Pharmadialog der Bundesregierung: 
PERSPEKTIVEN für den Generikastandort 
Deutschland 
Generikaunternehmen versorgen Deuts...
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Fragen an Lutz Stroppe 
Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit 
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HEXAL AG, Holzkirchen 
Hexal entwickelt, produziert und vermarktet moderne 
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STADA Arzneimittel AG, bad vilbel 
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Teva/ratiopharm, Berlin/ulm 
Teva zählt zu den zehn weltweit größten Pharmafirmen und ist 
Weltmarktführer unter den Ge...
Fazit 7 
fazit: Versorgung lässt sich 
nicht outsourcen 
Generikaunternehmen in Deutschland weisen eine eindrucks-volle 
L...
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Pro Generika-Newsletter profil 02/2014

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Mit dem Start des sogenannten Pharmadialogs am 15.09.2014 setzt die Bundesregierung ihre Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Im Pharmadialog soll bis 2016 beraten werden, wie der Forschungs- und Produktionsstandort Deutschland gestärkt werden kann.

Pro Generika widmet daher die aktuelle Ausgabe des Newsletters profil dem Generikastandort Deutschland.

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Pro Generika-Newsletter profil 02/2014

  1. 1. Pharmadialog der Bundesregierung: PERSPEKTIVEN für den Generikastandort Deutschland Generikaunternehmen versorgen Deutschland mit Arzneimitteln. Und viele produzieren hier. Beispielhaft stellt das profil vier Unternehmen vor – und die Herausforderungen des Standorts. 2. Ausgabe 2014 | Newsletter von Pro Generika Berlin HILDEN Rudolstadt PFAFFENHOFEN Wernigerode Osterweddingen Barleben Leverkusen Bad Homburg Bad Vilbel Darmstadt Gerlingen Puchheim München Laichingen Blaubeuren Ulm Oberhaching Holzkirchen Interview: „Was kann der Pharmadialog leisten?“ Fragen an Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit Thema: Pharmastandort Deutschland – Die Leistungsbilanz von GenerikaUnternehmen Fazit: Versorgung lässt sich nicht outsourceN
  2. 2. 2 was kann der pharmadialog leisten? Fragen an Lutz Stroppe Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit Herr Staatssekretär, die Bundesregierung hat Pro Generika, die anderen Pharmaverbände, Gewerkschaft und Forschungs-einrichtungen zum „Pharma-Dialog“ eingeladen. Was waren die ausschlaggebenden Gründe, den Pharma-Dialog zum For-schungs- und Produktionsstandort Deutschland zu starten? Die Pharmaindustrie zählt zu den innovativsten Wirtschafts-zweigen unseres Landes. Sie steht für Fortschritt und hoch produktive Arbeitsplätze. Zugleich verbindet die Bevölkerung große Hoffnung mit der Branche, wenn es darum geht, neue Wirkstoffe und Therapien für Krankheiten zu entwickeln. Aber es gibt auch zahlreiche Herausforderungen, die wir nur im Schulterschluss von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik meistern können. Dazu zählen eine Vielzahl an Erkrankungen, für die gar keine Therapien verfügbar sind. Die Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen und fehlende Antibiotika erschweren die erfolgreiche Behandlung bakterieller Infektionen. Und auch zeitweilige Lieferengpässe bei einzelnen Arzneimitteln und Impfstoffen stellen uns vor Probleme. Im Dialog mit Vertretern der Industrie, Wissenschaft und