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Leseprobe Buch: „Blutroter Wahn “ bei Pax et Bonum Verlag Berlin

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Die rote Sonne flutete das Wasser. Ihr Licht färbte einen breiten Streifen rot, blutrot. Das Wasser war so warm, dass es dampfte. Dickflüssig klebte es an ihm und zog ihn hinab. So hatte sich Hauptkommissar Ralf Ziether seine Rückkehr ins Berliner Morddezernat auch nicht vorgestellt. Seine neue Kollegin, KHK Britt Bredehorst, übt Zurückhaltung, weil sie lieber selbst Leiterin der Mord 1 geworden wäre. Und schon ihr erster Fall konfrontiert ihn mit einer nicht bekannten Brutalität. Dazu ist die Leiche auch noch die Tochter des Berliner Kultursenators; die politische Brisanz legt ihnen unerwartet Steine in den Weg. Gemeinsam mit dem Leiter der Kriminaltechnik, Piet Wieczorek, irren die Kommissare auf der Suche nach der Wahrheit durch ein Labyrinth aus Drogen, Prostitution und brutalen Morden. Doch mit jedem neuen Puzzleteilchen scheint die Lösung in immer weitere Ferne zu rücken. Und mit jedem Schritt wächst die Gefahr, in den Strudel der Ereignisse hineingezogen zu werden. Mit »Blutroter Wahn«, dem ersten »Spreenebel«-Fall, ist Stephan Leenen ein Krimi gelungen, der die Brutalität des Verbrechens nicht als Mittel zum Zweck einsetzt, sondern zur steten und gleichzeitig subtilen Spannungssteigerung. So zieht die Handlung den Leser durch die packende Beschreibung in seinen Bann und lässt ihn die Arbeit der Polizei auf Augenhöhe des Ermittlerteams erleben.

Veröffentlicht in: Unterhaltung & Humor
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Leseprobe Buch: „Blutroter Wahn “ bei Pax et Bonum Verlag Berlin

  1. 1. §WKRIMIS ENTLANG DES BLAUEN BANDES , mm mm ~j—— ! I I. ‘ »n ‘K . 3. E I ‘. P. U"
  2. 2. »Wenn die Seele etvvas spfirt, was fijr sie und ihren Leib ungfinstig ist, zieht sie das Herz, die Leber und die Geféfle zusammen. So bildet sich in der Herzgegend gleichsam ein Nebel und hiillt das Herz in Dunke| .« Hildegard von Bingen ( I 098--I I 79), /ibtissin und Naturwissenschaftlerin Falschlicherweise wird Nebel zumeist britischen Kriminalromanen zugeschrieben, wohl eher aus meteorologischen Griinden. Und na- tiirlich der Spannung halber - denn Nebel verschluckt das Sichtbare und eréffnet der Phantasie grofien Raum. Aber nicht nur auf der britischen Insel ist das so; auch an den Gestaden der Spree kann sich Nebel ebenso schiitzend fiber ein Verbrechen legen wie er, sich lang- sam lichtend, den Blick letztlich doch auf Tat und Tater freigibt und auf diese Weise die unermiidliche Arbeit einer Mordkommission belohnt. Die »Spreenebel«-Kriminalromane von Stephan Leenen zielen direkt auf die Seele des Lesers und sorgen mit ihren fiktiven, abet doch realitéitsnahen Settings fiir jenes »ungute« Gefiihl in der Ma- gengegend, das es schwer macht, das Buch vor seinem Ende zur Seite zu legen. Geschickt versteht es der Autor, spannende Falle mit aktuellen oder historischen Kontexten zu verweben und so Motiven, Beweggriinden und Verhaltensweisen der Protagonisten einen realistischen Anspruch zu verleihen. Wéihrend der Leser in Leenens Geschichten eintaucht, kann er sich niemals sicher sein, ob er nun ein Buch oder eine tagesaktuelle Zeitung vor sich hat. Die Fiille spielen entlang des blauen Bandes der Spree, die an drei Punkten im Oberlausitzer Bergland entspringt und fast 400 Kilome-
