POP ART Künstler
Richard Hamilton (* 24. Februar 1922 in London) ist ein englischer Maler und Grafiker.Leben und WerkHamilton besuchte im J...
Werke (Auswahl)•1952: Study for Respective, Tusche, Aquarell auf Papier, 23,5 × 20 cm, Museum Abteiberg,Mönchengladbach•19...
Am Anfang von Adamis künstlerischer Entwicklung stehen expressive Werke im Stil von ComicStrips. Um die Zeit seiner Teilna...
Literatur•documenta III. Internationale Ausstellung. Katalog: Band 1: Malerei und Skulptur. Band 2:Handzeichnungen, Indust...
Weblinks•Ausführliche Informationen über Alfredo Alcaín und seine Werke•Spanische Seite des KünstlersChristian Ludwig Atte...
Künstlerische EntwicklungAnfangs der Objekt- und Aktionskunst nahestehend, bemühte er sich unter Einbindung von Musik,Spra...
Auszeichnungen•1998: Großer Österreichischer Staatspreis für Bildende Kunst (Mai 1998)27•2004: Lovis-Corinth-Preis der Kün...
Werkverzeichnis•Peter Gorsen: Attersee - Werkverzeichnis 1963-1994. Residenz, Salzburg 1994.Literatur•Alfred Weidinger: At...
Zu den Projekten Avignons zählen eine Performance während der Documenta X, in der er –außerhalb des offiziellen Ausstellun...
•Jim Avignon bei artfacts.net•Galerie von Jim AvignonMarie-Claire BaldenwegMarie-Claire Baldenweg (* 27. März 1954 in Solo...
Werner BergesWerner Berges (* 7. Dezember 1941 in Cloppenburg) ist ein deutscher Pop-Art-Künstler. Für eineReihe zeitgenös...
Werke in Museen (Auswahl)•Landesmuseum Oldenburg•Kupferstichkabinett Berlin•Augustiner Museum Freiburg•Kupferstichkabinett...
Peter Blake (Künstler)Sir Peter Blake CBE (* 25. Juni 1932 in Dartford, Kent) ist ein britischer Künstler.LebenPeter Blake...
•1964: New Generation, Whitechapel Gallery, London•1965: Einzelausstellung in der Robert Fraser Gallery, London•1965: 4. B...
LebenEr studierte an der Akademie der Bildenden Künste Belgrad sowie in London; in Belgradpromovierte er 1970 bei Boško Ka...
•Love Song (2008)•Big Fish Little Fish (2007)•Monkey Lost (2005)Weblinks•http://www.edheck.com•http://www.galerie-mensing....
Weblinks•Literatur von und über Walter Gaudnek im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Gaudnek-Werke•Gemalter Trauerge...
Ab Mitte der 1980er Jahre wandte sich Hockney wieder mehr der Malerei zu, die Einflüsse vonHenri Matisse und Pablo Picasso...
Öffentliche Sammlungen•Pinakothek der Moderne, München (Sammlung Stoffel)Weblinks•David Hockney bei artfacts.net•Informati...
Kindheit und Ausbildung (1928–1954)Indiana wurde als einziges Kind von Earl Clark und Carmen Waters in New Castle geboren ...
Im Spätsommer 1963 begegneten sich Indiana und Andy Warhol in der „Stable Gallery“ vonEleanor Ward, die zu diesem Zeitpunk...
Im Auftrag der Demokratischen Partei stellte er 1980 ein Porträt Jimmy Carters für ein „JimmyCarter Portfolio“ als Serigra...
Der Warhol-Biograf Victor Bockris zitiert das Interview mit Indiana im Zusammenhang mit derwegweisenden Gruppenausstellung...
Anfang 1960 hatte Indiana die abstrakte Komposition AGADIR, angeregt durch das schwereErdbeben von Agadir in Marokko, bego...
LOVEDas Motiv wurde 1964 vom „Museum of Modern Art“ in New York als Weihnachtskarte beiIndiana in Auftrag gegeben. Da die ...
Marsden Hartley schuf 1914/1915, in Erinnerung an seinen Freund Karl von Freyburg, die ReiheWar Motifs. Es sind abstrakt g...
Ausstellungen (Auswahl)•1960: New Forms, New Media, Martha Jackson Gallery, New York•1962: New Realists, Sidney Janis Gall...
•1992: The American Dream, Holz, Mixed Media, 210 × 90,2 × 43,2 cm, Simon Salama-Caro/Morgan Art Foundation•1993: Four Sta...
Literatur•Volker Rattemeyer u. a.: Robert Indiana. The American Painter of Signs, Museum Wiesbaden, 22.Januar bis 18. Mai ...
EinzelnachweiseSoweit nicht anders vermerkt, basiert der Hauptartikel auf den biographischen Angaben in: Guido de Werd u. ...
Literatur•Andrew Lambirth: Allen Jones (2005), Royal Academy of Arts; ISBN 190397321X (englisch)Weblinks•Materialien von u...
•Schweiz: Lausanne (Musée des Beaux-Arts), Zürich (Daros Foundation)Ausstellungen (Auswahl)18. Oktober - 16. November     ...
Literatur•Ann Beattie: Alex Katz, Harry N. Abrams, New York 1987•Kay Heymer: Alex Katz, in your face, Katalog zur Ausstell...
1949, nachdem er ein Jahr zuvor, beeindruckt vom Blau der Fresken in der Basilika von Assisi, voneiner Reise nach Italien ...
Im Jahr 1960 wurde in seinem Atelier das Manifest Nouveau Réalisme unterzeichnet, und Kleinwurde Mitglied der gleichnamige...
•1955, Marseille•1957, Mailand: Monochrome Vorschläge, Blaue Epoche (elf einfarbige blaue Bilder)•1957, Paris, Düsseldorf,...
•http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/b_mod/klein0.htm•Ein Leben in Blau•International-Klein-Blue.com•Materialien von und...
1970er und späterIn den 70er Jahren begann Kogelnik ihre Women Werke, und befasste sich mit einer Kritik derRolle der Frau...
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  1. 1. POP ART Künstler
  2. 2. Richard Hamilton (* 24. Februar 1922 in London) ist ein englischer Maler und Grafiker.Leben und WerkHamilton besuchte im Jahre 1936 das „Westminster Technical College“ und die Central SaintMartins College of Art and Design und arbeitete 1937 in einer Werbeabteilung sowie im ExhibitionDepartment der Reimann School London. Dort erhielt er die Erlaubnis, in seiner Freizeit kostenlosam Zeichenunterricht teilzunehmen.1 Von 1938 bis 1940 studierte er Malerei an der RoyalAcademy of Arts, wo er einen Kurs in technischem Zeichnen belegte. Zwischen 1941 und 1945arbeitete er als technischer Zeichner und setzte sein Studium 1946 an der Akademie fort.Von 1948 bis 1951 studierte er Malerei an der Slade School of Fine Art und begann seine Karrieremit Zeichnungen, die er angeregt durch den Roman Ulysses von James Joyce fertigte. 1952 erhielter einen Lehrauftrag an der „Central School of Arts and Crafts“ in den Fächern Silberschmieden,Typografie und Industriedesign. Im darauffolgenden Jahr erhielt er einen Lehrauftrag des King’sCollege London an die University of Durham an das „Fine Art Department“. Im Jahr 1956präsentierte Hamilton in der Whitechapel Art Gallery die zukunftsweisende Ausstellung „This isTomorrow“. Mit der kleinen Collage „Just what is it that makes todays homes so different, soappealing?“ kreierte er eine Ikone der Pop-Art.Dies gilt als Beginn der Pop-Art und damit Hamilton als ihr Gründer. Er setzte fortanGebrauchsgegenstände und moderne Technologien in der Bildenden Kunst ein und verwendeteFotografien, Werbung, Plakate und auch computergenerierte Bilder für seine Gemälde undCollagen. Eine bedeutsame Sammlung seiner Werke ist in der Tate Gallery zu sehen.1963 machte er eine Reise durch die USA. 1965 begann er mit der Rekonstruktion von MarcelDuchamps Le Grand Verre und organisierte 1966 eine Retrospektive von Marcel Duchamp in derTate Gallery. 1968 machte er durch sein Poster im Weißen Album der Beatles auf sich aufmerksam.Er war Teilnehmer der 4. documenta in Kassel im Jahr 1968 und auch auf der Documenta 6 im Jahr1977 als Künstler vertreten. In den Jahren 1977 und 1978 arbeitete er zusammen mit Dieter Roth inCadaqués.2010 zeigte die Serpentine Gallery in London seine Werke in einer zusammenfassendenAusstellung Richard Hamilton: Modern Moral Matters. Die Gemälde, Installationen undPapierarbeiten behandelten des Künstlers Antworten auf terroristische Angriffe, Kriege undAufstände.Auszeichnungen (Auswahl)•1997: Arnold-Bode-Preis der documenta•2007: Max-Beckmann-Preis•2008: Praemium Imperiale1Swantje Kuhfuss-Wickenheiser: Die Reimann-Schule in Berlin und London 1902 bis 1943. Ein jüdischesUnternehmen zur Kunst- und Designausbildung internationaler Prägung bis zur Vernichtung durch das Hitlerregime,Aachen 2009, ISBN 978-3-86858-475-2, S.532
  3. 3. Werke (Auswahl)•1952: Study for Respective, Tusche, Aquarell auf Papier, 23,5 × 20 cm, Museum Abteiberg,Mönchengladbach•1967: Sieves, in Zusammenarbeit mit Marcel Duchamp, Siebdruck zwischen zwei Glasplatten, 51× 63 cm, Museum Abteiberg, MönchengladbachLiteratur•Hannelore Kersting (Bearb.): Kunst der Gegenwart. 1960 bis 2007. Städtisches Museum AbteibergMönchengladbach, 2007, ISBN 978-3-924039-55-4•Ausstellungskatalog Serpentine Gallery 2010: Richard Hamilton: Modern Moral Matters, König,Köln ISBN 978-3-86560-751-5Weblinks•Literatur von und über Richard Hamilton (Künstler) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Richard Hamilton Biografie•aktuelle Ausstellung mit Richard Hamilton•Materialien von und über Richard Hamilton im documenta-ArchivValerio AdamiValerio Adami (* 17. März 1935 in Bologna) ist ein italienischer Maler, der in Paris, Monaco undMeina am Lago Maggiore lebt und arbeitet. Seine Malerei zeigt Einflüsse der Pop-Art, als dereninternational bekanntester italienischer Vertreter er gilt. In seiner Wahlheimat Frankreich wird erder Narrativen Figuration zugerechnet.LebenAdami begann sich ab 1945 mit der Malerei von Felice Carena zu beschäftigen. Auf Empfehlungvon Oskar Kokoschka begann er im Jahr 1951 das Studium an der Accademia di Brera in Mailand.In der Klasse des Neo-Klassizisten Achille Funi befasste er sich bis 1954 vor allem mit klassischemZeichnen. 1955 zog er nach Paris, wo er künstlerisch von Roberto Matta und Wifredo Lambeeinflusst wurde. Seine erste Einzelausstellung hatte Adami im Jahr 1959 in Mailand. 1962heiratete er Camilla, wie er Absolventin der Brera-Akademie.
