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"TK spezial" für Nordrhein-Westfalen 3-2014

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"TK spezial" für Nordrhein-Westfalen 3-2014

  1. 1. Informationsdienst der Techniker Krankenkasse Nr. 3 2014 spezial NORDRHEIN-WESTFALEN Frühe Demenz • Health Media Award für „Stressless Academy“ • Innovationsreport TK stößt Debatte zur Krankenhausreform an Kliniken sollen auch ambulant behandeln Bisher ist die medizinische Versorgung in Deutschland streng zweigeteilt: Für die ambulante Behandlung sind die nie-dergelassenen Ärzte zuständig, für die stationäre die Krankenhäuser. Dieses Modell gerät aber zunehmend an seine Grenzen. Während die Kliniken auf dem Land oftmals schlecht ausgelastet sind, lassen sich dort immer weniger Ärzte nieder. Um diesem heute schon erkennbaren Versorgungsnotstand ent-gegenzuwirken, fordert die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrem Ideenpa-pier „Grenzen durchbrechen – Chancen nutzen: Herausforderungen an die NRW-Krankenhauslandschaft 2020“ ein Umdenken. Intelligente Lösungen sind gefragt Auf dem Klinikkongress Ruhr stellte Günter van Aalst, Leiter der NRW-Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK), die Vorschläge der TK erstmals zur Diskussion. Mit auf dem Podium saßen Anfang Juni in Dortmund NRW-Gesundheitsminis-terin Barbara Steffens, der Präsident der Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) Jochen Brink sowie der Geschäftsführer des Katholischen Uni-Klinikums Bochum und stellvertre-tende Vorsitzende von MedEconRuhr Franz-Rainer Kellerhoff. Günter van Aalst betonte, dass die Versorgung „vom Patienten her“ gedacht werden muss. „Die Versicherten erwarten eine qualitativ hochwertige Medizin, auch auf dem Land. Wo es Kliniken schwer haben zu überleben, sind intelligente Lösungen gefragt, die den tatsächlichen Bedarf an ambu-lanten und stationären Leistungen berücksichtigen. Bedarfsnotwendige Krankenhäuser mit einem hohen Anteil von Leistungen an der Schnitt- EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, in Deutschland ist die medizinische Versorgung traditionell in einen ambulanten und einen stationären Bereich aufgeteilt. Wer Kniepro-bleme hat, geht zuerst zu einem niedergelassenen Orthopäden und nicht in die orthopädische Abtei-lung einer Uniklinik. Diese strikte Trennung in Sektoren ist nicht mehr zeitgemäß. Reformen sind auch nötig, weil der klassische Landarzt ausstirbt und die wohnort-nahe Versorgung schwieriger wird. Im nahegelegenen Krankenhaus dagegen gibt es Ärzte, sie dürfen aber nicht ambulant behandeln. Gefragt sind daher neue, intelli-gente Lösungen, die nicht an Sek-torengrenzen Halt machen. Wie die aussehen können, erfahren Sie im TK-Ideenpapier „Grenzen durchbrechen – Chancen nutzen“, das die Herausforderungen an die NRW-Krankenhauslandschaft 2020 beschreibt. Mehr dazu in dieser TK-spezial- Ausgabe. Günter van Aalst Leiter der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens diskutiert mit Günter van Aalst.
