NPK2015 - T. Kirpal: Der neue Expertenstandard Förderung der Mobilität

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am 17.09 referierte Thomas Kirpal, Produktmanager CGM SYSTEMA, auf dem 7. Niederrheinischen Pflegekongress im Florence Nightingale Saal.

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NPK2015 - T. Kirpal: Der neue Expertenstandard Förderung der Mobilität

  1. 1. Der neue Expertenstandard Förderung der Mobilität Anforderungen und Möglichkeiten zur Implementierung Herzlich willkommen zum Vortrag! 25.09.20151
  2. 2. DNQP Expertenstandard nach §113 „Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege“ 25.09.20152
  3. 3. Expertenstandards - Zusammenfassung 25.09.20153 Ziele: Definition des nationalen Qualitätsniveaus Vereinheitlichung pflegerischer Handlungen Ermöglichung der fachpraktischen Evaluation Inhalte: Beschreibung verbindlicher Qualitätsnormen auf der Struktur-, Prozess-, und Ergebnisebene Geltung: Innerhalb des Staatsgebietes (national), sobald eine Pflegekraft Verantwortung für einen Pflegeempfänger übernimmt, der ein bestimmtes, dem Standard zugeordnetes Pflegeproblem aufweist. Struktur Prozess Ergebnis
  4. 4. Das DNQP 25.09.20154 DNQP – Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege www.dnqp.de - neu: http://www.wiso.hs-osnabrueck.de/dnqp.html Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege; Fachhochschule Osnabrück; Leitung: Herr Prof. Dr. Andreas Büscher, Telefon: 0541 969-3591 E-Mail: buescher@wi.hs-osnabrueck.de Das DNQP ist verantwortlich für die bisherige Entwicklung und Aktualisierung
  5. 5. Neue Expertenstandards? 25.09.20155 Geschäftsstelle Expertenstandards Ab 2010 nach § 113a SGB XI: Geschäftsstelle Expertenstandards Angesiedelt beim GKV-Spitzenverband Stark administrativer Charakter Wird tätig durch Beauftragung der Vertragsparteien Aufgabenprofil Ausschreibungsverfahren Auftragserteilung Überwachung der Prozesse Berichtswesen
  6. 6. Expertenstandards in der Pflege 25.09.20156 Dekubitusprophylaxe (1. Aktualisierung 2010) 2. Aktualisierung in Vorbereitung Entlassungsmanagement (1. Aktualisierung Juli 2009) Schmerzmanagement bei akuten Schmerzen (1. Aktualisierung Dezember 2011) Schmerzmanagement bei chronischen Schmerzen (2015) Sturzprophylaxe (1. Aktualisierung Januar 2013) Förderung der Harnkontinenz (April 2007) -> derzeit in der Überarbeitung Pflege von Menschen mit chronischen Wunden (Juni 2009) (Akt. Herbst 2015) Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung (Mai 2010) Erhaltung und Förderung der Mobilität (§113) Pflege von Menschen mit Demenz (Start 2016)
  7. 7. Aufbau der Expertenstandards 25.09.20157 1. Standardaussage 2. Begründung 3. Umsetzungsebenen Struktur Prozess Ergebnis S … P … E …
  8. 8. Erhaltung und Förderung der Mobilität 25.09.20158 Zielsetzung des Standards Jeder pflegebedürftige Mensch erhält eine pflegerische Unterstützung, die zur Erhaltung und/oder zur Förderung der Mobilität beiträgt
  9. 9. Erhaltung und Förderung der Mobilität 25.09.20159 Begründung Eine eingeschränkte Mobilität ist ein Risiko für pflegebedürftige Menschen. Sie kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität bis hin zu einer Ortsfixierung du Bettlägerigkeit führen und mit dem Risiko weiterer gesundheitlicher Beeinträchtigungen (wie z. B. Dekubitus, Sturz) einhergehen Durch eine regelmäßige Einschätzung des Mobilitätsstatus, differenzierte Informations- und Edukationsangebote, eine motivierende und mobilitätsfördernde Umgebungsgestaltung, das Angebot sowie die Koordination zielgerichteter, die Eigenaktivität fördernder Maßnahmen kann zur Erhaltung und Förderung der Mobilität beigetragen werden Eine so verstandene pflegerische Unterstützung hat gesundheitsfördernden Charakter und ist Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe pflegebedürftiger Menschen
  10. 10. Förderung der Mobilität - Ebene 1 25.09.201510 Struktur Prozess Ergebnis S1 Die Pflegefachkraft verfügt über die Kompetenz, die Mobilität des pflegebedürftigen Menschen, Gründe für Mobilitätsbeeinträchtigungen sowie Umgebungsmerkmale, die für die Mobilität relevant sind, einzuschätzen P1 Die Pflegefachkraft schätzt zu Beginn des pflegerischen Auftrags die Mobilität des pflegebedürftigen Menschen sowie Probleme und Ressourcen im Zusammenhang mit der Erhaltung und der Förderung der Mobilität ein. Sie wiederholt die Einschätzung regelmäßig in individuell festzulegenden Abständen sowie bei Veränderungen der gesundheitlichen Situation. E1 Eine aktuelle Einschätzung der vorhandenen Mobilität und möglicher Probleme und Ressourcen im Zusammenhang mit der Mobilität liegen vor. Der Verlauf des Mobilitätsstatus ist abgebildet.