Gewerkschaft wollen wir ein gemeinsames Verständnis über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen entwickeln und offen diskutieren, um so die Voraussetzungen für gemeinsam getragene Lösungen zu schaffen. Dabei müssen sowohl die notwendigen Grundlagen für Investitionen, Innovationen und gute Beschäftigung am Pharma-Standort Deutschland adressiert werden als auch die Erfordernisse eines solidarischen und nachhaltig finanzierbaren Gesundheitssystems. Deutschland ist trotz hohem Preis- und Rabattdruck bei Gene-rika und trotz Globalisierung ein wichtiger Standort für die Produktion von Generika. Welche Bedeutung sowohl hinsicht-lich der Versorgung als auch als Wirtschaftsfaktor misst die Bundesregierung der heimischen Produktion von Generika bei? Die Generika-Unternehmen sind wichtige Impulsgeber für die deutsche Wirtschaft und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Dies kommt im hohen Anteil verordneter Generika zum Ausdruck. Gleichzeitig tragen sie wesentlich zur Wirtschaftlichkeit der Arzneimittel-versorgung und damit zur nachhaltigen Finanzierung unseres Gesundheitssystems bei. Wir brauchen die Generika-Unterneh-men als verlässliche Partner im Gesundheitswesen. Im Dialog wollen wir ausloten, wie wir die Rahmenbedingungen für die Staatssekretär Lutz Stroppe Interview Produktion von Arzneimitteln in Deutschland weiter verbessern können. Ziel ist es, Lösungsansätze zu finden, die dazu beitragen, dass der Standort Deutschland mit seinen vielen Stärken im globalen Wettbewerb weiterhin attraktiv bleibt. Es ist proble-matisch, dass sich die Arzneimittel- oder Wirkstoffproduktion teilweise auf wenige Produktionsstätten konzentriert, die welt-weit die Versorgung sicherstellen müssen. So kann es immer wieder zu größeren Lieferengpässen kommen, wenn diese Produktionsstätten zeitweise ausfallen. Was kann und sollte der Pharma-Dialog Ihrer Meinung nach hinsichtlich der Förderung der Produktion von Generika in Deutschland leisten? Ich kann und will dem Ergebnis des Dialogs nicht vorgreifen. Wir werden die Themen offen diskutieren. Uns ist daran gelegen, auf Grundlage einer gemeinsamen Analyse auf Lösungen hinzuwirken, die auch in Zukunft die Sicherstellung der Versor-gung mit Arzneimitteln gewährleisten, den Standort Deutsch-land mit der gesamten Wertschöpfungskette in den Bereichen Entwicklung, Forschung und Produktion weiter stärken und dabei die finanzielle Stabilität der Gesetzlichen Kranken-versicherung im Auge behalten. Wir danken Herrn Staatssekretär Stroppe für das Interview.
  3. 3. Thema 3 aristo Pharma gmbh, Berlin Zusammengenommen lag die Produktionskapazität aller Stand-orte im vergangenen Jahr bei über 2,5 Mrd. Tabletten und mehr als 1.000 Tonnen Liquida. Der Standort Deutschland besticht durch die hohe Qualifizie-rung der Fachkräfte und eine sehr gute Infrastruktur. Dagegen stehen – auch in Relation zu anderen EU-Staaten – vergleichs-weise hohe Kosten sowie eine durch Rabattverträge geprägte Arzneimittelpolitik, die die wirtschaftliche Situation der Unter-nehmen erheblich negativ beeinflusst. Vom Pharmadialog erwartet Aristo Pharma vor diesem Hintergrund nachhaltige Impulse, damit es sich das Unternehmen auch in Zukunft noch leisten kann, weiterhin in Deutschland zu produzieren. 