ÜBERLEGUNGEN ZU EINEM
CROWDSOURCING-KONZEPT DES
LANDESARCHIVS
BADEN-WÜRTTEMBERG
Dr. Esther-Julia Howell,
Archiv des Instit...
GLIEDERUNG
1. Was ist „Crowdsourcing“?
2. Warum ist Crowdsourcing interessant für
Archive?
3. Was bei der Planung beachtet...
WAS IST CROWDSOURCING?
Der Begriff „Crowdsourcing“ entstand 2006 (Jeff Howe,
Wired), angelehnt an „Crowd“ und „Outsourcing...
WARUM IST CROWDSOURCING
INTERESSANT FÜR ARCHIVE?
• Mittel, um den wachsenden Ansprüchen der Nutzer nach einer
tieferen Ers...
CROWDSOURCING-ÜBERLEGUNGEN IM LABW
• Bereits seit längerem Beschäftigung mit Crowdsourcing im Zsghg. mit
Bewertung und Nor...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES
CROWDSOURCING
1. Strategische Planung
2. Projektbetreuung und Ressourcen
3. De...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
1. Strategische Planung
Crowdsourcing-Aktivitäten sollten Teil e...
BEISPIELARCHIV
•Archiv XY ist ein kleines freies Sammlungsarchiv, das
seine Bestände aktiv einwerben muss.
•Es gibt noch k...
2. Projektbetreuung und Ressourcen
Die Projektbetreuung muss geregelt sein;
personelle Ressourcen müssen zur
Verfügung ste...
•Das Projekt wurde langfristig geplant und in der
Jahresplanung berücksichtig. Um die notwendigen
Ressourcen freizumachen,...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
3. Definition von Projektzielen
Die Projektziele sollten klar de...
•Erfahrungssammlung im Bereich Web 2.0
•Der Zugang zur großen, nur oberflächlich
erschlossenen Fotosammlung soll durch tie...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
4. Beständeauswahl
Es sollten konkrete Bestände oder Teilbeständ...
Teilbestand der Fotosammlung:
•Private Fotosammlung zweier ehemaligen HJ-Mitglieder (Brüder 1920-1943
bzw. 1928-1999), ca....
Begründung der Bestandsauswahl:
•Der Bestand ist oberflächlich verzeichnet und digitalisiert; für eine tiefere
Erschließun...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
5. Rechtsfragen
Rechtsfragen im Zusammenhang mit den
ausgewählte...
Das Archiv hat den Bestand von der einzigen Tochter bzw. Nichte der beiden
privaten Fotografen übernommen. Sie ist einzige...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
6. Definition der zu generierenden Inhalte
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•Bildbeschreibungen: Identifizierung von
Orten, Gebäuden, Landschaften, Personen,
Veranstaltungen
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7. Definition der Zielgruppe
Die Zielgruppe – also die Crowd – s...
•Offene „Crowd“:
•Interessierte Laien, Historiker, Hobby-
Fotografen, Heimatforscher, Zeitzeugen
BEISPIELARCHIV
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8. Entscheidung für eine Plattform
Es sollte eine bewusste Entsc...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
8. Entscheidung für eine Plattform
Dr. Esther-Julia Howell 23
Das Archiv entscheidet sich, die Plattform Flickr zu
nutzen.
Begründung:
•Umsetzung im eigenen Archivinformationssystem od...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
9. Datentransfer
Wird eine externe Plattform gewählt, so muss
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•Flickr ermöglicht über
Programmierschnittstellen (API= Application
Programming Interface) das Einstellen großer
Mengen vo...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
10. Definition von Qualitätsstandards
Es sollten Qualitätsstanda...
•Niedrige Qualitätsstandards, keine formalen
Vorgaben
•Die NutzerInnen sollen Hinweise im Kommentarfeld
oder als Tags abge...
15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
11. Definition der qualitätssichernden
Maßnahmen
Der Umfang der ...
•Auf der Flickr-Oberfläche sind die
Nutzerkommentare als solche gekennzeichnet.
•Vor der Übernahme ins Archivinformations-...