  2. 2. HINTERGRUND TK spezial Nordrhein-Westfalen · 3/2014 | 2 stelle zur ambulanten Versorgung sollen daher künftig als integrierte Ver-sorgungszentren arbeiten, in denen beispielsweise der im Krankenhaus angestellte Orthopäde auch ambulant zum Einsatz kommt. Da in ländlichen Regionen häufig auch niedergelasse-ne Fachärzte fehlen, könnte so die Pa-tientenversorgung gesichert werden“, sagte van Aalst. Mut zur Spezialisierung Für den Patienten hat die bestmögli-che Behandlung oberste Priorität. Die TK schlägt daher für die Zukunft ein gestuftes Versorgungsprinzip vor. Je spezialisierter ein Krankenhaus ist, desto unwichtiger wird die Wohnort-nähe. „Nicht jedes Krankenhaus muss alles anbieten. Aber was es macht, soll es gut machen“, so van Aalst. Bei planbaren Operationen müssen Pati-enten dann längere Wege in Kauf neh-men. „Ein Blinddarm oder einfacher Knochenbruch muss weiter ortsnah versorgt werden. Doch für eine Hüft- OP sind Patienten auch bereit, 100 Kilometer zu fahren.“ Unterstützung fanden die TK-Vorschläge bei Franz-Rainer Kellerhoff. Auch er sprach sich für gestufte Versorgungsmodelle in der Region aus: Eine verstärkte Spezialisierung sei unabdingbar. Im Ruhrgebiet gebe es bereits Spitzen-medizin, die über verschiedenste Häu-ser und Standorte verteilt sei. Mehr Telemedizin Beim Transfer spitzenmedizinischer Leistungen in die Fläche werde die Tele-medizin künftig eine wichtige Rolle spielen, zeigte sich van Aalst überzeugt. Telemedizinzentren beispielsweise an Finanzierungspflicht nur unzureichend nachkämen. Dieser Einschätzung schloss sich KGNW-Präsident Jochen Brink an. Für die NRW-Krankenhäuser forderte er eine faire und nachhaltige Finanzierungslösung. Die Kliniken im Land würden seit Jahren darunter lei-den, dass zu wenig Mittel für Bau-maßnahmen und medizinische Geräte bereitgestellt würden. „Die Kranken-kassen könnten über die Betriebskos-ten auch Gelder für notwendige Inves-titionen zahlen“, sagte van Aalst. „Dann müssten die Kassen allerdings auch stärkere Gestaltungsmöglichkei-ten erhalten. Die Techniker Kranken-kasse ist bereit, sich dieser Verant-wortung zu stellen“. TK-Positionspapier „Grenzen durch-brechen – Chancen nutzen: Heraus-forderungen an die NRW-Kranken-hauslandschaft 2020“: www.tk.de, Webcode 648222 Die gesundheitspolitisch Verant-wortlichen planen eine grundlegen-de Reform der bundesdeutschen Krankenhausversorgung. Damit sollen die Kliniken den gesellschaft-lichen und soziodemographischen Herausforderungen der Zukunft besser begegnen können. Die Techniker Krankenkasse (TK) in NRW hat hierzu eigene Vorstellun-gen entwickelt und mit dem Positi-onspapier „Grenzen durchbrechen – Chancen nutzen“ die Debatte angestoßen. Günter van Aalst stellt das TK-Ideenpapier für eine Krankenhausreform vor. Unikliniken könnten dank moderner Datentechnologie Ärzte an entfernte-ren Krankenhäusern bei schwierigen Operationen unterstützen. In NRW gebe es bereits vielversprechende Ansätze, wie das deutschlandweit ers-te telemedizinische Projekt in der Inten-sivmedizin „TIM“ der Uniklinik Aachen und das telemedizinische Rettungsas-sistenzsystem der Uniklinik Aachen „TemRas“. Die TK in NRW habe bereits eine Reihe dieser Entwicklungen auf-gegriffen und begleite den Prozess konstruktiv, sagte van Aalst. Qualität transparent machen Qualität muss das bestimmende Kri-terium der Leistungserbringung sein, fordert van Aalst in der Diskussion. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem neu zu gründenden Qualitätsinstitut zu. Es müsse möglichst schnell wis-senschaftlich fundierte und akzeptier-te Kriterien entwickeln, um Qualität und Transparenz messbar zu machen. „Davon profitieren in erster Linie die Patienten. Sie sollen unkompliziert auf objektive Informationen wie Rück-fall- oder Komplikationsraten zugrei-fen können. Auf dieser Basis können sie dann entscheiden, welches Kran-kenhaus sie für welchen Eingriff aus-wählen“, erläuterte der Leiter der TK-Landesvertretung. Dazu müssten Krankenkassen und Krankenhäuser ihre Daten offenlegen und sich auf Qualitätsstandards verständigen. „Auf dieser Basis müssen passge-naue Vergütungsanreize geschaffen werden, die sich am Behandlungser-folg orientieren. So lässt sich ein qua-litätsorientierter Wettbewerb zwi-schen den Krankenhäusern gestal-ten“, sagte van Aalst. „Erfüllen Krankenhäuser die geforderten Quali-tätskriterien dauerhaft nicht, müssen sie aus der Versorgung ausscheiden.“ Verlässliche Finanzierung notwendig Für die Umsetzung einer qualitätsgesi-cherten Versorgung benötigten die Krankenhäuser aber auch Investitions-sicherheit, so van Aalst. Während die Kassen den laufenden Betrieb sicher-stellen würden, müssten die Häuser wichtige Investitionsmaßnahmen häu-fig aufschieben, weil die Länder ihrer
  3. 3. HINTERGRUND TK spezial Nordrhein-Westfalen · 3/2014 | 3 Auch junge Menschen können an Demenz erkranken TK unterstützt „FrühLink“ Demenz trifft in erster Linie alte Menschen. Ein Großteil der knapp 1,5 Millionen Erkrankten in Deutsch-land ist über 80 Jahre. Wenn jüngere Menschen Erinnerungslücken haben, denken daher die wenigsten von ihnen an Demenz. Experten gehen aber davon aus, dass in der Alters-gruppe der 45- bis 69-Jährigen schon jeder Tausendste betroffen ist. In Nordrhein-Westfalen müssten dem-nach allein rund 18.000 Menschen an präseniler Demenz leiden. Kaum Daten vorhanden „Bisher gibt es zu dieser Patienten-gruppe kaum belastbare Zahlen und Fakten. Mit unserem Projekt gehen wir den ersten Schritt in diese Rich-tung. In den nächsten zwei Jahren befragen wir sowohl Betroffene als auch privat und beruflich beteiligte Personen und werten deren Erfahrun-gen aus“, erklärt Dr. Heike Elisabeth Philipp-Metzen, Projektleiterin bei der Alzheimer Gesellschaft Münster. Abschließend werde auf Basis der Ergebnisse eine Broschüre und eine Liste mit Experten modellhaft für das Münsterland erstellt. „Natürlich beraten wir auch die Teilnehmer zu Fragen und Problemen, die eine De-menzerkrankung mit sich bringt. Das Angebot ist niedrigschwellig, da die Kontaktaufnahme anonym erfolgen kann“, erläutert Philipp-Metzen. Hohe Dunkelziffer Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW, die LWL-Klinik Münster und die Techniker Kranken-kasse (TK) begleiten und unterstützen das neue Konzept, das am 18. August in Münster der Öffentlichkeit vorge-stellt wurde. „Die Zahl der Erkrankten unter den TK-Versicherten hat sich in den letzten zwei Jahren fast verdop-pelt. Das können wir in der ambulan-ten und in der stationären Behand-lung beobachten. Zwar achten die Ärzte zunehmend auf das Krankheits-bild, jedoch ist anzunehmen, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt“, sagt Ulrich Adler, Leiter regionales Ver-tragswesen der TK in NRW. Schwierige Diagnose Das Problem: Weder die Betroffenen noch Familie, Freunde oder Kollegen denken gleich an eine Krankheit, wenn sich das Verhalten auffällig ändert. Deshalb ist es oft ein langer Weg bis zur Diagnosestellung und der nötigen Hilfe. Die Erkrankung wirkt sich gravierend auf die indivi-duelle Lebensplanung aus. Jüngere Betroffene stehen meist noch im Beruf, haben Kinder oder andere Verpflichtungen. „Viele von ihnen fühlen sich bei den vorhandenen Beratungsangeboten ungenügend Das Projekt FrühLink der Alzhei-mer Gesellschaft Münster e. V. dient der Verbesserung der Versor-gungssituation für Menschen mit Beginn der Demenz im mittleren Lebensalter in ganz NRW. Beglei-tet wird das Projekt von Dr. Tilman Fey, Chefarzt der Abteilung für Gerontopsychiatrie am LWL-Klini-kum Münster. Mit einem Fragebo-gen sollen die Bedarfe, Chancen und Grenzen quartiersbezogener Selbsthilfe ermittelt und jüngere Demenzerkrankte passgenau bera-ten und unterstützt werden. Dr. Tilman Fey, Dr. Elisabeth Philipp-Metzen, Maria Klein-Schmeink, Ulrich Adler.
