Wilfried Schubarth
Universität Potsdam
Fachtagung TK/MBJS, Frankfurt (Oder), 21.01.2015
0. Thesen
1. Gewalt- und Mobbingprävention: Was
Schulen tun können
2. Welche Unterstützung Schulen brauchen
3. Perspektive...
1. Da Gewalt auch ein „Schulproblem“ ist, haben Schulen
selbst Möglichkeiten zu Prävention, indem sie die sozialen
Kompete...
Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam 4
 Weder dramatisieren, noch verharmlosen
 Ursachen sind vielfältig, Kumulation von Risiken:
systemische und entwicklungsb...
Gewalt
Gesellschaftliche
Rahmenbedingungen
Personale Faktoren
Familie
sozialer Nahraum
Peers
Medien
Jugendhilfe
SCHULE
Sch...
Bullies
Opfer
Assistenten
Verstärker
Außenstehende
Verteidiger
(Vgl. Olweus 1995)
Lehrer?
7Prof. Dr. Wilfried Schubarth Un...
Sekretariat,
Hausmeister Schulleitung
8Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
Lehrer,
Referendare
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Auf den Lehrer kommt es kann!
 Kenntnisse, Kompetenzen, Einstellung/Haltung
Auf die Schulleitung kommt es an!
 Schul-, K...
Erstverhalten
Hauptintervention
Nachbereitung/
Erfolgskontrolle
• Gewalt stoppen
• Opfer schützen
• Situation aufklären
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Schülerebene
 Lehrer-Schüler-Beziehung
 Ermöglichen von sozialem Lernen
 Vermittlung positives Lern-/Selbstkonzept
Klas...
Programme für Schüler
- Streit-Schlichter-Programm
- Coolness-Training
- Trainingsraum-Methode
- No Blame (Anti-Mobbing)
-...
Phasen Praktische Umsetzung
Einstiegsphase Diskussion im Kollegium, mit Schülern, Eltern,
Schulaufsicht, Pädagogischer Tag...
Streitschlichterprogramme sind dann erfolgreich,
 wenn Schulleitung und Kollegium das Modell
unterstützen und selbst über...
Selbst- und Fremdwahrnehmung
Entwicklung von sozialen Kompetenzen
Umgang mit eigenen Emotionen
Kommunikative Kompetenz
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1. Umgang mit Gewalt und Mobbing als zentrales Lernfeld
im Lehrplan und im Leitbild einer Schule verankern.
2. Soziale Kom...
Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam 17
Nachhaltigkeitsparameter
 Verantwortliche Koordination
 Ausbildung/Qualifizierung
 Institutionelle Verankerung und Vern...
Personal
 ausreichendes und kompetentes Personal: Lehreraus-
und -fortbildung
 Schulleitung mit Kooperationskompetenzen
...
Strukturen
 langfristiges bildungspolitisches Konzept
 System von Schulentwicklungsberatung
 kommunale Netzwerke (Bildu...
21Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
 Landtagsbeschluss (30.05.2012): 5 Programme und
Einzelprojekte, Handreichungen, Vereinbarungen…
 Ziel: Bündelung, Proze...
 Grundschule in Eberswalde: Boxenstopp-Projekt: frühzeitige,
kontinuierliche Maßnahmen für „Brennpunkt-Schulen“
 Regiona...
 Klärung von Zielen, Ressourcen und Zuständigkeiten:
MBJS, Kommune und Schule
 Landesweite Konzeption: Schulische Gewalt...
Schubarth, W. (Hg.): Nachhaltige Prävention von
Kriminalität, Gewalt und Rechtsextremismus.
Potsdam 2014
Schubarth, W.: Ge...
