Mandanteninformationen Mai / Juni 2016

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Aktuelle Steuerinformationen der Steuerkanzlei Friedrich und Partner - Steuerberater in München für die Monate Mai / Juni 2016.

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Mandanteninformationen Mai / Juni 2016

  1. 1.   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   Friedrich und Partner Steuerberater Mandanteninformationen Mai / Juni 2016
  2. 2. DIE MANDANTEN I INFORMATION   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   3 DIE MANDANTEN I INFORMATION Themen dieser Ausgabe  Reverse-Charge in Bauträgerfällen  Grundsatzentscheidungen zur Organschaft  Schutz vor Manipulationen an Registrierkassen  Minijob-Zentrale: Geänderte Bankverbindung  Berufshaftpflichtversicherung des Arbeitgebers  Förderung des Mietwohnungsneubaus  Immobilienkredite: Ende des ewigen Widerrufs- rechts Ausgabe Nr. 3/2016 (Mai/Juni) Sehr geehrte Mandantin, sehr geehrter Mandant, nachfolgend haben wir in dieser Ausgabe wieder aktuelle Urteile und Neuerungen aus dem Steuer- und Wirtschaftsrecht für Sie zusammengestellt. STEUERRECHT Unternehmer Reverse-Charge: Aussetzung der Vollziehung in Bauträgerfällen Der Bundesfinanzhof (BFH) gewährt Bauunternehmern, die nachträglich als Umsatzsteuerschuldner für Bauleistungen in Anspruch genommen werden und statt ihres Auftragge- bers Umsatzsteuer abführen sollen, Aussetzung der Voll- ziehung. Sie müssen daher ihre Umsatzsteuer bis auf wei- teres nicht bezahlen, bis der BFH die Frage klärt, ob ihre nachträgliche Inanspruchnahme als Steuerschuldner rechtmäßig ist. Hintergrund: Bei Bauleistungen gilt grundsätzlich das sog. Reverse-Charge-Verfahren. Es schuldet also nicht der Bauunternehmer die Umsatzsteuer, sondern sein Auftrag- geber, wenn dieser Unternehmer ist. Im Jahr 2013 hat der BFH jedoch den Anwendungsbereich des Reverse-Charge- Verfahrens bei Bauleistungen, die gegenüber Bauträgern erbracht werden, eingeschränkt. Die Bauträger können jetzt ihre Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückfordern, während die leistenden Bauunternehmer die Umsatzsteuer nachzah- len müssen. Zwar genießen die Bauunternehmer an sich einen gesetzlichen Vertrauensschutz vor einer nachteiligen Änderung ihrer Umsatzsteuerbescheide; der Gesetzgeber hat diesen Vertrauensschutz aber in einer Gesetzesände- rung im Jahr 2014 ausdrücklich ausgeschlossen. Sachverhalt: Ein Bauunternehmer erbrachte in den Jahren 2011 bis 2013 Bauleistungen an einen Bauträger. Seine Umsätze wurden dem Reverse-Charge-Verfahren unter- worfen, so dass der Bauträger (Auftraggeber) die Umsatz- steuer an das Finanzamt abführte. Nachdem der BFH sei- ne Rechtsprechung geändert hatte, forderte der Bauträger die Umsatzsteuer vom Finanzamt zurück. Daraufhin forder- te nun das Finanzamt vom Bauunternehmer (Auftragneh- mer) die Umsatzsteuer für die Jahre 2011 bis 2013 nach. Der Bauunternehmer beantragte die Aussetzung der Voll- ziehung der Bescheide. Entscheidung: Der BFH gab dem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung für die Jahre 2011 und 2012 statt:  Zwar war die Anwendung des Reverse-Charge- Verfahrens in den Jahren 2011 und 2012 falsch, weil das Verfahren nach der Rechtsprechungsänderung im Jahr 2013 bei Umsätzen, die an einen Bauträger erbracht wer- den, grundsätzlich nicht gilt. Der Bauunternehmer blieb also Schuldner der Umsatzsteuer und hätte daher die Umsatzsteuer selbst an das Finanzamt abführen müssen.  