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"TK spezial" für Niedersachsen 4-2014

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"TK spezial" für Niedersachsen 4-2014

  1. 1. Krankenhausversorgung der Zukunft Positionen der Techniker Krankenkasse Niedersachsen Auch zukünftig in Nieder­ sachsen gut versorgt Die Diskussion um die derzeitige und zukünftige niedersächsische Kranken­ hausversorgung ist einThema, das alle Akteure im Gesundheitswesen in Nie­ dersachsen intensiv beschäftigt. Auch bei derTK bildet der Krankenhaussek­ tor sowohl bundesweit als auch in Nie­ dersachsen den größten Ausgabenpos­ ten und schlägt mit gut einem Drittel aller Aufwendungen zu Buche. Qualität als Schlüsselfaktor in der Versorgung Messungen zur medizinischen Versor­ gungsqualität in deutschen Kranken­ häusern haben sich in den vergange­ nen Jahren zuverlässig etabliert und werden stetig weiterentwickelt. Vor diesem Hintergrund ist es nicht nach­ vollziehbar, dass die vorliegenden Ergebnisse in Deutschland nicht kon­ sequent zur Verbesserung der Versor­ gungsqualität eingesetzt werden und aktuell keine praktischen Konsequenzen für die medizinische Versorgung nach sich ziehen. Wir fordern daher eine konsequente Einbeziehung der vorlie­ genden Ergebnisse aus Qualitätsmes­ sungen in die Krankenhausplanung auf Länderebene. DieTK befürwortet wei­ terhin die Möglichkeit, Qualitätsaspekte auch in die Vergütung der Leistungen (Pay for Performance) einzubeziehen. Hierfür sollten die rechtlichen Voraus­ setzungen geschaffen und sukzessive in die Krankenhausplanung einbezo­ gen werden. Regionale Versorgungspla­ nung als Konsequenz von Strukturveränderungen Die Versorgungslage im Flächenland Niedersachsen wird sich in den nächs­ ten Jahren verändern. Es besteht die Sorge, dass sich in Zukunft ein Mangel Liebe Leserin, liebe Leser, in Niedersachsen ist derzeit eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleistet. Eine versorgungspoli­ tische Herausforderung der Zukunft wird darin liegen, die Versorgungs­ strukturen an die regionalen Not­ wendigkeiten anzupassen. Mit einem Positionspapier zur Zukunft der Kliniken in unserem Bundesland wollen wir im stationären Bereich dazu beitragen, Handlungsmöglich­ keiten aufzuzeigen und umzusetzen. Die Mehrheit der niedersächsischen Bevölkerung gibt dem Gesundheits­ system gute Noten. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen bevölke­ rungsrepräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Mit dem „TK-Meinungspuls Gesund­ heit 2014“ bittet dieTK um Einschät­ zungen zum Gesundheitssystem. Einige interessante Ergebnisse für Niedersachsen stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe vor. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre! Ihre Inken Holldorf Leiterin derTK-Landesvertretung Niedersachsen EDITORIAL Unterstützung für pflegende Angehörige • Prävention im Blickpunkt • Repräsentative Umfrage zum Gesundheitswesen • TK spezial ab 2015 in neuem Format spezial Nr. 4 2014Informationsdienst der Techniker Krankenkasse N I E D E RSAC H S E N Um auch zukünftig eine hochwertige Krankenhausversorgung zu gewähr­ leisten, sind in den kommenden Jahren aus Sicht derTK einige Veränderungen notwendig. Diese Schritte hat die TK in einem Positionspapier veröffentlicht, in dem Vorschläge für die Weiterent­ wicklung des Krankenhaussektors in Niedersachsen vorgestellt werden. Eine herausgehobene Bedeutung haben zukünftig aus Sicht derTK die Themen Qualität und regionale Ver­ sorgungsplanung.
