"TK spezial" für Bayern 4-2014

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"TK spezial" für Bayern 4-2014

  1. 1. Vorschläge und Handlungsoptio- nen für die Sicherstellung der ärzt- lichen Versorgung auf dem Land Positionspapier zur ärztlichen Versorgung im ländlichen Bereich Eine zukunftssichere ärztliche Versor- gung fordert alle Beteiligten. Städte, Kreise, Gemeinden und die regionalen Planungsverbände müssen mit an den Tisch. DieTK-Landesvertretung Bayern hat Ideen und Anregungen zusammenge- tragen mit dem Ziel, die ärztliche Ver- sorgung auf dem Land langfristig zu sichern. Angezeigt ist eine mittel- und langfristig angelegte Betrachtung und vorausschauende Planung. Wichtig ist, rechtzeitig zu handeln. Die wichtigsten Handlungsoptionen:  Stärkung der Attraktivität des Nie- derlassungsortes durch die Verbes- serung der Rahmenbedingungen durch die Gemeinden.  Schaffung von Aus- und Weiterbil- dungsmöglichkeiten in ländlichen Regionen.  Ausschöpfung der Fördermöglich- keiten des Bayerischen Staatsminis­ teriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).  Errichtung von kommunalen Eigen- einrichtungen zur ambulanten ärzt- lichen Versorgung.  Kooperation zwischen der Kassen­ ärztlichen Vereinigung und den Kran- kenhäusern bei der Organisation des Notdienstes.  Anpassung von öffentlichen Verkehrs­ verbindungen an Praxisstandorte und Sprechstunden.  Verbesserung der Praxisstrukturen in Zusammenarbeit mit bestehenden Praxen.  Ausbau derTelemedizin. Mehr Information gibt es unter www.tk.de, Webcode 666050. Grüß Gott, ein erfolgreiches und geschäftiges Jahr geht zu Ende. 2014 ist dieTK in Bayern allein bis November um 66.000 Versicherte gewachsen. Gemeinsam mit Ihnen haben wir uns außerdem für eine qualitative Versorgung und für bessere Gesundheitsstrukturen eingesetzt. Auch 2015 gibt es wieder viel zu tun. Zum Beispiel ist der Gesetzge- ber in seinem Bemühen, ein Präven- tionsgesetz zu verabschieden, aus- drücklich zu unterstützen. Auch wenn an der einen oder anderen Stelle noch nachgebessert werden muss. So kann es nicht sein, dass Versichertengelder für eine nachge- lagerte Bundesbehörde ausgege- ben werden. Das Geld fehlt am Ende bei konkreten Präventionspro- jekten im Freistaat. Selbst in der staden Zeit kann man die turbulenten Monate des kom- menden Jahrs spüren. Ich wünsche Ihnen daher beste Erholung während der Feiertage und viel Gesundheit für 2015. Christian Bredl Leiter derTK-Landesvertretung Bayern EDITORIAL Der Marktzugang von Medizinprodukten muss neu geregelt werden • Gastbeitrag von Dr. Siegfried Jedamzik • Beratung für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen spezial Nr. 4 2014Informationsdienst der Techniker Krankenkasse BAY E R N Am 8. Oktober 2014 nahm Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml das Positionspapier aus den Händen von Christian Bredl, dem Leiter der TK-Landes- vertretung Bayern, entgegen.
