O’Reilly




           slide:ology
              Oder die Kunst,
              brillante PräsentatiOnen
              zu ...
Die Informationen in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt erarbeitet. Dennoch können
Fehler nicht vollständig ausgeschl...
KaPitel 6




Elemente anordnen




                        91
Die Anordnung der Elemente
     erzeugt Bedeutung
                   Die Anordnung der verschiedenen Elemente auf einer Fo...
Joe Munroe/Time & Life Pictures/Getty Images
Folien beginnen und enden mit Ideen. Ihre Aufgabe ist es, diese
unsichtbaren,...
Kontrast: Wichtiges rasch erkennen

                   Zuhörer brauchen Kontraste. Sie erkennen sofort die Unterschiede zw...
Kontrast lässt sich in einem Text nicht nur durch Schrift-
größe, sondern auch durch Farbe herstellen. Manche Bibel-
ausga...
Fluss: Die Leserichtung der Informationen

                   Im Westen verläuft die typische Leserichtung von links nach
...
Organisieren Sie Folien so, dass klar ist, wie die Augen des Betrachters die
Inhalte durchgehen. Dieses Prinzip gilt nicht...
Hierarchie: Beziehungen zwischen
     Elementen erkennen
                   Hierarchien sind fast so einfach zu erkennen w...
Daher ist es kein Zufall, dass die visuelle Struktur die Struktur der darge-
stellten Informationen genau widerspiegelt. D...
Einheitlichkeit: Die Informations-
     struktur fühlbar machen
                  Einheitlichkeit können Sie erzielen durc...
Die nachfolgenden Folien wurden in vier verschiedenen Rastern erstellt. Die orangefarbenen Rasterlinien mit
den grauen Käs...
Fallstudie: Adobe
                                                                     Elemente im Raster kontrollieren
  ...
Das Raster zu durchbre-
                                                                                   chen, kann ein ...
Nähe: Bedeutung aus der Positionierung erkennen

                  Wenn mehrere Elemente oder Menschen eine Szene betreten...
Menschen und Nähe
Theaterregisseure betonen die Story durch die Platzierung der Schauspieler auf
der Bühne. Betrachten Sie...
Leerraum: Das Auge atmet auf

                  Die sichtbaren Elemente einer Folie bekommen am             Generell ist j...
Für das Publikum ist es viel effektiver, den Inhalt auf drei Folien zu vertei-
len, als im Chaos einer einzigen Folie alle...
Fallstudie: Garr Reynolds
     Eine Lektion in Sachen Leerraum
                  Garr Reynolds, einer der bei Weitem einfl...
„Ein Zen-Garten ist eine Lektion in Einfach-
heit. Offener Raum ohne Ausschmückung,
einige ausgewählte Felsen, geglätteter...
Schönheit sehen im Design, das Sie umgibt

                  Designer erzeugen Bedeutung, indem sie Elemente sorg-
       ...
Jede Kunstform hat ihre Auffassung darüber, wie Ele-
mente angeordnet werden müssen, um Bedeutung und
Schönheit zu schaffe...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Slide:ology

4.963 Aufrufe

Veröffentlicht am

Präsentationen sind aus dem Geschäftsleben nicht wegzudenken, sie finden vor dem Chef, den Kollegen, Kunden oder vor großem Publikum in der Öffentlichkeit statt. Aber Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt eine brillante Präsentation gesehen, die Ihnen auch eine Woche später noch detailreich in Erinnerung war?

Dieses Buch beschäftigt sich mit der visuellen Seite der Kommunikation und vermittelt, wie Sie Ihre Ideen kondensieren und in informative Folien einfließen lassen. Verständliche Diagramme und Infografiken, die Unterstützung der Aussagen durch Farben, Bilder und prägnanten Text und nicht zuletzt der lebendige Vortrag selbst sorgen dafür, dass Sie das aufrichtige Interesse Ihres Publikums gewinnen und den Fokus auf das lenken können, worauf es wirklich ankommt: Ihre Ideen und Visionen.
Mehr Informationen erhalten Sie unter:
http://www.oreilly.de/catalog/slideologyger/index.html#top