Grundsätzlich ist der Bauunternehmer vor einer Änderung seiner Umsatzsteuerbescheide auch geschützt, wenn die Änderung auf eine geänderte Rechtsprechung gestützt wird.  Zwar hat der Gesetzgeber diesen gesetzlichen Vertrau- ensschutz im Jahr 2014 aufgehoben. Diese Aufhebung könnte aber gegen das verfassungsrechtliche Rückwir- kungsverbot verstoßen. Ob dies der Fall ist, muss nun im Hauptsacheverfahren geklärt werden. Hinweise: Für das Jahr 2013 gewährte der Elfte Senat des BFH in diesem Verfahren keine Aussetzung der Vollzie- hung, weil seiner Auffassung nach der gesetzliche Vertrau- ensschutz nur vor nachteiligen Änderungsbescheiden, nicht aber vor nachteiligen Erstbescheiden schützt. Dies sehen
  3. 3. DIE MANDANTEN I INFORMATION   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   die Richter des Fünften Senats des BFH anders und haben in einem weiteren Verfahren auch für das Jahr der erstma- ligen Veranlagung Aussetzung der Vollziehung gewährt. Nach den BFH-Beschlüssen bleibt vorerst offen, ob der gesetzliche Vertrauensschutz rückwirkend beseitigt werden durfte. Die von einer Nachzahlung betroffenen Bauunter- nehmer können jetzt mit Erfolg die Aussetzung der Vollzie- hung beantragen. Haben später der Einspruch oder die Klage keinen Erfolg, werden allerdings Aussetzungszinsen in Höhe von 6 % fällig. Grundsatzentscheidungen zur umsatzsteuerlichen Organschaft Der Bundesfinanzhof (BFH) hat vier Grundsatzentschei- dungen zur umsatzsteuerlichen Organschaft veröffentlicht. Danach kann eine Organschaft auch mit einer Tochterper- sonengesellschaft begründet werden. Eine Organschaft zwischen zwei Schwestergesellschaften ist nicht möglich. Ein Hoheitsträger, der nicht Unternehmer ist, kann kein Organträger sein. Und bei einer Unternehmensübertragung auf zwei Gesellschaften eines Organkreises handelt es sich um eine nicht umsatzsteuerbare Geschäftsveräußerung. Hintergrund: Die Organschaft führt zu einer Zusammen- fassung von herrschendem Organträger und abhängiger Organgesellschaft. Der Organträger ist allein für den ge- samten Organkreis steuerpflichtig. Die Organschaft ist von großer Bedeutung für Unternehmensgruppen ohne Recht auf Vorsteuerabzug, wie etwa im Bank-, Versicherungs-, Krankenhaus- oder Pflegebereich. Aufgrund der Organ- schaft ist es Unternehmen in diesen Bereichen möglich, untereinander Leistungen zu erbringen, die nicht steuerbar sind und damit nicht zur Entstehung von Vorsteuerbeträgen führen, die wegen des fehlenden Rechts auf Vorsteuerab- zug nicht abziehbar wären. 1. Organschaft mit Tochterpersonengesellschaft möglich: In dem ersten Verfahren ging es um die Frage, ob eine Tochterpersonengesellschaft Organgesellschaft sein kann. Eine AG erbrachte Leistungen an zwei Kommanditgesell- schaften, an denen sie beteiligt war. Das Finanzamt hielt diese Leistungen für umsatzsteuerbar und forderte von der AG Umsatzsteuer. Die beiden Kommanditgesellschaften konnten die Umsatzsteuer aber nicht als Vorsteuer geltend machen, weil sie umsatzsteuerfreie Leistungen erbrachten und daher vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen waren. Der BFH hielt eine Organschaft zwischen der AG als Or- ganträgerin und den beiden Kommanditgesellschaften als Organgesellschaften in engen Grenzen für möglich. Vor- aussetzung