  2. 2. TK spezial Bayern · 4/2014 | 2 TK spezial | Frau Langer, Sie beglei- ten im Gesundheitsamt Erlangen- Höchstadt das Projekt „Gesunder Land- kreis“. Welche Aufgaben haben Sie? Dr. Langer | Ich koordiniere das Modellprojekt, an dem fünf Gemein- den aus unserem Landkreis teilneh- men. Um Gesundheit und Wohlbefin- den der Bürger zu verbessern, haben wir zunächst untersucht, welche Angebote es schon gibt und in welchen Bereichen die Gemeinden Bedarf haben. Mit diesem Wissen haben wir neue Angebote entwickelt. TK spezial | Welche Angebote sind für die Menschen vor Ort besonders interessant? Dr. Langer | Es werden vor allem Angebote zu Bewegung, Ernährung und seelischer Gesundheit nachge- fragt. Das Besondere des Modellpro- jekts sind die maßgeschneiderten Angebote. Beispielsweise sind in eine neu entstandene Reihenhaussiedlung in Heroldsberg viele junge Familien mit Kindern gezogen. Sie haben großes Interesse an sozialen Kontak- ten und Fachinformationen rund um „Gesundes Aufwachsen“ geäußert. So entstand der „Familientreff für Jung und Alt“, der beides kombiniert. TK spezial | Das Modellprojekt „Gesunder Landkreis“ istTeil der Gesundheitsinitiative „Gesund.Leben. Bayern“ des Bayerischen Staatsminis­ teriums. Was unterscheidet dieses Modellprojekt von anderen Projekten? Dr. Langer | Durch das Projekt bekom- men die Gemeinden Starthilfe vor Ort. Das Bayerische Gesundheitsministerium und dieTK setzen sich in einem Modellprojekt gemeinsam für die Gesundheit der Bürger in Landkreisen ein, z. B. in Erlangen-Höchstadt. Nach einer zweijährigen Starthilfe sollen dort lokale Gesund- heitsförderung und Prävention auf eigenen Beinen stehen Lebensnahe Projekte vor Ort In den lokalen Netzwerken oder an rundenTischen entwickeln interessierte Bürger und Fachleute, die aus den ver- schiedensten Gesundheitsbereichen kommen, gemeinsam die Gesund- heitsförderung – und zwar genau so, wie sie es für ihre Gemeinde brau- chen. Funktioniert das lokale Gesund- heitsnetzwerk nach der zweijährigen Projektphase, können sich die Pro- jektförderer zurückziehen. TK spezial | Ist die Hemmschwelle bei Projekten zur seelischen Gesund- heit nicht oft zu groß – gerade in Gemeinden, wo sich jeder kennt? Dr. Langer | In den Gesprächen an den rundenTischen vor Ort haben wir erfah- ren, dass es vielen Menschen schwer- fällt, mit seelischen Problemen offen umzugehen. Hätten wir einfach Vorträge organisiert, wären wahrscheinlich nur sehr wenige erschienen – aus Angst vor dem Gerede der Nachbarn. Deshalb haben wir zuerst mit einer Kampagne auf dasThema aufmerksam gemacht. Die Leute haben angefangen, darüber zu reden, und „seelische Gesundheit“ wurde zu einem öffentlichenThema in den Gemeinden. Den Menschen ist es dadurch gelungen, ihre Berührungs- ängste ein Stück weit abzubauen. TK spezial | Zeigen Ihre Bemühungen im Projekt schon erste Wirkungen? Dr. Langer | Die Bürger nehmen die Angebote sehr gut an. Und auch die bisherigen Ergebnisse unserer Unter- suchungen sind positiv. Weitere Informationen unter www.tk.de, Webcode 039532. Dr. Anja Langer Koordinatorin des Modellprojekts „Gesunder Landkreis“ in Erlangen-Höchstadt. ZUR PERSON Das Modellprojekt „Gesunder Landkreis“ ist eine Kooperation zwischen dem Bayerischen Gesund- heitsministerium und derTK-Landes- vertretung Bayern. In acht baye- rischen Landkreisen unterstützt die TK Projekte zur Gesundheitsförde- rung mit insgesamt 150.000 Euro. Ziel des Projekts ist es, die Struk- turen zu schaffen, die nachhaltige Präventionsarbeit vor Ort möglich machen – wie im Landkreis Erlan- gen-Höchstadt. HINTERGRUND