Veröffentlicht in: Business
0 Kommentare
4 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
4.963
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
686
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
160
Kommentare
0
Gefällt mir
4
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Slide:ology

  1. 1. O’Reilly slide:ology Oder die Kunst, brillante PräsentatiOnen zu entwicKeln
  2. 2. Die Informationen in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt erarbeitet. Dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden. Verlag, Autoren und Übersetzer übernehmen keine juristische Verantwortung oder irgendeine Haftung für eventuell verbliebene Fehler und deren Folgen. Alle Warennamen werden ohne Gewährleistung der freien Verwendbarkeit benutzt und sind möglicherweise eingetragene Warenzeichen. Der Verlag richtet sich im wesentlichen nach den Schreibweisen der Hersteller. Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Kommentare und Fragen können Sie gerne an uns richten: O’Reilly Verlag Balthasarstr. 81 50670 Köln Tel.: 0221/9731600 Fax: 0221/9731608 E-Mail: kommentar@oreilly.de Copyright: © 2009 by O’Reilly Verlag GmbH & Co. KG 1. Auflage 2009 Die Originalausgabe erschien 2008 unter dem Titel slide:ology – The Art and Science of Creating Great Presentations bei O’Reilly Media, Inc. Authorized German translation of the English edition of Slide:ology ISBN 9780596522346 © 2008 Nancy Duarte. This translation is published and sold by permission of O'Reilly Media, Inc. Für alle Abbildungen liegt das Copyright bei der Autorin oder sie wurden von ihr lizensiert, es sei denn, es wurde darauf hingewiesen, dass das nicht der Fall ist. Das O’Reilly-Logo ist ein registriertes Warenzeichen von O’Reilly Media, Inc. slide:ology und verwandte Trademarks sind Warenzeichen von O’Reilly Media, Inc. Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Lektorat: Inken Kiupel, Köln Korrektorat: Sibylle Feldmann, Düsseldorf Satz: Conrad Neumann, München Umschlaggestaltung: Diandra Macias, Mountain View, CA Art Director: Diandra Macias, Mountain View, CA Designer: Michaela Kastlova, Menlo Park, CA Produktion: Karin Driesen, Köln Belichtung, Druck und buchbinderische Verarbeitung: Media-Print, Paderborn ISBN 978-3-89721-939-7 Dieses Buch ist auf 100% chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt.
  3. 3. KaPitel 6 Elemente anordnen 91
  4. 4. Die Anordnung der Elemente erzeugt Bedeutung Die Anordnung der verschiedenen Elemente auf einer Folie hat vielleicht den größten Einfluss darauf, ob die Botschaft einer Folie visuell klar ist. Die Anordnung erzählt eine Geschichte. Je nachdem, welche Anordnung ein Designer wählt, kann eine Folie Spannung, Verwirrung oder Unruhe hervorrufen oder umgekehrt für größtmög- liche Klarheit sorgen, wenn Folgendes beachtet wird: Kontrast Das Publikum kann den wichtigsten Punkt rasch erkennen. Fluss Die Reihenfolge der Informationen ist für das Publikum erkennbar. Hierarchie Das Publikum sieht die Beziehung zwischen den Elementen. Einheitlichkeit Das Publikum spürt, dass die Informationen zusammengehören. Nähe Das Publikum erkennt die Bedeutung der Elemente anhand ihrer Platzierung. Leerraum Das Publikum hat genug visuellen Platz zum Atmen. Dies sind die Werkzeuge des Foliendesigns. Eine gute Folie ist kaum zu erstellen, wenn nicht jeder einzelne dieser Punkte genau beach- tet wird. Zum Glück sind die Konzepte eingängig. Vielleicht sind Sie ja bereits mit ihnen vertraut. 92 slide:ology
