Statement Dr. Jens Baas
Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse
zur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2014
am...
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Pressekonferenz: Statement von Dr. Baas zum "TK-Gesundheitsreport 2014" (17. Juni 2014)

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Statement des Vorsitzenden des Vorstands der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, zur Vorstellung des Gesundheitsreports 2014 auf der Pressekonferenz am 17. Juni 2014 in Berlin.

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der 4,1 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

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Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Pressekonferenz: Statement von Dr. Baas zum "TK-Gesundheitsreport 2014" (17. Juni 2014)

  1. 1. Statement Dr. Jens Baas Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2014 am 17. Juni 2014 in Berlin 1 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse Sehr geehrte Damen und Herren, heute stellen wir Ihnen die 13. Ausgabe des TK-Gesundheitsreports vor. Wie immer haben wir die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der 4,1 Millionen bei uns versicher- ten Erwerbspersonen ausgewertet. Das bedeutet, unser Bericht basiert auf den Gesund- heitsdaten von mehr als einem Siebtel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und ALG-I-Empfänger in Deutschland. Auch in diesem Jahr gibt es ein Schwerpunktthema, dass wir diesmal den Rückenbeschwer- den widmen. Den Bericht stelle ich Ihnen zusammen mit Dr. Grobe vom AQUA-Institut und Klaus Rupp, der bei der TK für das Versorgungsmanagement zuständig ist und Ihnen damit auch etwas zu unseren Versorgungsangeboten im Bereich Rücken sagen kann, vor. Insgesamt war in 2013 gut die Hälfte der bei der TK versicherten Erwerbspersonen mindes- tens einmal krankgeschrieben, das sind drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wir haben Krankschreibungen für gut 61 Millionen Fehltage bekommen. Das sind 14,7 Fehltage pro Kopf und damit ein halber Tag mehr als im Jahr zuvor. Höchster Krankenstand seit 14 Jahren Damit liegt der Krankenstand für 2013 bei 4,02 Prozent. Diesen höchsten Krankenstand seit 14 Jahren haben wir fast ausschließlich einer Erkältungswelle im Februar 2013 zu verdanken. In diesem Monat fehlten in Deutschlands Unternehmen bis zu 5,8 Prozent der Beschäftigten, im August weniger als 3,4 Prozent. 2013 ist aber auch das erste Jahr in der Geschichte der TK-Gesundheitsberichterstattung (die im Jahr 2000 begann), in der wir Ihnen an dieser Stelle keine Zunahme psychisch be- dingter Fehlzeiten vermelden. In den letzten Jahren haben wir Ihnen auf den Pressekonfe- renzen zu unserem Gesundheitsreport regelmäßig Steigerungsraten von sechs bis acht Pro- zent genannt. In diesem Jahr stagnieren die Fehlzeiten unter psychischen Diagnosen erst- mals mit 2,5 Tagen je Erwerbsperson auf dem hohen Niveau des Vorjahres.
  2. 2. Statement Dr. Jens Baas Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2014 am 17. Juni 2014 in Berlin 2 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse Vier psychische Diagnosen in den Top Ten Dies ist sicherlich kein Anlass zur Entwarnung, denn in den Top Ten der Hauptursachen von Krankschreibungen sind allein vier Diagnosen aus dem Bereich psychische Störungen (Platz 2: Depressive Episode, Platz 4: Belastungs- und Anpassungsstörungen, Platz 5: Rezidivie- rende Depression, Platz 10: Neurotische Störungen) Auch die Fehlzeiten aufgrund von Rückenbeschwerden stagnieren, nicht erst seit 2013, aber ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Sie sind verantwortlich für etwa jeden zehnten Krankschreibungstag in Deutschland. Hochgerechnet auf die Bundesrepublik ergeben sich etwa 40 Millionen Rücken-Fehltage. Obwohl Arbeit immer mehr automatisiert wird, Maschi- nen immer mehr Arbeit abnehmen und immer mehr Arbeitsplätze zu Bildschirmarbeitsplätzen werden, hat Deutschland noch immer "Rücken". Wir wollten wissen, woran es liegt und welche Alters- und Berufsgruppen besonders betroffen sind. Deshalb widmen wir den Rückenbeschwerden den diesjährigen Themenschwerpunkt unseres Gesundheitsreports. 