TK-Pillenreport 2015: Präsentation Professor Dr. Gerd Glaeske, SOCIUM - Universität Bremen

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Die Pille ist ein seit Jahrzehnten etabliertes Arzneimittel, das zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützt. Die TK geht mit dem "Pillenreport", der gemeinsam mit der Universität Bremen erstellt wurde, der Frage nach, ob die neuen und modernen Pillen der 3. und 4. Generation wirklich ein therapeutischer Fortschritt sind.

Mehr zum TK-Pillenreport hier:
http://www.tk.de/tk/themen/pillenreport-2015/770798

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TK-Pillenreport 2015: Präsentation Professor Dr. Gerd Glaeske, SOCIUM - Universität Bremen

  1. 1. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Kein Interessenkonflikt im Sinne der Uniform Requirements for Manuscripts submitted to Biomedical Journals der ICMJE Erstellt mit freundlicher Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Pillenreport 2015 Gerd Glaeske, Petra Thürmann Pillenreport 2015 Gerd Glaeske, Petra Thürmann
  2. 2. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy
  3. 3. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Verordnungsanalyse Zoely®, seit 2012 auf dem Markt (Nomegestrol) Verordnete Tagesdosen (DDD) und Bruttoumsätze von Zoely® nach Monaten (2012-2013)
  4. 4. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Übersicht über den Markt der meistverkauften Pillen Rang Präparat Hersteller (Markteinführung) Gestagen Packungen 2014 in Tsd. Industrie- umsatz 2014 in Mio. Euro 1 Maxim® Jenapharm (01/2011) Dienogest 2.027 33,7 2 Lamuna® Hexal (09/2000) Desogestrel 743 12,8 3 Evaluna® Madaus (08/2010) Levonorgestrel 677 5,8 4 Velafee® Velvian (02/2012) Dienogest 468 5,7 5 Belara® Grünenthal (02/1992) Chlormadinon 445 11,6 6 Dienovel® mibe (08/2012) Dienogest 413 3,5 7 Minisiston® Jenapharm (01/1981) Levonorgestrel 396 7,1 8 Leona-Hexal® Hexal (04/2008) Levonorgestrel 377 6,2 9 Asumate® Velvian (08/2010) Levonorgestrel 344 4,8 10 Maitalon® Gedeon Richter (05/2012) Drospirenon 341 9,1 11 Zoely® MSD (01/2012) Nomegestrol 331 6,1 12 Chariva® Gedeon Richter (12/2009) Chlormadinon 323 7,3 13 Bellissima® Madaus (10/2008) Chlormadinon 307 6,8 14 Minisiston® 20 Jenapharm (10/2007) Levonorgestrel 278 3,8 15 Swingo® Aristo Pharma (04/2011) Levonorgestrel 263 2,3 16 Valette® Jenapharm (03/1995) Dienogest 230 7,2 17 Mayra® Madaus (02/2012) Dienogest 218 2,1 18 Leios® Pfizer (04/1996) Levonorgestrel 217 4,7 19 Desmin® Gedeon Richter (10/1998) Desogestrel 189 3,4 20 Bonadea® Zentiva (02/2012) Dienogest 188 1,7 21 Aristelle® Aristo Pharma (03/2012) Dienogest 178 1,7 22 Trigoa® Pfizer (10/1995) Levonorgestrel 178 2,8 23 Femigoa® Pfizer (02/1992) Levonorgestrel 177 2,7 24 Femigyne® ratiopharm (02/2011) Levonorgestrel 175 1,3 25 Microgynon® KohlPharma (01/1994) Levonorgestrel 172 1,9 26 Aida® Jenapharm (09/2006) Drospirenon 155 5,9 27 Yaz® Jenpharm (09/2008) Drospirenon 153 4,5 28 Levomin® mibe (03/2011) Levonorgestrel 147 1,1 29 Leanova AL® Aliud (07/2012) Levonorgestrel 145 1,1 30 Femikadin® Dr. Kade/Besins(06/2012) Levonorgestrel 131 1,4 31 Chloee® Zentiva Pharma (02/2012) Chlormadinon 131 1,6 32 Mona-Hexal® Hexal (12/2009) Chlormadinon 130 2,4 33 Enriqa® Jenapharm (12/2009) Chlormadinon 125 1,9 34 Yasminelle® Jenapharm (09/2006) Drospirenon 124 4,4 35 Minette® Dr. Kade/Besins (06/2010) Chlormadinon 120 1,8 36 Starletta Hexal® Hexal (09/2012) Dienogest 106 1,0 37 Yasmin® Jenapharm (11/2000) Drospirenon 104 3,5 38 Lilia® Aristo Pharma (03/2010) Chlormadinon 103 1,3 39 Illina® Sandoz (04/2008) Levonorgestrel 98 1,2 40 Neo-Eunomin® Grünenthal (01/1985) Chlormadinon 89 3,2 Gesamt-Tabelle 11.516 192,4 Gesamtmarkt 18.650 339,0 Hormonelle Verhütungsmittel mit Levo- norgestrel (2. Generation) verhüten genau- so sicher wie Pillen der 3. und 4. Genera- tion mit z.B. Desogestrel oder Drospirenon.  Gestagene mit ungeklärtem Thromboserisiko, z.B. Dienogest, Chlormadinon oder Nomegestrol  Gestagene mit einem oft nachgewiesenen höheren Thromboserisiko, z.B. Desogestrel oder Drospirenon  Risikoerhöhung u.a. auch abhängig von individu- ellen Risikofaktoren wie z.B. Alter, Rauchen, Übergewicht und Diabetes mellitus