ist allerdings, dass Gesellschafter der Perso- nengesellschaft nur der Organträger und andere vom Or- ganträger finanziell beherrschte Gesellschaften sind. Es dürfen also keine konzernfremden Personen beteiligt sein. Dies muss das Finanzgericht im zweiten Rechtszug noch überprüfen. Hinweis: Bislang konnte nur eine Kapitalgesellschaft Or- gangesellschaft sein. Der BFH erweitert den Kreis der Organgesellschaften nun auch auf Personengesellschaf- ten. 2. Keine Organschaft zwischen Schwestergesellschaften Im zweiten Fall ging es um eine GmbH, die an eine Kom- manditgesellschaft Leistungen erbrachte; beide Gesell- schaften hatten dieselben Gesellschafter und waren daher sog. Schwestergesellschaften. Der BFH verneinte eine Organschaft zwischen den beiden Gesellschaften. Eine Organschaft kann nicht zwischen zwei gleichberechtigten Schwestergesellschaften bestehen, an denen dieselben Gesellschafter beteiligt sind. Es fehlt dann an der Beherrschung einer der Gesellschaften. Weder beherrscht die GmbH die KG, noch beherrscht die KG die GmbH. Hinweis: Die Organschaft setzt also ein Über- / Unterord- nungsverhältnis voraus. Der Organträger muss die Organ- gesellschaft beherrschen. Bei Schwestergesellschaften fehlt es an der Beherrschung. Es genügt nicht, dass der Gesellschafter auf die jeweils andere Gesellschaft einwir- ken kann. 3. Keine Organschaft mit Hoheitsträgern Im dritten Fall hatte eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die nicht unternehmerisch tätig war, die bisher bei ihr beschäftigten Arbeitnehmer auf eine neu gegründete Tochtergesellschaft (GmbH), deren Alleingesellschafterin sie war, ausgelagert. Die GmbH stellte ihr das Personal gegen Entgelt wieder zur Verfügung. Die Körperschaft und die GmbH gingen von einer Organschaft und damit von nicht steuerbaren Leistungen aus. Dem widersprach der BFH: Eine Organschaft setzt eine eigene Unternehmerstellung des Organträgers voraus. Dies sei zur Verhinderung missbräuchlicher Praktiken uni- onsrechtlich geboten. Die Leistungen zwischen GmbH und der Körperschaft des öffentlichen Rechts waren somit steuerbar und auch steuerpflichtig. 4. Nicht steuerbare Geschäftsveräußerung im Rahmen einer Betriebsaufspaltung Im vierten Fall übertrug ein Unternehmer sein Unterneh- men auf zwei Personengesellschaften. Zwischen den bei- den Personengesellschaften bestand eine Betriebsaufspal- tung, aber kein Über- und Unterordnungsverhältnis (s. oben zu Fall 2). Der Unternehmer übertrug sein Anlagevermögen auf die Besitzpersonengesellschaft und das übrige Unter- nehmensvermögen auf die Betriebspersonengesellschaft, die die bisherige Unternehmenstätigkeit fortsetzte. Der BFH bejahte eine nicht steuerbare Geschäftsveräuße- rung hinsichtlich des Verkaufs an die Betriebspersonenge- sellschaft. Insoweit entstand also keine Umsatzsteuer. Hingegen stellte die Übertragung des Anlagevermögens auf die Besitzpersonengesellschaft keine Geschäftsveräu- ßerung dar; sie war daher umsatzsteuerbar. Denn die Besitzpersonengesellschaft führte das Unternehmen nicht fort, und sie vermietete das Anlagevermögen auch nicht an die Betriebspersonengesellschaft, sondern überließ es unentgeltlich an sie. Hinweis: Hätte zwischen den beiden Personengesellschaf- ten eine umsatzsteuerliche Organschaft bestanden, wären beide Personengesellschaften als ein einziger Erwerber anzusehen und beide Verkäufe wären nicht umsatzsteuer- bar gewesen. Die Organschaft scheiterte aber daran, dass