17 Milliarden Euro Ausfallkosten auf das Konto "Rücken" Statistisch gesehen kam 2013 auf jede zwölfte Erwerbsperson eine Arbeitsunfähigkeit wegen "Rücken". Eine Krankschreibung aufgrund von Rückenbeschwerden dauerte im Schnitt 17,5 Tage und damit fünf Tage länger als eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit. Für einen mit- telständischen Betrieb mit 60 Beschäftigten bedeutet das, dass jedes Jahr fünf Mitarbeiter zweieinhalb Wochen ausfallen und das Unternehmen drei Monatsgehälter auf das Konto "Rücken" überweist. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsme- dizin lagen die Produktionausfallkosten sowie der Ausfall an Bruttowertschöpfung 2012 bun- desweit bei etwa 17 Milliarden Euro. Betroffen sind - wenig überraschend - vor allem Berufe, in denen körperlich hart gearbeitet wird, wie die Baubranche, die Altenpflege und die Reinigungsberufe. Und es spielt sicherlich auch eine Rolle, dass Beschäftigte mit unterschiedlichen Jobs beim gleichen Grad an Rückenbeschwerden nicht gleichermaßen arbeitsfähig sind. Während ein Hochschullehrer
  3. 3. Statement Dr. Jens Baas Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2014 am 17. Juni 2014 in Berlin 3 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse seine Vorlesung unter Umständen auch mit Rückenschmerzen hält, kann eine Altenpflegerin ihren Job mit einer solchen Belastung nicht schaffen. Rückenprobleme im Laufe des Erwerbslebens verzehnfacht Es gibt aber auch Berufe, bei denen vor allem der Mangel an Bewegung zu Rückenbe- schwerden führt wie zum Beispiel die Berufskraftfahrer im Güterverkehr, die nicht nur zu den Berufen mit den höchsten Fehlzeiten insgesamt gehören (26,9 Tagen), sie haben es mit durchschnittlich 4,3 Tagen pro Kopf auch überdurchschnittlich oft im Kreuz. Männer und Frauen sind gleichermaßen von Rückenbeschwerden betroffen. Auffällig ist, dass bei den jungen Erwachsenen bereits fünf Prozent der Beschäftigten von rückenbeding- ten Fehlzeiten betroffen sind. Weniger überraschend ist, dass Rückenbeschwerden mit dem Alter zunehmen. Der vorliegende Report belegt, dass die durchschnittlichen Fehlzeiten we- gen "Rücken" im Laufe des Erwerbslebens bei Männern um den Faktor zehn, bei Frauen um den Faktor 8,6 zunehmen. Mit dem Wissen, dass das durchschnittliche Erwerbsalter der Beschäftigten in Deutschland in den nächsten Jahren rasant steigen wird, ist es deshalb umso wichtiger, dass Arbeitgeber, Krankenkassen und die Beschäftigten sich gemeinsam darum kümmern, den Belegschaften den Rücken zu stärken. Gefährliche Kombination: Wenig Bewegung und viel Stress Die aktuelle TK-Bewegungsstudie zeigt, dass sich mehr als zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland im Alltag maximal eine Stunde bewegen – und darin sind bereits alle Fußwege enthalten. Das möchten wir ändern, indem wir zeigen, wie man mehr Bewegung in den Alltag bringt und wie bereits kleine Lebensstilveränderungen die Rückengesundheit fördern. Rückenbeschwerden basieren in den seltensten Fällen allein auf einer Ursache. Meist kom- men mehrere Faktoren wie Bewegungsmangel, einseitige Belastung und Stress zusammen. Vielen sitzt der Stress buchstäblich im Nacken, so dass es zu Verspannungen und Rücken- schmerzen kommt. In unserer Stress-Studie, die wir im letzten Jahr zusammen mit Forsa
  4. 4. Statement Dr. Jens Baas Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2014 am 17. Juni 2014 in Berlin 4 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse gemacht haben, gaben 73 Prozent der Befragten mit einem hohen Stresslevel an, auch unter Rückenschmerzen und Muskelverspannungen zu leiden. Die persönliche Konstitution und Lebenssituation spielt hier eine große Rolle. Wer mit seinem Leben sehr zufrieden ist, ist we- niger anfällig für Krankheiten. Das gilt auch für Rückenbeschwerden. Wer durch Sport einen starken Rücken hat, hat ein geringeres Erkrankungsrisiko. Wer aber bereits angeschlagen ist, reagiert auch stärker auf Fehlbelastung. Wichtig ist, die individuellen Ursachen zu