www.oeko.de
Möglichkeiten und Grenzen der
Vertrauensentwicklung in umstrittenen
Risikotechnologien
‒ Beispiel Endlagerung
...
2
www.oeko.de
MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
Agenda
1 Besonderheiten der Endlagerung (kurze Einführung)
2 Risi...
3
www.oeko.de
Besonderheiten der Endlagerung
● Lange Dauer des Gesamtprojekts von Planung bis Stilllegung
und der Betriebs...
4
www.oeko.de
Besonderheiten der Endlagerung
Sicherheitsziele und –philosophie:
● Das Endlager kann als sicher betrachtet
...
5
www.oeko.de
MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
Agenda
1 Besonderheiten der Endlagerung (kurze Einführung)
2 Risi...
6
www.oeko.de
„Gefühlte“ Risiken
MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
Quelle: Spezial Eurobarometer 297 "Einstellung...
7
www.oeko.de
Langzeitsicherheit - Langzeitrisiko
Einschluss der radioaktiven Stoffe über 1 Million Jahre
● jenseits üblic...
8
www.oeko.de
Unsicherheiten
… resultieren vor allem aus den langen Nachweiszeiträumen.
Gemäß (GRS-BGR-DBETec 2014) zu unt...
9
www.oeko.de
Unsicherheiten
3) data and parameter uncertainties
● “All parameter and data used in a safety case are subje...
10
www.oeko.de
Zwischenfazit
Relevanz der Unsicherheiten für die Risikowahrnehmung:
● Relativ kurzfristige Auswirkungen wä...
11
www.oeko.de
MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
Agenda
1
Vertrauen der Öffentlichkeit
2 Risiken und Unsicherheit...
12
www.oeko.de
Vertrauen in Organisationen/Einrichtungen
MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
Quelle: Spezial Euroba...
13
www.oeko.de
Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser?
MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
Quelle: Spezial Euroba...
14
www.oeko.de
Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser?
MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
42%
2%
57%
35%
66%
26%...
15
www.oeko.de
Einfluss der Standortnähe
Abhängigkeit der Zustimmung zum Erkundungsprojekt Gorleben
vom Wohnort der Befrag...
16
www.oeko.de
Vertrauen … ist sozial vermittelt
… Positionen aus der Diskussionsveranstaltung des Landes
Niedersachsen am...
17
www.oeko.de
MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
Agenda
1
Vertrauen der Öffentlichkeit
2 Risiken und Unsicherheit...
18
www.oeko.de
Schlussbetrachtungen
● Vertrauen bei der Endlagerung hat verschiedene Dimensionen:
1. Grundsätzliche Haltun...
19
www.oeko.de
Schlussbetrachtungen
● In der Gruppe der potenziell betroffenen Öffentlichkeit
‒ besteht erhöhter Widerstan...
20
www.oeko.de
Beate Kallenbach-Herbert
Leiterin Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
Öko-Institut e.V.
