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"TK spezial" für Berlin-Brandenburg 2-2014

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"TK spezial" für Berlin-Brandenburg 2-2014

  1. 1. • Position:Vorfahrt für das Schwimmen • Interview: Dirk Gerstle zur Herausforderung „Pflege“ • Beitrag: Arzneimittel unter der Lupe spezialB e r l i n u n d B r a n d e n b u rg Nr. 2 2014Informationsdienst der Techniker Krankenkasse Liebe Leserin, lieber Leser, auch ein schöner Rücken kann ganz schön zwicken. Das legt das Ergebnis des TK-Gesundheits- reports nahe. Rückenprobleme waren die Ursache für rund jeden zehnten krankheitsbedingten Fehltag im letzten Jahr. Nach Schätzungen waren das deutsch- landweit mehr als 40 Millionen Tage, an denen Betroffene bei der Arbeit fehlten. Das zeigt: Es spricht einiges dafür, aktiv zu bleiben. Die TK findet übrigens, dass der Schwimmsport auch nach der Sanierung der Ber- liner Bäder nicht zu kurz kommen darf. Wer regelmäßig schwimmt, stärkt die Gesundheit. Im Interview versucht der Berliner Staatssekretär für Soziales, Dirk Gerstle, zu erklären, warum 12,5 Millionen Menschen auf 70.000 Quadratkilometern im Flächenstaat Bayern mit 28 Pflegestützpunkten auskommen, während 3,5 Millionen Berliner auf 900 Quadratkilometern insgesamt 36 Pflegestützpunkte benötigen. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen Susanne Hertzer Leiterin der TK-Landesvertretung Berlin und Brandenburg Editorial Wer hätte das gedacht? Glosse Es ist ein Bild, das in Erinnerung bleibt: Wenige Monate nach seiner Wahl zum Regierenden Bürgermeis- ter Berlins trinkt Klaus Wowereit zu später Stunde bei der Bambi-Verlei- hung Champagner aus einem roten Pumps. Fortan gilt er als „Regieren- der Partymeister“. Die gefühlte Leichtigkeit, mit der Wowereit die Geschicke der Hauptstadt lenkte, ist inzwischen Geschichte. Nach 13 Jah- ren Regierungszeit verharren seine Beliebtheitswerte im Keller, wünscht sich die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner einen neuen Senatschef. Doch zurück zu den Anfangszeiten: In eben jenem Jahr 2001, als „Wowi“ den Pumps mit Perlwein füllte, ver- öffentlichten die gesetzlichen Kran- kenkassen den ersten gemeinsamen Präventionsbericht. Angesichts der steigenden Rate von Zivilisations- krankheiten rückte das Engagement für Bewegung, Entspannung und gesunde Ernährung in den Fokus der Gesundheitspolitik. Viele Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ließen sich mit einem gesünderen Lebensstil vermeiden. In den folgenden Jahren verstärkten die Krankenkassen ihr Engagement bei Gesundheitskursen und für gesunde Rahmenbedingun- gen in Betrieben, Schulen und Kitas. Allein in Berlin und Brandenburg hat die TK bisher Präventionsprojekte in mehr als 100 Kitas und Schulen mit rund 300.000 Euro gefördert. Der Erfolg von Prävention ist jedoch nicht nur von den eingesetzten Ressourcen abhängig. Gesundheits- bewusstes Verhalten hat viel mit Eigeninitiative zu tun, es muss tag- täglich gelebt und vorgelebt werden. Prävention braucht einen Platz in der Mitte der Gesellschaft. Ein Mann in führender Position, von dem man in Sachen Gesundheit und Prävention
  2. 2. TK spezial Berlin und Brandenburg · 2/2014 | 2 Aufgeschlossenheit erwarten könnte, ist Ole Bested Hensing. Im Interview mit der Berliner Zeitung gab der Chef der Berliner Bäderbetriebe jedoch zu Protokoll: „Im Moment haben wir eine starke Sportorientierung. Dieses Hin- und Herschwimmen, dafür gibt es eine ganz starke Klientel.