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12. Entscheidung über Registrierung
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•Entscheidung bereits vorweggenommen:
Um Kommentare etc. abgeben zu können ist
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13. Definition eines Redaktionsworkflows
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•Die beiden Projektbetreuerinnen sichten
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15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
14. Entscheidung über Anreizsystem
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•Kein besonderes Anreizsystem.
•Aber: Wertschätzung hilfreicher Kommentare
und Hinweise wird durch die Reaktion des
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15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING
15. Öffentlichkeitsarbeit
Der Erfolg eines Crowdsourcing-Projekt...
Es gibt ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit
•Meldung auf der Homepage des Archivs
•Newsletter
•Aushang und Flyer im ...
Projekt Fotoerschließung Nachlas XY (Hitler-Jugend) Bemerkungen
1 Strategie Ist vorhanden.
Wird entwickelt.
2 Projektbetre...
VIELEN DANK FÜR DIE AUFMERKSAMKEIT!
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Dr. Esther-Julia Howell, Archiv des Instituts für Zeitgeschichte München
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Esther Howell: Überlegungen zu einem Crowdsourcing-Konzept des Landesarchivs Baden-Württemberg

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Vortrag auf der Konferenz "Offene Archive 2.1", 4. April 2014 (Stuttgart)

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Esther Howell: Überlegungen zu einem Crowdsourcing-Konzept des Landesarchivs Baden-Württemberg

  1. 1. ÜBERLEGUNGEN ZU EINEM CROWDSOURCING-KONZEPT DES LANDESARCHIVS BADEN-WÜRTTEMBERG Dr. Esther-Julia Howell, Archiv des Instituts für Zeitgeschichte München howell@ifz-muenchen.de
  2. 2. GLIEDERUNG 1. Was ist „Crowdsourcing“? 2. Warum ist Crowdsourcing interessant für Archive? 3. Was bei der Planung beachtet werden sollte: •Kriterien für erfolgreiches archivisches Crowdsourcing •Crowdsourcing-Check Liste Dr. Esther-Julia Howell 2
  3. 3. WAS IST CROWDSOURCING? Der Begriff „Crowdsourcing“ entstand 2006 (Jeff Howe, Wired), angelehnt an „Crowd“ und „Outsourcing“. Crowdsourcing ist die Übernahme von Aufgaben durch Freiwillige. Dabei werden Tätigkeiten, die traditionell von dafür ausgebildeten oder geschulten Kräften verrichtet werden, meist unentgeltlich von einer großen Anzahl von Leuten über das Internet erledigt. Dr. Esther-Julia Howell 3
  4. 4. WARUM IST CROWDSOURCING INTERESSANT FÜR ARCHIVE? • Mittel, um den wachsenden Ansprüchen der Nutzer nach einer tieferen Erschließung entgegenzukommen. • Ergänzung der archivarischen Erschließung durch nutzergenerierte • Transkriptionen • Regesten • Beschreibungen • datenbankbasierte Indices • Normdaten, Linked Data • . . . • Mittel der Überlieferungsbildung (z.B. Europeana 1914-1918) • Mittel der Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsarbeit Dr. Esther-Julia Howell 4
  5. 5. CROWDSOURCING-ÜBERLEGUNGEN IM LABW • Bereits seit längerem Beschäftigung mit Crowdsourcing im Zsghg. mit Bewertung und Normdaten (Ziwes/Naumann) • Neu: Im Rahmen des DFG-Produktivpiloten „Digitalisierung von archivalischen Quellen“ entwickelt das LABW ein archivisches Crowdsourcing-Konzept und erprobt Web 2.0-Werkzeuge zur Einbindung externer Nutzer bei der tieferen Erschließung digitalisierter Archivalien. • Gründung einer abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppe im Sommer 2013: • Bestandsaufnahme bekannter nationaler und internationaler Projekte • Diskussion von Voraussetzungen und Bedingungen für erfolgreiches Crowdsourcing • Entwicklung von Kriterien für die erfolgreiche Durchführung archivischer Crowdsourcing-Projekte (Entwurfsstadium) • Durchführung eines Pilotprojekts (vgl. Vortrag von Claudius Kienzle) Dr. Esther-Julia Howell 5
