Viele Pflegende fühlen sich
körperlich erschöpft
Es ist wichtig, über Hilfsangebote informiert zu sein
Rund 14.000 Menschen...
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"TK spezial" für Bremen 4-2014

  1. 1. Viele Pflegende fühlen sich körperlich erschöpft Es ist wichtig, über Hilfsangebote informiert zu sein Rund 14.000 Menschen im Land Bre­ men sind pflegebedürftig. Davon wird fast jeder zweite Pflegebedürftige zu Hause gepflegt. Das Wissenschaft­ liche Institut der TK hat eine Studie veröffentlicht, in der pflegende Ange­ hörige zu ihrer Gesundheit, Belastung und Unterstützungsmöglichkeiten befragt wurden. Von den Befragten gaben über die Hälfte an, dass sie sich die Pflegeauf­ gaben mit anderen An­ gehörigen, Bekannten, Freunden oder Nach­ barn teilen. Ein Resultat derTK­Studie: Jeder Vierte der Befrag­ ten aus Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig­Holstein gab an, dass die emotionale Bindung, Liebe, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl ausschlaggebend dafür sind, seinen Angehörigen zu Hause zu pflegen. Lediglich für sieben Prozent sind die Kosten für ein Pflegeheim zu teuer. Die Hälfte der Pflegenden fühlt sich lautTK­Studie oft körperlich erschöpft. Gut ein Drittel ist hin­ und hergeris­ sen zwischen den Anforderungen der Pflege und denen des Umfelds, zum Beispiel Job oder Familie. Drei von zehn Befragten gaben an, die Pflege­ situation greife die eigene Gesundheit an. Das zeigt, wie belastend und kräfte­ zehrend die Aufgabe sein kann, einen Angehörigen zu pflegen. Es ist daher wichtig, über Hilfsangebote informiert zu sein. In den vier Nordländern sind die Pflegenden jedoch insgesamt wenig über professionelle Hilfe infor­ miert. 58 Prozent haben von einer indi­ viduellen Pflegeschulung zu Hause noch nie etwas gehört und jeder Zweite kennt noch nicht einmal die Pflegekurse in der Gruppe. Hingegen ist die Nachtpflege bei 62 Prozent der Pflegenden bekannt, wird aber trotzdem nur von drei Prozent der Befragten genutzt. „Wir sehen als Krankenkasse hier einen klaren Auftrag, die Pflegenden gut zu informieren und durch die verschiedenen Unterstüt­ zungsangebote zu navigieren“, Brigitte Fuhst, LeiterinTK­Landesvertretung. Pflege in Deutschland, der Studienband im Internet: www.tk.de, Webcode 660168. Liebe Leserin, lieber Leser, das Gesundheitsministerium hat mit dem Referentenentwurf eines Prä­ ventionsgesetzes dasThema wieder auf die Agenda gesetzt. Inzwischen ist es bereits der vierte Entwurf. Wir begrüßen ausdrücklich das Vorhaben der Bundesregierung, Prävention nachhaltig auszurichten. Daher haben wir uns aus aktuellem Anlass mit dem bisher vorliegenden Referen­ tenentwurf näher beschäftigt. Auch sind wir der Frage nachgegangen, wie oft die Menschen die individu­ ellen Leistungen (IGeL) annehmen und wer davon öfter ins eigene Portemonnaie greift. An dieser Stelle wünschen meine Mitarbeiter und ich Ihnen erholsame Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ihre Brigitte Fuhst LeiterinTK­Landesvertretung Bremen EDITORIAL Interview: „Prävention ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft“ • IGeL: Extra- Behandlung auf eigene Kosten spezial Nr. 4 2014Informationsdienst der Techniker Krankenkasse B R E M E N Unsere Aufgabe ist es, die Pflegenden zu informieren und durch die Unterstützungs­ angebote zu navigieren“ Unsere Aufgabe ist es, die Pflegenden zu informieren
