SPEYERERLUFTFAHRTGESCHICHTE1908 – 1945Katrin Hopstock
Der erste Zeppelin über Speyer wurde im Sommer 1908 bestaunt, als ermajestätisch über der Stadt dahinzog (Foto). Die Flugb...
4. August 1908 Erster Zeppelinüberflug (Montage)
14. Okt. 1912 Erste Flugzeuglandung in Speyer: eine Rumplertau
14. Oktober 1912 Erste Flugzeuglandung in Speyer: Publikum
Die Neustadter Brüder Ernst und Alfred Eversbusch gründen am 3. Juni 1913die Pfalz-Flugzeugwerke Speyer – durch sie wird S...
Juli 1914 Erster Passagier-Rundflug der PFW. Pilot: Bruno Büchner
17. Mai 1914 Frz. Kunstflieger Audemars (Mitte, zivil) in Speyer
Anfänge der FlugzeugproduktionBevor das Flugzeugwerke über eigene Hallen verfügte, mietete Eversbusch diedamalige städtisc...
1913/14 Belegschaft mit erster Eigenproduktion: Pfalz-Otto-Doppeldecker
1914 zivile Flugschüler bei den Pfalz-Flugzeugwerken
1913 Flugzeugbau (Pfalz-Otto-Dpppeldecker) noch in der Festhalle
1918 Serienproduktion, hier Dppeldecker Pfalz D XII
wohl 1917/18 Frauenarbeit in den Pfalz-Flugzeugwerken
wohl Dez. 1917 Frontflieger zu Besuch, hier vor Pfalz Dr I
Dez. 1917 Frhr. v. Richthofen, li. A.Eversbusch, re. A. Schlegel
1918 In Speyer, vor Pfalz D XII: A. Eversbusch (3.v.l), daneben E.Udet, rechts OB Moericke, sowie weitere Militärflieger
Bekannte Persönlichkeiten der frühen deutschen Luftfahrtgeschichte arbeitenfür die Werke oder sind ihnen verbunden, so der...
1937 Nie fertiggestellte Luftschiffhalle der Luftschiffbau Brinkmann
1937 - 1945Firmengelände und Flugplatz werden erneut intensiv genutzt, als sich 1937 hierdie Fa. Luftschiffbau Otto Brinkm...
ca. 1942 H. Schramm, Ritterkreuzträger, mit Personal der Flugwerke
18. Juni 1942 Fliegerjubiläum A. Riediger (Mitte)
1939 Klempnerei und Montage, Flugwerke Saarpfalz
1939 Betriebsausflug der Flugwerke Saarpfalz, nach Heidelberg
Nachtrag – nach 1945Das Kriegsende bringt erneut französische Besatzung für Speyer – auchWerksgelände und Flugplatz werden...
Als 1996 das Speyerer DASA-Werk geschlossen werden soll, übernehmen die523 Mitarbeiter es am 1. Januar 1997 in Eigenregie....
100 Jahre Pfalz-Flugzeugwerke Speyer: Frühe Luftfahrt in Speyer: 1908-1945
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100 Jahre Pfalz-Flugzeugwerke Speyer: Frühe Luftfahrt in Speyer: 1908-1945

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Zusammenfassung der frühen Luftfahrtgeschichte Speyers bis zum Jahr 1945. Fotos (Stadtarchiv Speyer) und Texte: Katrin Hopstock (Stadtarchiv).

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100 Jahre Pfalz-Flugzeugwerke Speyer: Frühe Luftfahrt in Speyer: 1908-1945

  1. 1. SPEYERERLUFTFAHRTGESCHICHTE1908 – 1945Katrin Hopstock
  2. 2. Der erste Zeppelin über Speyer wurde im Sommer 1908 bestaunt, als ermajestätisch über der Stadt dahinzog (Foto). Die Flugbegeisterung warallgemein groß, das Aufkommen zu sogenannten Zeppelinspendendesgleichen. Nicht zuletzt kam es auch in Speyer zu entsprechenden Straßen-und Schulbenennungen.Die buchstäblich erste Berührung mit der Luftfahrt hatte Speyer dann am14.Oktober 1912: Damals landete zum ersten Mal ein Flugzeug auf SpeyererBoden (Fotos) – auf dem Gelände des Exerzierplatzes der damals hierstationierten Pioniere, der bald darauf zum Flugplatz ausgebaut wird. Schonam 30.Oktober des gleichen Jahres wird der „Pfälzische LuftsportvereinSpeyer e.V.“ gegründet; er ist damit der zweitälteste pfälzische Ortsverein.Ende des Jahres steht Speyers erste Flugzeughalle. 1913 erweitert derSpeyerer Stadtrat das Flugfeld auf 25 ha, nach vorherigem positivemGutachten des bekannten Flugpioniers Paul Senge.