  4. 4. DIE MANDANTEN I INFORMATION   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   weder die Besitzpersonengesellschaft die Betriebsperso- nengesellschaft beherrschte noch umgekehrt; es handelte sich vielmehr um zwei Schwester-Gesellschaften, zwischen denen keine Organschaft bestehen kann (s. oben Fall 2). Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an Registrierkassen Das Bundesfinanzministerium plant mit einem neuen Ge- setz, Manipulationen an Kassen künftig wirksamer zu be- kämpfen. Damit sollen die Unveränderbarkeit von digitalen Grundaufzeichnungen, z. B. Kassenaufzeichnungen, si- chergestellt und Manipulationen ein Riegel vorgeschoben werden. Die Maßnahmen bestehen im Wesentlichen aus drei Komponenten:  Verpflichtender Einsatz einer technischen Sicherheitsein- richtung bei Nutzung eines elektronischen Aufzeich- nungssystems,  Einführung einer Kassen-Nachschau,  Sanktionierung von Verstößen. Elektronische Aufzeichnungssysteme sollen künftig über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfü- gen. Dadurch soll jede digitale Aufzeichnung (z. B. Ge- schäftsvorfall oder Trainingsbuchung) protokolliert werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik soll die Anforderungen an die technische Sicherheitsein- richtung bestimmen und zertifizieren. Zudem soll eine Kassen-Nachschau eingeführt werden. Diese kann während der üblichen Geschäftszeiten (in der Gastronomie also auch abends) unangekündigt erfolgen und stellt ein besonderes Verfahren zur zeitnahen Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Kassenaufzeichnungen und der ordnungsgemäßen Übernahme der Kassenaufzeich- nungen in die Buchführung dar. Werden Verstöße gegen die neuen Verpflichtungen festge- stellt, sollen diese als Steuerordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 25 000 € geahndet werden können, unabhängig davon, ob ein steuerlicher Schaden entstanden ist oder nicht. Hinweis: Bereits jetzt hagelt es Kritik an dem Entwurf. Es bleibt also abzuwarten, in welcher Form das Gesetz letzt- endlich umgesetzt wird. Was allerdings sicher ist: Ende des Jahres läuft eine Übergangsfrist aus dem Jahr 2010 für alte Registrierkassen aus. Betroffen hiervon sind Geräte, die ohne Einzelaufzeichnungen und Datenexportmöglich- keiten arbeiten. Sofern Sie eine solche Kasse im Einsatz haben, sollten Sie sich spätestens jetzt mit der Anschaffung eines neuen Systems auseinandersetzen. Minijob-Zentrale: Geänderte Bankverbindung Unternehmer, die Minijobber beschäftigen, müssen Sozial- versicherungsbeiträge sowie Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale abführen. Dafür stehen verschiedene Bankverbindungen zur Verfügung. Aktuell macht die Mi- nijob-Zentrale darauf aufmerksam, dass ihr Konto bei der SEB AG, Essen (IBAN: DE03 3601 0111 1828 1412 00) nur noch bis zum 30. 4. 