Präsentation für die Schulung von Elektrofachleuten - Suva - SuvaPro

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http://www.suva.ch/CtRPm9q - Die Gefahren der Elektrizität werden oft unterschätzt – auch von Elektrofachleuten. Die Präsentation sensibilisiert anhand von Unfallbeispielen für typische Gefahrensituationen und ruft Sicherheitsregeln in Erinnerung. Hauptziel der Schulung ist, dass die Elektrofachleute die «Lebenswichtigen Regeln» kennen und sie bei der Arbeit umsetzen.

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  • Begrüssen Sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Erläutern Sie den Grund für die Schulung:
    Es gibt zu viele Elektrounfälle mit schwerwiegenden Folgen (Todesfälle, schwerste Verletzungen). Betroffen sind vor allem Elektrofachleute.
    Das Risiko, bei einem Elektrounfall das Leben zu verlieren, ist 50-mal höher als bei anderen Unfällen. Um so wichtiger ist es, dass wir Elektrounfälle vermeiden.
    Wichtigste Botschaft ist: STOPP sagen, wenn Gefahr droht!
  • Die Kampagne «Sichere Elektrizität» wird von der ganzen Elektrizitätswirtschaft und der Suva getragen.
    Zusammen haben sie «Lebenswichtige Regeln» erarbeitet, die von allen Elektrofachleuten eingehalten werden sollen.
    Die Regeln sollen Menschenleben «retten» und Unfälle mit schweren Verletzungen vermeiden.
  • Erläutern Sie den Teilnehmenden kurz, was sie während der Schulung erwartet.
    Zu Punkt 3:
    Hauptziel der heutigen Schulung: Alle sollen die «Lebenswichtige Regeln» kennen und sie bei der Arbeit umsetzen.
    Zu Punkt 1 und 4: Warum Unfallbeispiele? Die Gefahren der Elektrizität werden oft unterschätzt – auch von den Elektrofachleuten. Die Beispiele sollen für die Gefahren der Elektrizität sensibilisieren. Denn allzu oft vergessen wir in der täglichen Routine die Gefahren.
  • Erstes Unfallbeispiel
    Was ist passiert?
    Ein Elektriker musste an der abgebildeten Notstromversorgungsanlage defekte Akkus und Strangkabel austauschen. Dabei kam es zu einem Kurzschluss mit einem mächtigen Flammenbogen, der dem Elektriker schwerste Brandverletzungen an Gesicht und Händen zufügte.
    Unfallhergang
    Der Elektriker versuchte mit einem blanken Gabelschlüssel die unter Spannung stehenden DC-Strangleitungen beim DC-Verteiler zu demontieren. Dabei verursachte er mit dem Gabelschlüssel einen Kurzschluss zwischen den beiden Polleitern von ca. 3000 A.
    Welches sind die Unfallursachen?
    Die Anlage war nicht ausgeschaltet.
    Der Verunfallte war nicht für das Arbeiten unter Spannung qualifiziert.
    Er arbeitete mit nicht isoliertem Werkzeug.
    Er trug Handschuhe, die als Persönliche Schutzausrüstung ungeeignet waren und verbrannten (s. Bild).
    Wie hätte sich der Unfall vermeiden lassen?
    Vor Beginn der Arbeiten sind elektrische Anlagen nach den 5 Sicherheitsregeln spannungslos zu schalten.
    Muss aus technischen Gründen unter Spannung gearbeitet werden, dürfen die Arbeiten nur von instruierten oder sachverständigen Personen und nur zu zweit ausgeführt werden, mit dem richtigen Werkzeug und der richtigen Persönlichen Schutzausrüstung.
    Für Arbeiten an Anlagen mit einer Betriebsspannung von mehr als 120 V DC und einem Betriebsstrom von mehr als 2 A ist die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV), SR 734.27, massgebend.
  • Zweites Unfallbeispiel
    Was ist passiert?
    Bei Schichtbeginn in einem stahlverarbeitenden Betrieb konnte ein Maschinenführer seine Schweissanlage nicht starten. Da der Betriebselektriker anderweitig beschäftigt war, versuchte der Maschinenführer die Störung auf eigene Faust zu beheben. Dabei erlitt er einen Stromschlag. Die Rettungssanitäter konnten nur noch seinen Tod feststellen.