  3. 3. 4. August 1908 Erster Zeppelinüberflug (Montage)
  4. 4. 14. Okt. 1912 Erste Flugzeuglandung in Speyer: eine Rumplertau
  5. 5. 14. Oktober 1912 Erste Flugzeuglandung in Speyer: Publikum
  6. 6. Die Neustadter Brüder Ernst und Alfred Eversbusch gründen am 3. Juni 1913die Pfalz-Flugzeugwerke Speyer – durch sie wird Speyer Standort deszweitgrößten Flugzeugwerks in Bayern. Geschäftsführer sind der IngenieurErnst Eversbusch und der Dipl.-Ing. Willy Sabersky-Müssigbrodt, seinSchwager. Später kommen noch die jüdischen Mannheimer Kaufleute Richardund Eugen Kahn hinzu (gleichfalls Brüder) sowie der nicht mit ihnen verwandteAugust Kahn. Alfred Eversbusch wird Einflieger der Werke, wie später auch derbekannte schlesische Rekordflieger Eugen Wiencziers. Walter, jüngster Bruderder beiden, wird später gleichfalls Flieger.Die ursprünglichen und die heutigen Pfalz-Flugzeugwerke lagen nicht auf demgleichen Gelände. So traditionsbewusst die Namensübernahme durch daseinstige MBB-Zweigwerk auch ist, führt es doch häufig zu geschichtlichenMissverständnissen. Die erst 1917/18 hier aufgebaute dreischiffige „LillerHalle“ sowie der etwa um die gleiche Zeit entstandene Verwaltungsbau an derGeibstraße beherbergen seit 1991 das Technik Museum: Im einstigen „LillerBahnhof“ (eine demontierte und hier wieder aufgebaute „Beutehalle“ aus demOrt Lesquin der Firma Thomson bei Lille) ist eine der größten Sammlungenhistorischer Feuerwehrfahr-zeuge Europas ausgestellt, im einstigenVerwaltungsgebäude an der Geibstraße, vom Technik Museum in„Wilhelmsbau“ umbenannt, werden vor allem historische Musikinstrumentepräsentiert.
  7. 7. Juli 1914 Erster Passagier-Rundflug der PFW. Pilot: Bruno Büchner
  8. 8. 17. Mai 1914 Frz. Kunstflieger Audemars (Mitte, zivil) in Speyer
  9. 9. Anfänge der FlugzeugproduktionBevor das Flugzeugwerke über eigene Hallen verfügte, mietete Eversbusch diedamalige städtische Festhalle am Festplatz (Foto); er brannte 1940 ab. Daserste von den Speyerer Werken produzierte Flugzeug ist ein Pfalz-Otto-Doppeldecker mit hintenliegendem Motor (Foto, mit Personal). Mitte Mai 1914war die erste eigene Produktionshalle fertiggestellt, sie wurde stolz anlässlichdes Prinz-Heinrich-Flugs präsentiert (Foto), ein Wettbewerb in Anwesenheitdes flugbegeisterten kaiserlichen Bruders. Damals auch werden die erstenPassagierflüge angeboten (Foto). Diese ersten Flugzeuge wurden noch inLizenz produziert. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs erwerben die Pfalz-Flugzeugwerke die Lizenz zum Nachbau eines Modells der französischenHersteller Morane-Saulnier; auf dieser Vorlage beruhen mehr oder weniger dieersten Eindecker-Modelle der Pfalz-Flugzeuqwerke.Der Erste WeltkriegBis 1918 produzieren die Pfalz-Flugzeugwerke Speyer etwa 2 5oo Flugzeuge,den Eindeckern (noch vorwiegend Aufklärungsflugzeuge) folgen Doppel- undDreidecker eigener Entwürfe. Erfolgreichstes Modell wird der DoppeldeckerPfalz D XII, von dem über 1 000 Exemplare hergestellt werden. In denbekanntesten Luftfahrtmuseen der USA, Frankreichs und Australiens kannman heute noch Originalmaschinen dieses Typs besichtigen.Gegen Ende des Ersten Weltkriegs arbeiten an die 2 800 Personen in den Pfalz-Flugzeugwerken, davon zahlreiche Frauen (Fotos).