  4. 4. Auszeichnung für „Stressless Academy“ TK-Landesvertretung erhält Health Media Award HINTERGRUND TK spezial Nordrhein-Westfalen · 3/2014 | 4 Für ihre Kampagne „Stressless Acade-my“ hat die Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen einen Health Media Award (HMA) gewon-nen. Die Auszeichnung wird bereits im siebten Jahr an erfolgreiche und inno-vative Kommunikationskonzepte ver-geben. Das von der TK-Landesvertre-tung entwickelte Konzept siegte in der Kategorie „Best Prevention Campaign 2014“. Andrea Hilberath und Thomas Hamacher von der TK-Landesvertre-tung nahmen den „Oscar“ der Kom-munikationsbranche am 27. Juni 2014 in Bonn entgegen. „Wir freuen uns über die Auszeichnung mit dem Health Media Award. Er zeigt, dass unsere Arbeit im Bereich der Prävention Andrea Hilberath und Thomas Hamacher mit dem Health Media Award. gesehen und gewürdigt wird“, sagte Thomas Hamacher von der TK-Landes-vertretung. Ohne Hektik durchs Studium Ziel der Kampagne ist es, angehen-den Akademikern durch die Studi-enhektik zu helfen. An den Aktions-tagen, die in Kooperation mit den Universitäten durchgeführt werden, baut die TK einen Stand auf, an dem sich Studierende über die vielfältigen Anti-Stress-Angebote der TK informie-ren können. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, berichtet Andrea Hilberath, die für die TK die Kampag-ne koordiniert. „Ich bin nervös, kann nicht schlafen, habe zehn Prüfungen in den nächsten Tagen ... Mit solchen Klagen bestürmen uns die Studieren-den an den Aktionstagen“, so Hilbe-rath. Zum Auftakt finden Aktionen wie Entspannungskurse, Ernährungsbe-ratung und Stressmessungen statt. In den Monaten danach bietet die TK den Studierenden weitere Präven-tionsangebote, wie beispielsweise Stressbewältigungstraining, eine beratende Ärzte-Hotline oder ein On-line- Entspannungs-Coaching an. Die „Stressless Academy“ fand bereits an 16 Hochschul-Standorten statt. www.tk.de, Webcode 452250 Das Konzept für die „Stressless Academy“ hat die Landesvertre-tung der Techniker Krankenkasse in NRW entwickelt, um Studenten zu helfen, mit Stress fertig zu werden. Es setzt sich aus mehreren Bau-steinen zusammen. Zum Auftakt wird ein Antistress-Tag mit Aktio-nen und Informationsmaterial an den Universitäten durchgeführt. Für die anschließende Zeit können die Studierenden im Rahmen der Nach-haltigkeit einige weitere Angebote in Anspruch nehmen. berücksichtigt. Wir begrüßen daher den Vorstoß der Alzheimer Gesell-schaft, diese Versorgungslücke mit „FrühLink“ schließen zu wollen, und finanzieren das Projekt“, so Adler. Selbsthilfe und Politik sind eingebunden Dem Projekt steht ein fünfköpfiger Beirat zur Seite. Er soll auch darauf achten, ob die regionalen Selbsthilfe-gruppen angemessen mit eingebun-den sind. Mitglied des Beirates ist unter anderem die gesundheitspo-litische Sprecherin der Bundestags-fraktion Bündnis 90/Die Grünen Maria Klein-Schmeink. Denn die Rahmenbe-dingungen für die Versorgung von den jungen Patienten in NRW können nur verbessert werden, wenn auch die Politik in den Dialog mit eingebunden ist. „Gerade an die jungen Demenz­erkrankten denkt oft niemand. Dabei haben sie und ihre Angehörigen besondere Probleme zu bewältigen, so kann die quartiersnahe Unterstüt-zung durch Selbsthilfe ein wichtiger Baustein werden“, sagt die Bundes-tagsabgeordnete aus Münster. www.tk.de, Webcode 656826