  2. 2. TK spezial Niedersachsen · 4/2014 | 2 an ambulant tätigen Ärzten im länd­ lichen Raum entwickeln wird. Daher ist es aus Sicht derTK notwendig, den Bedarf an stationären und ambulanten Versorgungsleistungen einer Region zukünftig sektorenübergreifend nach bundesweit einheitlich festgelegten Kriterien zu ermitteln. Hierauf baut eine sektorenübergreifende regionale Versorgungsplanung auf. Diese bedarf auch erweiterter Mitspracherechte der Selbstverwaltung. Leistungen der Grund- und Notfallver­ sorgung müssen dabei weiterhin in allen Regionen flächendeckend und patientennah zur Verfügung gestellt werden. Je weniger spezialisiert das erforderliche medizinische Fachwissen für eine Behandlung ist, desto kürzer kann und soll der Weg sein, um diese Behandlung zu erreichen. Integrierte Versorgungszentren Krankenhäuser, deren Versorgungs­ spektrum einen hohen Anteil an Leis­ tungen umfasst, die an der Schnittstelle zur ambulanten Versorgung liegen, können sich zukünftig in der Form eines neu zu etablierenden „Integrier­ ten Versorgungszentrums“ (IVZ) auf­ stellen. Diese eignen sich insbesondere zur sektorenübergreifenden Sicher­ stellung der medizinischen Versorgung in unterversorgten Gebieten. Inner­ halb dieser neuen Versorgungsstufe wird ein Großteil bedarfsnotwendiger Facharztdisziplinen für eine ambulante Behandlung vorgehalten. Gleichzeitig ist durch eine ausreichende medizi­ nisch-technische Ausstattung die statio­ näre Grundversorgung sichergestellt. Patienten, die einer intensivmedizi­ nischen Behandlung bedürfen, werden in diesen Krankenhäusern erstversorgt und anschließend weiterverlegt. Im Vergleich zur heutigen stationären Versorgung ergeben sich durch die Etablierung von IVZ differenziertere, am jeweiligen medizinischen Bedarf orientierte Versorgungsstufen. Vergütungsmodell für Inte­ grierte Versorgungszentren Die IVZ benötigen eine sektorenüber­ greifende Vergütungsmöglichkeit. Dazu sollen neu zu kalkulierende „Hybrid-DRGs“ eingeführt werden. Das sind Fallpauschalen für minder­ schwere Leistungen, die unabhängig davon, ob sie ambulant oder stationär erbracht werden, in gleicher Höhe vergütet werden. Die Kalkulation dieser „Hybrid-DRGs“ sollte im Auftrag der Selbstverwaltung durch das Institut für Entgeltsysteme im Krankenhaus (InEK) erfolgen. So entsteht ein eige­ ner Entgeltkatalog, der als Leistungs­ beschreibung, je nach Vertragsform für kollektive – oder selektive – Verträge genutzt werden kann. Die bisher angewendeten DRGs in Krankenhäusern werden weiterhin Bestand haben, ebenso die Vergü­ tungen der ambulant tätigen Ärzte. Die Hybrid-DRGs stellen ein ergän­ zendes sektorenübergreifendes Ver­ gütungsmodell dar. Das ausführliche Positions­­­papier „Krankenhausversor­gung 2020 – Positionen derTechniker Kranken­ kasse in Niedersachsen“ steht im Internet unter www.tk.de/lv-niedersachsen, Web­ code 668068 zum Download bereit. Quelle/Grafik: Techniker Krankenkasse. Legende:  Maximalversorgung/Unikliniken/Hochleistungsmedizin (Innovation, NUB-Leistungen, hochspezialisierte Leistungen, überregionaler Dienstleister in Ballungsgebieten …)  Spezialversorgung (eine hochspezialisierte Leistung wird überregional zur Verfügung gestellt, z. B. Psychiatrie, Kardiologie, Herzchirurgie)  Regelversorgung (Notfallversorgung, ambulante fachärztliche Versorgung/Rettungs­ dienst, Sicherstellung der stationären Grundversorgung)  Grundversorgung (Notfallversorgung, Sicherstellung der stationären Grundversor­ gung, Sicherstellung Rettungsdienst, bei Unwirtschaftlichkeit Möglichkeit der Umwand­ lung in integriertes Versorgungszentrum)  Integriertes Versorgungszentrum (Notfallversorgung, ambulante ärztliche Sicherstel­ lung, ambulante fachärztliche Versorgung, Rettungsdienst)  Arzt entlastende Strukturen (AGNES II, Delegationsmodelle)
