Glas­hersteller bietet Linde vormischende und außenmischende Brenner- technologien, die entweder auf einem Mix aus Sauerstoff und Wasserstoff oder einem Mix aus Erdgas und Sauerstoff basieren. Wärme­behandlung für verbesserte ­Produkteigenschaften Die Wärme­behandlung ist ein essenzieller Prozessschritt, um Stahl, Aluminium oder andere Metalle in nützliche und wertvolle Produkte für zum Beispiel die Automobil- oder Flugzeug­ industrie zu verwandeln. Dazu werden die Metallteile für eine bestimmte Zeit bei vordefinierten Temperaturen unter speziellen ­Gasatmosphären erhitzt. Nur so lassen sich die gewünschten Werkstoffeigenschaften erzielen. Eine Stickstoff/Wasserstoff-Atmosphäre sorgt beispielsweise für glänzende Metalloberflä- chen. Beim sogenannten Aufkohlen wird der Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre erhöht, um die Oberfläche von Metallteilen zu härten. Weitere Wärme­behandlungsverfahren, bei denen ­­Gase- und Anwendungstechnologien von Linde zum Einsatz kommen, umfassen das Ofen­ löten, Karbonitrieren, Nitrieren, Nitrokarburieren, Neutralhärten, Sintern von Metallpulver und Tiefkühlbehandlungen. Zusätzlich zu den ­­Gasen für die Wärme­behandlung bietet Linde auch entsprechende ­Technologien und Ausrüstungen, um die ­Gasatmosphäre zu kontrollie- ren und anzufachen. Innovative ­­Technologien für die ­weltweite Glasherstellung Glas zu produzieren, ist extrem energieintensiv. Darüber hinaus fallen erhebliche Emissionen an, hauptsächlich Kohlendioxid und Stickoxide, aber auch Schwefeldioxid und Kohlenmono- xid. Weltweit müssen Glasproduzenten immer strengere gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der Schadstoffemissionen erfüllen. Zudem sehen sich die Hersteller mit einem erheblichen Kosten- druck und der Notwendigkeit konfrontiert, die neuesten Beschichtungs- und Isolierlösungen einzusetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig erhöht sich stetig die Nachfrage nach Sicherheitsglas, feuerfestem Glas, selbstreinigenden Oberflächen und intelligentem Glas. Mit ­­Industriegasen lassen sich die vielfältigen Herausforderungen in der Glasproduktion be- wältigen: Linde bietet ein umfangreiches Spektrum an ­­Gaseanwendungen, Prozesstechnolo- gien und Dienstleistungen, welche die hohen Anforderungen für das Schmelzen, Formen und Verarbeiten von Glas erfüllen. Das Unternehmen hält beispielsweise Lösungen bereit, um die Energieeffizienz und Produktivität zu steigern, Emissionen zu reduzieren und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen. Linde verfügt zudem über umfangreiches Prozesstech- nologie-Know-how und über innovative Verfahren, um die gewünschten Glaseigenschaften oder spezielle Hightech-Oberflächen produzieren zu können. 4 5G A S E A N W E ND E N
  47. 47. Verarbeitende Industrie Materialien qualitäts- bewusst und wirt­schaft­ lich verarbeiten Die ­Industrie verarbeitet verschiedenste Werkstoffe wie Metalle und Kunststoffe zu hochwertigen Bauteilen für unterschiedlichste Branchen. Dabei kommen Schweiß- und Schneidverfahren sowie Wärme- und Kältetechno- logien zum Einsatz. Das Spektrum reicht von einfachen Schweißarbeiten bis zur Hightech-Laserbehandlung, von Beschichtungsverfahren über die Spritzgusstechnik bis zu einer breiten Auswahl an anwendungstechnischer Hardware. Als verlässlicher Partner für die verarbeitende ­Industrie unterstützt Linde unter anderem den Stahl- und Maschinen­bau, die Automobil- und Bauindustrie sowie den ­­Anlagenbau mit innovativen Lösungen für die Verar- beitung von Materialien. Produktportfolio: Lebensmittel und Getränke Seite 34 Chemie, Energie und Umwelt Seite 38 Metalle und Glas Seite 42 Verarbeitende Industrie Seite 46 Elektronik  Seite 50 Healthcare Seite 54 4 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 4 6
