Kommentare in A­List­Blogs – Medienvermittelte kommunikative Anschlusskommunikation  Martin Zuber, M.A.
A-List-Blogs <ul><li>Wenige Blogs mit sehr vielen Links, viele Blogs mit wenigen Links (Power Law – „Kanalisierung der Auf...
A-List-Blogs <ul><li>A-List-Blogs veröffentlichen Posts zu eher gesellschaftlich relevanten Themen im Gegensatz zu „normal...
Anschlusskommunikation <ul><li>Definition von Sommer (2010, 16): Anschlusskommunikation [...] ist gekennzeichnet durch  Me...
Kommentare in A-List-Blogs <ul><li>A-List-Blogs als quasi „Massenmedien der Blogosphäre“  </li></ul><ul><li>nach Brosius (...
Kommentare in A-List-Blogs <ul><li>Kommentare in A-List-Blogs = Anschlusskommunikation  </li></ul><ul><li>Kompatibel mit S...
Konversationsverlauf in Blogkommentaren Seite  <ul><li>Die Kommentierenden beziehen sich entweder auf den Post des Blogger...
Verschiedenen Arten von Anschlusskommunikation  <ul><li>Unterscheidungen zwischen verschiedenen Thematisierungsformaten de...
Kommunikationssituationen der Anschlusskommunikation Seite    Unterscheidung von  Ulmer & Bergmann 1993 Beteiligung an der...
Gemeinsamkeiten: Kommentare und Zuschauerkommunikation (Klemm 2000) <ul><li>Wie bei Kommentaren ist der Medieninhalt zu de...
Kommentare in A-List-Blogs – Empirische Analyse <ul><li>Analyse der Kommentare mit dem Vorverständnis der von Klemm (2000)...
Wenig vorkommende Sprachhandlungen Seite
Sprachhandlung: Organisieren <ul><li>Organisatorische Kommentare sehr selten </li></ul><ul><li>Rezeption geschieht individ...
Sprachhandlung: Verarbeiten <ul><li>Klemm: Expressive Sprachhandlungen </li></ul><ul><li>Expressive Sprachhandlungen = aff...
Sprachhandlung: Verarbeiten <ul><li>Klemm: nicht nur expressive Sprachhandlungen, sondern generell die Verarbeitung der da...
Sprachhandlung: Deuten <ul><li>Klemm: Fernsehinhalte können interpretiert und gedeutet werden </li></ul><ul><li>Speziell b...
Häufig vorkommende Sprachhandlungen  Seite
Sprachhandlung: Vergnügen <ul><li>Ähnlich zur Zuschauerkommunikation </li></ul><ul><li>1. Scherzhafter Post des Bloggers w...
Sprachhandlung: Bewerten <ul><li>Die Kommentierenden bewerten die Meinungen und Einstellungen des A-List-Bloggers zu allen...
Häufig vorkommende Sprachhandlungen, die aber spezielle Merkmale der Blog-Kommunikation aufweisen  Seite
Sprachhandlung: Verständnissichern <ul><li>Verständnissicherung des Blogtextes kommt gelegentlich vor </li></ul><ul><li>Au...
Sprachhandlung: Übertragen und Einordnen <ul><li>Klemm: Was hat der Fernsehtext mit mir und der Alltagswelt zu tun? </li><...
Fazit <ul><li>Was sind die neuen typischen Merkmale der medienvermittelten kommunikativen Anschlusskommunikation?  </li></...
<ul><li>Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !!! </li></ul>Seite
Literatur <ul><li>Beckedahl, M. 2009.  Datenleck bei SchülerVZ war größer als bekannt . Retrieved 20.01.11, from  http://w...