  3. 3. TK spezial Bayern · 4/2014 | 3 TK spezial | Die Anzahl der Risiko- meldungen bei Medizinprodukten ist zwischen 2000 und 2013 um das Vier- fache gestiegen. Wo liegt Ihrer Ansicht nach das Problem? Soltau | Jedes Jahr kommen etwa 30.000 Neuentwicklungen auf den europäischen Markt. Dazu zählen u. a. Heftpflaster, Herzschrittmacher und Hüftprothesen. Die Ursache der zunehmen­den Risikomeldungen liegt zum einen sicherlich an der Vielzahl der neuen Produktzulassungen, zum anderen aber auch daran, dass es in Deutschland sehr lockere Zulassungs- und Überwachungsregeln gibt. Medizinprodukte unterliegen in der EU anders als Arzneimittel keinem strengen Zulassungsverfahren durch staatliche Behörden. Sie werden letztlich nur daraufhin überprüft, ob technische Normen eingehalten wer- den. Die Frage, ob ein Patient mit dem Implantat besser und schmerz- frei gehen kann, also eine Bewertung des Nutzens, spielt dagegen, anders als bei Medikamenten, keine Rolle. TK spezial | Wie viele Vorkommnisse aufgrund fehlerhafter oder gar lebens- gefährlicher Medizinprodukte werden bei der TK jährlich geprüft? Soltau | Die Zahl steigt seit Jahren kontinuierlich an. Allerdings gibt es eine große Dunkelziffer. Allein durch die großen Medizinproduktskandale wie die minderwertigen Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Im­­ plant Prothèse (PIP), Kabel­brüche bei den Defibrillator-Elektroden der Firma Medtronic und Hüften­doprothesen der Firma De Puy, von denen sich Metall abreibt, welches das Gewebe schädigt, prüft oder regressiert die TK in über 1.300 Fällen. Der Schaden für die Ver- sichertengemeinschaft beläuft sich hierbei auf mehrere Millionen Euro. TK spezial | Die meisten Patienten wissen wahrscheinlich gar nicht, dass sie eine tickende Zeitbombe in sich tragen. Wie finden Sie dieTK-Versicher- ten, die mit fehlerhaften Medizinpro- dukten versorgt wurden? Soltau | Auch wenn man es kaum glauben kann, den Kassen ist nicht bekannt, welches Produkt z. B. eine Klinik implantiert hat. Eine Übermitt- lung dieser Daten gibt es nicht. Bei unserer Arbeit sind wir also entweder auf die Sicherheitswarnungen des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder auf Informationen unserer Versicherten direkt angewiesen. Das Problem ist, dass das Bundesins­ titut nur einen Sicherheitshinweis auf seiner Internetseite veröffentlicht – es darf das fehlerhafte Produkt weder zurückrufen noch Krankenkassen oder Patienten direkt informieren. In der Regel ist dies Sache des Herstellers, der Kliniken und Ärzte informiert, die dann wiederum die Informationen an ihre Patienten weiterleiten sollen. Dieses System funktioniert in der Praxis nicht immer, sodass viele Pa­­ tienten und auch wir nicht wissen, dass sie ein schadhaftes Medizinpro- dukt erhalten haben. TTK spezial | Was müsste sich ändern, dass es überhaupt nicht zum Einsatz von fehlerhaften Medizinpro- dukten kommt? Soltau | Um dies zu erreichen, muss der Marktzugang von Medizinpro- dukten neu geregelt werden. Vor allem für Medizinprodukte, die in den Körper der Patienten implantiert wer- den und damit ein hohes Risikopoten- zial aufweisen, ist eine unabhängige Institution auf europäischer Ebene erforderlich. Zugelassen werden die Medizinprodukte in der EU von pri- vaten Einrichtungen, sogenannten Interview mit Christian Soltau, Fachreferent für Regresse und Ersatzansprüche in der TK „Der Marktzugang von Medizinprodukten muss neu geregelt werden.