Prävention konkret | 1 
Prävention konkret. Praxisbeispiele aus der TK-Gesundheitsförderung.
Vorwort 
Gesund zu sein, ist ein Glück. Gesund zu bleiben jedoch, ist keine reine Glückssache. Eine ausgewogene Ernährung,...
Inhalt Gesunde Lebenswelten Beispiele für das TK-Engagement in Kitas und Schulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ....
Lebenswelt Kita: Kinder frühzeitig erreichen 
Bereits Kindertagesstätten zu einer gesundheitsfördernden Lebenswelt zu mach...
GESUNDE LEBENSWELTEN 
Setting Schule: 
idealer Ort für Gesundheitsförderung 
Mit dem Förderkonzept „Gesunde Schule“ schaff...
Unterricht bis 16 Uhr, danach zwei Stunden Hausaufgaben und anschließend zum Sport. Der Alltag vieler Schüler ist straff g...
GESUNDE LEBENSWELTEN 
gelangen. Das Referat vor dem Spiegel halten? Es vor einer Gruppe Freunden vortragen? Es niederschre...
8 | Prävention konkret 
GESUNDE LEBENSWELTEN 
Vernetzung als Schlüssel für mehr Gesundheit in Kommunen 
Die TK verfolgt da...
Das Bayerische Gesundheitsministerium und die TK setzen sich in einem Modellprojekt gemeinsam für die Gesundheit der Bürge...
BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG 
Gesund bleiben in einer neuen Arbeitswelt 
Die Entwicklung der Informations- und Kommun...
Das Ticket zu mehr Gesundheit 
Ein Beispiel für spezielle Angebote für kleine und mittlere Unternehmen ist das Betrieblich...
Kleinen und mittelständischen Unternehmen gelingt es noch zu selten, betriebliche Gesundheitsförderung praktisch umzusetze...
BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG 
reichen. Heute berät uns die TK dabei, wie wir ein gesundheitsförderndes Verhalten der ...
Individualprävention: 
TK fördert Eigeninitiative für die Gesundheit 
Neben der Gesundheitsförderung in Lebenswelten und d...
INDIVIDUALPRÄVENTION 
Ob Stress oder die falsche Ernährung – viele dieser Alltagsprobleme können später in schwere Erkrank...
16 | Prävention konkret 
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TK-Broschüre: "Prävention konkret" (Stand November 2014)

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Wie engagiert sich die Techniker Krankenkasse (TK) für Prävention und Gesundheitsförderung? Das zeigt die neue TK-Broschüre "Prävention konkret" anhand von ausgewählten Praxisbeispielen.

So erklärt ein Psychologe, wie das Programm SNAKE ("Stress nicht als Katastrophe erleben") gestressten Schülern hilft. Den Landkreis Erlangen-Höchstadt hat die TK dabei unterstützt, zu einem "Gesunden Landkreis" zu werden. Der Personalleiter eines Biotechunternehmen gibt Einblicke in das Projekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung bei dem bayerischen Mittelständler.

Weitere Informationen zur Broschüre gibt es unter http://www.tk.de/tk/690422 und zum Thema Prävention und dem Präventionsgesetz unter http://www.tk.de/tk/669032.

Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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TK-Broschüre: "Prävention konkret" (Stand November 2014)

  1. 1. Prävention konkret | 1 Prävention konkret. Praxisbeispiele aus der TK-Gesundheitsförderung.
  2. 2. Vorwort Gesund zu sein, ist ein Glück. Gesund zu bleiben jedoch, ist keine reine Glückssache. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Stress und Suchtmitteln sind zentrale Faktoren, wenn es darum geht, leistungsfähig zu bleiben und chronische Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen abzumildern oder sogar zu verhindern. Zeitgemäße Präventionsarbeit schafft gesundheitsförderliche Strukturen in betrieblichen und nicht betrieblichen Lebenswelten wie Kindertagesstätten, Schulen und Kommunen. Die Techniker Krankenkasse tritt seit vielen Jahren für eine Gesundheitsförderung ein, die sich besonders den Verhältnissen widmet, in denen die Menschen leben. Die TK unterstützt mit ihrer Expertise Betriebe und Institutionen aller Größenordnungen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung gesundheitsförderlicher Strukturen. Diese Arbeit wirkt dabei auf verschiedenen Ebenen: Der Einzelne profi tiert im Hinblick auf seine Gesundheit. Die Gemeinschaft profitiert, weil langfristig kostenintensive Behandlungen vermieden werden und die Arbeitsfähigkeit erhalten wird. Und die Betriebe oder Einrichtungen wie Kita oder Schule profi tieren, weil die Produktivität und Qualität der Arbeit steigen und das Zusammenleben sich verbessert. Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und sie ist aktueller denn je. Die Globalisierung, der demografi sche Wandel und eine zunehmende Beschleunigung gerade in der Arbeitswelt sind ebenso Ursache wie ein radikal verändertes Kommunikationsverhalten im Privat- sowie im Berufsleben. Studien zeigen, dass der Stresspegel stetig steigt, während das Bewegungspensum in einer Welt der Displays niedrig bleibt. Einen Schwerpunkt legt die TK auf die Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen, um möglichst früh den Grundstein für eine gesunde Lebensweise zu legen. Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung richtet die TK einen besonderen Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen. Im Mittelpunkt steht für die TK Qualität. Die TK engagiert sich in Experten-Netzwerken und wirkt in politischen Gremien mit. Dabei geht es vorrangig darum, qualitätssichernde Strukturen aufzubauen, Gesundheitsziele für die gesetzliche Krankenversicherung zu formulieren und den GKV-Leitfaden Prävention weiterzuentwickeln. Auf diese Weise gestaltet die TK aktiv die Qualität in Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland mit. Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen Beispiele unserer Präventionsarbeit in den vergangenen Jahren und geben damit einen Einblick in die Gesundheitsförderungsstrategie der TK. Hamburg, im Oktober 2014 Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Leitung Landesvertretungen, Bramfelder Straße 140, 22305 Hamburg, E-Mail: tk-innovativ@tk.de; Verantwortlich: Dr. Andreas Meusch; Redaktion: Thomas Galinsky, Constanze Löffler, Gerhard Mahltig, Sabine Petersen, Maike Schmidt, Marcel Tholema und Katja Wohlers; Produktion: Yvette Lankau; Gestaltung: The Ad Store GmbH; Fotos: Stefanie Ehl, Andreas Friese, Klaus D. Wolf, Michael Zapf, Getty Images, TK-Archiv; Litho: Hirte GmbH & Co. KG, Hamburg; Druck: TK-Hausdruckerei. © Techniker Krankenkasse. Alle Rechte vorbehalten. 2 | Prävention konkret
  3. 3. Inhalt Gesunde Lebenswelten Beispiele für das TK-Engagement in Kitas und Schulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4 Mit Wissen gegen Stress Interview mit Markus Plesner, Diplom-Psychologe, zum Stressmanagement-Programm „SNAKE“ für Schüler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6 Beispiele für das TK-Engagement in Kommunen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8 Lebensnahe Projekte vor Ort Interview mit Projektkoordinatorin Anja Langer zur Frage, wie aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt ein „Gesunder Landkreis“ wurde. . . . . . . . . . . . . . . 9 Betriebliche Gesundheitsförderung Beispiele für das TK-Engagement in Unternehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10 Starthilfe für gesunde Mitarbeiter Interview mit Personalleiter Uwe Glozober, der erklärt, wie sich das mittelständische Biotech-Unternehmen Mikrogen für die Gesundheit seiner Mitarbeiter einsetzt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12 Individualprävention TK fördert Eigeninitiative für die Gesundheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14 OnlineCoach zur Selbsthilfe Interview mit Projektleiterin Dr. Nicole Knaack über den Nutzen von OnlineCoaches in der Gesundheitsförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Prävention konkret | 3
  4. 4. Lebenswelt Kita: Kinder frühzeitig erreichen Bereits Kindertagesstätten zu einer gesundheitsfördernden Lebenswelt zu machen – das ist das erklärte Ziel der TK. In Kitas bietet sich die Chance, Kinder frühzeitig und unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu erreichen. Das Förderkonzept „Gesunde Kita“ schafft den entsprechenden Rahmen, um dieses Ziel nachhaltig und langfristig zu verfolgen. Dabei ist entscheidend, dass alle Beteiligten – Kinder, Erziehungspersonal und Eltern – einbezogen und das Thema Gesundheit zu einem zentralen Bestandteil des Kita-Konzepts wird. Ansatzpunkte, um Gesundheitsförderung in den Kita-Alltag zu integrieren, sind Essen und Trinken, Spielen und Bewegung, die Vermittlung von Lebenskompetenzen oder auch Wahrnehmungserfahrungen. Projekte, die eine gesunde Kita unterstützen, fördert die TK mit einem Beitrag von bis zu 5.000 Euro. Um sicherzustellen, dass die Ziele auch erreicht werden, fordert das Konzept der TK von den Projektteilnehmern eine klare Strategie, einen Projektplan sowie eine fortlaufende Evaluation. Gesund genießen Das Thema Ernährung ist eines der zentralen Handlungsfelder im Setting Kita. Es geht darum, die Aufmerksamkeit für gesunde Ernährung zu schärfen und das Ernährungsverhalten von Kindern nachhaltig zu beeinflussen. In Berlin unterstützt die TK, zusätzlich zum Landesprogramm für gesunde Kitas, deshalb das Projekt „Gemeinsam gesund genießen“ des Kita- Trägers Kinder im Kiez GmbH. Schon mehr als drei Jahre lang stellt das Projekt in 20 Kitas die Qualitäts- und Organisationsentwicklung in den Mittelpunkt, um ein gesundes Ernährungsangebot zu schaffen, das allen Beteiligten Spaß macht und schmeckt. Von der Schulung des Küchenpersonals über den Elterndialog bis hin zur Partizipation der Kinder werden alle Ebenen einbezogen und leisten ihren Beitrag. 2.700 Kinder erreicht das Projekt, darunter eine Vielzahl aus prekären Lagen. Ein Team aus Ernährungswissenschaftlern und Sozialpädagogen setzt das Projekt gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort um. Wissen, wo das Essen herkommt Nicht nur die fertige Mahlzeit sehen, sondern herausfi nden, wo das Essen herkommt – das ist eine der Herangehensweisen von „Abenteuer Essen“. Auf diese Weise sollen Kinder eine gesundheitsfördernde Ernährung von klein auf lernen. Die TK unterstützt das Ernährungsprojekt, mit dem die Rhein-Neckar-Region im Rahmen einer Pilot-Phase zunächst 20 Kitas in Nordbaden, Südhessen und der Pfalz erreicht hat. „Abenteuer Essen“ verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Indem eine umfassende Projektstruktur mit Ernährungsbeauftragten, Vernetzung mit anderen Einrichtungen, Schulungen, Handbüchern und Infoabenden für Eltern geschaffen wird, entwickelt sich gesundheitsfördernde Ernährung langfristig zu einem zentralen Thema im Kita-Alltag. 4 | Prävention konkret