  5. 5. Joe Munroe/Time & Life Pictures/Getty Images Folien beginnen und enden mit Ideen. Ihre Aufgabe ist es, diese unsichtbaren, abstrakten Ideen zu nehmen und zu entscheiden, wie sie am besten in eine greifbare visuelle Form gebracht werden können. Der Referent muss gewährleisten, dass die Zuhörer durch diese unsichtbare Welt geführt werden, indem er es ihnen leicht macht, Ideen zu entschlüsseln. Viele Referenten verstehen das Prinzip der Anordnung nicht. Sie setzen alle Elemente mit der gleichen Gewichtung auf dieselbe Folie. Es ist aber von entscheidender Bedeutung, festzulegen, wel- che visuellen Elemente hervorstechen sollten, um die Aufmerksam- keit als Erstes auf sich zu lenken. Gestalten Sie manche Elemente dominant, andere dagegen zurück- haltend. Zwingen Sie sich, Entscheidungen über die Priorität der Informationen zu treffen. Wenn ein Referent alle Inhalte auf einer Folie platziert, ist das Faulheit. Überladene Folien machen die Bot- schaft nicht gerade klarer. Elemente anordnen 93
  6. 6. Kontrast: Wichtiges rasch erkennen Zuhörer brauchen Kontraste. Sie erkennen sofort die Unterschiede zwischen den Attribu- ten von zwei oder mehr Dingen, und das bannt ihre Aufmerksamkeit. Es gibt viele Mög- lichkeiten, Folien mit Kontrasten auszustatten; hier sehen Sie einige Beispiele: Größe Form Farbton Farbe Nähe Eine Beziehung zwischen den Folienelementen herzustellen, ist ein wichtiger erster Schritt. So lenkt im folgenden Beispiel der Größenunterschied das Auge auf den großge- schriebenen Text, als sei er der Titel oder Zusammenhang für den Textblock. Egal wo es platziert wird, das Großgedruckte wird immer als das Wichtigste wahrgenommen. Lorem ipsum Putpat, consed tio od tat lum nit autpatem San velenibh ex. Et vent wisl ulla feugue diamcommy. Putpat, consed tio od tat lum nit autpatem Lorem ipsum diamcommy. Lorem ipsum tionsequis nostrud. 94 slide:ology
  7. 7. Kontrast lässt sich in einem Text nicht nur durch Schrift- größe, sondern auch durch Farbe herstellen. Manche Bibel- ausgaben heben die Worte Jesu in Rot hervor. Im Folgen- den wurde in einem ein Zitat von Edward Tufte, dem Autor von Visual Explanations, die Schlüsselaussage ebenfalls in Rot betont. Tuftes Designstrategie des kleinsten effektiven Unterschieds setzt Kontrast klug, aber subtil ein, und nur dort, wo es nötig ist. Tufte betont: … Die Idee ist es, gerade noch spür- bare Unterschiede zu nutzen, visuelle Elemente einzusetzen, die sich klar unterscheiden, aber mehr auch nicht – Kont- raste, die maßgeblich, wirkungsvoll, aber minimal sind. Referenten machen oft den Fehler, ungewollt Kontraste einzusetzen. Jeder noch so kleine Stilunterschied zwischen zwei Elementen teilt dem Betrachter etwas mit, sei es auf bewusster oder unbewusster Ebene. Die beabsichtigte Botschaft wird durch unbeabsichtigte Kontraste besten- falls verdunkelt und schlimmstenfalls konterkariert. Merken Sie sich: Alle Stilentscheidungen haben das Potenzial, Wich- tigkeit, Dringlichkeit und Wert zu suggerieren. Also müssen Sie solche Entscheidungen immer wohlüberlegt treffen. „Ohne Kontraste sind Sie tot.“ Paul Rand Designer Elemente anordnen 95
