Forum Versorgung: Vortrag von Ralf Heyder (21. Mai 2014)

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Präsentation von Ralf Heyder, Generalsekretär im Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V., anlässlich seiner Eröffnungsrede des Forum Versorgung der Techniker Krankenkasse (TK) am 21. Mai 2014 in der Hörsaalruine der Charité in Berlin.

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Forum Versorgung: Vortrag von Ralf Heyder (21. Mai 2014)

  1. 1. Finanzierungskrise der Uniklinika: Lösungsansätze aus Sicht der Universitätsmedizin R. Heyder, Generalsekretär VUD Berlin, 21. Mai 2014 TK-Forum Versorgung
  2. 2. 2 Gliederung: I. Wirtschaftliche Lage II. Kosten-Erlös-Schere III. Sonderaufgaben von Uniklinika und Forderung nach „Systemzuschlag“ VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014
  3. 3. 3 I. Wirtschaftliche Lage VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014
  4. 4. 4 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 2014 2013 2012 2011 Immer weniger Uniklinika mit Überschüssen, mehr als die Hälfte defizitär *Erwartete Ergebnisse / Quelle: VUD-Mitgliederbefragung, März 2013 und Januar 2014 Ausgeglichenes Jahresergebnis (-1 Mio. € bis +1 Mio. € ) Negatives Jahresergebnis (Fehlbetrag von über 1 Mio. € ) Positives Jahresergebnis (Überschuss von über 1 Mio. € ) Teilgenommen haben 31 bzw. 30 von 32 Universitätsklinika (2011 bis 2014: ohne Gießen-Marburg; 2013: auch ohne Berlin – Charité). 48% 45% 27% 13% 23% 16% 23% 32% 29% 39% 50% 55% * * VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014
  5. 5. 5 Von 2011 zu 2013 knapp 140 Mio. Euro saldierte Ergebnisverschlechterung Auf Talfahrt Addierte Jahresergebnisse der deutschen Uniklinika -180 -160 -140 -120 -100 -80 -60 -40 -20 - 20 40 2011 2012 2013* 2014* 23 Mio. € -102 Mio. € -161 Mio. € -133 Mio. € *Erwartete Ergebnisse / Quelle: VUD-Mitgliederbefragung, März 2013 und Januar 2014 Teilgenommen haben 31 bzw. 30 von 32 Universitätsklinika (2011 bis 2014: ohne Gießen-Marburg; 2013: auch ohne Berlin – Charité). VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014
  6. 6. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 6 Engpässe in allen vier Finanzierungssäulen 4 FINANZIERUNGSSÄULEN 1. Bereiche stehen nicht getrennt nebeneinander, sondern sind kommunizierende Röhren 2. Derzeitige Schwäche aller vier Finanzierungssäulen → nicht auf Dauer verkraftbar Gesundheitsressort Wissenschaftsressort STATIONÄRE VERSORGUNG (DRG-System) AMBULANTE / NICHT- STATIONÄRE VERSORGUNG F&L- ZUSCHUSS (Land) INVESTITIONEN (Land)
  7. 7. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 7 1. Kosten-Erlös-Schere 2. Abbildung von Sonderaufgaben • Weiterbildung • Notfallversorgung • Extremkostenfälle • Zentren • Innovationen Zwei Fehler im DRG-System: Kosten-Erlös- Schere und Sonderaufgaben DRG-System
  8. 8. 8 II. Kosten-Erlös-Schere VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014
  9. 9. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 9 2002-2011: Schere im Bereich der Uniklinika 107% 125% 116% 100% 105% 110% 115% 120% 125% 130% 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Index 2002 = 100 Veränderungsrate Tarifsteigerung (Lin. Personalkostensteigerungen) Inflation Quellen: Stat. Bundesamt, AOK-BV, eigene Berechnungen
  10. 10. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 10 Schere: Kompensationsstrategien der letzten Jahre weitgehend ausgereizt • Outsourcing Tertiärbereiche (Wäsche, Küche etc.) • Optimierung Sekundärbereiche (Labor, Radiologie/ Nuklearmedizin, Anästhesie, Intensivmedizin, OP, Zentralsterilisation/Hygienemanagement, Blutmanagement, Apotheke, Notaufnahme) • Wachstum über Mehrleistungen • Optimierung Einkauf/Beschaffung • Spezialisierung → „Rosinen picken“ → für UK kaum möglich, da „Vollsortimenter“ und letztes Glied in Versorgungskette Gretchenfrage: Wie viel Rationalisierungspotenzial ist noch zu heben? Mit wie viel Aufwand? In welcher Zeit?
  11. 11. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 11 OECD-Studie: Deutsche Krankenhäuser extrem preiswert