2008 in Berlin gegründet, ist Aristo Pharma heute ein klassisches mittelständisches pharmazeutisches Unterneh-men. Das Unternehmen setzt auf qualifizierte Mitarbeiter, kurze Entscheidungswege – und kurze Lieferzeiten. Aristo Pharma entwickelt und produziert moderne Generika sowie innovative Arzneimittel. Zum Portfolio gehören rezeptfreie und verschreibungspflichtige Generika auf Basis der wichtigsten Arzneiwirkstoffe für alle großen Therapiegebiete. Über Partner-unternehmen verfügt Aristo Pharma darüber hinaus über eine langjährige Kompetenz im Bereich der pflanzlichen Arzneimittel. Aristo Pharma bekennt sich nachdrücklich zum Pharma-standort Deutschland und beschäftigt insgesamt 712 Mitarbei-terinnen und Mitarbeiter, von denen ca. 500 in Produktion und Entwicklung tätig sind. Mit zwei Produktionsstandorten in Berlin sowie jeweils einem in Hilden und in Wernigerode gehört Aristo Pharma zu den pharmazeutischen Herstellern, deren Produkte „Made in Germany“ sind. Alle vier Produktions-standorte wurden in den letzten Jahren modernisiert und ausgebaut, sodass die Produktion nach dem neuesten Stand der Technik erfolgt. Besonderen Wert legt Aristo Pharma auf den Schutz der Mitarbeiter und der Umwelt. An allen Stand-orten wird nach den strengen Richtlinien der „Good Manufactu-ring Practice“ (GMP) gearbeitet. Die Produktionsstandorte sind auf die Herstellung unterschied-licher Arzneiformen spezialisiert. In Berlin-Wittenau sind dies feste Darreichungsformen. Hier werden inklusive Lohnher-stellung im Dreischichtbetrieb jährlich rund 1 Mrd. Tabletten, Dragees und Kapseln hergestellt. Beim Produktionsstandort Berlin-Lichterfelde steht die Herstellung von Cephalosporinen, d.h. einer Gruppe von Breitbandantibiotika, im Vordergrund. In Wernigerode werden neben festen Darreichungsformen vor allem Salben, Cremes und Gele sowie Tropfen, Säfte, Extrakte und Sprays produziert. Dagegen ist der Produktionsstandort Hilden auf die Produktion von Sachets (Pulverbeutel) und von Hormonpräparaten spezialisiert. Mit einer Produktionsleistung von mehr als 250 Mio. Sachets jährlich verfügt Aristo Pharma über einen der größten Sachethersteller in Deutschland im Bereich Pharmaverpackung. Darüber hinaus wird in Hilden die Analytik von Hormon-Präparaten und Zytostatika durchgeführt. « Alle vier Produktions-standorte wurden in den letzten Jahren moder-nisiert und ausgebaut, sodass die Produktion nach dem neuesten Stand der Technik erfolgt. »
  4. 4. 4 HEXAL AG, Holzkirchen Hexal entwickelt, produziert und vermarktet moderne patentfreie Arzneimittel sowie komplexe innovative Phar-mazeutika. Hexal bietet mehr als 400 Wirkstoffe in rund 7.000 pharmazeutischen Produkten an und versorgt Deutsch-land mit rund 200 Mio. Arzneimittelpackungen pro Jahr. Arzneimittel von Hexal sind in einem breiten wie tiefen Sor-timent verfügbar. Die Produkte werden auf Basis bewährter Wirkstoffe gezielt weiterentwickelt. So bietet Hexal bei-spielsweise neue Wirkstärken und optimierte Darrei-chungsformen an. Die breite Produktpalette reicht von OTC bis zu hochkomplexen biotechnologisch hergestellten Arz-neimitteln. Hexal beschäftigt in Deutschland an sechs Standorten rund 3.700 Mitarbeiter, davon allein 1.500 in Forschung, Entwick-lung und Produktion. Die Firmenzentrale befindet sich in Holzkirchen bei München. Weitere Standorte sind Barleben, Osterweddingen, Gerlingen, Rudolstadt und Oberhaching. Jeder Standort hat ein spezielles Profil. Während in Holz-kirchen die Entwicklung und Produktion von transdermalen therapeutischen