  4. 4. Am Anfang von Adamis künstlerischer Entwicklung stehen expressive Werke im Stil von ComicStrips. Um die Zeit seiner Teilnahme an der documenta III 1964 in Kassel entwickelte er eineneigenen Stil der Malerei, der Reminiszenzen an den französischen Cloisonismus aufweist. Auf derGrundlage einer exakt übertragenen vorbereitenden Zeichnung entwirft Adami jedes Gemälde alsSystem geschlossener schwarzer Umrisslinien, die jeweils einfarbige Flächen (aplats) begrenzen.1965 nimmt er in Paris an der Ausstellung La Figuration Narrative teil, die diese französischeAntwort auf die angelsächsische Pop-Art begründet. In den späten sechziger Jahren erarbeitet er imChelsea Hotel in New York City eine große Bildserie mit sozialkritisch aufgefasstenGroßstadtmotiven, mit der er Italien 1968 auf der Biennale von Venedig vertritt. Den Katalogtextschreibt Carlos Fuentes. Durch die revolutionären Ereignisse der Jahre 1967/1968 politisiert,bereiste er Kuba, Mexiko und Venezuela und wandte sich in der Folge verstärkt politischen undzeitgeschichtlichen Themen zu. Im Jahr 1971 drehte er zusammen mit seinem Bruder Giancarlo denFilm „Vacances dans le Désert“. Mit dem deutschen Dichter Helmut Heissenbüttel entsteht 1974 inMünchen das Buch „Das Reich“ mit einem Langgedicht und zehn Lithographien zur deutschenGeschichte zwischen 1914 und 1945. Nach einer Reihe von allegorischen Portraits wichtigerWegbereiter der Moderne (zum Beispiel Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud, Walter Benjamin),öffnet sich seine Malerei ab Mitte der Siebziger Jahre der abendländischen Geistesgeschichte undMythologie. Im Jahr 1977 nahm er ein zweites Mal an einer documenta teil, der documenta 6 in derAbteilung Zeichnung.Von der Kritik als Paradigma einer postmodernen Position in der Malerei erkannt, wurde AdamisWerk vielfach Gegenstand philosophischer Reflexion, namentlich durch Jacques Derrida, GillesDeleuze, Paolo Fabbri, Jean-François Lyotard, Jean Luc Nancy und Michel Onfray. Vielezeitgenössische Dichter haben mit eigenen Texten auf Adamis „literarische Malerei“ reagiert, soItalo Calvino, Carlos Fuentes, Octavio Paz und Antonio Tabucchi.Adami ist Mitglied des College International de Philosophie und Kommandant der Ehrenlegion.2005 gründete er in Meina, Italien die Fondazione europea del disegno - Fondation Adami. DieStiftung soll nicht nur seinen künstlerischen Nachlass pflegen, sondern insbesondere dieKulturtechnik des Zeichnens, verstanden in seinem weitesten Sinne als Entwurf von einer Sache,erforschen und lehren.Eine erste Retrospektive seiner Arbeit zeigte bereits 1970 das Musée d’art moderne de la Ville deParis. Zum fünfzigsten Geburtstag 1985 ehrte ihn das Musée National dArt Moderne - mit einergroßen Rückschau, die in der Folge auch im Palazzo Reale in Mailand gezeigt wurde. Seitherfolgten weitere Museumsretrospektiven seiner Arbeit, so in Valencia, Tokio, Tel Aviv, Siena,Bochum, Buenos Aires, Florenz, Athen,Locarno und Miami.Adamit hat verschiedene Arbeiten im öffentlichen Raum realisiert. Am bekanntesten sind dieAusmalung im Foyer des Théâtre Musical de Paris - Theâtre du Châtelet, sowie die beidenmonumentalen Gemälde in der Bahnhofshalle des Pariser Gare d’Austerlitz.Nach langjähriger Zusammenarbeit mit der Galerie Maeght, später Maeght-Lelong, und einigenJahren bei der Galerie Marlborough wird Adami seit 2004 von der Pariser Galerie Daniel Templonvertreten.Zitate:•„Wenn ich einen Klecks machen will, zeichne ich ihn.“•„Ein Gemälde ist vor allem ein System, um Erinnerungen festzuhalten.“
  5. 5. Literatur•documenta III. Internationale Ausstellung. Katalog: Band 1: Malerei und Skulptur. Band 2:Handzeichnungen, Industrial Design, Graphik. Kassel, Köln 1964.•documenta 6: Katalog: Band 1: Malerei, Plastik/Environment, Performance. Band 2: Fotografie,Film, Video. Band 3: Handzeichnungen, Utopisches Design, Bücher. Kassel 1977, ISBN 3-920453-00-X.Weblinks•Literatur von und über Valerio Adami im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Biographie und Arbeiten•Biographie, Werke und Ausstellungen•Biographie•Werkverzeichnis•Materialien von und über Valerio Adami im documenta-ArchivAlfredo AlcaínAlfredo Alcaín (* 1936 in Madrid) ist ein spanischer Maler.LebenSeine künstlerischen Studien begann er an der „Escuela de Bellas Artes de San Fernando“ inMadrid in den Jahren 1953 bis 1958, darüber hinaus belegte er Kurse in Gravur und Lithografie ander Staatlichen Schule für Grafik und Dekoration in Madrid zwischen 1961 und 1964. Im Jahr 2003erhielt er den Nationalpreis der Bildenden Künste.WerkeDer Stil seiner Arbeit ist sehr nahe zur Pop-Art, die Alcaín durch Umwandelung neu kreiert. Erverwendet eine Vielzahl von Medien und Techniken, von Plakaten, Collagen bis hin zu Stickereien.Seine Arbeiten sind in Sammlungen und Museen auf der ganzen Welt zu sehen, wie z.B. im Museode Arte Contemporáneo de Sevilla2, Museo del Grabado de Buenos Aires, Museo Municipal deMadrid, Museo de Bellas Artes, Bilbao, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía (MNCARS),Madrid und andere.32http://www.spain.info/conoce/museo/sevilla/museo_de_arte_contemporaneo_jose_maria_moreno_galvan.html?l=es3http://www.puertosantander.es/ing/todas_las_noticias.aspx?idElemento=93&Tipo=MedioComunicacion&modo=detallar&origen=ga_pp_productos.aspx&claves=apertura|desplegarComo&valores=true|relacion_puerto_ciudad.aspx
  6. 6. Weblinks•Ausführliche Informationen über Alfredo Alcaín und seine Werke•Spanische Seite des KünstlersChristian Ludwig AtterseeChristian Ludwig Attersee, eigentlich Christian Ludwig (* 28. August 1940 in Bratislava,deutsch: Pressburg) ist ein österreichischer Maler der Pop Art, Bühnenbildner, Musiker,Schriftsteller und ehemals erfolgreicher Segelsportler (3-facher österreichischer Staatsmeister).LebenDer 1940 geborene Christian Ludwig kam 1944 nach Österreich. Seine Jugend verbrachte er inAschach bei Linz und am Attersee in Oberösterreich. Als erfolgreicher österreichischerSegelsportler4 gewann er zahlreiche internationale Regatten.5 Ab 1951 begann er Kurzromane zuschreiben, Lieder zu texten, Comic zu zeichnen und Bühnenbilder zu entwerfen.6 Ab 1957 studierteChristian Ludwig an der Akademie für angewandte Kunst Wien Bühnenarchitektur und schloss imJahr 1959 das Studium der Malerei bei Eduard Bäumer7 an, das er 1963 erfolgreich beendete.8 Esentstanden zwischen 1963 und 1965 seine ersten Bilderzyklen „Wetterbilder“ und„Regenbogenanomalien“.9 Seit Mitte der 1960er Jahre ist er mit Protagonisten der Gruppe desWiener Aktionismus befreundet, mit denen er zeitweise auch zusammenarbeitet. Darunterinsbesondere Günter Brus, Hermann Nitsch und Gerhard Rühm, an deren Aktionen er sich auchbeteiligte.1011 Mit seinen ersten sogenannten „Gegenstandserfindungen“ im Bereich der Erotik unddes Alltags machte er sich zwischen 1964 und 1966 einen Namen in der europäischen Pop Art.12 Esentstanden die für ihn typischen Objekterfindungen wie „Speisekugel“, „Speiseblau“ oder das„Attersteck“.13 1965 übersiedelte er nach Berlin, wo er auch seine erste Ausstellung zeigte.14 Ab1966 nahm Christian Ludwig, in Anspielung an seine Zeit als erfolgreicher Segelsportler und anseine Zeit am Attersee, den Künstlernamen Christian Ludwig Attersee an.1516171971/72 verbrachte Attersee mit einem DAAD-Stipendium in West-Berlin.18 Dort entstand derZyklus „Segelsport“, Attersee zählte zwischenzeitlich zu den vielfältigsten Künstlern Österreichs.194Biographie, Website von Christian Ludwig Attersee. Abgerufen am 28. August 2010.5Website Christian Ludwig Attersee von Art Directory. Informationsportal für Kunst und Kultur. Abgerufen am28. August 2010.6Christian Ludwig Attersee wird 70 auf wien.orf.at, 28. August 2010. Abgerufen am 28. August 2010.7Christian Ludwig Attersee. In: Österreich-Lexikon von aeiou.89101112131415161718Stipendiaten-Liste auf der Website des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Abgerufen am 23. Jänner 2010.19
  7. 7. Künstlerische EntwicklungAnfangs der Objekt- und Aktionskunst nahestehend, bemühte er sich unter Einbindung von Musik,Sprache, Fotografie, Film etc. eine neue Form des Gesamtkunstwerks zu entwickeln (Beispiele derObjekterfindungen sind „Speisekugel“ und „Speiseblau“, das „Objekt Vagina“,„Prothesenalphabet“, „Attersteck“ und „Speicheltönung“). Später werden für ihn Zeichnungen undTafelbilder (meist in Acrylmalerei) über die Themen Sexualität und Naturerfahrungcharakteristisch. Er selbst sieht sich als „der große Einzelgänger der österreichischen Kunst der 60erJahre, [als] Gegenpol zum Wiener Aktionismus [und in] der zweiten Hälfte der 70er Jahre[… als …] Gründerfigur der ‚Neuen österreichischen Malerei‘.“20Seine Werke sind durch figural-symbolischen Stil, leuchtende Farben und dynamischen Pinselstrichgekennzeichnet. Vielfach doppelbödige Assoziationen und Phantasien einer – ebensoindividualistischen wie doch auch sehr österreichischen – Sicht der Dinge mit Hang zu sexuellerPersiflage. Häufig wird auch der Rahmen in das Werk einbezogen oder finden sich Textelemente indie Darstellung eingebettet.Seine Ausstellungen sind meist als Inszenierungen mit Musik und Literatur, teilweise gemeinsammit Künstlerfreunden, gestaltet. Im Jahr 1984 vertrat er Österreich bei der Biennale in Venedig.1985 publizierte Attersee seine LP „Lieder von Wetter und Liebe“.21 Im Jahr 1986 folgte dieGestaltung von Wiens erstem Champagnerball im Konzerthaus und 1987 eine Schiffsschaukel fürAndré Hellers „Luna Luna-Rummelplatz“. Mit der von ihm gestalteten Fassade des 1996 eröffnetenAttersee-Hauses auf der Wiener Mariahilferstraße, ein Geschäftshaus einer internationalenTextilkette, entwarf er mit dem 210 Quadratmeter großen Mosaik „Wetterhändler“ das größteGlasmosaik Europas. Im Jahr 2006 hüllte er für sechs Wochen den Wiener Ringturm in Folie. ImNovember 2007 wurde das 220 Quadratmeter große Innenraummosaik „Reichtum Erde“ in derGeologischen Bundesanstalt Wien fertig gestellt. Attersee gehört zu den internationalmeistbeachteten österreichischen Künstlern.Im Jahr 1990 wurde Attersee als außerordentlicher Professor an die Universität für angewandteKunst Wien für „Meisterklasse für experimentelles Gestalten“ berufen. Ab 1992 wurde ihm alsordentlicher Professor die „Meisterklasse Malerei, Animationsfilm und Tapisserie“ übertragen.22 Erlehrte an der Angewandten bis 2009.23 Weiters lehrte er an der Internationalen Sommerakademiefür Bildende Kunst in Salzburg.Mitgliedschaften hält Attersee an der IG Bildende Kunst (Wien) und am Künstlerhaus Wien in derSektion Maler.PrivatChristian Ludwig Attersee ist mit der Leiterin des Bank Austria Kunstforum, Ingried Brugger,verheiratet.24 Er lebt und arbeitet in Wien und am Semmering,25 sowie in St. Martin an der Raab imBurgenland.262021„Lieder von Wetter und Liebe“, Attersee-Archiv Wien, September 1985. Design, Text, Musik, Gesang und Klaviervon Attersee.2223242526
  8. 8. Auszeichnungen•1998: Großer Österreichischer Staatspreis für Bildende Kunst (Mai 1998)27•2004: Lovis-Corinth-Preis der Künstlergilde Esslingen, Baden-Württemberg (Sommer 2004)28•2005: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (September 2005)29•2007: Silbernes Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das BundeslandNiederösterreich30Ausstellungen (Auswahl)•1965: Berlin (erste Ausstellung)31•1977: documenta 6 in Kassel•Anfang der 1980er Jahre: Werkschau „Attersee Werksquer“ in verschiedenen Museen undKunsthäusern in Österreichs und Deutschland32•1984: Biennale in Venedig, Gestaltung des „österreichischen und ersten internationalen Pavillon“33•1993: Retrospektive Einzelausstellungen im Gemeente Museum in Den Haag•1997: Große Retrospektive in der Grafischen Sammlung der Albertina in Wien•2002: Umfangreiche Retrospektive im Stedelijk Museum in Amsterdam•2005: Große Retrospektive mit Werken der letzten 5 Jahre im Bank Austria Kunstforum in Wien•2005: Figur und Wirklichkeit. Wie österreichische Maler die Welt verwandeln. TirolerLandesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck / Österreich•2006: Superstars. Kunstforum Wien und Kunsthalle Wien•2006: Attersee: Die Liebe - Das Haus - Der Ring. Museum Würth, Künzelsau. (ErweiterteAusstellung der Retrospektive von 2005 im Bank Austria Kunstforum.)Bühnenbildnerische Tätigkeiten (Auswahl)•Frühjahr 2005: Bühnenbildausstattung für Ballett „Petruschka“ von Igor Strawinsky an der WienerStaatsoper•Mai 2006: Bühnenbildausstattung für das Ballett „Amadé“ am Belgrader Madlenianum•2007: Ausstattung des 1. Liederballs des Wiener Männergesangsvereins im Kursalon Wien•2008: „Gesamtkunstwerk“ (Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme): Richard Strauss’ „Salome“am Theater Bremen27282930313233
  9. 9. Werkverzeichnis•Peter Gorsen: Attersee - Werkverzeichnis 1963-1994. Residenz, Salzburg 1994.Literatur•Alfred Weidinger: Attersee - Biographische Sätze zum Segelsport. In: Christian Ludwig Attersee -Segelsport, 1951-2006. Edition Anteros, Wien 2006, S. 7-21, ISBN 3-85340-022-1Weblinks•Literatur von und über Christian Ludwig Attersee im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Offizielle Website von Christian Ludwig Attersee•Christian Ludwig Attersee. In: Österreich-Lexikon von aeiou.•Christian Ludwig Attersee auf kunstaspekte.deJim AvignonJim Avignon, (* 24. Dezember 1966 in München als Christian Reisz) ist ein deutscher Pop-Art-Künstler und Vertreter der art modeste. Avignon betätigt sich als Maler, Musiker, Illustrator undKonzeptkünstler. Zentrum seines Arbeitens ist Berlin, speziell die Clubs der dortigen Techno-Szene. Jim Avignon ist dafür bekannt, dass er seine in hohem Tempo zahlreich produzierten Bilderoft zu sehr niedrigen Preisen verkauft oder gar verschenkt. Seine Kunst wurde deswegen auchschon als Cheap Art bezeichnet.34 Seit 2006 lebt Avignon in New York.Vor seiner Karriere als Künstler arbeitete Avignon nach seinen Angaben unter anderem alsProgrammierer, Altenpfleger und Schulbusfahrer.35Künstlerisches WerkSeine offizielle Karriere als Maler begann Jim Avignon in den frühen 1990er Jahren mitDekorationen und Bühnenbildern für Rave-Veranstaltungen. Zentrales Motiv in der Kunst des JimAvignon ist die Schnelligkeit, der Ausdruck des „Lebensgefühls der Generation Techno“ und „dasScheitern des Individuums“ in einer sich ständig beschleunigenden Welt. Dieses zeigt sich auch inseiner Produktivität, die nach seinen eigenen Angaben bei durchschnittlich 4,37 Werken pro Tagliegt. In den 1980er Jahren malte er beispielsweise alle Exponate für eine Ausstellung in einerWoche. Trotz der an die Popkultur angelehnten Umsetzung beziehen sich Avignons Bilder oftkritisch auf die Gegenwartsprobleme wie Bestechung und Korruption („the man behind me“) oderden Mangel an wirklicher Kommunikation in der sogenannten Informationsgesellschaft(„Communication Disaster“, „interview situation“ oder „the press conference“).34Martina Wimmer und Stella Bettermann: „Ihr Bilderlein kommet“, in: FOCUS Magazin 1997, Nr. 5235Suzann-Viola Renninger: „Falsch gerechnet. Der Popartkünstler Jim Avignon“, in: Schweizer Monatshefte,September/Oktober 2004
  10. 10. Zu den Projekten Avignons zählen eine Performance während der Documenta X, in der er –außerhalb des offiziellen Ausstellungsprogramms – jeden Tag ein neues Bild malte, um esdaraufhin wieder zu vernichten,36 und die Anfertigung eines Gemäldes mit einer Fläche von 2800m², das anlässlich der Wiedereröffnungsfeier des Berliner Olympiastadions von 132 Sportlern indas Stadion getragen wurde. Ein weiteres bekanntes, öffentlich zugängliches Werk Avignons ist einvon ihm bemalter Abschnitt des längsten erhaltenen Berliner Mauerabschnittes, der East SideGallery.Arbeit als DesignerJim Avignon gestaltete auch Swatch-Uhren, bemalte ein Flugzeug der Deutschen BA, Autos vonRover und illustrierte ein Kochbuch (Hoch die Dose, 2006). Anlässlich der Buddy Bär Berlin Show2001 gestaltete er einen Bären, der über ein Jahr an prominenter Stelle auf dem Kurfürstendammstand. Jim Avignon veröffentlichte mehrere Bücher sowie das Kunst- und Grafik-Magazin attackdelay. Für den 2005 erschienenen Film One Day in Europe von Hannes Stöhr gestaltete Avignonzusammen mit Neil Reynolds das Filmplakat.NeoanginMit seiner „1 Mann Heimelektronikband“ Neoangin brachte Jim Avignon mehrere Alben auf denMarkt. Außerdem finden international Auftritte in Clubs statt, wo Avignon sowohl musiziert alsauch malt. Der Name Neoangin ist laut Avignon eine Anspielung auf die gleichnamigen süßenHalsschmerztabletten.Sein Musikstil kann in weitesten Sinne in der elektronischen Musik verortet werden. Neoanginspielt Elektropop, der unter anderen Pop der 60er, Chanson, New Wave, Electroclash und Hip-Hopzitiert. Seine Musikstücke sind oft verhältnismäßig kurz (um die zwei Minuten) und zeichnen sichdurch zugängliche Melodien und Harmonien aus.Bibliographie (Auswahl)•Jim-Avignon [sic]: Welt und Wissen, Verbrecher Verlag, Berlin, 2003•Tom Combo, Vielleicht nur Teilzeit, Berlin 2001 (Illustrationen)•Jim Avig [sic] & Lisa Brown: Non Radioactive, Paris, 2000•Jim Avignon, TV made me do it, Berlin 2000•Jim Avignon, Busy, Berlin 1998Weblinks•Offizielle Website von Jim Avignon•Neoangin auf MySpace•Literatur von und über Jim Avignon im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek36„Jim Avignon – Der schnellste Maler der Welt“, in: KuBus Magazin Nr. 61, 2004
  11. 11. •Jim Avignon bei artfacts.net•Galerie von Jim AvignonMarie-Claire BaldenwegMarie-Claire Baldenweg (* 27. März 1954 in Solothurn, Schweiz) ist eine international tätigeKunstmalerin.LebenMarie-Claire Baldenweg ist mit dem Musiker Pfuri Baldenweg verheiratet. Aus der gemeinsamenVerbindung gingen drei Kinder, Nora, Diego und Lionel Vincent, hervor. Sie lebt mit ihrer Familieim australischen Byron Bay. Das Markenzeichen ihrer Arbeit ist, dass sie seit den frühen 1970erJahren Plastiksäcke als Hauptmotiv in ihren Werken benutzt. Ihr Stil kann als eine Art Pop-Art undPhotorealismus bezeichnet werden.Höhepunkte•Eine sechsmonatige Einzelausstellung unter dem Namen „Carried Away“ wurde 1988 imPowerhouse Museum in Sydney ausgerichtet.•Die Bilderserie „Global Market – Bagflags of the World“ wurde im Jahr 2003 an der SwissExchange und im Jahr 2005 an der Australian Stock Exchange in einer musealen Ausstellung derÖffentlichkeit zugänglich gemacht.Zitate•Die Königin der Plastiksack Kunst (Ros Reines, Sunday Telegraph, Australien, 02/2005)•Marie-Claires Schaffen könnte man als zeitgemäße Pop-Art bezeichnen, die zugleich dieMöglichkeiten der Globalisierung zelebriert und die unschöneren Aspekte kritisiert. (Anthony Bond,Director Curatorial und Hauptkurator internationale Kunst, Art Gallery of New South Wales,02/2005)•Plastiktragetaschen sind für Marie-Claire Baldenweg „ein treffendes Symbol unsererkapitalistischen Hochglanz- und Hightech-Ära“. (Petra Bosetti, Art – Das Kunstmagazin,Deutschland, 11/2003)Weblinks•Literatur von und über Marie-Claire Baldenweg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Website von Marie-Claire Baldenweg•Baldenweg, Marie-Claire. In: Sikart.