  6. 6. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 1. Strategische Planung 2. Projektbetreuung und Ressourcen 3. Definition von Projektzielen 4. Beständeauswahl 5. Klärung von Rechtsfragen 6. Definition der zu generierenden Inhalte 7. Definition der Zielgruppe 8. Entscheidung für eine Plattform 9. Klärung des Datentransfers 10. Definition von Qualitätsstandards 11. Definition der qualitätssichernden Maßnahmen 12. Entscheidung über Registrierung 13. Definition eines Redaktionsworkflows 14. Entscheidung über Anreizsystem 15. Öffentlichkeitsarbeit Dr. Esther-Julia Howell 6
  7. 7. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 1. Strategische Planung Crowdsourcing-Aktivitäten sollten Teil einer umfassenden Web 2.0-Strategie sein oder zu einer solchen hinführen. Dr. Esther-Julia Howell 7
  8. 8. BEISPIELARCHIV •Archiv XY ist ein kleines freies Sammlungsarchiv, das seine Bestände aktiv einwerben muss. •Es gibt noch keine ausgearbeitete Web 2.0-Strategie. •Das geplante Crowdsourcingprojekt soll Erfahrungen im Bereich Web 2.0 bringen und der strategischen Planung künftiger Web 2.0-Projekte in den Bereichen Erschließung, Öffentlichkeitsarbeit und Akquise dienen. 8Dr. Esther-Julia Howell
  9. 9. 2. Projektbetreuung und Ressourcen Die Projektbetreuung muss geregelt sein; personelle Ressourcen müssen zur Verfügung stehen. Crowdsourcing gleichsam „nebenbei“ zu betreiben, birgt Risiken! Dr. Esther-Julia Howell 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 9
  10. 10. •Das Projekt wurde langfristig geplant und in der Jahresplanung berücksichtig. Um die notwendigen Ressourcen freizumachen, wird es in diesem Jahr keine Ausstellung geben. •Zwei Mitarbeiterinnen übernehmen die Konzeption, Projektbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit. •Es gibt kein archiveigenes IT-Referat; der Administrator der Trägerinstitution kann bei Bedarf um gezielte Hilfestellung gebeten werden. BEISPIELARCHIV 10Dr. Esther-Julia Howell
  11. 11. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 3. Definition von Projektzielen Die Projektziele sollten klar definiert sein. Denkbare Ziele können beispielsweise sein •Verbesserung der Erschließung des (Teil)Bestands •Verbesserung der Zugänglichkeit des (Teil)Bestands •Verbesserung der Wahrnehmung des (Teil)Bestands und/oder des Archivs •Ansprechen neuer Nutzungsgruppen Dr. Esther-Julia Howell 11
  12. 12. •Erfahrungssammlung im Bereich Web 2.0 •Der Zugang zur großen, nur oberflächlich erschlossenen Fotosammlung soll durch tiefere Erschließung verbessert werden. •Gleichzeitig soll das Projekt die Öffentlichkeitsarbeit stärken und die Wahrnehmung des Archivs insgesamt steigern. •Die gesteigerte Wahrnehmung soll auch der Akquise neuer Bestände dienen. BEISPIELARCHIV 12Dr. Esther-Julia Howell
  13. 13. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 4. Beständeauswahl Es sollten konkrete Bestände oder Teilbestände ausgewählt werden. Alternativ können auch geeignete Einzelstücke aus mehreren Beständen in einem Projekt zusammengefasst werden, wenn sich dies zum Beispiel thematisch anbietet. Voraussetzungen: - Minimum an Erschließung (Signatur, Titel) - Spätestens zu Projektbeginn digitalisiert - Eignung für Crowdsourcing Dr. Esther-Julia Howell 13