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PuK Fachtagung in München

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Mein Vortrag über Kommentare in A-List-Blogs zur Fachtagung für Rezeptions- und Wirkungsforschung in München vom 29.01.11

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  • Martin Zuber
  • Basiert auf der klassischen Trennung von Massenkommunikation und interpersonaler Kommunikation Zu sehen in den Arbeiten von Lazarsfeld „Two-Step-Flow“ usw. Frage ist: Kann ich mit dieser Definition überhaupt etwas zur Beschreibung von Internetkommunikation anfangen???? Martin Zuber
  • Zur Erklärung, warum ich von kommunikativer Anschlusskommunikation bei Kommentaren spreche... Martin Zuber
  • Hier sagen, dass ich denke, dass die Zuschauerkommunikation auch „kommunikative Anschlusskommunikation“ ist Martin Zuber
  • Betrachtet man sich die Kommunikationssituation genauer kann festgestellt werden das große Ähnlichkeiten bei der Zuschauerkommunikation und den Kommentaren auszumachen sind. Martin Zuber
  • Dazu sagen, dass nur die markantesten Ergebnisse dargestellt werden können, da manche Kommentare wenig bis gar nicht zuzuordnen waren. Martin Zuber
  • Sagen dass man keine Kommentare brauch zum Organisieren Martin Zuber
  • PuK Fachtagung in München

    1. 1. Kommentare in A­List­Blogs – Medienvermittelte kommunikative Anschlusskommunikation Martin Zuber, M.A.
    2. 2. A-List-Blogs <ul><li>Wenige Blogs mit sehr vielen Links, viele Blogs mit wenigen Links (Power Law – „Kanalisierung der Aufmerksamkeit“ (Schmidt 2006)) </li></ul><ul><li>A-List-Blogs haben zwischen ca. 30.000 – 50.000 unique visits am Tag (Aussagen von Beckedahl, Niggemeier, Vetter) </li></ul>Seite
    3. 3. A-List-Blogs <ul><li>A-List-Blogs veröffentlichen Posts zu eher gesellschaftlich relevanten Themen im Gegensatz zu „normalen“ Blogs. </li></ul><ul><li>A-List-Blogs adressieren disperses Publikum </li></ul><ul><li>Wenig bis keine persönliche Kommunikation </li></ul><ul><li>A-List-Blogs quasi „Massenmedien der Blogosphäre“ </li></ul><ul><li>A-List-Blogs bekommen mit Abstand die meisten Kommentare </li></ul>Seite
    4. 4. Anschlusskommunikation <ul><li>Definition von Sommer (2010, 16): Anschlusskommunikation [...] ist gekennzeichnet durch Merkmale der interpersonalen Kommunikation , indem sie sozial abläuft. Darüber hinaus beinhaltet sie Massenkommunikation, indem sie diese zu ihrem Gegenstand macht [...]“ </li></ul>Seite
    5. 5. Kommentare in A-List-Blogs <ul><li>A-List-Blogs als quasi „Massenmedien der Blogosphäre“ </li></ul><ul><li>nach Brosius (gestrige Keynote) = individuelle Massenkommunikation </li></ul><ul><li>Kommentare: Adressieren bestimmte Personen -> Merkmale der interpersonalen Kommunikation , indem sie sozial ablaufen </li></ul><ul><li>Nach Brosius (gestrige Keynote) = interpersonale öffentliche Kommunikation </li></ul>Seite
    6. 6. Kommentare in A-List-Blogs <ul><li>Kommentare in A-List-Blogs = Anschlusskommunikation </li></ul><ul><li>Kompatibel mit Sommers (2010) Definition von Anschlusskommunikation </li></ul>Seite
    7. 7. Konversationsverlauf in Blogkommentaren Seite <ul><li>Die Kommentierenden beziehen sich entweder auf den Post des Bloggers oder auf vorhergegangene Kommentare </li></ul><ul><li>Die Kommentare können selbst Gegenstand neuer Kommentare werden. </li></ul>
    8. 8. Verschiedenen Arten von Anschlusskommunikation <ul><li>Unterscheidungen zwischen verschiedenen Thematisierungsformaten der Anschluss-kommunikation (Ulmer & Bergmann 1993, Keppler 1995) </li></ul><ul><li>-> informierende Medienrekonstruktionen -> kommemorierende Medienrekonstruktionen </li></ul><ul><li>Verschiedene Kommunikationssituationen </li></ul>Seite