    Unfallhergang:
    Um die Störung zu beheben, beschaffte sich der Maschinenführer unerlaubterweise den Schlüssel für den Schaltschrank. Dann schaltete er beide Hauptschalter aus und öffnete den Schrank.
    Dabei löste sich das Schaltgestänge eines Hauptschalters und fiel hinter die Schutzabdeckung der Einspeisekabel. Um das Schaltgestänge aufzuheben, entfernte der Maschinenführer die Schutzabdeckung.
    Als er mit seinem Kopf in die Nähe der Einspeisung kam, berührte er Installationsteile, die noch immer unter 400 Volt Spannung standen. So kam es zum tödlichen Stromschlag.
    Welches sind die Unfallursachen?
    Der Maschinenführer führte Arbeiten aus, für die er weder ausgebildet noch berechtigt war. Er hätte auf den Betriebselektriker warten müssen.
    Er ging irrtümlicherweise davon aus, dass er mit den Hauptschaltern die ganze Anlage spannungsfrei geschaltet hatte. Dies traf für die Einspeisung jedoch nicht zu. So schätzte er die Gefahren seines Vorgehens falsch ein.
    Obwohl der Maschinenführer diesen Unfall selbst verursacht hat, steht in solchen Fällen auch die Arbeitgeber in der Pflicht. Er hat sicherzustellen, dass die Sicherheitsregeln konsequent eingehalten werden. Offensichtlich war der Schlüssel des Schaltschranks für Unbefugte zugänglich. Inwieweit im konkreten Fall die Vorgesetzten die Verantwortung tragen, wäre in einem Gerichtsverfahren zu klären.
    Wie hätte sich der Unfall vermeiden lassen? 
    Arbeiten an elektrischen Einrichtungen dürfen nur von geschulten und berechtigten Personen ausgeführt werden. Elektrische Schaltschränke, Klemmkästen oder Abzweigdosen dürfen von Laien nicht geöffnet werden.
    Es ist klar zu bezeichnen, welche Personen berechtigt sind. Sie müssen allen Mitarbeitenden bekannt sein.
    Die 5 Sicherheitsregeln für spannungsfreies Arbeiten einhalten.
    Zugangsberechtigungen zu elektrischen Einrichtungen sind eindeutig zu regeln (Schliesssystem, Kennzeichnung, Abläufe).
  • Das Eidgenössische Starkstrominspektorat ESTI hat zusammen mit der Suva unzählige Unfälle analysiert. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist auf dieser Folie dargestellt.
    Erörtern Sie die einzelnen Ursachen aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen.
    Obwohl eigentlich alle Elektrofachleute die 5 Sicherheitsregeln für spannungsfreies Arbeiten kennen, kommt es in diesem Bereich immer wieder zu Unfällen.
    Eine wichtige Rolle spielen auch Ursachen, die nur schwer in Prozentzahlen zu fassen sind. Zum Beispiel Stress, Zeitdruck oder Überforderung.
  • Alle Beteiligten machen «Fehler», die zu schweren Unfällen führen können.
    Es braucht die Zusammenarbeit aller. Arbeitssicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe!
  • Die wichtigste Verhaltensregel lautet: Bei Gefahr für Leben und Gesundheit Arbeit stoppen / Gefahr beheben / erst dann weiterarbeiten.
  • Die zentrale Botschaft «Bei Gefahr STOPP sagen» wird konkretisiert durch «5 + 5 lebenswichtige Regeln im Umgang mit Elektrizität». Sie richten sich speziell an Elektrofachleute und ihre Vorgesetzten.
    5 Regeln sind den Elektrofachleuten bereits bekannt. Es sind die bewährten Sicherheitsregeln für spannungsfreies Arbeiten. 5 neue Regeln sind dazugekommen.
  • Frage: Ist es in unserem Betrieb schon vorgekommen, dass diese Regel nicht eingehalten wurde? Wann? Warum? Was braucht es, um dies in Zukunft besser zu machen?
    Machen Sie als Vorgesetzter klar, dass Sie die Arbeitsaufträge regelmässig überprüfen und die Arbeiten vor Ort überwachen werden. Informieren Sie auch über die vorgesehenen Konsequenzen, wenn nicht nach den Regeln gearbeitet wird.
