Statement Dr. Jens BaasVorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkassezur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 201...
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Pressekonferenz: Statement von Dr. Jens Baas zum TK-Gesundheitsreport 2013 (4. Juni 2013)

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Der TK-Gesundheitsreport 2013, der am 4. Juni 2013 anlässlich einer Pressekonferenz in Berlin u. a. durch Dr. Thomas Grobe, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) und Dr. Jens Baas, Vorsitzender des TK-Vorstands, vorgestellt wurde.

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der 3,91 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Seit 2013 folgen die Gesundheitsberichte der Krankenkassen einer neuen Standardisierung. Aufgrund dessen ist es nicht möglich, die aktuellen Daten mit den Zahlen der Vorjahre zu vergleichen.

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Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Pressekonferenz: Statement von Dr. Jens Baas zum TK-Gesundheitsreport 2013 (4. Juni 2013)

  1. 1. Statement Dr. Jens BaasVorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkassezur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2013am 4. Juni 2013 in Berlin1__________________________________________________________________________________Dr. Jens Baas, Techniker KrankenkasseSehr geehrte Damen und Herren,heute stellen wir Ihnen die zwölfte Ausgabe des TK-Gesundheitsreports vor. Herr Dr. Grobevom ISEG-Institut hat also bereits ein Dutzend Gesundheitsberichte für die TK erstellt, fürmich ist dies heute eine Premiere. Aber ich freue mich sehr, Ihnen den Bericht, der ja inzwi-schen zu einer eigenen Marke in der Gesundheitsberichterstattung geworden ist, zusammenmit Dr. Grobe und unserem Psychologen Heiko Schulz, bei der TK Human Ressources-Manager für innerbetriebliches Gesundheitsmanagement, vorzustellen.Neu am diesjährigen TK-Gesundheitsreport ist, dass wir auf eine detailliertere Datenlage bli-cken können. Da die Agentur für Arbeit Ende 2011 ein neues Meldeverfahren zur Sozialversi-cherung festgelegt hat, wissen wir erstmals auch, ob die Versicherten befristet beschäftigtsind, ob sie Zeitarbeiter sind, ob sie in Teilzeit- oder Vollzeit arbeiten.Das diesjährige Schwerpunktkapitel widmen wir deshalb dem Thema Berufstätigkeit, Ausbil-dung und Gesundheit, und wir werden uns gleich ansehen, ob die Art des Beschäftigungs-verhältnisses Einfluss auf die gesundheitlichen Belastungen der Beschäftigten hat. Darüberhinaus beinhaltet der TK-Gesundheitsreport aber natürlich wie in jedem Jahr die Daten zuArbeitsunfähigkeiten und Arzneimittelverordnungen der bei der TK versicherten Erwerbsper-sonen. Die Grundgesamtheit bilden mittlerweile 3,91 Millionen sozialversicherungspflichtigBeschäftigte sowie Empfänger von Arbeitslosengeld I. Wir freuen uns, dass gut 13 Prozentder Beschäftigten in Deutschland inzwischen TK-versichert sind, beim ersten TK-Gesundheitsreport waren es nicht einmal acht Prozent.Auch in diesem Jahr drängen sich vor allem die psychisch bedingten Fehlzeiten auf. Dennseit Jahren verzeichnen wir bei Krankschreibungen für dieses Diagnosekapitel die größtenSteigerungsraten. Insgesamt haben Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen seit 2006um gut 75 Prozent zugenommen. Das bedeutet, jedem sechsten Fehltag in Deutschland liegtinzwischen eine psychische Diagnose zugrunde oder anders ausgedrückt: Von den 14,2 Ta-gen, die jede bei der TK-versicherte Erwerbsperson im letzten Jahr durchschnittlich krankge-schrieben war, waren statistisch gesehen zweieinhalb Tage psychisch bedingt.
  2. 2. Statement Dr. Jens BaasVorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkassezur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2013am 4. Juni 2013 in Berlin2__________________________________________________________________________________Dr. Jens Baas, Techniker KrankenkasseDass hier sicherlich auch Etikettierungsphänomene und Trenddiagnosen eine Rolle spielen,wurde in den letzten Jahren umfangreich diskutiert. Dennoch ist unbestritten, dass die psy-chischen Belastungen für die Betriebe immer mehr zum Wirtschaftsfaktor werden. In den Top20-Diagnosen der Hauptursachen von Krankschreibungen sind inzwischen sechs psychischeDiagnosen, vor zehn Jahren waren es nur drei.Viele Unternehmer, vor allem kleinere und mittelständische Firmen, scheuen die Investition inBetriebliches Gesundheitsmanagement. Wir glauben jedoch, dass hier am falschen Endegespart wird. Die aktuelle