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Was ist ein überhaupt Geheimnis?• Als Gegenbegriffe gelten  – Öffentlichkeit,  – Transparenz und  – Informationsfreiheit.
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Die drei Dimensionen des Geheimen (1)• Etwas beiseite stellen  durch Verstecken
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Die drei Dimensionen des Geheimen (3)• Etwas über das man nicht spricht
Die drei Dimensionen des Geheimen (3)• Etwas über das man nicht spricht• Ein Geheime ist etwas  Verschwiegenes – Stille.
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ἀρρητοϕόριαModerne Forscher meinen, dass essich möglicherweise umSchlangenfiguren oderPhallussymbole aus Mehlpastegehandel...
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Die gesellschaftliche Funktion des Geheimen• Sie dient der  Gruppenbildung• Sie schafft eine parallele  Wirklichkeit• Sie ...
Gruppenbildung• Ein Geheimnis schafft  Eingeweihte und  Nichteingeweihte
Gruppenbildung• Ein Geheimnis schafft  Eingeweihte und  Nichteingeweihte• Es ist ein Mittel um  festzustellen, wer  dazuge...
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Parallelwelten• Geheimnisse bereichern  das Leben, indem sie eine  parallele Realität schaffen.
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Macht• Geheimnissbesitz kann  Persönlichkeitsstrukturen  formen und prägen.
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Wir leben in einem globalen Dorf
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Das “Segreto di Pulcinella”• Pulcinella (Kasperl) ist eine Figur aus  der italienischen Commedia dell’Arte
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Pulcinella-Geheimnisse in der  Informationsgesellschaft
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Was tun?• Statt sich um den Schutz von Systemen  sollte sich die IT mehr um den Schutz von  Informationen kümmern.• Das he...
Was hat uns Wikileaks gelehrt?• Geheimnisse sind Dinge,  die wir für geheim halten  oder die wir als geheim  bezeichnen.• ...
Mit Pulchinella leben                “Wovon man              nicht sprechen               kann, darüber                  m...
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Pulchinellas Geheimnis im Zeitalter von WikiLeaks

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Ein Apell für eine realistische Einschätzung dessen, was IT Security leisten kann - und was nicht.

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Pulchinellas Geheimnis im Zeitalter von WikiLeaks

  1. 1. Pulcinella‘s Geheimnis „secreto di Pulcinella“ Geheimes und Privatesim Zeitalter des Internet Tim Cole Internet-Publizist
  2. 2. Was ist ein überhaupt Geheimnis?„Eine einer begrenztenPersonenzahl vorbehalteneInformation“ **Wikipedia
  3. 3. Was ist ein überhaupt Geheimnis?• Ein Geheimnis ist eine meist sensible Information, die Personengruppen nicht bekannt oder einsehbar ist, für die sie von Interesse ist/sein könnte.
  4. 4. Was ist ein überhaupt Geheimnis?• Ein Geheimnis ist eine meist sensible Information, die der Personengruppe, für die sie von Interesse ist/sein könnte, nicht bekannt oder einsehbar ist.• Die entsprechende Information wird häufig absichtlich in einem kleinen Kreis Eingeweihter gehalten, kann durch äußere Umstände aber auch vollkommen verloren gehen.
  5. 5. Was ist ein überhaupt Geheimnis?• Ein Geheimnis ist eine meist sensible Information, die der Personengruppe, für die sie von Interesse ist/sein könnte, nicht bekannt oder einsehbar ist.• Die entsprechende Information wird häufig absichtlich in einem kleinen Kreis Eingeweihter gehalten, kann durch äußere Umstände aber auch vollkommen verloren gehen.• Im Kontext eines Mysteriums bezeichnet „Geheimnis“ ein Ereignis, das rational nicht erklärbar ist.
  6. 6. Was ist ein überhaupt Geheimnis?• Als Gegenbegriffe gelten – Öffentlichkeit, – Transparenz und – Informationsfreiheit.
