André Gorz und die Wertkritik.Die Aufhebung des Kapitalismus           denkenWissenskommunismus      Saarbrücken, 15.02.20...
Drei Thesen von André Gorz1. Selbstwiderspruch-These   Wissen ist die entscheidende Produktivkraft, die der   Kapitalismus...
1. Wissensökonomie als SelbstwiderspruchVerwertung lebendiger Arbeit ↔ Minimierung lebendigerArbeit in der ProduktionDie »...
2. Wissen als Gemeingut statt PrivateigentumPrivateigentum: als »instrumentelles Wissen« steigert es dieProduktivkraft der...
3. Selbstentwicklung der IndividuenErste Ökonomie: »Produktion von abstraktem Reichtum« (69)Zweite Ökonomie: Schöpferin de...
Keimformen des Neuen»Der Wissenskapitalismus erzeugt in sich und aus sich heraus die Perspektive seiner möglichen Aufhebun...
Danke    ☺QuellenAndré Gorz (2001), Welches Wissen? Welche Gesellschaft?Textbeitrag zum Kongress »Gut zu Wissen«, Heinrich...
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Wissenskommunismus bei André Gorz

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Vortrag beim André-Gorz-Kongress, 15./16.2.2013 in Saarbrücken.

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Wissenskommunismus bei André Gorz

  1. 1. André Gorz und die Wertkritik.Die Aufhebung des Kapitalismus denkenWissenskommunismus Saarbrücken, 15.02.2013 Stefan Meretz, keimform.de
  2. 2. Drei Thesen von André Gorz1. Selbstwiderspruch-These Wissen ist die entscheidende Produktivkraft, die der Kapitalismus jedoch nicht entwickeln kann.2. Eigentums-These Wissen muss Gemeingut sein, nicht Privateigentum3. Selbstentwicklungs-These Eine Wissensgesellschaft muss eine Kulturgesell- schaft sein, in der sich die Menschen frei entwickelnAus: Welches Wissen? Welche Gesellschaft? Textbeitrag zum Kongress»Gut zu Wissen«, Heinrich-Böll-Stiftung, 2001Nachfolgende Zitate aus: Wissen, Wert und Kapital. Zur Kritik derWissensökonomie, Zürich: Rotpunkt, 2004
  3. 3. 1. Wissensökonomie als SelbstwiderspruchVerwertung lebendiger Arbeit ↔ Minimierung lebendigerArbeit in der ProduktionDie »substanzlose Geldvermehrung« kommt in die Krise: »Wie kann eine Warengesellschaft weiterbestehen, wenn die Pro­duktion von Waren immer weniger Arbeit verwertet...?« (48) Wissensökonomie ist der Versuch des Kapitals »das Markt­ und Wertgesetz zu umgehen ..., um immaterielles, nach keinem Maßstab messbares Wissen als Kapital und Quelle des ›Wertes‹ funktionieren zu lassen« (49) durch: ● Extra-Mehrwert durch Produktivitätsvorsprung ● Renteneinkommen durch Wissensmonopole ● Fiktives Kapital als Zugriff auf zukünftige Verwertung
  4. 4. 2. Wissen als Gemeingut statt PrivateigentumPrivateigentum: als »instrumentelles Wissen« steigert es dieProduktivkraft der Arbeit und erzeugt Wert= Quelle von Reichtum und Mittel zur ProfitproduktionGemeingut: als »Wahrheitswissen, Schönheitswissen und Weisheitswissen« (62) besitzt es einen Eigenwert= Reichtum und Selbstzweck»Wissen ... gehört genauso wie die anderen menschlichen Fähigkeiten und wie Gesundheit, Leben und Natur ... zu den nicht messbaren Reichtümern, die für das Warenproduktions­system unabdingbar sind, aber nicht gemäß seiner Logik und seinen Methoden produziert werden können« (63)»Eine authentische Wissensökonomie wäre ein Wissens­kommunismus« (11) 
  5. 5. 3. Selbstentwicklung der IndividuenErste Ökonomie: »Produktion von abstraktem Reichtum« (69)Zweite Ökonomie: Schöpferin des »untauschbaren, unbesitz­baren, unteilbaren, unverbrauchbaren Lebensreichtum(s)« (64)»Allein in dieser anderen Ökonomie, die auch das Andere der Ökonomie ist, lernen wir uns gegenseitig selbst zu humanisieren und eine Kultur des Gemeinsinns und Gemeinwesens hervor­bringen« (64)»Der Unterschied zwischen produzieren und sich selbst pro­duzieren bzw. an sich arbeiten verschwindet letztlich« (69)So definiere »Marx den Kommunismus als ›Beseitigung der Arbeit‹, die ›allen Schein der Selbstbetätigung verloren‹ hat und bei der die ›alles wirklichen Lebensinhalts beraubten‹ Individuen zu ›abstrakten Individuen‹ geworden sind« (22)
  6. 6. Keimformen des Neuen»Der Wissenskapitalismus erzeugt in sich und aus sich heraus die Perspektive seiner möglichen Aufhebung« (76)Als »Dissidenten des digitalen Kapitalismus« (70) erkenntGorz die Freie Softwarebewegung und beschreibt ihredoppelte Funktionalität: »Es handelt sich um eine Praxis, die auf höchstem Niveau von Menschen entwickelt wird, ohne deren kreativen Kommunismus der Kapitalismus nicht mehr auskommen könnte« (77)Heute würde André Gorz über die commonsbasierte Peer-Produktion (Yochai Benkler) sprechen, die die Prinzipiender Freien Softwarebewegung verallgemeinert hat und sichweltweit entfaltet.
  7. 7. Danke ☺QuellenAndré Gorz (2001), Welches Wissen? Welche Gesellschaft?Textbeitrag zum Kongress »Gut zu Wissen«, Heinrich-Böll-StiftungAndré Gorz (2004), Wissen, Wert und Kapital. Zur Kritik derWissensökonomie, Zürich: RotpunktYochai Benkler (2006), The Wealth of Networks, New Haven/Conn: Yale University PressWertkritik aktuelle WerkeErnst Lohoff, Norbert Trenkle (2012), Die große Entwertung,Münster: UnrastRobert Kurz (2012), Geld ohne Wert, Berlin: Horlemann No rights reserved. Do what you want.

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