  • Aufträge erteilen wir grundsätzlich schriftlich.
    Ausnahmen, in denen eine mündliche Auftragserteilung ausreicht:
    Arbeiten an Niederspannungsanlagen
    einfache Arbeiten
    Beheben von Betriebsstörungen
  • Ist ein Auftrag unklar oder fehlen Dokumenten, muss man STOPP sagen und den Vorgesetzten informieren bzw. fragen.
  • Arbeiten an elektrischen Anlagen sind anspruchsvoll und erfordern höchste Konzentration. Deshalb müssen die Mitarbeitenden für jeden Auftrag über die notwendige Ausbildung verfügen und die erforderlichen körperlichen sowie geistigen Voraussetzungen erfüllen.
  • Achtung: Für das Arbeiten unter Spannung oder in der Nähe von spannungsführenden Teilen braucht es eine besondere Ausbildung!
    Berechtigungen: Elektrische Betriebsbereiche (Betriebsräume, Hauptverteiler, Traforäume usw.) müssen mit einem Schliesssystem gesichert sein. Diese Bereiche dürfen nur von sachverständigen oder instruierten Personen betreten werden, die im Sicherheitskonzept namentlich genannt sind.
    «Bin ich genügend fit?» Fragen Sie die Teilnehmenden, was in diesem Zusammenhang unter «fit» zu verstehen ist. Fit heisst: - nicht krank- kein Unwohlsein- nicht übermüdet- nicht unter Einfluss von Alkohol oder Drogen
    Die Mitarbeitenden haben das Recht, STOPP zu sagen und einen Auftrag nicht auszuführen, wenn sie sich dazu nicht in der Lage fühlen.
  • Wichtig:
    Wir arbeiten nur mit isoliertem Werkzeug.
    Vor jedem Gebrauch überprüfen wir, ob das Arbeitsmittel gewartet wurde und keine Schäden aufweist.
    Defekte Arbeitsmittel sofort reparieren oder ersetzen. Mängel dem Vorgesetzten melden.
    FI-Schutzschalter (RCD) verhindern Elektrounfälle zuverlässig. Vor Ort prüfen wir, ob eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung vorhanden ist. Falls nicht, mobile FI-Schutzschalter einsetzen.Besonders bei Renovationen und Erweiterungsbauten achten wir darauf, dass wir durch FI-Schutzschalter geschützt sind.
  • Bei Arbeiten mit hohem Risiko von Störlichtbogen und Durchströmung muss die Persönliche Schutzausrüstung immer getragen werden.
    Das gilt insbesondere für Arbeiten in der Annäherungs- und Gefahrenzone, z.B. bei Messungen, Abdeckarbeiten und beim Erstellen von Spannungsfreiheit.
  • Nach jeder bedeutenden Änderung oder Erweiterung von elektrischen Anlagen prüfen wir vor der Inbetriebnahme, ob der Schutz von Personen und Sachen erfüllt ist. Diese Prüfung umfasst 1. Besichtigen, 2. Erproben (Funktionsprüfung) und 3. Messen.
    Die folgenden Prüfungen und Messungen müssen in jedem Fall durchgeführt werden:
    Leitfähigkeit des Schutzleiters und des Schutz-Potenzialausgleichsleiters
    Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung
    Isolationsmessung
    Drehsinn- und Polaritätsprüfung
    Funktion der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung
    Prüfung des Spannungsfalls
    Die Ergebnisse sind zu protokollieren.
  • Die Fünf-Finger-Regeln sind von zentraler Bedeutung. Folie 7 über die Unfallursachen hat dies deutlich gezeigt.
    Obwohl die 5 Sicherheitsregeln für spannungsfreies Arbeiten eigentlich allen Elektrofachleuten bekannt sind, führt deren Missachtung immer wieder zu schweren Unfällen. Warum werden sie oft missachtet? Mögliche Antwort: Wir unterliegen immer wieder zwei Irrtümern: Irrtum 1 – Wir denken: «Mir wird schon nichts passieren.» Wir meinen, dass Unfälle immer nur den andern passieren. Die Unfallstatistik spricht aber eine andere Sprache. Irrtum 2 – Wir denken: «Das geht schneller so. Bisher ist noch nie etwas passiert.» Hundert Mal geht es vielleicht schneller, wenn wir eine Regel nicht einhalten. Aber das 101. Mal kommt es plötzlich zum Unfall – und dann kann man plötzlich sehr, sehr viel Zeit verlieren.