  14. 14. Teilbestand der Fotosammlung: •Private Fotosammlung zweier ehemaligen HJ-Mitglieder (Brüder 1920-1943 bzw. 1928-1999), ca. 500 Bilder •Laufzeit: 1940-1945 •Inhalt: zahlreiche Aufnahmen von Veranstaltungen, Zeltlagern, Fahrten und Großfahrten der Hitlerjugend, Ernteeinsätzen, Einsatz als Luftwaffenhelfer •Zu sehen sind • Parteiveranstaltungen mit politischen Repräsentanten • HJ-Veranstaltungen • Ernteeinsätze • Gebäude, Ortsansichten, Landschaftsaufnahmen •Erschließung: Signaturen, teilweise Ortsangaben, teilweise Jahr der Aufnahme •Digitalisiert BEISPIELARCHIV 14Dr. Esther-Julia Howell
  15. 15. Begründung der Bestandsauswahl: •Der Bestand ist oberflächlich verzeichnet und digitalisiert; für eine tiefere Erschließung fehlen die Personalressourcen •Der Bestand eignet sich für eine Erschließung durch die Crowd: • das Thema Hitler-Jugend interessiert eine breite Öffentlichkeit • die Bilder zeigen identifizierbare Gebäude, Ortsansichten und Personen •Das Archiv erhält viele Anfragen nach Motiven zum Thema Hitler-Jugend •Der Bestand eignet sich gut, um die Projektziele zu erreichen: • Erschließung: Zeitzeugen, die wertvolle Hinweise geben können, leben vielfach noch; Ortskundige können Orte etc. identifizieren • Öffentlichkeitsarbeit: NS-Themen werden meist breit wahrgenommen • Akquise: Potentielle Nachlassgeber könnten sich angesprochen fühlen und ihre privaten Unterlagen an das Archiv abgeben •Das Archiv verfügt über die Nutzungsrechte an den Bildern BEISPIELARCHIV 15Dr. Esther-Julia Howell
  16. 16. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 5. Rechtsfragen Rechtsfragen im Zusammenhang mit den ausgewählten (Teil)Beständen und den zu generierenden Inhalten sollten vor Projektbeginn geklärt sein, z.B. Urheberrecht, Datenschutz, Forenhaftung. Dr. Esther-Julia Howell 16
  17. 17. Das Archiv hat den Bestand von der einzigen Tochter bzw. Nichte der beiden privaten Fotografen übernommen. Sie ist einzige Erbin ihres Vaters (1928- 1999) und ihres Onkels (1920-1943, keine Nachkommen) und hat dem Archiv die vollumfänglichen und ausschließlichen Nutzungsrechte nach dem UrhG eingeräumt. Aus personenschutzrechtlichen Gründen (KunstUrhG) werden nur Fotos veröffentlicht, •die Personen der Zeitgeschichte zeigen (z.B. Gauleiter) •die bei öffentlichen Veranstaltungen aufgenommen wurden •die die beiden Fotografen selbst zeigen (da diese bereits 1999 bzw. 1943 verstarben) •Auf denen andere Personen unidentifizierbar sind, z.B. von hinten, zu klein abgebildet etc.  350 Bilder werden ins Projekt aufgenommen BEISPIELARCHIV 17Dr. Esther-Julia Howell
  18. 18. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 6. Definition der zu generierenden Inhalte Der zu generierende Inhalt sollte definiert sein. Z.B. als •Indices •Transkriptionen •Regesten •Normdaten •Freitextkommentare •Schlagworte/Tags •Linked Data •Unterlagen zum Aufbau einer Ergänzungsdokumentation Dr. Esther-Julia Howell eventuell in Kombination 18
  19. 19. •Bildbeschreibungen: Identifizierung von Orten, Gebäuden, Landschaften, Personen, Veranstaltungen •Akquise weiterer privater Nachlässe BEISPIELARCHIV 19Dr. Esther-Julia Howell
  20. 20. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 7. Definition der Zielgruppe Die Zielgruppe – also die Crowd – sollte definiert sein, beispielsweise als •geschlossene Gruppe •z.B. Heimatverein, Studierende, Firmenangehörige, Wikipedianer, etc. •offene Gruppe •z.B. Adressierung aller Interessierten über eine offene Plattform, z.B. Flickr Dr. Esther-Julia Howell 20
