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"TK spezial" für Bremen 2-2014

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"TK spezial" für Bremen 2-2014

  1. 1. Interview mit Prof. Glaeske: Unkritischer Einsatz von Antibiotika fördert Resistenzen • TK Bremen unterstützt innovativeTalent-App spezialB R E M E N Nr. 2 2014Informationsdienst der Techniker Krankenkasse Liebe Leserin, lieber Leser, Antibiotika sind – gezielt einge- setzt – eines der wichtigsten und effektivsten Mittel im Kampf gegen bakterielle Infektionen. Anderer- seits führt ein falscher Einsatz genau zum gegenteiligen Effekt. Eine falsche Dosierung oder eine zu kurze Einnahme macht die Bakterien resistent gegen Medi- kamente. Deswegen ist bei der Verordnung von Antibiotika eine genaue Nutzen-Risiko-Abwägung angebracht. Die TK fordert im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen einen ver- antwortungsvolleren Einsatz von Antibiotika sowie eine umfassende Patientenaufklärung und hat für diese TK-spezial-Ausgabe mit Prof. Glaeske vom Zentrum für Sozialpo- litik darüber gesprochen. Ihre Brigitte Fuhst Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen EDITORIAL „Wir sind eine Anti-Mobbing- Schule!“ Anti-Mobbing-Koffer Die TK hat es sich seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, gezielt gegen Mobbing in Schulen vorzugehen, und hat dazu gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schule das Projekt „Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein!“ ins Leben gerufen. Die Schülerinnen und Schüler der Oberschule Habenhausen engagie- ren sich in ganz besonderer Weise. Um auch allen anderen Mitschülern deutlich zu zeigen „Wir sind eine Anti-Mobbing-Schule!“, haben sie mit Unterstützung der TK eigene Anti- Mobbing-T-Shirts anfertigen lassen. Sie sollen Ausdruck des Engage- ments und der Zivilcourage sein. Daniel Duensing, Lehrer und An- sprechpartner für das Anti-Mobbing- Projekt an der Oberschule Habenhau- sen: „Wir haben das Projekt bereits in das Schulprogramm aufgenommen und halten es für enorm wichtig, ge- meinsam mit den Lehrern, Schülern und Eltern eine einheitliche Anti-Mob- bing-Kultur zu etablieren“.  Einführung des Anti-Mobbing- Koffers: November 2011.  Erweiterung um das Modul Cybermobbing: Oktober 2013.  Der Anti-Mobbing-Koffer wurde aktuell nachproduziert – Gesamt- auflage: 250 Stück.  Es wurden 135 Klassen (aus 24 Schulen), rund 3500 Schülerinnen und Schüler damit unterrichtet.  Über 50 Lehrerinnen und Lehrer haben bis heute an den Fort- bildungsmaßnahmen für das Koffer-Projekt durch das Lan- desinstitut für Schule Bremen teilgenommen und fungieren wiederum als Multiplikatoren. Mehr Informationen unter www.tk.de, Webcode: 542600. HINTERGRUND
  2. 2. TK spezial Bremen · 2/2014 | 2 Antibiotikum als „Wunderwaffe“ gegriffen, unabhängig von der Art des Infektes. Dabei wird vermutet, dass nicht zuletzt auch die positive Einstel- lung der Patienten zur Antibiotika-The- rapie (Ein- nahme eines Antibiotikums = schnellere Genesung) ein wesentlicher Einflussfaktor ist. Allein in Deutschland werden ca. 250 bis 300 Tonnen Antibiotika jährlich an Pati- entinnen und Patienten verordnet, 85 Prozent davon in der ärztlichen Praxis. Damit gehören sie zu einer der verordnungsstärksten Arzneimit- telgruppen in der ambulant-ärztlichen Versorgung. TK spezial | Welche Aspekte haben in der Vergangenheit noch zu einer Fehl- und Überversorgung mit Antibio- tika in Deutschland geführt und damit eine Resistenz begünstigt? Prof. Dr. Glaeske | Ursache war und ist häufig der sorglose Umgang mit Antibiotika. Das Arzneimittel wird Für den Gebrauch von Antibiotika gibt es umfangreiche Leitlinien.Trotzdem werden Antibiotika zu häufig und un- kritisch verordnet. Heute ist unumstrit- ten, dass das Antibiotika-Verordnungs- verhalten und der