  • Schätzen Sie ab, ob es bei den Teilnehmern Ihrer Schulung nötig ist, die 5 Sicherheitsregeln zu wiederholen. Sonst lassen Sie Folie 21 bis 23 einfach weg.
    Beispiele zu Regel 1: Anlage ausschalten, Sicherungen entfernen.
    Beispiele zu Regel 2: Sicherungen mitnehmen, Schalter abschliessen, Trennstelle abschliessen, Verbotsschild anbringen.
  • Zu Regel 3: Der Arbeitsverantwortliche muss die Anlage mit geeigneten Mitteln auf allpolige Spannungsfreiheit prüfen. Die Funktionsfähigkeit des Messgeräts ist vorgängig zu prüfen. – Beispiel: Aussenleiter untereinander und gegen Erde prüfen.
    Zu Regel 4: Sämtliche spannungsführenden Teile mit kurzschlussfesten Erdungs- und Kurzschliessvorrichtungen erden. An Niederspannungsanlagen kann auf das Erden und Kurzschliessen verzichtet werden, wenn keine Gefahr von Spannungsübertragung oder Rückspeisung besteht. Vorsicht bei Rückspeisung (z. B. Solaranlagen, Ringschaltung, Notstromanlagen)!
  • Wenn benachbarte, unter Spannung stehende Teile nicht ausgeschaltet werden können, sind diese abzudecken oder zu isolieren.
    Beispiele: Isoliermatten, Isolierschläuche, Isolierplatten
  • Diese und die folgende Folie geben Ihnen die Möglichkeit, die Teilnehmenden zu aktivieren und das Gelernte zu vertiefen.
    Das Unfallbeispiel wird in Gruppen- oder Einzelarbeit besprochen.
  • Lösung der Aufgabe:
    Welches sind die Unfallursachen?
    Der Elektromonteur öffnete den Baustromverteiler unter Spannung. Es wäre ohne Aufwand möglich gewesen, den Baustromverteiler auszuschalten (Zuleitungssicherungen entfernen).
    Er führte dann Arbeiten in der Nähe von unter Spannung stehenden Teilen aus, obwohl er dafür keine Ausbildung besass.
    Die Klemmen der Zuleitung wie auch am Krankabel waren absolut blank.
    Man kann ein Kabel nicht gleichzeitig stossen und präzis führen. Das Risiko, mit dem Krankabel die unter Spannung stehende Klemmen zu berühren, war also gross.
    Der Verunfallte trug keine Persönliche Schutzausrüstung. (Die Firma besass keine solche Ausrüstung!)
    Wie hätte sich der Unfall vermeiden lassen? 
    Nach den 5 Sicherheitsregeln für das Arbeiten in spannungsfreiem Zustand vorgehen (Freischalten, Sichern, Spannungsfreiheit prüfen) oder eine Ausbildung für das Arbeiten unter Spannung absolvieren.
    Für Arbeiten an elektrischen Installationen, die unter Spannung stehen, sind immer zwei Personen einzusetzen. Eine von diesen ist als verantwortlich zu bestimmen.
    Persönliche Schutzausrüstung beschaffen und diese benutzen.
    Verletzte Regeln:
    Regel 1: Wir arbeiten mit klarem Auftrag und wissen, wer die Verantwortung trägt.
    Regel 2: Wir führen Arbeiten nur aus, wenn wir dafür geschult und berechtigt sind.
    Regel 3: Wir arbeiten mit sicheren und intakten Arbeitsmitteln.
    Regel 4: Wir tragen die Persönliche Schutzausrüstung.
    Regel +5: Wir halten uns konsequent an die 5 Sicherheitsregeln für spannungsfreies Arbeiten.
  • Präsentation für die Schulung von Elektrofachleuten - Suva - SuvaPro

    1. 1. STOPP sagen, wenn Gefahr droht!