  11. 11. Förderung der Mobilität - Ebene 1 25.09.201511 Relevante Aussagen S1 … keine gesonderte Identifizierung von Risikogruppen notwendig … es existiert kein Instrument mit dem sich alle Aspekte standardisiert erfassen ließen .. „Vor diesem Hintergrund muss die Pflegefachkraft in der Lage sein, das für den jeweiligen Verwendungszusammenhang passende Vorgehen auszuwählen und hierbei zu entscheiden, ob eine kriteriengeleitete pflegefachliche Einschätzung oder in der Einrichtung verfügbare Instrumente (bzw. Module verfügbarer Instrumente) eingesetzt werden sollen.“
  12. 12. Förderung der Mobilität - Ebene 1 25.09.201512 Relevante Aussagen P1 Folgende Aspekte sind bei einer kriteriengeleiteten Einschätzung zu berücksichtigen: Aktueller Status der Mobilität Selbständige Lagewechsel in liegender Position Selbständiges Halten einer aufrechten Sitzposition Selbständiger Transfer (aufstehen, sich hinsetzen, sich umsetzen) Selbständige Fortbewegung über kurze Strecken (Wohnräume) Selbständiges Treppensteigen Früherer Status der Mobilität (-> Biografie) Muster, Lebensgewohnheiten -> Verlaufsdarstellung
  13. 13. Förderung der Mobilität - Ebene 1 25.09.201513 Relevante Aussagen P1 Folgende Aspekte sind bei einer kriteriengeleiteten Einschätzung zu berücksichtigen: Individuelle körperliche Beeinträchtigungen und Ressourcen Schmerzen, Funktionsbeeinträchtigungen, Adipositas, etc. Individuelle kognitive und psychische Beeinträchtigungen und Ressourcen Emotionale Situation, Selbststeuerungskompetenz, Wirkungen von Psychopharmaka etc. Merkmale der materiellen und sozialen Umgebung Nutzung von Hilfsmitteln, Beschaffenheit der Umgebung etc. Erkrankungen und aktuell durchgeführte therapeutische Maßnahmen
  14. 14. Förderung der Mobilität - Ebene 1 25.09.201514 Relevante Aussagen P1 Diese sechs Kriterien können eine ausreichende Basis zur Einschätzung darstellen! „Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, spezifische Instrumente oder Testmethoden zur Einschätzung von Balance, Standsicherheit, Gehgeschwindigkeit oder ähnlichen Aspekten einzusetzen …“
  15. 15. Förderung der Mobilität - Ebene 1 25.09.201515 Relevante Aussagen P1 Bei der Auswahl der einzusetzenden Instrumente sollte in drei Versorgungssituationen unterschieden werden: Weitgehende Imobililtät Teilmobilität außerhalb des Bettes Mobilität außerhalb des Bettes
  16. 16. Förderung der Mobilität - Ebene 1 25.09.201516 Detaillierte Gelenkerfassung Eine „Detaillierte Gelenkerfassung“ hat für die Pflegepraxis keine Relevanz! Gabriele Meyer, Katrin Balzer, Sascha Köpke, Viel Lärm um Nichts. Pflegezeitschrift 2012, Jg. 65, Heft 7
  17. 17. Förderung der Mobilität - Ebene 2 25.09.201517 Struktur Prozess Ergebnis S2 Die Pflegefachkraft verfügt über die Kompetenz, den pflegebedürftigen Menschen und ggf. seine Angehörigen über die Bedeutung von Mobilität für die Gesundheit und den Erhalt von Selbständigkeit zu informieren und sie durch Beratung und Anleitung darin zu unterstützen, Maßnahmen der Erhaltung und Förderung der Mobilität in ihren Lebensalltag zu integrieren. P2 Die Pflegefachkraft bietet dem pflegebedürftigen Menschen und ggf. seinen Angehörigen Information, Beratung und Anleitung unter Berücksichtigung der bei der Einschätzung identifizierten Probleme und Ressourcen an. E2 Der pflegebedürftige Mensch und ggf. seine Angehörigen kennen Auswirkungen einer eingeschränkten Mobilität und Möglichkeiten zur Erhaltung und Förderung von Mobilität.