“ Es klingt nicht so, als wäre Hensing erfreut über diese Besucher seiner Bäder, die „ein ausgeprägteres Gesundheitsbe- wusstsein haben, sich intensiv mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit beschäftigen“. Hensing wünscht sich neue freizeitorientierte Bäder, die ein anderes Publikum anziehen. Berlins Bäderchef kritisiert die Schwimmbadlandschaft als zu sportorientiert und möchte neue Freizeitbäder bauen. Die TK spricht sich dafür aus, dass neben dem Spaß weiterhin auch der Schwimmsport im Mittelpunkt steht. Denn aus gesell- schaftlicher Sicht zählt vor allem eins: Schwimmen ist gesund. Rutschen, Planschen und Wellness: Spaßbäder bieten Vergnügen und Er- holung, aber meist keine Möglichkeit Den Nagel auf den Kopf trifft am Ende der Politiker, zu dessen Her- zensangelegenheiten bisher weder Präventionsthemen noch die Gesund- heitspolitik gehörten. Niemand werde „gesund, wenn er sich ins Spaßbad setzt und Caipirinha trinkt“, wird Klaus Wowereit bei der Fraktionsklausur im Januar vom Tagesspiegel zitiert. Die Zustimmung der SPD-Fraktion für den Bau neuer Schwimmbäder sei davon abhängig, ob diese auch zum Schwimmen und für den Sport geeignet sind. Der ehemalige Party- meister hat den Präventionsgedanken anscheinend besser verinnerlicht als Berlins oberster Bademeister. Wer hätte das gedacht? Vorfahrt für das Schwimmen Aktuelle Position zur sportlichen Betätigung im kühlen Nass. Wie wichtig der Sport ist, zeigte die TK-Bewegungsstudie im letzten Sommer. Mehr als neun Stunden verbringen Berufstätige täglich im Sitzen, dazu kommen noch drei Frei- zeitstunden vor dem Fernseher oder im Internet. Deutschland sitzt sich krank, so das Ergebnis der Studie. Vor diesem Hintergrund kommt gerade dem Schwimmen eine bedeutende Rolle zu, schließlich ist es gleichsam rücken- und gelenkschonend, gut fürs Herz-Kreislauf-System und geeignet für alle Altersgruppen. Für Frauen und junge Menschen in Deutschland gehört Schwimmen zu den Top 3 der Sportarten. Berlins Bäderchef Ole Bested Hensing möchte nun mit neuen spaß- und erlebnisorientierten Bädern die Besucherzahlen erhöhen. Aus Sicht des Bäderchefs ist das ein nachvollziehbares Ziel. Die Landespolitik sollte jedoch auch die Anliegen des Schulsports und der Schwimmvereine nicht aus den Au- gen verlieren. Schließlich werden die Bäder hauptsächlich über Steuermittel finanziert. Im besten Fall kommen Spaß und Bewegung, Sport und Freizeitvergnügen unter einem Dach zusammen. Wichtig ist, dass bei den Veränderungen in der Bäderlandschaft am Ende der Gesundheitsaspekt nicht zu kurz kommt. Daran wird sich der Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Wowereit und dem zuständigen Senator Henkel messen lassen müssen. Pumps – ein attraktiver und beliebter Damenschuh. Konzentration vor dem Sprung ins kühle Nass.
  3. 3. TK spezial Berlin und Brandenburg · 2/2014 | 3 TK spezial | Herr Gerstle, Sie sind im vergangenen Jahr von Hannover nach Berlin gewechselt und haben das Amt des Berliner Sozialstaatssekre- tärs übernommen. Was reizt Sie an Ihrer Position? Gerstle | Sozialpolitik ist ein spannen- des Handlungsfeld mit Fragen, die uns alle im täglichen Leben betreffen. Das geschieht zum Beispiel, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, wenn die umgesetzte UN-Behinder- tenrechtskonvention das Einsteigen in den Bus erleichtert, Asylbewerber menschenwürdig untergebracht werden oder sich Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagieren. Das sind nur einige unserer Aufga- benfelder. Als Staatssekretär aktiv an gesellschaftlich relevanten Themen mitzuarbeiten und Impulse zu geben ist eine große Herausforderung, der ich mich gerne stelle. TK spezial | Kommen wir zum Thema Pflege. Die Bundesregierung hat die erste Stufe der Pflegereform gestar- tet. Was halten Sie aus Berliner Sicht für wenig praktikabel? Gerstle | Sie meinen die erste Stufe in dieser Legislaturperiode. Entschei- dend ist, dass der neue Pflegebe- dürftigkeitsbegriff eingeführt wird. Ich begrüße es, dass niedrigschwel- lige Betreuungsangebote gestärkt werden sollen. Nun sind auch Entlastungsangebote für die haus- wirtschaftliche Versorgung und die Alltagsbegleitung