  10. 10. 1913/14 Belegschaft mit erster Eigenproduktion: Pfalz-Otto-Doppeldecker
  11. 11. 1914 zivile Flugschüler bei den Pfalz-Flugzeugwerken
  12. 12. 1913 Flugzeugbau (Pfalz-Otto-Dpppeldecker) noch in der Festhalle
  13. 13. 1918 Serienproduktion, hier Dppeldecker Pfalz D XII
  14. 14. wohl 1917/18 Frauenarbeit in den Pfalz-Flugzeugwerken
  15. 15. wohl Dez. 1917 Frontflieger zu Besuch, hier vor Pfalz Dr I
  16. 16. Dez. 1917 Frhr. v. Richthofen, li. A.Eversbusch, re. A. Schlegel
  17. 17. 1918 In Speyer, vor Pfalz D XII: A. Eversbusch (3.v.l), daneben E.Udet, rechts OB Moericke, sowie weitere Militärflieger
  18. 18. Bekannte Persönlichkeiten der frühen deutschen Luftfahrtgeschichte arbeitenfür die Werke oder sind ihnen verbunden, so der schon genannte EugenWincziers und Otto Augst (in Speyer auch für seine Motorradfabrikation “Arco“bekannt). Der eingangs erwähnte Sabersky-Müssigbrodt (Schwager derEversbuschs) wechselt später als Konstrukteur zur LuftverkehrsgesellschaftAG nach Berlin. Vor allem der neu hinzugekommene Ing. Rudolph Gehringerträgt dann zu den schon erwähnten erfolgreichen Eigenentwicklungen bei.Bekannte Piloten suchen die Pfalz-Flugzeugwerke auf, so etwa Ernst Udet oderder „Rote Baron“ Freiherr von Richthofen (Fotos). Walter, der jüngsteEversbusch, verunglückt 1916 als Einflieger bei einem Absturz tödlich.Überregional bekannt wird auch der Speyerer Pour-le-Mérite-Träger FranzWalz, April 1917 als Führer der bayerischen Fliegertruppe 304b nach Palästinaverlegt, trägt er dort Wesentliches zur frühen Luftaufklärung bei. Auch hierfürwerden Speyerer Flugzeuge produziert.Nach 1918Das Ende des 1. Weltkriegs bedeutet für Speyer zunächst das fliegerische Aus:Zahlreiche Flugzeuge werden von den Besatzungsmächten beschlagnahmtund / oder verschrottet, das Gelände der Werke von der französischenBesatzung selbst genutzt. Mehr als 1 800 Werksangehörige – die Pfalz-Flugzeugwerke waren 1917/18 der größte Arbeitgeber der Region gewesen! –sind auf einen Schlag arbeitslos. Um die wirtschaftliche Katastrophewenigstens etwas abzufangen, gründet Ernst Eversbusch die A.G. Pfalz, zum„Schiffsbau, Fabrikation und Einbau und Verkauf aller Gegenstände undSachen der Industrie“ (so der Eintrag im Handelsregister). Wirtschaftskrise undInflation sind jedoch keine guten Begleiter, der Neugründung ist kein Erfolgbeschieden.
  19. 19. 1937 Nie fertiggestellte Luftschiffhalle der Luftschiffbau Brinkmann
  20. 20. 1937 - 1945Firmengelände und Flugplatz werden erneut intensiv genutzt, als sich 1937 hierdie Fa. Luftschiffbau Otto Brinkmann ansiedelt. Geplant ist der Bau vonReklameluftschiffen. Allerdings wird kein einziges Luftschiff oder gar eineHalle fertig gestellt (Foto) – das Unternehmen geht mit großem Getöse inKonkurs. Der Prozess schlägt 1938 riesige publizistische Wellen.Noch 1937 finden dann die „Flugwerke Saarpfalz“ auf dem einstigen Geländeder Pfalz-Flugzeugwerke ihre Heimat. Die Stadt trägt ihren Teil bei, indem sieden Flugplatz 1937/38 so herrichtet und modernisiert (für damaligeVerhältnisse!), dass er auch größeren Aufgaben gewachsen ist. Die Flugwerkenutzen ihn intensiv, werden hier doch 1939 - 1945 Flugzeuge (u.a. He 111, ME108, Arado 68, auch Ju 88) repariert und gewartet, Bordwaffen eingeschossenusw. (Fotos) Flugzeuge wurden in den Flugwerken Saarpfalz also nichthergestellt. Das Werk beginnt mit 200 Arbeitern und Angestellten, wächstrasch. 1945 beträgt ihre Zahl ca. 1 500, davon über die Hälfte (vor allemrussische und polnische) Zwangsarbeiter/innen. Untergebracht sind diese„Ostarbeiter“ in einem Barackenlager in direkter Werksnähe.