  3. 3. ter lang die Bundesléinder Sachsen, Brandenburg und Berlin durch- misst, bevor sie im westlichsten Bezirk der Hauptstadt, in Spandau, in die Havel einmiindet. Die Internationalitiit des Flusses, die sich in den »Spreenebe1«-Kriminalromanen widerspiegelt, zeigt sich auch durch den teilweisen Verlauf an der deutsch-tschechischen Grenze zwischen Neugersdorf und Ebersbach. Bereits der erste Fall, »Blutroter Wahm, fiihrt das Ermittlerteam — KHK Ralf Ziether, KHK Britt Bredehorst und Piet Wieczorek, den Leiter der Kriminaltechnik — durch die ungewéihnliche Brutalitéit an seine Grenzen. Doch anstatt mit der Gewalt des Holzhammers spielt Stephan Leenen subtil mit dem Unterbewusstsein und sorgt auf diese Weise dafiir, dass sich in der Brust ein Nebel bildet, der das Herz verdunkelt O00 Matthias Gerschwitz
  4. 4. »Verdamrnte Scheifiel Das Miststiick hat mich gebissen! « Mit voller Wucht schlug Nicolescu der blonden Frau, die gefesselt vor ihm auf dem Stuhl safi, ins Gesicht, sodass ihr Kopf seitlich gegen die Stuhllehne knallte. Ein unkontrolliertes Stéhnen kam aus ihrem Mund. Der Schwarzhaarige fasste mit der rechten seine linke Hand, blickte wiitend auf die roten Abdriicke ihrer Zahne auf dem Handriicken und stiefi ein paar rumanische Fliiche aus. Er wandte sich ab und folgte dem Deutschen in den kleinen Nebenraum, wo ein paar Gléischen scharfen Rachiu auf ihn warteten. »Wir sollten sie uns einmal richtig vornehmem, schlug der Ru- mane vor und machte mit seinen Handen eine eindeutige Geste. »Die? «, fragte der Deutsche. »Dieses Wrack fasse ich nicht mal mit einer Kneifzange an! Hast du nicht die Einstiche an ihren Armen gesehen? Die ist doch jetzt noch voll drauf. Da holst du dir nur was weg. « Er schiittelte sich und kippte das zweite Glas hinunter. »Scharfes Zeug! Das kannste ruhig 6fter mal mitbringen! « Er grinste. »Aber die redet nicht! « Auch Adrian Nicolescu kippte ein weiteres Glas hinunter und schiittete sich erneut ein. »Ich glaube, die wird gar nicht reden, Robby. « Er sah auf die roten Abdriicke auf seiner Hand. »Sol1 ich ihr noch mal richtig wehtun? « In seinen Augen blitzte Vorfreude auf. Wie durch einen Schleier hérte die schmachtige blonde Frau die Manner im Nebenraum - bése, schwarze Stimmen, die Quiilend in ihren Kopf eindrangen. Ihre Wange brannte und schien die schwarzen Stimmen aufzusaugen. Panik erfasste sie. Sie riss an ihren Fesseln. Es schmerzte, aber von ihrer rechten Wange brannte sich ein damonisch schwarzes Feuer durch ihren Kopf. Angestrengt versuchte sie, die Fesseln mit ihrem unsteten Blick zu fixieren, sie nahm all ihre Kraft zusammen und zerrte ihre linke Hand