  5. 5. GESUNDE LEBENSWELTEN Setting Schule: idealer Ort für Gesundheitsförderung Mit dem Förderkonzept „Gesunde Schule“ schafft die TK den strukturellen Rahmen für eine umfassende Gesundheitsförderung in einer besonders wichtigen Lebenswelt. Das Setting Schule ist ein idealer Ort zur Präventionsarbeit, weil dort Kinder und Jugendliche in einem Alter angesprochen werden, in dem sie offen sind für eine nachhaltige Prägung ihres Gesundheitsverhaltens. Zudem werden sie dort unabhängig von ihrem sozialen Status erreicht. Das Themenspektrum reicht von Ernährung über Bewegung, Stressreduktion und Gewaltprävention bis hin zum Umgang mit Suchtmitteln. Mit dem Konzept „Gesunde Schule“ unterstützt die TK Schulen auf ihrem Weg zu einer gesunden Einrichtung, in der nicht nur die Gesundheit der Kinder, sondern auch der Lehrenden sowie der Familien gefördert wird. Das gesamte Schulumfeld samt Kommunikationskultur steht dabei im Fokus. Mit einem praxiserprobten Leitfaden zur Planung und Durchführung sorgt die TK darüber hinaus für ein qualitätsgesichertes Projektmanagement an den Schulen. Schule ohne Mobbing Mit der Aktion „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!“ greift die TK das wichtige Thema physischer und psychischer Gewalt an Schulen auf. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Ministerien in mittlerweile 15 Bundesländern bietet die TK Schulen eine erprobte Projektwoche und umfangreiches Material an. Die Aktion folgt einem ganzheitlichen Ansatz, indem sie Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern über die Mechanismen und möglichen Folgen von Mobbing aufklärt. Seit 2013 gehört auch das Modul „Cyber-Mobbing“ zu den Bausteinen des Projekts. Die TK hat „Mobbingfreie Schule“ 2007 gemeinsam mit der Beratungsstelle Gewaltprävention des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg entwickelt. Seitdem wurden Schulen bundesweit 12.500 sogenannte Anti-Mobbing-Koffer zur Verfügung gestellt. Damit ist das Projekt in Umfang und Reichweite einzigartig in Deutschland. Stress bewältigen Zahlreiche Studien belegen, dass Stress ein entscheidender Faktor bei der Entstehung körperlicher und seelischer Leiden ist. Die TK macht sich deshalb dafür stark, schon Kinder zu einem gesunden Umgang mit Belastungssituationen zu befähigen. Dabei arbeitet die TK eng mit Partnern aus der Wissenschaft zusammen. „Primakids“ etwa ist ein Online-Angebot für Grundschullehrer. Darin sind Inhalte und Konzepte für einen Gesundheitsunterricht zu Stressbewältigung, Ernährung, Bewegung sowie Sucht- und Gewaltprävention zu fi nden. Die Wirksamkeit des Angebots belegt eine wissenschaftliche Studie. Ein weiteres Beispiel ist „Bleib locker!“. Das Stressbewältigungsprogramm für Grundschüler wurde an der Universität Marburg entwickelt. Ziel ist, dass die Kinder sowohl Entspannungstechniken üben als auch Strategien erlernen, um Stress gar nicht erst entstehen zu lassen. Anzahl der geförderten TK-Projekte in Schulen und Kitas seit 2003. GUT ZU WISSEN! Weitere Informationen unter tk.de, Webcode 039340 und 039472. Prävention konkret | 5
  6. 6. Unterricht bis 16 Uhr, danach zwei Stunden Hausaufgaben und anschließend zum Sport. Der Alltag vieler Schüler ist straff getaktet. Ein Coaching soll ihnen helfen, Stressfallen in Schule, Elternhaus und der Freizeit zu erkennen und Problemlösungen zu trainieren. Die TK hat „SNAKE“ gemeinsam mit Fachleuten der Universität Marburg entwickelt. Mit Wissen gegen Stress TK | Herr Plesner, Sie gehen an Schulen in Hamburg und Schleswig-Holstein, um Acht- und Neuntklässler im Umgang mit Stress zu schulen. Warum brauchen schon Schüler ein Anti-Stress-Training? Markus Plesner | Jugendliche haben genauso Stress wie wir Erwachsenen. Probleme in der Schule, Ärger mit den Eltern oder Streit mit Freunden sind die häufigsten Auslöser. Die körperlichen Symptome, die damit einhergehen, gleichen unseren: Kopf- und Bauchschmerzen, diffuses Unwohlsein, Magen drücken, Schlafstörungen oder Gereiztheit. TK | Wie genau hilft das Stressmanagement- Programm „SNAKE“ („Stress Nicht Als Katastrophe Erleben“) den Teenagern? Markus Plesner | „SNAKE“ hilft den Jugendlichen zunächst zu erkennen, dass sie unter Stress leiden. Die Angst vor dem nächsten Englisch-Test, das Probespiel im Fußball-Verein oder der Vater, der täglich darauf drängt, dass Klavier geübt wird – all das sind Stressoren, die bei „SNAKE“ herausgearbeitet werden. Außerdem erklären wir den Jugendlichen, was Stress mit ihrem Körper macht. Und sie lernen, wie sie damit besser umgehen können. Dazu gehören ein besseres Zeitmanagement, bewusste Entspannungspausen, Eltern und Freunde um Unterstützung zu bitten oder auch in anstrengenden Situationen positiv zu denken. TK | Wie können Schüler ihre individuellen Probleme konkret angehen? Markus Plesner | Zum Beispiel mit dem Konzept „5 Schritte gegen den Stress“. Der Schüler spricht aus, warum er gestresst ist. Vielleicht graut ihm davor, frei vor der Klasse zu sprechen. Dann benennt er, was sein Ziel ist: Er will eine gute Note bekommen, er möchte einen fehlerfreien Vortrag halten, er will im Vorfeld ruhiger sein. Gemeinsam überlegen die Jugendlichen, welche Möglichkeiten es gibt, an dieses Ziel zu ZUR PERSON Markus Plesner, Diplom-Psychologe und Leiter von „SNAKE“-Kursen, Hamburg. Markus Plesner | Diplom-Psychologe und Leiter von „SNAKE“-Kursen, Hamburg. 6 | Prävention konkret