  12. 12. Werner BergesWerner Berges (* 7. Dezember 1941 in Cloppenburg) ist ein deutscher Pop-Art-Künstler. Für eineReihe zeitgenössischer Kritiker reifte Berges schon sehr früh zu einem der wichtigsten Vertreter derPop-Art in Deutschland heran.LebenVon 1960 bis 1963 studierte er an der Staatlichen Kunstschule in Bremen bei Johannes Schreiter.1963 bis 1968 folgte ein Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin beiAlexander Camaro. Berges lebt und arbeitet in Schallstadt bei Freiburg und Cadaqués in Spanien.Eine seiner frühen Einzelausstellungen fand 1966 in den Räumen von Großgörschen 35 statt.37Durch Werner Berges wurde die Pop-Art in Deutschland manifestiert. Er gilt als wichtigsterdeutscher Vertreter dieser Kunstrichtung.Berges ist Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und des Künstlerbundes Baden-Württemberg.BilderTypisch für Berges Arbeiten sind leuchtende Primärfarben, klare Konturen, die Verwendung vonRasterpunkten und Streifen, die den Gemälden auf spielerische Art und Weise den Charakter vonReproduktionen verleihen.Inhalt seiner Werke sind immer wieder der Werbung entnommene Frauen, Modells und Stars ausReklame und Modephotographie, denen der Künstler allerdings durch seine Darstellung einenneuen Stellenwert gibt. Erotische Körper, verführerische Blicke und strahlende Gesichter setzt ermit kräftigen Farben, Rasterpunkten, Streifen und Collagen um.AusstellungenWerner Berges stellte seine Werke in über 200 In- und Auslandsausstellungen aus. Außerdemgestaltete er das Cover zu Mousse T.s Album „Gourmet de Funk“.Auszeichnungen•1965 2. Preis für Malerei, Neues Forum, Bremen•1967 Burdapreis für Graphik, München•1967 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Bonn•1969 Förderpreis des Landes Niedersachsen Meisterschüler, Hannover•1970 Preis der Oldenburgstiftung•1981 Regiopreis der Wirtschaft, Basel•1985 Stipendium der Djerassi-Foundation Woodside, Kalifornien37Großgörschen 35 auf kunstaspekte.de
  13. 13. Werke in Museen (Auswahl)•Landesmuseum Oldenburg•Kupferstichkabinett Berlin•Augustiner Museum Freiburg•Kupferstichkabinett Dresden•Sprengel Museum, Hannover•Museum Ludwig, Köln•Wilhelm-Hack-Museum, LudwigshafenAusstellungskataloge (Auswahl)•Berges in Berlin : Bilder, Aquarelle und Zeichnungen 1963 - 1977. Markgräfler Museum,Müllheim 1998. Ausstellungskatalog, 78 S.•Berges in Baden : Bilder, Aquarelle und Zeichnungen 1977 – 1998. Markgräfler Museum,Müllheim 1998, ISBN 3-00-002733-5. Ausstellungskatalog, 84 S.•Werner Berges. Pop Art. Arbeiten 1965 – 1977. Ausstellung Museum der Stadt Ratingen vom 26.März bis 1. Mai 2000 und Kunstverein Münsterland e. V. vom 5. Mai bis 23. Juli 2000. KunstvereinMünsterland, Coesfeld 2000, ISBN 3926538368.•Erika Davis-Klemm (Hrsg.): Katalog zur Ausstellung „Jede Menge Leute“. DavisKlemmGallery -Verlag, Frankfurt 2008.Literatur (Auswahl)•Tobias Kaufhold: Auf der Suche nach der verlorenen Form. Werner Berges und die Pop-Art.Depelmann, Langenhagen 1998, ISBN 3-928330-25-X. Zugleich: Bochum, Universität,Dissertation.•Werner Berges. Bilder, Aquarelle und Zeichnungen 1982 – 1990. Edition Domberger, Freiburg1990, ISBN 3922646085.•Werkverzeichnis der Grafik. Isensee Verlag, Oldenburg 2002, ISBN 3-89598-876-6.Weblinks•Literatur von und über Werner Berges im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Werner Berges auf kunstaspekte.de•Biografie, Ausstellungsverzeichnis, Auszeichnungen, Presseartikel und Kataloge•Eine ausführliche Ausstellungsbiographie zum Künstler
  14. 14. Peter Blake (Künstler)Sir Peter Blake CBE (* 25. Juni 1932 in Dartford, Kent) ist ein britischer Künstler.LebenPeter Blake studierte von 1946 bis 1951 am Gravesend Technical College and School of Art undvon 1951 bis 1956 am Royal College of Art in London, wohin er auch als Lehrer von 1964 bis 1976zurückkehrte. Sein Schüler Ian Dury widmete ihm später den Song Peter the Painter.WerkPeter Blake wurde in den späten 1950er Jahren einer der bekanntesten Künstler der Pop Art.Themen seines Schaffens sind Idole der Popkultur, die Welt des Zirkus und die dazugehörendenVeranstaltungsplakate, Comics und Postkarten. Seine Techniken sind die Collage und Assemblagesowie deren Imitation in gemalter Form. Sein bekanntestes Werk ist das Design desSchallplattencovers des Beatles-Albums Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band von 1967. 1975war er Mitbegründer der Künstlergemeinschaft Brotherhood of Ruralists, als er durch die ländlicheUmgebung seines Wohnsitzes in Wellow neue künstlerische Impulse erhielt und sich derLandschaftsmalerei in realistischen Maltechniken zuwendete.Patrick CaulfieldPatrick Caulfield (* 29. Januar 1936 in London; † 29. September 2005 in London) war einenglischer Maler, Druckgrafiker und Illustrator. Er zählt zur britischen Pop-Art.LebenPatrick Caulfield studierte an der Chelsea School of Art in London von 1956 bis 1960 und amRoyal College of Art von 1960 bis 1963. Er nahm an der berühmt gewordenen YoungContemporaries Ausstellung des Jahres 1961 teil, welche die Royal College Studenten um DavidHockney, R. B. Kitaj, Allen Jones, Derek Boshier, Peter Phillips, mit einem Schlag bekannt machte.Nach dem Studium kehrte Caulfield als Hochschullehrer an die Chelsea School of Art zurück(1963–1971). 1964 wurde er in der Pop-Art New Generation Ausstellung in der Whitechapel ArtGallery in London gezeigt. Caulfield war aber kein typischer Pop-Art Künstler. Beeinflusst vonJuan Gris, Legér und René Magritte, entwickelte er aber einen eigenen, linearen Stil, der erkennbareGegenstände nur im Umriss wiedergab. Er kombinierte aber auch geradlinige Formen durchdetaillierte Elemente nach der Art des Fotorealismus. Caulfield war auch als Designer von Plakaten,Buchumschlägen und Keramik tätig, 1973 illustrierte er für Petersburg Press Gedichte von JulesLaforgue. An der Royal Opera House im Covent Garden entwarf er auch Bühnenbilder fürFrederick Ahtons Ballett Rhapsodie.Ausstellungen•1961/62/63: Young Contemporaries, R.B.A. Galleries, London
  15. 15. •1964: New Generation, Whitechapel Gallery, London•1965: Einzelausstellung in der Robert Fraser Gallery, London•1965: 4. Biennale, Salon de la Jeune Peinture, Musee d′Art Moderne, Paris. Caulfield erhält dieAuszeichnung für Graphik.•1966: Einzelausstellung in der Robert Elkon Gallery, New York•1967: Internationalen Grafikausstellung in Ljubljana, Jugoslawien•1977: Ausstellung in Santa Monica, Kalifornien•1978: Tate Gallery, London•1981: große Retrospektive in der Tate Gallery, London, und der Walker Art Gallery, Liverpool•1996: Einzelausstellung bei Curwen Gallery, London•1997, 1998, 2002: Einzelausstellungén in den Waddington Galleries, London•1998: Einzelausstellung in der Victoria Art Gallery, Bath•1999: Einzelausstellung in der Alan Cristea Gallery, London•1999: Einzelausstellung in der Hayward Gallery, London•1999: Einzelausstellung bei Artforum Magazine Inc., New York•2000: Einzelausstellung bei Gwyther Contemporary, London•2000: Einzelausstellung in der Milton Keynes Gallery, Milton Keynes•2000: Einzelausstellung in der Peter Gwyther Gallery, LondonLiteratur•Marco Livingstone: Patrick Caulfield: Paintings. Lund Humphries Publishers, Aldershot u. a.2005, ISBN 0-85331-917-0.•Christopher Finch: Patrick Caulfield. Penguin, Harmondsworth 1971, ISBN 0-14-070622-4,(Penguin new art 2).Weblinks•Literatur von und über Patrick Caulfield im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Caulfield in der Tate Gallery•Eintrag in www.artfacts.net•Bigrafische Angaben bei www.getty.eduŽivko ĐakŽivko Đ ak(kyrillisch Живко Ђак; * 4. Januar 1942 in Belgrad) ist ein serbischer Maler.