sorglose Umgang mit Antibiotika in den vergangenen Jahren zu schwerwiegenden Resis­ tenzentwicklungen geführt haben. Das Volumen der von den niederge- lassenen Ärzten im Land Bremen verschriebenen Antibiotika ist im Jahr 2013 im Vergleich zu 2011 um 0,4 Pro- zent auf rund 287.400 definierteTages- dosen leicht gestiegen. Das geht aus einer aktuellenTK-Auswertung hervor, die die Arzneimittelverordnungen der bei derTK versicherten Personen ab dem 18. Lebensjahr, wohnhaft in Bremen und Bremerhaven, analysiert. Betrachtet man den Verlauf des Anti- biotika-Verbrauchs der Personengrup- pe ab dem 18. Lebensjahr hingegen bundesweit, so ist ein Anstieg um 4,7 Prozent auf rund 39 Millionen defini- nierteTagesdosen zu verzeichnen. TK spezial | „So schmal wie möglich, so breit wie nötig – so kurz wie mög- lich, so lange wie nötig“ lautet eine allgemeine Empfehlung in Bezug auf den Antibiotika-Einsatz. Ein Satz, der noch seine Gültigkeit hat? Prof. Dr. Glaeske | Nach wie vor hat dieser Satz nicht an Gültigkeit verloren. Viren oder Bakterien sind die häufigste Ursache für die Entste- hung von Infekten. Gerade zu Beginn einer Erkrankung ist es jedoch nicht immer eindeutig, ob es sich um einen bakteriellen oder viralen Infekt handelt, da sich die Krankheitszeichen sehr ähneln können. Die Einnahme eines Antibiotikums ist aber nur bei einer bakteriellen Infektion sinnvoll. Mandelentzündungen oder auch Blasenentzündungen werden häufig durch Bakterien verursacht, während beispielsweise die meisten Erkäl- tungskrankheiten durch Viren hervor- gerufen werden. Gegen Viren sind Antibiotika allerdings machtlos. TK spezial | Wie ernst wird die An- tibiotika-Empfehlung in Deutschland tatsächlich genommen? Prof. Dr. Glaeske | In der Praxis wird leider noch viel zu schnell nach einem Interview mit Prof. Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der Universität Bremen „Antibiotika gehören zu den verordnungsstärksten Arzneimitteln der ambulant-ärztlichenVersorgung“ zu früh abgesetzt, oder aber der Patient hält sich nicht an die Einnah- mevorschriften. Dadurch begünstigt man die Entstehung widerstandsfä- higer Bakterien, die überleben und gegen den Wirkstoff unempfind- lich, also resistent, werden. Aus diesem Grund ist es gerade bei Antibiotika so wichtig, diese Arzneimittel nach der vorge- schriebenen Dosierung im richtigen zeitlichen Abstand über den festge- legten Behandlungszeitraum einzu- nehmen. Auch der unkritische Einsatz von An- tibiotika bei Krankheiten, bei denen die Anwendung eher kontraproduktiv statt sinnvoll ist, kann eine Resistenz begünstigen. So werden Antibiotika häufig bei unkomplizierten Erkäl- tungskrankheiten eingesetzt, obwohl hinter dem Infekt oft Viren stecken. Die Verschreibung von sogenannten Breitspektrum-Antibiotika, die gegen Prof. Dr. rer. nat. Gerd Glaeske Professor für Arzneimittelversorgungsforschung im Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der Universität Bre- men. Seit 2007 Co-Leiter der Abteilung für Gesund- heitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungs- forschung im ZeS. Funktionen und Mitgliedschaften: Seit 2010 Hauptge- schäftsführer und Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des Deutschen Netzwerks Versorgungsfor- schung; Mitglied der Fachgesellschaft für Arzneimitte- lanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie (GAA); seit 2003 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der BZgA; Mitglied in der Deutschen Gesell- schaft für Epidemiologie, in der WHO-Drug Utilization Research Group, in der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft und in der Gesellschaft für klinische Pharmakologie; seit 2009 Mitglied des Ausschus- ses für den rationalen Einsatz von Arzneimitteln des Arzneimittelbeirates beim Bundesministerium für Gesundheit in Wien; 2003 bis 2009 Mitglied im Sach- verständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. ZUR PERSON Sowohl die ärztliche Praxis als auch die Apothe- ke müssen ihrer Beratungs- pflicht nachkommen.“
