TK-Medienservice "Viren und Bakterien" (12-2010)

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TK-Medienservice "Viren und Bakterien" (12-2010)

  1. 1. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 1 Informationen der Techniker Krankenkasse_____________________________________________________ MedienserviceDezember 2010 Themen, Trends und HintergründeViren und BakterienAlltagsbegleiter Viren und Bakterien: von trickreichen Piraten, nützlichen Helfern undharmlosen Mitbewohnern...................................................................................................... 2Infektionen: 25 Prozent mehr Antibiotika verschrieben.......................................................... 6Borreliose – der versteckte Feind.......................................................................................... 8Er entdeckte den Borreliose-Erreger: Interview mit Dr. Willy Burgdorfer ............................. 11Aktion Saubere Hände: Kampf gegen Keime im Krankenhaus............................................ 16Immer mehr schwere Magen-Darm-Infektionen durch Noro- und Rotaviren........................ 18Wenn die Nase läuft - Erkältung oder echte Grippe? .......................................................... 21Der Erkältung eins husten – Immunabwehr stärken ............................................................ 24Gebärmutterhalskrebs: Impfung kann Leben retten ............................................................ 27AIDS: Junge Leute setzen auf Schutz................................................................................. 29Mit Zahnbürste & Co. – keine Chance den Kariesbakterien ................................................ 30Herpesviren: vom Bläschen bis zur Nervenentzündung ...................................................... 33Tropenkrankheiten rücken näher – Interview mit Professor Hans Dieter Nothdurft, Leiter derReisemedizinischen Beratungsstelle an der LMU München................................................ 35Hepatitis B: wenn die Leber müde wird............................................................................... 40Küssen verboten? Wie man die Jüngsten vor Infektionen schützt....................................... 42Kurz gemeldet..................................................................................................................... 44 Hinweis für die Redaktionen: Einige Illustrationsvorschläge zum Thema haben wir in dieses Dokument eingefügt. Diese und andere Motive stehen Ihnen ebenso wie Fotos der zitierten Experten sowie die Daten aus den zitierten Studien und Umfragen honorarfrei unter Angabe der Quelle "Techniker Krankenkasse" zur Verfügung. Download: www.presse.tk.deHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  2. 2. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 2_____________________________________________________Alltagsbegleiter Viren und Bakterien: von trickreichen Piraten, nützlichen Helfernund harmlosen MitbewohnernSie sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, aber doch allgegenwärtig. DieRede ist von Bakterien und Viren. Während ohne Bakterien ein Leben aufdem Planeten Erde nicht möglich wäre, rätseln Wissenschaftler noch über denNutzen von Viren. Wie unterscheiden sich die mikroskopisch kleinen Partikel?Viren sind die kleinsten Krankheitserreger, die die Menschheit kennt. ImGegensatz zu Bakterien sind sie eigentlich keine Lebewesen, sondern einetrickreich verpackte Erbinformation. "Ihr genetisches Programm ist nur daraufspezialisiert, sich zu vermehren und auszubreiten. Sie haben aber keineneigenen Zellstoffwechsel", erklärt Dr. Dankwart Rachor, Mediziner imÄrztezentrum der Techniker Krankenkasse (TK). Deshalb brauchen Viren dieZellen von Wirten wie Menschen, Tieren, Pflanzen oder auch Bakterien, umderen Stoffwechsel für das eigene Fortpflanzen zu nutzen.Forscher kennen heutzutage etwa 1.000 Hauptarten an Viren. Wie Piraten, dieein Schiff entern, besetzen die winzigen Erreger die Oberfläche der Wirtszelle.Dann schleusen sie ihr Erbmaterial in das Zellinnere ein. Dort bilden sich neueViren, die sich wiederum ausbreiten. Die Wirtszelle wird dabei zerstört.Über verschiedene Wege kann man sich mit Viren anstecken. Krankeübertragen beispielsweise beim Husten über winzige Tröpfchen die Erreger.Andere Viren brauchen Mücken, Zecken oder Milben, um sich zu verbreiten.Speichel und Blut sind ebenfalls Übertragungswege, insbesondere beischweren Erkrankungen wie Hepatitis C, Aids oder Tollwut.Erkältungsviren übertragen sich vor allem dort, wo viele Menschenbeisammen sind, zum Beispiel in voll besetzten Fahrstühlen. Wenn jemandhustet oder niest, werden tausende Erreger mit bis zu 900 Stundenkilometerndurch die Gegend geschleudert. Viren docken über Atemwege, Augen undMund blitzschnell an den Zellen der Schleimhäute der Menschen an.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  3. 3. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 3_____________________________________________________Besonders empfänglich sind Personen mit einem geschwächtenImmunsystem. "Es ist daher viel gesünder, die Treppe zu nehmen. Nebenbeibewegt man sich so auch mehr im Alltag", rät der TK-Experte. Kleiner Piks – große Wirkung Impfungen schützen wirkungsvoll gegen Infektionskrankheiten wie Grippe, Kinderlähmung, Keuchhusten oder Masern. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseBisher gibt es nur wenige Medikamente (Virustatika), die denKrankheitsverlauf bei speziellen Virusinfektionen abmildern oder verkürzenkönnen. In den meisten Fällen muss der Körper sich allein mit denEindringlingen auseinandersetzen. Den besten Schutz gegen bestimmteVirusinfektionen bietet eine Impfung. Dadurch haben viele Krankheiten ihrenSchrecken verloren.Viren können aber auch nützlich sein. Derzeit untersuchen WissenschaftlerTherapien, bei denen Viren eingesetzt werden, um Krankheiten zu heilen.Diese Forschung konzentriert sich vor allem auf zwei Bereiche: Tumore zubekämpfen und Versuche, antibiotikaresistente Bakterien durch Virenabzutöten.Im Unterschied zu den Viren können sich Bakterien auch ohne Wirtszellenvermehren, benötigen aber einen Organismus, in dem sie leben können. Diekleinen, einzelligen Lebewesen vervielfältigen sich rasant durch Zellteilung.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  4. 4. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 4_____________________________________________________Die Mikroorganismen sind vielseitig, anpassungsfähig und kommen überallvor. Auch der Mensch bietet ihnen einen idealen Nährboden. So ist jederetwa mit 100 Billionen Bakterien bevölkert.Rachor: "Meist sind die Bakterien harmlose Mitbewohner und übernehmensogar lebenswichtige Funktionen. Ohne diese kleinen Helfer wärenStoffwechsel und Verdauung nicht möglich." Etwa 99 Prozent aller im und ammenschlichen Körper lebenden Mikroorganismen befinden sich imVerdauungstrakt, vor allem im Dickdarm. Sie bilden dort die so genannteDarmflora. Außerdem wehren Bakterien krankmachende Eindringlinge abund trainieren ständig unser Immunsystem.Die kleinen Einzeller können aber auch als Krankheitserreger wirken,insbesondere wenn das Immunsystem geschwächt ist. Sie gehen dabei sehrraffiniert vor und zerstören als erstes die "Energiekraftwerke" der Fresszellen,die so genannten Mitochondrien. Dadurch bricht die Energieversorgung derFresszellen zusammen und sie sterben ab. Die meisten Mitochondrienbefinden sich in den Zellen der Körperregionen, die viel Energie verbrauchen.Das sind zum Beispiel Muskel-, Nerven-, Sinneszellen und besonders dasHerz.Nachdem die Keime diese Verteidigungslinie des Körpers ausgeschaltethaben, können sie sich ungehindert ausbreiten. Es kann zu Entzündungenvon Wunden oder Organen wie Blase und Lunge oder sogar zu einerBlutvergiftung, einer so genannten Sepsis, kommen. Gegen bakterielleInfektionen helfen in vielen Fällen Antibiotika.Aber nicht immer gelingt es, mit diesen Medikamenten den Erkrankten zuheilen. Auch gibt es zunehmend mehr Bakterien, die es gelernt haben, sichgegen Antibiotika zu wehren: Sie sind resistent geworden. Je öfter jemandAntibiotika nimmt, desto eher werden die Bakterien unempfindlich gegenüberdiesen Arzneien. Daher muss der Arzt Nutzen und Risiken genau abwägen,wenn er Antibiotika verordnet.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  5. 5. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 5_____________________________________________________ Zu viele Antibiotika bei Erkältungen? Um Husten, Schnupfen und Heiserkeit zu lindern, wird schnell zu starken Medikamenten gegriffen – auch wenn sich einfache Infekte in der Regel auch gut mit Hausmitteln behandeln lassen. Fast jeder Dritte, der erkältungsbedingt ein bis drei Tage krankgeschrieben ist, erhält Antibiotika verschrieben, zeigt eine Auswertung des TK-Gesundheitsreports. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker Krankenkasse"Hygiene ist das beste Mittel, um nicht durch Viren und Bakterien zuerkranken", weiß Rachor. "Wer sich täglich mehrmals die Hände wäscht,schützt sich vor Grippe und Magen-Darm-Infektionen." Gegen hartnäckigeErreger helfen Desinfektionsmittel für die Hände. Vorbeugend bietet Impfeneinen optimalen Schutz. Nicht nur Grippe, sondern auch weitere schwereInfektionskrankheiten wie Kinderlähmung, Keuchhusten oder Masern lassensich so erfolgreich eindämmen.Weitere Informationen zu Impfungen gibt es im Internet unter www.tk.de,Suchbegriff "Impfen".Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  6. 6. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 6_____________________________________________________Infektionen: 25 Prozent mehr Antibiotika verschriebenDas Volumen der von den niedergelassenen Ärzten verschriebenenAntibiotika ist in den letzten fünf Jahren um fast 25 Prozent gestiegen. Dasgeht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK)hervor, in dem die Arzneimittelverordnungen der bei der TK versichertenErwerbspersonen analysiert worden sind. Demnach erhielt jedeErwerbsperson im Jahr 2009 5,1 Tagesdosen Antibiotika. 2004 waren esnoch 4,1 Tagesdosen."Gerade vor dem Hintergrund der immer wiederkehrenden Diskussion umAntibiotikaresistenzen sollte diese Steigerung Patienten und Ärzte für diesesThema erneut sensibilisieren", so Thomas Widmann, Arzneimittelexperte beider TK. "Antibiotika sind – gezielt eingesetzt – eines der wichtigsten undeffektivsten Mittel im Kampf gegen bakterielle Infektionen. Andererseits führtein falscher Einsatz genau zum gegenteiligen Effekt. Deswegen ist bei derVerordnung von Antibiotika eine genaue Nutzen-Risiko-Abwägungangebracht."So würden zum Beispiel in Deutschland insbesondere Kinder mit Mit-telohrentzündung häufig antibiotisch behandelt, obwohl dies weder dieKomplikationsrate deutlich senke noch die Dauer der Erkrankung wesentlichverkürze. Durch den häufigen Gebrauch von Antibiotika lässt die Wirksamkeitgegen Bakterien nach, eine Resistenz entsteht.Ein weiterer Grund für die Bildung dieser Resistenzen ist dadurch begründet,dass Antibiotika vorschnell abgesetzt werden, sobald eine deutlicheBesserung erfolgt ist. Thomas Widmann: "Hier sollten die Patienten auf jedenFall die vom Arzt verordnete Behandlungsdauer und -menge einhalten."Hinweis für die Redaktionen:Der TK-Gesundheitsreport analysiert jedes Jahr die Krankenstandsdatensowie Arzneimittelverordnungen der bei der TK versichertenErwerbspersonen (Berufstätige und Empfänger von Arbeitslosengeld I). AlsHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  7. 7. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 7_____________________________________________________Tagesdosis bezeichnet man die empfohlene Dosis eines Medikaments füreinen Tag. Der vollständige TK-Gesundheitsreport 2010 steht auf derInternetseite www.tk.de zum kostenlosen Download bereit.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  8. 8. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 8_____________________________________________________Borreliose – der versteckte FeindHochsommer, die Sonne lacht, es sind Schulferien: Beim Baden im warmenWaldsee bemerkt Sebastian eine Schwellung in seinem linken Knie. Nacheinigen Tagen fällt dem 17-Jährigen das Laufen schwer. Flüssigkeit sammeltsich im Gelenk. Der Gymnasiast ist ständig müde, seine Glieder schmerzen.Der sonst so lebensfrohe Teenager fühlt sich nur noch schlapp undantriebslos. Einige Zeit später stellen die Ärzte bei ihm eine Infektion fest:Borreliose.Sebastian ist kein Einzelfall. In den Bundesländern Sachsen, Thüringen,Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, indenen Meldepflicht für Borreliose besteht, werden offiziell jährlich zwischen5.000 und 6.000 Neuerkrankungen registriert. Im Jahr 2006 waren es sogarüber 6.200 Fälle, so die Angaben des zuständigen Robert Koch-Instituts. DieZahl der Betroffenen ist vermutlich wesentlich höher. Allein bei der TechnikerKrankenkasse (TK) wurden im Jahr 2009 bundesweit über 68.000 Patientenmit Verdacht auf Lyme-Borreliose behandelt. In den sechs Bundesländern mitMeldepflicht waren es bei der TK im Jahr 2009 über 14.800 ambulantbehandelte Patienten. Draußen aktiv – Körper abends nach Zecken absuchen Wer in der freien Natur aktiv ist, sollte abends prüfen, ob sich an seinem Körper eine Zecke befindet. Die kleinen Tierchen sitzen bevorzugt im hohen Gras, auf naturbelassenen Wiesen, am Waldrand oder im Unterholz. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  9. 9. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 9_____________________________________________________Borreliose wird durch Zecken übertragen. In vielen Fällen haben diePatienten den Zeckenstich jedoch gar nicht bemerkt. Der Kontakt mit derinfizierten Zecke kann Monate oder Jahre zurückliegen. Selbst mit hohemtechnischen Aufwand und modernsten Labormethoden ist es nicht immermöglich, eine Borreliose zweifelsfrei nachzuweisen. Die Diagnose erfolgt inerster Linie aufgrund der Krankheitssymptome, die ein Patient zeigt.Untersuchungen von Blut, je nach Befund aber auch von Gelenkflüssigkeitoder Nervenwasser, können den klinischen Verdacht gegebenenfallserhärten. Wird eine Borreliose diagnostiziert, erhält der Patient in der RegelAntibiotika. Ob die Medikamente in Form von einer Infusion gegeben werdenoder Tabletten ausreichen und wie lange die Arzneien genommen werdenmüssen, richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.Zeckenstiche zu vermeiden, bietet den besten Schutz vor einer Infektion.Typischerweise lauern die kleinen Plagegeister im hohen Gras, aufnaturbelassenen Wiesen, am Waldrand und im Unterholz auf geeigneteWirtstiere, zu denen auch wir Menschen zählen. Besonders Kinder undMenschen, die sich viel im Freien aufhalten, sind daher gefährdet. Zeckenkönnen bei milden Temperaturen das ganze Jahr über aktiv sein. Amhäufigsten stechen sie jedoch zwischen Frühling und Herbst. In Deutschlandsind sie im gesamten Bundesgebiet verbreitet. Schwieriger Borreliose- Nachweis Die Borrelien verstecken sich gut getarnt in den Körperzellen. So bleibt die Infektion oft lange unentdeckt. Diagnostiziert der Arzt eine Borreliose, wird der Patient je nach Stadium der Erkrankung ambulant oder aber auch im Krankenhaus behandelt. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  10. 10. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 10_____________________________________________________Wer langärmlige Hemden und lange Hosen trägt, bietet Zecken weniger"Angriffsfläche". Haben Kinder draußen gespielt, sollte man sie am Abendsorgfältig nach den kleinen Blutsaugern absuchen. Auch Erwachsene, diedraußen waren, sollten sich abends gründlich untersuchen. Am bestenlassen sich Zecken mit einer speziellen Pinzette oder einer Zeckenkarte,die in Apotheken erhältlich sind, entfernen. Keinesfalls sollte man dieSpinnentiere mit Öl, Sprays oder Klebstoff bearbeiten. So besteht dieGefahr, dass die Zecke im Todeskampf ihren Darminhalt in die Wundeentlädt. Genau dabei können aber auch die Borreliose-Erreger übertragenwerden. Die Stichstelle sollte man anschließend desinfizieren. Besonderswichtig ist es, danach mehrere Wochen lang auf Hautveränderungen zuachten. Bildet sich innerhalb Tagen bis Wochen eine sich ausbreitendeRötung um die Einstichstelle, sollte der Betroffene unbedingt zum Arztgehen.Weitere Informationen zu Zeckenstichen finden Sie auch im Internet unterwww.tk.de. Medikamentöse Therapie Bei Borreliose verordnet der Arzt in der Regel Antibiotika. Ob die Medikamente als Infusion oder als Tabletten gegeben werden, hängt vom Einzelfall ab. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  11. 11. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 11_____________________________________________________Er entdeckte den Borreliose-Erreger: Interview mit Dr. Willy BurgdorferFrage: Herr Dr. Burgdorfer, der Erreger der Borrelioseträgt Ihren Namen – "borrelia burgdorferi". Wie gelang esIhnen, dieses Bakterium zu entdecken?Dr. Burgdorfer: Anfang der 80er Jahre des 20.Jahrhunderts erforschte ich auf Shelter Island im US-Bundesstaat New York den Erreger des so genanntenRocky-Mountain-Fiebers. Ich wollte einen Bakterienstammaus Zecken isolieren, an denen sich, wie wir vermuteten,viele Patienten mit Rocky-Mountain-Fieber infiziert hatten. Professor Dr. Willy Burgdorfer (links) lebtFrage: Sie waren also auf der Suche nach etwas anderem? seit 1952 in den USA. Hier mit seiner Frau Lois Joy bei einem privaten Besuch in Dresden im Jahr 2009. Foto: Friedemann WeidnerDr. Burgdorfer: Jawohl. Wir sammelten Hunderte vonamerikanischen Hundezecken. Diese untersuchten wir imLabor, Zecke für Zecke. Leider fanden wir keine Erreger des Rocky-Mountain-Fiebers. Auch bei einer weiteren Zeckenart, der Hirschzecke,waren wir erfolglos. Allerdings stießen wir im Zeckenblut auf etwasMerkwürdiges, das es dort eigentlich nicht geben sollte. Wir isolierten eine ArtFadenwurm, wussten aber zunächst nicht, was das sein könnte. Irgendwannfiel mir eine Ähnlichkeit mit bestimmten Bakterien, den Spirochäten auf. Denndiese hatte ich bereits als Student und in den ersten Jahren meiner Tätigkeitals Biologe erforscht.Frage: Die kannten Sie also schon?Dr. Burgdorfer: Wenn ich mich richtig erinnere, war ich der erste, der dieSpirochäten im Mitteldarm der Zecke entdeckte. Das war bis dahinwissenschaftlich nicht belegt. Die anderen Forscher vor mir hatten vielleichtnicht den Mitteldarm untersucht, sondern nur den Speichel oder andereOrgane der Zecke. Dr. Afzelius aus Schweden vermutete schon zu BeginnHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  12. 12. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 12_____________________________________________________des 20. Jahrhunderts eine Infektion durch einen Zeckenstich. Er wussteallerdings damals noch nicht, womit er es zu tun hatte. Er schlug jedoch vor,Entomologen, also Insektenkundler, sollten den Mitteldarm und dieSpeicheldrüsen von Zecken näher untersuchen.Frage: Man hätte diese Erreger bereits am Anfang des 20. Jahrhundertsfinden können?Dr. Burgdorfer: Oh, ja. Auch Dr. Hellerström vom Karolinska Institut inSchweden hatte später in den 1950er Jahren darauf hingewiesen, dassmöglicherweise eine Spirochäte diese merkwürdige Erkrankung nachZeckenstichen hervorruft. Man hätte den Erreger bereits damals findenkönnen.Frage: Die Borrelien gehören biologisch zur gleichen Gruppe der Spirochätenwie der Erreger der Syphilis. Warum sind die Borrelien medizinisch so vielschwerer in den Griff zu bekommen?Dr. Burgdorfer: Die Borrelien sind sehr schlecht zu färben im Labor. DieseFärbung braucht man aber, um den Erreger überhaupt zu finden. Das gehtmit dem Erreger der Syphilis leicht, aber es geht nicht bei den Borrelien.Frage: Diese Erreger verstecken sich irgendwo im Körper?Dr. Burgdorfer: Das ist richtig, aber nicht lediglich im Körper, sondern in denZellen selbst, in verschiedenen Zellarten. Wissenschaftlern ist es vor kurzemmit Hilfe von Elektronenmikroskopen gelungen, einzelne Teile von Borrelienim Gewebe von Patienten abzubilden.Frage: Wird es in absehbarer Zeit möglich sein, gegen diese Infektion zuimpfen? Warum war die Entwicklung eines Impfstoffes bislang nichterfolgreich?Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  13. 13. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 13_____________________________________________________Dr. Burgdorfer: Weil wir die Physiologie – das heißt die biochemischenEigenschaften – der Borrelie noch nicht ausreichend kennen. Wir wissen nichtgenau, wie sie aussieht und wie sie sich vermehrt. Es ist ungeklärt, wo sichdie Erreger während eines Ruhezustandes genau befinden. Es ist jedochbekannt, dass sie von dort an verschiedenen Stellen des Körpers wiederauftauchen können, wenn die Abwehrkraft des Patienten nachlässt. Das ist jaauch der Grund dafür, weshalb es heute so viele Arbeiten zum ThemaNeuroborreliose gibt. Die Neuroborreliose kann sich ähnlich wie die Syphilisim Gehirn entwickeln. Aber es ist sehr schwierig zu forschen, wenn man denUntersuchungsgegenstand nicht isolieren, nicht in den Händen halten kann.Im Nervengewebe können sich die Borrelien über zehn, fünfzehn Jahreverstecken, und dann kommt es immer wieder zu neuen Infektionen.Frage: Es werden weltweit jeden Tag viele Menschen von Zeckengestochen. Und doch entwickeln nicht alle eine Erkrankung. Suchen sich dieBorrelien bestimmte Menschen aus?Dr. Burgdorfer: Es wäre möglich. Aber von einer speziellen Empfindlichkeithabe ich noch nichts gehört.Frage: Sie meinen, es könnte jeden treffen?Dr. Burgdorfer: Ja.Frage: Borreliose-Patienten haben teils sehr unterschiedliche Beschwerden.Bei manchen ist das Nervensystem erkrankt, bei anderen sind Gelenke, dasHerz oder die Haut betroffen.Dr. Burgdorfer: Wenn ein Patient von einem Zeckenstich berichtet, dannsollte der Arzt immer an eine Borreliose denken. Und auch wenn dieInkubationszeit ohne Symptome vorübergeht, sollte der Arzt bedenken, dasssich möglicherweise Borrelien irgendwo Körper dieses Patienten imRuhezustand befinden. Später, Jahre nach der Infektion, können dieseBakterien ganz verschiedene Krankheitserscheinungen auslösen. Die exakteHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  14. 14. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 14_____________________________________________________Diagnose bleibt für den Arzt schwierig, weil die genaue Physiologie derBorrelien immer noch ein großes Rätsel ist.Frage: Wie schätzen Sie die Forschungslandschaft ein? Werden dieseFragen bald geklärt, die Sie noch nicht lösen konnten?Dr. Burgdorfer: Ja, ich bin sicher, dass das der Fall ist. Mit den neuenelektronenmikroskopischen Untersuchungen ist es gelungen, dieBewegungen der Borrelien im Körper und in den Zellen der Versuchstiereoder der Patienten zu zeigen. Ich bin überzeugt, dass der Tag kommt, andem man den genauen Standort der Borrelien entdeckt. Aber bisher ist esnoch nicht gelungen.Frage: Wie sollte man sich draußen in der freien Natur verhalten, um einenZeckenstich und damit letztlich eine Infektion zu vermeiden?Dr. Burgdorfer: In einem Zeckengebiet ist es immer möglich, das mangestochen wird. Wenn man sich in der Natur aufgehalten hat, sollte man sichanschließend gründlich untersuchen. Man muss herausfinden, ob irgendwoeine Zecke sitzt, die vielleicht bereits Blut saugt.Frage: Auf welche Körperregionen sollte man besonders achten?Dr. Burgdorfer: Wichtig ist es, unter den Armen und an den Beinennachzuschauen. Überall, wo man schwitzt und wo es warm und feucht ist,fühlen sich Zecken wohl.Frage: In Deutschland gibt es in sechs Bundesländern eine Meldepflicht fürBorreliose-Infektionen. Würden Sie den anderen zehn deutschenBundesländern auch dazu raten?Dr. Burgdorfer: Mein Vorschlag wäre – ja. Das oberste Ziel muss ja sein, dieMenschen vor Borreliose-Erkrankungen zu schützen. Die Bevölkerung mussHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  15. 15. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 15_____________________________________________________umfassend informiert werden. Man muss alles tun, um die klinische odersogar chronische Borreliose zu verhindern.Herr Dr. Burgdorfer, ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch. Zur Person Willy Burgdorfer wurde 1925 in Basel geboren und promovierte nach Schulausbildung und dem Studium der Zoologie, Parasitologie und Bakteriologie am Schweizerischen Tropeninstitut der Universität Basel. Seine Forschungen zur Verbreitung von Infektionskrankheiten durch tierische Überträger, so genannte Vektoren, führten ihn 1952 zum Rocky Mountain Laboratory in Hamilton, USA, einer Forschungseinrichtung des amerikanischen Gesundheitsinstituts (National Institute of Health). Seit 1957 ist er amerikanischer Staatsbürger. Weltweite Anerkennung erlangte Dr. Burgdorfer durch die Entdeckung der Erreger der Lyme-Borreliose in den USA. Er identifizierte und beschrieb 1982 als erster Wissenschaftler die heute nach ihm benannten Borrelien ("borrelia burgdorferi"). Obwohl seit 1986 im Ruhestand, ist Willy Burgdorfer als Scientist Emeritus weiterhin eng mit dem Rocky Mountain Laboratory verbunden. Er engagiert sich im wissenschaftlichen Beirat der amerikanischen Lyme-Borreliose- Stiftung und hält international Vorträge über Borreliose und andere Infektionskrankheiten. Seine Forschungsarbeiten sind weltweit in mehr als 225 Büchern und wissenschaftlichen Beiträgen veröffentlicht. Er ist Träger vieler internationaler Auszeichnungen (z.B. Robert-Koch-Medaille) und erhielt die Ehrendoktorwürde der Universitäten Bern und Marseille sowie der Montana State University und der Ohio State University. Dr. Willy Burgdorfer lebt in Hamilton im US-Bundesstaat Montana.