Die Inzidenz von Harnblasenentleerungs- und Erektionsstörungen          nach  Rektum-OperationenProstataZentrum Nordwest I...
EinleitungFunktionelle Harnblasenentleerungsstörungen nach Rektumoperationenwerden häufig beobachtet und dennoch in der Fa...
EinleitungErektile Funktionsstörungen sind häufig unterschätzte Komplikationennach operativen Eingriffen am Rektum, die zu...
Innervation der unteren Harnwege  Nervus pelvicus (parasympathisch)       ACh                                     +M3     ...
Ziele der StudieDas Ziel dieser Studie ist, die Inzidenz und Form der Harnblasen-entleerungsstörungen nach Rektumoperation...
Patienten und Methoden    536 Patienten wurden im Zeitraum 2000-2004 an derchirurgischen Universitätsklinik Erlangen wegen...
Patienten und MethodenAlle männlichen Patienten wurden retrospektiv mittels standardisiertenFragebögen (IIEF) zu Ihrer prä...
Ergebnisse IUnser Patientenkollektiv bestand aus 167 (60.1%) Männern und111 (39.9%) FrauenEingeschränkte Lebensqualität:  ...
Ergebnisse II       Urge (Drang) Inkontinenz:Imperativer Harndrang:Präoperativ:      11 von 278   (4.0%)Postoperativ:     ...
Ergebnisse III          Belatungsinkontinenz:Grad I:Präoperativ:             25 von 278              (9.0%)Postoperativ:  ...
Ergebnisse IVUnser Patientenkollektiv bestand aus 145 MännernIIEF-Score*  Präoperativ: IIEF<22:                    44 von ...
Ergebnisse VLibidostörung Präoperativ:    13 von 145   (9.0%) Postoperativ:   71 von 145   (49.0%) P-Wert<0.01Ejakulations...
Ergebnisse VIUnterschiede zwischen den Op-TechnikenRektumextirpationPräoperativ: IIEF<22:    8 von 20    (40%)Postoperativ...
Einschränkungen der Studie 1. Urologische Nachsorge: punktuell 2. Erfassung der Studie: retrospektiv 3. Beobachtungszeitra...
Diskussion   Risikofaktoren       Geringe Erfahrung des Operateurs       Radikalität de operativen Verfahrens       Bestra...
DiskussionFolgen an der Harnblase:Minderung von Kinetik und KontraktilitätRestharnbildungViszerale BlasenatonieMinderung v...
Neuroanatomie des kleinen Beckens
Neuroanatomie des kleinen Beckens
Neuroanatomie des kleinen Beckens
Neuroanatomie des kleinen Beckens
Neuroanatomie des kleinen Beckens
SchlussfolgerungEine präoperative Aufklärung über Beckennervenläsionen ist unbedingtindiziert.Nervus pudendus-Läsionen tre...
SchlussfolgerungDie erektile Dysfunktion ist eine häufige Komplikation nachRektumoperationen, sie führt zu einer deutliche...
Perspektiven für die ZukunftEin intraoperatives Neuromonitoring könnte die Funktion derparasympathischen Anteile der auton...
Perspektiven für die Zukunft Durch ein intraoperatives Neuromonitoring könnten die autonomen Beckennerven geschont werden....
Ziele der StudieEpidemiologische Daten zu erhebenDie erhobene Daten thematisieren undpublizierenValidierte Fragebogen für ...