  21. 21. ca. 1942 H. Schramm, Ritterkreuzträger, mit Personal der Flugwerke
  22. 22. 18. Juni 1942 Fliegerjubiläum A. Riediger (Mitte)
  23. 23. 1939 Klempnerei und Montage, Flugwerke Saarpfalz
  24. 24. 1939 Betriebsausflug der Flugwerke Saarpfalz, nach Heidelberg
  25. 25. Nachtrag – nach 1945Das Kriegsende bringt erneut französische Besatzung für Speyer – auchWerksgelände und Flugplatz werden mit Beschlag belegt. Die Situation fürSpeyerer Luftfahrtaktivitäten ähnelt der nach dem Ersten Weltkrieg: Ende 1950gründet sich der Speyerer Flugsportverein neu, erst 1952 wird derFlugplatzbetrieb wieder freigegeben.1955 wird das Speyerer Zweigwerk der Ernst Heinkel AG als Ernst HeinkelFahrzeugbau GmbH gegründet; es produziert wegen des immer noch gültigenVerbots von Flugzeugbau zunächst die berühmten Kabinenroller. Über 3 500Expl. verschiedener Modelle verlassen in den folgenden Jahren das SpeyererWerk. Da schon früh Wartungsaufgaben an Flugzeugen übernommen werdendürfen, nimmt die Bedeutung des Speyerer Flugplatzes allmählich wieder zu.1964/65 verliert das Speyerer Werk seine relative Selbständigkeit und erlebt inden folgenden Jahrzehnten verschiedene Zugehörigkeiten, hier die wichtigstenVeränderungen:1964 Fusion von Heinkel mit Focke Wulf und Weser-Flugzeugbau zu VFW(Vereinigte Flugtechnische Werke), 1983 Übernahme der VFW durch MBB(Messerschmitt-Bölckow-Blohm), 1989 Zusammenschluss von MBB und DASA.
  26. 26. Als 1996 das Speyerer DASA-Werk geschlossen werden soll, übernehmen die523 Mitarbeiter es am 1. Januar 1997 in Eigenregie. Der Name des einst nahegelegenen historischen Vorgänger-Flugzeugherstellers wird angenommen:Pfalz-Flugzeug-werke (PFW). Vier Jahre später werden große Anteile an denSafeguard Inter-national Fund veräußert, um die Kapitaldecke erhöhen zukönnen. Das Werk entwickelt sich weiter. Mitte 2006 erfolgt eine nochmaligeNamensänderung, die offizielle Umformierung in PFW Aerospace AG.Der Speyerer Flugplatz1964 erst hatte der Speyerer Flugplatz seine heutige Lage erhalten – nacheinem Geländetausch zwischen der Stadt Speyer und den damaligen Heinkel-Werken. Sieben Jahre später wird die asphaltierte Landebahn angelegt, dieman 1986 erweitert. 1994 erwirbt eine Betreibergesellschaft den Flugplatz vonder damaligen DASA. Im Juli 2009 billigt das Oberverwaltungsgericht Koblenzden lange umstrittenen „Ausbau des Verkehrslandeplatzes Speyer imGrundsatz“ – gegen den Planfeststellungsbeschluss hatten der BUND (Bundfür Umwelt und Naturschutz) sowie ein Bürger Einspruch eingelegt. Im Juni2010 wird das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts rechtskräftig, das denerwähnten Spruch des OVG gebilligt hatte. Die Arbeiten zur Erweiterungbeginnen am 16.09.2010 und finden ihren Abschluss 2011.

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