vorgesehen. Dieser Schritt ist zukunftsweisend. Aber wir müssen einige Dinge im Auge behal- ten, zum Beispiel darf sich damit kein paralleles Anerkennungs- und Förder- verfahren etablieren. Und beim mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz 2012 eingeführten Wohngruppenzu- schlag, der Bewohner einer ambulant betreuten Wohngruppe unterstützen soll, haben die Kassen große Um- setzungsprobleme. Hier dränge ich wie andere Länder auf rechtssichere Formulierungen. TK spezial | Was sind die Heraus- forderungen für die Pflege in der Hauptstadt, und wie geht der Senat damit um? Gerstle | 2030 wird es etwa doppelt „2030 wird es etwa doppelt so viele 80-Jährige in Berlin geben“ Der Berliner Sozialstaatssekretär Dirk Gerstle im Interview so viele 80-Jährige in Berlin geben wie heute. Zwar ist alt sein nicht gleichbedeutend mit krank sein, doch steigt mit zunehmendem Alter das Risiko, pflegebedürftig zu werden. Um uns auf den wachsenden Pfle- gebedarf einzustellen, haben wir im Rahmen der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive des Bun- des im Land Berlin die Kampagne „Gepflegt in die Zukunft“ gestartet. Damit wollen wir das Ansehen des Berufs erhöhen, für das Thema Altern sensibilisieren und mehr Menschen für den Beruf gewinnen. Neue Kräfte wollen wir besonders aus dem Be- reich der Umschüler rekrutieren. TK spezial | Die Krankenkassen bera- ten ihre Versicherten kompetent und individuell. Warum benötigt Berlin da- rüber hinaus mehr Pflegestützpunkte als der gesamte Freistaat Bayern? Gerstle | In Berlin gibt es 28 Pfle- gestützpunkte zur Beratung und Information rund um das Thema Pflege – wir haben aber einen Bedarf von 36 Anlaufstellen. Das liegt an der Bevölkerungsdichte der Haupt- stadt, pro 95.000 Einwohner ist ein Pflegestützpunkt erforderlich. Wenn man bedenkt, dass zu den gesetzli- chen Aufgaben der Berliner Pflege- stützpunkte neben Information und Beratung auch Koordinierung und Vernetzung gehören, ist eine solche flächendeckende Versorgung unver- zichtbar. Gerade für ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder für pflegende Angehörige von De- menzerkrankten ist das sehr wichtig. So können etwa pflegende Angehö- rige sich beraten lassen, ohne ihre pflegebedürftigen Verwandten lange allein zu lassen. Die Berlinerinnen und Berliner werden nur durch ein individuelles, unabhängiges und vor allem wohnortnahes Netz von Pflege- stützpunkten umfassend unterstützt. TK spezial | Einige Bundesländer übernehmen die Kosten für die Al- tenpflegeausbildung. Wird sich Berlin ebenfalls dafür entscheiden? Gerstle | Es ist unser Ziel, eine Lösung zu finden, damit auch in Berlin die Ausbildung zur Altenpflege- fachkraft kostenfrei ist. Mit unserer bereits angesprochenen Kampagne „Gepflegt in die Zukunft“ wollen wir Menschen davon überzeugen, sich für eine Ausbildung zur Altenpflege- fachkraft zu entscheiden. Gleichzeitig wollen wir auch den Beruf stärken. Dazu gehört es, zu schauen, ob das Ausbildungsgehalt stimmt. Da es in der Altenpflege keinen allgemein ver- bindlichen Tarifvertrag gibt, kann die Ausbildungsvergütung zwischen den einzelnen Trägern sehr unterschied- lich ausfallen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Auszubildende in der Altenpflege von ihrem Ausbildungs- gehalt nicht auch noch das Schulgeld bezahlen müssen. TK spezial | Herr Gerstle, vielen Dank! Dirk Gerstle Dirk Gerstle ist seit 2013 Sozialstaatssekretär der Se- natsverwaltung für Gesundheit und Soziales in Berlin. Er wurde 1961 in Hildesheim geboren. Der gelernte Diplom-Verwaltungswirt war ab 1989 im Niedersäch- sischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration tätig. Von 2008 bis 2013 arbeitete er dort als Büroleiter der Ministerin und des Staatssekretärs. Dirk Gerstle ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. ZUR PERSON