  48. 48. 4 7G A S E A N W E ND E N
  49. 49. Mehr Leistung für Lichtbogenverfahren Das wichtigste Verfahren zum Fügen metallischer Werkstoffe im Stahl- und Maschinen­bau ist das Schutzgasschweißen. Je nach Art der Bauteile werden dabei verschiedene Lichtbogenver- fahren wie Wolfram-Inert-­Gas-, Metall-Aktiv-­Gas- und Metall-Inert-­Gas-Schweißen sowie das Plasmaschweißen eingesetzt. Dabei spielen Schweißschutzgase von Linde eine Schlüsselrolle: Dazu zählen einerseits Inertgase wie Argon oder Helium und andererseits aktive Komponenten wie Sauerstoff und Kohlendioxid oder reduzierende Komponenten wie Wasserstoff, die dem Inertgas in kleinen Mengen beigemischt werden. Mit der richtigen Kombination verschiedener ­­Gase – jeweils abgestimmt auf Werkstoffe und Verfahren – lassen sich die Leistungsfähigkeit des Schweißprozesses verbessern und die Herstellungs­kosten verringern. Die ­­Gase Helium und Wasserstoff sorgen dabei nicht nur für einen höheren Wirkungsgrad des Lichtbogens. Auch die Wärmeübertragung vom Lichtbogen zur Fügestelle gelingt effizienter und ermöglicht so höhere Schweißgeschwindigkeiten. Das exakt abgestimmte Schutzgas trägt ebenfalls dazu bei, die Güte und Qualität einer Schweißnaht zu verbessern. Darüber hinaus unterstützt Linde die Metall verarbeitende ­Industrie mit innovativen ­Technologien und Ausrüstungen sowie maßgeschneiderten ­­Gaseversorgungskonzepten und Dienstleistungen. Me tall- i n e r t- gas-S c h we i S S e n e i n es A lu m i n i u m r o h r s . Hochwertige ­­Gase für Laserverfahren Für Laseranwendungen in der Materialbearbeitung sind ­­Gase unverzichtbar. Beim Laserstrahl- schweißen beeinflussen die eingesetzten Schutz- und Prozessgase direkt die Wirtschaftlich- keit des Verfahrens. Sie ermöglichen eine höhere Prozessgeschwindigkeit und verbesserte mechanische Eigenschaften des Werkstücks. Dafür stellt Linde beispielsweise Helium, Argon und Mischgase wie LASGON® zur Verfügung. Auch für das Laserschneiden sind ­­Gase wichtig. Linde bietet für dieses Produktsegment eben- falls hochwertige Lösungen: Das Portfolio reicht von Lasergasen für CO2-Laser, die eine Viel- zahl von Werkstoffen durchtrennen können, bis zu Sauerstoff oder Stickstoff für das effiziente Laserschneiden von unterschiedlichen Stahlwerkstoffen und Aluminium. Außerdem werden ­­Gase von Linde zur Oberflächenbearbeitung mit Laserstrahlen genutzt, beispielsweise beim Härten, Beschichten oder Legieren von metallischen Bauteilen. Und auch beim Lasersintern zum Aufbau dreidimensionaler Strukturen kommen hochreine ­­Gase zum Einsatz. Für die Lasermaterialbearbeitung liefert das Unternehmen neben hochreinen ­­Gasen auch Anwendungs-Know-how und umfangreiche ­Services. Diese Leistungen erhöhen die Ver- fahrenssicherheit, Produktivität und Wirtschaftlichkeit: Das Linde Produktprogramm umfasst LASERMIX®-­­Gase für CO2-Laser zum Schneiden und Schweißen, angepasste Prozessgase für alle Laserverfahren sowie versorgungs- und anwendungstechnische Beratung sowohl für große komplexe Lasersysteme in der ­Industrie als auch für kleine Laseranlagen im Handwerksbetrieb. Hardware-Innovation für Flaschengase Die exakte und sichere Bedienung des Fla- schenventils spielt bei der Anwendung von ­Gasflaschen eine Schlüsselrolle. Mit EVOS™ hat Linde besonders innovative Gasflaschen- ventile in seinem Produktprogramm. Diese sind