2016 für Überweisungen genutzt werden kann. Stattdessen sollte eine der folgenden Bank- verbindungen verwendet werden:  Commerzbank AG, Cottbus, IBAN: DE86 1804 0000 0156 6066 00  Deutsche Bank AG, Cottbus, IBAN: DE60 1207 0000 0511 0382 00  Landesbank Hessen-Thüringen, IBAN: DE17 3005 0000 0000 6666 44 Arbeitgeber/Arbeitnehmer Berufshaftpflichtversicherung des Arbeitgebers Der Abschluss einer Berufshaftpflicht- bzw. Betriebshaft- pflichtversicherung durch den Arbeitgeber zur Absicherung des eigenen Risikos führt beim Arbeitnehmer nicht zu Ar- beitslohn. Dies hat jetzt der Bundesfinanzhof (BFH) in zwei Fällen entschieden, die eine Rechtsanwalts-GmbH und deren Rechtsanwälte sowie ein Krankenhaus und dessen Klinikärzte betrafen. Hintergrund: Zum Arbeitslohn gehören auch geldwerte Vorteile, wenn sie für die Arbeitsleistung gewährt werden. Streitfälle: Im ersten Fall ging es um eine Rechtsanwalts- GmbH, die auf ihren Namen eine Berufshaftpflichtversiche- rung abgeschlossen hatte. Damit waren die Risiken aus der Tätigkeit der GmbH abgedeckt, wenn der Schaden durch die GmbH oder einen ihrer Angestellten verursacht wurde. Im Versicherungsschein waren die einzelnen Rechtsanwäl- te und der auf sie entfallende Anteil der Versicherungsprä- mie genannt. Im zweiten Fall hatte ein Krankenhaus eine Betriebshaft- pflichtversicherung im eigenen Namen abgeschlossen. Diese Versicherung deckte das Haftungsrisiko des Kran- kenhauses aus ärztlichen Behandlungsfehlern ab. Das Finanzamt sah sowohl in der Berufshaftpflichtversiche- rung der Rechtsanwalts-GmbH als auch in der Betriebs- haftpflichtversicherung des Krankenhauses einen lohn- steuerpflichtigen Vorteil für die Anwälte bzw. Ärzte und nahm die Anwalts-GmbH sowie das Krankenhaus für die Lohnsteuer in Haftung. Entscheidung: Der BFH gab den Klagen statt:  Beide Versicherungen dienten jeweils dem eigenen Versi- cherungsschutz des Arbeitgebers; insoweit war es uner- heblich, dass im Versicherungsschein auch die einzelnen Arbeitnehmer aufgeführt waren. Denn es ging um die Ab- sicherung der Rechtsanwalts-GmbH bzw. des Kranken- hauses. Die Haftpflichtversicherungen waren zudem ge- setzlich vorgeschrieben, so dass weder die Rechtsan- walts-GmbH noch das Krankenhaus ohne Haftpflichtver- sicherung hätten tätig werden dürfen.  Die Haftpflichtrisiken der angestellten Anwälte bzw. Ärzte waren durch die Versicherungen nicht abgedeckt. Zwar verfügten die angestellten Rechtsanwälte auch über eine eigene Haftpflichtversicherung, für die die Rechtsanwalts- GmbH die Prämien übernommen hatte; hierfür hatte die GmbH aber auch Lohnsteuer abgeführt.
  5. 5. DIE MANDANTEN I INFORMATION Alle Beiträge sind nach bestem Wissen erstellt. Eine Haftung für den Inhalt kann jedoch nicht übernommen werden. Hinweis: Zwar kommt die eigene Haftpflichtversicherung des Arbeitgebers den Arbeitnehmern auch mittelbar zu Gute, weil dadurch ihr eigenes Risiko, in Anspruch ge- nommen zu werden, sinkt, und weil sie dann die Haftungs- summe bei Abschluss einer eigenen Haftpflichtversiche- rung geringer halten können. Dies ist aber nur eine sog. Reflexwirkung und begründet keinen eigenständigen lohn- steuerlichen Vorteil. Schließt der Arbeitnehmer eine eigene Haftpflichtversicherung ab und übernimmt der Arbeitgeber die Versicherungsprämien, ist dies lohnsteuerpflichtig. Wirtschaftsrecht Förderung des Mietwohnungsneubaus Die Bundesregierung will den Mietwohnungsbau besonders in Gebieten mit angespannter Wohnungslage fördern. Hier- zu hat sie einen Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus vorgelegt, mit dem eine neue Sonderabschreibungsmöglichkeit eingeführt werden soll. Die wesentlichen Eckpunkte:  Begünstigt werden soll die Anschaffung oder Herstellung neuer Gebäude oder Eigentumswohnungen, soweit sie mindestens zehn Jahre nach deren Anschaffung oder Herstellung zu Wohnzwecken entgeltlich überlassen wer- den. Ein Verstoß gegen die Nutzungsvoraussetzung führt zur rückwirkenden Versagung der Sonderabschreibung.  