  5. 5. aus dem engen Plastikseil. Das dfinne Seil verschwamm vor ihren Augen wie eine lebende Schlange, die sich um ihre Hand wandt. Mit angstgeweiteten Augen starrte sie auf das Reptil. Hektisch riss und fummelte sie an dem Seil herum. Von ihrer brennenden Wange tropfte schwarzer Schleim auf den Boden. Eine Angstwelle lieil sie kurz aufwimmern. Endlich hatte sie ihre Hande von den Armlehnen gelost. Schwankend stand sie auf und stolperte vorwéirts. Von ihren Fiifien angestofien, rollte eine Flasche klirrend vor ihr weg. Miihsam biickte sie sich, hob sie auf. »Hey, was soll'n das? « Nicolescu war durch die schmale Tiir ge- treten und sah auf einmal direkt vor sich die schwankende Gestalt. Sofort ziickte er sein Klappmesser und verlagerte sein Gewicht in Kampfstellung. Die Blonde hob die leere Flasche hoch fiber den Kopf, schleuderte sie in seine Richtung und stiirzte sich auf ihn. Dabei nahm sie den Schwung des Wurfs mit und flog formlich auf ihren Peiniger zu. Adrian hatte sein Klappmesser hochgereckt und machte einen Schritt zur Seite, um dem Wurfgeschoss auszuweichen. Zugleich konzentrierte er sich auf die Vorwéirtsbewegung seiner Gegnerin. Er touchierte die alte Zinkwanne, die auf der Erde neben ihm stand, und kam ins Straucheln. Es gab ein héissliches Geréiusch, als die hochgereckte Klinge ihren Hals durchschnitt. Mit unglaubig aufgerissenen Augen sackte die Frau in sich zusammen. Robby war aus dem Nebenraum herausgetreten und erfasste mit einem Blick die ganze Bescherung. »Mann! «, schrie er. »So ein Schei{§! « Nicolescu rappelte sich auf und sah fassungslos auf die kleine Frau, die fiber den Rand der Wanne gelehnt auf dem Boden kniete, wéihrend sich auf dem alten Zinkboden in pulsierenden Schwiingen ihr hellrotes Blut sammelte.
  6. 6. Sormabend, 1. September 2012 Ein ganzes Blaulichtkonzert tauchte die kleine Nebenstrafle in glei- Kendes Licht. Die Strafle war beiderseits des schmalen Mehrfa- milienhauses weitréiumig abgesperrt. Manner in weiflen Overalls schleppten grofie Alu-Koffer in den Hauseingang. Eine Frau mit schwarzer Lederjacke Quetschte sich an ihnen vorbei ins Freie. Sie stiitzte sich an den Tiirpfosten und nestelte eine Zigarettenschach- tel aus ihrer ]acke. Ihre Hande zitterten, und sie brauchte mehrere Anléiufe, bis sie eine der Kippen angeziindet hatte. Die ersten Ziige sog sie rasch ein, dann stand sie ruhig da, rauchte und blickte fiber die Hauser hinweg in den niichtlichen Himmel. Hauptkommissar Ralf Ziether parkte seinen durchgerosteten, alten Ietta direkt vor dem Absperrband der Polizei. Er stieg unter dem Trassierband durch, zeigte seinen Dienstausweis und ging auf das Haus zu. So hatte er sich seinen Einstieg als Leiter einer der bei- den Berliner Mordkommissionen, Mord I, nicht vorgestellt: schon vor dem offiziellen Dienstantritt aus dem Tiefschlaf geklingelt zu werden, um sich nachts um halb drei einen Tatort anzusehen. Er giihnte so herzhaft, dass er sich fast verschluckte. Im Hauseingang stand seine neue Kollegin Britt Bredehorst, rauchte und schien ihn gar nicht wahrzunehmen. »I-iauptkommissarin Bredehorst? « Die Angesprochene loste sich aus ihrer Erstarrung. »Hauptkommissar Ralf Ziether, Ihr neuer Kollege«, stellte er sich vor und streckte ihr die Hand hin. »Ich bin der neue Leiter von Mord I. « Er spiirte ihren kraftigen Héindedruck und sah, wie sich ihre Augenbrauen zusammenzogen. »Hat man Sie noch nicht dariiber informiert, dass ich . ..«