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Vortrag Wilfried Schubarth: Mobbingfreie Schule in Brandenburg - Prävention und Intervention bei Mobbing

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Was steckt hinter den Phänomenen Mobbing und Cybermobbing? Was können Lehrer, Eltern und Schüler tun? Und: Worauf kommt es an? Antworten auf diese und andere Fragen hat die Fachtagung "Mobbingfreie Schule in Brandenburg" am 21. Januar in Frankfurt (Oder) gegeben. Die Wissenschaftler Prof. Dr. Wilfried Schubarth von der Universität Potsdam und Dr. Jan Pfetsch von der Technischen Universität Berlin haben in Ihren Vorträgen die Phänomene Mobbing und Cybermobbing genauer unter die Lupe genommen. Die Fachtagung „Mobbingfreie Schule in Brandenburg“ haben die Techniker Krankenkasse und das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gemeinsam durchgeführt. Beide Partner zogen auf der Tagung zugleich eine positive Bilanz des TK-Projektes „Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein!“ in Brandenburg. Das Programm ist im Jahr 2012 gestartet. Über 100 Schulen und über 7.500 Kinder und Jugendliche haben sich bereits daran beteiligt.

Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse / Wilfried Schubarth" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Vortrag Wilfried Schubarth: Mobbingfreie Schule in Brandenburg - Prävention und Intervention bei Mobbing

  1. 1. Wilfried Schubarth Universität Potsdam Fachtagung TK/MBJS, Frankfurt (Oder), 21.01.2015
  2. 2. 0. Thesen 1. Gewalt- und Mobbingprävention: Was Schulen tun können 2. Welche Unterstützung Schulen brauchen 3. Perspektiven für Brandenburg 2Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  3. 3. 1. Da Gewalt auch ein „Schulproblem“ ist, haben Schulen selbst Möglichkeiten zu Prävention, indem sie die sozialen Kompetenzen stärken und ihre Schule weiterentwickeln. 2. Schulen brauchen dabei mehr Unterstützung in Form von Schulentwicklungsberatung und kommunalen Unterstützungsnetzwerken. 3. Brandenburg verfügt über gute Ansätze, die durch mehr Kompetenz, Kooperation und Koordination weiter auszubauen sind. 3Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  4. 4. Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam 4
  5. 5.  Weder dramatisieren, noch verharmlosen  Ursachen sind vielfältig, Kumulation von Risiken: systemische und entwicklungsbezogene Prävention  Mobbing als gruppendynamisches Phänomen  Cybermobbing, Amok, „Lehrergewalt“, Heterogenität…  Prävention und Intervention gewinnen an Bedeutung  Mobbing als Herausforderung für Schule und Umfeld 5Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  6. 6. Gewalt Gesellschaftliche Rahmenbedingungen Personale Faktoren Familie sozialer Nahraum Peers Medien Jugendhilfe SCHULE Schulstruktur Lernkultur Sozialklima (Vgl. Schubarth 2013) 6Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  7. 7. Bullies Opfer Assistenten Verstärker Außenstehende Verteidiger (Vgl. Olweus 1995) Lehrer? 7Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  8. 8. Sekretariat, Hausmeister Schulleitung 8Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam Lehrer, Referendare … ElternSchüler Schulsozial- arbeiter Kooperations- partner: Jugendhilfe, Polizei, Verbände, Kirche, Wirtschaft… Schulamt  Schule als pädagogische Handlungseinheit stärken