  7. 7. GESUNDE LEBENSWELTEN gelangen. Das Referat vor dem Spiegel halten? Es vor einer Gruppe Freunden vortragen? Es niederschreiben? Der Schüler sucht sich die Lösung heraus, die am ehesten hilfreich erscheint, indem er mögliche Vor- und Nachteile abwägt. Dann probiert er sie aus. TK | Vor einem Referat aufgeregt zu sein ist doch normal und spornt an. Ab wann ist Stress problematisch? Markus Plesner | Stress defi niert die Wissenschaft als einen Zustand der Alarmbereitschaft, bei dem sich der Organismus auf erhöhte Anforderungen einstellt. Durchblutung, Blutzuckerspiegel, Herzschlag und Blutdruck steigen, alle körperlichen und geistigen Kräfte werden mobilisiert. Dann versucht der Organismus, sich an den Stressor anzupassen. Gelingt ihm das nicht, und der Stress besteht dauerhaft, kann das krankmachen. Speziell bei Jugendlichen werden Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl nachhaltig erschüttert. Psychosomatische Beschwerden, erhöhte Krankheitsanfälligkeit und chronische Erkrankungen können die Folgen sein. TK | Gibt es Jugendliche, die besonders stress- anfällig sind? Markus Plesner | Vor allem Jugendliche rund um die Pubertät sind sensibler für Stress. Sie müssen täglich neue Aufgaben bewältigen, auf Veränderungen reagieren – dabei sind ihre Ressourcen dafür oft noch unzureichend entwickelt. Dass vor allem Gymnasiasten durch die hohen schulischen Anforderungen betroffen sein sollen, kann ich nicht bestätigen. Vielmehr sind die psychische und körperliche Belastbarkeit und das Stressempfinden bei jedem Menschen individuell. TK | Kann „SNAKE“ Jugendlichen langfristig eine Hilfe sein? Markus Plesner | Die Evaluierung des Programms mit fast 2.000 Schülern hat gezeigt, dass die Jugendlichen dauerhaft besser mit Stress umgehen können. Damit das Programm nachhaltige Wirkung zeigt, müssen Lehrkräfte sowie auch die Schulleitung für Themen wie Stressbewältigung sensibilisiert sein. Deshalb gehen wir unabhängig von der Schulform nur an solche Einrichtungen, die in diesem Bereich schon aktiv sind. Zukünftig würde ich mir wünschen, dass Lebenskompetenzen wie Empathie, Selbstwahrnehmung oder Problemlösefertigkeit genauso einen festen Platz in der Schule haben wie andere Unterrichtsfächer. Hintergrund Bundesweit werden pro Jahr zirka 400 Kurse an Schulen angeboten. In Berlin ist „SNAKE“ ein fester Bestandteil des Landesprogramms „Gute gesunde Schule“, das bislang 145 Schulen in der Hauptstadt erreicht hat. „SNAKE“ umfasst 8 Doppelstunden und ist eingebunden in ein Gesamtkonzept zur Gesundheitsförderung. Es kann auch als Teil einer Projektwoche angeboten werden. Die Schule kann bei Interesse an „SNAKE“ einen Projektantrag bei der TK stellen. Weitere Informationen unter www.tk.de, Webcode 211908. Interessierte können sich bei TKTV zudem eine Experten-Talkrunde zum Thema „Kinder und Jugendliche im Stress“ ansehen: www.tk.de, Webcode 213458. Prävention konkret | 7
  8. 8. 8 | Prävention konkret GESUNDE LEBENSWELTEN Vernetzung als Schlüssel für mehr Gesundheit in Kommunen Die TK verfolgt das Leitbild, Gesundheitsförderung Schritt für Schritt und dauerhaft in die Lebenswelt Kommune zu integrieren. Mit der Präventionsarbeit im regionalen Umfeld sollen vor allem sozial benachteiligte Zielgruppen angesprochen und soll eine gesundheitliche Chancengleichheit erreicht werden. Die TK richtet sich mit dem Förderkonzept „Gesunde Kommune“ an Städte, Gemeinden und Regionen, die nicht nur Einzelmaßnahmen, sondern ein Gesamtprogramm kommunaler Gesundheitsförderung auf den Weg bringen wollen. Damit unterstützt die TK eine partizipative und vernetzte Vorgehensweise, die kommunale Verwaltung, Vereine, Verbände, freie Träger, Initiativen und Selbsthilfen aktiv einbezieht. TK-Verfügungsfonds: schnelle und fl exible Hilfe Gesundheitsförderung konkret in Stadtteilen oder Kommunen erreichen – das ist das Ziel des TK-Verfügungsfonds. Kerngedanke ist es, die Bewohner vor Ort zu aktivieren und zu beteiligen. Derzeit werden ganz unterschiedliche Projekte in den Hamburger Stadtteilen Lurup, Hohenhorst, Rothenburgsort, Langenhorn und Harburg sowie in den Städten Fürth und Nürnberg unterstützt. Die Projekte behandeln Themen wie Bewegung, Stress oder gesunde Ernährung. Was in der Praxis umgesetzt wird, ist ganz unterschiedlich: In Lurup etwa gibt es Ernährungskurse für Menschen, die ansonsten schwer erreichbar wären. Ein anderes Beispiel ist eine Website, die Gesundheitsangebote miteinander vernetzt. Im Rahmen des Projekts „Superklasse“ produzieren Schüler Musik-Videos zu eigenen Texten, die sie gemeinsam mit einer Gesundheitsexpertin während eines Schulprojekts entwickeln. Die Schüler suchen sich selbst ihr Thema unter der gemeinsamen Fragestellung „Was hält mich gesund?“. Aufgrund der positiven Resonanz läuft das Projekt mittlerweile in weiteren Stadtteilen Hamburgs. Modellprojekt: Angebote für Langzeitarbeitslose Um tatsächlich alle Bevölkerungsschichten zu erreichen, geht die TK unterschiedliche Wege. Einer davon ist die aktive Teilnahme am Modellprojekt „Arbeitslosigkeit und Gesundheit“, mit dem über zwei Jahre die Förderung von Gesundheit, Leistungs- und Beschäftigungsfähigkeit bei Empfängerinnen und Empfängern von Arbeitslosengeld II modellhaft erprobt wird. Träger des Projekts sind die Bundesagentur für Arbeit und der GKV-Spitzenverband. Die TK engagiert sich nicht nur über den Spitzenverband, sondern hat zusätzlich die Federführung für eine der sechs Pilotregionen übernommen. Dabei handelt es sich um die nördliche Mecklenburger Seenplatte mit den Städten Waren und Demmin sowie den Gemeinden Motzow und Borrentin. Gemeinsam mit regionalen Anbietern entwickelt und organisiert die TK dort spezifi sche Angebote und Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. GUT ZU WISSEN! Weitere Informationen unter tk.de, Webcode 039532.