  3. 3. TK spezial Niedersachsen · 4/2014 | 3 Nicht nur für die rund 270.000 Pflege­ bedürftigen in Niedersachsen ist die im Oktober vom Bundestag beschlossene Pflegereform von Bedeutung. 70 Pro­ zent der pflegebedürftigen Personen werden in Deutschland zu Hause ver­ sorgt. Die große Mehrheit von ihnen, zwei Drittel, werden ausschließlich durch Angehörige betreut. Pflege belastet die Gesundheit Das Wissenschaftliche Institut derTK hat in einer Studie mehr als 1.000 pfle­ gende Angehörige zu Gesundheit, Be­­ finden, Belastungen und Unterstüt­ zungsmöglichkeiten befragen lassen. Die Ergebnisse zeigen: Die Pflege eines Angehörigen belastet die Gesund­ heit. Sechs von zehn Befragten in Nie­ dersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein gaben an, dass die Pflege sie viel von ihrer eigenen Kraft kostet. Oft tragen pflegende Angehö­ rige in Niedersachsen eine Mehrfach­ belastung. So sagen 46 Prozent der Be­­fragten, sie seien neben der Pflege noch voll- beziehungsweise teilzeitbe­ schäftigt. Hilfsangebote wenig genutzt Es gibt bereits unterschiedliche Hilfs­ angebote, die pflegende Angehörige in Anspruch nehmen können, um ihnen die Pflegetätigkeit zu erleich­ tern. Unterstützungsleistungen der Pflegeversicherung sind zwar vielen bekannt, werden aber trotzdem wenig genutzt. Hier sehen wir als Krankenkasse einen klaren Auftrag, die Pflegenden gut zu informieren und durch die verschiedenen Unter­ stützungsangebote zu navigieren. Ein Beispiel ist das Internetportal www.pflegen-und-leben.de. Hier erhalten Versicherte der TK, der Bar­ mer GEK und der DAK-Gesundheit kostenlos psychologisch gestützte Hilfe und Begleitung bei seelischen Belastungen in der Pflege von Ange­ hörigen. Das Portal soll den Umgang mit schwierigen Situationen in der all­ täglichen Pflege erleichtern. So gibt es Hinweise zu den häufigsten see­ lischen Belastungen im Pflegealltag. Tipps, wie pflegende Angehörige sich die Kraft und Energie für ihren Alltag erhalten können, werden ergänzt durch entspannende Übungen zum Anhören. Darüber hinaus können die Angehöri­ gen von Pflegebedürftigen direkt Rat bei besonders geschulten Psycholo­ ginnen und Psychologen suchen. In einem schriftlichen Austausch helfen die Experten, einen angemessenen Umgang mit belastenden Situationen zu finden. Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit Aber auch die Bundesregierung sieht Handlungsbedarf bei den pflegenden Pflegende Angehörige 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt Angehörigen. Durch das Pflegestär­ kungsgesetz sollen sie zukünftig Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung – vergleichbar mit dem Kinderkrankengeld – haben. Darüber hinaus sollen Beschäftigte künftig einen Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit von bis zu 24 Monaten erhalten. Betreuungsnetzwerk schaffen Eine weitere Verbesserung der Situati­ on könnte gelingen, wenn die Pflege­ leistungen der Angehörigen noch mehr in professionelle Netzwerke überführt werden und Angebote integrieren, die es bereits jetzt schon gibt. Vorschlag derTK ist es, ein träger- und sektoren­ übergreifendes Betreuungsnetzwerk zu schaffen, das unter anderem auch die Angehörigen bei der Pflege zu Hau­ se unterstützt und entlastet. Im Fokus steht dabei der Gedanke, dass chro­ nisch Kranke und Pflegebedürftige auch künftig möglichst lange in ihrem unmit­ telbaren Umfeld leben können. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen werden von ihren Angehörigen betreut.