    2. 2. Kampagne «Sichere Elektrizität» – beteiligte Organisationen  Lebenswichtige Regeln Seite 2
    3. 3. Inhalt • Zwei Unfallbeispiele aus der Praxis • Unfallgeschehen, Unfallursachen • Die «5 + 5 lebenswichtigen Regeln für Elektrofachleute» • Aufgabe: Ein Unfallbeispiel analysieren • Das Wichtigste in Kürze Seite 3
    4. 4. Verbrennungen durch Flammenbogen … die 5 Sicherheitsregeln nicht eingehalten! Seite 4
    5. 5. Tödlicher Stromschlag! … Schaltschrank unbefugt geöffnet! Seite 5
    6. 6. In den letzten 10 Jahren starben 28 Elektrofachleute bei einem Stromunfall 28† Pro Jahr: 430 Elektrounfälle von Elektrofachleuten davon: 3 Todesfälle 50 Fälle mit schwersten Verletzungen Seite 6
    7. 7. Sicherheitswidrige Handlungen, die zu Elektrounfällen führen Statistische Auswertung der Berufsunfälle 2001-2010 Seite 7
    8. 8. Vielfältige Unfallursachen Vorgesetzte •mangelnde Planung oder Arbeitsvorbereitung •fehlende oder mangelhafte Instruktion •fehlende Kontrolle am Arbeitsplatz Mitarbeitende •Anlage nicht «sicher» abgeschaltet •Manipulieren von Schutzeinrichtungen •Stress, Zeitdruck •Improvisation Inverkehrbringer •technische Mängel wie z. B. keine Sonderbetriebssteuerung Seite 8
    9. 9. Bei Gefahr STOPP sagen Droht Gefahr für Leben und Gesundheit, sagen wir STOPP! In solchen Fällen haben alle das Recht und die Pflicht, die Arbeit zu unterbrechen. Keine Arbeit ist so wichtig, dass wir dafür die Gesundheit oder das Leben riskieren müssten. Seite 9
    10. 10. 5 + 5 lebenswichtigen Regeln für Elektrofachleute Seite 10
    11. 11. Regel 1: klare Aufträge Wir arbeiten mit klarem Auftrag und wissen, wer die Verantwortung trägt. Arbeitnehmer: Ich beginne erst mit der Arbeit, wenn ich den Auftrag klar verstanden habe und die Verantwortlichkeiten bekannt sind. Bei Unklarheiten wende ich mich an meinen Vorgesetzten. Vorgesetzter: Ich erteile klare Aufträge und dulde keine Improvisationen. Ich überprüfe regelmässig, ob die lebenswichtigen Regeln bei der Arbeit eingehalten werden. Seite 11
    12. 12. Wir arbeiten mit klarem Auftrag. • Arbeitsvorbereitung, inkl. Beurteilung der Risiken • Aufträge schriftlich • Arbeiten unter Spannung: - nur mit entsprechender Ausbildung - schriftliche Begründung - nur zu zweit Seite 12
    13. 13. Was gehört in jeden Auftrag? • verantwortliche Person für die Schutzmassnahmen und die sichere Ausführung der Arbeiten vor Ort • auszuführende Arbeiten • Arbeitsmethode • Arbeitsstelle (Lage der einzelnen Anlageteile, z. B. mit Situationsplänen) • schriftlicher Arbeitsablauf (Checkliste) • erforderliche Persönliche Schutzausrüstung • besondere Gefahren, zu treffende Schutzmassnahmen Seite 13
    14. 14. Regel 2: geeignetes Personal Wir führen Arbeiten nur aus, wenn wir dafür geschult und berechtigt sind. Arbeitnehmer: Ich führe nur Arbeiten aus, für die ich geschult und berechtigt bin. Sonst sage ich STOPP und informiere meinen Vorgesetzten. Vorgesetzter: Ich setze geschultes und berechtigtes Personal ein. Ich fordere meine Mitarbeitenden auf, bei Unsicherheiten die Arbeit einzustellen und mich zu informieren. Seite 14
    15. 15. Überschätzen Sie sich nicht! • Bin ich für den Auftrag instruiert und berechtigt? • Bin ich genügend fit? • Kenne ich die Gefahren und Schutzmassnahmen? • Rechtzeitig STOPP sagen. Seite 15