Rheinstraße ...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Möglichkeiten und Grenzen der Vertrauensentwicklung in umstrittenen Risikotechnologien ‒ Beispiel Endlagerung

354 Aufrufe

Veröffentlicht am

Vortrag von Beate Kallenbach-Herbert beim Workshop „Taming MICE with Knowledge-based Trust Regime“ TUM, IAS, Garching. 31.1. / 1.2. 2014

Veröffentlicht in: Technologie
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
354
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
1
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
3
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Möglichkeiten und Grenzen der Vertrauensentwicklung in umstrittenen Risikotechnologien ‒ Beispiel Endlagerung

  1. 1. www.oeko.de Möglichkeiten und Grenzen der Vertrauensentwicklung in umstrittenen Risikotechnologien ‒ Beispiel Endlagerung Beate Kallenbach-Herbert Workshop „Taming MICE with Knowledge-based Trust Regime“ TUM, IAS, Garching. 31.1. / 1.2. 2014
  2. 2. 2 www.oeko.de MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014 Agenda 1 Besonderheiten der Endlagerung (kurze Einführung) 2 Risiken und Unsicherheiten bei der Endlagerung 3 Vertrauen der Öffentlichkeit 4 Einfluss der Risiken und Unsicherheiten auf das Vertrauen - Schlussbetrachtungen
  3. 3. 3 www.oeko.de Besonderheiten der Endlagerung ● Lange Dauer des Gesamtprojekts von Planung bis Stilllegung und der Betriebszeit (Offenhaltung des Bergwerks) ● Stetige Erhöhung des Inventars während der Betriebszeit ● Sich ändernde Anlage (Neuauffahren und Verschließen von Feldern)  laufende Generierung neuer Erkenntnisse zur Geologie ● Weitgehende Irreversibilität der durchgeführten Maßnahmen („Nicht-abschalten-können“) ● Anforderungen an die Langzeitsicherheit nach dem Verschließen, bei hochradioaktivem Abfall 1 Million Jahre ● Überdurchschnittliches gesellschaftliches Konfliktpotenzial MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  4. 4. 4 www.oeko.de Besonderheiten der Endlagerung Sicherheitsziele und –philosophie: ● Das Endlager kann als sicher betrachtet werden, ‒ wenn während der Errichtung, des Betriebes und der Stilllegung / des Verschließens die Auswirkungen für den Menschen und die Umwelt so gering wie möglich sind und keine unzulässigen Belastungen entstehen und ‒ wenn sichergestellt ist, dass die Abfälle nach dem Verschluss des Endlagers über einen Zeitraum im Bereich von 1 Million Jahren so von der Biosphäre abgeschlossen bleiben, dass keine unzulässigen Freisetzungen des radioaktiven Inventars erfolgen. MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  5. 5. 5 www.oeko.de MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014 Agenda 1 Besonderheiten der Endlagerung (kurze Einführung) 2 Risiken und Unsicherheiten bei der Endlagerung 3 Vertrauen der Öffentlichkeit 4 Einfluss der Risiken und Unsicherheiten auf das Vertrauen - Schlussbetrachtungen
  6. 6. 6 www.oeko.de „Gefühlte“ Risiken MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014 Quelle: Spezial Eurobarometer 297 "Einstellung zu radioaktiven Abfällen, März/Juni 2008
  7. 7. 7 www.oeko.de Langzeitsicherheit - Langzeitrisiko Einschluss der radioaktiven Stoffe über 1 Million Jahre ● jenseits üblicherweise (in technischen Analysen) betrachteter Zeitmaßstäbe ● neue, komplexe Nachweisprozesse und Bewertungen (vgl. Expertendissens Gorleben) ● multikriterielle Vergleichs- und Abwägungsprozesse erforderlich ● ethische Bedenken Regelwerk unterscheidet zwischen radiologischen Richtwerten für ‒ wahrscheinliche Entwicklungen ‒ weniger wahrscheinliche Entwicklungen (Faktor 10) Prinzip der passiven Sicherheit ● in den letzten Jahren als kaum vermittelbar erwiesen ● Konzepte zur Rückholbarkeit und Überwachung in der wissenschaftlichen und (teil-)öffentlichen Diskussion MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  8. 