Ausgabe des Reports zeigt, dass die TK allein unter der Einzeldi-agnose "Depressive Episode", die seit einiger Zeit noch vor den Rückenschmerzen den ers-ten Platz unter den Top-Diagnosen für Krankschreibungen einnimmt, 2012 fast 54.000Krankschreibungen mit 3,2 Millionen Fehltagen verzeichnet. Statistisch gesehen war jederBeschäftigte in Deutschland im letzten Jahr einen Tag aufgrund einer Depression arbeitsun-fähig.Anders ausgedrückt: In einem mittelständischen Unternehmen mit 350 Angestellten fehlten2012 fünf Mitarbeiter für zwei Monate aufgrund einer depressiven Episode. Das Unternehmenmuss in den ersten sechs Wochen Lohn fortzahlen, den Arbeitsausfall kompensieren und dasfachliche Know How des Erkrankten steht in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Zudem sindLangzeit-Krankschreibungen oftmals mit aufwändigen Wiedereingliederungsmaßnahmenverbunden. Ein Ausfalltag kostet das Unternehmen konservativ gerechnet mindestens 500Euro für Entgeltfortzahlung und nicht eingebrachte Produktivität. Für das mittelständischeUnternehmen entstehen also allein für die Diagnose Depression Kosten von 75.000 Euro.Ein wirkungsvolles Betriebliches Gesundheitsmanagement kostet etwa 50.000 Euro. Zudembinden die Unternehmen mit den Maßnahmen ihr Personal, fördern ihr Image und stärkendamit ihre Arbeitgebermarke.Deshalb glauben wir, dass jeder Euro, den Unternehmen in das Betriebliche Gesundheitsma-nagement investieren, gut angelegt ist – zumal wir als Krankenkasse und der Staat dazuauch einen Beitrag leisten.Auch die Politik hat hier inzwischen Handlungsbedarf erkannt und meint das Thema psychi-sche Belastung in den Arbeitsschutz integrieren zu müssen. Zwar finden wir es sehr gut, dass
  3. 3. Statement Dr. Jens BaasVorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkassezur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2013am 4. Juni 2013 in Berlin3__________________________________________________________________________________Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasseeine Initiative ein Problembewusstsein schafft, dass Arbeit nicht nur körperlich beansprucht,sondern auch psychisch belasten kann. Aber wir glauben auch, dass die globalisierte Ar-beitswelt heute von den Unternehmen ein Höchstmaß an Flexibilität verlangt, wenn sie amMarkt bestehen wollen. Arbeitszeiten und E-Mail-Verkehr politisch zu regulieren, ist sicherlichder falsche Weg. Kein international tätiges Unternehmen kann es sich leisten, ab 20 Uhrdeutscher Zeit keine E-Mails mehr zu beantworten. Wichtig ist stattdessen, Rahmenbedin-gungen für eine flexible Arbeitsorganisation zu schaffen, die den Bedürfnissen von Arbeit-nehmern und Arbeitgebern gerecht werden. Das ist vor allem eine Führungsaufgabe. Wennman Führungskräfte dafür sensibilisiert, dass sie direkten Einfluss auf die Motivation, Leis-tungsfähigkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben, erreicht man viel mehr als mit staatli-chen Vorgaben.Wir sollten uns davon verabschieden, Präsenz – das heißt lange Anwesenheit am Arbeits-platz – als Leistungskriterium zu sehen. Wir haben dank mobiler Kommunikation heute vieleMöglichkeiten, Arbeit flexibel zu gestalten. Doch trotz Mobiltelefon und Laptop, trotz Video-konferenzen und Hangouts, gab es noch nie so viele Berufspendler wie heute – verbundenmit den damit einhergehenden Belastungen.Statt neuer Gesetze braucht es daher mehr Unterstützung für Unternehmen und Beschäftig-te, um Arbeit gesund zu gestalten. Dazu gehört vor allem die Vereinbarkeit von Familie undBeruf.Wie das Statistische Bundesamt vor wenigen Tagen bekannt gab, nutzen ein Viertel der Vä-ter inzwischen die Elternzeit, die allermeisten von ihnen jedoch nur zwei Monate. Nur einervon 13 Vätern geht ein ganzes Jahr in Elternzeit. Dabei spielt die auch Sorge eine Rolle, dassdie berufliche Auszeit sich negativ auf die Karriereaussichten auswirken könnte, da viele Un-ternehmen die Vorzüge von Männern, die Elternzeit in Anspruch nehmen, nicht erkennen.Männer sind aber auch meist die Haupternährer der Familie, und die entsprechende Ein-kommenseinbuße ist dauerhaft nicht zu kompensieren. Problematisch ist aber vor allem, dasses für viele Eltern noch immer schwierig ist, die eigenen Arbeitszeiten mit den Öffnungszeitenvon Krippe oder Kita zu vereinbaren. Wer also etwas gegen stressbedingte Belastungen vonArbeitnehmern tun möchte, sollte auch dies im Auge behalten.