  9. 9. Das Bayerische Gesundheitsministerium und die TK setzen sich in einem Modellprojekt gemeinsam für die Gesundheit der Bürger in Landkreisen ein. Nach einer zweijährigen Starthilfe sollen in Erlangen-Höchstadt lokale Gesundheitsförderung und Prävention auf eigenen Beinen stehen. Lebensnahe Projekte vor Ort TK | Frau Langer, Sie begleiten im Gesundheitsamt Erlangen-Höchstadt das Projekt „Gesunder Landkreis“. Welche Aufgaben haben Sie? Anja Langer | Ich koordiniere das Modellprojekt, an dem fünf Gemeinden aus unserem Landkreis teilnehmen. Um Gesundheit und Wohlbefi nden der Bürger zu verbessern, haben wir zunächst untersucht, welche Angebote es schon gibt und in welchen Bereichen die Gemeinden Bedarf haben. Mit diesem Wissen haben wir neue Angebote entwickelt. TK | Welche Angebote sind für die Menschen vor Ort besonders interessant? Anja Langer | Es werden vor allem Angebote zu Bewegung, Ernährung und seelischer Gesundheit nachgefragt. Das Besondere des Modellprojekts sind die maßgeschneiderten Angebote. Beispielsweise sind in eine neu entstandene Reihenhaussiedlung in Heroldsberg viele junge Familien mit Kindern gezogen. Sie haben großes Interesse an sozialen Kontakten und Fachinformationen rund um „Gesundes Aufwachsen“ geäußert. So entstand der „Familientreff für Jung und Alt“, der beides kombiniert. TK | Das Modellprojekt „Gesunder Landkreis“ ist Teil der Gesundheitsinitiative „Gesund.Leben. Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums. Was unterscheidet dieses Modellprojekt von anderen Projekten? Anja Langer | Durch das Projekt bekommen die Gemeinden Starthilfe vor Ort. In den lokalen Netzwerken oder an runden Tischen entwickeln interessierte Bürger und Fachleute, die aus den verschiedensten Gesundheitsbereichen kommen, gemeinsam die Gesundheitsförderung – und zwar genau so, wie sie es für ihre Gemeinde brauchen. Funktioniert das lokale Gesundheitsnetzwerk nach der zweijährigen Projektphase, können sich die Projektförderer zurückziehen. TK | Ist die Hemmschwelle bei Projekten zur seelischen Gesundheit nicht oft zu groß – gerade in Gemeinden, wo sich jeder kennt? Anja Langer | In den Gesprächen an den runden Tischen vor Ort haben wir erfahren, dass es vielen Menschen schwerfällt, mit seelischen Problemen offen umzugehen. Hätten wir einfach Vorträge organisiert, wären wahrscheinlich nur sehr wenige erschienen – aus Angst vor dem Gerede der Nachbarn. Deshalb haben wir zuerst mit einer Kampagne auf das Thema aufmerksam gemacht. Die Leute haben angefangen, darüber zu reden, und „seelische Gesundheit“ wurde zu einem öffentlichen Thema in den Gemeinden. Den Menschen ist es dadurch gelungen, ihre Berührungsängste ein Stück weit abzubauen. TK | Zeigen Ihre Bemühungen im Projekt schon erste Wirkungen? Anja Langer | Die Bürger nehmen die Angebote sehr gut an. Und auch die bisherigen Ergebnisse unserer Untersuchungen sind positiv. Hintergrund Das Modellprojekt „Gesunder Landkreis“ ist eine Kooperation zwischen dem Bayerischen Gesundheitsministerium und der TK-Landesvertretung Bayern. In acht bayerischen Landkreisen unterstützt die TK Projekte zur Gesundheitsförderung mit insgesamt 150.000 Euro. Ziel des Projekts ist es, die Strukturen zu schaffen, die nachhaltige Präventionsarbeit vor Ort möglich machen – wie im Landkreis Erlangen-Höchstadt. ZUR PERSON Anja Langer | Koordinatorin des Modellprojekts „Gesunder Landkreis“ in Erlangen-Höchstadt. Prävention konkret | 9
  10. 10. BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG Gesund bleiben in einer neuen Arbeitswelt Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien, globaler Wettbewerb und demografischer Wandel – all dies verändert die Arbeitswelt. Die Folge: Weniger körperliche Anstrengungen und stärkere psychische Belastungen erhöhen das Risiko chronischer Krankheiten. Das Ziel betrieblicher Gesundheitsförderung ist der Erhalt von Gesundheit, Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter. Entscheidend für den Erfolg dabei ist es, einerseits Mitarbeiter zum gesundheitsbewussten Verhalten zu motivieren, andererseits auch die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz entsprechend zu verändern und Führungskräfte zu sensibilisieren. Fachleute sprechen von einer Kombination aus Verhältnis- und Verhaltensprävention. Die TK hat das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement frühzeitig besetzt und Kompetenzen in gesundheitsförderlicher Arbeits- und Organisationsentwicklung aufgebaut. So unterstützt sie Unternehmen im gesamten Prozess: von der Bedarfsanalyse über die Umsetzung bis zur Evaluation. Gemeinsam mit Kleinunternehmen ebenso wie mit internationalen Konzernen entwickelt die TK maß geschneiderte Programme, um vor Ort die Weichen für eine gesundheitsförderliche Arbeitswelt zu stellen. So unterstützt die TK etwa Führungskräfte darin, kompetente Manager eines gesunden Betriebs- und Teamklimas zu werden. Dies wirkt nicht nur auf die Mitarbeitergesundheit, sondern auch auf Qua lität und Produktivität der Arbeit. Impulsgeber beim Aufbau gesunder Strukturen Die TK hat eine Vielzahl konkreter Angebote und Maßnahmen entwickelt, um gesundheitsförderliche Strukturen in der Arbeitswelt aufzubauen und zu etablieren. Sämtliche Instrumente sind Teil einer umfassenden Projektarbeit, die auf die jeweiligen Anforderungen der Betriebe zugeschnitten ist, und unterliegen einer regelmäßigen Erfolgskontrolle. Als erfahrener Akteur einer hochwertigen Arbeits- und Organisationsentwicklung ist die Rolle der TK die des Impulsgebers, des Beraters und Unterstützers in der Konzeptionsarbeit sowie des Moderators in konkreten Projekten. Beispiele für Einzelmaßnahmen sind etwa Seminare zum Stressmanagement, ergonomische Maßnahmen zum gesunden Arbeiten am PC oder