8. 8 www.oeko.de Unsicherheiten … resultieren vor allem aus den langen Nachweiszeiträumen. Gemäß (GRS-BGR-DBETec 2014) zu unterscheiden: 1) scenario uncertainties: ● Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des Endlagersystems durch Einfluss geologischer und klimatischer Prozesse ● Szenarien als Hilfsmittel um eine Bandbreite plausibler Entwicklungen abzubilden. 2) model uncertainties: ● Unsicherheiten aufgrund unvollständigen Wissens und Verständnisses hinsichtlich des tatsächlichen Verhaltens Bergwerks, der physikalischen Prozesse und der Standorteigenschaften sowie ihrer Abbildung in Modellen ● z.B. Entwicklung des chemischen Milieus bei erhöhter Temperatur, Freisetzung von Radionukliden aus den Behältern und Transportprozesse MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  9. 9. 9 www.oeko.de Unsicherheiten 3) data and parameter uncertainties ● “All parameter and data used in a safety case are subject to uncertainties.” ● Unsicherheiten aufgrund natürlicher Variabilität von Parametern, statistischen Ungenauigkeiten, unvollständigen Wissens ● Daten werden mit Angabe von Bandbreiten verwendet, große Bandbreiten z.B. bei nicht vollständig bekannten Parametern wie Löslichkeit oder Sorption von Elementen in bestimmten Umgebungsbedingungen Folgen für die Entscheidungsfindung: ● Entscheidungen über Standortauswahl, Errichtung, Betrieb etc. unter Unsicherheiten zu treffen ● Schrittweise Entscheidungen bilden dynamische Reduzierung von Unsicherheiten (teilweise) ab ● potenzielles Dilemma: was wird / muss wann entschieden werden? MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  10. 10. 10 www.oeko.de Zwischenfazit Relevanz der Unsicherheiten für die Risikowahrnehmung: ● Relativ kurzfristige Auswirkungen während des Betriebs ‒ spielen bei „gefühlten“ Risiken eine relevante Rolle ‒ sind hinsichtlich Unsicherheiten in Sicherheitsanalysen kein relevanter Faktor ● In der informierten (betroffenen) Öffentlichkeit rücken die Aspekte der Langzeitsicherheit (Risiken langfristiger Entwicklungen) stärker in den Fokus ● Kommunikation „wissenschaftlicher Unsicherheiten“ findet in Diskussion zur Langzeitsicherheit bisher kaum statt ● ABER: Offene Diskussion im Kontext zukünftiger Entscheidungs- findung muss – auch – Unsicherheiten einschließen, da sie zwar schrittweise verringert, aber nicht eliminiert werden können MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  11. 11. 11 www.oeko.de MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014 Agenda 1 Vertrauen der Öffentlichkeit 2 Risiken und Unsicherheiten bei der Endlagerung 3 Besonderheiten der Endlagerung (kurze Einführung) 4 Einfluss der Risiken und Unsicherheiten auf das Vertrauen - Schlussbetrachtungen
  12. 12. 12 www.oeko.de Vertrauen in Organisationen/Einrichtungen MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014 Quelle: Spezial Eurobarometer 297 "Einstellung zu radioaktiven Abfällen, März/Juni 2008
  13. 13. 13 www.oeko.de Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser? MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014 Quelle: Spezial Eurobarometer 297 "Einstellung zu radioaktiven Abfällen, März/Juni 2008 56% 59% 68% 22% 22% 16% 15% 13% 14% EU Durchschn. 2008 EU Durchschn. 2005 Deutschland 2008 Einbindung in den Entscheidungsprozess Sie möchten direkt gefragt und am Entscheidungsprozess beteiligt werden. Sie möchten, dass lokale Nicht-Regierungsorganisationen befragt werden und am Entscheidungsprozess beteiligt sind Sie würden die Entscheidung darüber den verantwortlichen Behörden überlassen Keine davon WN
  14. 14. 14 www.oeko.de Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser? MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014 42% 2% 57% 35% 66% 26% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Gorleben Morsleben Konrad ja nein Quelle: Öko-Institut 2011 Wünschen Sie sich Möglichkeiten zur Beteiligung an Entscheidungen über den Standort…