  8. 8. Fluss: Die Leserichtung der Informationen Im Westen verläuft die typische Leserichtung von links nach rechts und von oben nach unten. Leser sind darauf kondi- text text tioniert, oben links zu beginnen und in einem Z-förmigen Muster hin- und herzublicken, bis sie die Informationen ver- arbeitet haben. Jerry Weissman, Autor von Presenting to Win, nennt dies text text den eingeübten Wagenrücklauf, weil es dem Prinzip der guten alten Schreibmaschine entspricht. Leser bewegen ihren Blick über einer Folie hin und her, bis sie glauben, alle Inhalte der Folie aufgenommen zu haben. Danach weisen sie den Informationen eine Bedeutung zu. Wenn Ihre Grafik, um Ihre Botschaft zu übermitteln, in eine Richtung läuft, die der natürlichen Augenbewegung nicht entspricht, sollten Sie sie nach und nach aufbauen, indem Sie eigenständige Elemente in der Reihenfolge erscheinen lassen, in der das Publikum sie verarbeiten soll. Alternativ können Sie den Startpunkt mit einem Symbol oder Pfeil klar markieren. Das Publikum soll ohne Gefühle von Verwirrung oder Überforderung jederzeit klar verstehen können, in wel- cher intendierten Reihenfolge die Informationen verarbeitet werden müssen. Ein Pfeil lenkt die Aufmerk- Hier markieren Größe und Per- samkeit auf den Startpunkt, an spektive die untere linke Ecke dem die Informationsaufnahme als Startpunkt. beginnt. 96 slide:ology
  9. 9. Organisieren Sie Folien so, dass klar ist, wie die Augen des Betrachters die Inhalte durchgehen. Dieses Prinzip gilt nicht nur für Text, sondern auch für Diagramme und Bilder. Wenn Sie Bilder von Menschen verwenden, achten Sie darauf, dass diese Personen t!PP dem Inhalt zugewandt sind, statt sich davon abzuwenden oder davor zu fliehen. • Setzen Sie nicht mehr als drei Informationsschichten auf eine Ebene. •Erstellen Sie Schwerpunkte (einen Hauptpunkt und bis zu zwei Unter- punkte). • Entwickeln Sie den Lesefluss auf der Folie planmäßig. • Wählen Sie Bilder und Diagramme mit einer klaren Richtung. •Bilder sollen auf den Fokus der Das Publikum soll auf den ersten Blick erkennen können, ob es einen Datenchart Folie zulaufen oder auf die nächste horizontal oder vertikal lesen muss. Folie verweisen. Elemente anordnen 97
  10. 10. Hierarchie: Beziehungen zwischen Elementen erkennen Hierarchien sind fast so einfach zu erkennen wie Kontraste. Die visuelle Hierar- chie definiert die Struktur, die entsteht, wenn eine Reihe von Elementen zuei- nander in Beziehung gesetzt wird. Ein einfaches Beispiel dafür ist die Bezie- hung zwischen Titel und zugehörigem Text. Innerhalb der Hierarchie ist der Titel über- und der Text untergeordnet. Wie in einem Familienstammbaum ist jedes Element in einer Hierarchie Kind seines Vorgängerelements und Eltern- teil seines Nachfolgerelements. Lorem ipsum Lorem ipsum • Lorem Ipsum • Lorem Ipsum ting ex et utatue digna lutpat lutatem ting ex et utatue digna lutpat lutatem • Lorem Ipsum • Lorem Ipsum ting ex et utatue digna lutpat lutatem ting ex et utatue digna lutpat lutatem • Lorem Ipsum • Lorem Ipsum ting ex et utatue digna lutpat lutatem ting ex et utatue digna lutpat lutatem Größe und Platzierung signalisieren Aufzählungspunkte, die größer sind als gemeinsam, dass die Wichtigkeit von der Titel, stören den logischen Fluss. oben links nach unten rechts nachlässt. Dem Publikum erschließt sich der Sinn dieser Anordnung nur schwer. 98 slide:ology