  16. 16. LebenEr studierte an der Akademie der Bildenden Künste Belgrad sowie in London; in Belgradpromovierte er 1970 bei Boško Karanović. Er lebt in Novi Sad.Seine Bilder werden stilistisch zur Pop-Art und zur Neuen Figuration gezählt. In den 1990er Jahrenmalte er großformatige Aquarelle, die Menschen, Tiere und Pflanzen jeweils in geometrischvereinfachter Form darstellen. Er lehrte an der Akademie der Künste Novi Sad.Literatur•S. Živković , in: Allgemeines Künstler-Lexikon, Band 23, 1999 (ISBN 3-598-22763-9), S. 470Weblinks•Artikel über Živko Đ ak (serbisch, mit Bild)•Bild "Ludi Pjero", 1968Ed HeckEd Heck (* 1963 in Brooklyn) ist ein US-amerikanischer Pop-Art-Künstler.Leben und WerkHeck hat nach dem Abschluss der Kunstschule zunächst Kinderbücher illustriert und fürWissenschaftsjournale gearbeitet. Seine erste Ausstellung 1999 in New York wurde ein großerErfolg. Häufig von ihm verwendete Motive sind Hunde, Katzen, Fische. Die von ihm illustriertenBücher wenden sich vor allem an 4- bis 8-Jährige, die er oft zusammen mit Price Stern Sloanpubliziert.Illustrierte Bücher•Monster Opposites (im Druck)•Color-by-Penguins (im Druck)•Shape Up, Pup! (im Druck)•A B C D Eat! (im Druck)•Goodnight Dog (2010)•Many Marvelous Monsters (2010)•Chameleons Colors (2010)•Happy HoliDogs (2009)•Hide and Squeak (2009)
  17. 17. •Love Song (2008)•Big Fish Little Fish (2007)•Monkey Lost (2005)Weblinks•http://www.edheck.com•http://www.galerie-mensing.de/kuenstler/heck/heck.htmlWalter GaudnekWalter Gaudnek (* 1931 in Fleyh, Böhmen-Tschechien) ist ein moderner Künstler undKunstprofessor an der University of Central Florida in Orlando. Gaudnek gehört seit den 1970erJahren zu den Hauptvertretern der Pop-Art. Er griff als einziger Pop-Art-Künstler auch religiöseThemen (z. B. Kreuzweg in St. Michael in Schweinfurt) auf.Leben und WerkDurch die Vertreibung verliert Gaudnek 1946 seine sudetendeutsche Heimat. 1947 besucht er dieRealschule in Schrobenhausen, 1948 bis 1951 die damalige Oberrealschule in Ingolstadt (heuteChristoph-Scheiner-Gymnasium). 1951 besucht er die Blocherer Schule für freie und angewandteKunst in München. Nach einem Jahr wechselt er an die Akademie der Bildenden Künste München.1953 gründet er zusammen mit H. E. Gabriel die Neue Galerie in Ingolstadt und weitere inMünchen. Von 1957 bis 1959 studiert er an der University of California. 1968 promoviert Gaudnekan der New York University mit dem Thema „Die symbolische Bedeutung des Kreuzes in deramerikanischen Malerei der Gegenwart“. Seit 1970 ist er Professor an der University of CentralFlorida für Malerei, Grafikdesign, Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft.Gaudnek-MuseumDas Gaudnek Europa Museum in Altomünster, besteht seit 1999. In drei Etagen stellt Gaudnekrund 400 seiner Bilder und Skulpturen aus. Das Museum zeigt eine Sammlung von Gemälden,Zeichnungen, Aquarellen, Collagen, Assemblagen, Objekten, Skulpturen, Druckgrafik, das„Theater aus dem Koffer“, ein Archiv mit Fotos und Dokumenten aus den Jahren 1949–2005.Auch in der Galerie im Treppenhaus der Volksschule Altomünster sind viele Pop-Art-WerkeGaudneks zu bewundern.Literatur•Wilhelm Liebhart: Prof. Dr. Walter Gaudnek. In: Wilhelm Liebhart (Hrsg.): Altomünster: Kloster,Markt und Gemeinde. 1023 S., Altomünster 1999, S. 715–727, ISBN 3-00-005192-9.
  18. 18. Weblinks•Literatur von und über Walter Gaudnek im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Gaudnek-Werke•Gemalter Trauergesang einer Stadt – New Orleans – (Donaukurier, 2006)•en: Walter Gaudnek: Professor of Art, Painting – (UCF)•en: Walter Gaudnek: Alchemy & Magic; Medieval Images for the 21st Century – (UCF)David HockneyDavid Hockney, CH (* 9. Juli 1937 in Bradford, Yorkshire) ist ein britischer Maler, Grafiker,Bühnenbildner und Fotograf, der lange Zeit in Kalifornien lebte und im Jahr 2000 wieder nachBridlington, England zurückkehrte. Hockney gilt als ein einflussreicher Künstler des20. Jahrhunderts.Leben und WirkenHockney wurde als viertes von fünf Kindern als Sohn des Buchhalters Kenneth Hockney und seinerFrau Laura geboren. Der Vater war Hobbymaler und förderte die künstlerische Begabung desSohnes. Nach dem Besuch der Bradford Grammar School schrieb er sich 1959 am Royal College ofArt in London ein, wo er R. B. Kitaj kennenlernte. Er wurde oft mit der Pop-Art in Verbindunggebracht, er selbst verneinte dies jedoch stets.38 Seine frühen Arbeiten zeigen auchexpressionistische Elemente und sind den Arbeiten von Francis Bacon ähnlich. Gelegentlich, wieetwa in We Two Boys Together Clinging (1961), nach einem Gedicht von Walt Whitman benannt,beziehen sich seine Arbeiten auf seine Homosexualität.Später ließ sich Hockney in Kalifornien nieder und malte eine Serie von Ölgemälden vonSwimmingpools in Los Angeles. Diese haben einen realistischeren Stil und verwenden leuchtendeFarben. Er machte auch Drucke, Porträts von Freunden und Bühnenbilder für Glyndebourne, dieMailänder Scala und die Metropolitan Opera in New York City.Er war Teilnehmer der 4. documenta in Kassel im Jahr 1968 und auch auf der documenta 6 im Jahr1977 als Künstler vertreten.1974 war Hockney das Thema von Jack Hazans Film, A Bigger Splash (benannt nach einem vonHockneys Swimmingpool-Bildern aus dem Jahre 1967). Viele seiner Werke finden sich jetzt in deralten Textilfabrik Salts Mill in Saltaire, in der Nähe von Bradford.Ab dem Jahr 1976 schuf Hockney mit der Mappe Twenty Photographic Pictures fotografischeArbeiten und hatte mit dieser Kunst Erfolg. Seine „Pictures“ setzte er aus über 100 Polaroidbildernzu einer Fotocollage zusammen. Weil diese Fotos aus verschiedenen Perspektiven aufgenommenwurden und zu etwas unterschiedlichen Zeiten, erinnert das Ergebnis an kubistische Gemälde.Einige dieser Werke stellen Landschaften dar, andere sind Porträts. Ein Beispiel dieserSchaffensphase ist eine aus 63 Polaroids zusammengesetzte Komposition, die die SchwesternImogen und Hermiane Cornwall-Jones zeigt.38David Hockney. The Artchive, abgerufen am 19. November 2008 (englisch).
  19. 19. Ab Mitte der 1980er Jahre wandte sich Hockney wieder mehr der Malerei zu, die Einflüsse vonHenri Matisse und Pablo Picasso aufwies. Gleichzeitig schuf er mit den neuen technischenMöglichkeiten die Home Made Prints, Bilder aus dem Farbkopierer, und übertrug Bilder mitFaxgeräten.39Im Jahr 1991 wurde er in die Royal Academy of Arts in London gewählt.40Kritiker der Anti-Rauch-KampagneHockney ist als Raucher ein vehementer Kritiker der in Großbritannien und auch sonst überalleingeführten Rauchverbote. Er begründet das unter anderem damit, dass dies nur derPharmaindustrie diene, welche damit Produkte wie Prozac ungehindert verbreiten könne. Hockneystellt aber nicht in Abrede, dass Rauchen, passiv oder aktiv, grundsätzlich auch schädlich sein kann.Allerdings hält er Überlegungen dieser Art nicht gerade für visionäre Großtaten.41Autobiografie•David Hockney: Die Welt in meinen Augen. Autobiografie 1973–1992. Verlag Kurt Liebig,Schmieheim 2005, ISBN 978-3-938715-00-0Literatur•Burkhard Kling (Hrsg.): David Hockney. Sechs Märchen der Brüder Grimm. Six Fairy Tales fromthe Brothers Grimm. 39 Radierungen. Jonas Verlag, Marburg 2009, ISBN 978-3-89445-399-2.•Lawrence Weschler: David Hockney: Camera Works. Verlag Kindler, München 1984, ISBN 3-463-00888-2. Das fotografische Werk Hockneys, Texte in deutscher Sprache.Filmdokumentation•A Bigger Splash. Britischer Dokumentarfilm von Jack Hazan aus dem Jahr 1974, 101 Minuten(O.m.U.). A Bigger Splash in der Internet Movie Database•Hockney at the Tate. Britischer Dokumentarfilm von Alan Benson aus dem Jahr 1988, 52 Minuten,erschienen bei Arthaus Musik GmbH 2007, ISBN 978-3-939873-14-3Musik•Der deutsche Komponist Moritz Eggert schrieb das Werk Number Nine VII: A Bigger Splash fürGroßes Orchester mit direktem Bezug auf Hockneys berühmtestes Bild.39Die 100 des Jahrhunderts – Maler.Hrsg. Jordan/Lenz. Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 978-3-499-16456-9, S. 70 f4041David Hockney: Ich rauche, weil es mir guttut. FAZ.net, 14. Juli 2007, abgerufen am 19. November 2008.
  20. 20. Öffentliche Sammlungen•Pinakothek der Moderne, München (Sammlung Stoffel)Weblinks•David Hockney bei artfacts.net•Informationen zu David Hockney im BAM-Portal•David Hockney in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database•David Hockney bei photography-now.com•Bild: Peter getting out of Nick’s pool (1966)•Montierte Polaroidbilder•Bilder in hoher Auflösung•kunstaspekte.de•Biografie und Werke von David Hockney•David Hockney Biografie bei WHOS WHO•SZ-Magazin: "Ganz weit vorn"•Literatur von und über David Hockney im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Materialien von und über David Hockney im documenta-ArchivRobert IndianaRobert Indiana (* 13. September 1928 in New Castle, Indiana; ursprünglich Robert Clark) ist einUS-amerikanischer Maler sowie Hauptvertreter der Pop-Art und der Signalkunst.Bekannt wurde er durch seine plakativen Zeichenbilder, die zu den radikalsten Äußerungen in derPop-Art zählen. Ebenso einfach wie Indianas 1966 entstandenes Werk LOVE mit seinenBuchstaben L und O, darunter V und E – in den Farben Rot, Blau und Grün –, erscheinen seineanderen Arbeiten aus Zahlen, Buchstaben und fünfstrahligen Sternen. Diese Einfachheit, dieKomprimierung auf das Wesentlichste, aus der Werbung entlehnt, hatte dazu geführt, dass seineBilder zu einem Logo, einer lettristisch-emblematischen Bildfigur 42, werden konnten und wurden,was in der amerikanischen Pop-Art zu einer Apotheose führte.Leben42Karin von Maur (Hrsg.): Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Verlag Gerd Hatje, S. 90; vgl. auch:Karin Thomas: Bis Heute – Stilgeschichte der bildenden Kunst im 20. Jahrhundert. DuMont Buchverlag, Köln 1986,S. 280
  21. 21. Kindheit und Ausbildung (1928–1954)Indiana wurde als einziges Kind von Earl Clark und Carmen Waters in New Castle geboren undnannte sich ab 1959 nach jenem Bundesstaat, in dem er geboren wurde. Zur Besichtigung derWeltausstellung „Century of Progress“ reiste er mit seinen Eltern 1933 nach Chicago. Im Jahre1935 wurde Indiana in Mooresville eingeschult und seine Absicht Künstler zu werden, wurde durchseine Lehrerin Ruth Coffman stark unterstützt. Er lebte, da sich die Eltern scheiden ließen, bei derMutter und dem Stiefvater Foster Dickey. 1942 zog er nach Indianapolis, um die „ArsenalTechnical School“ zu besuchen. In der schulfreien Zeit arbeitete er bei Western Union und beim„Indianapolis Star“. Seine Bewunderung galt den amerikanischen Künstlern Charles Demuth, GrantWood, Thomas Hart Benton und Charles Sheeler. Ein Stipendium am „John Herron Institute“ imJahre 1946 nahm er nicht an und beschloss stattdessen in die Army Air Force einzutreten, wodurcher für fünf Jahre kostenfreie Ausbildung erlangen konnte. 1948, während seiner Stationierung inRome, New York, besuchte er Kunstseminare am „Manson-Williams-Proctor Institute“ in Uticaund belegte einen Anfängerkurs in Russisch an der Syracuse University.1949 meldete er sich bei der Air Force zum außereuropäischen Dienst in Übersee und wurde nachAnchorage, Alaska, wo er für die Militärzeitschrift „Sourdough Sentinel“ arbeitete, übersandt.Wenig später erhielt er Heimaturlaub, da seine Mutter tödlich an Krebs erkrankt war. Im Herbstimmatrikulierte er sich für ein vierjähriges Studium an der School of the Art Institute in Chicagound erhielt 1953 ein Stipendium an der „Skowhegan School of Painting and Sculpture“ in Maine,wo er die Sommerkurse besuchte und Alex Katz kennen lernte. An der „Skowhegan School“ erhielter die „George Brown Travelling Scholarship“, wodurch er seinen akademischen Grad an derUniversity of Edinburgh, in den Studienfächern Englische Literatur, Botanik und Philosophie des20. Jahrhunderts, abschließen konnte. Nebenher schrieb er Gedichte, die er erstmalsmaschinenschriftlich umsetzte und mit lithographischen Illustrationen versah, was für Indiana derVorbote für sein Interesse an Wörtern und deren visueller Umsetzung überhaupt war.New York (1954–1978)Nach einem letzten Sommerseminar an der University of London zog Indiana 1954 nach New Yorkund bezog ein Zimmer im Bezirk Hell’s Kitchen. 1955 arbeitete er als Verkäufer in „Frederick’sKunsthandlung“ in der 57th Street, wodurch er Kontakte zu Künstlerkreisen der Pop-Art herstellenkonnte, darunter James Rosenquist, Ellsworth Kelly und Cy Twombly. Wenig später zog er in einLoft an der Fourth Avenue, das dem Atelier Willem de Koonings rückseitig gegenüber lag. 1956bezog er ein Eck-Loft, Ecke 31 Coenties Slip mit Ausblick auf den East River und die BrooklynBridge. Wegen der billigen Mieten auf der Coenties Slip folgten andere Künstler, wie zum BeispielAgnes Martin, James Rosenquist, Ellsworth Kelly und Jack Youngerman, und bezogen dort ihreLofts. 1957 bezog er ein neues Loft, 25 Coenties Slip, und malte seine ersten Hard-Edge-Gemälde,bei denen er sich der Form eines Ginkgoblattes bediente. Indiana nahm im darauf folgenden Jahreine Teilzeitarbeit als Sekretär an der Cathedral of Saint John the Divine an und arbeitete anCrucifixion, einem aus 44 Stücken schweren Kartons zusammengefügten Wandbild, welchesFormen von Ginkgo und Avocado zeigt. Zur Herstellung des Bildes benutzte er Druckerfarbe, die ermit dem Pinsel auftrug.