Systemen und Implantaten erfolgt, kon-zentriert sich Rudolstadt auf die Entwicklung und Fertigung von Aerosolen. Hier werden jährlich mehr als 13 Mio. Asth-masprays, Trockenpulverinhalatoren und Augentropfen produziert, in Barleben und Osterweddingen rund 10 Mrd. Kapseln und Tabletten. Die Produktion erfolgt für den deut-schen Markt und den Export in über 75 Länder. In alle Standorte wurde und wird viel investiert. So konnte z. B. das „Center of Excellence“ in Rudolstadt durch Investi-tionen von insgesamt 65 Mio. Euro die Zahl seiner Mitarbei-ter in zehn Jahren auf 360 versechsfachen. In Sachsen- Anhalt erfolgte durch Investitionen in Höhe von ca. 400 Mio. Euro über zehn Jahre ein Ausbau und die Modernisierung der Werke. Zeitgleich stieg die Mitarbeiterzahl von 200 in 1992 auf 1.500 in 2012. Der Standort Deutschland bietet viele Vorteile, um den Ansprüchen des Unternehmens an Qualität und Sicherheit gerecht zu werden. Dazu zählen die Infrastruktur, das Bildungssystem, die wissenschaftlichen Einrichtungen und eine funktionierende öffentliche Verwaltung. Hexal ist Teil der global agierenden Sandoz-Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 30 Produktionsstandorten. Diese stehen untereinander im Wettbewerb um Aufträge und Investitio-nen. Hier kann Deutschland mit oben genannten positiven Faktoren punkten. Dagegen stehen aber auch einige negative Aspekte wie hohe Abgaben und steigende Energiekosten. Von großer Bedeutung für Investitionsentscheidungen sind die Rahmenbedingungen für die eigenen geschäftlichen Aktivitäten. Heute prägen in Deutschland Wirkstoffaus-schreibungen und daraus folgende Rabattverträge den Markt der patentfreien Arzneimittel. Dieses Modell bringt gerade für Pharmaunternehmen, die sich als große Versor-gungsunternehmen verstehen, erhebliche Nachteile mit sich. Im unternehmensinternen Wettbewerb um Investi-tionen vermindert das die Chancen von deutschen Stand-orten. Vom Pharmadialog erwartet Hexal Lösungsvor-schläge für diese Probleme. « In Sachsen-Anhalt erfolgte durch Investitionen in Höhe von ca. 400 Mio. Euro über zehn Jahre ein Ausbau und die Modernisierung der Werke. Zeitgleich stieg die Mitarbeiterzahl von 200 in 1992 auf 1.500 in 2012. » Thema
  5. 5. 5 STADA Arzneimittel AG, bad vilbel Die STADA Arzneimittel AG ist ein börsennotiertes Unter-nehmen mit Sitz im hessischen Bad Vilbel. Innerhalb des Gesundheits- und Pharmamarkts ist das Geschäftsmodell des Konzerns auf Produkte mit patentfreien pharmazeutischen Wirkstoffen in den beiden Kernsegmenten Generika und Markenprodukte ausgerichtet. STADA wurde vor fast 120 Jahren durch Apotheker gegründet und entwickelte sich in den vergan-genen 20 Jahren von einem kleinen Regionalunternehmen mit rund 100 Mio. Euro Umsatz und circa 600 Beschäftigten zu einem internationalen Pharmakonzern, dessen Umsatz derzeit bei über zwei Mrd. Euro liegt und der in 41 Ländern mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Im Rahmen seiner aktiven Akquisitionspolitik verfolgt das Unternehmen eine Mehrsäulenstrategie, die auf eine zunehmende Diversifizierung setzt. Dabei steht zum einen die regionale Erweiterung der Geschäftsaktivitäten mit dem Fokus auf wachstumsstarke Schwellenländer im Vordergrund. Zum anderen konzentriert sich der Konzern auf den Ausbau und die Internationalisierung des Markenproduktsegments. In Deutschland arbeiten derzeit rund 1.300 Beschäftigte