  11. 11. Daher ist es kein Zufall, dass die visuelle Struktur die Struktur der darge- stellten Informationen genau widerspiegelt. Die folgenden Diagramme bei- spielsweise strahlen von einem Kern aus. Der Kern ist es, der die Elemente zusammenhält und die Eltern-Kind-Beziehung zwischen ihnen schafft. Jede Änderung von Größe und Abstand der Objekte ändert die Bedeutung der Beziehungen und verrät etwas über die relative Wichtigkeit der Elemente. Änderung von Größe und Abstand bedeutet Änderung der visuellen Story Elemente sind gleich Mitte dominiert Satellit dominiert Story: Wir alle müssen als Story: Wir alle müssen als Story: Wir alle müssen als Team hinter diesem Ziel Team hinter diesem Ziel ste- Team hinter diesem Ziel stehen, für das alle Teammit- hen, das wichtiger ist als die stehen, doch einige im glieder gleich wichtig sind. Aktivitäten des Teams oder Team haben mehr zu leisten seiner Einzelmitglieder. als andere. Sie möchten, dass das Publikum nach der Präsentation Ihre Mission verstan- den hat. Wenn Sie diese Botschaft nicht bewusst liefern, ermittelt das Publi- kum die Bedeutung nach seiner eigenen Interpretation des Gesagten. Sorgen Sie dafür, die grafische Hierarchie Ihrer Botschaft präzise zu vermitteln. Elemente anordnen 99
  12. 12. Einheitlichkeit: Die Informations- struktur fühlbar machen Einheitlichkeit können Sie erzielen durch Strukturierung Raster helfen auch, Designentscheidungen in Unterneh- (Raster), Look (grafischer Stil) und Thema (Idee). In die- men abzustimmen, in denen Tausende von Angestellten sem Abschnitt konzentrieren Sie sich auf das Raster. unabhängig voneinander Seides entwickeln. Unternehmen profitieren von der Wiederverwendbarkeit von Folien, Da jede Marke und jeder Referent einzigartig ist, sollte wenn diese ähnlich aussehen und demselben Grundraster das Raster Sie oder Ihr Unternehmen widerspiegeln. folgen. Ein Rastersystem ist ein flexibles Mittel, Sobald Sie ein Raster skizziert haben, das Ihnen gefällt, um Inhalte zu gliedern. zeichnen Sie mit dem Bleistift ein, wo Sie Bilder, Text und Objekte platzieren möchten. Achten Sie darauf, viele Zel- Um den Inhalt zu gliedern, erstellen Sie rechteckige len frei zu lassen, um ausreichend Leerraum zu bewahren. Bereiche zur Platzierung der Elemente. Jeder Bereich ist Zeichnen Sie nun die Rasterlinien in Ihre Präsentationsan- der Behälter für ein Element, zum Beispiel einen Text- wendung und setzen Sie sie auf die Masterfolie, wobei Sie block oder ein Bild. darauf achten müssen, das Raster nach dem Designpro- zess wieder zu entfernen. Um in Zukunft Ihre Präsentation Indem Sie Objekte in ein Raster setzen, verankern Sie schneller entwickeln zu können, speichern Sie das Raster sie, sodass sie nicht mehr herumspringen oder scheinen, als Tool, indem Sie es in eine neue Datei einfügen oder auf als seien sie per Zufall oder willkürlich an ihrem Ort posi- einer Folie ganz unten im Stapel abspeichern. tioniert worden. Diese Stabilität hilft dem Publikum, in der Anordnung der Inhalte ein Muster zu erkennen. Wenn Texte und Grafiken immer an der gleichen Stelle stehen und an den gleichen Punkten verankert sind, kann das Publikum vorausahnen, wo die Inhalte erscheinen wer- den. Zusätzlich gewährleistet ein Raster, dass in einer Folge von mehreren Folien gleichen Layouts die Ele- mente nicht „herumhüpfen“. Enthalten zum Beispiel drei aufeinanderfolgende Folien je einen Graphen, so sollten die Achsen dieser Graphen immer konstant bleiben, auch wenn sich die Daten ändern. 100 slide:ology
  13. 13. Die nachfolgenden Folien wurden in vier verschiedenen Rastern erstellt. Die orangefarbenen Rasterlinien mit den grauen Kästen dienen als Schlüssel für die darunter abgebildeten Folien. Sie können erkennen, wie die Elemente ins Raster passen. Drei Spalten Vier Spalten Fünf Spalten Fibonacci ■ Grafik ■ Text Die Folien sehen einheitlich aus, weil das Raster ihnen Struktur verleiht. Elemente anordnen 101