  7. 7. »Nein, hat man nicht! «, schnitt Bredehorst ihm barsch das Wort ab. »Aber da Sie schon mal da sind, die Tote ist noch da drinnen, im ersten Stock! « Sie zeigte mit der Hand in den Hauseingang. Ziether schluckte eine heftige Entgegnung herunter und meinte nur knapp: »Danl<e. « Dann wandte er sich ab und betrat das Haus. Schon im Treppenhaus waren die Kollegen vom Kriminaltechni- schen Dienst damit beschaftigt, Spuren zu sichern. Im Erdgeschoss war das noch harmlos, aber die Treppe war gréfitenteils abgesperrt, sodass er sich am Rand der Stufen vorbeiquetschen musste. Blutige Abdriicke von Schuhsohlen, die im Flur des ersten Stocks immer mehr Raum einnahmen. Vor der Wohnungstiir zog Ziether die blau- en Plastikschuhschoner und die Handschuhe iiber. Er durchouerte den kleinen Flur, liefi die Kiiche links und das Bad rechts liegen und trat auf die Schwelle des Schlafzimmers. Der Anblick, der sich ihm bot, liefi ihn vor Schreck zusammen- fahren. Er musste sich am Tiirpfosten festhalten und den Blick abwenden, um nicht ohnmachtig zu werden. Aus dem Schlafzim- mer kam ein kleiner, rundlicher Mann auf ihn zu und hielt ihm ein parfiimiertes Taschentuch hin. Dankbar presste Ziether es vor Mund und Nase. »Kein schoner Anblick, ich weiK«, horte er die durch den Mund- schutz gedampfte Stimme des Mannes. »Geht's wieder? « Ziether wandte sich dem Kriminaltechniker zu, blickte erneut ins Schlafzimmer und unterdriickte seinen Wiirgreiz. Von der Decke hing kopfiiber eine Frau herab. Ihre blonden Haare wiesen, durch- setzt mit braunroten Schleimfaden, auf das blutige Bett unter ihr. Das ganze Zimmer war blutverschmiert, und der Geruch von Blut und Tod waberte wie eine sumpfige Welle aus dem Raum, direkt auf Ralf Ziether zu. Wieder musste er wiirgen. Er drehte sich weg und versuchte, langsam und kontrolliert Luft zu holen.
  8. 8. Dienstag, 4. September 2012 Staatsanwalt Riiper musterte Hauptkommissar Ziether ungehalten, als er sich hinter seinen Schreibtisch setzte. »Mensch, Ziether! Wir hatten uns so viel davon versprochen, dass Sie die Ermittlungsgruppe leiten. Aber Sie sind ja noch kein Stuck weitergekommen! Wie kann das angehen? Sie haben keine Tatwaffe. Sie wissen noch nicht einmal, ob dem Opfer die Brandverletzungen am Tatort zugefiigt worden sind, und jetzt behaupten Sie auch noch, dass dieser Wehrmann méglicherweise gar nicht der Tater sein soll? Sind Sie verriickt geworden? Nach Ihrem ersten Bericht sah alles so klar aus. Wehrmann t6tet seine Geliebte und verpasst sich selbst einen goldenen Schuss. Und nun erziihlen Sie mir, dass seine Verletzungen Abwehrspuren sind? Mensch Ziether! Wehrmann war am Tatort. Er ist von oben bis unten besudelt mit dem Blut des Opfers. Das sind handfeste Indizien! Alles andere sind blofl irgendwelche Theorien, fiir die Sie iiberhaupt keine Beweise haben! « Ralf Ziether erhielt von Roper einen Rauswurf erster Klasse. Er war ja selbst unzufrieden mit dem Ermittlungsstand. In den letzten Tagen hatte sich die Ermittlungsgruppe, statt belastbarer Beweise fiir die Tiiterschaft Wehrmanns in Hiinden zu halten, in immer mehr Ungereimtheiten verstrickt. Séimtliche Tatortanalysen waren abgeschlossen. Aber es gab keine eindeutigen Spuren, die auf einen Kampf zwischen [an Wehrmann und Hildegard Terner hinwiesen. Am Tatort hatten sie keine Zigarettenkippen gefunden, mit denen die Brandmale verursacht worden waren. Es gab keine Tatwaffe, und die Herkunft des Kabels, mit dem das Opfer gefesselt und aufgehangt worden war, war ebenfalls ungekléirt. Er wiirde mit seinen Leuten noch einmal alles akribisch durchgehen.