  7. 7. „secretus“• “beiseite stellen”, “verstecken”, “einsam ”• von “secernere“ = “ausschneiden” (“se” = “ohne, getrennt von” + “cernere” = “erblicken”
  8. 8. „secretus“• “sekret [lat.]: (veraltet) geheim; abgesondert• Sekretär der (veraltet) „Geheim- schreiber“ Konrad Duden
  9. 9. Das „WikiLeaks- Paradoxon“ Dr. Emilio MordiniCentre for Science, Societyand Citizenship (CSSC), Rom
  10. 10. Der Widerspruch zwischen dem Wunsch nach Geheimemn und der offenen Informationsgesellschaft• Geheimhaltung ist wichtig für viele Bereiche der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Verwaltung• Geheimnisse neigen dazu, publik zu werden, egal wie man sie schützt.• Wir sind gezwungen, diesen Schutz betreiben, um uns nicht strafbar zu machen (oder verrückt zu werden).
  11. 11. Die drei Dimensionen des Geheimen (1)• Etwas beiseite stellen durch Verstecken
  12. 12. Die drei Dimensionen des Geheimen (1)• Etwas beiseite stellen durch Verstecken• Dinge durch Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit zu differenzieren
  13. 13. Die drei Dimensionen des Geheimen (1)• Etwas beiseite stellen durch Verstecken• Dinge durch Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit zu differenzieren• Impliziert die Fähigkeit, Merkmale festzulegen, durch die etwas entweder als sichtbar oder unsichtbar gekennzeichnet werden können
  14. 14. Die drei Dimensionen des Geheimen (1)• NB: Etwas zu kennzeichnen ist selten eine gute Strategie, wenn man etwas verstecken will.
  15. 15. Die drei Dimensionen des Geheimen (1)• NB: Etwas zu kennzeichnen ist selten eine gute Strategie, wenn man etwas verstecken will.• Wenn man etwas beiseite stellt, erzeugt man Aufmerksamkeit und Neugier.
  16. 16. Die drei Dimensionen des Geheimen (1)• NB: Etwas zu kennzeichnen ist selten eine gute Strategie, wenn man etwas verstecken will.• Wenn man etwas beiseite stellt, erzeugt man Aufmerksamkeit und Neugier.• Der beste Weg, etwas zu verstecken, ist es Das beste Versteck für einen Apfel unauffällig zu machen ist ein Apfelkorb
  17. 17. Die drei Dimensionen des Geheimen (2)• Etwas sehr Privates
  18. 18. Die drei Dimensionen des Geheimen (2)• Etwas sehr Privates• Das deutsche Wort “heimlich” beschreibt ja etwas, das vertraut und “heimelig” ist.
  19. 19. Die drei Dimensionen des Geheimen (2)• Etwas sehr Privates• Das deutsche Wort “heimlich” beschreibt ja etwas, das vertraut und “heimelig” ist.• In diesem Sinn hat ein Geheimnis etwas mit Intimität und Privatheit zu tun.
  20. 20. Die drei Dimensionen des Geheimen (2)• Geheimnisse sind meistens auf einen kleinen Personenkreis beschränkt, bleiben also intim und privat
  21. 21. Die drei Dimensionen des Geheimen (2)• Geheimnisse sind meistens auf einen kleinen Personenkreis beschränkt, bleiben also intim und privat• Dieser Zustand ist nur für wenige sichtbar und zugänglich.
  22. 22. Die drei Dimensionen des Geheimen (3)• Etwas über das man nicht spricht
  23. 23. Die drei Dimensionen des Geheimen (3)• Etwas über das man nicht spricht• Ein Geheime ist etwas Verschwiegenes – Stille.
  24. 24. Die drei Dimensionen des Geheimen (3)• Etwas über das man nicht spricht• Ein Geheime ist etwas Verschwiegenes –Stille.• Novizen in Geheimgesellschaften werden in der Kunst des Schweigens eingeweiht
  25. 25. Die drei Dimensionen des Geheimen (3)• Etwas über das man nicht spricht• Ein Geheime ist etwas Verschwiegenes –Stille.• Novizen in Geheimgesellschaften werden in der Kunst des Schweigens eingeweiht• “Schweige still!” (Tamino zu Papageno in der “Zauberflöte”)
  26. 26. ἀρρητοϕόριαBeim Fest der Arretophoriamussten zwei kleine Mädchen imalte Athen ein Gefäß im Tempel inEmpfang nehmen und in einergeheimen Grotte verstecken. Siewußten aber nicht, was sich darinbefand.
  27. 27. ἀρρητοϕόριαModerne Forscher meinen, dass essich möglicherweise umSchlangenfiguren oderPhallussymbole aus Mehlpastegehandelt haben kann, aberniemand weiß es genau.