  4. 4. TK spezial Berlin und Brandenburg · 2/2014 | 4 Sie lernen, wie man Software pro- grammiert, Maschinen konstruiert oder ein Unternehmen führt. Seit Kurzem können die Studierenden an der Technischen Hochschule Wildau zusätzlich noch etwas ganz anderes lernen: gesund zu leben. Um dies zu ermöglichen, arbeitet die Hochschule eng mit der TK zusammen. Auf dem Campus können sich alle Studierenden in der TK-Lounge über Gesundheits- und Präventionsthemen informieren. Aber auch den Mitar- beiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule steht die Beratung offen. Darüber hinaus werden Ernährungs-, Entspannungs- und Bewegungskurse für Studierende und Mitarbeiter ange- boten. Ob gesundes Trinken, Beweg- lichkeitscheck oder Atemübungen: Regelmäßig werden auf dem Campus Gesundheitstage organisiert, die Interesse für die eigene Gesundheit wecken sollen. Thomas Holm, Leiter des Gesund- heitsmanagements der TK, erläutert das Engagement: „Die Arbeitswelt wird immer komplexer, und die Der Frage, wie die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen verbessert werden kann, widmet sich das vor zehn Jahren gegründete Bündnis Gesund Aufwachsen in Brandenburg. Das Brandenburger Gesundheitsminis- terium hatte dazu eingeladen und die Moderation übernommen. Im Bündnis haben sich die für dieses Handlungs- feld relevanten Akteure zusammenge- schlossen. Neben Landesministerien bringen sich viele Organisationen und Vereine sowie Krankenkassen aktiv ein. Der Zusammenschluss geht auf den 2003 initiierten Gesundheits- zielprozess in Brandenburg zurück. Grundlage für das Handeln des Brandenburger Bündnisses ist der Datenmonitor zur Kinder- und Jugend- gesundheit. Er bietet in differenzierter Form aktuelle Ergebnisse aus der Gesundheitsberichterstattung für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche. Gesund studieren in Wildau Zehn Jahre Bündnis Gesund Aufwachsen in Brandenburg TK-Kooperation beim Gesundheitsmanagement Prävention und Gesundheitsförderung Anforderungen in vielen Berufen steigen. Da ist es wichtig, dass die Gesundheit nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Wir möchten unser Know-how in Gesundheitsfragen an die Studierenden und Mitarbeiter der Hochschule weitergeben.“ Gemein- sam möchten die beiden Partner erreichen, dass Absolventinnen und Absolventen die erworbenen Gesund- heitskompetenzen zukünftig in die Wirtschaft und die Gesellschaft tragen und dort verankern. Er ist zugleich Instrument zur Ermitt- lung auch künftiger Schwerpunkte für die Arbeit des Bündnisses. DieTK stellt als Gründungsmitglied des Bündnisses ihr Fachwissen insbeson- dere zur Prävention und Gesundheits- förderung zur Verfügung. So wurde beispielsweise der von derTK bundes- weit initiierte Präventionsleitfaden „Ge- walt gegen Kinder“ 2013 in der vierten Auflage gemeinsam mit dem Verband der Kinder- und Jugendärzte Branden- burg, dem Gesundheitsministerium des Landes sowie weiteren relevanten Partnern auf den Weg gebracht. TK unterstützt gesundes Aufwachsen In Brandenburg gibt es 18 so- genannte Netzwerke Gesunde Kinder. Ehrenamtlich tätige Paten bieten den Eltern während der Schwangerschaft sowie unmittel- bar vor der Geburt Unterstützung an und begleiten sie bis zum dritten Lebensjahr ihres Kindes. Das Ziel: die gesunde Entwick- lung des Kindes. Die Netzwerke sind Teil des familienpolitischen Engagements der Brandenburger Landesregierung. Innovativ an dem Ansatz ist, dass die Kompetenz von Fachkräften auf ehrenamtli- ches Engagement trifft. Aktuell hat die TK die Kosten für das Aufklä- rungsportal „Bitte nicht schütteln“ für zwei Jahre übernommen. Es ist Bestandteil der gleichnamigen Landeskampagne der Arbeitsgrup- pe Unfall- und Gewaltprävention des Brandenburger Bündnisses Gesund Aufwachsen. Information Die TK-Lounge befindet sich auf dem Campus in Halle 17.