für STADA. Die Tochtergesellschaft ALIUD PHARMA verfügt über ein Sortiment von rund 600 ebenso preisgünstigen wie hoch-wertigen Generika und verkaufte allein im letzten Jahr circa 60 Mio. Packungen. Das Portfolio der ebenfalls zur STADA-Gruppe gehörenden cell pharm reicht von Spezialtherapeutika für die Onkologie und die Nephrologie bis hin zu innovativen Biosimi-lars. Die beiden Tochtergesellschaften STADAvita und STADA GmbH sind im Bereich Gesundheitsvorsorge bzw. mit kurativen OTC-Produkten im deutschen Markt erfolgreich. Auch mit seiner inzwischen internationalen Ausrichtung fühlt sich STADA als Traditionsunternehmen mit deutschen Wurzeln einem hohen Qualitätsstandard seiner Produkte und Dienst-leistungen verpflichtet. Der einzige große unabhängige Gene-rika- Hersteller in Deutschland produziert den weitaus größten Teil seiner Produkte in Europa. An den deutschen Produktions-standorten Bad Vilbel und Pfaffenhofen arbeiten über 160 Mit-arbeiterinnen und Mitarbeiter an der Herstellung von Tabletten, Kapseln sowie Salben und Liquida. Insbesondere bei den Tab-letten und Kapseln steigt das Produktionsvolumen kontinuier-lich. In den letzten Jahren nahm die Zahl der in Deutschland hergestellten Blister um 24 % zu. Auch bei den immer wichtiger werdenden Biosimilars setzt STADA auf den deutschen Standort: Das am meisten verkaufte Biosimilar von STADA wird in Deutschland produziert. Aufgrund der schwierigen lokalen Rahmenbedingungen, die aus dem intensiven Wettbewerb bei Ausschreibungen von Rabattverträgen der gesetzlichen Krankenkassen resultieren, ist der von STADA mit Generika in Deutschland erzielte Umsatz zwar rückläufig. Ungeachtet dessen ist das Unternehmen im deutschen Markt jedoch unverändert die klare Nummer drei. Um auf den zunehmenden Kostendruck zu reagieren, der in Deutschland auf Generika lastet, hat STADA vor kurzem ent-schieden, sich nur noch mit einer Tochtergesellschaft anstelle von bislang zweien an den im deutschen Markt ausgeschriebe-nen Rabattverträgen zu beteiligen. Darüber hinaus plant STADA, seine deutschen Logistikaktivitäten abzugeben, um seine Kostenstruktur zu optimieren und sich mehr denn je auf sein Kerngeschäft konzentrieren zu können. Unter Wachstums- und Margengesichtspunkten fokussiert sich der Konzern zuneh-mend auf das Markenproduktgeschäft – sowohl in Deutschland als auch international. Thema « Auch mit seiner inzwischen internationa-len Ausrichtung fühlt sich STADA als Traditionsunter-nehmen mit deutschen Wurzeln einem hohen Qualitätsstandard seiner Produkte und Dienst-leistungen verpflichtet. »
  6. 6. 6 Teva/ratiopharm, Berlin/ulm Teva zählt zu den zehn weltweit größten Pharmafirmen und ist Weltmarktführer unter den Generikaunternehmen. Der global agierende Konzern, mit Firmensitz in Israel, entwickelt, produ-ziert und vertreibt innovative Arzneimittel, Generika, freiver-käufliche Medikamente sowie pharmazeutische Wirkstoffe. Auch in Deutschland ist Teva breit aufgestellt. Das deutsche Generikageschäft ist in Ulm konzentriert. Dort befindet sich auch die Zentrale der zu Teva gehörenden ratiopharm. Die Marken AbZ Pharma und CT Arzneimittel verstärken das Gene-rikageschäft der Gruppe. Die Vermarktung aller patentge-schützten und Markenarzneimittel erfolgt durch die Teva Specialty Medicines vom Standort Berlin aus. Mit 21 Anlagen zur Wirkstoffherstellung ist Teva eines der führenden Unternehmen auf