  2. 2. TK spezial Bremen · 4/2014 | 2 TK spezial: | Herr Holm, mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland treiben laut einer Umfrage im Auftrag derTK nie oder selten Sport, gleichzei­ tig fühlt sich jeder dritte Berufstätige ausgebrannt. Was sagen Ihnen diese Zahlen? Holm | Mir sagen die Daten, dass wir uns weiter für die bestmögliche Ge­­ sunderhaltung der Menschen einsetzen müssen – in jedem Lebensalter und unter den jeweiligen Lebensbedingun­ gen. Damit das gelingt, sind viele Ebe­ nen, Institutionen und Organisationen gefragt. Prävention ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft. TK spezial | Woran orientieren sich die Präventionsangebote derTK? Holm | Häufig verbindet man mit dem Begriff „Prävention“ Kurse wie Nordic-Walking oder HathaYoga – also Angebote allein für die Versicherten. Diese sind wichtig, und wir freuen uns, wenn sich unsere Kunden entschlie­ ßen, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu unternehmen. Darüber hinaus haben wir aber das Ziel, die Lebenswelt, das Setting, des jewei­ ligen Menschen möglichst gesund zu gestalten – ganz gleich, ob er gerade lernt, sich für die Familie engagiert oder arbeitet. TK spezial | Können Sie uns ein kon­ kretes Beispiel geben? Holm | Nehmen wir einen Betrieb. Der Erfolg eines Unternehmens hängt von der Kompetenz, Motivation und der Gesundheit der Mitarbeiter ab. Die Gesundheit lässt sich durch ver­ schiedene Strategien verbessern. Einerseits lassen sich die gesundheits­ bezogenen Kompetenzen der Mitar­ beiter fördern. Andererseits geht es darum, auch die Arbeitsbedingungen und das berufliche Umfeld gesund­ heitsgerecht zu gestalten. Das betrieb­ liche Gesundheitsmanagement derTK hat beides im Blick: Wir stellen indivi­ dualpräventive Angebote wie Semi­ nare und Kurse zur Verfügung, gleich­ zeitig ist es das Ziel derTK-Beratung, systematisch und nachhaltig gesund­ heitsförderliche Strukturen zu schaffen. Wir wissen beispielsweise, dass die Qualität der Führung einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Mitar­ beiter hat. Deshalb unterstützen wir Personalverantwortliche durch Füh­ rungskräfte-Seminare. TK spezial | Aber Sie gehen nicht nur in Betriebe, sondern setzen bereits viel früher an … Holm | Mit unserer Idee von der „Gesunden Schule“ und der „Gesun­ den Kita“ unterstützen wir Schulen und Kindergärten finanziell, etwa wenn es um Ernährung, Bewegung oder um Gewaltprävention geht. Wir beraten die jeweiligen Akteure und vernetzen bestehende Strukturen, um dann gemeinsam die Gesundheit aller im jeweiligen Lebensumfeld zu för­ dern. Dazu bieten wir auch eigene Projekte in Bremen an, wie den soge­ nannten „Anti-Mobbing-Koffer“. Jede am Programm beteiligte Schule hat in den letzten Jahren Projektwochen für die fünften bis siebten Klassen durch­ geführt. Viele Schulen haben die Materialien fest in ihren Schulalltag integriert. Dafür erhielten die Klassen jeweils einen Koffer mit differenzierten Materialien – Filme, Arbeitsblätter, Informationen. Im letzten Jahr wurde der Koffer um den Baustein Cyber- mobbing erweitert, und die Eltern wer­ den in das Projekt mit einbezogen. TK spezial | Die Politik unternimmt gerade einen neuen Anlauf für ein Prä­ ventionsgesetz. Was wünschen Sie sich vom Gesetzgeber? Holm | AlsTK begrüßen wir das Vorha­ ben der Bundesregierung, die Präventi­ on und Gesundheitsförderung per Gesetz nachhaltig auszurichten und auf eine breitere gesellschaftliche Basis zu stellen. Auch dem Vorhaben, den Betrag der Krankenkassen für Prä­ vention hochzusetzen, stehen wir positiv gegenüber, allerdings nur dann, wenn die Beitragsgelder der Versichertengemeinschaft auch sinnvoll eingesetzt werden. Die Finanzierung „Prävention ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft“ einer nachgelagerten staatlichen Behörde gehört