  5. 5. TK spezial Berlin und Brandenburg · 2/2014 | 5 Jedes Jahr kommen etwa 20 neue Wirkstoffe auf den deutschen Arznei- mittelmarkt. Bieten sie für die Patien- ten einen größeren Nutzen? Tragen sie zu einer höheren Qualität der Behandlung bei? Welche zusätzlichen Erkenntnisse bringt die medizinische Anwendung? Diesen und anderen Fragen widmet sich der TK-Innovati- onsreport 2014. Wissenschaftler der Universität Bremen haben die Wirk- stoffe des Jahres 2011 genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Drei der insgesamt 20 neuen Arznei- mittel erhielten eine Höchstbewer- tung. Sie sind als sogenannter thera- peutischer Fortschritt einzustufen. Da- runter ein Gerinnungshemmer – ein Arzneimittel zur Behandlung von Pa- tienten mit akutem Koronarsyndrom und ein Prostatakrebs-Wirkstoff. Im Arzneimittelmarkt unter der Lupe TK-Innovationsreport Spätbewertung ist notwendig Mit dem Inkrafttreten des Arzneimit- telmarktneuordnungsgesetzes im Jahr 2011 müssen in Deutschland die Fragen beantwortet werden, welchen (Zusatz-)Nutzen neue Arzneimittel für die Patienten haben und was sie kosten dürfen. Die überwiegende Mehrheit der neuen Wirkstoffe des Jahres 2011 ist nach zwei bis drei Jah- ren in der medizinischen Versorgung angekommen. Trotz früher Nutzen- bewertung, so die Bremer Forscher, lassen sich weitere Erkenntnisse über einen therapeutischen Fortschritt von Arzneimitteln erst im realen Versor- gungsalltag gewinnen. Bei sieben von 20 betrachteten Wirkstoffen haben die pharmazeutischen Unternehmen nach der Markteinführung medizinische Fachkreise über neu erkannte Risiken informiert. Für die Bremer Wissen- schaftler ist klar: Neue Wirkstoffe ber- gen in der Realität auch neue Risiken. TK-Chef Baas ist überzeugt: „Eine einmalige Bewertung neuer Arznei- mittel reicht im Grunde nicht aus. Was wir brauchen, sind weitere Spätbe- wertungen mit Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag, um den tatsäch- lichen Nutzen neuer Medikamente besser einschätzen zu können.“ Unterstützung für Ärzte – Nutzen für Patienten Die ärztliche Verordnungspraxis beeinflusst den Therapieerfolg und damit auch die Behandlungsqualität. Gleichwohl – der Arzneimittelmarkt und die Studienlage sind nicht immer leicht zu überschauen. Der TK-Innova- tionsreport soll die Ärzte bei ihrer Arbeit unterstützen. Interessierte Ärzte können bei der TK auch den TK-Arzneimittelreport (TK-AMR) abonnieren. Er bietet unter ande- rem eine Aufstellung von neuesten Arzneimittelinformationen. Arzneimittel auf dem Prüfstand. Mittelpunkt der Analyse standen neben dem Zusatznutzen noch zwei weitere Dimensionen: die Verfügbar- keit von Therapien zur Behandlung der jeweiligen Erkrankung und die Höhe der Kosten im Vergleich zu Therapieal- ternativen. Positiv bewerten die Wissenschaftler, dass deutlich weniger Wirkstoffe im Vergleich zum Vorjahr eine negative Bewertung beim therapeutischen Nut- zen erhalten haben. Im Jahr 2013 – der ersten Ausgabe des Innovationsre- ports – haben die Forscher bei 61 Prozent ein Fehlen patientenrelevan- ter Verbesserungen festgestellt. In der aktuellen Studie liegt der Anteil bei 35 Prozent. Conrad Ehrlich, Referent für Gesundheitswesen derTK-Landesvertretung Neues ist nicht gleich besser für Patienten. Das ist spätestens seit dem AMNOG klar geworden. Wich- tig ist, dass Ärzten und Patienten eine wissenschaftlich fundierte und qualitätsgerichtete Orientierung für neue Arzneimittel geboten wird. Doch wie steht es mit Medikamen- ten, die es schon länger gibt? Gleich zu Beginn der aktuellen Le- gislaturperiode hat Bundesgesund- heitsminister Gröhe dem Aufruf des