  4. 4. Statement Dr. Jens BaasVorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkassezur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2013am 4. Juni 2013 in Berlin4__________________________________________________________________________________Dr. Jens Baas, Techniker KrankenkasseDie Daten des vorliegenden Gesundheitsberichtes zeigen, dass es vor allem Beschäftigte dermittleren Jahrgänge zwischen 30 und 50 Jahren sind, die überdurchschnittlich psychisch be-lastet sind. Gerade in diesem Alter sind viele Menschen sowohl beruflich als auch familiäreingespannt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet für diese Generation übrigensnicht nur, Job und Kinderbetreuung in Einklang zu bringen, was bisher vor allem hieß, dassFrauen vormittags arbeiten und sich nachmittags um die Kinder kümmern. Familie bedeutetauch immer öfter, dass Beschäftigte Pflegeaufgaben für ihre Eltern und Schwiegerelternübernehmen. Mit welchen Belastungen dies einhergeht, dazu kann Ihnen Heiko Schulz gleichnoch mehr berichten. Es wird also künftig darauf ankommen, kreative Lösungen zu schaffen,die weit darüber hinausgehen, eine Vormittags-Betreuung für Kleinkinder zur Verfügung zustellen. Hier geht es auch um Themen wie zum Beispiel Jobsharing, Home Office, Lebensar-beitszeit und Führung in Teilzeit.Unser Report zeigt auch, dass Frauen zwar grundsätzlich psychisch belasteter sind als Män-ner. Allerdings weisen Männer, die in Teilzeit beschäftigt sind, höhere psychisch bedingteFehlzeiten auf als die in Vollzeit beschäftigten Männer. Was schließen wir daraus? Nun könn-te man interpretieren, dass Männer unter Stress geraten, wenn sie neben der Berufstätigkeitauch familiäre Aufgaben übernehmen. Wir vermuten jedoch, dass es eher existentielle Sor-gen sind, die mit der Teilzeitbeschäftigung, und den damit einhergehenden finanziellen Ein-bußen und dem eventuellen Verlust der Rolle als Haupternährer einhergeht. Herr Dr. Grobewird Ihnen gleich aufzeigen, dass die Diskrepanz der psychischen Belastung zwischen Män-nern in Teilzeit und Männern in Vollzeit mit dem Alter steigt. Sie ist vor allem in der Alters-gruppe der 45- bis 50-Jährigen besonders groß ist. In diesem Alter dürfte jedoch die inten-sivste Phase der Kinderbetreuung hinter den Männern liegen. Allerdings ist die Selbstwahr-nehmung über die Erwerbstätigkeit in diesem Alter auch sehr groß.Unsere Vermutung, dass eher die finanzielle Unsicherheit ein wichtiger Einflussfaktor ist, be-stätigt sich, da wir auch bei befristet Beschäftigten und Leiharbeitern erhöhte psychische Be-lastungen identifizieren. In den TK-Gesundheitsberichten der Vorjahre haben wir mehrfachfestgestellt, dass Arbeitslose und Zeitarbeiter allgemein überdurchschnittlich hohe Fehlzeitenaufweisen, und das insbesondere unter psychischen Diagnosen. Durch das neue Schlüssel-verzeichnis wird die These bekräftigt, dass es nicht nur die Arbeit selbst ist, die belastet, son-dern auch die damit einhergehende unsichere finanzielle Situation.
  5. 5. Statement Dr. Jens BaasVorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkassezur Vorstellung des TK-Gesundheitsreports 2013am 4. Juni 2013 in Berlin5__________________________________________________________________________________Dr. Jens Baas, Techniker KrankenkasseWenn wir also darüber sprechen, wie sich Arbeit auch für das seelische Befinden gesündergestalten lässt, geht es nicht nur darum, wieder zu einer gesunden Abgrenzung zwischenArbeit und Freizeit zu kommen oder Arbeitsabläufe weniger stressig zu gestalten. Deshalbgreifen Vorschläge zum Arbeitsschutz zu kurz. Es geht auch darum, Menschen Perspektivenzu geben. Dabei geht es zum einen um Wertschätzung, sowohl gesellschaftlich als auch vonder direkten Führungskraft. Und es geht darum, den Menschen die Chance zu geben, sichein Leben aufzubauen, eine Familie zu gründen und diese auch ernähren zu können.Die seelische Gesundheit von Erwerbspersonen zu fördern, ist also eine gemeinschaftlicheAufgabe, bei der auch Arbeits- und Familienpolitik gefordert sind. Als Krankenkasse tragenwir mit unseren Angeboten zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement gern dazu bei. Wirhaben zusammen mit einigen Unternehmen gerade eine Broschüre zum Thema Burn-outaufgelegt. Und auch unser neues E-Coaching-Angebot zum Burn-out wird bereits gut ange-nommen.Dr. Grobe wird jetzt die Entwicklungen, die ich gerade angesprochen habe, mit Daten unter-legen. Danach sprechen Herr Schulz und ich gern mit Ihnen, wie wir gemeinsam mit allenAkteuren am Arbeitsmarkt Arbeit gesünder gestalten können und wie die TK auch als Arbeit-geber bei dem Thema vorangehen möchte.

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