die Kantinenberatung. Darüber hinaus bietet die TK spezielle Veranstaltungen für Führungskräfte an, die zum Ziel haben, eine aufmerksame und motivierende Führungskultur zu prägen. Spezielle Angebote für kleine und mittlere Unternehmen Die veränderte Arbeitswelt, der globale Wettbewerb und der demografi sche Wandel stellen kleine und mittlere Unternehmen vor die gleichen Herausforderungen wie große Konzerne. Krankheitsbedingte Ausfallzeiten wiederum treffen kleinere Betriebe mitunter deutlich härter. Nicht nur deshalb ist eine betriebliche Gesundheitsförderung gerade für kleine und mittle re Unternehmen sinnvoll. Geringere Budgets und die Organisation des Arbeitsalltags erlauben es jedoch oft nicht, systematisch ein betriebliches Gesundheitsmanagement einzurichten. Die TK hat darum speziell auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnittene Instrumente und Kompaktangebote zur Gesundheitsförderung entwickelt. Damit adressiert die TK eine Zielgruppe, die auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland eine wichtige Rolle spielt. Schließlich arbeitet die Mehrzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland in kleinen und mittleren Unternehmen. 10 | Prävention konkret
  11. 11. Das Ticket zu mehr Gesundheit Ein Beispiel für spezielle Angebote für kleine und mittlere Unternehmen ist das Betriebliche GesundheitsTicket, das die TK aktuell in Berlin und Brandenburg erprobt. Arbeitgeber führen dort das Betriebliche GesundheitsTicket ein und laden es mit einem bestimmten Wert auf. Die Arbeitnehmer können dann aus den Präventionsangeboten von Gesundheitsdienstleistern des Deutschen Netzwerks für betriebliche Gesundheitsversorgung das für sie passende Angebot aussuchen und über das GesundheitsTicket abrechnen. Angeboten werden etwa Seminare zum Stressmanagement oder Ernährungsberatungen. Der Vorteil: Für Unternehmen bleibt der Aufwand gering, während die Mitarbeiter ein einfaches Instrument an die Hand bekommen, das sie flexibel nutzen können. Im Dialog mit der Wirtschaft Der Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen in der Arbeitswelt lässt sich nicht verordnen. Vielmehr müssen Ansätze und Maßnahmen zwischen den Akteuren auf Augenhöhe diskutiert und gemeinsam entwickelt werden. Die TK engagiert sich für die Gesundheitsförderung unter anderem mit dem Forum „Gesunde Wirtschaft“, einer eigenen Veranstaltungsreihe der TK, die speziell das Gespräch mit Unternehmensvertretern sucht. 2012 hat die TK diese Dialogplattform ins Leben gerufen und seitdem zu einem vielgefragten Format ausgebaut. Zu Veranstaltungen in ganz Deutschland kommen Entscheidungsträger aus Unterneh men jeder Größenordnung sowie Vertreter aus Hochschulen und Universitäten. Vor Ort geht es dann um die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt sowie aktuelle Trends und Entwicklungen. Anhand von Praxisbeispielen wird gezeigt, wie ein betriebliches Gesundheits management konkret gestaltet werden kann. Engagement für eine gesunde Hochschule Hochschulen und Universitäten sind aus mehreren Gründen ein geeigneter Ort zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Studierende haben nicht erst seit der Umstellung auf Bachelor-/ Master-Studiengänge besondere psychosoziale Herausforderungen zu bestehen. Gleichzeitig erreicht man vor Ort auch Mitarbeiter und Dozenten. Die TK engagiert sich deshalb mit speziellen Programmen an Hochschulen und leistet dort konkrete Unterstützung. Im Rahmen des TK-Konzepts „Gesunde Hochschule“ hat die TK bundesweit bereits an mehr als 25 Hochschulen zielgerichtete Projekte im betrieblichen Gesundheitsmanagement begleitet und beraten, an 17 Hochschulen unterstützt die TK aktuell Projekte. Außerdem beteiligt sich die TK seit mehr als zehn Jahren aktiv im bundesweiten Arbeitskreis „Gesundheitsfördernde Hochschulen“, zu dem mehr als 80 Hochschulen aus ganz Deutschland gehören. Das gemeinsame Ziel des Gremiums ist, gesundheits fördernde Lebens- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Mitarbeiter zu schaffen. Darüber hinaus engagiert sich die TK auch in regionalen Hochschulnetzwerken. Zum Beispiel: die TH Wildau Ein Kooperationspartner der TK im Bereich „Gesunde Hochschule“ ist die Technische Hochschule Wildau in Brandenburg. Seit Anfang 2014 haben Studierende und Mitarbeiter der TH Wildau die Möglichkeit, sich von Experten und einem Gesundheitscoach zu unterschiedlichsten Themen beraten zu lassen und Angebote zu Gesundheitsförderung und Prävention im Setting Hochschule zu nutzen. Dazu gehören Entspannungs-Coaching, die TK-Pause, Vital- oder Rücken-Coaching. Hinzu kommen regelmäßige Gesundheitstage, die jeweils ein Thema aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung oder Suchtprävention in den Mittelpunkt stellen. Das gemeinsame Ziel von TK und TH Wildau ist es, eine Gesundheitskultur auf allen Ebenen zu verankern sowie bei den Studierenden eine Gesundheitskompetenz zu entwickeln, die sie auch in ihre spätere berufliche Praxis integrieren. Die TH Wildau arbeitet im Zuge der Kooperation daran, das Thema gesundes Studieren in das Leitbild der Hochschule nachhaltig zu integrieren. GUT ZU WISSEN! Weitere Informationen unter tk.de, Webcode 018168. An 17 Standorten unterstützt die TK derzeit Projekte zur „Gesunden Hochschule“ Standorte von Hochschulen und Universitäten, an denen Projekte im Rahmen der „Gesunden Hochschule“ durch die TK gefördert werden Quelle/Grafik: T echniker Krankenkasse Stand: September 2014 Prävention konkret | 11