  5. 5. Mehr Transparenz beim Einsatz neuer Arzneimittel Innovationsreport 2014 Jährlich kommen knapp 30 neue Wirk-stoffe auf den Arzneimittelmarkt. Doch bei vielen dieser neuen Medikamente kann kein Zusatznutzen im Vergleich zu den bewährten Therapien festgestellt werden, unter anderem, weil sie noch nicht lange genug auf dem Markt sind. Aus diesem Anlass unterstützt die TK bereits im zweiten Jahr das For-schungsvorhaben des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen zur Bewertung neuer Arzneimittel. Der Innovationsreport 2014 analysiert neu auf den Markt gekommene Arzneimit-tel aus dem Jahr 2011 hinsichtlich ver-fügbarer Therapiealternativen, nachge-wiesener Zusatznutzen und Kosten im Vergleich zu vorhandenen Therapien. Die neuen Wirkstoffe werden anhand der aktuellen Studienlage nach den Kri-terien der evidenzbasierten Medizin bewertet. Zusätzlich fließen Verord-nungsdaten der TK zu den bewerteten neuen Arzneimitteln in die Analyse ein. Ziel ist es, zu erkennen, wie neue Arz-neimittel den Patienten tatsächlich ver-ordnet werden und wie sie sich am Arzneimittelmarkt behaupten. Nicht alles, was neu ist, ist besser Der Innovationsreport 2014 zeigt: Nur drei Wirkstoffe sind als therapeutischer Fortschritt einzustufen. Im Jahr davor traf dies sogar nur für zwei Arzneimit-tel aus dem Bewertungsjahr 2010 zu. So kann über mehrere Jahre verfolgt werden, wie innovativ ein Medikament wirklich ist. Der TK-Report schafft auf diesem Weg Transparenz und eine praktische Orientierung für Ärzte. AMNOG-Bewertungen kommen nur langsam in der Praxis an Impressum Darüber hinaus werden im Innova-tionsreport auf Basis der Verord-nungsdaten der rund 9 Millionen TK-Versicherten die Verordnungscha-rakteristika neuer Arzneimittel und ihre Entwicklung im Markt dargestellt. So kann über mehrere Jahre nachvollzo-gen werden, wie Ärzte Innovationen verordnen. Die Auswertungen zeigen, dass selbst Arzneimittel ohne nach-weislichen Zusatznutzen weiter verord-net werden. Ein Beispiel ist der erste nach AMNOG bewertete Wirkstoff Ticagrelor, der bei etwa jedem dritten Patienten falsch eingesetzt wird. Spätbewertungen sind erforderlich, um Nutzen einzuschätzen Knapp 40 Prozent der niedergelasse-nen Ärzte sind neuen Arzneimitteln gegenüber positiv eingestellt. Ob die Medikamente wirkliche Innovationen darstellen und die Therapie verbessern, ist häufig aber nicht bekannt. Für sieben Wirkstoffe erhielten Ärzte im Nachhin-ein Warnhinweise der Hersteller, so­genannte Rote-Hand-Briefe. Mit diesen werden heilberufliche Fachkreise über neu erkannte Arzneimittelrisiken infor-miert. Für das zur Behandlung von mul-tipler Sklerose eingesetzte Arzneimittel Fingolimod wurden sogar insgesamt vier Rote-Hand-Briefe verschickt. Dies verdeutlicht, dass einmalige Bewertun-gen von Arzneimitteln nicht ausreichend sind. Weitere Spätbewertungen mit Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag sind notwendig, um den tatsächlichen Nutzen neuer Medikamente adäquat einschätzen zu können. Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Nordrhein-Westfalen Verantwortlich | Günter van Aalst Redaktion | Harald Netz Telefon | 02 11 - 936 00 - 29 Telefax | 02 11 - 936 00 - 13 E-Mail | lv-nrw@tk.de Twitter | http://twitter.com/TKinNW Internet | www.tk.de/lv-nordrheinwestfalen KURZ GESAGT  Im Innovationsreport 2014 wur-den 20 neue Wirkstoffe aus 2011 anhand der aktuellen Studienlage nach den Kriterien der evidenz-basierten Medizin analysiert und bewertet.  Der Innovationsreport macht deutlich, dass zusätzlich zur „frü-hen Nutzenbewertung“ Spätbe-wertungen wichtig und notwen-dig sind, um den tatsächlichen Nutzen für Patienten richtig einschätzen zu können.  Der Innovationsreport veran-schaulicht mithilfe eines Ampel-schemas die Bewertung neuer Arzneimittel und soll für Ärzte Transparenz und Orientierung schaffen, um sie bei ihren Thera-pien bestmöglich zu unterstützen. Mehr Informationen unter www.tk.de, Webcode: 647168

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