  15. 15. 15 www.oeko.de Einfluss der Standortnähe Abhängigkeit der Zustimmung zum Erkundungsprojekt Gorleben vom Wohnort der Befragten (nicht repräsentative Umfrage): • 34% der Befragten aus der Region (Umkreis 30 km) stellen einen Anteil von • 23 % der Befürworter  unterdurchschnittlich • 50 % der Gegner  deutlich überdurchschnittlich Mögliche Einflussfaktoren: • persönliche Betroffenheit • Informationsstand, • weitere? Quelle: Öko-Institut im Auftrag des BfS 2011 MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  16. 16. 16 www.oeko.de Vertrauen … ist sozial vermittelt … Positionen aus der Diskussionsveranstaltung des Landes Niedersachsen am 16.1.2014: ● „Die Währung im Geschäft der Endlagerung ist Vertrauen“, „Wir werden mit der Endlagerung nicht fertig sondern wir werden damit leben“ (Landesbischof Ralf Meister) ● „Es wird weiterhin viel getrickst, Vertrauen kann so nicht entstehen.“ ● „Vertrauen kann nicht eingeschaltet werden. Die, die Fehler gemacht haben, gestehen sie nicht ein - das schafft kein Vertrauen. Seit dem Beschluss von 2011 ist wieder so viel Glas zerbrochen worden, dass das Vertrauen nicht wachsen konnte.“ (Jochen Stay, „ausgestrahlt“) ● „Vertrauen heißt Vorschuss geben“ (Sylvia Kotting-Uhl, Bündnis 90 / Die Grünen) ● Es hätte erst eine Diskussion geben müssen und dann ein Gesetz. Erst Gesetz und hinterher reden schafft Misstrauen (Hubert Weiger, BUND) MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  17. 17. 17 www.oeko.de MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014 Agenda 1 Vertrauen der Öffentlichkeit 2 Risiken und Unsicherheiten bei der Endlagerung 3 Besonderheiten der Endlagerung (kurze Einführung) 4 Einfluss der Risiken und Unsicherheiten auf das Vertrauen - Schlussbetrachtungen
  18. 18. 18 www.oeko.de Schlussbetrachtungen ● Vertrauen bei der Endlagerung hat verschiedene Dimensionen: 1. Grundsätzliche Haltung zur Kerntechnik / Risiko Radioaktivität 2. Besonderheiten der Technologie Endlagerung 3. Handelnde / beteiligte Akteure 4. Verfahren zur Entscheidungsfindung ● Detaillierte Auseinandersetzung und Meinungsbildung zu Punkten 2 – 4 findet praktisch nur in der - kleinen - Gruppe der „betroffenen Öffentlichkeit“ statt  ● Potenzial zur Entwicklung von Vertrauen(-svorschuss) in der breiten Öffentlichkeit, z.B. in Vorbereitung einer Standortauswahl, gering ● Negativ Schlagzeilen („Endlager Asse“, „Castor Transporte nach Gorleben“) dürften Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit bestimmen MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  19. 19. 19 www.oeko.de Schlussbetrachtungen ● In der Gruppe der potenziell betroffenen Öffentlichkeit ‒ besteht erhöhter Widerstand gegen ein Projekt (vgl. auch Schweiz) ‒ spielt Vertrauen in Akteure und Prozesse eine wichtige Rolle ● Langwierigkeit des Endlagerprozesses schafft z.T. sehr festgefügte und Akteursbeziehungen; neue Handlungsoptionen durch deren Auflösung möglich (siehe Asse) ● Misstrauen in die Akteure erzeugt Misstrauen in Prozesse (aktuell z.B. Ablehnung der Endlager-Kommission, Kritik am Gesetzgebungsverfahren) ● Glaubwürdigkeit von Akteuren und Entscheidungsverfahren erfordert offene Information und Kommunikation über Unsicherheiten ● Gestufte Verfahren für Entscheidungen unter Unsicherheiten sind andernfalls nicht vermittelbar MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014
  20. 20. 20 www.oeko.de Beate Kallenbach-Herbert Leiterin Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit Öko-Institut e.V. Rheinstraße 95 64295 Darmstadt Telefon: +49 6156 8191-122 E-Mail: b.kallenbach@oeko.de MICE│Kallenbach-Herbert│Garching│1.02.2014

×