  9. 9. Im Biiro besprach die Ermittlungsgruppe erneut die bisherigen Ergebnisse der Obduktion und der Tatortanalyse in Wehrmanns Wohnung. Noch lagen nicht alle Ergebnisse vor. Aber schon jetzt passten die Details der Untersuchungen nicht richtig zusammen. Die von mehreren Personen im Flur hinterlassenen Blutspuren, Fuflabdrficke und Schleifspuren, der Tatort selbst mit dem blutigen Bett und die fehlenden Kampfspuren, die bei der Misshandlung der Frau hatten vorhanden sein miissen: Wie liefi sich daraus ein méglicher Tathergang rekonstruieren? Am Morgen hatten sie bei der Spurensicherung einen Versuch durchgefiihrt. Ziether hatte sich abgequiilt, eine etwa fiinfzig Kilo schwere Puppe, das entsprach dem Gewicht der Toten, ohne fremde Hilfe an einem Haken aufzu- héingen. Der Haken war etwa einen halben Meter iiber seinem Kopf angebracht worden. So hoch war auch die Decke in Wehrmanns Schlafzimmer. Er hatte es nur mit Miihe geschafft. Aber wenn Hilde- gard Terrier noch gelebt hatte, als sie kopfiiber aufgehangt worden war, und das entsprach dem Obduktionsergebnis, dann hatte sie das wohl kaum ohne Gegenwehr iiber sich ergehen lassen. Denn nach den ersten Laborergebnissen konnte von einer Betaubung des Opfers nicht ausgegangen werden. Aber weder hatte Wehrmann Hautpartikel vom Opfer unter seinen Fingerniigeln gehabt noch wies die Leiche derartiges auf. »Wenn der oder die Tater die Kampfspuren am Tatort beseitigt haben, wieso haben sie nicht auch den Flur weit moglichst von Spuren gereinigt? «, fragte Ziether in die Runde. »Vielleicht wurden sie gest6rt'? «, meinte Bredehorst.
  10. 10. STEPHAN LEENEN, Iahrgang 1958, ist Germanist und promovierter Historiker. Sein beruflicher Lebensweg ist wohl so vielschichtig wie sein Roman: Leiter eines Windmiihlenmuseums, freiberuflicher Dozent oder Geschiiftsfiihrer einer Stadtmarketinggesellschaft. Sein geisteswissenschaftliches Studium schloss er mit einer Ma- gisterarbeit iiber das Liedgut der SA ab und promovierte in Bremen iiber die Untergrundarbeit der KPD in der Weimarer Schutzpolizei. Die dafiir erforderlichen Quellenstudien fiihrten ihn just in der Wendezeit nach Berlin, wo er tiiglich zwischen einer Kreuzberger WG, die ihn aufgenommen hatte, und Berlin-Ost pendelte, da siimt- liche Akten zur Geschichte der KPD im Institut fur Marxismus- Leninismus beim Zentralkomitee der SED am Rosa-Luxemburg- Platz zusammengetragen waren. Damals muss seine Liebe zu Berlin geweckt worden sein, zu einer Stadt, die sich in ihren Umbriichen wohl immer wieder neu erfindet. Heute stellt er sich den vielfaltigen Herausforderungen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten im Sektor der »frei- willigen Leistungem in einer Kleinstadt in Norddeutschland. Das Schreiben begleitet ihn seit zehn Iahren, ein Prozess, der aus seinem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Mit »Blutroter Wahn« hebt er erstmals eins seiner Biicher aus dem Kreis privater und halb6ffent— licher Lesungen heraus. Da ihn seine beruflichen Aufgaben immer wieder mal nach Berlin fiihren, nutzt er zwangslaufig jede Gelegenheit zu Recherchen vor Ort. Mit U- und S-Bahn durch Berlin zu rattern, den Leuten aufs Maul zu schauen und nach ungewohnlichen Ecken fiir seine Romanszenen zu suchen, ist ihm dabei ein besonderes Vergniigen. Stephan Leenen ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Bremen.