  4. 4. TK spezial Niedersachsen · 4/2014 | 4 TK-Verwaltungsrat nimmt Stellung zum geplanten Präventionsgesetz Prävention im Blickpunkt Die Techniker Krankenkasse (TK) begrüßt das Vorhaben der Bundesre­ gierung, Prävention und Gesundheits­ förderung nachhaltig auszurichten und auf eine breitere gesellschaftliche Basis zu stellen. Es ist gut, dass der Gesetz­ geber mit einem Präventionsgesetz einen Rahmen vorgeben will, sodass ein verlässliches Finanzvolumen für Gesundheitsförderung garantiert zur Verfügung steht. Beitragsgelder sinnvoll einsetzen Die TK ist durchaus dafür, auch den Beitrag der Krankenkassen für Prä­ vention hochzusetzen, allerdings nur dann, wenn die Beitragsgelder der Versichertengemeinschaft auch sinn­ voll eingesetzt werden. Die Finanzie­ rung einer nachgelagerten staatlichen Behörde gehört nicht dazu. Dem neu­ esten Referentenentwurf zufolge sol­ len die Krankenkassen künftig insge­ samt 35 Millionen Euro an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung überweisen. Prävention ist richtig, weil sie Leiden verhindern kann, indem Menschen gar nicht erst krank werden. Das ist unterm Strich auch Aufgabe der Kran­ kenkassen, hier ist jeder Euro gut in­vestiert. Die große politische Hoff­ nung, dem Gesundheitssystem dadurch Geld zu sparen, ist wissen­ schaftlich jedoch noch nicht belegt. TK-Verwaltungsrat legt Thesen fest Auch der Verwaltungsrat derTK unter­ stützt grundsätzlich das Vorhaben der Bundesregierung. Allerdings reicht es aus Sicht der TK-Selbstverwaltung nicht aus, lediglich die Leistungsausga­ ben der gesetzlichen Krankenversiche­ rung (GKV) auszuweiten. Daher hat der Verwaltungsrat seine Positionen zu einem Präventions- und Gesund­ heitsförderungsgesetz in 10Thesen festgelegt, darunter: „Prävention muss sich z. B. auch dadurch auszeichnen, zeitnah auf gesellschaftliche Veränderungen reagie­ ren zu können. Seit einigen Jahren exis­ tiert ein fundamentaler Wandel hin zu digitalen Lebenswelten. Wenn wir hier den gesundheitlichen Risiken begeg­ nen wollen, darf sich Gesundheitsför­ derung nicht in den bisherigen Mustern ‚Ernährung, Bewegung, Stress und Sucht‘ erschöpfen. Alle gesellschaftlich verantwortlichen Ebenen und Instituti­ onen sind gefordert, Konzepte für den Erwerb und Erhalt von gesundheitsför­ derlicher Lebenskompetenz in einem digitalen Lebensumfeld zu entwickeln und umzusetzen.“ Prävention in Niedersachsen DieTK in Niedersachsen setzt stark auf die nichtbetriebliche Prävention z. B. in Kindergärten und Schulen. Mit der Idee „Gesunde Schule“ und der „Gesunden Kita“ unterstützt sie Kin­ dergärten und Schulen finanziell, wenn es um Ernährung, Bewegung, Gewaltprävention oder Umgang mit neuen Medien geht. Allein in Nie­ dersachsen wurden seit 2003 110 Ein­ richtungen mit insgesamt 235.561 Euro gefördert. Außerdem hilft dieTK in Niedersachsen durch einen ärztlichen Leitfaden, Fälle von Kindesmisshand­ lungen zu erkennen und dagegen vor­ zugehen. Auch Projekte zur Vermei­ dung von Mobbing an Schulen führt die TK mithilfe des „Anti-Mobbing- Koffers“ erfolgreich durch. Das vollständigeThesenpapier ist abrufbar unter www.tk.de, Webcode 172340. Seit einigen Jahren existiert ein fundamentaler Wandel hin zu digitalen Lebenswelten.