  12. 12. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 12 Schere: Perspektiven (1) • Zweifelhaft: Kann man künftig noch so schnell rationalisieren, wie es die Kosten-Erlös-Schere erfordert? • Potenziale immer schwerer erschließbar (z.B. klinische Prozesse → Investitionen?) → keine schnellen Erfolge mehr • These: Die Rezepte der letzten 10 Jahre werden nicht noch einmal 10 Jahre tragen • Stabilisierung der Basisfinanzierung unabdingbar → Kostenorientierungswert → VUD im Geleitzug mit DKG
  13. 13. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 13 Schere: Perspektiven (2) • Aber: Bund wird nicht bereit sein, den Druck vollständig von Kliniken zu nehmen • Noch großes Wirtschaftlichkeitspotenzial im Gesamtsystem (zu viele Krankenhäuser, zu wenig Arbeitsteilung, Sektorengrenze) • Ziel: Marktbereinigung, Konzentration, Netzwerk- und Zentrenbildung (Sektoren übergreifend) • Deshalb: Volle Refinanzierung von Kostensteigerungen unrealistisch → Koa-Vertrag bleibt vage • These: Krankenhausfinanzierung bleibt weiterhin auf Kante genäht
  14. 14. 14 III. Forderung eines „Systemzuschlags“ VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014
  15. 15. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 15 Was ist das Besondere an der Hochschulmedizin? Aufgabenverbund (Forschung, Lehre, Kr.Vers.) „Komplexe“ Medizin Translation ↓ Innovationen, Neulandmedizin
  16. 16. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 16 8 Sonderaufgaben • Einige Tatbestände betreffen nicht nur Uniklinika, sondern auch andere große Maximal- versorger. Aber alle acht zusammen nur an Uniklinika • Aufgabenverbund F&L&KV, Hochschulambulanzen und weite Teile der Seltenen Erkrankungen sind dagegen Alleinstellungsmerkmale • Zuschläge für Uniklinika sind internationale Best Practice („institutional costs“) System- zuschlag UniMed Extrem- Kosten- Fälle HSch Ambu- lanz Not- fall Seltene Erkran- kungen Inno- vation Zentren Weiter- bildung Verbund- kosten F&L&KV
  17. 17. Sprechstunden für Seltene Erkrankungen – Uniklinika tragen die Versorgung VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 17 (Quelle: Orphanet, 20. Mai 2014) 79% 21% Muskeldystrophie (61) Uniklinika andere Häuser 82% 18% Fabry-Syndrom (37) Uniklinika andere Häuser 86% 14% Osteogenesis imperfecta (18) Uniklinika andere Häuser88% 12% Kostmann-Syndrom (23) Uniklinika andere Häuser
  18. 18. 18VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 42% 27% 26% 25% 24% 23% Kein einziges Intensiv-Bett: 257 (18%) Quelle: Grafik von Prof. Busse, TU Berlin Stat. Bundesamt, Fs. 12, Reihe 6.1.1, 2012 (Basis: 1392 Allg. Plan-Kh. 2012) Teilnahme an der Notfallversorgung?
  19. 19. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 19 Hochschulmedizin im Koa-Vertrag → Thema ist auf politischer Agenda • „Wir werden die besonderen Aufgaben der Universitätskliniken und der Krankenhäuser der Maximalversorgung besser im DRG-System vergüten.“ • „Für Hochkostenfälle, die nicht durch Fallpauschalen sachgerecht abgebildet werden können, hat das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus bis Ende 2014 eine geeignete gesonderte Vergütungsform vorzulegen.“ • „Leistungen der Hochschulambulanzen werden künftig angemessen vergütet.“ • Notfallversorgung: Überprüfung der Finanzierung von Vorhaltekosten (nicht nur für Uniklinika)
  20. 20. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 20 Aber: Differenzierte Lösungen zu den Einzelsachverhalten funktionieren nicht • Weiterbildung – Gesetzlicher Prüfauftrag zum 30.9.2009 → Ergebnis: leistungsbezogene Zu-/Abschläge nicht umsetzbar – Fehlender politischer Wille für normative Lösung (Weiterbildungsfonds), trotz vieler internationaler Vorbilder • Notfallvorhaltung − Kalkulation leistungsbezogener Zu-/Abschläge gilt in Selbstverwaltung als unmöglich → fehlende „Notfall“-Def. − Schon 2009 im Koa-Vertrag, in Selbstverwaltung nicht bearbeitet • Extremkostenfälle → Ergebnis Prüfauftrag abwarten • Zentrenzuschläge → Blockade durch Kassen • NUB-Regelung → Negativtrend (siehe BSG- Rechtsprechung)
  21. 21. VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014 21 FAZIT: Systemzuschlag einziger Weg zu besserer Finanzierung der Hochschulmedizin, weil differenzierte Lösungen im System nicht umsetzbar sind 21
  22. 22. 22 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 22 Kontakt: Ralf Heyder Generalsekretär VUD Tel. 030/394 05 17 - 0 heyder@uniklinika.de VUD e.V. | TK-Forum Versorgung | Berlin, 21. Mai 2014

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