ergonomisch designt und speziell an die Kundenanforderungen angepasst. Eine permanente Füllstandsanzeige zeigt jeder- zeit den verbleibenden Inhaltsdruck an. Zu- dem ermöglichen Schnellspannhebel einen effizienten, komfortablen und sehr sicheren Umgang beim Öffnen und Schließen der Gasflaschen. Das robuste Ventil ist so konst- ruiert, dass sich aus größerem Abstand er- kennen lässt, ob es geschlossen oder geöffnet ist. Ein inte­grierter Verriegelungsmechanis- mus verringert das Risiko eines versehent- lichen Öffnens des Ventils. Der zugehörige und exakt angepasste Schutzkorb erlaubt ein sicheres, komfortables Manövrieren der ­Gasflaschen und einen festen Griff. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 4 8
  50. 50. Wärme als Werkzeug Linde bietet für die Metall verarbeitende ­Industrie vielfältige thermische Verfahren an. So müssen beispielsweise Bauteile vor dem Schweißen vorgewärmt werden, um später Risse zu vermeiden. Bei hochfesten Stählen kann auch ein anschließendes Nachwärmen erforderlich sein, um den Wasserstoffgehalt in der Schweißnaht zu verringern. Beim Flammrichten wiederum, einem anderen thermischen Verfahren, wird eine Acetylen/Sauerstoff-Flamme genutzt, um ein Bauteil gezielt zu erwärmen und somit unerwünschte Formveränderungen zu beseitigen. Ein weiteres Hauptanwendungsgebiet für die leistungsstarke Acetylen/Sauerstoff-Flamme ist das Autogenschneiden – von Hand oder maschinell. Linde stellt der verarbeitenden ­Industrie nicht nur hochwertige Brenngase und dazugehörige ­Versorgungseinrichtungen zur Verfü- gung, sondern auch Brennertechnologien, automatisierte Systeme und Serviceleistungen, die die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Beim Plasmaschneiden etwa kommt es auf die richtige ­­Gasezusammensetzung an. Linde bietet für jede Anwendung entsprechende Mischungen aus Argon und Wasserstoff, aber auch reine ­­Gase wie Stickstoff oder Sauerstoff. Um die Lebens- dauer von Materialien und Bauteilen für ­Anlagen und Maschinen zu verlängern, eignen sich Verfahren zur Oberflächenbehandlung und -beschichtung – wie beispielsweise das Thermische Spritzen. Damit lassen sich Oberflächen vor Verschleiß schützen sowie die ­Korrosionsfestigkeit des Bauteils verbessern. Das Verfahren senkt zudem die Kosten, weil sich damit Material­ eigenschaften durch eine Oberflächenbeschichtung gezielt einstellen lassen und so häufig auf teure Werkstoffe verzichtet werden kann. Linde hält hierfür die technische Ausstattung und Beratung sowie die notwendigen ­Versorgungssysteme bereit. Mit Kälte und Hochdruck zum Erfolg Mit innovativen Kältetechnologien können Produktionsabläufe in den unterschiedlichsten ­Industriezweigen gezielt verbessert werden. Beispielsweise lassen sich unerwünschte Rück- stände und Verunreinigungen auf Maschinenteilen oder Werkstoffen mit Trockeneisstrahlen entfernen. Für die effiziente Reinigung von Werkzeugen, Gussformen oder Förderbändern bie- tet Linde spezielle Lösungen an. Bei der CRYOCLEAN®- Trockeneisstrahlreinigung etwa werden minus 78 Grad Celsius kalte Trockeneis-Pellets oder Schneepartikel mit hoher Geschwindigkeit auf die zu reinigende Oberfläche geschossen. Der Vorteil: Dieses Verfahren lässt sich direkt in der Produktionsstätte anwenden, sodass kaum Ausfallzeiten entstehen. Gleichzeitig ist diese Art der Reinigung oberflächenschonend, und der Materialverschleiß ist gering. Zudem eignet sich das Trockeneisstrahlen zur Vor- und Nachbereitung von geschweißten Bauteilen sowie zur Lackiervorbereitung von Metallen und Kunststoffen. Und: Diese Linde