  12. 12. Kleinen und mittelständischen Unternehmen gelingt es noch zu selten, betriebliche Gesundheitsförderung praktisch umzusetzen. Mikrogen, ein Biotech-Unternehmen im bayerischen Neuried mit rund 120 Mitarbeitern, macht daher gemeinsame Sache mit der TK. Starthilfe für gesunde Mitarbeiter TK | Herr Glozober, Sie sind Personalleiter bei Mikrogen. Wie wichtig war die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter vor dem TK-Projekt? Uwe Glozober | Das Thema Gesundheitsförderung im Unternehmen beschäftigt mich seit 2010. Damals habe ich begonnen, vereinzelt Kurse anzubieten. Allerdings gelang mir das nur sporadisch – als einziger Personaler hatte ich zu wenig Zeit, dieses Thema kontinuierlich und umfassend anzugehen. TK | Im Sommer 2013 kam dann die TK ins Spiel. Wie entstand die Zusammenarbeit? Uwe Glozober | Nach den ersten Kursen gab es viel positives Feedback von den Mitarbeitern. Also sprach ich verschiedene Krankenkassen an, bei denen unsere Mitarbeiter versichert sind, und bat um Unterstützung. Die Gespräche mit den Verantwortlichen der TK und das professionelle Angebot zum betrieblichen Gesundheitsmanagement haben mich schließlich überzeugt. TK | Was hat sich seitdem verändert? Uwe Glozober | Unsere betriebliche Gesundheitsförderung ist viel strukturierter geworden. Wir haben ein Projektteam gebildet, in dem Leute aus Forschung und Entwicklung, Labor und Arbeitsschutz vertreten sind. Das ist die „Zentrale“ der betrieblichen Gesundheitsförderung, in der alle Fäden zusammenlaufen. Eine externe Psychologin moderiert die Gruppe im Auftrag der TK. Das war eine kluge Entscheidung, da die Mitarbeiter Empfehlungen und Impulse von außen oft leichter akzeptieren können. TK | Wie unterstützt Sie die TK konkret dabei? Uwe Glozober | Die TK hilft während der zweijährigen Projektphase, die Gesundheitsförderung professionell aufzustellen: Zunächst warben wir bei den Entscheidern im Unternehmen für unser Anliegen und analysierten die bereits bestehenden Gesundheitsangebote und Mitarbeiterbedarfe in Form von Arbeitssituationsanalysen in den unterschiedlichen Be12 | Prävention konkret
  13. 13. BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG reichen. Heute berät uns die TK dabei, wie wir ein gesundheitsförderndes Verhalten der Mitarbeiter erreichen und die Verhältnisse weiter optimieren können, vermittelt qualifi zierte Moderatoren und Referenten oder übernimmt die Kosten für Veranstaltungen. Im Oktober führen wir mit ihrer Hilfe einen Workshop für Führungskräfte durch. Da wird es vor allem um ihre Rolle für die Gesundheit der Mitarbeiter gehen und wie sie diese noch besser ausfüllen können. TK | Welche Bereiche sind in Ihrem Unternehmen noch wichtig? Uwe Glozober | Viele unserer Mitarbeiter stehen oder sitzen den ganzen Tag im Labor oder vor dem Computer. Die Arbeitsplätze sind also nach Bedarf mit höhenverstellbaren Tischen oder Stehpulten, mit ergonomischen Mäusen und Tastaturen ausgestattet. Außerdem laden wir zu Rücken- und Nordic-Walking-Kursen, zu Lauftrainings und Firmenläufen ein. TK | Neben fehlender Bewegung sind zunehmende psychische Belastungen ein häufi g diskutiertes Thema – wie geht man bei Mikrogen damit um? Uwe Glozober | Wir versuchen es durch einen wertschätzenden Umgang miteinander gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Dazu gehört, miteinander zu reden. Deshalb sind alle Mitarbeiter in Konfl iktkommunikation geschult. Ich bin selbst Mediator und greife in Einzelfällen ein, oder wir bitten eine externe Person um Unterstützung. Außerdem fand Anfang 2014 ein Workshop „Gelassen und sicher im Stress“ statt, in dem die Mitarbeiter Techniken für einen besseren Umgang mit Stress gelernt haben. TK | Gibt es Maßnahmen, die eine besonders nachhaltige Wirkung bei den Mitarbeitern haben? Uwe Glozober | Das ist weniger von der Maßnahme als vielmehr von der Professionalität der Moderatoren und Trainer abhängig. Einigen gelingt es besser als anderen, die Mitarbeiter zu motivieren und die Begeisterung auch über eine Veranstaltung hinaus aufrechtzuerhalten. Genau diese Nachhaltigkeit wünschen wir uns natürlich. TK | Wie unterstützen die Mitarbeiter und das Unternehmen diesen Prozess? Uwe Glozober | Als Unternehmen stellen wir vier Mitarbeiter für die Projektteamarbeit frei. Wir organisieren die Kurse, Referenten und Räumlichkeiten. Dafür investieren unsere Mitarbeiter ihre Freizeit, um daran teilzunehmen. Ohnehin funktioniert betriebliche Gesundheitsförderung umso besser, je mehr die Mitarbeiter sie annehmen und selbst ausgestalten. Ich werde deshalb ab dem Sommer 2015 weniger präsent sein, wenn das gemeinsame Projekt zum Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements mit der TK in dieser Form beendet ist. TK | Ist der Erfolg Ihrer betrieblichen Gesundheitsförderung auch in Zahlen messbar? Uwe Glozober | Wir hatten schon vorher einen vergleichsweise geringen Krankenstand, den wir weiter halten konnten. Erfreulicherweise steigen die Teilnehmerzahlen in den Kursen immer weiter. Erste Feedbackrunden zeigen, dass die Leute schon bewusst wahrnehmen, dass sich das Unternehmen um sie kümmert. Im Frühjahr 2015 werden wir eine Abschlussbefragung durchführen, um diese positive Stimmung mit Fakten zu untermauern. Das Thema betriebliche Gesundheitsförderung hat übrigens auch eine positive Außenwirkung; viele Bewerber sprechen uns darauf an. ZUR PERSON Uwe Glozober | Personalleiter beim Unternehmen Mikrogen. Prävention konkret | 13