  5. 5. TK spezial Niedersachsen · 4/2014 | 5 Patentgeschützte Medikamente bieten oft keinen Zusatznutzen für die Pati­ enten. Zu diesem Ergebnis kommt das Team um Prof. Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen. Die Wissenschaftler haben mit Unterstützung der TK 17 Wirkstof­ fe anhand von Kriterien der evidenz­ basierten Medizin und auf Basis von TK-Verordnungsdaten analysiert. Für den Bestandsmarktreport wurden Arzneimittel aus drei Wirkstoffgruppen untersucht. Darunter die „neuen oralen Antikoagulantien“ (NoAK) zur Blutge­ rinnungshemmung, neuere Antidiabe­ tika sowie Biologika, die zur Behand­ Nutzen patentgeschützter Arzneimittel oft nicht belegbar Bestandsmarktreport 2014 lung von Rheuma verordnet werden. Keines der untersuchten Arzneimittel wurde in der Ampel-Bewertung von Prof. Glaeske mit „Grün“ bewertet. In Niedersachsen verordnen die Ärzte die untersuchten Präparate im bundes­ weiten Vergleich eher zurückhaltend: So erhielt landesweit nur jeder fünfte Patient, der einen oralen Blutgerin­ nungshemmer benötigt, ein NoAK (Bundesdurchschnitt: jeder vierte Patient). Und dennoch erhalten zu viele Patienten die neuen Präparate, denn: Grundsätzlich ist die Sicherheit eines Medikaments durch langjährige Erprobung höher und dieTherapiekos­ Viele Menschen kritisieren das Gesundheitssystem. Reformbedürftig oder zukunftsfest? Mehr Wettbewerb oder weniger? Stabile Beiträge oder medizinischer Fortschritt? Aber wie zufrieden ist die Bevölkerung denn nun wirklich mit ihrem Gesundheits­ system? 2.000 Menschen, 70 Fragen: Das ist der Meinungspuls Gesundheit, eine bundesweite bevölkerungsreprä­ sentative Umfrage von derTechniker Krankenkasse und dem Meinungsfor­ schungsinstitut Forsa zum deutschen Gesundheitssystem. Auch für Nie­ dersachsen liegen Befragungsergeb­ nisse vor: Krankenschwester statt Landarzt Immer mehr Menschen kehren den ländlichen Regionen fernab der Groß­ städte den Rücken – und auch junge Mediziner zieht es immer weniger in die eigene Praxis auf dem Land. Den­ noch brauchen die verbliebenen Ein­ wohner ein Versorgungsnetz: 71 Pro­ zent der befragten Niedersachsen können sich gut vorstellen, dass medi­ zinisches Fachpersonal wie Kranken­ schwestern und -pfleger Aufgaben von Landärzten übernehmen, um diese zu entlasten. So etwa um Hilfestellung bei Kuranträgen zu geben, Hausbesuche zur Routinekontrolle bei chronisch Kran­ ken durchzuführen oder Erklärungen zu Arzneimitteln zu geben. Telemedizin: Arztgespräche per Video sind für die Befragten eine Option 39 Prozent der Menschen in Nieder­ sachsen können sich vorstellen, mit einem Arzt per Videogespräch zu kom­ munizieren, wenn sie dadurch längere Wege vermeiden und schneller Zugang zu einem Spezialisten bekommen kön­ nen. 59 Prozent sagen dagegen, dass sie lieber weitere Wege und Warte­ zeiten auf einenTermin in Kauf nehmen würden, um persönlich mit dem Exper­ ten zu sprechen. Mehrheit ist für mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem Jeder Zweite in Niedersachsen fin­ det, dass Verträge zwischen Kassen und Ärzten frei verhandelbar sein sollten, um den Wettbewerb zu för­ dern. 65 Prozent sind überzeugt, dass mehr Wettbewerb im Gesund­ heitssystem zu einer höheren Quali­ tät der medizinischen Versorgung führen würde. Mit dem Meinungs­ puls 2014 hat dieTK nunmehr bereits zum zehnten Mal diejenigen um ihre Einschätzung zum System gebeten, die es am unmittelbarsten trifft: die Menschen in Deutschland. 