Technologie lässt sich einfach in den automatischen Produktionsablauf integrieren. Kälteanwendungen von Linde verbessern auch die Herstellung von Gummiformteilen: So stei- gert beispielsweise der Einsatz von flüssigem Stickstoff oder Kohlendioxid die Produktivität der sogenannten Entgratungsmaschinen – so können hochwertigere Gummierzeugnisse produziert werden. Auch beim Tieftemperatur-Kaltmahlen, das sich etwa für wärmeempfindliche, plasti- sche oder elastische Produkte eignet, kann Linde auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen. Für die Kunststoffindustrie bietet das Unternehmen ein weiteres innovatives Verfahren an: die ­Gas-Innendruck-Technik für Spritzgussverfahren. Dabei wird gasförmiger Stickstoff oder flüssiges Kohlendioxid unter hohem Druck in eine Kunststoffschmelze gepresst. Das ­Gas oder sublimierende Fluid verdrängt einen Teil des Materials, sodass das fertig ausgehärtete Kunststoff- bauteil innen hohl ist – und damit Gewicht einspart. Dennoch lassen sich durch das Verfahren Elemente mit einer hohen Steifigkeit und Formstabilität erzeugen. Die Technik ist daher auch für die Automobilbranche, die immer mehr Kunststoffbauteile einsetzt, sehr wichtig – zum Bei- spiel für die Herstellung von Türgriffen oder Gehäusen von Scheinwerfern und Außenspiegeln. In der Bauindustrie leisten Kältetechnologien ebenfalls wertvolle Dienste: Flüssiger Stickstoff beispielsweise wird für die Bodenvereisung genutzt, um Tunnelbauarbeiten unter instabilem Erdreich ausführen zu können. Und beim Erstarren von Beton lassen sich Spannungen vermei- den, wenn der Beton vor dem Vergießen mit flüssigem Stickstoff gekühlt wird. Brennersystem für ­individuelle Anwendungen Maßgeschneiderte Hardware-Lösungen für besondere ­Fertigungsverfahren: Die Acetylen­ brenner der LINDOFLAMM®-Reihe von Linde sind eigens an die jeweilige Aufgaben­ stellung angepasst. Sie gewährleisten einen ­optimalen Wärmeübergang auf das Werkstück und erhöhen die Wirtschaftlichkeit beim Gas- verbrauch. Die LINDOFLAMM®-­Brenner eignen sich für unterschiedlichste Arten der Wärme­ behandlung wie Flammrichten, Vor- und Nachwärmen, Warmumformen oder Flamm- härten. Damit bietet Linde seinen Kunden hochwertige Komplettlösungen – das für die jeweilige Anwendung am besten geeignete ­Gas, entsprechende Ausrüstungen, umfas- sende Services, kontinuierliche Gaseversor- gung sowie umfangreiches prozesstechni- sches Know-how. 4 9G A S E A N W E ND E N
  51. 51. Elektronik Hochreine Gase für ­Hightech-Anwendungen Für die Erzeugung von qualitativ hochwertigen ­Produkten wie ­Halbleiterbauteilen für Smartphones, leistungsfähigen Flachbildschirmen oder Solarzellen setzen Halb­leiter- und Displayhersteller sowie die Solarbranche auf hochreine ­­Gase. Die Anforderungen an die Qualität und Liefer­sicher­ heit dieser ­­Gase und ­Chemikalien zählen zu den höchsten der ­Industrie. Linde erfüllt die Erwartungen seiner Kunden aus der Elektronikbranche mit der kontinuierlichen Weiter­ entwicklung seiner Produkte und Dienst­leistungen. Das Unternehmen wird dabei auch außer­gewöhnlichen Spezifi- kationen und strengen Umwelt­schutzvorgaben gerecht. Produktportfolio: Lebensmittel und Getränke Seite 34 Chemie, Energie und Umwelt Seite 38 Metalle und Glas Seite 42 Verarbeitende Industrie Seite 46 Elektronik  Seite 50 Healthcare Seite 54 4 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 5 0
  52. 52. 5 1G A S E A N W E ND E N