diesem Sektor. Aktuell umfasst das eigene Portfolio 1.000 Moleküle. Insgesamt hat das Unter-nehmen weltweit 73 Produktionsanlagen. Durch die Übernahme von ratiopharm kann Teva in Deutschland auf mehr als 100 Jahre Erfahrung in der Arznei-mittelproduktion zurückgreifen. Neben der Fertigung von chemischen Arzneimitteln wurde in Ulm auch eine Herstel-lungsanlage für biopharmazeutische Wirkstoffe und bio-pharmazeutische Endprodukte realisiert. Großen Stellen-wert besitzt die Sicherung der pharmazeutischen und therapeutischen Qualität. Etwa 1.600 der insgesamt rund 3.140 Mitarbeiter in Deutschland sind in der Produktion und der Qualitätssicherung beschäftigt. Die Produktion der Teva in Deutschland zeichnet sich an ihren Standorten Ulm und Blaubeuren/Weiler durch eine hohe Spezialisierung und Technologisierung aus. Innerhalb des Konzerns ist der Produktionsstandort Deutschland führend in den Bereichen der Feststofftechnologie, im sterilen Bereich bei der Ampullenfertigung sowie bei der aseptischen Herstellung von Nasensprays. Insgesamt wurden von der Fertigung in Deutschland im vergangenen Jahr 320 Mio. Packungen Arznei-mittel produziert. Das sind unter anderem rund acht Mrd. Tab-letten und Kapseln, drei Mio. Liter flüssige Arzneimittel, gut 1.000 Tonnen Salben und über 139 Mio. Stück sterile Arznei-mittel. Allein für den Neubau der Sterilfertigung in Blaubeuren/ Weiler, der seit 2013 operativ genutzt wird, wurden knapp 30 Mio. Euro investiert. Bei der Entwicklung neuer Generika ist der Standort Ulm zentral. Alle gesamteuropäischen Entwicklungsaktivitäten sind dazu in Ulm gebündelt. Über 300 Forschungs- und Entwick-lungsprojekte befinden sich derzeit in der Pipeline. Im Wettbewerb der Standorte überzeugt Deutschland durch die gute Qualifikation der Mitarbeiter und seine Infrastruktur. Dagegen stehen hohe Abgaben und eine durch Wirkstoffaus-schreibungen und Rabattverträge geprägte Arzneimittelpolitik. Vom Pharmadialog erwartet Teva/ratiopharm hier überzeu-gende Antworten auf diese Problemfelder. « Durch die Übernahme von ratiopharm kann Teva in Deutschland auf mehr als 100 Jahre Erfahrung in der Arzneimittelproduktion zurückgreifen. » Thema
  7. 7. Fazit 7 fazit: Versorgung lässt sich nicht outsourcen Generikaunternehmen in Deutschland weisen eine eindrucks-volle Leistungsbilanz aus: Sie decken 75 % des gesamten Arzneimittelbedarfs. Diese hohen Versorgungsanteile verzeich-nen Generika zwar auch in Großbritannien oder in den Nieder-landen – mit einem signifikanten Unterschied: Deutschland verfügt über eine im europäischen Vergleich starke produzie-rende Generikaindustrie. Die Bundesregierung hat mit dem Pharmadialog zum For-schungs- und Produktionsstandort einen Diskussionsprozess gestartet, an dessen Ende konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Pharmastandorts Deutschland stehen sollen. Forschung für neue Arzneimittel ist essentiell, um die Hoffnun-gen von Patientinnen und Patienten auf wirksame Therapien zu erfüllen. Hierfür bietet Deutschland gute Rahmenbedingungen. Verbesserungen tun aber Not. Die erste Sitzung des Pharma-dialogs wird bereits Anfang 2015 mit zahlreichen Vertretern der Wissenschaft ihren Schwerpunkt auf Forschungsthemen legen. Um den Dialogprozess aber auch zum Erfolg für die Sicherung der künftigen Arzneimittelversorgung in Deutschland werden zu lassen, brauchen wir im Pharmadialog