WeitereTermine
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Klinik trifft praxis rektumoperation und nervenversorgung

3.614 Aufrufe

Veröffentlicht am

Ein Vortrag von PD. Dr. med. V. Zugor, Klinik trifft Praxis, 13.03.2013, Gronau

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
0 Kommentare
1 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
3.614
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
1.770
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
1
Kommentare
0
Gefällt mir
1
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie
  • Kernaussage: Harnspeicherung und Entleerung ist das Ergebnis einer koordinierten und abwechselnden Tätigkeit von den Komponenten des unteren Harntrakts: Harnblase, Harnröhre und Beckenboden. Nerven regulieren mittels verschiedener Neurotrasmitter die Funktion der unteren Harnwege peripher durch die Stimulation der Harnblase, durch die Relaxation bzw. die Kontraktion der Harnröhre sowie durch die Kontraktion des Rhabdosphinkters zum entsprechendem Zeitpunkt. Die Kontraktion der quergestriften Muskulatur des Sphinkters erfolgt durch den somatischen N. pudendus Zusatzinformationen: Der (parasympathische) N. pelvicus , der aus den sakralen Rückenmarksegmenten entspringt, stimuliert mittels Acetylcholin die Blase und entspannt die Harnröhre. Derzeit wird angenommen, dass der M 3 - Rezeptor -Subtyp für die Kontraktion des Detrusors verantwortlich ist. Der (sympathische) N. hypogastricus dagegen, der in den lumbalen Rückenmarksegmenten entspringt, führt mittels Noradrenalin zur Kontraktion der Harnröhre . Die Stimulation der Beta-Rezeptoren mittels Noradrenalin durch den N.hypogastricus führt gleichzeitig zu einer direkten Relaxation der glatten Detrusormuskulatur . Anscheinend sind die Beta-3 - Rezeptoren für die Relaxation der Detrusormuskulatur verantwortlich. Die Kontrolle des somatischen Nervensystems erfolgt über den N. pudendus , der aus den sakralen Rückenmarksegmenten entspringt und eine Kontraktion der quer quergestreiften Muskulatur des Harnröhrensphinkters bewirkt . Seine Aktivität wird über Acetylcholin am Nikotinrezeptor (N+) vermittelt. Die Harnblase besteht aus glatten Muskeln des Detrusors und des Harnblasenhalses; die Harnröhre aus glatten und quergestreiften Muskeln (z.B. des Rhabdosphinkters); im Beckenboden befinden sich ausschließlich quergestreifte Muskeln. Literatur: Van Arsdalen K, Wein AJ. Physiology of micturition and continence. In: Krane RJ, Siroky MD, eds. Clinical Neurourology. 2nd ed. Boston, Mass: Little Brown &amp; Co; 1991:25-82.
  • Klinik trifft praxis rektumoperation und nervenversorgung

    1. 1. Die Inzidenz von Harnblasenentleerungs- und Erektionsstörungen nach Rektum-OperationenProstataZentrum Nordwest I Möllenweg 22 I 48599 Gronau, Tel. +49 (0) 2562 915-2100 - Fax +49 (0) 2562 915-2105
    2. 2. EinleitungFunktionelle Harnblasenentleerungsstörungen nach Rektumoperationenwerden häufig beobachtet und dennoch in der Fachliteratur wenigthematisiert.Das Ausmaß einer postoperativen Blasenfunktionsstörung ist neben derAusprägung und Lokalisation der Nervenschädigung auch von einerperivesikalen Entzündung oder einer Lageveränderung der Harnblase nachRektumoperation abhängig.Funktionelle Harnblasenentleerungsstörungen nach Rektumoperationenwurden in der Literatur bei 0 bis 41% beschrieben. (1,2)
    3. 3. EinleitungErektile Funktionsstörungen sind häufig unterschätzte Komplikationennach operativen Eingriffen am Rektum, die zu einer erheblichenEinschränkung der Lebensqualität führen können.Ein wesentlicher Faktor zur Vermeidung derartiger Funktionsstörungen istdie Schonung der autonomen Beckennerven.Erektile Funktionsstörungen nach Rektumoperationen wurden in Literaturin 13-74% der Fälle beobachtet.(1,2,6,7)
    4. 4. Innervation der unteren Harnwege Nervus pelvicus (parasympathisch) ACh +M3 -β 3Nervus hypogastricus (sympathisch) NA +α 1 β +N Nervus pudendus (somatisch) ACh
    5. 5. Ziele der StudieDas Ziel dieser Studie ist, die Inzidenz und Form der Harnblasen-entleerungsstörungen nach Rektumoperationen zu evaluieren.Es wurde der Einfluss von verschiedenen operativen Technikenund/oder von der Radiochemotherapie auf die Ausprägung vonfunktionellen Harnblasenentleerungsstörungen untersucht.Der Umfang der postoperativen urologischer Nachsorge wurdeuntersucht.Die Wertigkeit von postoperativen Komplikationen wurde erstellt.