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  16. 16. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 16_____________________________________________________Aktion Saubere Hände: Kampf gegen Keime im KrankenhausDrei bis fünf Prozent der jährlich rund 18 Millionen Krankenhauspatienten inDeutschland erkranken laut Medizinexperten an einer Klinikinfektion. AufIntensivstationen sind es sogar über 15 Prozent. Jährlich sind rund 500.000Menschen betroffen. 715 der mehr als 2.000 Krankenhäuser beteiligen sichmittlerweile an "Aktion Saubere Hände", um die Zahl der Klinikinfektionen zusenken. Damit nimmt bundesweit schon jedes dritte Krankenhaus an derInitiative teil, die von der Techniker Krankenkasse (TK) als Partner unterstütztwird. Denn wenn sich das Klinikpersonal sorgfältig die Hände desinfiziert,lassen sich Infektionen vermeiden."Deshalb appelliere ich an alle Krankenhäuser, die bisher nicht an derKampagne teilnehmen, sich hier zu engagieren", sagt Andreas Meusch, Leiterder TK-Landesvertretungen. "Wenn wir es schaffen, die Handhygiene zuverbessern, werden sich die Patienten in den Kliniken seltener infizieren unddeshalb gesünder nach Hause kommen." Teilnehmende Krankenhäuserverpflichten sich, verbindliche Hygieneregeln einzuführen und einzuhalten. Somüssen beispielsweise Ärzte und Pflegekräfte vor und nach dem Kontakt mitPatienten ihre Hände desinfizieren. Auf Intensivstationen sollen an jedemPatientenbett Desinfektionsmittelspender vorhanden sein.Die "Aktion Saubere Hände" unterstützt die Krankenhäuser dabei, idealeRahmenbedingungen zu schaffen. Sie bietet auch Schulungen inHygienefragen an und überwacht, ob die Kliniken die eingeleitetenMaßnahmen erfolgreich umsetzen, beispielsweise anhand desDesinfektionsmittelverbrauchs. Als der Arzt Ignaz Semmelweiss 1847 – alsovor über 160 Jahren – die Händedesinfektion für das Krankenhauspersonaleinführte, konnte er damit die Müttersterblichkeit in seiner Klinik von 12,3 aufdrei Prozent reduzieren. Ziel der "Aktion Saubere Hände" ist ein ähnlicherErfolg bei den heutigen gefährlichen Krankenhauskeimen. Andreas Meusch:"Wenn möglichst viele Kliniken mitmachen, ist dieses Ziel erreichbar."Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  17. 17. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 17_____________________________________________________Der Chef der TK-Landesvertretungen empfiehlt den Kliniken auch, dieaktuellen Forschungen zu Türklinken und Lichtschaltern aus Kupfer zubeobachten. Kupfer gilt als stark antimikrobiell und könnte ein wirksames Mitteldagegen sein, dass sich Klinikkeime verbreiten. Laut den erstenTestergebnissen in einer Hamburger Klinik konnten dort die Keime um rund einDrittel reduziert werden. Andreas Meusch: "Sobald gesichertewissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, sollten diese schnellstmöglichumgesetzt werden. Dadurch wird nicht nur den Patienten und ihrenAngehörigen Leid erspart, es entlastet auch die Krankenhäuser und spartKosten." Patienten erfahren unter www.tk.de (Suchwort: Klinikführer) online,welche Krankenhäuser teilnehmen. Sie sind in der Rubrik Auszeichnungen &Projekte mit dem Logo der Initiative gekennzeichnet. Aktion "Saubere Hände" Krankenhauskeime können sich überall befinden – im OP-Saal genauso wie im Krankenzimmer oder in den Behandlungsräumen. Desinfiziert sich das medizinische Personal regelmäßig die Hände, sinkt die Gefahr, dass sich Keime verbreiten und Patienten an einer Klinikinfektion erkranken. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseHintergrundDie "Aktion Saubere Hände" startete vor rund zwei Jahren. Die Teilnahmeist für die Krankenhäuser freiwillig. Die Kampagne ist eine gemeinsameInitiative einer Reihe von Institutionen des Gesundheitswesens und stehtunter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit.Ausführliche Informationen und ein Verzeichnis der teilnehmendenKrankenhäuser sind im Internet unter www.aktion-sauberehaende.deveröffentlicht.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  18. 18. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 18_____________________________________________________Immer mehr schwere Magen-Darm-Infektionen durch Noro- und RotavirenDie Zahl der schweren Magen-Darm-Infektionen hat sich innerhalb von achtJahren vervierfacht: So erkrankten nach Angaben der TechnikerKrankenkasse (TK) im Jahr 2001 rund 57.000 Menschen in Deutschland anden so genannten Noro- und Rotaviren, 2009 waren es bereits über 240.000.Die Erreger sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigstenVerursachern von schweren Brechdurchfällen. Die TK bezieht sich auf dieZahlen des Robert Koch-Instituts."Da man sich bereits über kleinste virushaltige Luftpartikel anstecken kann,besteht gerade in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten,Altenheimen und Krankenhäusern verstärkte Ansteckungsgefahr", erklärtDr. Stefanie von Blücher, Ärztin im TK-Ärztezentrum. Auch dieErkrankungsfälle bestätigen, dass vor allem Kinder und ältere Menschenbetroffen sind: Dieses Jahr wurden dem Robert Koch-Institut bereits rund200.000 Fälle gemeldet – darunter mehr als 55.000 Kinder unter zehnJahren und mehr als 90.000 Menschen im Alter von über 60 Jahren. Magen-Darm-Infektionen Kinder und ältere Menschen haben ein höheres Risiko, sich einen schweren Magen-Darm- Infekt zuzuziehen. So sind fast die Hälfte der an Noro- und Rotaviren Erkrankten Menschen über 60 Jahre. Ein Viertel sind Kinder unter zehn Jahren. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  19. 19. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 19_____________________________________________________Wer sich infiziert hat, bemerkt das nach ein bis drei Tagen: Die Krankheitzeichnet sich durch starkes Erbrechen, Durchfälle, Übelkeit, Kopf- undBauchschmerzen aus. "Die Betroffenen verlieren viel Flüssigkeit und solltendeshalb viel trinken", rät die Expertin. Da die Viren noch bis zu acht Tagennach der Erkrankung ausgeschieden werden können, sind Hygiene-maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife besonders wichtig.Toiletten und Oberflächen sollten mit handelsüblichem Haushaltsreinigergeputzt und Kleidung besonders heiß gewaschen werden. "Wer einen akutErkrankten pflegt oder besucht, sollte auf die Händedesinfektion achten undeinen Mund-Nasen-Schutz tragen, um eine Tröpfcheninfektion zuvermeiden", so von Blücher Schutz für Babys Eine Schluckimpfung kann Kleinkinder vor dem Rotavirus schützen. Im Einzelfall sollten Eltern immer gemeinsam mit dem Kinderarzt Nutzen und Risiken einer Impfung gegeneinander abwägen. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseDie Darminfektionen bei Säuglingen und Kleinkindern werden vor allem durchRotaviren ausgelöst. "Kinder kann man vor den teils heftigen Folgen einerInfektion mit Rotaviren schützen. Die TK übernimmt seit 2008 die Kosten fürdie Impfung gegen Rotaviren", sagt die Ärztin. Je nach Impfstoff besteht dieImpfung aus zwei oder drei Einzeldosen und muss bis zur 24.beziehungsweise 26. Lebenswoche abgeschlossen sein, denn die Impfstoffesind nur bis zu diesem Alter zugelassen. Der Schutz soll zwei bis drei Jahreanhalten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Rotavirus-Impfungbisher zwar nicht in ihre Empfehlungsliste aufgenommen, sagt aber, dassHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  20. 20. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 20_____________________________________________________Säuglinge, die zum Beispiel in Kindertagesstätten versorgt werden, von derImpfung profitieren könnten. "Eltern sollten sich in jedem Fall vom Kinderarztberaten lassen, der die individuelle soziale und gesundheitliche Situation ambesten beurteilen kann. Sie sollten Nutzen und Risiko abwägen undgemeinsam mit dem Arzt entscheiden, ob eine Impfung individuell sinnvollist", sagt die Ärztin. Zu den Nebenwirkungen, die von den beiden Herstellernder Impfstoffe als "sehr häufig" oder "häufig" klassifiziert werden, gehörenzum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen, Fieber oderInfektionen der oberen Atemwege.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  21. 21. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 21_____________________________________________________Wenn die Nase läuft - Erkältung oder echte Grippe?"Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf dass er sich ein Opfer fasse."Was Christian Morgenstern vor mehr als 100 Jahren humorvoll in Reimformbrachte, plagt auch heute noch viele Menschen: Allein im Jahr 2009 gingjeder sechste Fehltag bei Erwerbstätigen in Deutschland auf das Konto vonErkältungskrankheiten, zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der TechnikerKrankenkasse (TK). Echte Grippe? Bei Anzeichen einer echten Grippe sollten Patienten zum Arzt gehen. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseErkältungen werden von Viren ausgelöst, die sich im Laufe der Evolutionsehr gut an ihre menschlichen Wirte angepasst haben. Über zweihundertViren sind bekannt, die sich in unseren Atemwegen vermehren. Dasmenschliche Immunsystem kann in aller Regel diese Infektionen sehr gutabwehren. Fieber ist dabei eine wichtige Maßnahme. Fiebert man hoch,wird die Körpertemperatur auf einen höheren Sollwert eingestellt. Damit istdie augenblickliche Körpertemperatur zu niedrig: Schüttelfrost, Gänsehautund Kältegefühl sind dann typische Folgen. Der Begriff "Erkältung"beschreibt also lediglich äußere Anzeichen und nicht die eigentlicheUrsache der Erkrankung. Auch die andere oft gebrauchte Bezeichnung"Grippaler Infekt" ist missverständlich, denn es sind ja gerade keineHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  22. 22. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 22_____________________________________________________Grippe-Viren für diese Art von Husten, Schnupfen und Heiserkeitverantwortlich.Eine richtige Grippe, von Medizinern auch Influenza genannt, unterscheidetsich deutlich von einer klassischen Erkältung. Zwar ähneln die Anzeicheneiner Grippe meist denen einer Erkältung, doch sind sie meist schwererund langwieriger. Ein plötzlicher Krankheitsbeginn, länger andauerndeshohes Fieber, schwere Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein erschöpfterGesamtzustand deuten auf eine Influenza hin. Ein Arzt sollte in jedem Fallaufgesucht werden.Im Gegensatz zur Erkältung kann man sich gegen die Erreger der echtenGrippe mit einer Impfung schützen. Deren klangvolle Bezeichnungenerinnern zwar eher an beliebte Reiseziele in Übersee, doch "California","Perth" und "Brisbane" sind auch die Namen der aktuellen Grippevirus-Stämme, gegen die in der Saison 2010/2011 geimpft wird. Da dieGrippeviren sich ständig verändern, sollte die Impfung jährlich wiederholtwerden. In der aktuellen Saison schützt der Impfstoff auch vor dem unterdem Begriff "Schweinegrippe" im Jahr 2009 bekannt gewordenen Virus-Stamm.Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlteine Grippeschutzimpfung für Personen über 60 Jahre, für Kinder undJugendliche sowie Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichenGefährdung. Auch für medizinisches Personal oder Menschen, dieberuflich viel mit anderen Personen Kontakt haben, ist eine Impfungempfehlenswert. Zudem wird die Impfung Personen mit direktem Kontaktzu lebendem Geflügel und Wildvögeln empfohlen.Übertragen werden sowohl Erkältungs-Viren als auch Grippe-Erreger durchso genannte Tröpfcheninfektion. Jeder direkte oder indirekte Kontakt miterkrankten Personen kann Viren übertragen. Dazu braucht man nicht direktangeniest zu werden. Die gemeinsam benutzte Türklinke genügt, wennman danach Auge oder Nase berührt. Während bei der echten Grippe einHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  23. 23. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 23_____________________________________________________Arztbesuch unumgänglich ist, klingt eine Erkältung zumeist nach einigenTagen wieder ab - oder wie es Christian Morgenstern im Gedicht "DerSchnupfen" formuliert: "… und hat ihn drauf bis Montag früh."Ausführliche Informationen enthält die TK-Patienteninformation "AkuteAtemwegsinfekte", die unter www.tk.de zum Download bereit steht.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  24. 24. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 24_____________________________________________________Der Erkältung eins husten – Immunabwehr stärkenEis, Schnee und Temperaturen im Minusbereich – der Körper wehrt sich gegendie Kälte. Das kostet Kraft, denn das Immunsystem muss in der kalten Jahreszeitauf Hochtouren arbeiten. Wenn dann noch rundherum gehustet und geniest wird,haben Bakterien und Viren ein leichtes Spiel: Schon ist die Erkältung da. Jedenerwischt es bis zu 200mal im Leben. Sabine Wagner-Rauh, Präventionsexpertinbei der Techniker Krankenkasse (TK), gibt Tipps, wie man seine Abwehr stärkenund so einer Erkältung vorbeugen kann.• Zwei- bis dreimal pro Woche eine halbe Stunde Bewegung an der frischen Luft hält den Kreislauf in Schwung und bringt das Immunsystem auf Trab. Den Körper dabei aber nicht überfordern.• Wer sich im Freien aufhält, sollte sich warm anziehen. Denn kalte Füße oder ein kalter Wind um den ungeschützten Kopf stören den Wärmehaushalt. Wenn der Körper das Signal Unterkühlung empfängt, werden die Blutgefäße enger gestellt. Das bedeutet geringere Durchblutung, auch im Nasen- Rachen-Raum, und somit verminderte Abwehrkraft gegenüber Bakterien und Viren.• Überheizte Räume strapazieren die Abwehrkräfte. Sie trocknen die Schleimhäute aus, Krankheitserreger haben dann freie Bahn. Dagegen hilft, für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen: viel lüften und bei Bedarf feuchte Handtücher über die Heizkörper legen.• Richtige Ernährung unterstützt die Immunabwehr. Vor allem Obst und Gemüse – möglichst fünfmal am Tag – sowie Vollkorn- und Milchprodukte sollten im Winter auf dem Speiseplan stehen. Dazu viel trinken, mindestens eineinhalb bis zwei Liter pro Tag. Am besten sind Wasser, Tee oder Fruchtsaftschorlen. So kann der Körper auch die Schleimhäute feucht halten.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  25. 25. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 25_____________________________________________________ Trinken nicht vergessen Der Körper braucht eineinhalb bis zweieinhalb Liter pro Tag, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Und gerade wer einer Erkältung vorbeugen will, sollte viel trinken. Denn bei trockenen Schleimhäuten haben Krankheitserreger freie Bahn. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de Quelle: Techniker Krankenkasse• Tiefer, erholsamer Schlaf macht stark gegen Viren und Bakterien. Genauso wie Ruhe, Ausgeglichenheit und wenig Stress. Für eine angenehme Nachtruhe empfiehlt sich im Schlafzimmer eine Temperatur von maximal 18 Grad Celsius.• Besonders wichtig ist im Winter die Hygiene. Erkältungsviren überleben außerhalb des menschlichen Körpers bis zu drei Stunden. Genug Zeit, um sich zum Beispiel über Türklinken oder beim Händeschütteln anzustecken. Unbewusst fasst man sich an die Nase oder reibt sich die Augen, und schon sind die Viren dort, wo sie sich wohl fühlen und zu vermehren beginnen. Bestes Gegenmittel: regelmäßig Hände waschen.• Auch Saunen hilft, gesund durch die kalten Monate zu kommen. Das kräftige Schwitzen und die anschließende Abkühlung regen das Immunsystem an. Nach dem Saunagang viel trinken, um die Flüssigkeitsreserven wieder aufzufüllen.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  26. 26. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 26_____________________________________________________ Sauna schützt vor Erkältung Richtiges Schwitzen hält auch im Winter fit. Zwischen fünf und zwanzig Minuten sollte ein Saunagang dauern, bevor der Körper durch kalte Duschen und Tauchbäder langsam abgekühlt wird. Anschließend ausruhen und das Trinken nicht vergessen. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de Quelle: Techniker KrankenkasseWeitere Informationen zum Thema Erkältungskrankheiten finden Interessierte imInternet unter www.tk.de.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  27. 27. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 27_____________________________________________________Gebärmutterhalskrebs: Impfung kann Leben retten5.400 Frauen erkranken jährlich an Gebärmutterhalskrebs, für rund1.500 Frauen verläuft die Krankheit tödlich. In den meisten Fällen wirdder Krebs durch die so genannten Humanen Papillomviren (HPV)ausgelöst. Dr. Wolfgang Scheck, Arzt im TK-Ärztezentrum, erklärt:"Humane Papillomviren sind weltweit verbreitet und werdenhauptsächlich durch Geschlechtsverkehr übertragen. Bislang sind über100 HPV-Typen bekannt." Gegen die zwei häufigsten Virustypen gibt eseine Impfung. Die Techniker Krankenkasse (TK) übernimmt die Kostenfür Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Per Satzungsleistung – alsoüber den gesetzlichen Rahmen hinaus – zahlt die TK die Impfung auchFrauen im Alter von 18 bis 26 Jahren.75 bis 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen kommen im Laufe ihresLebens mit HPV in Berührung – meistens über Haut- oderSchleimhautkontakte, beispielsweise über Vagina, After, Schamlippenoder Penis. Bei einem Großteil bleibt die Infektion folgenlos – sie wirddurch das Immunsystem abgeblockt. Klingt die Infektion jedoch nichtvollständig ab, kann es zu auffälligen Gewebeveränderungen anScheide, Gebärmutterhals oder After kommen – im schlimmsten Fallentsteht ein bösartiger Tumor wie Gebärmutterhalskrebs. "Wer rauchtoder ein geschwächtes Immunsystem hat, begünstigt Krebs durch HPV.Auch wer bereits mit anderen sexuell übertragbaren Erregern wieHerpes oder Chlamydien infiziert ist, hat ein erhöhtesErkrankungsrisiko", so Scheck. Um Tumore und deren Entstehungfrühzeitig zu erkennen, können Frauen einmal jährlich zurKrebsvorsorge gehen. Diese Untersuchung wird von den gesetzlichenKrankenkassen ab dem Alter von 20 Jahren übernommen.Um das Risiko einer HPV-Infektion frühzeitig zu reduzieren, empfiehltdie Ständige Impfkommission (STIKO), Mädchen im Alter von 12 bis 17Jahren vor dem ersten Sexualkontakt mit einer Impfung zu schützen.Die Impfung besteht aus drei Einzeldosen, die in den Oberarm gespritztHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  28. 28. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 28_____________________________________________________werden. Nach der ersten Impfung sollten zwei Monate bis zur zweitenund weitere vier Monate bis zur dritten Impfung vergehen. "Sofern dieImpfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt, kann dasErkrankungsrisiko um 70 Prozent gesenkt werden", so der Arzt. HPV-Impfung Um das Risiko einer HPV- Infektion zu reduzieren, können sich Mädchen vor dem ersten Sexualkontakt impfen lassen. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseDie TK bezieht sich auf Daten des Robert Koch-Instituts. WeitereInformationen gibt es auch unter www.krebsinformation.de (Suchbegriff:HPV oder Gebärmutterhalskrebs).Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  29. 29. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 29_____________________________________________________AIDS: Junge Leute setzen auf SchutzSeit 2007 steigt die Zahl der jährlichen Neudiagnosen des so genanntenHI-Virus, kurz HIV, deutlich langsamer an als in den Vorjahren. Mittlerweilehat sich die Neuerkrankungsrate auf etwa 3.000 jährlich eingependelt.Neueste Schätzungen gehen davon aus, dass sich auch im laufenden Jahr2010 rund 3.000 Menschen neu mit HIV infiziert haben. Insgesamt leben inder Bundesrepublik derzeit rund 70.000 Menschen mit einer HIV-Infektionoder mit der durch das Virus ausgelösten Erkrankung AIDS, so dieTechniker Krankenkasse (TK). Die TK bezieht sich dabei auf Daten desRobert Koch-Instituts. Auch in der öffentlichen Meinung über HIV und AIDShat sich in den letzten Jahren einiges verändert: Nach einer Befragung derBundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) halten derzeit 37Prozent der 16- bis 20-Jährigen AIDS für eine der gefährlichstenKrankheiten, 1993 waren es noch 85 Prozent. Gründe für die veränderteEinstellung sind, dass AIDS einerseits besser behandelt werden kann, dieBevölkerung andererseits auch besser über die Gefahren eine HIV-Infektion informiert ist, so die Vermutung der BZgA-Experten. Folglichnehmen präventive Maßnahmen zu. Mittlerweile verwenden 70 Prozent der16- bis 20-Jährigen laut der Befragung beim Geschlechtsverkehr häufigoder immer Kondome. Der Anteil derjenigen, die nie Kondome verwenden,ist zwischen 1988 und 2009 von 41 Prozent auf 14 Prozent gesunken.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  30. 30. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 30_____________________________________________________Mit Zahnbürste & Co. – keine Chance den KariesbakterienIm Mund tummeln sich etwa fünf Billionen Bakterien aus mehr als 300Arten. Wer dabei gleich an Krankheiten denkt, den dürfte diese hoheZahl erschrecken. Viele Bakterien sind jedoch sehr nützlich. Siestärken die Immunabwehr und helfen, Speisen und Getränke zuverdauen. "Schaden richten die Kleinstlebewesen erst an, wenn manihnen die Chance gibt, sich wild zu vermehren – etwa durchmangelnde Mundhygiene", sagt Dr. Ernst Sobotta vom Ärzte-Zentrumder Techniker Krankenkasse (TK). Dann vermehren sie sich rasantund bilden bald einen dichten Belag, der zur Gefahr für die Zähnewird. Denn in dem Gemisch befinden sich auch Streptokokken, dieden Zahnschmelz angreifen und Karies verursachen. Auf die richtige Zahnpflege kommt es an Ein sauberer Zahn wird nicht so leicht kariös. Deshalb sollte man sich mindestens zweimal täglich drei Minuten lang die Zähne putzen. Mit der richtigen Pflege lassen sich die Zähne ein Leben lang erhalten. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseUm die Kauwerkzeuge gesund zu erhalten, ist daher richtige Pflegeunerlässlich. So putzen zwar laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag derTechniker Krankenkasse (TK) 86 Prozent der Männer und Frauen inDeutschland morgens regelmäßig die Zähne. Abends nehmen 81Prozent regelmäßig die Zahnbürste in die Hand. Im Umkehrschlussbedeutet das aber auch, dass etwa jeder Fünfte abends nicht dieZähne putzt. Dabei sind Männer im Vergleich zu Frauen die größeren"Zahnputzmuffel": Knapp ein Viertel der Männer verzichtet abends aufHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  31. 31. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 31_____________________________________________________die Zahnpflege. Sobotta gibt Tipps, wie die Zähne am besten gesundbleiben:ZähneputzenDie Zähne morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen mindestens drei Minuten lang mit einer fluoridhaltigen Zahnpastaputzen. Dabei ist es wichtig, alle Zahnflächen gründlich zu säubern, umschädliche Zahnbeläge zu entfernen. Zahnseide, Zahnzwischenraum-bürsten (Interdentalbürsten) oder spezielle medizinische Zahnstocherergänzen das Putzen mit der Zahnbürste besonders effektiv. Auch nachdem Mittagessen sollten die Zähne gereinigt oder zumindest der Mundgespült werden. Schafft man das nicht, tut es ausnahmsweise auch einzuckerfreier Zahnpflegekaugummi. Antibakterielle Mundspüllösungen sollteman nicht regelmäßig verwenden, da sie die natürliche Mundflora negativbeeinflussen können. Handzahnbürste nach wie vor im Trend Der Klassiker ist beliebt: Rund 97 Prozent der Menschen in Deutschland benutzen eine Zahnbürste, um die Zähne zu putzen. Aber auch Zahnseide, elektrische Zahnbürste und Zahnzwischenraumbürsten sind sehr beliebt. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseZungenpflegeAuf der rauen Zungenoberfläche sammeln sich viele bakterielle Belägeund Speisereste. Daher die Zunge täglich mit einer Zungenbürste undZungenpaste vorsichtig von hinten nach vorn reinigen. Das beugt auchMundgeruch vor.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  32. 32. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 32_____________________________________________________ErnährungsgewohnheitenJe länger Süßes an den Zähnen haften, desto eher haben die Bakterienin der Mundhöhle Zeit, Zucker in schädliche Säuren umzuwandeln, dieden Zahnschmelz angreifen. Deshalb nach dem Naschen die Zähneputzen oder wenigstens den Mund ausspülen. Wer säurehaltigeSpeisen wie Obstsalat mit Mandarinen oder Getränke wie Apfel- undOrangensaft zu sich genommen hat, sollte mit dem Zähneputzenmindestens eine halbe Stunde warten; ansonsten kann die Zahnbürsteden durch die Säure aufgeweichten Zahnschmelz abschmirgeln. Zuckersüß Jeder Bundesbürger verzehrt im Schnitt täglich 100 Gramm Zucker, 80 Prozent davon in versteckter Form wie zum Beispiel in Eis und Limonade. Jedoch nicht allein die Zuckermenge ist entscheidend dafür, ob Karies entsteht, sondern vor allem, wie häufig Naschkatzen zugreifen. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseRegelmäßige zahnärztliche VorsorgeuntersuchungenRegelmäßige zahnärztliche Kontrollen helfen, Karies und andereErkrankungen der Mundhöhle bereits im Frühstadium zu erkennen undrechtzeitig zu behandeln. Kinder ab dem sechsten Lebensjahr undErwachsene sollten daher zweimal jährlich zur Vorsorgeuntersuchunggehen. Eine Praxisgebühr wird nicht fällig.Weitere Informationen zur gesunden Mund- und Zahnpflege bietet dieBroschüre "Die Zähne", die kostenlos bei der TK erhältlich ist sowie unterwww.tk.de in der Rubrik "Medizin & Gesundheit" zum kostenlosenDownload bereit steht.