  14. 14. Fallstudie: Adobe Elemente im Raster kontrollieren Das ist der Preis, den Adobe Systems zahlen muss: Die Nummer eins der Softwareanwendungen für Grafikdesigner zu sein, bedeutet, dass jede noch so kleine Nebensache, jedes Paketdesign und jede Werbung von Experten genau begutachtet wird, denn diese Experten sind zugleich die Kunden. Für Präsentationen gilt dasselbe, nur diesmal in persönlicherer Form. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen zum Publikum keinen Kontakt, weil es vom Folienlayout abgelenkt ist. Bestenfalls werden die Zuhörer leicht kritisch reagieren, schlimmstenfalls verliert der Referent seine Glaubwürdigkeit. Die Lösung? Kombinieren Sie das beste Präsenta- tionsdesign mit den Grundlagen des Grafikdesigns. Die Ergebnisse spiegeln die Bindung des Unternehmens Adobe an die Branche, die sich durch seinen Einfluss wandelt. Die frische Farbpalette der Verpackungen von Adobe spiegelt die Marke wider. Das dynamische Raster bietet die Möglichkeit, Fotos in unter- schiedlichen Kombinationen zu integrieren. 102 slide:ology
  15. 15. Das Raster zu durchbre- chen, kann ein wir- kungsvolles Mittel sein, um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Elemente zu lenken. Es sollte aber nicht überstrapaziert werden, sonst verliert es seine Wirkung. Der Präsentationen von Adobe liegt ein 5-x-5-Raster zugrunde, das die Platzierung von Text, Bildern und Objekten bestimmt. Auch wenn die Formen und Größen der Elemente variieren, vermittelt die Regelmäßigkeit der Layouts ein Gefühl von Struktur und Stabilität. Die leeren Streifen oben und unten erzeugen überdies ein kinoähnliches Feeling und lassen zugleich Platz für Titel und ähnliche Informationen. © 2005 Adobe Systems Incorporated. Alle Rechte vorbehalten. Genehmigter Abdruck. Elemente anordnen 103
  16. 16. Nähe: Bedeutung aus der Positionierung erkennen Wenn mehrere Elemente oder Menschen eine Szene betreten, erzählt ihre Plat- zierung im Verhältnis zueinander eine weitere Geschichte zu dem Bild selbst. Wahllos platzierte Elemente können einen Eindruck erwecken, der so nicht beabsichtigt war. Räumliche Nähe Sie sollten Elemente, die miteinander zu tun haben, planvoll anordnen. Über- lassen Sie nichts dem Zufall. Die Anordnung der Elemente signalisiert Eintracht oder Zwietracht, Ordnung oder Chaos, Wachstum oder Abschwung. Ihr Ziel sollte es sein, im Vorfeld zu verhindern, dass die Zuhörer falsche Schlüsse ziehen. Weitere Beziehungen symmetrisch • asymmetrisch ausgewogen • unausgewogen konsistent • inkonsistent klar • unklar vereint • versprengt Ordnung • Chaos gleich • ungleich großzügig • überfüllt sequenziell • willkürlich untertrieben • übertrieben anziehend • abstoßend tief • breit statisch • aktiv verteilt • geballt nahe • fern 104 slide:ology
  17. 17. Menschen und Nähe Theaterregisseure betonen die Story durch die Platzierung der Schauspieler auf der Bühne. Betrachten Sie zum Beispiel die verschiedenen Standorte der Figuren in den folgenden Bildern. Jede Positionierung transportiert eine Bedeutung – selbst ohne Kontext oder Kenntnis der Geschichte, deren Teil die Figuren sind. Die folgenden Konzepte sind inspiriert durch Robert Horns bahnbrechendes Werk Visual Language. Die Figur am linken oder rechten Rand wirkt oft schwächer als Figuren auf entgegenge- Figuren im Zentrum wer- die Figur, die mehr in die Mitte rückt. setzten Seiten des Bild- den als eng verbunden schirms wirken nicht eng wahrgenommen. verbunden, vielleicht gar wie Antagonisten. Steht eine Figur weiter Eine isolierte Figur hat Eine Figur mit viel Platz Gruppierte Figuren, die asym- unten, wirkt sie unterwürfig, visuell mehr Gewicht als ein um sich herum suggeriert metrisch verteilt sind, signali- schwach, verwundbar. Höher Gruppenmitglied. Freiheit. sieren Aktivität. stehende Figuren wirken dominant und machtvoll. Elemente anordnen 105