  22. 22. Im Spätsommer 1963 begegneten sich Indiana und Andy Warhol in der „Stable Gallery“ vonEleanor Ward, die zu diesem Zeitpunkt auch Cy Twombly, Robert Rauschenberg und dieBildhauerin Marisol (Maria Sol Escobar) vertrat. Warhol überredete Indiana und Marisol zu einerkurzen Filmszene für seinen Underground-Experimentalfilm Kiss, in der sich das Paar drei Minutenlang küssen sollte. Im Verlauf freundeten sich Indiana und Warhol an. Anfang Februar 1964 drehteWarhol in Indianas Loft den schwarz-weißen Stummfilm EAT, mit Indiana als Hauptdarsteller. Indem Film sitzt Indiana 39 Minuten lang auf einem Stuhl, einen Pilz essend, wobei seine Katze aufseiner Schulter sitzt. Für die Dreharbeiten war Indiana zuvor Lebensmittel einkaufen gewesen, denner hatte den Abend vorher und zum Frühstück nichts gegessen. Warhol kam in sein Loft, gab ihmden einen Pilz und sagte zu Indiana, dass es dies sei, was er essen würde.Im selben Jahr hatte Indiana auf Einladung des Architekten Philip Johnson an der Fassade des„Circarama“, eines Teils des von Johnson und Richard Foster für die Weltausstellung in New York1964/65 entworfenen „New York State Pavilion“, die mit riesigen Leuchtlettern realisierte ArbeitEAT, zwischen Arbeiten von Ellsworth Kelly und Robert Rauschenberg, angebracht. 1965 arbeiteteIndiana als Theaterset- und Kostümdesigner für Virgil Thomsons The Mother Of Us All, das 1976von der „Santa Fe Opera“ produziert wurde und sich mit dem Leben der Suffragette Susan B.Anthony beschäftigt. Indiana zog erneut um und bezog ein Atelier in den Räumlichkeiten einerfrüheren Kofferfabrik in der Bowery. Eine vier Meter hohe LOVE-Skulptur aus COR-TEN-Stahlwurde 1971 zur Weihnachtszeit im New Yorker Central Park aufgestellt, die nach Fertigstellungerstmals in den leeren Räumen des neu errichteten „Indianapolis Museum of Art“ in derAusstellung „Seven Outdoors“ zu sehen war. LOVE steht im Mittelpunkt des fünfundzwanzigminütigen Dokumentarfilms Indiana Portrait und war Indianas erster Auftritt im Medium Film seitWarhols Filmen Kiss und EAT.Vinalhaven (seit 1978)1978 zog er sich in ein eher unbekanntes Landleben zurück. Indiana lebt seither auf der InselVinalhaven in Maine, einer Künstlerkolonie, die er seit 1969 regelmäßig besuchte, in einer vonStars und Stripes geschmückten Lodge namens „Star of Hope“ 43, einem ehemaligen Sitz der OddFellows. Als Indiana nach Vinalhaven kam, war für ihn das Wichtigste die „Vinalhaven Press“, voneinem Pat Nick über Jahre hinweg betrieben. Hier hatte Indiana sein Werk anhand der Lithografieund der Radierung erneuert. 1985 wurde sie eine wichtige Anlaufstelle für nationale undinternationale Künstler, zudem besitzt sie eine Kunstdruckerei mit Werkstatt und Galerieräumen inNew York. 441989 arbeitete er an der Gemäldeserie The Hartley Elegies (1989–1994), die in Erinnerung an den75. Todestag des im Ersten Weltkrieg gefallenen Offiziers Karl von Freyburg entstand. Freyburgwar ein Freund von Marsden Hartley, einem von Indiana hoch geschätzten Maler. Indiana fing an,sich für Hartley zu interessieren, als er herausfand, dass er auf demselben Grundstück lebte, wodieser 1938 gelebt hatte.The American Dream (externer Weblink)•von Robert Creeley und Robert Indiana (1998)43Volker Rattemeyer u.a.: Robert Indiana. The American Painter of Signs. Wiesbaden 2008, S. 1444[0] und [1]
  23. 23. Im Auftrag der Demokratischen Partei stellte er 1980 ein Porträt Jimmy Carters für ein „JimmyCarter Portfolio“ als Serigraphie mit dem Titel Jimmy Carter her, das er 1981 dem Präsidenten imWeißen Haus präsentierte. Als erster amerikanischer Künstler wurde Indiana 1991 eingeladen einStück der Berliner Mauer zu bemalen. 1998 wurde das umfangreiche Buch The American Dreammit Siebdruckreproduktionen Indianas sowie Gedichten von Robert Creeley vom Verlag „MarcoFine Arts“ veröffentlicht.Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 schuf Indiana eine Reihe sogenannter PeacePaintings, die im Jahre 2004 in New York ausgestellt wurden und sich auf das aktuelle Geschehenim Irak bezogen. 45WerkAusgehend von der signalhaften Farbigkeit des „Hard Edge“ und des Colourfield Painting zeichnensich Indianas Arbeiten seit den späten 1950er-Jahren durch signalhafte Bildsprache kommerziellerNatur aus (Industriereklame, Schablonenschriften), die er mit Stilmitteln der amerikanischen Kunstder 1920er-Jahre verband. Seit Beginn der 1960er-Jahre verwendete er für seine Serigraphien dieDruckgrafik und benutzt lediglich für die Plakate die Offset-Lithografie.Er selbst bezeichnet seine Werke als „hard-edge Pop“ und rückte diese so in die Nähe vonEllsworth Kellys „Hard-Edge-Malerei“. 46 So finden sich kommerzielle Messingschablonen, die erin verlassenen Lofts in New York fand und die für Nummern und Namen auf Frachtern undTransportern von Companies des 19. Jahrhunderts verwendet wurden, Eingang in seine Malerei, diesich damit teilweise in Bereichen bewegte, die er selbst als „Skulpturgedichte“ umschrieb. IndianasArbeiten bestehen häufig aus großen, einfachen, ikonenhaften Bildern, meist Buchstaben undZiffern, mit einem plakathaften Farbauftrag, wie EAT, DIE, HUG oder LOVE. „Für mich stellt das‚LOVE‘-Gemälde ein Ein-Wort-Gedicht dar. Das ‚O‘ ist Teil einer typographischen Tradition – beiim Handsatz hergestellten Skripten ist das ‚O‘ gekippt. Das war ganz und gar nicht meineErfindung. Ich habe einfach eine Tradition fortgeführt.“ 47 Ebenfalls bekannt geworden ist dieeinzigartige Bemalung eines Basketballplatzes, der früher von den Milwaukee Bucks genutztwurde, und von Indiana ein großes M auf jeder Seite des Platzes erhielt.PopIn einem in der Zeitschrift „Art News“ erschienenen Interview mit Gene R. Swenson, geführt imNovember 1963 in New York 48, gab Indiana auf die Frage, was „Pop“ für ihn sei, die Antwort, dass„Pop“ all das ist, „was die Kunst in den letzten Jahrzehnten nicht war. Im Grunde ist er einescharfe Kehrtwendung zurück zu einer gegenständlichen visuellen Kommunikation. Er ist eineplötzliche Rückkehr zum Vater nach einer 15-jährigen Erkundung des Mutterleibs. Pop ist einWiedereintritt in die Welt. Er ist ‚Scheiß auf die Bombe‘. Er ist der Amerikanische Traum,optimistisch, üppig und naiv …“ 49 Und weiter sagte er, dass es zwei Arten von „Pop“ gebe – „Pop“des harten Inneren und „Pop“ der harten Kanten. Er sei „Pop“ der „harten Kanten“ (hard-edge).45Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek Haus Kleve e.V. (Hrsg.): Der amerikanische Maler der Zeichen –Robert Indiana. The american painter of signs – Robert Indiana, Goch 2007, S. 111 f.46Annette Tietenberg, In: Volker Rattemeyer u.a., Wiesbaden 2008, S. 13 ff.47Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek Haus Kleve (Hrsg.), Goch 2007, S. 106 f.48Nach dieser Internetquelle erschien das Interview mit Swenson in „Art News“ bereits 1962; die Darstellung hier folgtder angegebenen gedruckten Quelle.49Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek Haus Kleve (Hrsg.), Goch 2007, S. 13
  24. 24. Der Warhol-Biograf Victor Bockris zitiert das Interview mit Indiana im Zusammenhang mit derwegweisenden Gruppenausstellung The New Realists der Pop Art-Künstler in der „Sidney JanisGallery“ in New York am 31. Oktober 1962 vor dem Hintergrund der Kuba-Krise. Die Vernissage,so Bockris, war zugleich ein Wendepunkt, „die Wachablösung der älteren abstrakten Maler wieAdolph Gottlieb, Robert Motherwell und Mark Rothko durch die Pop-Artisten.“ 50 Für denbeteiligten James Rosenquist waren die Künstler sogar „ohne Angst vor der Atombombe.“Der europäische „Pop“, die ganze „Pop-Kultur“ in Europa war für Indiana nur möglich durch denenorm politischen und kulturellen Einfluss, den die Vereinigten Staaten nach dem ZweitenWeltkrieg auf die gesamte westliche Welt ausübten. Im Interview mit Swenson, der die Frage anihn richtete, ob Amerika Pop sei, beantwortete er diese mit „Ja“. Denn „Amerika steckt zutiefst injedem Werk des ‚Pop‘. Die unverrückbaren ‚Inkunabeln‘ dieser Kunst seien die ‚Coca-Cola, dasAuto, der Hamburger, die Jukebox.‘ […] ‚Pop‘ ist der amerikanische Mythos. Denn dies ist diebeste aller Welten.“ Eine weitere Frage, ob Robert Indiana „Pop“ sei, bejahte er insofern, als ‚Pop‘für ihn Amerika sei, er sei ein amerikanischer Maler der Zeichen: „Die ‚hard-edges‘, von denen erspricht, um seine Kunst zu charakterisieren, sind die harten Kanten der Schilder, die in Amerikawachsen wie in Europa die Bäume.“ 51HermsHerms (externer Weblink)•Five (1984)Ab 1959/1960 entstanden Indianas sogenannte „Herms“, experimentelle Plastiken, mannshoheKonstruktionen aus verwitterten Balken und ehemaligen Schiffsmasten, mit rostigen Metallteilenunterschiedlichster Größe, Form und Funktion, wie Beschläge und Räder. Das Material fand er imehemaligen Hafengebiet am Coenties Slip. Die „Herms“ eröffneten für Indiana neue ästhetischePerspektiven, nachdem er sich eine Zeit lang mit geometrisch-abstrakter Malerei, nicht zuletztangeregt durch Ellsworth Kelly, befasst hatte. Mit diesen Assemblagen verleibte Indiana denRelikten der Vergangenheit, einem modernen Archäologen gleich, eine „glückliche Verwandlungdes Verlorenen ins Gefundene, von Müll in Kunst, des Vergessenen ins Gesuchte, des Ungeliebtenins Geliebte, von Schlacke in Gold.“ Die Skulpturen erinnern, „nicht zuletzt wegen derphallusartigen Stäbe in der Leibesmitte, an die Hermen der griechischen Antike, Kultstelen, diedem Gott Hermes zu Ehren errichtet wurden.“ Die an den Balken montierten Räder, Bewegungsuggerierend, „wirken wie ferne Echos der Flügel an den Fersen der Götterboten.“ 52 Bei derBemalung dominieren Kreise, entweder einzeln, als Gruppe von zwei, drei oder vier angeordnet undvon Farbflächen oder -streifen, fünfstrahlige Sterne, Ziffern. Neu im Vokabular sind Pfeile undschwarz-gelb oder rot-weiß gestreifte Bänder.The American DreamThe American Dream (externer Weblink)•The American Dream #1 (1960)50Victor Bockris: Andy Warhol, Claasen, 1989, S. 157 f.51Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek Haus Kleve (Hrsg.), Goch 2007, S. 1452Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek Haus Kleve (Hrsg.), Goch 2007, S. 16
  25. 25. Anfang 1960 hatte Indiana die abstrakte Komposition AGADIR, angeregt durch das schwereErdbeben von Agadir in Marokko, begonnen. Die Arbeit zeigte vier große Kreise unterschiedlicherGröße auf einer grünen Fläche, die oben und unten durch weiße zickzackförmig verlaufende Linienbegrenzt und von einer dritten Linie in der Mitte geteilt wurde. Indiana übermalte 1960 diese Arbeitmit schwarzer Farbe und versah die vier Kreise mit fünfstrahligen Sternen, Zahlen und Wörtern. Inden oberen linken Kreis malte er die Nummern von Highways, „29“, „37“, „40“ und „66“; in denoberen rechten Stern die Worte „TAKE ALL“ und in den linken unteren Stern „TILT“, vorgestanzeBegriffe von Spielautomaten sowie unten rechts in den Kreis: „THE AMERICAN DREAM“. Dasdaraus entstandene Bild The American Dream #1, aus einer Reihe von insgesamt 9 Bildern, wurde1961 vom Museum of Modern Art, New York, angekauft und war Indianas erste Arbeit, die inöffentlichen Besitz überging.In Anknüpfung an den großen Erfolg den das Bild durch den Ankauf erfuhr malte Indiana1962/1963 die Nummer 2. The Red Diamond American Dream #3 von 1962 wurde imdarauffolgenden Jahr vom Stedelijk van Abbe Museum in Eindhoven erworben. Es war das erstevon einem Museum in Europa angekaufte Werk Indianas und ist der einzige „American Dream“,der sich in öffentlichem Besitz in einem europäischen Museum befindet. Es folgten die Nummer 4und The Demuth American Dream #5 von 1963. Im Jahre 2000 folgte The Eighth American Dream,das er in Erinnerung an seine Mutter malte und schließt ab mit der 2001 entstandenen Arbeit TheNinth American Dream, bestehend aus insgesamt neun Leinwänden.NumbersDie Zahl und das Zählen spielen im Werk von Indiana eine herausragende Rolle. Der Künstler sahin ihnen vielfältige Bezüge, einen symbolischen Hintersinn der Zahlen und deren potentielleBeziehungen untereinander, zu Geburtsdaten und bedeutsamen Ereignissen, ebenso zu seinereigenen Biographie. Historische Daten, die Nummern von Highways (Route 66), Zahlen aufSpielautomaten, Gasuhren und Autoschildern stehen neben Worten aus Texten von Dichtern oderWorten, die er auf kommerziellen Schablonen fand, und werden miteinander verknüpft und in einNetz aus Verweisen gewebt.Ein Beispiel: Indianas Lieblingsbild war I Saw the Figure Five in Gold von Charles Demuth.Entstanden war es 1928 im Geburtsjahr Indianas. 1963, im Todesjahr William Carlos Williams,dessen Gedicht „The Great Figure“ Demuth zu seinem Gemälde angeregt hatte, malte Indiana einegemeinsame Hommage an Demuth und Williams. Die Hommage ist „eine fünfteilige Kompositionin kreuzförmiger Anordnung mit dem Titel ‚The Demuth American Dream No. 5‘, in der fünfmal diedreifache Fünferprogression von Demuths Gemälde signalhaft aufscheint.“ 53„1963 minus 1928 ergibt 35, eine Zahl, die sich aus der Folge von jeweils drei Fünfen (555) ergibt,die bei Demuth das Herannahen des Feuerwehrfahrzeugs in dem Erlebnis des Dichterssymbolisieren. Während der zentrale Fünferkreis alle Monogramme und Worte aus Demuths Bildwieder aufgreift und mit der Kreisschrift ‚AMERICAN DREAM 1928/1963‘ verbindet, weisen dievier äußeren Kreise Indianas Leitworte ‚ERR/DIE/EAT/HUG‘ (Irre/Stirb/Iß/Umarme) auf […]“ 5453Karin von Maur (Hrsg.): Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts, S. 9054