  14. 14. Individualprävention: TK fördert Eigeninitiative für die Gesundheit Neben der Gesundheitsförderung in Lebenswelten und dem betrieblichen Gesundheitsmanagement ist die Individualprävention die dritte Säule der TK im Bereich Prävention. Hier stellt die TK ihren Versicherten Angebote zur Verfügung, damit sie sich eigenverantwortlich in Sachen Gesundheit fit machen und ihr Verhalten entsprechend anpassen. So können Versicherte pro Jahr zwei Gesundheitskurse besuchen, deren Kosten die TK anteilig übernimmt. Bei den Kursen handelt es sich vorwiegend um Angebote des freien Marktes, die kassenübergreifend von der Zentralen Prüfstelle Prävention auf ihre Qualität hin überprüft wurden. Hinzu kommen spezielle Kurskonzepte, die eigens von der TK entwickelt wurden. Sämtliche Gesundheitskurse befassen sich mit Bewegung, Ernährung, Suchtprävention sowie Stressbewältigung oder Entspannung und bilden somit ein breites Spektrum der Prävention ab. Darunter fi nden sich Angebote wie etwa Hatha-Yoga als Entspannungskurs, Herz- Kreislauf-Trainings, Kurse zu einer ausgewogenen Ernährung oder zum rauchfreien Leben. Insgesamt stehen den Versicherten mehr als 130.000 qualitätsgeprüfte Gesundheitskurse in ganz Deutschland zur Verfügung. Einen Überblick über das Gesundheitskursangebot bekommen Interessierte mit Hilfe der Gesundheitskurssuche auf den Internetseiten der TK. Zentrale Prüfstelle Prävention sichert die Qualität Die Qualität der Gesundheitskurse ist eine notwendige Voraussetzung erfolgreicher Individualprävention. Um in diesem Bereich einheitlich hohe Standards zu etablieren und Doppelprüfungen unterschiedlicher Krankenversicherungen zu vermeiden, hat sich die TK dafür eingesetzt, ein einheitliches Prüfverfahren einzurichten. Hierfür wurde eine kassenübergreifende Kooperationsgemeinschaft gegründet, die seit Januar 2014 die Zentrale Prüfstelle Prävention betreibt. Aufgabe der Prüfstelle ist es, im Namen aller beteiligten Krankenkassen bundesweit Gesundheitskurse zur Individualprävention zu begutachten. So prüft und kontrolliert die Zentrale Prüfstelle die von den Kursanbietern einzureichenden Unterlagen regelmäßig auf Inhalte und Methoden, Qualifikation der Kursleitung sowie Qualität der Unterlagen. Nur jene Kursangebote, die alle Qualitätskriterien gemäß dem GKV-Leitfaden Prävention erfüllen, können zertifi ziert und damit auch bezuschusst werden. Davon wiederum profi tieren Kursanbieter, Krankenkassen und Versicherte. Alle qualitätsgeprüften und zertifi zierten Kurse in Deutschland aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Suchtprävention sowie Stressbewältigung oder Entspannung sind in einer zentralen Datenbank dokumentiert und können über das Internetangebot der jeweiligen Krankenkasse gefunden werden. GUT ZU WISSEN! Weitere Informationen unter tk.de, Webcode 5442. 14 | Prävention konkret
  15. 15. INDIVIDUALPRÄVENTION Ob Stress oder die falsche Ernährung – viele dieser Alltagsprobleme können später in schwere Erkrankungen münden. Dabei kann gerade hier Prävention ansetzen. Die TK hat deshalb ein GesundheitsCoaching entwickelt, mit dessen Hilfe Betroffene schnell, einfach und individuell nach ihren Bedürfnissen erreicht werden. OnlineCoach zur Selbsthilfe TK | Frau Dr. Knaack, Sie sind Projektleiterin der OnlineCoaches bei der TK. Mittlerweile bietet die TK acht verschiedene Coaches an, vom Fitness- bis hin zum BurnoutCoach. Sollten Menschen mit einem Burnout aber nicht besser professionell behandelt werden? Dr. Knaack | Sie haben Recht, Patienten mit einem schweren Burnout beispielsweise brauchen professionelle Hilfe. Aber um die geht es gar nicht bei unseren OnlineCoaches. Vielmehr wollen wir Teilnehmer möglichst frühzeitig erreichen, um ihr Problembewusstsein zu schärfen und sie für das bestehende Problem zu sensibilisieren. Teilnehmer mit Anfängen eines Burnouts sollen sich frühzeitig ihrer Situation bewusst werden und die Warnhinweise des Körpers erkennen, noch bevor es zu einem schweren Burnout kommt. TK | Was wollen Sie dann mit den Online- Coaches erreichen? Dr. Knaack | Sobald die Teilnehmer sich der eigenen Situation und der jeweiligen Probleme bewusst sind, unterstützen wir sie bei ihrem weiteren Weg hin zu einer Besserung der eigenen Situation. Was kann der Burnout-Patient im Alltag verändern, damit der Beruf und der Alltag nicht zum Hamsterrad werden, wie kann man seine Ernährungsgewohnheiten umstellen, wenn man seine Ernährung nachhaltig verändern will? Hier bieten wir den Teilnehmern Hilfe an. TK | Wie sieht die Unterstützung im Online- Coach konkret aus? Dr. Knaack | Zum Beginn aller Coaches steht zunächst einmal eine Bestandsaufnahme im Vordergrund. Danach erfahren die Teilnehmer in verschiedenen Lektionen mehr über das jeweilige Thema und bekommen dabei auch ganz konkrete Instrumente an die Hand, wie sie an der Situation arbeiten können. Beim Burnout- Coach etwa lernen die Patienten, wie sie ganz konkret im Alltag Prioritäten setzen und sich Freiräume schaffen. Alle Programme sind dabei über mehrere Wochen angelegt, so können die Teilnehmer die Instrumente in ihrem Alltag praktisch nutzen. Ergänzt wird das Ganze durch eine Dokumentation, um die Veränderung für Teilnehmer sichtbar zu machen. TK | Wo soll die Reise zukünftig noch hingehen? Dr. Knaack | Wir wollen das Angebot weiter ausbauen und dabei auch die neuen Techniken nutzen. Viele surfen heute mit ihrem Smartphone im Internet. Diese Technik kann auch für OnlineCoaches viele Möglichkeiten bieten. Eine Atemübung zur Entspannung kann man auch in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit machen. Hintergrund Seit 2005 entwickelt die TK Online- Coaches zu verschiedenen Themen, die für jeden zugänglich sind. Das Angebot umfasst mittlerweile acht Coaches, vom Motivations- über den Antistress- bis hin zum BurnoutCoach. Jeder Coach umfasst ein umfangreiches Programm, das über mehrere Wochen angelegt ist. Ziel ist es, die Personen für das jeweilige Thema zu sensibilisieren und sie ganz konkret zu unterstützen und zu begleiten. Weitere Informationen unter tk.de, Webcode 038516. ZUR PERSON Dr. Nicole Knaack | Projektleiterin des TK- GesundheitsCoachings. Prävention konkret | 15
  16. 16. 16 | Prävention konkret 10.1/151 10/2014

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