“ „benannten Stellen“. Mitunter reicht es für eine Zulassung schon, wenn der Produktionsprozess genehmigt wird. Hat ein Hersteller den Eindruck, eine Prüfstelle ist zu streng, kann er sich eine andere aussuchen. Ein iden- tisches und strengeres Zulassungsver- fahren in der EU würde die Patienten- sicherheit massiv erhöhen. Auch die Qualitätssicherung bedarf einer Anpassung. Gerade bei Produkten hoher Risikoklassen darf nicht auf eine klinische Prüfung verzichtet werden. Ebenso besteht Handlungsbedarf bei den Meldepflichten. Diese müssen sichergestellt sein und die entspre- chenden Daten zur Verfügung stehen. Für Produkte hoher Risikoklassen wer- den zudem verpflichtende Langzeitre- gister benötigt. TK spezial | Eine Patientin soll nach einer tumorbedingten Brustamputation ein Implantat erhalten. Wie findet sie das Krankenhaus, das qualitativ hoch- wertige Brustimplantate verwendet? Soltau | Ich rate generell jedem Pati- enten, dass er sich vor einer geplanten Operation genaue Informationen zum Produkt vom behandelnden Arzt geben lässt. Mit dieser Information sollte man sich dann an seine Krankenkasse wen- den, die in der Regel eine Recherche hinsichtlich evtl. Auffälligkeiten durch- führen kann. Mehr Information unter www.tk.de, Webcode 543928. Christian Soltau, Fachreferent für Regresse und Ersatzansprüche in der TK. (Foto: Techniker Krankenkasse)
  4. 4. TK spezial Bayern · 4/2014 | 4 Dr. med. Siegfried Jedamzik Dr. med. Siegfried Jedamzik (*22. September 1949) ist seit 1980 niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin in Ingolstadt. Seit 1986 ist er Vorstandsmitglied des Ärztlichen Kreis- verbandes Ingolstadt-Eichstätt. 2000 gründete er das Praxisnetz GOIN e.V. in Ingolstadt, in dem er seitdem als 1. Vorsitzender fungiert. Er ist Gründungsmitglied und Geschäftsführer der Baymatik e. V. – Bayerische ModellregionTelematik und ist in nationalen und internationalen e-Health­ gremien im BereichTelematik vertreten. Im Juli 2012 rief er die BayerischeTelemedAllianz in Ingolstadt ins Leben, die als Kompetenzplattform tele- medizinische Projekte und Initiativen in Bayern ver- netzt sowie im Rahmen einer Akademie Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen initiiert. ZUR PERSON Überblick Telemedizin wurde in ihren Anfangs- jahren für medizinische Verbindungen unter anderem in der bemannten Raumfahrt genutzt. In den Flächen- staaten Skandinaviens, Nordamerikas und in Australien kann die Bevölkerung in den entlegenen Gebieten teilweise nur durchTelemedizin medizinisch ver- sorgt werden. Aber auch in Entwick- lungsländern unterstützt sie die Gesundheitsversorgung der Bevölke- rung. In Deutschland gab es in den 1990er Jahren erste telemedizinische Projekte. Unter anderem wurde die Nordseeklinik auf Sylt über ein telera- diologisches Netzwerk an die Diako- nissenanstalt in Flensburg angeschlos- sen, um die Patienten auf der Ferien- insel auch mit einer radiologischen Expertise versorgen zu können. Anfang des 21. Jahrhunderts kamen immer weitere telemedizinische Ver- sorgungslösungen hinzu. Vorreiter waren die mittlerweile fest in das bayerische Gesundheitssystem inte­ grierten Schlaganfallnetze. Seither wurden in Bayern über 100 teleme­ dizinische Projekte und Versorgungs­ lösungen erprobt und teilweise in die Regelversorgung implementiert, was den Stellenwert und die Wichtigkeit derTelemedizin in unserer heutigen Gesundheitsversorgung belegt. Mög- lich gemacht wurde all dies durch die immer weiter fortschreitende Entwick- lung in der Informations- undTelekom- munikationstechnologie. Rahmenbedingungen Sinnhaftigkeit, Schutz