  18. 18. Förderung der Mobilität - Ebene 2 25.09.201518 Aussagen Expertenstandards „Beratung innerhalb pflegerischer Settings ist niemals gänzlich abgeschlossen, sondern ist als Prozess zu verstehen, der im Verlauf der pflegerischen Versorgung als Angebot erhalten werden soll.“ (DNQP 2013)
  19. 19. Förderung der Mobilität - Ebene 3 25.09.201519 Struktur Prozess Ergebnis S3a Die Pflegefachkraft verfügt über die Kompetenz zur Planung und Koordination von Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Mobilität. S3b Die Einrichtung stellt sicher, dass Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Mobilität fester Bestandteil des internen Qualitätsmanagements sind. P3 Die Pflegefachkraft plant und koordiniert in enger Absprache mit dem pflegebedürftigen Menschen und seinen Angehörigen individuelle Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Mobilität unter Berücksichtigung seiner Präferenzen und bindet bei Bedarf weitere Berufsgruppen mit ein. Sie sorgt für eine kontinuierliche Umsetzung des Maßnahmenplans. E3 Ein individueller Maßnahmenplan mit den vereinbarten Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Mobilität des pflegebedürftigen Menschen liegt vor.
  20. 20. Förderung der Mobilität - Ebene 3 25.09.201520 Passives Dehnen / Durchbewegen Für das passive Durchbewegen im Rahmen der Grundpflege konnten keine Studien identifiziert werden, die eine Wirksamkeit belegen Aktives Dehnen Regelmäßige Dehnübungen haben positive Effekte, vor allem in der Hüftregion (Evidenzgrad 1-2). Die Compliance bei älteren und demenzkranken Bewohnern ist häufig nicht gegeben. Aktivierend-rehabilitative Pflege Aktivierend-rehabilitative Pflege legt den Fokus auf eine Verhinderung des Verfalls der Funktionsfähigkeit des Patienten. Dieses Pflegekonzept versucht, den Menschen möglichst lange in einem optimalen funktionellen und körperlichen Zustand zu halten bzw. ihn wieder in diesen zu bringen.
  21. 21. Förderung der Mobilität - Ebene 3 25.09.201521
  22. 22. Förderung der Mobilität - Ebene 4 25.09.201522 Struktur Prozess Ergebnis S4a Die Einrichtung verfügt über personelle, materielle und räumliche Ressourcen für ein zielgruppenspezifisches Angebot mobilitätserhaltender und –fördernder Maßnahmen sowie für eine mobilitätsfördernde Umgebungsgestaltung. S4a Die Pflegefachkraft verfügt über Kompetenzen zur Ermöglichung und Durchführung von mobilitätsfördernden und - erhaltenden Maßnahmen P4 Die Pflegefachkraft unterbreitet dem pflegebedürftigen Menschen kontinuierlich Angebote zur Erhaltung und Förderung der Mobilität und führt die mit dem Pflegebedürftigen vereinbarten Maßnahmen durch. E4 Die Maßnahmen sind plangemäß durchgeführt und wirken sich positiv auf die Mobilität des pflegebedürftigen Menschen aus.
  23. 23. Förderung der Mobilität - Ebene 5 25.09.201523 Struktur Prozess Ergebnis S5 Die Pflegefachkraft verfügt über die Kompetenz, die Angemessenheit und Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen. P5 Die Pflegefachkraft überprüft gemeinsam mit dem pflegebedürftigen Menschen und ggf. seinen Angehörigen sowie weiteren an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen den Erfolg und die Angemessenheit der Maßnahmen. Bei Bedarf nimmt sie auf Grundlage einer erneuten Einschätzung Veränderungen am Maßnahmenplan vor. E5 Eine Evaluation der vereinbarten Maßnahmen liegt vor.
  24. 24. Förderung der Mobilität – Stand der Entwicklung 25.09.201524 DNQP: Der im Auftrag der Vertragsparteien nach § 113 SGB XI durch das DNQP entwickelte und konsentierte Expertenstandard "Erhaltung und Förderung der Mobilität" wurde im Juni 2014 an den GKV-Spitzenverband übergeben. GKV-Spitzenverband: Der Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege“ wird seit einigen Wochen bundesweit in 45 stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten unterschiedlicher Träger erprobt. Konkret geht es darum die Praxistauglichkeit und Wirksamkeit des Expertenstandards zu testen sowie die damit verbundenen Kosten zu ermitteln. Ergebnisse aus der modellhaften Umsetzung des Expertenstandards werden Ende 2016 erwartet. Auf dieser Basis entscheiden die Vertragspartner nach § 113 SGB XI dann über die verpflichtende bundesweite Umsetzung des Expertenstandards.
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  26. 26. 25.09.201526 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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