Die Sonderabschreibung soll im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in dem darauf folgenden Jahr bis zu 10 % betragen. Im dritten Jahr sollen es bis zu 9 % sein. Somit können innerhalb dieses Begünstigungszeitraums mit der „normalen“ Abschreibung insgesamt bis zu 35 % der Herstellungskosten steuerlich berücksichtigt werden.  Begünstigt werden sollen Investitionen, für die zwischen dem 1. 1. 2016 und dem 31. 12. 2018 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt wird. Die Inanspruchnahme der Sonderabschreibung soll letztmalig im Jahr 2022 möglich sein.  Die Sonderabschreibung ist begrenzt auf maximal 2.000 € je Quadratmeter Wohnfläche. Eine weitere Grenze gibt es bei den Baukosten: Hier ist die Förderung auf solche Baumaßnahmen begrenzt, bei denen die abschreibungs- fähigen Herstellungskosten nicht mehr als 3.000 € je Quadratmeter Wohnfläche betragen.  Zudem soll die Sonderabschreibung nicht flächende- ckend, sondern nur in Gebieten mit angespannten Woh- nungsmärkten gelten. Dies sind ausgewiesene Förderge- biete, welche an die Mietenstufen des Wohngelds (Mie- tenstufen IV bis VI) anknüpfen sowie Gebiete mit Miet- preisbremse und mit abgesenkter Kappungsgrenze. Hinweis: Das Gesetz muss noch das weitere parlamentari- sche Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Auch steht das Gesetz in beihilferechtlicher Hinsicht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Kommission. Immobilienkredite: Ende des ewigen Widerrufsrechts Der Bundesrat hat mit seiner Zustimmung zum Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften am 26. 2. 2016 eine Regelung zur Beendigung des sogenannten ewigen Widerrufsrechts bei Verbraucherimmobiliendarlehensver- trägen beschlossen. Danach erlischt künftig das Widerrufs- recht bei Verbraucherimmobiliendarlehensverträgen spä- testens nach einem Jahr und 14 Tagen nach Abschluss des Vertrags. Für Altverträge, die zwischen dem 1. 9. 2002 und dem 10. 6. 2010 geschlossen wurden und deren Widerrufsbe- lehrung fehlerhaft ist, gilt das Widerrufsrecht nicht mehr wie bisher unbegrenzt. Das Gesetz sieht ein Ende des Wider- rufsrechts mit Ablauf des 21. 6. 2016 vor. Zwar haben die Länder Nordrhein-Westfalen und Branden- burg bei Verabschiedung des Gesetzes in einer begleiten- den Entschließung gefordert, diese Frist um ein Jahr zu verlängern. Ob dieser Vorschlag allerdings noch Eingang in ein neues Gesetzgebungsverfahren finden wird, ist offen. Hinweis: Sofern Sie den Widerruf Ihres alten Immobilien- kredits in Betracht ziehen, sollten Sie spätestens jetzt alle notwendigen Schritte in die Wege leiten. Lassen Sie die Klauseln in Ihrem Vertrag überprüfen. Bedenken Sie, dass Sie Ihre Rechte nicht sofort und oft nur mit anwaltlicher Unterstützung durchsetzen können. Auch um eine An- schlussfinanzierung werden Sie sich in den meisten Fällen kümmern müssen.
  6. 6. DIE MANDANTEN I INFORMATION   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   Friedrich und Partner GbR Steuerberater Dauthendeystr. 2 81377 München Tel.: (089) 714 58 56 Fax: (089) 718 49 1 E-Mail: info@steuerkanzlei-friedrich.de Internet: www.steuerkanzlei-friedrich.de © 2016 Friedrich und Partner GbR Steuerberater

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