und Sicherheit. Nicht erst seit dem NSA-Skandal wis- sen wir, dass der Schutz unserer per- sönlichen Daten zu oft, sei es durch den manchmal eigenen laxen Umgang damit oder durch das Ausspionieren von Kriminellen oder Sicherheitsbe- hörden, nicht immer ausreichend gewährleistet ist. Auch dieTelemedizin muss sich diesen Herausforderungen stellen, zumal es sich in diesem Bereich um persönliche medizinische Daten handelt, die eines besonderen Schut- zes bedürfen. Sicherlich gibt es auch in der Telemedizin Anwendungen, die hinsichtlich Datenschutz und Datensi- cherheit einen gewissen Nachholbe- darf haben, aber sofern es sich um CE-zertifizierte Medizinprodukte han- delt, wurden sie in der Regel daten- schutzrechtlich geprüft. Gemäß „Mini- malprinzip“ dürfen nur relevante Daten erhoben werden. Zudem sorgt die Trennung von personenbezogenen Daten wie Name, Geburtsdatum etc. von den medizinischen Daten sowie der Einsatz moderner Sicherheits- und Verschlüsselungsmechanismen für ein Maximum an Datensicherheit in der Telemedizin. Finanzierung. Die fehlende Erstat- tungsfähigkeit ambulanter telemedizi- nischer Leistungen in unserem am SGB V ausgerichteten Gesundheitssys­ tem ist die Hauptursache dafür, dass sich telemedizinische Anwendungen zur Versorgung von Patienten mit Dia- betes, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder mit implantierten Defibrillator noch nicht flächendeckend durchge- setzt haben. Die bereits erwähnten bayerischen Schlaganfallnetze können mittlerweile über die Vergütung der Krankenhäuser abgebildet werden. Leider können niedergelassene Ärzte ihren Patienten immer noch nicht eine telemedizinische Betreuung per Rezept verschreiben bzw. diese mit den Kostenträgern abrechnen. Deswegen wurde der Gemeinsame Bundesaus- schuss in Berlin beauftragt, bis Ende März 2013 festzulegen, welche ambu- lanten telemedizinischen Verfahren zukünftig abrechenbar sein sollen. Bis heute ist dies leider noch nicht geschehen. Um die Telemedizin in Bayern aber auch über den Freistaat hinaus weiter voranzubringen, hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege im Jahr 2012 eigens die Baye- rische TelemedAllianz (BTA) gegrün- det. Sie fungiert als landesweiter Ansprechpartner für alle Aktivitäten im Bereich Telemedizin, eHealth, Gesundheitstelematik und Digitalisie- rung im Gesundheitswesen. Als neu- trale Kompetenzplattform initiiert, koordiniert und vernetzt die BTA tele- medizinische Initiativen und Projekte in Bayern. Die Telemedizin unterstützt schon heute unser Gesundheitswesen mit intelligenten Lösungen und wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung sein. Ganz nach dem Motto „Zum Wohle des Patienten“. Gastbeitrag von Dr. Siegfried Jedamzik, Geschäftsführer der Bayerischen TelemedAllianz InnovativeTelemedizin für eine vernetzte Gesundheitsversorgung
  5. 5. TK spezial Bayern · 4/2014 | 5 Im Referentenentwurf des neuen Prä- ventionsgesetzes wird die betriebliche Gesundheitsförderung gestärkt. Die TK ist schon lange auf diesem Gebiet aktiv. Sie unterstützt beispielsweise schon seit 15 Jahren bundesweit Hochschulen auf dem Weg zu einer gesundheitsfördernden Einrichtung. Speziell das Gesundheitsmanage- ment im Hochschulbereich stand im Fokus der vierten Fachtagung der Reihe „Gesunde Hochschule“, die am 23. September 2014 an der TU München in Freising-Weihenstephan durchgeführt wurde. Hierbei koope- rierte die TK mit der Arbeitsgemein- schaft Suchtprävention und Gesund- heitsförderung in Bayern (AGSG Bayern). Nachhaltige Gesundheits- förderung im Setting „Hochschule“ Im Setting „Hochschule“ können nach- haltige Wirkungen präventiver und gesundheitsförderlicher Maßnahmen erzielt werden, da mehrere Zielgruppen gerade dort erreicht werden können, wo sie lernen, arbeiten und einen großenTeil ihrer Lebenszeit verbrin- gen. Die Hochschule steht ihnen als Ansprechpartnerin in allen Phasen des betrieblichen Gesundheitsma- nagements (BGM) von der Zielsetzung bis zur Evaluation gesundheitsförder- licher Konzepte zur Seite. Mithilfe der Fachtagungen zur „Gesunden Hoch- schule in Bayern“ werden der Erfah- rungsaustausch und die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Akteuren des betrieblichen Gesund- heitsmanagements an bayerischen Hochschulen und Universitäten gefördert. Dadurch steigen die Quali- tät gesundheitsförderlicher Maßnah- men und die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen. Stand die erste Tagung in 2010 noch unter demTitel „Gesunde Hochschule – (k)einThema in Bayern?“, so wurden in den Jahren darauf an mehreren Hochschulen Per- sonalstellen für innerbetriebliches Gesundheitsmanagement geschaffen. Dies spiegelt auch die Auswertung der Feedback-Bögen der letztenTagung wieder. Im Jahr 2012 waren nur 37 Pro- zent mit den Maßnahmen ihrer Hoch- schule oder Universität zufrieden, 2014 waren es schon 51 Prozent. Studierende als zukünftige Führungskräfte fördern Betriebliches Gesundheitsmanage- ment in Hochschulen erreicht neben den Mitarbeitern auch die Zielgruppe der Studierenden. Unter ihnen sind viele potenzielle Führungskräfte, die durch das eigene Erleben von Gesund- heitsmanagement bereits in der Hoch- schule für eine gesunde Führung sen- sibilisiert werden können. Die Refe- rate und Workshops der aktuellen Tagung orientierten sich an den Pha- sen des Zyklus zum BGM speziell im Hochschulbereich. Sie sind für alle Interessenten auf unserer Homepage abrufbar. Informationen zumThema unter www.tk.de, Webcode 270580. Gesund in Universitäten und Hochschulen in Bayern TK-Fachtagung in Freising-Weihenstephan Die Mitwirkenden der Fachtagung (v. l. n. r.): Prof. Dr. Oliver Schumann, Philipp Laemmert (Univ. Bayreuth), Sabine König (TK), Dr. Katrin Lohmann (Univ. Berlin), Dr. Brigitte Steinke (TK), Anna Benecke-Schmitt (Illustratorin), Dr. Elisabeth Wienemann (Univ. Hannover), Katja Beck- Doßler (AGSG), Andrea Krieg (Univ. Ilmenau), Peter Kobler (AGSG), Prof. Dr. Peter Scharff (Univ. Ilmenau), Dipl.-Psych. Kristin Unnold (Univ. Bielefeld), Dennis Fergland (Univ. Pader- born), Christian Bredl (TK), StefanieThees (Hochschule Coburg), Sabine Wagner-Rauh (TK). Die Impulsreferate orientierten sich an den Phasen des BGM-Zyklus: Philipp Laemmert (Universität Bayreuth): Gesund starten Prof. Dr. Peter Scharff (TU Ilmenau): Gesund führen Dr. Elisabeth Wienemann (LU Hannover): Gesundheit managen Dr. Katrin Lohmann (FU Berlin): Gesund studieren, arbeiten, lehren Andrea Krieg (TU Ilmenau): Gesund zusammenarbeiten Prof. Dr. Oliver Schumann (DHPG Saarbrücken): Gesundheitskommunikation Die Referate derTagung sind auf der Homepage derTK-Landesvertretung zu finden. INFORMATION