Arzneimittelbestandsmarktes eine Absage erteilt. Bereits auf dem Markt befindliche Arzneimit- tel werden nun nicht nachträglich für eine Nutzenbewertung mit anschließender Preisverhandlung herangezogen. Dieser Wegfall des relativ aufwendigen Bestands- marktaufrufes ist sicherlich eine pragmatische Lösung der Politik. Dennoch wäre eine Bewertung von Bestandsmarktmedikamenten grundsätzlich sinnvoll, um die Be- handlungsqualität zu erhöhen. Selbst bei bereits länger auf dem Markt befindlichen Arzneimitteln hat sich gezeigt, dass im Versor- gungsalltag weitere Erkenntnisse zu Wirksamkeit und neuen Risiken gewonnen werden können. Mit dem Ziel einer höheren Ver- sorgungsqualität steht es dem leistungsfähigen deutschen Gesundheitswesen gut an, auch die Informationen einer Spätbe- wertung im Sinne der Patienten nutzbar zu machen. Kommentar
  6. 6. Impressum Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Berlin und Brandenburg Verantwortlich | Susanne Hertzer Redaktion | Marcus Dräger, Conrad Ehrlich Telefon | 030 - 245 47-4 Telefax | 030 - 245 47-500 E-Mail | lv-berlin-brandenburg@tk.de Twitter | www.twitter.com/TKinBerlinBB Internet | www.tk.de/lv-berlin Seine sportliche Laufbahn begann im zarten Alter von neun Jahren beim 1. FC Herzogenaurach. Nur zehn Jahre später war er bereits Europa- meister, und das sollte noch lange nicht das Ende sein: Zahlreiche nationale und internationale Titel und Rekorde sammelte Lothar Matthäus im Laufe seiner langen Karriere als Fußballer. Neben Toren und Titeln sind es aber vor allem seine Sprüche, die in Erinnerung bleiben. Unver- gessen sind „Das Chancenplus war ausgeglichen“ oder „Gewollt hab ich schon gemocht, aber gedurft ham sie mich nicht gelassen“. Auch zum Thema Rückenschmerzen äußerte Der Mittelfranke und der Rücken Gesundheitsreport Herzogenaurach ist eine mittelfränkische Stadt in der Nähe von Erlangen. sich Matthäus: „Ja, der Rücken ist die Achillesferse des Körpers.“ Dass der Rekordnationalspieler damit im Grunde nicht Unrecht hat, zeigt der aktuelle TK-Gesundheitsreport. 40 Millionen Rücken- Fehltage Rückenbeschwerden sind für knapp zehn Prozent der erkrankungsbeding- ten Fehlzeiten verantwortlich. Mehr als die Hälfte dieser Fehltage entfallen auf die allgemeine Diagnose „Rücken- schmerzen“. Ebenfalls häufig sind Bandscheibenschäden oder Verände- rungen der Wirbelkörper der Grund für das Fehlen bei der Arbeit. Nach kon- servativen Schätzungen dürften im Jahr 2013 bei Erwerbspersonen in Deutschland deutlich mehr als 40 Mil- lionen Fehltage aufgrund von Krank- heiten der Wirbelsäule und des Rückens angefallen sein. Grundlage der Schätzung sind die Ergebnisse von 4,1 Millionen sozialversicherungspflich- tig beschäftigten oder arbeitslos gemeldeten Mitgliedern derTK. Risikofaktor körperliche Arbeit Die höchsten rückenbedingten Fehlzei- ten finden sich bei Beschäftigten aus der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie dem Bau- und Holzgewerbe, also in Gruppen mit körperlich ausge- sprochen starker Belastung. Ein Beschäftigter aus diesen Gruppen war im Jahr 2013 durchschnittlich rund drei Tage aufgrund von Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens krankge- schrieben. Das beste Rezept, um Rückenschmer- zen gar nicht erst aufkommen zu las- sen, ist regelmäßige Bewegung. Rückengymnastik, Pilates oder Schwimmen sind ideale Sportarten, aber auch eine Partie Fußball im Park bringt den Rücken in Bewegung. Wor- auf es letztendlich ankommt, weiß natürlich Lothar Matthäus: „Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken.“ Bild:VitoldMuratov

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