  18. 18. Leerraum: Das Auge atmet auf Die sichtbaren Elemente einer Folie bekommen am Generell ist jede Folie, die Leerraum opfern muss, um meisten Aufmerksamkeit, aber Sie müssen ebenso gut Platz für Inhalte zu schaffen, zu vollgepackt. Wenn überlegen, wie viel Platz Sie freilassen. Man nennt dies eine Folie mehr Informationen präsentieren soll, als sie auch Leerraum, Negativraum oder Freiraum. bequem unterbringen kann, ist sie nicht mehr das richtige Mittel für diese Aufgabe. Leerraum ist nicht immer weiß, sondern betrifft in einer Folie alle Stellen, die ungenutzt bleiben. Das können die Fragen Sie sich: „Was kann ich wegnehmen, ohne die leeren Bereiche sein, die die Elemente voneinander tren- Bedeutung zu ändern?“ oder „Wo kann ich den Inhalt auf nen, oder das Drama, das entsteht, wenn ein Element mehr als eine Folie aufspalten?“ Denken Sie daran, dass in einen riesigen freien Platz gestellt wird. Bisher hat sich der Wert einer Folie nicht nach der Menge der ent- dieses Buch beschrieben, welche Rolle Hierarchie, Fluss haltenen Informationen bemisst, sondern nach der Klar- und Nähe spielen, aber die Rolle des Leerraums wurde heit ihrer Botschaft. bis jetzt nur impliziert. Leerraum ist in Ordnung – Überfüllung ist Unerfahrene Referenten halten Leerraum oft für über- flüssig, besonders wenn sie große Mengen von Inhalten ein Fehler im Design. verarbeiten müssen, die trotz ihrer Sperrigkeit „zu wich- tig“ sind, um sie einzudampfen oder zu vereinfachen. Da Leerraum ja schließlich per definitionem keine Infor- mationen trägt, schadet es doch nichts, ihn auszufüllen, oder? Doch, es schadet, denn das Publikum findet solche Folien schwer verständlich. Leerraum ist ein Element einer Folie, ebenso wie Titel, Aufzählungspunkte und Dia- gramme. Der Gebrauch oder Missbrauch von Leerraum ist mit entscheidend für die Wirkung der Folie. 106 slide:ology
  19. 19. Für das Publikum ist es viel effektiver, den Inhalt auf drei Folien zu vertei- len, als im Chaos einer einzigen Folie alle Daten auf einmal interpretieren zu müssen. Doch allein durch Verteilung auf drei Folien lässt sich das Problem der übermäßigen Informationsdichte nicht lösen. Indem die Elemente nach- einander gezeigt werden, führen Sie Ihre Zuhörer Schritt für Schritt durch die Informationen. VORHER: Die dicht gepackten Informati- onen auf der Folie sind nur mit Mühe zu verarbeiten. Da Leerraum zwischen den Elementen fehlt, ist die Bedeutung schwer zu erkennen. Wir haben diese Folie auf die drei unten gezeigten aufgeteilt. NACHHER: Durch Verteilung der Elemente auf drei Folien bekommt jede die Aufmerksamkeit, die sie verdient – und das Publikum profitiert von der besseren Verständlichkeit der Konzepte. Elemente anordnen 107