  26. 26. LOVEDas Motiv wurde 1964 vom „Museum of Modern Art“ in New York als Weihnachtskarte beiIndiana in Auftrag gegeben. Da die Karte den Copyrightvermerk des Museums und nicht den vonIndiana trug, hatte der Künstler die kommerziellen Nutzungsrechte am Schriftzug in den USA nachdem damals gültigen amerikanischen Urheberrecht verloren. In der Folge konnte LOVE, nebenAdaptionen namhafter Künstler, in der Werbung, auf Buch- und Plattencovern, auf Zeitschriftenund Plakaten, beliebig oft zitiert, kopiert und abgewandelt werden. So beklagte sich Indiana, dassjeder sein LOVE kenne, aber niemand auch nur die entfernteste Ahnung hätte, wie er aussehe. 55LOVE, als künstlerisches Thema 1966 entstanden, in den Farben Blau, Rot und Grün, existiert alsSkulptur aus Marmor, Aluminium sowie COR-TEN-Stahl, als Siebdruck, Plakat, Wandteppich,einem 1977 realisierten LOVE-Ring und einer 8-Cent-Briefmarke, die Indiana im Auftrag der US-Regierung 1973 entwarf und in einer Auflage von 330 Millionen Exemplaren unter dem Motto„For Someone Special“ herausgegeben wurde. Die Botschaft von LOVE sollte über die ganze Weltgesendet werden. LOVE ist, ebenso wie andere Bilder von Indiana, zu einem Logo, einem positivenSymbol, geworden, das viele Aspekte aus Kunst, Konsum, Politik und Religion vertritt, zumVietnamkrieg, zur Erotik und zum Sex gleichermaßen.Indianas The Great Love (Love Wall) aus dem Jahre 1966, eines seiner ersten LOVE-Bilder, ist inden besagten Farben gehalten, besteht aus vier gleichgroßen quadratischen Leinwänden, wobei sichalle Buchstaben, außer den gekippten „O’s“, nahtlos berühren und sich eine um zweispiegelsymmetrische Achsen aufbauende Komposition 56 ergibt. Seine Komposition undausbalancierte Bildgewichtung hatte Frank Stella einmal ein „non-relational painting“ 57 genannt,denn die Beziehung der „Symmetrie des Bildes befreit vom Zwang der Komposition.“ 58Inhaltlich reicht LOVE zurück in Indianas Kindheit, die geprägt war von der im 19. Jahrhundert vonMary Baker Eddy gegründeten „Christian-Science-Lehre“. „God is Love“ steht in jeder Kirchegeschrieben. Diese besonders spezifische Form der amerikanischen Spiritualität, die Teil desbesonders amerikanischen Milieus ist und letztlich die Quelle von LOVE wurde, hatte der Künstlerin seiner Bedeutung immer unterstrichen. Die Liebe Indianas zu der Farbe Rot, ebenso zur Zahl 66,verdanke er seinem Vater, der bei Phillips 66 gearbeitet hatte. 59Eine Adaption dieses berühmten Bildmotivs von Robert Indiana nimmt die Crossover-Band RageAgainst the Machine auf ihrem Album Renegades vor. Anstelle von LOVE steht dortkontradiktorisch RAGE, wobei nicht der zweite, sondern der dritte Buchstabe, das G, gekippt ist.Das Album enthält ausschließlich Coverversionen von Songs anderer Bands. Die Verwendung vonIndianas Bildmotiv versinnbildlicht somit das Prinzip der künstlerischen Übernahme undTransformation, das die Band musikalisch praktiziert.The Hartley ElegiesMarsden Hartley (externer Weblink)•Portrait of a German Officer (1914)55Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek Haus Kleve (Hrsg.), Goch 2007, S. 2656Gerhard Storck (Vorw.): Sammlung Helga und Walther Lauffs im Kaiser-Wilhelm-Museum. Amerikanische undeuropäische Kunst der sechziger und siebziger Jahre, Krefeld 1983, S. 82575859Annette Tietenberg, In: Volker Rattemeyer u.a., Wiesbaden 2008, S. 14
  27. 27. Marsden Hartley schuf 1914/1915, in Erinnerung an seinen Freund Karl von Freyburg, die ReiheWar Motifs. Es sind abstrakt gehaltene Kompositionen auf schwarzem Hintergrund aus Elementenvon Freyburgs Uniform und den Insignien des militärischen Pomps des wilhelminischenDeutschlands, die den Maler faszinierte; Helm, Sporen, Schulterklappen, Orden, Banner undFahnen. Am Anfang von Harleys Reihe, steht das Motiv Portrait of a German Officer, Indianadurch seine Besuche im Metropolitan Museum, New York, gut bekannt.The Hartley Elegies (externer Weblink)•KvF I (1990)Am 7. Oktober 1989, 75 Jahre nach Freyburgs Tod, begann Indiana an der ersten von insgesamt 18Leinwänden zu arbeiten. Sie trägt den Titel KvF I und ist eine hard-edge-Paraphrase auf HartleysBild im Metropolitan Museum. Im weiteren Verlauf seiner Arbeit an den Elegies werden dieMotive zunehmend freier, komprimierter; die Bildmaße entwickeln sich von hochrechteckigen überquadratische, auf die Spitze gestellte Leinwände hin zu kreisrunden Bildern.Für Robert Indiana war die Arbeit an den Hartley Elegies unter anderem eine Arbeit an der eigenenBiographie und Arbeit am eigenen Mythos. Sie bot Gelegenheit, die Summe seines Werkes zuziehen, zudem um seine Identität als homosexuellen Künstler zu thematisieren. In dieser Arbeitverschränkt er die Koordinaten seines eigenen Lebens mit denen Hartleys und Freyburgs und stelltanalogisch eine Verbindung zwischen deren Beziehung und seiner Beziehung zu seinemLebensgefährten Ted Beck, der germanisiert und geadelt als „TvB“ auf mehreren Leinwändenerscheint, her. 60Kunsthistorische EinordnungJasper Johns (externer Weblink)•Figure 5 (1960)Neben Indiana hatte ebenso Jasper Johns bereits im Jahre 1954 begonnen Zahlenbilder zu malenund stellte im darauffolgenden Jahr eine Serie von enkaustischen und collagierten Gemälden voneinzelnen Zahlen, Ziffern auf rechteckigen Leinwänden her, die Figures benannt sind. Bis 1960hatte Jasper Johns vier verschiedene Motive der Zahlenbilder entwickelt – „Figures“, „Numbers“,„0 9“ und „0“ bis „9“. Die „Figures“ zeigen eine einzelne Ziffer auf einer rechteckigenLeinwand, wie in Figure 5 von 1960. Im Unterschied zu Charles Demuths I Saw the Figure Five inGold und Indianas The Demuth American Dream No. 5 hat die Ziffer bei Jasper Johns jedoch keinefunktionelle und symbolische Bedeutung, sondern ist ein Teil des Bildes und beschreibt intypografischer Form die Ziffer – sie „schließt nichts ein, zählt nichts auf, aber eröffnet eineUnendlichkeit an Bedeutungen, die ein Hinterfragen der Malerei und deren Vorgangeinschließt.“ 61 Als im Januar 1958 Leo Castelli in New York die erste Ausstellung über JasperJohns veranstaltete, war es für die Kunstwelt ein Skandal, dass es ein junger Künstler wagte,„gegen den Trend zu arbeiten und die Vorherrschaft des von einflußreichen Kritikern als einegenuin amerikanische Kunstrichtung geprisenen ‚Abstract Expressionism‘ zu unterwandern.“ DassJasper Johns ein Motiv wie die Zahl 5 zum alleinigen Sujet erhob, führte in der Kunstwelt bereits zuIrritationen, obwohl er mit Demuth schon einen großen Vorläufer hatte. 6260Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek Haus Kleve (Hrsg.), Goch 2007, S. 27 ff.61Rendezvous. Masterpieces from the Georges Pompidou and the Guggenheim Museums. Guggenheim MuseumPublications, 1998, S. 65462Karin von Maur (Hrsg.): Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts, S. 71
  28. 28. Ausstellungen (Auswahl)•1960: New Forms, New Media, Martha Jackson Gallery, New York•1962: New Realists, Sidney Janis Gallery, New York•1964: Nieuwe Realisten, Gemeente Museum, Den Haag•1966: LOVE Show, Stable Gallery, New York•1966: Robert Indiana. Number Paintings, Galerie Schmela, Düsseldorf•1966: Stedelijk van Abbemuseum, Eindhoven•1966: Museum Haus Lange, Krefeld•1968: 4. documenta, Kassel•1970: American Art since 1960; organisiert von Sam Hunter für die Princeton University,Princeton•1972: Galerie Denise René, New York•1973: Nine Artists/Coenties Slip, Whitney Museum Downtown, New York•1974: Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington D.C.•1982: Farnsworth Museum, Rockland, Maine•1984: Woodworks, National Museum of American Art, Washington D.C.•1991: 3. Biennale der Skulptur in Monte Carlo, Monte Carlo; vertreten mit einer Vier-Meter-Skulptur von LOVE•1992: Pop Art, Museum Ludwig, Köln; Centro Reina Sofia, Madrid; Museum of Fine Arts,Montreal•1997: Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts, Staatsgalerie Stuttgart•2007–2008: Museum Kurhaus Kleve, Kleve 63•2008: Museum Wiesbaden, Wiesbaden 64Werke (Auswahl)Skulpturen•1960: ZIG, Holz, Draht, Eisen, Ölfarbe, 165 × 45 × 41 cm, Museum Ludwig, Köln•1964: DILLINGER, Holz, Eisen, Ölfarbe, 191,8 × 57,2 × 53,3 cm, Paul Kasmin Gallery, New York•1973: LOVE, lackiertes Aluminium, 91,4 × 91,4 × 45,7 cm, Museum Frieder Burda, Baden-Baden•1980–2001: Numbers, One through Zero, lackiertes Aluminium, 198 × 128 × 91 cm, SimonSalama-Caro/Morgan Art Foundation•1977–2000: AHAVA, lackiertes Aluminium, 183 × 183 × 91 cm, Simon Salama-Caro/Morgan ArtFoundation63Die Ausstellungen in Wiesbaden und Kleve wurden vom Künstler selbst, von Vinalhaven aus, begleitet undunterstützt.64
  29. 29. •1992: The American Dream, Holz, Mixed Media, 210 × 90,2 × 43,2 cm, Simon Salama-Caro/Morgan Art Foundation•1993: Four Star, Holz, Mixed Media, 189,2 × 93,3 × 45,7 cm, Simon Salama-Caro/Morgan ArtFoundationGemälde•1961–1962: The American Gas Works, Acryl auf Leinwand, 152,5 × 122 cm, Museum Ludwig,Köln•1962: The Red Diamond American Dream #3, Öl auf Leinwand, 187,6 × 187,6 cm, VanAbbemuseum Eindhoven•1963: The X-5, Öl auf Leinwand, 257,8 × 274,3 cm, Whitney Museum of American Art•1965–1998: Silver Bridge, Öl auf Leinwand, 171,5 × 171,5 cm, Simon Salama-Caro/Morgan ArtFoundation•1966: The Great Love (Love Wall), Acryll auf Leinwand, 4 Teile je 103 × 103 cm, SammlungHelga und Walther Lauffs, Krefeld; erworben 1968, verkauft 2008 65•1966: USA 666 II, Acryl auf Leinwand, 5 Teile je 91,5 × 91,5 cm, Museum Ludwig, Köln, 1970erworben von der Galerie Schmela, Düsseldorf•1968: Aspen LOVE, Öl auf Leinwand, 30 × 30 cm, Privatbesitz•1968: The Big Eight, Acryl auf Leinwand, 220 × 220 cm, Museum Ludwig, Köln•2002: US 66 (Cities), Öl auf Leinwand, 257,8 × 257,8 cm, Simon Salama-Caro/Morgan ArtFoundationSerigraphien•1968: Numbers, Portfolio mit 10 Original-Serigraphien und 10 Gedichten von Robert Creeley,Siebdruck, Auflage 125, je 65 × 50 cm, Privatbesitz•1968: Die Deutsche Vier (documenta), Siebdruck, 72 × 72 cm, Privatbesitz•1971: The Great American Dream, Siebdruck, Auflage 68, 78,7 × 71,1 cm, Privatbesitz•1971: Eine kleine Nachtmusik, Siebdruck, Auflage 250, 65,0 × 55,0 cm, Edition Domberger,Filderstadt•1989–1994: The Hartley Elegies, The Berlin Series, 5 Serigraphien, Siebdruck, Auflage 50, je204 × 141 cm, Robert Indiana, Vinalhaven•2001: The Black Marilyn, 10-farbig, Siebdruck, Auflage 50, 91,8 × 91,8 cm, Simon Salama-Caro•2001: The Sunbirst Marilyn, Siebdruck, Auflage 100, 78,7 × 66 cm, Simon Salama-Caro65Lisa Zeitz: Sammlung Lauffs zum Verkauf. Werke, unterwegs von Krefeld nach New York. Abgerufen am 30. August2008.