  3. 3. TK spezial Bremen · 2/2014 | 3 Die Einnahme eines Antibiotikums ist nur bei bakteriellen Infektionen sinnvoll. Deutsche Antibiotika-Resistenz- strategie Das Bundesministerium für Ge- sundheit hat im Jahr 2008 erstmals die Deutsche Antibiotika-Resistenz- strategie (DART) vorgestellt. Eine zentrale Stellung nehmen dabei unter anderem Surveillance-Syste- me zur Antibiotika-Resistenz sowie zum Antibiotika-Verbrauch ein, um auf der Basis verlässlicher und repräsentativer Daten Maßnahmen zur Begrenzung des Problems er- greifen zu können. Die in der DART enthaltenen Maßnahmen erfolgten bis Ende 2013. Derzeit wird die Resistenzstrategie bis planmäßig November 2014 weiterentwickelt. Weiterführende Informationen unter www.bmg.bund.de, Stich- wort: Deutsche Antibiotika-Resis- tenzstrategie. INFORMATION viele bakterielle Krankheitserreger eingesetzt werden können, fördert die Resistenzbildung ebenso. Schmalspektrum-Antibiotika wären hingegen in manchen Fällen ausrei- chend, da sie zwar nur gegen eine bestimmte Bakterienart wirksam sind, dafür diese aber gezielt bekämp- fen. Blut-, Urin- oder Speichelproben können Aufschluss darüber geben, ob Viren oder Bakterien für die Infekti- on verantwortlich sind und ob bzw. welches dann das geeignete Antibio- tikum ist. TK spezial | Wo sehen Sie die Chancen und Möglichkeiten für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika? Prof. Dr. Glaeske | Ein verantwor- tungsvoller Umgang mit Antibiotika setzt hilfreiche und verständliche Informationen voraus. Der Patient muss sensibilisiert werden für diese besondere Gruppe von Arzneimit- teln. Sowohl die ärztliche Praxis als auch die Apotheke müssen hier ihrer Beratungspflicht nachkommen und den Patienten auf die richtige Einnah- me hinweisen. Gerade für kleinere Kinder, chronisch kranke Personen sowie für ältere Menschen können Antibiotika-Resistenzen ernst zu neh- mende Folgen haben. Nicht nur dass Infektionen länger andauern und sich die medikamentöse Therapie schwie- riger gestaltet, im schlimmsten Fall können eigentlich gut behandelbare bakterielle Erkrankungen lebensbe- drohlich werden. Inzwischen gibt es Infektionen, für die kaum noch wirksame Antibiotika zur Verfügung stehen. Für solche Fälle stehen Reserve-Antibiotika zur Verfü- gung, die ihrerseits starke Nebenwir- kungen haben und auch unwirksam gegenüber Erregern werden können. TK spezial | Was sagen Sie zu der entwickelten Deutschen Antibioti- ka-Resistenzstrategie des Bundesmi- nisteriums für Gesundheit? Prof. Dr. Glaeske | Jetzt gilt es, die entwickelten Resistenzstrategien – gerade auch im Hinblick auf den Anti- biotika-Verbrauch in der Tiermedizin – konsequent umzusetzen. Denn nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren können sich Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln. Der Einsatz bestimmter Antibiotika in der Tiermedizin wird schon seit Langem sehr kritisch gesehen, da diese Wirk- stoffe als Reserve-Antibiotika für den Menschen von großer Bedeutung sind. So begünstigt der Einsatz von Antibiotika in der landwirtschaftlichen Tierhaltung die Resistenzentwicklung sowie die Ausbreitung von resis- tenten Bakterien. Die Entwicklung neuer Antibiotika ist außerdem ein wichtiges Ziel forschender Pharmau- nternehmen. Viele stecken aller- dings noch in ihren Kinderschuhen, befinden sich also zunächst noch in früheren Stadien der klinischen und vorklinischen Entwicklung. So be- steht mehr denn je ein großer Bedarf an neuen Antibiotika, weil sich auch in Zukunft die Resistenzentwicklung weiter verschärfen dürfte. Reserve- Antibiotika müssen Reserve-Antibio- tika bleiben!