  53. 53. ­Halbleiterindustrie weltweit versorgen Aufgrund seiner globalen Präsenz kann Linde jede Wafer-Fabrik der Welt mit ­­Gasen und ­Chemikalien höchster Reinheit und begleitenden Serviceleistungen beliefern – per ­Pipeline, durch Vor-­Ort-Erzeugung, Tankversorgung oder die Lieferung von Flaschen­gasen. Damit un- terstützt Linde alle Prozesse in der ­Halbleiterproduktion: von der Abscheidung und Dotierung über Photolithographie bis zu innovativer Ätzgasetechnologie. Diese Prozesse ermöglichen es ­Halbleiterherstellern, die wachsenden Anforderungen – dazu zählen beispielsweise immer kleinere Strukturen auf den Chips – zu erfüllen. Linde versorgt die weltweit größten ­Halbleiterhersteller über kilometerlange Rohrleitungs- systeme in sogenannten Clusterparks in Taiwan, den USA und Korea. Weitere Kompetenz- schwerpunkte von Linde in der Elektronikindustrie sind die Herstellung von Lasergasen und hochreinen korrosiven ­­Gasen sowie die Isotopenanreicherung. H o c h r e i n e S p ez i algase v o n L i n d e s i n d f ü r d i e wac h se n d e n He r ausf o r d e r u n ge n i n d e r E lek t r o n i k i n d us t r i e u n ve r z i c h t ba r . Hightech-­­Gase für die Display-­ Produktion Bei der Produktion von Bildschirmen für Smartphones, Tablet-PCs, Laptops, Computer und Flachbildfernseher werden sehr große Mengen hochreiner Spülgase und Elektronikspezial- gase benötigt. Linde stellt diese ­­Gase in allen Liefergrößen bereit. Zusätzlich unterstützt das Unternehmen seine Kunden bei der Verbesserung ihrer CO2-Bilanz. Für hochauflösende Displays wie UHD-TVs (Ultra High Definition) werden zunehmend Schalt­ elemente der nächsten Generation eingesetzt – sogenannte Metalloxid-Transistoren. Zu deren Herstellung sind hochreine ­­Gase wie beispielsweise Distickstoffmonoxid (N2O), Lachgas, er- forderlich. Linde unterstützt die Produzenten bei der Umstellung von Silizium- auf Metall­oxid- Transistoren als zuverlässiger und flexibler ­­Gasepartner, der ortsnahe Lieferkapazitäten bietet und gleichzeitig auf eine globale Lieferkette zurückgreifen kann. Zudem verfügt Linde bei- spielsweise in ­China, Taiwan und Korea über eigene Produktions­anlagen für Prozessgase sowie im gesamten asiatischen Raum über die komplette Infrastruktur für die Tankgaseversorgung. On-site-F2-Generatoren ­verbessern die CO2-Bilanz In der Elektronikindustrie steigt die Nachfrage nach Technologien mit höherer Ätzrate und verbesserter CO2-­Bilanz. Die Genera­tion-F®- Generatoren für die Vor-Ort-Erzeugung von klimaneutralem Fluor (F2) von Linde lie­fern ein wirksames und umweltschonendes ­Gas für die Reinigung der Prozesskammern bei der Display- und Halbleiterherstellung. Fluor ­ersetzt dabei klimaschädliche Gase wie Stick- stofftrifluorid (NF3) und Schwefelhexa­fluorid (SF6), die ein hohes Erderwärmungspotenzial besitzen. F2 verkürzt die Reinigungs­zeit um mehr als die Hälfte, verringert Stillstandzei- ten der Werkzeuge und erhöht den Durch- satz der Produktionslinien um bis zu zehn Prozent. Alternativ bietet Linde ein Verfahren an, das SF6-Gase­reste nach dem Reinigungs- in den Produktionsprozess zurückführt und wiederverwendet. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 5 2