nicht dazu. Entschei­ dender ist aber etwas anderes: Es darf in dem Gesetzgebungsvorhaben nicht darum gehen, lediglich das Leistungs­ spektrum der Krankenkassen zu ver­ ändern und damit die finanzielle Last den Beitragszahlern praktisch allein aufzubürden. Wir wünschen uns ein Gesetz, das alle Sozialversicherungs­ träger, die private Krankenversicherung, Länder und Kommunen verpflichtet, sich inhaltlich und finanziell an der Gemeinschaftsaufgabe Prävention zu beteiligen. Nur so können wir im Rin­ gen um eine bessere Gesundheitsför­ derung erfolgreich sein. Ausführliche Informationen zu den Präventionsangeboten der TK im Internet unter www.tk.de, Webcode 040144. Thomas Holm Thomas Holm leitet seit 2011 das Gesundheitsmanagement derTK. Der Politologe hat umfangreiche Berufserfahrungen in Politik, Wirt­ schaft und Bildungsmanagement, unter anderem als Niederlassungs­ leiter „Rehabilitation, Integration und Bildung – Aufbau von Gesund­ heitsdienstleistungen für die Ham­ burger Wirtschaft“. Auch als Assis­ tent eines Bundestagsabgeord­ neten und für eine private Kranken- versicherung war Holm bereits tätig. ZUR PERSON Interview mit Thomas Holm, Leiter des Gesundheitsmanagements derTK
  3. 3. TK spezial Bremen · 4/2014 | 3 Thesen zum Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz DerTK-Verwaltungsrat begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung, Prä­ vention und Gesundheitsförderung auf eine breitere gesellschaftliche Basis zu stellen. Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel Diabetes, Übergewicht oder Bluthochdruck, also die sogenannten Zivilisationskrankheiten, auf dem Vor­ marsch sind, muss etwas getan werden. Patienten, Ärzte und auch Krankenkassen sehen hier gleicherma­ ßen dringenden Handlungsbedarf. DerTK Verwaltungsrat begrüßt das Vor­ haben der Regierung, Prävention nach­ haltig auszurichten, und macht seine Position und Anforderung an ein Prä­ ventionsgesetz in zehnThesen deutlich. Beitragsgelder sinnvoll einsetzen Unter anderem ist dieTK durchaus dafür, auch den Beitrag der Kranken­ kassen für Prävention hochzusetzen. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass dafür die Beitragsgelder der Ver­ sichertengemeinschaft sinnvoll einge­ setzt werden. Dies beinhaltet, dass gesundheitsför­ dernde Maßnahmen nicht ausschließ­ lich von der gesetzlichen Krankenkas­ senversicherung getragen und finan­ ziert werden, sondern die Kosten und Verantwortlichkeiten gleichmäßig unter allenTrägern aufgeteilt werden. Auf diese Weise können zum Beispiel auch Maßnahmen von Präventionsan­ geboten in Schulen und Kindergärten ausgebaut werden. DieTK ist daher für die Einführung eines Mindest­ wertes aller Beteiligten für Präventi­ onsausgaben. Dadurch würde außer­ dem ein bestimmtes Finanzvolumen zuverlässig zur Verfügung stehen. Die Finanzierung einer nachgelagerten staatlichen Behörde lehnt dieTK ab. Dem Referentenentwurf zufolge sol­ len die Krankenkassen künftig insge­ samt 35 Millionen Euro an die Bundes­ zentrale für gesundheitliche Aufklä­ rung zahlen. Die zehnThesen desVerwaltungsrats der TK zu einem Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz sind im Internet nachzulesen: www.tk.de, Webcode 669032. TK-Verwaltungsrat hat seine Positionen festgelegt Immer mehr Menschen werden in Deutschland immer älter und kränker. Die Grafik zeigt die prognostizierte Zunahme ausgewählter Zivilisationskrankheiten bis zu den Jahren 2030 bzw. 2050. Finanzierung durch die Krankenkassen Richtwert der gesetzlichen Kran­ kenkassen soll von gut drei auf sie­ ben Euro je Versicherten angehoben werden. Davon:  zwei Euro