  9. 9. Auf den Lehrer kommt es kann!  Kenntnisse, Kompetenzen, Einstellung/Haltung Auf die Schulleitung kommt es an!  Schul-, Kooperationskultur: innerhalb und außerhalb  Fortbildung und Schulentwicklung Auf die Kommune kommt an!  Schule als ein Teil des Gemeinwesens 9Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  10. 10. Erstverhalten Hauptintervention Nachbereitung/ Erfolgskontrolle • Gewalt stoppen • Opfer schützen • Situation aufklären • Maßnahmen überprüfen • Nachhaltigkeit durch Prävention sichern • Interventionsstrategie entwickeln • Mobbing aufarbeiten • Schülerunterstützer aktivieren • Kooperationspartner hinzuziehen (DFG-Projekt zur Lehrerintervention Ltg. Bilz/Schubarth) 10Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  11. 11. Schülerebene  Lehrer-Schüler-Beziehung  Ermöglichen von sozialem Lernen  Vermittlung positives Lern-/Selbstkonzept Klassenebene  Werte- und Normensystem  Interessenvertretung, Klassenrat Schulebene  Soziale Identität ermöglichen (Schulgemeinschaft)  Schulordnung / Regeln  Kooperation mit Eltern und kommunalem Umfeld (Vgl. Olweus 1995, Schubarth 2013) 11Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  12. 12. Programme für Schüler - Streit-Schlichter-Programm - Coolness-Training - Trainingsraum-Methode - No Blame (Anti-Mobbing) - fairplayer - Medienhelden - FAUSTLOS - Eigenständig werden - Prävention im Team - Fit for Life - Soziales Lernen - Erwachsen werden Programme für Lehrer - Konstanzer Trainingsmodell (KTM) - SchiLF - Berner Anti-Mobbing-Programm Systembezogene Programme - Anti-Bullying-Programm (Olweus) - Konzept „Erziehende Schule“ fürallefürjüngerefürältere (Vgl. Melzer u.a. 2011, 2015) 12Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  13. 13. Phasen Praktische Umsetzung Einstiegsphase Diskussion im Kollegium, mit Schülern, Eltern, Schulaufsicht, Pädagogischer Tag, SchiLF Analyse- und Diagnosephase Ist-Analyse durch AG, Befragungen aller Beteiligten, Feedback, Pädagogische Konferenz Zielklärung Leitziel: Pädagogisches Ethos Handlungsziel: konkret, messbar, realistisch, Termine Maßnahmeplanung Projektterminplan: Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Beteiligte, Termine (Infrastruktur, Steuergruppen u. ä.) Durchführung konkrete Maßnahmen, z.B. Streitschlichter-Programm Evaluation Rückmeldung, Zwischenbilanz, weitere Planung (Vgl. Schubarth 2013) 13Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  14. 14. Streitschlichterprogramme sind dann erfolgreich,  wenn Schulleitung und Kollegium das Modell unterstützen und selbst über Kompetenzen verfügen  wenn alle Schüler Grundkenntnisse erhalten  wenn eine gute Schlichterausbildung gewährleistet ist  wenn die Schlichter begleitet werden  wenn Rahmenbedingungen gegeben sind (Raum, Werbung, Kontinuität, Anerkennung, Entlastung)  wenn Eltern und andere Partner einbezogen werden  wenn Mediation Teil der Schulentwicklung ist (Vgl. Schubarth 2013) Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam 14
  15. 15. Selbst- und Fremdwahrnehmung Entwicklung von sozialen Kompetenzen Umgang mit eigenen Emotionen Kommunikative Kompetenz Empathiefähigkeit Reflexionsfähigkeit Urteilsfähigkeit Konfliktfähigkeit Integration in den schulischen Erziehungs- und Bildungsprozess Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam 15
  16. 16. 1. Umgang mit Gewalt und Mobbing als zentrales Lernfeld im Lehrplan und im Leitbild einer Schule verankern. 2. Soziale Kompetenzen der Schüler und Lehrkräfte fördern und die soziale Qualität einer Schule verbessern: Nachhaltige Prävention durch Schulentwicklung 3. Öffnung von Schule durch Netzwerkbildung fördern: Schulische Prävention als Kern kommunaler Kriminalprävention Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam 16
  17. 17. Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam 17