  54. 54. Hochreine ­­Gase vor ­Ort ­erzeugen Linde versorgt Elektronikhersteller unter- schiedlicher Bereiche sicher und stabil mit hochreinen Gasen. Neben Flaschen- und Tankgasen stellt das Unternehmen auch An- lagen zur Vor-­Ort-Erzeugung von Elektronik- gasen bereit: Halbleiter- und Display-­ Hersteller nutzen SPECTRA-N™-Stickstoff­- generatoren für eine besonders energie­ effiziente Produktion von hochreinem Stick- stoff in großen Mengen. Dies spart Kosten und verbessert die ­CO2-Bilanz. Für LED-Her- steller erzeugen HYDROPRIME™-Genera­ toren wirtschaftlich und sehr flexibel hoch- reinen Wasserstoff. l i n d e u n t e r s t ü t z t d i e s o la r i n d us t r i e m i t e i n e r glo bale n l i efe r ke t t e u n d e i n e r b r e i t e n p r o d uk t pale t t e . Komplettlösungen für die ­Solar­industrie Die Nachfrage nach Silizium, Wafern und Solarzellen für die Solar­industrie steigt. Bei der Her- stellung von Rohsilizium bis zum Solarmodul werden große Mengen an Argon, Wasserstoff und Stickstoff sowie Elektronikspezialgase und ­Chemikalien benötigt, die höchste Anforderungen an Reinheit und gleichbleibende Qualität erfüllen müssen. Zudem sieht sich die Branche ei- nem wachsenden Kostendruck ausgesetzt. Um unter diesen Rahmenbedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein, sind effiziente Prozesse sowie die Entwicklung höherer Wirkungsgrade der Solarzellen unerlässlich. Als Komplettanbieter mit verfahrenstechnischem Know-how, Entwicklungsprogrammen für führende ­Technologien und hochqualifizierten Spezialisten unterstützt Linde die Solar­industrie mit einer globalen Lieferkette und einer breiten Produkt- palette. Dazu zählen auch Systeme für die Argonrückgewinnung sowie neue Materialien für Hochleistungssolarzellen. Partner der LED-­Industrie In immer mehr Bereichen des täglichen Lebens sorgen LED-Festkörperleuchten (LED = licht­ emittierende Dioden) für ausgezeichnete Lichtverhältnisse. Vor allem Anwendungen wie die Hintergrundbeleuchtung von Flachbildschirmen und stromsparende Beleuchtungstechnik trei- ben diese Entwicklung voran. Um die steigende Nachfrage zu decken, benötigen LED-Herstel- ler für ihre Produktion große Mengen an Stickstoff, Wasserstoff und hochreinem Ammoniak. Darüber hinaus brauchen sie einen global aufgestellten und flexiblen ­Versorgungspartner, der schnelle und kosteneffiziente Kapazitätserweiterungen mitgestaltet. Mit seinem Komplettsortiment an Vor-­Ort-Erzeugungssystemen, Tank- und Spezialgasen un- terstützt Linde die LED-­Industrie seit Jahren verlässlich. 5 3G A S E A N W E ND E N
  55. 55. Healthcare An der Seite der ­Patienten Linde ist ein führender Anbieter von medizinischen ­Gasen, Geräten, Therapien und begleitenden Dienstleis­ tungen – und somit ein wichtiger Partner für Patienten, Ärzte, Therapeuten sowie Pflegekräfte. Das Unterneh- men begleitet nahezu alle Akteure entlang der kom- pletten medizinischen Versorgungskette: vom Rettungs- dienst über Untersuch­ungen beim Haus- oder Facharzt und die Behandlung im Krankenhaus bis hin zur Nach- sorge in einer Rehaklinik oder auch bei der Langzeit­ therapie zuhause. Dabei haben die Qualität und Reinheit der medizinischen Gaseprodukte sowie deren sichere Anwendung für Linde oberste Priorität. Produktportfolio: Lebensmittel und Getränke Seite 34 Chemie, Energie und Umwelt Seite 38 Metalle und Glas Seite 42 Verarbeitende Industrie Seite 46 Elektronik  Seite 50 Healthcare Seite 54 4 L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 5 4
  56. 56. 5 5G A S E A N W E ND E N
  57. 57. Leben retten Nach einem Unfall zählt jede Minute. In solchen Notsituationen lassen sich mit Medizingasen Sofortmaßnahmen einleiten, die für die Betroffenen lebensrettend sind. Vor allem medizini- scher Sauerstoff spielt dabei eine bedeutende Rolle: Das ­Gas zählt zur Basisausstattung in der Notfallambulanz. Um es möglichst schnell und sicher verabreichen zu können, hat Linde für Ärzte und Sanitäter beispielsweise eine Sauerstoffflasche entwickelt, die besonders leicht und handlich ist. Diese eignet sich besonders für