  28. 28. ἀρρητοϕόριαModerne Forscher meinen, dass essich möglicherweise umSchlangenfiguren oderPhallussymbole aus Mehlpastegehandelt haben kann, aber niemandweiß es genau.Vielleicht war das Gefäß auch leer.In diesem Fall wäre das Geheimnis dasGeheimnis selber gewesen.
  29. 29. Fassen wir zusammen• Ein Geheimnis ist etwas, das versteckt worden ist• Es ist etwas Intimes, Privates• Man kann es nicht wissen und auch nicht darüber reden.
  30. 30. Die gesellschaftliche Funktion des Geheimen• Sie dient der Gruppenbildung• Sie schafft eine parallele Wirklichkeit• Sie verleiht Macht
  31. 31. Gruppenbildung• Ein Geheimnis schafft Eingeweihte und Nichteingeweihte
  32. 32. Gruppenbildung• Ein Geheimnis schafft Eingeweihte und Nichteingeweihte• Es ist ein Mittel um festzustellen, wer dazugehört und wer nicht.
  33. 33. Gruppenbildung• Ein Geheimnis schafft Eingeweihte und Nichteingeweihte• Es ist ein Mittel um festzustellen, wer dazugehört und wer nicht.• Es schafft Verbindungen zwischen denen, die dazu gehören.
  34. 34. Parallelwelten• Geheimnisse bereichern das Leben, indem sie eine parallele Realität schaffen.
  35. 35. Parallelwelten• Geheimnisse bereichern das Leben, indem sie eine parallele Realität schaffen.• Gesellschaften sind von der Dynamik zwischen dem Geheimen und dem, Offensichtlichen geprägt.
  36. 36. Parallelwelten• Geheimnisse bereichern das Leben, indem sie eine parallele Realität schaffen.• Gesellschaften sind von der Dynamik zwischen dem Geheimen und dem, Offensichtlichen geprägt.• Geheimnisse sind für das gesellschaftliche Zusammenleben wichtig!
  37. 37. Macht• Geheimnissbesitz kann Persönlichkeitsstrukturen formen und prägen.
  38. 38. Macht• Geheimnissbesitz kann Persönlichkeitsstrukturen formen und prägen.• Wer ein Geheimnis kennt, hat Macht über andere (oder glaubt sie zu haben).
  39. 39. Macht• Geheimnissbesitz kann Persönlichkeitsstrukturen formen und prägen.• Wer ein Geheimnis kennt, hat Macht über andere (oder glaubt sie zu haben).• Konspirationstheorien beruhen auf Geheimnissen. Diese können wahr sein, müssen es ab er nicht.
  40. 40. Wir leben in einem globalen Dorf
  41. 41. …ein Dorf kennt keine Geheimnisse
  42. 42. Das “Segreto di Pulcinella”• Pulcinella (Kasperl) ist eine Figur aus der italienischen Commedia dell’Arte
  43. 43. Das “Segreto di Pulcinella”• Pulcinella (Kasperl) ist eine Figur aus der italienischen Commedia dell’Arte• Eine seiner lazzi erzählt, wie jemand Pulchinella ein Geheimnis verrät. Dieser erzählt ihn sogleich an alle weiter, schärft ihnen aber ein, es nicht zu verraten, weil es ja ein Geheimnis ist.
  44. 44. Das “Segreto di Pulcinella”• Pulcinella (Kasperl) ist eine Figur aus der italienischen Commedia dell’Arte• Eine seiner lazzi erzählt, wie jemand Pulchinella ein Geheimnis verrät. Dieser erzählt ihn sogleich an alle weiter, schärft ihnen aber ein, es nicht zu verraten, weil es ja ein Geheimnis ist.• Am Ende kennen alle – Schauspieler, Zuschauer – das Geheimnis, aber alle tun so, also sie es nicht wüßten.
  45. 45. Pulcinella-Geheimnisse in der Informationsgesellschaft
  46. 46. 4 Thesen• 1: Alle Geheimnisse in der Informationgesellschaft sind Pulcinella-Geheimnisse. Es gibt nichts, was wirklich unbekannt ist.