  30. 30. Literatur•Volker Rattemeyer u. a.: Robert Indiana. The American Painter of Signs, Museum Wiesbaden, 22.Januar bis 18. Mai 2008, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-89258-075-1•Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. (Hrsg.): Der amerikanischeMaler der Zeichen – Robert Indiana. The american painter of signs – Robert Indiana, Ausstellungim Museum Kurhaus Kleve 26. August 2007–6. Januar 2008 / Museum Wiesbaden 20. Januar–18.Mai 2008, Texte von Guido de Werd, Volker Rattemeyer, Roland Mönig, Michael Eldred, StefanBarmann. B.o.s.s Druck und Medien, Goch 2007, ISBN 978-3-934935-38-9 (deutsch, englisch)•Heiko Hasenbein: Kunst im Quadrat. Plattencover 1960–2005, Ausstellung im MuseumHuelsmann 9. Februar–30. September 2007, Bielefeld 2007, ISBN 3-9805831-8-X•Nathan Kernan: Robert Indiana. Editions Assouline, 2003, ISBN 2-84323-525-1•Susan Elizabeth Ryan: Robert Indiana: Figures of Speech. Yale University Press, 2000, ISBN 0-300-07957-5•Rendezvous. Masterpieces from the Georges Pompidou and the Guggenheim Museums.Guggenheim Museum Publications. Cantz, 1998, ISBN 0-89207-213-X•Karin von Maur (Hrsg.): Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Verlag Gerd Hatje,(anlässlich der Ausstellung Magie der Zahl in der Kunst des 20. Jahrhunderts in der StaatsgalerieStuttgart vom 1. Februar bis 19. Mai 1997), ISBN 3-7757-0666-6•Karin Thomas: Bis Heute – Stilgeschichte der bildenden Kunst im 20. Jahrhundert. DuMontBuchverlag, Köln, 1986, S. 280, ISBN 3-7701-1939-8•Gerhard Storck (Vorw.): Sammlung Helga und Walther Lauffs im Kaiser Wilhelm MuseumKrefeld. Amerikanische und europäische Kunst der sechziger und siebziger Jahre, 13. November1983 bis 8. April 1984, Krefeld 1983•Robert Darmstädter: Reclams Künstlerlexikon. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1979, ISBN 3-15-010281-2•Kunsthalle Nürnberg (Hrsg.): Graphik der Welt. Internationale Druckgraphik der letzten 25 Jahre,Ausstellung Kunsthalle Nürnberg 18. August bis 28. November 1971. Erker Verlag St. Gallen,Nürnberg 1971•4. documenta. Internationale Ausstellung 27. Juni bis 6. Oktober 1968 Kassel, Katalog 1, Katalog2. Druck + Verlag GMBH Kassel, 1968Weblinks•Robert Indiana auf kunstaspekte.de•Informationen zu Robert Indiana im BAM-Portal•Literatur von und über Robert Indiana im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Autochronology Robert Indiana – Biografie (englisch)•Robert Indiana Pop Art Love Showroom (englisch)•Materialien von und über Robert Indiana im documenta-Archiv
  31. 31. EinzelnachweiseSoweit nicht anders vermerkt, basiert der Hauptartikel auf den biographischen Angaben in: Guido de Werd u. a.: RobertIndiana: Der amerikanische Maler der Zeichen, Goch 2007 Dieser Artikel kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht hinreichend bebildert werden. Zurzeit sind keine passenden Abbildungen verfügbar, die zur freien Weiternutzung ausreichend lizenziert sind. Siehe dazu auch die FAQ zu Bildern.Allen JonesAllen Jones (* 1. September 1937 in Southampton) ist ein britischer Künstler der Pop-Art.LebenAllen Jones studierte von 1955 bis 1960 am Hornsey College of Art und am Royal College of Art inLondon, wo er Studienkollege von R. B. Kitaj und David Hockney war. Ab 1964 lebte er für zweiJahre in New York. In der Folge übernahm er zahlreiche Lehraufträge an Kunsthochschulen, unteranderem auch in Hamburg und Berlin. Er war Teilnehmer der documenta III in Kassel im Jahr 1964und auch auf der 4. documenta im Jahr 1968 als Künstler vertreten, wo er Perfect Matchpräsentierte.1986 wurde er als Vollmitglied in die Royal Academy of Arts gewählt. Allen Jones lebt heute inLondon.WerkAllen Jones gilt durch seine provokanten Arbeiten als einer der prägendsten Künstler der britischenPop-Art. Er arbeitet sowohl in der Malerei, als auch als Schöpfer von Skulpturen. Seine Werkehaben oft einen stark erotischen Bezug. Er thematisiert sexuelle Vorlieben wie BDSM undsexuellen Fetischismus und betont, persifliert oder verfremdet sie gleichzeitig. Jones zitiert inseinen Arbeiten gern phallische Symbole (z. B. Krawatten als Zeichen männlicher Potenz) undkontrapunktiert diese mit Sinnbildern weiblicher Erotik (Sujets von Frauenbeinen in hochhackigenSchuhen) und polarisiert den Betrachter durch seine Plastiken und Skulpturen.Bekannt wurde Jones Ende der 1960er vor allem durch seine aufreizenden, lebensgroßen undrealistisch wirkenden Frauenfiguren aus Stahl und Fiberglas, welche wie masochistischeSchaufensterpuppen zu Möbelstücken reduziert als Tische, Stühle oder Kleiderständer fungierenund somit ausgeliefert und bar jeglicher Persönlichkeit ihrer Würde beraubt worden sind. StanleyKubrick ließ sich von diesen Skulpturen für die Innenausstattung der Korova-Milchbar im FilmUhrwerk Orange inspirieren.66Allen Jones wurde überdies durch die Gestaltung einer Flakon-Serie für die Parfum-Reihe Lesbeaux arts in Form von High-Heels bekannt.66http://arts.guardian.co.uk/image/0,,1690423,00.html
  32. 32. Literatur•Andrew Lambirth: Allen Jones (2005), Royal Academy of Arts; ISBN 190397321X (englisch)Weblinks•Materialien von und über Allen Jones im documenta-Archiv•kunstaspekte.de•artcyclopedia.com über Allen Jones (englisch)•Cass Sculpture Foundation page on Allen Jones – mit Bildern (englisch)Alex KatzAlex Katz (* 24. Juli 1927 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Maler.Katz ist ein moderner amerikanischer Maler. Sein Werk ist dem modernen Realismus und der Pop-Art zuzuordnen. Ein Großteil seiner Bilder sind Porträts, aber er schuf auch Landschaften undArchitekturbilder.LebenKatz wurde 1927 in Brooklyn (New York) als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer geboren undwuchs in St. Albans in Queens auf. Sein Vater war ein Kaufmann, seine MutterTheaterschauspielerin. Von 1946 bis 1949 studierte Alex Katz an der Cooper Union Art School inNew York, einer Kunstakademie, die der französischen Avantgarde nacheiferte. Anschließend ginger bis 1950 an die Skowhegan School of Painting and Sculpture in Skowhegan, Maine.Seine erste Einzelausstellung 1954 in der Roko Gallery in New York war ein Misserfolg. 1960 und1964 entwarf er Bühnenbilder und Kostüme für die Auftritte der Paul Taylor Dance Company beimSpoleto-Festival. 1972 erhielt er ein Guggenheim-Stipendium für Malerei.Die Cooper Union Art School richtete 1994 eine Gastprofessur ein, finanziert mit demVerkaufserlös aus zehn von Katz gespendeten Bildern. Im April 2001 war Alex Katz Gaststipendiatder American Academy in Berlin. Er lebt in New York und Maine.WerkCharakteristisch für die Portraits von Katz sind überlebensgroße Brustbilder und Köpfe und ihrevereinfachte, flächenhafte, fast schablonenartige Gestaltung, wobei der Gesichtsausdruck, ähnlichwie auf Werbeplakaten, auf das Wesentliche reduziert ist.Folgende öffentliche Galerien und Museen im deutschen Sprachraum besitzen Werke von AlexKatz:•Deutschland: Aachen (Neue Galerie), Hannover (Altana Museum), München (BayerischeStaatsbibliothek), Berlin (Neue Nationalgalerie)•Österreich: Wien (Essl Collection, Graphische Sammlung Albertina, Museum Moderner KunstStiftung Ludwig)
  33. 33. •Schweiz: Lausanne (Musée des Beaux-Arts), Zürich (Daros Foundation)Ausstellungen (Auswahl)18. Oktober - 16. November New York Alex Katz: Paintings (Roko1954 Gallery)1988 New York Alex Katz: A Print Retrospective (Brooklyn Museum of Art)1995 Baden-Baden Alex Katz: American Landscape (Staatliche Kunsthalle)1996 USA Alex Katz: A Drawing Retrospective (Wanderausstellung des Munson-Williams Proctor Institute, Utica, New York)1998 London Alex Katz: Twenty Five Years of Painting (The Saatchi Collection)1999 Trento Alex Katz (Galleria Civica Di Arte Contemporanea)2002 Bonn Alex Katz - In Your Face (Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland)13. Februar - 27. April 2003 Hamburg Alex Katz - Cutouts (Deichtorhallen)Juni - Oktober 2003 Klagenfurt Alex Katz (Museum Moderner Kunst Kärnten)16. Dezember 2004 - 20. Februar Wien Alex Katz: Cartoons and2005 Paintings (Graphische Sammlung Albertina)4. März - 12. Juni 2005 Málaga Alex Katz (CAC)11. Oktober 2009 - 21. Februar Kleve Alex Katz: An American Way of2010 Seeing (Museum Kurhaus Kleve)28. Mai 2010 - 29. August 2010 Wien Alex Katz - Prints (Graphische Sammlung Albertina)5. Oktober 2010 - 3. April 2011 Schwäbisch Hall Alex Katz - Prints, Paintings, Cutouts (Kunsthalle Würth)
  34. 34. Literatur•Ann Beattie: Alex Katz, Harry N. Abrams, New York 1987•Kay Heymer: Alex Katz, in your face, Katalog zur Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalleder Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 2002 ( Auszug)•Thaddeus Ropac (Vorw.): Ensemble Moderne. Das moderne Stilleben. The Still-Life in ModernArt. Galerie Thaddeus Ropac, Salzburg 25. Juli bis 31. August 1998; Paris 12. September bis 10.Oktober 1998, Salzburg, Paris 1998, ISBN 3-901935-03-7 (deutsch/ englisch)Weblinks•Offizielle Webseite (englisch)•Alex Katz in der Artcyclopedia (englisch)•Literatur von und über Alex Katz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•Informationen zu Alex Katz auf der Seite der Deichtorhallen, HamburgYves KleinYves Klein (* 28. April 1928 in Nizza; † 6. Juni 1962 in Paris) war ein französischer Maler,Bildhauer und Performancekünstler. Er war Mitbegründer und führender Vertreter der NouveauRéalisme genannten Kunstströmung in Frankreich.WerdegangDer Sohn des Künstlerehepaares Marie Raymond und Fred Klein wuchs teilweise in Paris und inNizza auf, wo er von 1944 bis 1946 die Ecole Nationale des Langues Orientales besuchte. 1946,mit 18 Jahren, schuf Klein sein „erstes unendliches und immaterielles Gemälde am Strand vonNizza liegend, indem er den blauen mediterranen Himmel signierte und zu seinem ersten undgrößten ‚Monochrom‘ erklärte.“67 Im selben Jahr begann Klein, Judo in den Mittelpunkt seinesInteresses zu rücken, und lernte dabei 1947 in Nizza Claude Pascal und Armand Fernandez(Arman) kennen, die ihn bis hin zur Manifestation der Gruppe der Nouveau Realistes (NeuerRealismus) begleiteten. Es begründeten sich hier erste eigenständige künstlerische undphilosophische Gehversuche. In diesem Zeitraum entstanden auch die ersten Versionen zurSymphonie Monoton Silence. Klein studierte intensiv Max Heindels Buch La Cosmologie des Rose-croix sowie dessen mystisch-christlichen Lehren und war von 1948 bis 1952 selbst Mitglied derRosenkreuzer-Gemeinschaft.68 Zudem las er L’Air et les songes. Essai sur l’imagination dumouvement des französischen Philosophen Gaston Bachelard, in dessen Lektüre dem Blau desHimmels ein Kapitel gewidmet ist.6967Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Das XX. Jahrhundert. Ein Jahrhundert Kunst in Deutschland. NicolaischeVerlagsbuchhandlung, Berlin 1999. ISBN 3-87584-869-1, S. 24368Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.): Das XX. Jahrhundert. Ein Jahrhundert Kunst in Deutschland. NicolaischeVerlagsbuchhandlung, Berlin 1999. ISBN 3-87584-869-1, S. 23469