Notfall- und Rettungsdienste, denn im mobilen Sanitätsbereich sind kompakte, tragbare Lösungen gefragt, die sich leicht in Notfallkoffern oder Motorradrucksäcken transportieren lassen. Neben dem Lebensretter Sauerstoff finden auch inhalierbare Schmerzmittel Anwendung im Rettungsdienst: Linde bietet ein Medizingasegemisch an, das zur Hälfte aus Distickstoffmono- xid – auch Lachgas genannt – und Sauerstoff besteht. Bereits wenige Atemzüge dieses Mittels lindern die Schmerzen der Patienten und wirken beruhigend. In der Notfallmedizin, aber auch in der Geburtshilfe sowie bei der Behandlung von Kindern hat sich das Linde Produkt bewährt. I m H o n g ko n g B a p t i s t H o s p i tal w i r d be i e i n e r M o b i le n G as t h e r a p i e das ­L i n d e ­S y s t e m L Iv ® I Q ve r we n d e t. Kliniken und Patienten versorgen Moderne Krankenhäuser und ambulante Operationszentren sind ohne zuverlässige ­Versorgung mit medizinischen ­­Gasen undenkbar. Neben medizinischem Sauerstoff bietet Linde auch me- dizinisches Kohlendioxid für Bauchspiegelungen, medizinische Luft, ein medizinisches Lach- gas/Sauerstoff-Gemisch zur Schmerzbehandlung sowie medizinisches Stickstoffmonoxid für die Kardiologie und für Säuglings-Intensivstationen. Das Unternehmen deckt zudem das gesamte Medizingasesystem und alle damit verbundenen Prozesse von Kliniken ab. Diese erfordern strenge Sicherheitsvorschriften. Das breite Angebot der Linde QI Medical ­Gas ­Services steht deshalb nicht nur für höchste Qualität. Die Experten von Linde beraten ihre Kunden zudem und zeigen Möglichkeiten auf, wie sich die Sicherheit, die Verlässlichkeit und die Effizienz in der ­­Gase­versorgung weiter verbessern lassen. Dazu zählt auch die Unterstützung bei Design, Konstruktion, Logistik, Vor-­Ort-Dienst und Verwaltung der kompletten ­­Gase­versorgung. Das Leistungspaket von Linde kann an die unterschiedlichen Anforderungen in den verschiedenen Bereichen der Kliniken angepasst werden: von der Not- aufnahme über die Intensivstation bis hin zu den Stationszimmern. QI Services R i s i k o - a n aly se S i c h e r h e i t s - a n aly se n I n f r as t r uk t u r Me d i z i n i sc h e L uft / V akuum K r y o - lagerung S c h ulu n g B e t r i ebs - abl ä ufe Übe r ­ wachung Des i g n A nlagen - bau W artung Medizinisches Flaschenventil mit integriertem Druckminderer Bei einem Notfall muss jeder Handgriff sitzen. Um die lebensrettenden Maßnahmen in der mobilen Gastherapie zügig einleiten zu können, hat Linde das LIV®-System (Linde Integrated Valve) entwickelt. Die Gas­ flaschen sind mit einem medizinischen Fla- schenventil mit integriertem Druckminderer ausgestattet, sodass die Patienten schnell und sicher über eine Atemmaske versorgt werden können – sowohl in Krankenhäu- sern als auch außerhalb des Klinikgeländes. Das LIV®-System bedarf keiner weiteren ­Regelventile und ist sofort einsatzbereit – der aktuelle Druck wird permanent angezeigt. Mit LIV® IQ hat Linde sein Produktangebot jüngst um eine weitere Innovation ergänzt. LIV® IQ verfügt über eine digitale Druck- und Füllstandsanzeige sowie verschiedene Alarmfunktionen und ver­bessert damit die Bedienung der mobilen Sauerstoff-Druckgas- flaschen weiter. L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 5 6