für die Lebenswelten Kindertagesstätten und Schulen  zwei Euro für betriebliche Gesund­ heitsförderung  drei Euro bleiben bei den Kranken­ kassen für eigene Präventions­ maßnahmen  35 Millionen Euro sollen die Kran­ kenkassen insgesamt an die Bundeszentrale für gesundheit­ liche Aufklärung zahlen Die Pflegeversicherung soll sich an Präventionsprojekten finanziell betei­ ligen (pro Versicherten 30 Cent) Von der Privaten Krankenversiche­ rung wird erwartet, dass sie sich an Gesundheitsprojekten beteiligt Das Präventionsgesetz soll am 17. Dezember 2014 im Kabinett verabschiedet werden und nach den parlamentarischen Beratungen 2016 in Kraft treten. (Referentenentwurf, Stand 10. November 2014) HINTERGRUND
  4. 4. Impressum Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Bremen Verantwortlich | Brigitte Fuhst Redaktion | Eschin Marbin, Angela Motzko Telefon | 04 21 - 305 05 400 Telefax | 04 21 - 305 05 409 E-Mail | lv-bremen@tk.de Twitter | www.twitter.com/TKinHB Internet | www.tk.de/lv-bremen IGeL: Extra-Behandlung auf eigene Kosten Je wohlhabender, desto mehr Angebote Individuelle Leistungen werden oft in der Praxis angeboten Mehr als die Hälfte der gesetzlich Versi­ cherten hat von ihrem Arzt schon soge­ nannte IGeL-Angebote bekommen – also Leistungen, die beim gemein­ samen Bundesausschuss durchgefallen sind und deshalb nicht zum Katalog der Krankenkassen gehören. Diese Leis­ tungen müssen privat bezahlt werden. 52 Prozent der gesetzlich Versicherten in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern berichten, dass sie vom Doktor schon mindestens einmal eine Selbstzahl-Leistung angeboten bekommen haben. aber nur vier von zehn, die 1.500 Euro oder weniger verdienen. „Meiner Gesundheit zu­- liebe …“, viele Patien­ten lassen sich überzeugen 24 Prozent der gesetzlich Versicher­ ten, denen eine Selbstzahl-Leistung angeboten wurde, haben diese auch angenommen. Jeder zweite Patient hat diese Angebote sogar schon mehrfach in Anspruch genommen. Die Umfrage ergab auch, dass Gesunde die individuellen Gesundheitsleistungen sogar etwas häufiger als Erkrankte in Anspruch nehmen. Auch hier spielt die finanzielle Situation der Patienten eine Rolle: Von den Geringverdienern haben 63 Prozent für Zusatzleistungen in den eigenen Geldbeutel gegriffen – von den Gutverdienern 84 Prozent. Nur wenige informieren sich über IGeL-Leistungen Nur vier von zehn Befragten, die vor einer Entscheidung pro oder contra IGeL standen, haben sich dazu weite­ re Informationen eingeholt. Die Mehr­ heit (61 Prozent) vertraut in Sachen IGeL ihrem Arzt blind. Diejenigen, die sich aber eine „Zweitmeinung“ einholen, schauen meist auf spezi­ elle Seiten im Internet (51 Prozent), an ihre Krankenkasse wenden sich 47 Prozent und 24 Prozent an einen anderen Arzt. Den Studienband „TK-Meinungspuls 2014“ finden Sie im Internet unter www.presse.tk.de,Webcode 660168. Jedem Dritten passiert dies bei Arzt­ besuchen sogar öfter. Das zeigt der aktuelle Meinungspuls derTechniker Krankenkasse. Die vom Meinungsfor­ schungsinstitut Forsa durchgeführte Studie macht deutlich, dass dabei ein Zusammenhang mit dem Einkommen der Befragten besteht: Je wohlha­ bender ein Patient ist, desto öfter be­­ kommt er Zuzahlleistungen angeboten. So berichten zwei von drei Befragten mit einem Monatseinkommen von über 3.000 Euro von IGeL-Angeboten, Beratung und Entscheidungs­ hilfen zu den IGeL-Leistungen:  IGeL-Leistungen sinnvoll nutzen: www.tk.de, Webcode 229954  Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS): www.igel-monitor.de. Information

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