  5. 5. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Anteil an Frauen mit Verordnung einer »Antibabypille« für TK-Versicherte nach Altersgruppen in den Jahren 2011 bis 2013 Durchschnittlich 74 Prozent der 19-Jährigen erhielten in dem o.g. Zeitraum mindestens eine Verordnung über die »Pille« Bis zum 20. Lebensjahr in der GKV verordnungs- und erstattungsfähig!
  6. 6. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Verordnung von Pillenpräparaten an TK-Versicherte nach Altersgruppen und Art des Gestagens im Jahr 2013 Die Entscheidung für die Pille fällt oftmals bereits im Teenageralter, meist bleiben die Frauen dann über viele Jahre bei dem gleichen Präparat.
  7. 7. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Verordnungsprävalenz auf Bundeslandebene bei TK-Versicherten im Alter von 12 bis unter 16 Jahre im Jahr 2013 in Prozent  Bis zu 12 Prozent der Versicherten in den genannten Altersstufen wenden hormonelle Kontrazeptiva an
  8. 8. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Verordnungsprävalenz auf Bundeslandebene bei TK-Versicherten im Alter von 16 bis unter 20 Jahre im Jahr 2013 in Prozent  Fast jede zweite TK-Versicherte im Alter von 19 Jahren verhütete im Jahr 2013 mit einer Pille jenseits der 2. Generation (z.B. Levonorgestrel)  Von den 19-Jährigen TK-Versicherten, welche die Pille einnahmen, erhielten über zwei Drittel ein Präparat mit erhöh- tem (oder unklarem) Thromboserisiko
  9. 9. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy FAZIT (I)  Neue Pillen sollen unangenehme Begleiterscheinungen vermindern und subjektive Schönheitseffekte verstärken (und gegen abgelaufene Patente wirken). Sie werden deutlich häufiger verschrieben als die bewährten Pillen der 2. Generation.  Die Verhütungssicherheit ist bei allen Pillen mit niedrig dosiertem Östrogen und verschiedenen Gestagenen vergleichbar, aber bei neueren unklares oder höheres Thromboserisiko als bei Pillen der 2. Generation – Gefahr für die gesunden Mädchen und Frauen!  Seit März 2014: In den Fachinformationen einiger Pillen der 3. und 4. Generation muss auf das höhere Thromboserisiko hingewiesen werden. Bei unklarem Risiko werden Studien von den Herstellern gefordert.
  10. 10. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy FAZIT (II)  Pillen mit den Gestagenen Desogestrel, Gestoden und Drosperinon haben im Vergleich zu Pillen mit Levonorgestrel ein nahezu doppelt so hohes Risiko für Thrombosen  Die Anzahl der zusätzlich pro 10.000 Frauen und Jahr aufgetrete- nen tiefen Beinvenenthrombosen: Levonorgestrel-haltige Mittel 6, Gestoden-haltige 11, Drospirenon-haltige 13 und Desogestrel- haltige 14. (Vinogradova et al., 2015, BMJ)  Mit Dienogest kann ein bis zu ca. 1,8-fach erhöhtes Thromobose- risiko gegenüber Levonorgestrel nicht ausgeschlossen werden.  Die Pharmaindustrie informiert im Internet eher allgemein über das Thema Verhütung, „garniert“ mit Marketing- und Werbebotschaften zu Beziehung, Liebe und Beauty – vor allem für junge Frauen. Die Pille ist aber weder ein Lifestyle-Produkt noch ein Kosmetikum!
  11. 11. SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit & Sozialpolitik Research Center on Inequality & Social Policy Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit… gglaeske@uni-bremen.de petra.thuermann@helios-kliniken.de

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