  11. 11. nun-I t‘. , . 1.. .. A‘ ; ,». -;: .. n.-: K. |'I. - . l(). ’ l I l: 1 . ... / Katja Montejano Vendetta — Die Rache der Anna Pizzo Anna Pizzo, Tochter des sizilianischen Cosa Nostra—Chefs Don Vito, sinnt auf Rache: Mit ei- ner Vendetta will sie Malik Brenner, ihren ehe- maligen Freund und Mérder ihres ungebore- nen Kindes, zur Strecke bringen. Dazu versohnt sich die hochbegabte I-iackerin mit ihrem Va- ter und kiindigt ihren lob bei der Soffex AG. An ihrem letzten Arbeitstag wird sie Zeugin des Amoklaufs ihres ehemaligen Vorgesetzten. Zur selben Zeit bricht in ltalien ein blutiger Mafia- kricg aus. Anna geriit zwischen die Frontcn und weif3 bald nicht mehr, wer ihr Freund ist und wer ihr Feind »Vendetta — Die Rache der Anna Pizzo« ist ein rasanter Cocktail aus Action, Rache, Verrat und Familienehre — gewiirzt mit Internet- und Wirt- schaftskriminalitéit. Der authentische Thriller spielt in Ncapel, aufSi2ilien und in der Schweiz. ISBN: 978—3—9436SO—8 1 -5 www. pax-ct-bonum-vcrIag. de Michael Fuchs Gambock No Way out NO WAY OUT". Es gibt keinen Ausweg. Nicht mal einen Notausgang. Der Autor prasentiert in 18 Short Stories gebro- chene Helden auf der Suche nach Liebe — oder was sie dafiir halten. Die Figuren sind so au- thentisch, dass sich der Leser darin wiederfin- den miisste, wenn er es denn zuliei3e. Scheinbar léisst der Autor seine Figuren gnaden- los in ihr Ungliick rennen — dabei ist es nur ein Umweg zum Ziel. Michael Fuchs-Gambock zeigt diesen Umweg in 18 Variationen. Und doch ist es immer der eigene Weg, der gegan- gen werden muss ISBN: 978-3-943650-24-2 www. pax-ct-bonum-vcrlag. de
  12. 12. Im Verlag . ’~- »: sind weiterhin erschie lrrlichter des Todes lenseits, Tod und Sterben Die menschliche Welle (Bd. 1 — Ebbe) Die menschliche Welle (Bd. 2 — Flut) Abgefuckt Gliick schenken Shiva kliifft - Der beriihmteste Hund von Berlin Gourmetkatze — Als die Katze einen Tisch reservierte , ‘ 1 J ‘ 4-»l. --- FF® nen: ISBN 978-3-943650-33-4 ISBN 978-3-943650-29-7 ISBN 978-3-943650-01-3 ISBN 978—3—943650—04—4 ISBN 978-3-943650-48-8 ISBN 978-3-943650-14-3 ISBN 978-3-943650-28-0 ISBN 978-3—943650—36—5 Alle Biicher auch als E-Book (Epub und Kindle) erhiiltlich! www. pax-et-bonum-verlag. de Unsere Partner: Heinz W. Pahlke | www. pahlke-online. de Buchsatz Print und E-Book, Lektorat, Korrektorat Gerschwitz Kommunikation | www. gerschwitz. com Alles rund um Ihre Werbung: Feines und Creatives seit 1992 Tat-Worte | www. tat-worte. de von der ersten Idee zum guten Buch Tierhospiz Hof Elise e. V. | www. tierho spiz-sametsham. de Wir bieten alten, kranken, verwaisten und sterbenden Tieren ein Zuhause.

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