  18. 18. Nachhaltigkeitsparameter  Verantwortliche Koordination  Ausbildung/Qualifizierung  Institutionelle Verankerung und Vernetzung  Beseitigung makro-soziale Risiken „Zur Nachhaltigkeit ist der Aufbau von Präventionsnetzwerken und die Erarbeitung einer lokalen Präventionsstrategie unter Einbezug aller Beteiligten unter Leitung einer zentralen Koordinationsstelle unerlässlich“ (Beelmann 2014 ,Tagung des LPR Brandenburg) 18Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  19. 19. Personal  ausreichendes und kompetentes Personal: Lehreraus- und -fortbildung  Schulleitung mit Kooperationskompetenzen  Schulaufsicht mit Beratungskompetenzen Fragen  Welche Rolle spielt Gewaltprävention bei Aus- und Fortbildung von Lehrern und Schulleitern, in Rahmenlehrplänen und in politischen Dokumenten? (Vgl. Schubarth 2013) 19Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  20. 20. Strukturen  langfristiges bildungspolitisches Konzept  System von Schulentwicklungsberatung  kommunale Netzwerke (Bildungslandschaften) Fragen  Welche Rolle spielt Gewaltprävention in Debatten?  Wie sieht das landesweite Konzept aus?  Wie entwickeln sich kommunale Präventionsnetzwerke? 20Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  21. 21. 21Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  22. 22.  Landtagsbeschluss (30.05.2012): 5 Programme und Einzelprojekte, Handreichungen, Vereinbarungen…  Ziel: Bündelung, Prozess-, Teamorientierung…  MBJS/RAA: Jour fixe (halbjährlich)  neue Rahmenlehrpläne (ab 2016/17)  Landespräventionsrat: Fachtage, Evaluationen, Förderanträge und -strategie, Publikationen u.a.  Jugendhilfe, Vereine, Verbände u.a.  bundesweite Debatte, Karlsruher Erklärung (2014) 22Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  23. 23.  Grundschule in Eberswalde: Boxenstopp-Projekt: frühzeitige, kontinuierliche Maßnahmen für „Brennpunkt-Schulen“  Regionale Netzwerkarbeit „MEA in Kita und Schule“: aufbauende Programme EFFEKT, Anti-Bullying-Programm mit Qualitätssicherung (neu: Modellprojekt in 6 Gemeinden)  „Tolerantes Brandenburg“: Konzept, Beratungsnetzwerk (MBT, RAA u.a.) Infrastruktur, Koordinierungsstelle (MBJS)  TK-Projekt „Mobbingfreie Schule“ – gemeinsam Klasse sein“: über 100 Schulen, 7.500 Schüler, 630 „Anti-Mobbing-Koffer“ 23Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  24. 24.  Klärung von Zielen, Ressourcen und Zuständigkeiten: MBJS, Kommune und Schule  Landesweite Konzeption: Schulische Gewaltprävention als Teil kommunaler Kriminalprävention  Entwicklung lokaler Präventionsstrategien und Aufbau von Präventionsnetzwerken  Koordinierungs- und Unterstützungsstellen für Schulen und Kommunen (Schul- bzw. Präventionsberater)  Informations- und Fortbildungsoffensive  Kompetenz, Kooperation, Koordination + politischer Wille 24Prof. Dr. Wilfried Schubarth Universität Potsdam
  25. 25. Schubarth, W. (Hg.): Nachhaltige Prävention von Kriminalität, Gewalt und Rechtsextremismus. Potsdam 2014 Schubarth, W.: Gewalt und Mobbing an Schulen. Möglichkeiten der Prävention und Intervention. Stuttgart 2013 Breitschwerdt, M.: Nachhaltige Gewaltprävention und Entwicklungsförderung in Kita und Schule. In: Schubarth 2014, S. 259-310 Melzer, W./Schubarth, W. u. a.: Gewaltprävention und Schulentwicklung. Bad Heilbrunn 2011 Melzer, W. u.a. (Hg.): Handbuch Aggression, Gewalt und Kriminalität bei Kindern und Jugendlichen. Bad Heilbrunn 2015 Olweus, D.: Gewalt in der Schule. Bern 1995 Schanzenbächer, S.: Nachhaltige Prävention an Schulen…In: Schubarth 2014, S. 353-369 25
  26. 26. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 26

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