  21. 21. •Offene „Crowd“: •Interessierte Laien, Historiker, Hobby- Fotografen, Heimatforscher, Zeitzeugen BEISPIELARCHIV 21Dr. Esther-Julia Howell
  22. 22. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 8. Entscheidung für eine Plattform Es sollte eine bewusste Entscheidung für eine Plattform getroffen werden. z.B.: • innerhalb des eigenen Archivinformationssystems • auf vom Archiv selbst betriebener Plattform • auf externer Plattform • zusammen mit einem Kooperationspartner auf dessen externer und ggf. kommerzieller Plattform Dr. Esther-Julia Howell 22
  23. 23. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 8. Entscheidung für eine Plattform Dr. Esther-Julia Howell 23
  24. 24. Das Archiv entscheidet sich, die Plattform Flickr zu nutzen. Begründung: •Umsetzung im eigenen Archivinformationssystem oder auf eigener Plattform ist mit den begrenzten IT-Mitteln nicht zu leisten •Flickr erlaubt Kommentare, Tags und Notizen für registrierte Benutzer •Relativ hoher Bekanntheitsgrad von Flickr: die Crowd ist teilweise schon da; Flickr lässt sich mit Facebook und Blogs verknüpfen •Rückgriff auf Erfahrungen anderer Archive mit Flickr BEISPIELARCHIV 24Dr. Esther-Julia Howell
  25. 25. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 9. Datentransfer Wird eine externe Plattform gewählt, so muss der Transfer der generierten Daten ins eigene Archivinformationssystem technisch sichergestellt werden. Der Mehrwert nutzergenerierter Daten kommt erst dann richtig zum Tragen, wenn diese in die elektronischen Findmittel integriert sind und somit bei einer Suchanfrage einbezogen werden können. Dr. Esther-Julia Howell 25
  26. 26. •Flickr ermöglicht über Programmierschnittstellen (API= Application Programming Interface) das Einstellen großer Mengen von Bildern und das Herunterladen der nutzergenerierten Inhalte. •Der Administrator entwickelt entsprechende Schnittstellen. BEISPIELARCHIV 26Dr. Esther-Julia Howell
  27. 27. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 10. Definition von Qualitätsstandards Es sollten Qualitätsstandards definiert werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die nutzergenerierten Daten ins eigene Archivinformationssystem übernommen werden sollen, ggf. sind redaktionelle Bearbeitungsschritte einzuplanen (vgl. Nr. 11- 13). Dr. Esther-Julia Howell 27
  28. 28. •Niedrige Qualitätsstandards, keine formalen Vorgaben •Die NutzerInnen sollen Hinweise im Kommentarfeld oder als Tags abgeben. Es wird darauf gebaut, dass falsche Angaben von anderen NutzerInnen in nachfolgenden Kommentaren korrigiert werden. •Es wird zwangsläufig auch „irrelevante“ Kommentare à la „Tolles Bild!“ geben. Solche Kommentare helfen zwar nicht bei der Erschließung, sie dienen aber dem Ziel, die Wahrnehmung des Bestandes und des Archivs zu erhöhen und werden daher begrüßt. BEISPIELARCHIV 28Dr. Esther-Julia Howell
  29. 29. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 11. Definition der qualitätssichernden Maßnahmen Der Umfang der qualitätssichernden Maßnahmen muss projektbezogen definiert und die Umsetzung geregelt werden. Generell gilt, dass nutzergenerierte Inhalte als solche gekennzeichnet sein und für die Nutzer eindeutig von den archivarischen Erschließungsinformationen unterscheidbar sein sollten. Dr. Esther-Julia Howell 29
  30. 30. •Auf der Flickr-Oberfläche sind die Nutzerkommentare als solche gekennzeichnet. •Vor der Übernahme ins Archivinformations- system werden die Angaben geprüft. BEISPIELARCHIV 30Dr. Esther-Julia Howell
  31. 31. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 12. Entscheidung über Registrierung Es ist zu entscheiden, ob sich die Projektteilnehmer registrieren müssen, es ihnen als eine Option angeboten wird, oder ob auf eine Registrierung bewusst verzichtet wird. Dr. Esther-Julia Howell 31