    9. 9. Kommunikationssituationen der Anschlusskommunikation Seite   Unterscheidung von Ulmer & Bergmann 1993 Beteiligung an der Thematisierung des Medieninhalts Kenntnis des Medieninhalts Art der Anschluss-kommunikation Funktion der Anschluss-kommunikation Informative Medienre-konstruktionen nur ein Sprecher nur Sprecher informative Diffusion von Botschaften Kommemo-rierende Medien-rekonstruktionen mehrere Sprecher alle Sprecher kommunikative Bewertung, Interpretation und Transformation von Botschaften
    10. 10. Gemeinsamkeiten: Kommentare und Zuschauerkommunikation (Klemm 2000) <ul><li>Wie bei Kommentaren ist der Medieninhalt zu dem Anschlusskommunikation betrieben wird allen Sprechern bekannt </li></ul><ul><li>Wie bei Kommentaren beziehen sich die Sprecher der Zuschauerkommunikation auf den Fernsehtext oder schon getätigte Anschlusskommunikation anderer Sprecher. </li></ul>Seite
    11. 11. Kommentare in A-List-Blogs – Empirische Analyse <ul><li>Analyse der Kommentare mit dem Vorverständnis der von Klemm (2000) ausgemachten Sprachhandlungen der Zuschauerkommunikation </li></ul><ul><li>Erkenntnisinteresse: Was machen die Kommentierenden eigentlich kommunikativ? </li></ul><ul><li>Die Frage nach den Sprachhandlungsmustern (und den Textfunktionen) </li></ul><ul><li>Herausarbeitung typischer Merkmale der Blog-Kommunikation in Differenzierung zur Zuschauerkommunikation </li></ul>Seite
    12. 12. Wenig vorkommende Sprachhandlungen Seite
    13. 13. Sprachhandlung: Organisieren <ul><li>Organisatorische Kommentare sehr selten </li></ul><ul><li>Rezeption geschieht individuell </li></ul><ul><li>„ der erste link ist kaputt“ </li></ul>Seite
    14. 14. Sprachhandlung: Verarbeiten <ul><li>Klemm: Expressive Sprachhandlungen </li></ul><ul><li>Expressive Sprachhandlungen = affektive Gefühlsausdrücke </li></ul><ul><li>Kommentare (asynchrone Kommunikationsform) in der Regel nicht spontan, sondern vorab geplant, sprachlich elaboriert und korrigiert </li></ul>Seite
    15. 15. Sprachhandlung: Verarbeiten <ul><li>Klemm: nicht nur expressive Sprachhandlungen, sondern generell die Verarbeitung der dargebotenen Gefühle </li></ul><ul><li>Textbasierte Kommunikation fördert sachliche Wahrnehmung </li></ul><ul><li>Gefühlsbetonte Darstellungen eher in „kleinen“ Blogs? </li></ul>Seite
    16. 16. Sprachhandlung: Deuten <ul><li>Klemm: Fernsehinhalte können interpretiert und gedeutet werden </li></ul><ul><li>Speziell bei Filmen oder Serien: </li></ul><ul><li>Der Zuschauer wird bewusst dazu eingeladen seine eigenen Interpretationen und Deutungen in die Handlung einzubringen </li></ul><ul><li>Blogtexte bieten wenig Gelegenheit zum Deuten und Interpretieren </li></ul>Seite
    17. 17. Häufig vorkommende Sprachhandlungen Seite
    18. 18. Sprachhandlung: Vergnügen <ul><li>Ähnlich zur Zuschauerkommunikation </li></ul><ul><li>1. Scherzhafter Post des Bloggers wird weitergeführt </li></ul><ul><li>2. Die Kommentierenden machen scherzhafte Kommentare zum Post, obwohl dies eigentlich nicht die Intention des Bloggers war </li></ul>Seite
    19. 19. Sprachhandlung: Bewerten <ul><li>Die Kommentierenden bewerten die Meinungen und Einstellungen des A-List-Bloggers zu allen möglichen Themen (u.a. massenmediale Themen) </li></ul><ul><li>-> Die K. aüßern und begründen die eigene Meinung </li></ul><ul><li>A-List-Blogger = Meinungsführer (Two-Step-Flow – Lazarsfeld et al. 1969) </li></ul><ul><li>Kommentierende = Gruppe der Inaktiven? </li></ul><ul><li>Besser: Opinion sharing (Trodahl und van Dam 1965) </li></ul><ul><li>Unterscheidung zwischen zwei Gruppen (opinion givers & opinion askers) -> gleichgerichtetes Interesse -> Austausch von Meinungen diesbezüglich </li></ul>Seite