    6. 6. Patienten und Methoden 536 Patienten wurden im Zeitraum 2000-2004 an derchirurgischen Universitätsklinik Erlangen wegen einesRektumkarzinoms operiert. Die Patienten mit einem Tumorrezidiv sowie die bisherverstorbenen Patienten wurden aus der Studie ausgenommen(140).Alle Patienten wurden retrospektiv mittels standardisiertenFragebögen zu Ihrer prä- und postoperativenHarnblasenfunktion befragt.Bei einer Rücklaufquote von 70.2% konnten endgültig 278Fragebögen ausgewertet werden.Die statistische Auswertung erfolgte mit Hilfe desStatistikprogrammes SPSS. Die univariate Analyse erfolgtemit dem Chi-Quadrat-Test und dem U-Test (Mann-Whitney-Test).
    7. 7. Patienten und MethodenAlle männlichen Patienten wurden retrospektiv mittels standardisiertenFragebögen (IIEF) zu Ihrer prä- und postoperativen Sexualfunktion befragt.145 Fragebögen konnten ausgewertet werden.Die statistische Auswertung erfolgte mit Hilfe des StatistikprogrammesSPSS.Die univariate Analyse erfolgte mit dem Chi-Quadrat-Test und dem U-Test(Mann-Whitney-Test).
    8. 8. Ergebnisse IUnser Patientenkollektiv bestand aus 167 (60.1%) Männern und111 (39.9%) FrauenEingeschränkte Lebensqualität: n=165 59.6%Urologische Diagnostik oder Therapie: n=35 12.6%Komplikationen: n=63 25.5%Wundheilungsstörungen n=37 (13.3%)Thrombose n=12 (4.4%)Fistel n=10 (3.6%)Embolie n=4 (1.4%)
    9. 9. Ergebnisse II Urge (Drang) Inkontinenz:Imperativer Harndrang:Präoperativ: 11 von 278 (4.0%)Postoperativ: 55 von 278 (19.8%)Pollakisurie:Präoperativ: 25 von 278 (9.0%)Postoperativ: 73 von 278 (26.3%)Nykturie:Präoperativ: 129 von 278 (46.4%)Postoperativ: 176 von 278 (63.3%)
    10. 10. Ergebnisse III Belatungsinkontinenz:Grad I:Präoperativ: 25 von 278 (9.0%)Postoperativ: 47 von 278 (16.9%)Grad II:Präoperativ: 5 von 278 (1.8%)Postoperativ: 21 von 278 (7.6%)Grad III:Präoperativ: 2 von 278 (0.7%)Postoperativ: 16 von 278 (5.8%) Grad I: Urinverlust bei Husten, Niessen und körperlichen Belastung Grad II: Urinverlust bei Lageveränderung Grad III: Urinverlust in der Ruhe
    11. 11. Ergebnisse IVUnser Patientenkollektiv bestand aus 145 MännernIIEF-Score* Präoperativ: IIEF<22: 44 von 145 (30.3%) Postoperativ: IIEF>22: 112 von 145 (77.2%) P-Wert<0.001Sexuelle Zufriedenheit Präoperativ: sehr zufrieden 52 von 145 (35.9%) Postoperativ: sehr zufrieden 16 von 145 (11.0%) *IIEF-Score: validierte Fragebogen mit 6 Fragen zur Erhebung der Erektionsstörung (Skala 0 bis 5) IIEF <22 Punkte: Erektionsstörung; IIEF >22 Punkte oder gleich: normale Erektion
    12. 12. Ergebnisse VLibidostörung Präoperativ: 13 von 145 (9.0%) Postoperativ: 71 von 145 (49.0%) P-Wert<0.01Ejakulationsstörung Präoperativ: 18 von 145 (12.4%) Postoperativ: 84 von 145 (57.9%) P-Wert<0.001Orgasmusstörung Präoperativ: 19 von 145 (13.1%) Postoperativ: 81 von 145 (55.9%)
    13. 13. Ergebnisse VIUnterschiede zwischen den Op-TechnikenRektumextirpationPräoperativ: IIEF<22: 8 von 20 (40%)Postoperativ: IIEF<22: 17 von 20 (85%)Tiefe anteriore RektumresektionPräoperativ: IIEF<22: 24 von 89 (27%)Postoperativ: IIEF<22: 67 von 89 (75.3%)Intersphinktäre RektumresektionPräoperativ: IIEF<22: 7 von 19 (36.8%)Postoperativ: IIEF<22: 18 von 19 (94.7%)
    14. 14. Einschränkungen der Studie 1. Urologische Nachsorge: punktuell 2. Erfassung der Studie: retrospektiv 3. Beobachtungszeitraum: kurzzeit 4. Auswahl der Patienten: selektioniert
