Zutritt verboten –über die Auswirkungen des Unfalls               13.03.2012           Christian Küppers       Öko-Institu...
Übersicht•   Situation in den ersten Tagen•   Kontamination der Umgebung•   Kontaminationen im Meer•   zu erwartende weite...
Situation in den ersten Tagen
Quelle: TEPCO
Entscheidende Informationen fehlen•   Welche Radionuklide liegen vor?•   Prognose der Luftkonzentration in größerem Umkrei...
Welche Nuklide sind wichtig?• Jod-131, Cäsium-134/137  wegen: guter Verdampfbarkeit, hoher Löslichkeit im Kühlwasser• Edel...
Kontamination in der Umgebung
Trajektorien aus dem deutschen IMIS-System (BfS)                                                   Höhe der Trajektorie   ...
Flächenkontamination    Cs-137/134 (in Bq/m²)   rot:          3 Mio – 30 Mio.   gelb:         1 Mio. – 3 Mio.   grün:  ...
Folgen: • Kontamination in Trinkwasser (Gewinnung überwiegend aus   Oberflächenwasser) • Kontamination von Blattgemüse • K...
Kontamination im Meer
Aktivitätskonzentration an der Küste (Bq/l)                                              Messort               Datum (Mona...
Aktivitätskonzentration 15 km vor der Küste (Bq/l)                                                     Messort            ...
Folgen: • Kontamination von Fisch (zunächst vor allem Sandaal) • hohe Cäsium-Kontamination in Sediment • geht im wesentlic...
Zu erwartende weitere Entwicklung
Einhausung, um weitere Freisetzungen in die Umgebung überdie Luft zu begrenzen, und vor Regenwasser zu schützen           ...
Quelle: TEPCO
• genauere Kartierungen der Kontamination erforderlich (extrem  variabel auch in 1*1 km-Raster)• weitere Umsiedlungen soll...
Fazit
• Unfall in dieser Form wurde nicht vorhergesehen  (daher erhebliche Defizite in der Infrastruktur)• notwendige Maßnahmen ...
Ein Jahr nach Fukushima: Zutritt verboten -- über die Auswirkungen des Unfalls
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Ein Jahr nach Fukushima: Zutritt verboten -- über die Auswirkungen des Unfalls

616 Aufrufe

Veröffentlicht am

Vortrag von Christian Küppers, stellvertretender Leiter des Institutsbereichs Nukleartechnik & Anlagensicherheit am 13.3.2012 (TU Darmstadt) zur radiologischen Situation in Japan.

Am 11. März 2011 kam es nach einem schweren Erdbeben an der japanischen Ostküste zu erheblichen Sicherheitsproblemen in verschiedenen Kernkraftwerken. Ein Jahr nach der Katastrophe rekonstruieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Institut den Unfallablauf, schildern die derzeitige Situation vor Ort und skizzieren den Aufbruch in ein neues Energiezeitalter.

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
616
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
3
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
1
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Ein Jahr nach Fukushima: Zutritt verboten -- über die Auswirkungen des Unfalls