    20. 20. Häufig vorkommende Sprachhandlungen, die aber spezielle Merkmale der Blog-Kommunikation aufweisen Seite
    21. 21. Sprachhandlung: Verständnissichern <ul><li>Verständnissicherung des Blogtextes kommt gelegentlich vor </li></ul><ul><li>Auffälliger : „Ratgeber-Kommunikation“ </li></ul><ul><li>Ähnlichkeit zu „Threads“ in themenbezogenen Foren im Internet </li></ul><ul><li>A.) Blogger fragt bei seinen Lesern nach </li></ul><ul><li>B.) Kommentierende stellen Fragen – es kann vorkommen, dass Fragen nur im weitesten Sinn etwas mit dem Post des Bloggers zu tun haben </li></ul><ul><li>Hierin zeigen sich die enormen Rückkopplungsmöglichkeiten </li></ul>Seite
    22. 22. Sprachhandlung: Übertragen und Einordnen <ul><li>Klemm: Was hat der Fernsehtext mit mir und der Alltagswelt zu tun? </li></ul><ul><li>Häufig: Erfahrungsberichte </li></ul><ul><li>Leichtes Einordnen des Blogtextes in die Lebenswelt der Kommentierenden </li></ul><ul><li>Lebenswelt der Bloggers ist ähnlich der Lebenswelt der Blogleser </li></ul><ul><li>hierin zeigt sich die Eigenschaft des individualisierten Massenmedium </li></ul>Seite
    23. 23. Fazit <ul><li>Was sind die neuen typischen Merkmale der medienvermittelten kommunikativen Anschlusskommunikation? </li></ul><ul><li>Durch die Rückkopplungsmöglichkeiten: Eine bewusste Miteinbeziehung des „Publikums“ in die Gestaltung des Medieninhalts: Blogger versucht die Aktivität der Nutzer zu fördern </li></ul><ul><li>Blogtext: Große Nähe zur Lebenswelt der Blogleser -> ausgerichtet auf eine differenzierte Personengruppe </li></ul>Seite
    24. 24. <ul><li>Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !!! </li></ul>Seite
    25. 25. Literatur <ul><li>Beckedahl, M. 2009. Datenleck bei SchülerVZ war größer als bekannt . Retrieved 20.01.11, from http://www.netzpolitik.org/2009/datenleck-bei-schuelervz-war-groesser-als-bekannt/ </li></ul><ul><li>Höflich, J. R. . 1996. Technisch vermittelte interpersonale Kommunikation. Grundlagen, organisatorischer Medeinverwendung, Konstitution &quot;eöektronischer Gemeinschaften&quot; . Opladen: Westdeutscher Verlag </li></ul><ul><li>Keppler, A. 1995. Tischgespräche. Über Formen kommunikativer Vergemeinschaftung am Beispiel der Konversation in Familien . Frankfurt am Main: Suhrkamp. </li></ul><ul><li>Kremp, M. 2009. Neues Datenleck bei SchülerVZ aufgedeckt . Retrieved 20.01.11, from http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,657800,00.html </li></ul><ul><li>Klemm, M. 2000. Zuschauerkommunikation. Formen und Funktionen der alltäglichen kommunikativen Fernsehaneignung . Frankfurt am Main: Peter Lang. </li></ul><ul><li>Lazarsfeld, P. F., B. Berelson, and H. Gaudet. 1969. The people's choice : how the voter makes up his mind in a presidential campaign . New York: Columbia University Press. </li></ul><ul><li>Maletzke, G. 1963. Psychologe der Massenkommunikation . Hamburg: Hans-Bedrow-Institut. </li></ul><ul><li>Schmidt, J. 2006. Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH. </li></ul><ul><li>Sommer, D. 2010. Nachrichten im Gespräch. Wesen und Wirkung von Anschlusskommunikation über Fernsehnachrichten . Baden-Baden: Nomos. </li></ul><ul><li>Trodahl, V. C., and R. van Dam. 1965. &quot;Face-to-Face Communication about Major Topics in the News.&quot; Public Opinion Quarterly 29: 626-634. </li></ul><ul><li>Ulmer, B., and J. Bergmann. 1993. &quot;Medienkonstruktionen als kommunikative Gattungen &quot; in Medienrezeption als Aneignung , edited by W. Holly and U. Püschel. Opladen: Westedeutscher Verlag. </li></ul>Seite

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