  6. 6. Münchner Beratung für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen Gemeinsame Servicestelle für Rehabilitation München Wenn behinderte oder von Behinde- rung bedrohte Menschen Maßnahmen zur Rehabilitation in Anspruch nehmen möchten, muss vorab einiges geklärt werden. Wer bezahlt die Reha? Welche Maßnahme kommt für den einzelnen Betroffenen infrage? Und wo findet man die richtigen Formulare, damit die Leistung auch bewilligt wird? Bei die- sen und weiteren Fragen helfen die so­­ genannten Gemeinsamen Servicestel- len für Rehabilitation weiter. Sie bün- deln das Wissen rund um die Rehabili­­­- tation für behinderte und von Behin- derung bedrohten Menschen und sor- gen dafür, dass das Antragsverfahren so weit als möglich ohne bürokra- tische Hürden abläuft. Kein Betroffener wird an andere Stellen verwiesen In München befindet sich eine der Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation bei derTK in der Rosen- heimer Straße 141. Dort berätTK-Mit- arbeiter Alexander Bartsch Menschen mit Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen bei allen Fragen rund um dieThemen Rehabilitation, betrieb- liche Eingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben – egal bei welcher Kasse sie krankenversichert sind. Auch für deren Angehörige, Ärzte und Vertrau- enspersonen ist er da. Da Bartsch mit sämtlichen Trägern wie gesetzlichen Krankenkassen, Rentenversicherung, Arbeitsagen- turen und Sozialämtern vernetzt ist, kann er dafür sorgen, dass von Anfang an der richtige Weg bei der Antrags- stellung eingeschlagen wird. „Ein Grundsatz der Servicestellen für Re­­ habilitation ist, dass kein Betroffener an andere Stellen verwiesen wird, sondern direkt umfassende und quali- fizierte Hilfe sowie Beratung findet“, erklärt Bartsch. DerTK-Mitarbeiter kennt aber nicht nur die Verwaltungs- abläufe und Arten der Rehabilitation, er weiß außerdem, welche Leistun- gen behinderten und von Behinde- rung bedrohten Menschen im Arbeits- leben zustehen. Er informiert daher auch Arbeitgeber, Interessenvertreter und Verbände. Hand in Hand kann er so einen barrierefreien Zugang zu den Unterstützungsmöglichkeiten behin- derter und von Behinderung bedrohter Menschen bieten. Das „BEM“ bietet Chancen und Möglichkeiten Ist ein Arbeitnehmer beispielsweise länger als sechs Wochen in einem Jahr arbeitsunfähig, sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, eine Maßnah- me zur betrieblichen Eingliederung (BEM) durchzuführen. Ziel ist es, die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbei- Impressum Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Bayern Verantwortlich | Christian Bredl Redaktion | Alexander Becker, Kathrin Heydebreck Telefon | 089 - 490 69 - 600 Telefax | 089 - 490 69 - 624 E-Mail | lv-bayern@tk.de Twitter | www.twitter.com/krankenkasse Internet | www.tk.de/lv-bayern ter trotz längerer oder wiederholter Krankheitszeiten dauerhaft zu sichern. Durch frühzeitiges Erkennen eines möglichen Handlungsbedarfs und die Einleitung geeigneter Maßnahmen kann oftmals ein krankheitsbedingter Arbeitsplatzverlust vermieden werden. „Insbesondere kleinen und mittelstän- dischen Betrieben kann ich aufzeigen, welche Chancen und Möglichkeiten das BEM bietet“, so Bartsch. Die Öffnungszeiten der Gemeinsamen Servicestelle für Rehabilitation bei der TK in München sind montags von 8:30 bis 16 Uhr, dienstags und mittwochs von 9 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 17:30 Uhr und freitags von 8:30 Uhr bis 15:00 Uhr.Telefonisch erreichbar ist Ale- xander Bartsch unter 089 – 490 69-321 oder per E-Mail muenchen-gs@tk.de. Das Verzeichnis aller Reha-Service- stellen in Deutschland finden Sie unter www.reha-servicestellen.de. Oswald Utz, Behindertenbeauftragter der Stadt München, mit Alexander Bartsch,TK und Koordinator Gemeinsame Servicestelle für Rehabilitation München, im Gespräch am 11. November 2014 über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

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