eine Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette. Denn Arzneimitteltherapien erreichen ihren vollen Wert erst dann, wenn sie in der Versor-gung ankommen und diese für das deutsche Gesundheitssys-tem nachhaltig bezahlbar bleibt. Versorgung braucht daher starke Produktionskapazitäten, auch in Deutschland. Bei der Arzneimittelversorgung der vergangenen Jahre zeigt sich, dass der Anteil patentgeschützter Arzneimittel an der Versorgung von 11 % im Jahr 2009 auf 6 % im Jahr 2013 stetig abgenommen hat. Der Anteil der Generika- und Biosimilarun-ternehmen hat hingegen von 67 % auf 75 % kontinuierlich zuge-nommen. Generikaunternehmen haben immer stärker die Rolle der Versorger in Deutschland übernommen. Und Generikaunternehmen produzieren in Deutschland. Allein zwei der europaweit größten Produktionsstätten überhaupt befinden sich in Deutschland. Ob in Ulm, Barleben bei Magde-burg, Rudolstadt in Thüringen, in Holzkirchen, Bad Vilbel oder Berlin: Generikaunternehmen schätzen die guten Ausgangsbe-dingungen für die Produktion in Deutschland. Vor allem sind das sehr gut ausgebildete Mitarbeiter, die moderne Infrastruktur, der leistungsfähige deutsche Maschi-nenbau, zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen und zuver-lässige Zulieferer. Der Standort Deutschland zeigt seine beson-dere Stärke bei sogenannten difficult to make-Produkten, also bei Arzneimitteln, deren Produktion besonders komplexe Anfor-derungen an den Produktionsprozess stellen, etwa bei Biosimi-lars, Inhalern und injizierbaren Arzneimitteln. Gleichzeitig aber hat sich die Arzneimittelproduktion, auch getrieben von dem in den vergangenen Jahren immer weiter gesteigerten Kostendruck auf Generika in Deutschland, inter-nationalisiert und fokussiert. Zudem steigt der weltweite Bedarf an Arzneimitteln an und nimmt der internationale Wettbewerb um Investitionen in modernste Produktionskapazitäten zu. In Deutschland wird es für viele Generika- und Biosimilarunter-nehmen schwerer, Investitionen für den Ausbau bzw. die Erwei-terung von Produktionsanlagen nach Deutschland zu holen. Der Aufwand, den Unternehmen betreiben, um jederzeit bedarfsgerecht und zu höchster Qualität in Deutschland produ-zieren zu können, steht in einem drastischen Gegensatz zu der Entwertung von Arzneimitteln durch die Rabattverträge der Krankenkassen. Was dort zählt, ist einzig und allein der tiefste Preis bzw. der höchste Rabatt. Für Arzneimittel, eben kein Gut wie jedes andere, ein falscher Ansatz. Rabattverträge sind damit im Grunde ein Programm zur De- Industrialisierung. Das bedeutet, dass man an Rabattverträgen bereits „erfolgreich“ teilnehmen kann, wenn man gar kein Unternehmen im klassischen Sinne ist. Zwei Personen, ein internetfähiger PC und der Besitz einer Handvoll Arzneimittel-zulassungen reichen aus. Vermutlich ist es gerade nicht dieses Geschäftsmodell, das mit dem Pharmadialog gestärkt werden soll. Wer etwas für die Versorgungssicherheit tun will, muss im Pharmadialog vor allem über den Produktionsstandort Deutschland reden und konkrete Maßnahmen zum Erhalt und zum Ausbau der Produk-tionskapazitäten hierzulande ergreifen. Versorgung lässt sich nicht outsourcen.
  8. 8. Herausgeber Pro Generika e.V. | Unter den Linden 32-34 | 10117 Berlin Tel. +49(0)30 - 81 61 60 9-0 | info@progenerika.de | www.progenerika.de Gestaltung Tack Design www.progenerika.de

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