    16. 16. Regel 3: sichere Arbeitsmittel Wir arbeiten mit sicheren und intakten Arbeitsmitteln. Arbeitnehmer: Ich verwende nur Arbeitsmittel, die geeignet, intakt und isoliert sind. Defekte Arbeitsmittel repariere ich sofort oder melde sie dem Vorgesetzten. Vorgesetzter: Ich sorge dafür, dass die Mitarbeitenden sichere und intakte Arbeitsmittel benutzen. Ich kümmere mich auch um die regelmässige Wartung. Seite 16
    17. 17. Regel 4: Schutzausrüstung Wir tragen die Persönliche Schutzausrüstung. Arbeitnehmer: Ich trage eine intakte, für die aktuelle Arbeit geeignete Schutzausrüstung gemäss Vorgaben des Vorgesetzten. Vorgesetzter: Ich sorge dafür, dass die Mitarbeitenden die erforderliche Schutzausrüstung erhalten und richtig anwenden Seite 17
    18. 18. Regel 5: Kontrollen Wir nehmen Anlagen nur in Betrieb, wenn die vorgeschriebenen Kontrollen vorgenommen wurden. Arbeitnehmer: Bevor ich eine Anlage einschalte, stelle ich sicher, dass die vorgeschriebenen Kontrollen vorgenommen und dokumentiert wurden. Vorgesetzter: Ich stelle sicher, dass meine Mitarbeitenden die vorgeschriebenen Kontrollen vornehmen und dokumentieren. Vor dem Einschalten der Anlage überprüfe ich die Vollständigkeit der Kontrolldokumente. Seite 18
    19. 19. + 5 Sicherheitsregeln Wir halten uns konsequent an die 5 Sicherheitsregeln für spannungsfreies Arbeiten. Arbeitnehmer: Ich wende die 5 Sicherheitsregeln konsequent an. Vorgesetzter: Ich sorge dafür, dass meine Mitarbeitenden die 5 Sicherheitsregeln kennen und richtig anwenden. Ich stelle ihnen die nötigen Mittel zur Verfügung. Seite 19
    20. 20. Nicht unter Spannung arbeiten 1. Freischalten und allpolig trennen. 2. Gegen Wiedereinschalten sichern. Seite 20
    21. 21. Nicht unter Spannung arbeiten 3. Auf Spannungsfreiheit prüfen. 4. Erden und kurzschliessen. Seite 21
    22. 22. Nicht unter Spannung arbeiten 5. Sich gegen benachbarte, unter Spannung stehende Teile schützen. Seite 22
    23. 23. Störlichtbogenunfall – Aufgabe Unfallursachen? Verletzte Regeln? Wie hätte sich der Unfall vermeiden lassen? Seite 23
    24. 24. Störlichtbogenunfall – Aufgabe Unfallursachen? Verletzte Regeln? Wie hätte sich der Unfall vermeiden lassen? Was ist passiert? Auf einer Baustelle hatte ein Elektromonteur den Auftrag, den Kran am Baustromverteiler anzuschliessen. Als er das Krankabel in den Baustromverteiler stossen wollte, entstand ein Flammbogen, der dem Elektromonteur Gesicht und Hände verbrannte. Unfallhergang Der Elektromonteur versuchte, das Krankabel in den Verteiler zu stossen. Dabei traf das Kabel genau die Anschlussklemmen der Zuleitung zum Baumstromverteiler. Da die Klemmen unter Spannung standen und nicht zusätzlich abgedeckt waren, wurde ein Kurzschluss ausgelöst und es entstand der Flammbogen, der den Elektromonteur verbrannte. Der Verunfallte trug keine Persönliche Schutzausrüstung. Seite 24
    25. 25. Das Wichtigste in Kürze • Stopp bei Gefahr die Arbeit, auch deinen Nächsten zuliebe. • Unterschätze nie die Gefahren am Arbeitsplatz. • Arbeite spannungsfrei, ausser der Arbeitsauftrag fordert eine andere Arbeitsmethode. • Kläre immer die Verantwortlichkeiten und Arbeitsabläufe. • Halte dich konsequent an die 5 + 5 lebenswichtigen Regeln. Seite 25
    26. 26. Keine Arbeit ist so wichtig, dass wir dafür die Gesundheit oder das Leben riskieren müssten. Bei einem Unfall ist auch seine junge Familie betroffen! Seite 26

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