  32. 32. •Entscheidung bereits vorweggenommen: Um Kommentare etc. abgeben zu können ist eine Registrierung bei Flickr erforderlich. BEISPIELARCHIV 32Dr. Esther-Julia Howell
  33. 33. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 13. Definition eines Redaktionsworkflows Entsprechend der angesetzten Qualitätskriterien und in Abhängigkeit vom Ablauf des ggf. zu leistenden Datentransfers und der zur Verfügung stehenden Ressourcen ist ein Redaktionsworkflow zu definieren. Dr. Esther-Julia Howell 33
  34. 34. •Die beiden Projektbetreuerinnen sichten regelmäßig die Kommentare auf Flickr, reagieren ggf. darauf und entscheiden, welche Informationen ins Archivinformationssystem übernommen werden sollen. BEISPIELARCHIV 34Dr. Esther-Julia Howell
  35. 35. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 14. Entscheidung über Anreizsystem Es sollte darüber nachgedacht werden, Anreize für eine (längerfristige) Teilnahme zu schaffen. Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, die Teilnehmer durch die Vergabe von Punkten zu einer wiederholten Teilnahme zu animieren. Dr. Esther-Julia Howell 35
  36. 36. •Kein besonderes Anreizsystem. •Aber: Wertschätzung hilfreicher Kommentare und Hinweise wird durch die Reaktion des Archivs auf Flickr ausgedrückt. BEISPIELARCHIV 36Dr. Esther-Julia Howell
  37. 37. 15 KRITERIEN FÜR ERFOLGREICHES ARCHIVISCHES CROWDSOURCING 15. Öffentlichkeitsarbeit Der Erfolg eines Crowdsourcing-Projekts hängt auch von der Öffentlichkeitsarbeit ab. Es sollte daher ein Werbekonzept für das Projekt geben. Dr. Esther-Julia Howell 37
  38. 38. Es gibt ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit •Meldung auf der Homepage des Archivs •Newsletter •Aushang und Flyer im eigenen Lesesaal •Versendung von Aushang und Flyer an andere Archive in der Region •Werbung auf regionalem Archivportal •Beiträge auf verschiedenen archivischen, historischen, fotografischen Gemeinschaftsblogs •Pressemeldung mit Fotos an lokale Zeitungen •Um auch die nicht-web-affinen Zeitzeugen einzubeziehen, gibt es eine analoge Bildmappe, die nach vorheriger Kontaktaufnahme an Heimatvereine, Seniorenheime, Seniorentreffs etc. verschickt wird. BEISPIELARCHIV 38Dr. Esther-Julia Howell
  39. 39. Projekt Fotoerschließung Nachlas XY (Hitler-Jugend) Bemerkungen 1 Strategie Ist vorhanden. Wird entwickelt. 2 Projektbetreuung + Ressourcen Ist geregelt. Stehen zur Verfügung. 3 Projektziele Sind definiert. Erschließung, Öffentlichkeitsarbeit, Akquise 4 Beständeauswahl Ist getroffen. Fotonachlass, 1940-1945 5 Rechtsfragen Sind geklärt. UrhG, KunstUrhG 6 Zu generierender Inhalt Ist definiert. Bildbeschreibung, ergänzende Bestände 7 Zielgruppe (Crowd) Ist definiert. Interessierte Laien, Historiker, Zeitzeugen 8 Plattform Ist ausgewählt. Flickr 9 Datentransfer Ist sichergestellt. API wird noch von IT entwickelt 10 Qualitätsstandards Sind definiert. niedrig 11 Qualitätssicherung Projektbezogen festgelegt. Kennzeichnung als nutzergenerierte Inhalte auf Flickr; Prüfung vor Übernahme 12 Registrierung Registrierung ist geregelt. Registrierung erforderlich 13 Redaktionsworkflow Ist definiert. 14 Anreizsystem Ja Nein Aktive Reaktion auf hilfreiche Hinweise 15 Öffentlichkeitsarbeit Es gibt ein Konzept. x x x x x x x x x x x x x x x x 39
  40. 40. VIELEN DANK FÜR DIE AUFMERKSAMKEIT! 40 Dr. Esther-Julia Howell, Archiv des Instituts für Zeitgeschichte München howell@ifz-muenchen.de

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