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  33. 33. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 33_____________________________________________________Herpesviren: vom Bläschen bis zur NervenentzündungSie entstehen praktisch über Nacht, brennen und jucken: dieunangenehmen Lippenbläschen, die durch das Herpes Simplex-Virusausgelöst werden. Insgesamt sind 95 Prozent der Erwachsenen mit diesemeinfachen Herpes-Virus infiziert – die meisten haben sich als Kind bei ihrenEltern angesteckt. Viele Menschen tragen das Virus lebenslang in sich,ohne dass Symptome auftreten. "Bei jedem dritten infizierten Erwachsenenbricht das Virus jedoch immer wieder aus, denn es schlummert im Körper",sagt Dr. Stefanie von Blücher, Medizinerin im Ärztezentrum der TechnikerKrankenkasse (TK).Stress, Sonnenstrahlen, Hormonschwankungen und Infekte können dasVirus aktivieren. Dann kommt es zu den juckenden Bläschen am Mund."Auch Ekel kann den Ausschlag auslösen", erläutert die Ärztin. UmLippenbläschen vorzubeugen, sollte man auf ein gesundes Immunsystem –also auf ausreichend Schlaf und eine vitaminreiche Ernährung – achtensowie die Lippen vor Sonneneinstrahlung schützen. Sind die Bläschen ersteinmal da, können Betroffene zu einfachen Hausmitteln greifen. "Um denJuckreiz und das Spannungsgefühl zu reduzieren, hilft eine Mullkompresse,die mit Honig getränkt wird und viermal pro Tag für eine Viertelstunde aufdie Bläschen gedrückt wird. Auch Teebaumöl kann die Beschwerdenlindern", sagt die Ärztin.Sie rät außerdem, die Finger von den Bläschen zu lassen, weil die Infektionauch auf andere Körperteile übertragen werden kann. So könnenbeispielweise auch die Augen oder das zentrale Nervensystem erkranken –im Einzelfall mit gravierenden Folgen: Allein 2008 mussten rund 6.000Menschen aufgrund einer Herpes-Infektion in einem Krankenhausbehandelt werden. Davon waren rund 900 Patienten von einerAugenkrankheit durch Herpes-Viren betroffen, die die Hornhaut angreifenund das Sehvermögen beeinträchtigen. Gefürchtet ist auch die Entzündungdes Gehirns, die so genannte Herpes-Enzephalitis, die jährlich rund 800Klinikeinweisungen verursacht.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  34. 34. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 34_____________________________________________________ Abwehr stärken Wer auf genügend Vitamine achtet und auch in stressigen Zeiten kleine Ruheinseln in den Alltag einbaut -– wie zum Beispiel ein Picknick im Grünen – stärkt die Immunabwehr und beugt damit auch Herpes- Bläschen vor. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseZur Familie der Herpes-Viren gehört auch das Varizella-Zoster-Virus, dasdie so genannte Gürtelrose auslöst – eine schmerzhafte Infektion einesNervenstranges oder Hautabschnitts. "Am häufigsten sind die Nerven derBrust- und Lendenwirbelsäule befallen. Da die Nerven gürtelförmig vomRücken zum Bauch verlaufen und sich rote Bläschen in diesemgürtelförmigen Bereich bilden, ist die Krankheit auch unter dem NamenGürtelrose bekannt", sagt von Blücher. Die Gürtelrose ist eine Krankheit,die sich nach Windpocken entwickeln kann. Während Windpocken sehrhäufig sind, ist die Gürtelrose seltener. Das liegt daran, dass das Virus nurunter bestimmten Bedingungen wieder aktiv wird. Dies ist meistens derFall, wenn die Abwehr geschwächt ist, insbesondere im höherenLebensalter und bei schweren Erkrankungen oder nach Operationen. AuchStress oder ausgeprägte Sonnenbestrahlung begünstigen eine Gürtelrose.Bis zu 400.000 Menschen erkranken jährlich an einer Gürtelrose. Diemeisten von ihnen sind älter als 50 Jahre.Die TK bezieht sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  35. 35. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 35_____________________________________________________Tropenkrankheiten rücken näher – Interview mit Professor Hans Dieter Nothdurft,Leiter der Reisemedizinischen Beratungsstelle an der LMU München"Tropenkrankheiten rücken immer näher", "AsiatischeTigermücke breitet sich in Italien aus – auch in Baden-Württemberg entdeckt". Solche Schlagzeilen waren in letzterZeit öfters zu lesen. Werden exotische Krankheiten auch inDeutschland zum Alltag? Dazu ein Interview mit ProfessorDr. med. Hans Dieter Nothdurft, Leiter derReisemedizinischen Beratungsstelle an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Professor Dr. Hans DieterFrage: Sind das übertriebene Medienberichte oder Nothdurft, Leiter der Reisemedizinischenbegünstigen Klimawandel, Globalisierung und Fernreisen Beratungsstelle an der Ludwig- Maximilians-Universität (LMU)wirklich die Ausbreitung exotischer Viren und Bakterien in München.Deutschland?Professor Nothdurft: Ganz so schlimm, wie in den Medien berichtet, ist es inDeutschland derzeit noch nicht. Doch müssen wir in den nächsten Jahren undJahrzehnten damit rechnen, dass der globale Klimawandel uns ganz neueInfektionskrankheiten bringt, wie wir sie zurzeit nur im Mittelmeerraum sehen.Frage: Das wechselhafte, regnerische Wetter hat dieses Jahr in vielenRegionen Deutschlands zu einer Mückenplage geführt. Sind darunter auchTräger von Gelb-, Denguefieber, Malaria oder anderen exotischen Erregern?Professor Nothdurft: Stechmücken, die beispielsweise Malaria oderDenguefieber übertragen können, gibt es bereits heute in Deutschland.Noch ist ihre Zahl aber klein, und es fehlen die entsprechenden Kranken, vondenen eine Infektion übertragen werden könnte. Doch schon aus Frankreich,Italien und Kroatien sind erste einheimische Übertragungsfälle berichtet worden.Frage: Wie sehen die Übertragungswege aus?Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  36. 36. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 36_____________________________________________________Professor Nothdurft: Viele Infektionen werden durch den Stich von Mückenübertragen. Aber auch Kontakt mit Zecken, Milben und Flöhen kann zueinigen Krankheiten führen.Frage: Viele Firmen haben heute weltweite Niederlassungen. DieBeschäftigten müssen oft kurzfristig und mehrmals im Jahr auf Dienstreise inRisikogebiete. Für die Reiseprophylaxe bleibt kaum Zeit. Ebenso bei Last-Minute-Touristen. Was raten Sie diesen Menschen, um keine gefährlichenInfektion mit nach Hause zu bringen?Professor Nothdurft: Mückenschutz, sowohl durch Netze und Fliegengitterals auch durch das Auftragen von mückenabweisenden Mitteln, den sogenannten Repellentien, ist die entscheidende Maßnahme, um etlicheKrankheiten zu verhindern. In Malariagebieten ist zusätzlich der Einsatz vonMalariamitteln erforderlich. Auch Impfungen können gegen viele Krankheiteneinen sehr sicheren Schutz bieten.Frage: Ob Pauschalurlauber oder Rucksacktourist – nehmen einzelneGruppen reisemedizinische Angebote und Prophylaxe unterschiedlich wahr?Professor Nothdurft: In der Regel nehmen gerade diejenigenReisenden, die am meisten von Prophylaxemaßnahmen profitierenkönnen, Beratungsleistungen am wenigsten in Anspruch. Allen voran dieKurzentschlossenen und Rucksackreisenden.Frage: Die Techniker Krankenkasse (TK) erstattet Kosten fürReiseimpfungen bereits seit 2007. Es gibt aber auch gesetzlicheKrankenkassen, die diese Leistung nicht bezahlen. Wie wirken sichunterschiedliche Präventionsleistungen auf die Reisevorbereitungen derMenschen aus?Professor Nothdurft: Wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt esnicht. Aber ich habe schon den Eindruck, dass Impfungen und andereHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  37. 37. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 37_____________________________________________________Prophylaxemaßnahmen eher akzeptiert werden, wenn die Kosten vonden Krankenkassen bezahlt werden. Sicher in den Urlaub Wer eine Fernreise plant, klärt am besten im Vorfeld, welche Impfungen für das Urlaubsziel empfohlen werden. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseFrage: Wir haben eine sehr agile Rentnergeneration, die gern Fernreisenunternimmt oder Langzeiturlaub am Mittelmeer macht. Das Robert Koch-Institut hat diesen Sommer Ausbrüche von West-Nil-Fieber, eines vonSteckmücken übertragenen Virus, in südosteuropäischen Ländern wieGriechenland, Türkei und Ungarn gemeldet. Drei Viertel der Betroffenenwaren älter als 60 Jahre. Wie können sich ältere Menschen schützen?Professor Nothdurft: Ältere Reisende sind oft durch vorbestehendeErkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck undNierenerkrankungen besonders gefährdet. Glücklicherweise nimmt diesePersonengruppe aber am bereitwilligsten ärztliche Reiseberatung inAnspruch. Wenden ältere Menschen dann im Reiseland noch dieempfohlenen Maßnahmen zum Mückenschutz an, können sie wirkungsvollschwere Krankheiten vermeiden.Frage: 2009 wurden in Deutschland knapp 300 Fälle von Denguefiebergemeldet – neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dieses Jahr setzt sich diesteigende Tendenz fort. Macht Ihnen das Sorgen?Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  38. 38. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 38_____________________________________________________Professor Nothdurft: Denguefieber wird sicher sehr viel häufiger nachDeutschland eingeschleppt, als die Meldezahlen vermuten lassen.Schätzungen gehen von bis zu 4.000 Fällen pro Jahr aus. Wir sehen eineZunahme von Dengue-Patienten über die letzten Jahre, die voraussichtlichauch weiter gehen wird.Frage: Mehr als jeder zweite Betroffene ist zwischen 25 und 50 Jahre alt. Wiekann man sich wirksam gegen diese Tropenkrankheit schützen?Professor Nothdurft: Solange es keinen Impfstoff gegen Dengue-Fieber gibt,ist zuverlässiger Mückenschutz mit Repellentien ganz entscheidend. Dabeisollte jeder Tropenreisende darauf achten, die mückenabweisenden Mittelauch tagsüber aufzutragen.Frage: Sind Ihnen auch Denguefieber-Fälle bekannt, die sich inDeutschland oder mitteleuropäischen Ländern infiziert haben?Professor Nothdurft: Aus Deutschland ist bisher keine einheimischeDengue-Infektion bekannt. Erste Fälle eines nicht-importierten Dengue-Fiebers wurden aber aus Frankreich und Kroatien berichtet.Frage: Die Zahl der registrierten Malaria-Fälle pro Jahr pendelt sich inDeutschland etwa bei 500 ein. Hamburg und Bremen zählten 2009 zwei bisdrei Fälle pro 100.000 Einwohner, bundesweit waren es im Schnitt 0,6 Fälle,im Osten noch weniger. Woran liegt das?Professor Nothdurft: Malaria ist heute in Deutschland überwiegend eineErkrankung von Menschen mit Migrationshintergrund. Daher gilt: Wo vieleMigranten leben, gibt es auch häufiger Malaria. In Hamburg und Bremenleben zum Beispiel sehr viele Menschen aus Ghana, die ab und an ihrUrsprungsland besuchen und sich dort mit Malaria infizieren. Rund ein Fünftelder Malariafälle im vergangenen Jahr, bei denen das Infektionsland bekanntist, wurden aus Ghana importiert.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  39. 39. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 39_____________________________________________________Frage: Warum trifft auch die Malaria 25- bis 50-Jährige besonders oft?Professor Nothdurft: Unter Einnahme von Mitteln zur Malariaprophylaxe istman fast vollständig gegen Malaria geschützt. Dies ist vor allem im tropischenAfrika und Ozeanien, aber auch in einigen Gebieten Südamerikas und Asienswichtig, weil dort das Malariarisiko besonders hoch ist. So gut wie alleMalariaerkrankungen, die wir in Deutschland sehen, treten bei Menschen auf,die keine oder nur ungenügende Prophylaxe betrieben haben. Dies scheint inder Altersgruppe der 25- bis 50-Jährigen wohl besonders der Fall zu sein.Frage: Derzeit wird intensiv an einem Impfstoff gegen Malaria geforscht. Abwann können wir mit einer wirksamen Malariaimpfung rechnen?Professor Nothdurft: Wir werden noch lange Zeit in Deutschland keinenImpfstoff gegen Malaria haben. Es gibt zwar einige vielversprechende Ansätzefür einen Impfstoff, der aber nur auf Säuglinge und Kleinkinder inMalarialändern abzielt.Frage: Könnte der Klimawandel ideale Bedingungen für Erreger schaffen, diebisher hauptsächlich in Südeuropa oder in tropischen Ländern vorkamen?Professor Nothdurft: Wir werden zukünftig damit rechnen müssen, dass wirin Deutschland mit Krankheiten konfrontiert werden, die bisher nur intropischen oder subtropischen Gebieten vorkommen. Darüber hinaus sehenwir jetzt schon, dass sich die mit FSME-infizierten Zecken vonSüddeutschland immer weiter nach Norden ausbreiten. Dieser Virus kann beiMenschen eine schwere Hirnhautentzündung, die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), auslösen. Wir müssen diese Entwicklungensorgfältig im Auge behalten, um entsprechend gerüstet zu sein.Ausführliche Informationen über Reise-Schutzimpfungen und Reise-Prophylaxe bietet die Homepage der Techniker Krankenkasse unterwww.tk.de.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  40. 40. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 40_____________________________________________________Hepatitis B: wenn die Leber müde wirdBis zu 500.000 Menschen in Deutschland tragen das Hepatitis-B-Virus insich und leiden unter einer virusbedingten chronischen Leberentzündung,schätzt das Robert Koch-Institut. "Virusbedingte chronischeLeberentzündungen können dramatische Spätfolgen wie eine Zirrhose odergar Leberkrebs haben. Gleichzeitig gilt aber auch: Man kann sich wirksamgegen eine Infektion mit dem Hepatitis B-Virus schützen – durch eineImpfung", sagt Dr. Thomas Ruprecht, Arzt bei der Techniker Krankenkasse(TK). Für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre bezahlt die TKdie Impfung, unter bestimmten Voraussetzungen werden auch fürVersicherte ab 18 Jahren die Kosten übernommen. Betroffen sind längstnicht nur gesellschaftliche Randgruppen, eine Hepatitis B kann jedentreffen.Die Hepatitis B kann durch Blut oder Blutprodukte oder durch sexuellenKontakt übertragen werden. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sind daherKondome bei wechselnden Geschlechtspartnern Pflicht. Zahnbürsten undRasierer sollten nicht gemeinsam benutzt werden. Für den alltäglichenhäuslichen Umgang bestehen aber keine besonderen Einschränkungen.Gibt es in einer festen Lebensgemeinschaft einen Hepatitis-B-Virusträger,so sollte der Partner Hepatitis B-geimpft sein. Immer müde? Hepatitis B verursacht keine Schmerzen. Betroffene fühlen sich aber häufig abgeschlagen. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseHerausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  41. 41. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 41_____________________________________________________Eine Hepatitis B macht sich nicht durch Schmerzen bemerkbar. Dr.Thomas Ruprecht: "Mediziner sagen Die Müdigkeit ist der Schmerz derLeber." Die Betroffenen fühlen sich häufig abgeschlagen wie bei einemgrippalen Infekt. Da es heute wirksame Therapien gebe, mit denen man dieHepatitis B beherrschen könne, sei eine frühzeitige Erkennung derKrankheit besonders wichtig, so Ruprecht. Andernfalls können sichschwerwiegende bis lebensgefährliche Spätfolgen für die Betroffenenentwickeln.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010
  42. 42. TK-Medienservice "Viren und Bakterien" 42_____________________________________________________Küssen verboten? Wie man die Jüngsten vor Infektionen schütztDer größte Wunsch von Eltern sind glückliche und vor allem gesundeKinder. Doch nicht selten sind Mutter und Vater die Quelle von Viren undBakterien, mit denen das Immunsystem ihrer Sprösslinge dann kämpfenmuss. "Wenn Eltern beispielsweise den heruntergefallenen Schnullerablecken oder den Brei mit dem Kinderlöffel kosten, kann der Karies-Erreger Streptococcus mutans neues Terrain besiedeln. Eigentlichkommen alle Kinder ohne Kariesbakterien auf die Welt. Nur durch dieÜbertragung von Speichel gelangen sie in die Mundhöhle", erklärt Dr.Ernst Sobotta, Arzt im Ärzte-Zentrum der Techniker Krankenkasse.Die gesunde Lösung: den Schnuller unter fließendem Wasserabwaschen. Auch Besteck, das von Mutter oder Vater benutzt wird, ist fürdas Kind tabu. Dr. Sobotta: "Jedes Familienmitglied sollte sein eigenesBesteck benutzen. Wer diese Regeln im Alltag beachtet, betreibt einesichere Kariesprophylaxe." Schnuller und Sauger gehören nur in Babys Mund Kinder kommen ohne Kariesbakterien auf die Welt. Nur mit dem Speichel gelangen die Bakterien in die Mundhöhle des Säuglings. Motiv zum Download unter www.presse.tk.de. Quelle: Techniker KrankenkasseHerpes-Viren können durch die Eltern übertragen werden, wenn dieseakut an Lippenherpes leiden und dennoch mit ihren Kleinen schmusen.Dabei reicht ein Kuss, um das Kind anzustecken.Herausgeber: Techniker Krankenkasse • Pressestelle • Bramfelder Straße 140 • 22305 Hamburg Tel.: 040 - 69 09-17 83 • Fax: 040 - 69 09-13 53 • E-Mail: pressestelle@tk.de TK-Medienservice im Internet: www.presse.tk.de.Ausgabe: Dezember 2010

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