  20. 20. Fallstudie: Garr Reynolds Eine Lektion in Sachen Leerraum Garr Reynolds, einer der bei Weitem einflussreichsten Experten für gutes Präsentationsdesign, beeinflusst Referenten durch sein Blog und Buch, die beide unter dem Titel Zen oder die Kunst der Präsentation (bzw. Presen- tation Zen im englischen Original) erscheinen. Mit Witz und scharfem Ver- stand behandelt Reynolds systematisch die Prinzipien guter Inhalte, aus- gewogenen Designs und der geschickten Vermittlung von Informationen. Er glaubt, dass „es beim Design nicht um Dekor oder Ausschmückung geht. Es geht darum, Kommunikation für den Rezipienten so einfach und klar wie möglich zu machen.“ Reynolds hat seine eigene Handschrift, cha- rakterisiert durch große, eindrucksvolle Bilder und viel freien Platz, der den Blick lenkt. © 1980 und 1977 Lucasfilm Ltd.. Alle Rechte vorbehalten. Genehmigter Abdruck. Hier parodiert Garrs Blog die Art, wie sich Darth Vader und Yoda präsentieren. Das Zitat stammt zwar aus Reynolds Buch, könnte aber genauso gut von Yoda sein: „Leerer Raum ist nicht nichts; er ist ein machtvolles Etwas. Lernen Sie, ihn zu sehen.“ 108 slide:ology
  21. 21. „Ein Zen-Garten ist eine Lektion in Einfach- heit. Offener Raum ohne Ausschmückung, einige ausgewählte Felsen, geglätteter Kies. Schön. Einfach. Der Zen-Garten ist ganz anders als die Gärten des Westens, die so absolut vollgepackt sind mit Schön- heit, so viel Schönheit, dass wir vieles davon gar nicht mitbekommen. Präsen- tationen ähneln diesen Gärten ein wenig. Manchmal setzt man uns so viele visuelle und akustische Reize in so kurzer Zeit vor, dass wir am Ende wenig verstanden und noch weniger behalten haben.“ Garr Reynolds Autor von Zen oder die Kunst der Präsentation garden photo © Markuz Wernli Saito
  22. 22. Schönheit sehen im Design, das Sie umgibt Designer erzeugen Bedeutung, indem sie Elemente sorg- fältig anordnen. Die Platzierung von Text und Grafik ist nie willkürlich, sondern immer absichtsvoll, und die Absicht schafft Bedeutung. Egal ob diese Bedeutung informiert oder ein Gefühl oder eine Struktur erzeugt, alles dient einem Zweck. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und betrachten Sie Ihre Umgebung. Schauen Sie auf das Grafikdesign, die Architektur und die Produktgestaltung. Fragen Sie sich, warum die Designer sich so entschieden haben. Warum setzten sie diese Schriftart, diese Farben, diese spezielle Platzierung der Elemente ein? Versuchen Sie, die Gestal- tungsmittel Kontrast, Fluss, Hierarchie, Einheitlichkeit, Nähe und Leerraum darin zu erkennen. Diese Elemente existieren sogar in der Natur. Suchen Sie sie. Es ist wichtig, dass Sie die Schönheit erkennen, die Sie umgibt. Wenn Sie einen Film sehen, eine Illustrierte durchblättern, über eine Frühlingswiese wandern, ein Ballett anschauen oder ein Museum besuchen: Studieren Sie die Schönheit und lernen Sie, die schönen Dinge mehr zu schätzen. Wenn Sie schönes Design visuell auf- nehmen, können Sie selbst Schönes erschaffen. Aber dazu müssen Sie Ihre Umwelt gut beobachten und überlegen, was die Schönheit der Sie umgebenden Dinge ausmacht. 110 slide:ology
  23. 23. Jede Kunstform hat ihre Auffassung darüber, wie Ele- mente angeordnet werden müssen, um Bedeutung und Schönheit zu schaffen. Ein japanisches Blumenarrangement wird so gestaltet, dass die Zusammenstellung der visuellen Elemente (in diesem Fall Blumen) Harmonie und Ausgewogenheit ausstrahlt. Am Anfang plant der Designer genau, welchen Weg die Augen auf ihrer Reise durch das Arrangement nehmen soll. Der Designer steuert die Augenbewegung, indem er außer den wesentlichen alle Blüten aus dem Arrangement entfernt. Ebenso sollten Sie auch aus einer Folie alles ent- fernen, das nicht zur Betonung Ihrer Botschaft beiträgt. Elemente anordnen 111

×