  47. 47. Kim Cameron‘s Law*„Sensitive information will be leaked“*Kim Cameron, Chief Identity Officer, Microsoft
  48. 48. 4 Thesen• 1: Alle Geheimnisse in der Informationgesellschaft sind Pulcinella-Geheimnisse. Es gibt nichts, was wirklich unbekannt ist.• 2: Pulcinella-Geheimnisse in der IT sind nicht trivial. Sie können sogar von großer Tragweite sein. Ihr Relevanz hängt nicht von ihrem Status ab, sondern von der Rolle, die sie als Machtfaktor in der Gesellschaft und bei zwischenmenschlichen Beziehungen spielen.
  49. 49. 4 Thesen• 3: Der Wert einer Information leitet sich aus ihrem Nutzwert ab. Wer eine Information zuerst anwenden kann, hat den größten Nutzen.
  50. 50. 4 Thesen• 3: Der Wert einer Information leitet sich aus ihrem Nutzwert ab. Wer eine Information zuerst verwenden kann, hat den größten Nutzen.• 4: Geheimnisse bleiben nur Geheim, wenn der Besitzer mächtig genug ist, sie geheim zu halten oder andere zu zwingen, so zu tun, als ob sie geheim wären.
  51. 51. “Was nicht geheim gehalten werden muss, sollte öffentlich gemacht werden” • Publizität ist das erste Gebot einer Informationsgesellschaft. – “Information wants to be free”
  52. 52. “Was nicht geheim gehalten werden muss, sollte öffentlich gemacht werden” • Publizität ist das erste Gebot einer Informationsgesellschaft. • “Information wants to be free” • Information ist eine Ware und will als solche in Umlauf gebracht werden.
  53. 53. “Was nicht geheim gehalten werden muss, sollte öffentlich gemacht werden” • Publizität ist das erste Gebot einer Informationsgesellschaft. • “Information wants to be free” • Information ist eine Ware und will als solche in Umlauf gebracht werden. • Dinge, die einst geheim gehalten wurden, werden in der Informationsgesellschaft zunehmend öffentlich, weil das in der Natur einer solchen Gesellschaft liegt.
  54. 54. “Was nicht öffentlich ist, sollte geheim bleiben.”• Wenn Information eine Ware ist, dann kann sie auch Privateigentum sein und muss deshalb geschützt werden, um ihren Wert zu erhalten.
  55. 55. “Was nicht öffentlich ist, sollte geheim bleiben.”• Wenn Information eine Ware ist, dann kann sie auch Privateigentum sein und muss deshalb geschützt werden, um ihren Wert zu erhalten.• Dafür gibt es Dinge wie Datenschutz, Privatheit und Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums.
  56. 56. Willkommen im globalen Dorf!• Location: jeder weiß, wo jeder gerade ist• Identification: jeder weiß, wer wir sind• Tracking: jeder weiß, was wir gerade machen• Diskretion: unter normalen Umständen tun alle so, als ob sie nicht wüßten, wo wir sind, wer wir sind und was wir gerade machen.
  57. 57. The reality about the cloud…© Kuppinger Cole + Partner Quelle: www.ende-der-vernunft.org
  58. 58. Wir kann IAM zur Sicherheit von Cloud Computing beitragen? Integrate Cloud provisioning with internal provisioning for all applications and services Develop Cloud services connectors to internal (classical) provisioning systems SSO for all internal and external services Strong authentication for internal applications© Kuppinger Cole + Partner
  59. 59. Was tun?• Statt sich um den Schutz von Systemen sollte sich die IT mehr um den Schutz von Informationen kümmern.• Das heißt: Starke Zugangskontrolle und wirkungsvolles Identity Management.• Unternehmen und Organisationen müssen auf den “worst Case” vorbereitet sein.• Bürger und Konsumenten müssen die Macht über ihre persönlichen Informationen zurück erlangen.• Wir brauchen ein Recht auf “digitales Vergessen”.
  60. 60. Was hat uns Wikileaks gelehrt?• Geheimnisse sind Dinge, die wir für geheim halten oder die wir als geheim bezeichnen.• Das heißt nicht, dass wir wirklich geheim sind.• Ihr Wert liegt nicht darin, ob sie geheim sind oder nicht, sondern darin, welche Macht von ihnen ausgeht.
  61. 61. Mit Pulchinella leben “Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen”Wittgenstein, Tractaus

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