  4. 4. Durch die App TalentScout.Nordwest zum Ausbildungsplatz. Impressum Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Bremen Verantwortlich | Brigitte Fuhst Redaktion | Eschin Marbin, Angela Motzko Telefon | 04 21 - 305 05-400 Telefax | 04 21 - 305 05-409 E-Mail | lv-bremen@tk.de Twitter | www.twitter.com/TKinHB Internet | www.tk.de/lv-bremen Die App TalentScout.Nordwest wur- de in Kooperation mit der TK Bremen und weiteren renommierten Firmen durch die Vermittlungsagentur Die Ausbildungsberater entwickelt. Ziel der App ist es, junge Menschen und Firmen aus der Region zusammen- zubringen. Welcher Beruf passt überhaupt? Aus- bildungssuchende können über die App einen TalentCheck durchführen, der aus fünf Teilen besteht. Im An- schluss erhalten die Nutzer Vorschlä- ge für Berufe, die zu den eigenen Ta- lenten und Interessen passen, sowie Infos zu diesen Berufen in Kurzform. Des Weiteren werden die passenden freien Ausbildungsplätze Svenja Lorch hat das zweistufige Auswahlverfahren des Parlamentari- schen Patenschafts-Programms (PPP) erfolgreich absolviert und erhält nun ein Stipendium des Deutschen Bun- destages. Das PPP wurde aus Anlass des 300. Jahrestages der ersten deutschen Einwanderung nach Norda- merika vom Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika gemeinsam mit dem Deutschen Bundestag ins Leben gerufen. Frau Lorch wird für ein Jahr Deutschland in den USA vertreten und die politischen und kulturellen Werte vermitteln. Die 24-jährige Kauffrau im Gesund- heitswesen bei der TK in Bremen freut sich sehr auf ihren USA-Au- fenthalt. Sie wird in einer Gastfami- lie leben, ein Semester an einem Community College studieren und TK unterstützt innovativeTalent-App Bremerin geht als Junior-Botschafterin in die USA Ausbildungsplatzsuche leicht gemacht! Parlamentarisches Patenschafts-Programm Der Deutsche Bundestag vergibt jedes Jahr Stipendien. und die direkten Kontaktdaten der jeweiligen Firmen angezeigt. Die App gilt als Innovation, und die Bandbreite der Firmen, die sich in dieser Form mit ihren Ausbildungs- plätzen oder dualen Studiengängen beteiligen, wächst stetig. Die TK Bremen ist mit den Ausbildungs- berufen zum/zur Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen und zum/zur Sozialversicherungsfachangestellten präsent. das zweite Stipendiums-Halbjahr ein berufsbezogenes Praktikum in einem amerikanischen Betrieb absolvieren. Sie ist eine von 75 jungen berufstä- tigen Repräsentanten aus Deutsch- land. Insgesamt nehmen rund 360 Schülerinnen und Schüler sowie junge Berufstätige am PPP teil. Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck über- nimmt Patenschaft Die Bundestagsabgeordnete Marie­ luise Beck (Bündnis 90/Die Grünen) ist für die Wahlkreise Bremen und Bremerhaven zuständig und nominier- te Frau Lorch für das PPP.  Während des Programms wird Frau Beck auch als Patenabgeordnete fungieren. Mehr Informationen unter www.tk.de, Webcode: 646566

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