identifizieren. In einigen Bereichen wie der Ergonomie und berufs- bedingtem Stress können wir als Krankenkasse zusammen mit den Unternehmen im Betrieb- lichen Gesundheitsmanagement viel für ein gesünderes Arbeiten tun. In anderen Lebensbe- reichen sind aber auch die Beschäftigten selbst gefragt, für Entlastung zu sorgen. Auch dabei unterstützen wir unsere Versicherten - mit klassischen Gesundheitskursen, aber auch mit E-Coachingangeboten, Trainingsanleitungen und Entspannungs-CDs. Neben Angeboten zur Prävention, die den Versicherten den Rücken stärken und dafür sor- gen, dass sie möglichst gar nicht krank werden, ist es wichtig, dass wir Versorgungsangebote haben, die die medizinische Betreuung der Patienten insgesamt verbessert, damit sie mög- lichst schnell wieder gesund werden. Mehr Qualität in Diagnostik und Versorgung Der Report zeigt, dass nur eine von 15 rückenbedingten Krankschreibungen länger als sechs Wochen dauert. Dennoch entfallen auf diese neun Prozent der Fälle mehr als die Hälfte aller rückenbedingten Krankschreibungstage. Für die Patienten bedeutet dies eine lange Leidens- zeit, für die Arbeitgeber und Krankenkassen sind die Ausfallzeiten mit hohen Kosten verbun- den. Auf die gut vier Millionen Erwerbspersonen bei der TK entfielen 2013 46.000 rückenbe- dingte Klinikaufenthalte, die insgesamt Kosten von etwa 160 Millionen Euro verursachten. Viele Operationen sind nicht nur teuer, sondern auch unnötig. Deshalb hat die TK das Ver- sorgungsangebot "Zweitmeinung Rücken" ins Leben gerufen. Die zweite Meinung ergab dabei, dass in vier von fünf Fällen von einer Operation als Behandlungsmethode abgeraten wurde. Wir reden derzeit viel über Qualität in der medizinischen Versorgung, was ich sehr
  5. 5. Statement Dr. Jens Baas Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2014 am 17. Juni 2014 in Berlin 5 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse begrüße. Dieses eben genannte Beispiel zeigt aber auch, dass wir die Diskussionen und Überlegungen nicht auf die Qualität der Behandlung verkürzen dürfen, sondern früher anset- zen müssen – nämlich schon bei der Qualität der Indikationsstellung. Die Politik möchte ebenfalls mehr Qualität in die Versorgung bringen und sieht im Koalitions- vertrag die Entwicklung von Behandlungsprogrammen für Rückenleiden vor. Angesichts der vorliegenden Daten scheint das Vorhaben begrüßenswert. Der Ansatz eines solchen DMPs (Disease Management Programm), die leitliniengerechte Behandlung durch die Ärzte stärker zu fördern und die Patienten vor allem mit Hilfe der Schulungen an der Bewältigung ihrer Er- krankung mitwirken zu lassen, ist grundsätzlich richtig. Allerdings sollten die finanziellen Mittel nicht wahllos ausgeschüttet werden. Bei Rückenschmerzen ist die Diagnose unspezifisch, die Ursachen sind vielfältig und die Zielgruppe nicht klar abgrenzbar. Rückenschmerzen betref- fen sehr viele Menschen in sehr unterschiedlicher Ausprägung. In vielen Fällen liegt keine chronische Erkrankung vor, so dass ein langfristiges Behandlungsprogramm nicht sinnvoll ist. Statt Programmkostenpauschalen, die weiterhin falsche Anreize setzen, sollten wir die Mittel deshalb zielgerichtet für bestimmte, kassenindividuelle Versichertengruppen verwenden. Lokaler Rückenatlas Auch die vorliegenden Daten nutzen wir, um diese Versorgungsangebote dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden. Denn auch regional zeigt unser Rückenatlas große Unterschiede. Erstmals hat die TK Rückenbeschwerden auf lokaler Ebene ausgewertet. Danach haben vor allem Erwerbspersonen im Kreis Wittmund in Ostfriesland (2,9 Tage), im Landkreis Mansfeld Südharz (2,9 Tage), im thüringischen Nordhausen (2,9 Tage) und in Herne (2,4 Tage) "Rü- cken". Einen besonders starken Rücken haben dagegen die TK-Versicherten in Starnberg (0,5 Tage), im Landkreis München (0,7 Tage) sowie in Aschaffenburg und Dresden mit je- weils nur 0,8 rückenbedingten Fehltagen im Jahr. Die Zahlen wird Ihnen Dr. Grobe wird jetzt noch einmal detaillierter schildern und ihnen unse- ren Rückenatlas vorstellen.

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