    15. 15. Diskussion Risikofaktoren       Geringe Erfahrung des Operateurs       Radikalität de operativen Verfahrens       Bestrahlung       Komorbidität       Fortgeschrittene Tumore       Adipositas       Voroperationen 
    16. 16. DiskussionFolgen an der Harnblase:Minderung von Kinetik und KontraktilitätRestharnbildungViszerale BlasenatonieMinderung von DistensionsempfindungenDer Nervus pelvicus gerät in Verletzungsgefahr, beiventraler Präparation des ventralen Blattes derDennovillier-FaszieGefahr des Nervus pudendus-Schadens bei erweitertenEingriffen
    17. 17. Neuroanatomie des kleinen Beckens
    18. 18. Neuroanatomie des kleinen Beckens
    19. 19. Neuroanatomie des kleinen Beckens
    20. 20. Neuroanatomie des kleinen Beckens
    21. 21. Neuroanatomie des kleinen Beckens
    22. 22. SchlussfolgerungEine präoperative Aufklärung über Beckennervenläsionen ist unbedingtindiziert.Nervus pudendus-Läsionen treten weniger als erwartet auf.Postoperative Restharnmessung und urodynamische Untersuchungensind unerlässlich.Die funktionellen Harnblassenentleerungsstörungen führen zudeutlichen Lebensqualitätseinschränkungen der Patienten.Nur wenige betroffene Patienten haben urologische Mitbehandlungbeansprucht.Patienten mit einem Rektumkarzinom können nervenerhaltend operiertwerden ohne die Radikalität der Operation zu gefährden.Die funktionelle Harnblasenentleerunsstörungen waren in unseremPatientenkollektiv vergleichbar mit internationallen Studien.
    23. 23. SchlussfolgerungDie erektile Dysfunktion ist eine häufige Komplikation nachRektumoperationen, sie führt zu einer deutlichen Minderung derLebensqualität.Ein wesentlicher Anteil der Patienten hatte bereits präoperativ erektileStörungen.Eine Schonung der Beckennerven ist möglich ohne die Radikalität derOperation zu gefährden.Nur wenige betroffene Patienten haben urologische Mitbehandlungbeansprucht.Die Erektionsstörungen waren in unserem Patientenkollektivvergleichbar mit internationalen Studien.
    24. 24. Perspektiven für die ZukunftEin intraoperatives Neuromonitoring könnte die Funktion derparasympathischen Anteile der autonomen Beckennerven erfassenum damit die postoperative Funktion der Harnblase zu schonenEs sind weitere Studien erforderlich, auch experimenteller Natur,um die Neuroanatomie des kleinen Beckens besser zu verstehen,um so intraoperative Nervenläsionen möglichst zu vermeiden.Diese Patienten benötigen eine urologische Mitbetreuung um dieHarnblasenstörungen zu therapieren.Zu klären ist in der Zukunft, ob eine intakte Harnblasenfunktion(Innervation) automatisch eine intakte Genital- bzw. SexualFunktion bedeutet.
    25. 25. Perspektiven für die Zukunft Durch ein intraoperatives Neuromonitoring könnten die autonomen Beckennerven geschont werden. Eine Verbesserung der Kenntnisse der komplizierten Neuroanatomie des kleinen Beckens ist für alle Operateure Erforderlich. Präoperativ sollte der Patient, explizit über die Erektile Dysfunktion aufgeklärt werden
    26. 26. Ziele der StudieEpidemiologische Daten zu erhebenDie erhobene Daten thematisieren undpublizierenValidierte Fragebogen für sexuelle Funktionsstörungender Frauen etablierenInterdisziplinäre Zusammenarbeit verbessernNeuromonitoring entwickeln
    27. 27. WeitereTermine

    ×