  1. 1. Zutritt verboten –über die Auswirkungen des Unfalls 13.03.2012 Christian Küppers Öko-Institut e.V., Darmstadt
  2. 2. Übersicht• Situation in den ersten Tagen• Kontamination der Umgebung• Kontaminationen im Meer• zu erwartende weitere Entwicklung• Fazit
  3. 3. Situation in den ersten Tagen
  4. 4. Quelle: TEPCO
  5. 5. Entscheidende Informationen fehlen• Welche Radionuklide liegen vor?• Prognose der Luftkonzentration in größerem Umkreis?• Wo müssen Jodtabletten eingenommen werden?• Welche weiteren Maßnahmen sind wo erforderlich?Ursachen für das Fehlen• vorgesehene Notfallzentrale nicht nutzbar• Prognosesystem ohne Eingangsdaten (kein „default“ geplant)• geringe nuklidspezifische Messkapazitäten
  6. 6. Welche Nuklide sind wichtig?• Jod-131, Cäsium-134/137 wegen: guter Verdampfbarkeit, hoher Löslichkeit im Kühlwasser• Edelgase (Krypton, Xenon) sehr leicht flüchtig aber radiologisch relativ wenig relevant• Strontium, Ruthen, Lanthan, etc. schwerer freisetzbar und nur in sehr geringem Anteil ins Freie gelangt• Uran und Aktiniden (Neptunium, Plutonium, Americium) in der Brennstoffmatrix relativ gut fixiert: Mehrere Pu-Messungen auf dem Gelände, in der Luft und im Wasser ergaben Hintergrundwerte
  7. 7. Kontamination in der Umgebung
  8. 8. Trajektorien aus dem deutschen IMIS-System (BfS) Höhe der Trajektorie Starthöhe der (in m) Freisetzung (in m)  grün 0-500 233  gelb 500-1.000 333  orange 1.000-3.000 733  rot 3.000-5.000  violett 5.000-20.000 Startzeit: 15.03.11 (4:00 Uhr UTC) Dauer: 164 Stunden Abstand der Symbole: 12 Stunden
  9. 9. Flächenkontamination Cs-137/134 (in Bq/m²) rot: 3 Mio – 30 Mio. gelb: 1 Mio. – 3 Mio. grün: 600.000 – 1 Mio. hellblau: 300.000 – 600.000 dunkelblau: < 300.000 Quelle: MEXT
  10. 10. Folgen: • Kontamination in Trinkwasser (Gewinnung überwiegend aus Oberflächenwasser) • Kontamination von Blattgemüse • Kontamination von Süßwasserfisch • Kontamination von Rindfleisch • Kontamination von Reis • Kontamination von Pilzen • Kontamination von Wildschweinfleisch • Kontamination von Kiwi • ... Vielzahl von Vermarktungsverboten in verschiedenen Präfekturen
  11. 11. Kontamination im Meer
  12. 12. Aktivitätskonzentration an der Küste (Bq/l) Messort Datum (Monat.Tag)
  13. 13. Aktivitätskonzentration 15 km vor der Küste (Bq/l) Messort Datum (Monat.Tag)
  14. 14. Folgen: • Kontamination von Fisch (zunächst vor allem Sandaal) • hohe Cäsium-Kontamination in Sediment • geht im wesentlichen nur mit der Halbwertszeit zurück • Kontaminationen von Meerestieren und Algen auch noch längerfristig zu erwarten (sehr abhängig von der Spezies)
  15. 15. Zu erwartende weitere Entwicklung
  16. 16. Einhausung, um weitere Freisetzungen in die Umgebung überdie Luft zu begrenzen, und vor Regenwasser zu schützen Quelle: TEPCO
  17. 17. Quelle: TEPCO
  18. 18. • genauere Kartierungen der Kontamination erforderlich (extrem variabel auch in 1*1 km-Raster)• weitere Umsiedlungen sollten stattfinden• Umsiedelungsgebiete bleiben über viele Jahrzehnte nicht mehr nutzbar• viele Vermarktungseinschränkungen werden über Jahrzehnte bestehen bleiben• intensive Kontrollen weiterhin nötig (jahreszeitliche Schwankun- gen, wiederansteigende Kontaminationen, neue betroffene Lebensmittel ...),• intensive Kontrollen auch bezogen auf das Meer
  19. 19. Fazit
  20. 20. • Unfall in dieser Form wurde nicht vorhergesehen (daher erhebliche Defizite in der Infrastruktur)• notwendige Maßnahmen hätten früher getroffen werden müssen• Nutzungseinschränkungen bleiben über viele Jahrzehnte• Dekontaminationsarbeiten zur schnellen Rückbesiedelung oft nicht sinnvoll• zu bedenken: - bei anderer Windrichtung hätten viel größere Gebiete betroffen sein können - bei Kernschmelzen maximal mögliche Freisetzungen wurden bei weitem nicht erreicht

×