  35. 35. 1949, nachdem er ein Jahr zuvor, beeindruckt vom Blau der Fresken in der Basilika von Assisi, voneiner Reise nach Italien zurückkam, begann er seine ersten monochromen Bilder zu malen.70 Sieinspirierten die Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO, die 1958 von Heinz Mack und Otto Pienegegründet wurde. 1952 lernte er Japanisch an der École Nationale des Langues Orientales in Parisund reiste bis 1953 nach Japan71, wo er den vierten Dan erreichen konnte.1955 zog er nach Paris und begründete die Monochromien72, monochrome Bilder, in denen erzunehmend ein monochromes Ultramarinblau einsetzte, das er sich 1956 als International KleinBlue (IKB) patentieren ließ. Der farbpsychologische Effekt dieses (leicht rotstichigen) Blautonsbesteht vor allem in seiner Sogwirkung auf den Betrachter, welcher sich förmlich „in das Bildhineingezogen“ fühlt. Erste Versuche im Jahr 1949, als Klein in London bei einem Vergolderarbeitete und unmittelbar mit dem Farbpulver in Berührung kam, schlugen fehl, da sowohl dieLeuchtkraft des Pigments verloren ging, sobald es mit dem Bindemittel versetzt wurde, als auchohne Bindemittel keine Haftung erfolgen wollte. 1955 fand er mit der Hilfe von Edouard Adam,Besitzer eines Geschäfts für Künstlerbedarf, eine Lösung dieses Problems: Rhodopas,normalerweise als Fixativ benutzt, ließ die Leuchtkraft bei gleichzeitiger Haftung erhalten.73Im Oktober 1955 lernte Klein den Kunstkritiker Pierre Restany während der erster öffentlichenAusstellung seiner Monochrome in der Editions Lacoste in Paris kennen. Restany entwickelte zudieser idealistischen Künstlerpersönlichkeit eine spontane Zuneigung und fand zu dessen Ideeneinen emotionalen Zugang. Klein, obgleich utopischer Träumer, hatte eine klare künstlerischeHaltung, war aber als ”[…] ein Seiltänzer zwischen Genie und Scharlatan […]”74 bei dieVerbreitung seiner Konzeption auf Kunstkritiker angewiesen. Der Künstler fand in Restany einenkongenialen Interpreten, der seinen künstlerischen Ansatz intuitiv verstand, eine Fähigkeit, dieKlein als „direkte Kommunikation” bezeichnete. Restany wurde nicht nur engster Vertrauter desKünstlers, er wurde dessen vehementester Fürsprecher und formulierte fortan die literarischen undtheoretischen Grundlagen zu Kleins künstlerischen Positionen.75Im Februar 1956 wurde in der Galerie Colette Allendy die Ausstellung Yves – Propositionsmonochrome eröffnet, deren Konzept anschließend auch in der Galerie Apollinaire in Mailand, am31. Mai 1957 bei Alfred Schmela in Düsseldorf76 und in der Galerie One in London gezeigt wurde.Im April 1958 stellte die Galerie Iris Clert die Performance „Le Vide (Die Leere)" von Yves Kleinvor, die legendär wurde und zu deren Eröffnung alleine 3000 Besucher kamen. Auf derEinladungskarte lud Restany die Kunstfreunde ein, einer „Manifestation einerWahrnehmungssynthese” beizuwohnen, die Kleins „[…] malerische Suche nach einer Ektatischenund umbittelbar mitteilbaren Emotion […]” rechtfertigte.77 Restany formulierte während derAusstellungn den Titel Die Leere um in das für treffender befundene „Die Spezialisierung derSensibilität im Urzustand als dauerhafte malerische Sensibilität”. In der Ausstellung waren keineKunstwerke zu zu sehen, die makellos weißen, von Neonröhren beleuchteten Wände derGalerieräume waren völlig leer.70Modern Art Center, Calouste Gulbenkian Foundation (Hrsg.): Exhibition Dialogue on Contemporary Art in Europe.Museum Moderner Kunst, Wien, Museum van Hedendaagse Kunst, Ghent u. a., 28. März 1985 bis 16. Juni 1985,S. 24771Francisco Calvo Seraller: (Einl.): Guggenheim Museum Bilbao Collection. Guggenheim Bilbao 2009, ISBN 978-84-95216-61-8, S. 510727374Max Hollein, in: Oliver Berggruen, Max Hollein, Ingrid Pfeiffer: Yves Klein, Cantz, Ostfildern-Ruit, 2004, ISBN 3-7757-1446-4, S. 975Hannah Weitemeier: Yves Klein, 1928-1962: international Klein blue, Taschen, 2001, ISBN 978-3-382285643-776Karl Ruhrberg (Hrsg.): Alfred Schmela. Galerist · Wegbereiter der Avantgarde. Wienand, Köln 1996, ISBN 3-87909-473-X, S. 2577Nuit Banai, Yves Kleins Abenteuer der Leere, in: Oliver Berggruen, Max Hollein, Ingrid Pfeiffer: Yves Klein, Cantz,Ostfildern-Ruit, 2004, ISBN 3-7757-1446-4, S.22
  36. 36. Im Jahr 1960 wurde in seinem Atelier das Manifest Nouveau Réalisme unterzeichnet, und Kleinwurde Mitglied der gleichnamigen Künstlergruppe, die unter Restanys Leitung stand.Klein war seit dem 21. Januar 1962 verheiratet mit Rotraut Klein-Moquay, geb. Uecker, derSchwester des Künstlers Günther Uecker, der Mitglied der Künstlergruppe ZERO war. SeineSchaffensperiode dauerte nur acht Jahre; wenige Monate nach der Heirat starb er mit 34 Jahren aneinem Herzinfarkt.Klein verfasste ebenfalls Essays und drehte mehrere Filme.Yves Klein gilt als Avantgarde-Künstler und als Vorläufer der Pop-Art. Daneben veranstaltete ererste Performances (Aktionskunst).Künstlerisches WerkBekannt sind vor allem seine monochromen Bildkompositionen, insbesondere diejenigen, die er ineinem von ihm entwickelten und unter dem Namen International Klein Blue (IKB, =PB29, =CI77007) patentierten Ultramarinblau anfertigte, aber auch in Gold und Rosa. Typisch für Klein isteine stille, meditative Arbeitsweise.Ab 1957 entwickelte Klein die Anthropometrien mit Aktmodellen, die nackt und mit blauer Farbegetränkt, die Leinwand mit ihrem Körper bemalten. Hierzu fand als erstes größeres Ereignis 1960die in der Galerie Internationale d’Art Contemporain in Paris stattgefundene PerformanceAnthropometrie statt. Dazu spielte ein Orchester ein von Klein komponiertes Stück, die MonotoneSymphonie, die nur aus einem einzigen Klang bestand.Seine größten und bedeutendsten Arbeiten schuf Klein zwischen 1957 und 1959 im Neubau desMusiktheaters im Revier in Gelsenkirchen. In Zusammenarbeit mit dem Architekten WernerRuhnau und anderen Künstlern entwickelte er speziell für dieses Gebäude große wandhohe blaueReliefs, die teilweise mit Naturschwämmen besetzt wurden. Außerdem fertigte er Entwürfe füreinen nicht realisierten Theatervorplatz, den „Feuer-Wasser-Luft-Platz“. Dafür experimentierte erunter anderem mit Luftvorhängen aus starken Luftströmen, die wie eine Glasscheibe beispielsweiseRegen abhalten konnten.Ab 1957 entmaterialisiert er seine Kunst zunehmend, bis er 1958 in der Pariser Galerie Iris Clertden von ihm entleerten, geweißten Galerieraum als immaterielle Ausstellung seiner blauenMonochrome präsentiert. Die Ausstellung trug den Titel "Le vide" ("Die Leere"). Damit wird erTeil der zeitgenössischen Bewegung der Konzeptkunst.Später verwendete er in Bildern ebenfalls einfarbig (blau, rosa) bemalte Schwämme (Assemblagen).Ein Beispiel für die mit Goldfarbe bemalten Schwammbider ist Relief éponge or aus dem Jahre1961. Er fertigte in Blau getränkte organisch wirkende Skulpturen aus Schwämmen und setzteeinige seiner Bilder den Naturgewalten von Regen, Wind und Sonne aus (Kosmogonien). WeitereBilder (Feuerbilder) entstanden mit einem Flammenwerfer oder auch durch Körperabdrücke aufKunstharz-Objekten zum Beispiel "F 88" aus dem Jahre 1961.1969 gab Paul Wember im DuMont Schauberg Verlag das Werkverzeichnis (Catalogue Raisonné)über das Œuvre Yves Kleins heraus, das Werkverzeichnis, Biographie, Bibliographie undAusstellungsverzeichnis dokumentiert. Die Auflage war auf 1000 Stück begrenzt.Ausstellungen•1954, Madrid
  37. 37. •1955, Marseille•1957, Mailand: Monochrome Vorschläge, Blaue Epoche (elf einfarbige blaue Bilder)•1957, Paris, Düsseldorf, London•1958, Paris: „Le Vide“ („Die Leere“): eine Ausstellung mit weißen Wänden und ohneAusstellungsstücke•1959, Paris: Schwammbilder•1960, Paris: erste Performance mit Einton-Musik und Anthropometrie (Körperabdrücken)•1960, Paris: „Antagonismes“, „Yves Klein, le Monochrome“, Foto „Sprung in die Leere“ in derZeitung „Dimanche – Le journal dun seul jour“•1961, Krefeld, Haus Lange: Retrospektive•1964, documenta III, Kassel•1968, 4. documenta, Kassel•1994/1995, Köln, Düsseldorf, Krefeld: Retrospektive•2004, Los Angeles, MAK Center for Art and Architecture: Yves Klein - Air Architecture•2004/2005, Frankfurt/Main: Retrospektive•2005, New York, Storefront for Art and Architecture: Yves Klein - Air Architecture•2005, Bilbao, Guggenheim Museum: Retrospektive•2006, Passau, Museum Moderner Kunst: „Der Sprung ins Leere. Pretiosen des Nouveau Réalisme“•2006, Wien, Museum für angewandte Kunst (MAK): Yves Klein - Air Architecture•2006/2007, Paris, Centre Pompidou: corps, couleur, immatériel•2007, Wien, MUMOK: RetrospektiveLiteratur•Catherine Krahmer, Der Fall Yves Klein, Zur Krise der Kunst, München: Piper, 1974•Nouveau Réalisme. Revolution des Alltäglichen, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2000, ISBN 978-3-7757-2058-8•Hannah Weitemeier (Hg.), Yves Klein: Körper, Farbe, Immaterialität. Taschen Verlag, 1995•Peter Noever (Hg.): Yves Klein-Air architecture [Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellungim MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles (May 13 - August 29, 2004)]. Hatje Cantz,Ostfildern 2004. ISBN 3-7757-1407-3Weblinks•Literatur von und über Yves Klein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek•yveskleinarchives.org Yves Klein Archives•http://www.yvesklein.de/•http://www.ubu.com/sound/klein.html Kleins Monotone Symphonie als Download (mp3)
  38. 38. •http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/b_mod/klein0.htm•Ein Leben in Blau•International-Klein-Blue.com•Materialien von und über Yves Klein im documenta-ArchivKiki KogelnikKiki Kogelnik (* 22. Jänner 1935 in Bleiburg, Kärnten; † 1. Februar 1997 in Wien) war eineösterreichische Künstlerin. Ihr Werk umfasst Malerei, Skulptur, Grafik und Installation (Kunst).Kogelnik wird als österreichische Vertreterin der Pop Art bezeichnet, auch wenn sie sich selbstnicht als Pop-art-Künstler betrachtete.Leben und Werk1960er JahreKogelnik begann ihre künstlerische Ausbildung 1954 in Wien an der Hochschule für AngewandteKunst und wechselte im Jahr darauf an die Akademie der Bildenden Künste.Bereits während der Jahre auf der Akademie gehörte Kogelnik gemeinsam mit Arnulf Rainer,Wolfgang Hollegha, Josef Mikl, Markus Prachensky und Maria Lassnig zum Kreis der jungenAvantgarde um die Galerie Nächst St. Stephan unter der Leitung von Msgr. Otto Mauer. Sie nahman ersten Gruppenausstellungen der Galerie teil und präsentierte abstrakte Werke, die zum Teil vonSerge Poliakoff der École de Paris beeinflusst waren.1958/59 verbrachte Kogelnik längere Zeit in Paris und befreundete sich mit dem amerikanischenKünstler Sam Francis, der sie 1961 zu ihrer Übersiedlung nach Amerika bewegte. Sie verbrachtedas erste Jahr in Santa Monica, Kalifornien, aber zog 1962 nach New York. Dort wurde sie Teileiner eng-befreundeten Künstlergruppe, der Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Andy Warhol,Larry Rivers, Tom Wesselmann und andere angehörten. „Pop became a way of life“ 78 und durchihre extravaganten Outfits und Kopfbedeckungen wurde Kogelnik selbst zum wandelndenHappening.Kogelniks Arbeit in dieser Zeit war stark von den Farben und Materialien der Pop Art beeinflusst,und sie produzierte zahlreiche bunte, euphorische Space Art Werke. Im Gegensatz zu den Pop ArtKünstlern, vermied sie die Verherrlichung des Kommerzes und die Darstellung alltäglicher Objekte,obwohl sie bekannterweise Plastik und das Künstliche als Thema bevorzugte.In den frühen 60er Jahren begann Kogelnik lebens-echte Schablonen ihrer Künstlerfreunde ausPackpapier auszuschneiden, um sie danach auf die Leinwand ihrer Gemälde zu übertragen. DieseSchablonen wurden 1965 als die „Hangings“ zu eigenständigen Kunstwerken aus Vinyl, die aufWarenhausständern präsentiert wurden. Kogelnik sah solche Ständer täglich auf den Straßen desNew Yorker Garment District, wo sich ihr Atelier befand.1966 heiratete Kogelnik in London den Onkologen Dr. George Schwarz. Nach der Geburt ihresSohnes Mono kehrte sie 1967 nach New York zurück.1969 konzipierte Kogelnik ein Moonhappening in der Wiener Galerie Nächst St. Stephan. Währendder Liveübertragung der Mondlandung von Apollo 11, produzierte sie eine Serie vonmondthematischen Siebdrucken.78Michael Lüthy, Das Konsumgut in der Kunstwelt. Shopping: Ausstellungskatalog, Schirn Kunsthalle, Frankfurt 2002
  39. 39. 1970er und späterIn den 70er Jahren begann Kogelnik ihre Women Werke, und befasste sich mit einer Kritik derRolle der Frau in der Werbung. Feministische Themen mit Ironie, Humor und cooler Pop-Ästhetikanzugehen, war einzigartig in Kogelnik’s Arbeit zu dieser Zeit. 1974 begann sie gelegentlich mitKeramik zu arbeiten, und benützte die plastische Form als Erweiterung der Bildfläche.In den 1980er Jahren fingen zerstückelte menschliche Körper, Alltagsgegenstände und ZeichenKogelniks Bilder zu füllen. Im Werkzyklus Expansions benützte sie Keramische Elemente, diezusammen mit der Leinwand als Gesamtwerke gezeigt wurden. 1978 produzierte sie einen 16mmSW Kurzfilm CBGB, mit dem Schriftsteller/Punk Musiker Jim Carroll in einer Rolle.In späteren Werken wurde der menschliche Körper immer mehr fragmentiert und manipuliert, bis inden 90er Jahren ein Großteil der Arbeiten sehr abstrahierte Gesichter zeigte. In dieser Zeitproduzierte Kogelnik auch eine Serie von Glasskulpturen, Zeichnungen und Grafiken, in denen sieKommerz und dekorative Themen im Bereich der Kunst kommentieren wollte.Tod und künstlerischer NachlassKiki Kogelnik starb am 1. Februar 1997 in Wien an den Folgen eines Krebsleidens und wurde inBleiburg beigesetzt. Die Österreichische Galerie Belvedere zeigte 1998 eine umfassendeRetrospektive. Im gleichen Jahr wurde ihr das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft undKunst posthum verliehen.Nach dem Tod der Künstlerin wurde die „Kiki Kogelnik Foundation“, eine amerikanischePrivatstiftung mit Sitz in Wien und New York gegründet. Die Foundation bewahrt und archiviertden künstlerischen Nachlass von Kiki Kogelnik und unterstützt Ausstellungs- undForschungsaktivitäten.Auszeichnungen•1995: Preis der Stadt Wien für Bildende KunstWerke•Brunnen in Bleiburg•1997: Brunnen Der Gesang in Klagenfurt 79•2003: 55-Cent Briefmarke der Österreichischen Post mit Kiki Kogelniks Gemälde Prenez Le Tempd’Aimer aus 1973Siehe auch•Feministische Kunst•Internationale Sommerakademie Salzburg79Klagenfurt Beschreibung des Brunnens Der Gesang in Klagenfurt

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