  58. 58. Gesünder schlafen Bei Menschen, die unter einer obstruktiven Schlafapnoe leiden, kommt es nachts zu ­regelmäßigen Atemaussetzern, die schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können. Auch für diese Patienten hält Linde die entsprechenden Therapiekonzepte bereit. Das Unternehmen bietet eine Rundum-­ Unterstützung für die Betroffenen – von der Diagnose im unternehmenseigenen Schlaf­ labor oder zuhause über die Behandlung mit komfortablen Geräten und Nachkontrolle bis zur Herz-Kreislauf-­Rehabilitation und Langzeitüberwachung. Nach Hause begleiten Im Zuge der demographischen Entwicklung wächst die Zahl älterer Menschen stetig und damit auch die Zahl der Patienten mit Atemwegserkrankungen. Für die langfristige künstliche Beat- mung bietet Linde mit REMEO® ein sehr wirksames und innovatives Konzept: eine integrierte Gesundheitsversorgung, mit der sich für die Patienten die Lücke zwischen der Intensivstation und der Rückkehr in die häusliche Umgebung schließen lässt. Das REMEO®-Programm bietet langfristig künstlich beatmeten Patienten die höchsten Pflege- und Betreuungsstandards. Um diese Qualität zu gewährleisten und den Patienten die kom- plette medizinische ­Versorgung zur Verfügung stellen zu können, absolviert das REMEO®-Team strenge Schulungsprogramme. Auch wenn sich die REMEO®-­Versorgung in einem klinischen Umfeld abspielt, finden Patienten und Familienangehörige eine angenehme und heimische Atmosphäre vor. Um die Entwöhnung und Rehabilitation beatmeter Patienten zu ermöglichen, bietet REMEO® einen individuellen, standardisierten Behandlungspfad mit verschiedenen an den jeweiligen Betreuungsbedarf angepassten Behandlungsstufen. R E M E O ®- C e n t e r i n b r uc h sal , d eu t sc h la n d. Lebensqualität verbessern Dank der Homecare-Angebote von Linde sind Patienten heute in der Lage, trotz einer chroni- schen Atemwegserkrankung ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben in ihrem häusli- chen Umfeld führen zu können. Das gilt auch für Patienten, die an der chronisch- obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden, sofern sie stabil genug für die heimische Pflege sind. Sie erhalten eine individuell angepasste Therapie, die dazu beiträgt, sowohl die Lebensqualität als auch die Lebensdauer zu erhöhen. Zu diesem Leistungspaket von Linde zählen verschie- dene ­Technologien, maßgeschneiderte Systeme und ­Services – beispielsweise Inhalations- und Atemtherapiegeräte, Flüssigsauerstoffsysteme für zuhause sowie stationäre und mobile Konzentratoren, die den Patienten mit sauerstoffangereicherter Luft versorgen. Neben einer zuverlässigen Bereitstellung des Medizingases sorgt Linde dafür, dass die Patienten und An- gehörigen im Umgang mit den Geräten unterstützt und geschult werden. Das Angebot reicht bis zur Beratung der Patienten in Ernährungsfragen. Linde engagiert sich außerdem im Bereich der Telemedizin: Dabei übermitteln Messgeräte medizinisch relevante Patientenwerte via Internet an Ärzte oder geschultes Pflegepersonal. Eine Studie von Linde hat gezeigt, dass durch den Einsatz neuer Medientechnologien die Zahl der Krankenhausaufenthalte sinken kann. 5 7G A S E A N W E ND E N
  59. 59. Impressum H erausgeber Linde AG Klosterhofstraße 1 80331 München K ontakt Linde AG Klosterhofstraße 1 80331 München Telefon +49.89.35757-01 Fax +49.89.35757-1075 www.linde.com K ommunikation Telefon +49.89.35757-1321 Fax +49.89.35757-1398 media@linde.com I N V E S T O R R E L A T I O N S Telefon +49.89.35757-1321 Fax +49.89.35757-1398 investorrelations@linde.com K on z eption , G estaltung , realisierung hw.design, München T e x t Linde AG L i n d e U n t e r n e h m e n s p r o f i l 5 8
  60. 60. Herausgeber Linde AG Klosterhofstraße 1 80331 München telefon +49.89.35757-01 Fax +49.89.35757-1075 www.linde.com

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