191 von ihnen kommen aus Niedersachsen. Sie sind zum einen auf ein funktio­ nierendes Gesundheitswesen ange­ wiesen und finanzieren es zum anderen mit ihren Beiträgen. Der Meinungspuls mit den spezi­ ellen Zahlen aus Niedersachsen steht unter www.tk.de, Webcode 691292 zum Download bereit. TK-Meinungspuls Gesundheit 2014 Repräsentative Umfrage ten bei den neuen Präparaten um ein Vielfaches teurer. Der vorliegende Bestandsmarktreport zeigt, dass es aus fachlicher Sicht keineswegs entbehrlich ist, auch bereits auf dem Markt vorhandene Arzneimittel auf ihren Zusatznutzen hin zu untersuchen. Der Report soll für Transparenz sorgen und so letztlich auch die Qualität in der Arzneimittel­ therapie verbessern. Den vollständigen Report finden sie unter www.tk.de/lv-niedersachsen, Webcode 656936.
  6. 6. Herbstempfang derTK-Landesvertretung Niedersachsen Get-together im Alten Rathaus Hannover Erstmals lud dieTK-Landesvertretung Niedersachsen zu einem Herbstemp­ fang ein. Die geladenen Gäste, unter ihnen auch die niedersächsische Sozial­ ministerin Cornelia Rundt, nutzten am 16. Oktober im Alten Rathaus in Han­ nover die Gelegenheit, sich in ent­ spannter Atmosphäre abseits des Tagesgeschäfts zu gesundheitspoli­ tischenThemen auszutauschen. Nach einem Grußwort der Ministerin stellte sich die neue Leiterin derTK- Landesvertretung, Inken Holldorf, in einem live geführten Interview den Fragen des Hörfunkjournalisten und Moderators Georg W. Poetzsch. Die aktuellen gesundheitspolitischen Herausforderungen und die Rolle der TK in Niedersachsen bildeten den Schwerpunkt des Interviews. Grußworte der Ministerin beim TK-Herbst­ empfang im Alten Rathaus in Hannover: Sozialministerin Cornelia Rundt, Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen. Gäste beim TK-Herbstempfang im Alten Rathaus in Hannover. TK spezial ab 2015 in neuem Format In eigener Sache In der vorletzten Ausgabe von TK spezial Niedersachsen haben wir unsere Leser gefragt, wie sie sich vor­ stellen können, unseren Newsletter in Zukunft zu lesen. Das eindeutige Votum hat ergeben: Die Mehrheit wünscht sich eine elektronische Vari­ ante der neuesten Nachrichten der TK in Niedersachsen. Daher haben wir uns zu folgendem Schritt entschlossen: Die nun vorlie­ gende Ausgabe ist die letzte gedruck­ te. Ab 2015 werden wir auf ein neues, zeitgemäßeres Format umstellen. Sie werden in Zukunft unsere Nach­ richten in einer rein elektronischen Variante erhalten. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch weiterhin zu unseren Lesern zählen und aktiv Feedback geben. Lassen Sie sich überraschen! Impressum Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Niedersachsen Verantwortlich | Inken Holldorf Redaktion | Bastian Nack, Frank Seiffert Telefon | 05 11 - 30 18 53 - 0 Telefax | 05 11 - 30 18 53 - 30 E-Mail | lv-niedersachsen@tk.de Twitter | www.twitter.com/TKinNI Internet | www.tk.de/lv-niedersachsen Auch 2015 soll derTK-Herbstempfang Gelegenheit bieten, den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren des niedersächsischen Gesundheits­ wesens zu pflegen.

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