K. Thorweseten: KSK & Ausländersteuer

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Klaus Thorwesten erklärt beim 3. Fachtag Niedersächsischer Festivalmacher die Eckpunkte aus Künstlersozialkasse und der sog. Ausländersteuer. Hier noch der Buchtipp, von Herrn Thorwesten selbst redigiert: http://www.amazon.de/Stefan-Strobach/e/B0045AYUQ6/ref=ntt_athr_dp_pel_1

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K. Thorweseten: KSK & Ausländersteuer

  1. 1. KünstlersozialkasseAbgabepflichten für Veranstalterund andere Unternehmen Referent: Klaus Thorwesten, Osnabrück © 2011
  2. 2. Voraussetzungen der Versicherungspflicht Wer ist Künstler ? Wer kann Mitglied werden?• Nach § 1 KSVG muss eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt werden:• Betroffener muss Künstler oder Publizist sein• Selbständig erwerbstätig sein, nicht nur vorübergehend• Im Wesentlichen im Inland tätig• KSK prüft Versicherungspflicht (Fragebogen) Klaus Thorwesten
  3. 3. Voraussetzungen der Versicherungspflicht Nicht versichert ist i. d. Regel:• Unternehmer> 1 Arbeitnehmer beschäftigt• Gewisse Mindestverdienstgrenzen nicht erreicht (ab 2004 = 3.900,- € Jahresgewinn nach Abschreibungen ) Ausnahmen für „Berufsanfänger“ 5-Jahresregel auch bei Unterschreitung der Verdienstgrenze. Ø Gewinn der Versicherten lag bei ca. 12.000,-€ /Jahr (2007)• Befreite Personen Rentner (erst jetzt künstlerisch tätig) Höherverdienende, etc. Klaus Thorwesten
  4. 4. Künstlersozialkasse Versicherungsschutz für Künstler/innen • Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) bietet sozialen Schutz für selbständigeVersicherungsbeiträge Künstler/innen und Publizisten • Renten-, • Kranken-, • Pflegeversicherung. z.B.: „vorgezogenes Krankengeld“ ab 15. Tag, Zuschläge f.d. Versicherten Künstler Versicherte zahlen allgemein übliche Beitragssätze Verwerter und Bundeszuschuss Klaus Thorwesten
  5. 5. Zahlungspflicht der „Verwerter“Unternehmen, die typischerweise künstlerische oder publizistischeWerke verwerten 24 Abs. 1 KSVG• Theater, Orchester, Chöre ,etc.• Buch-, Presse- und sonstige VerlageBeispiel:Mitgliederzeitschrift eines Sport-Verbandes (BSG Urteil 1989)Nicht erforderlich: Gewerbeanmeldung, Schwerpunkt der Tätigkeit – “Arbeitet wie ein Verlag”• Theater-, Konzert- und Gastspieldirektionen und sonstige Unternehmen, wesentlicher Zweck= öffentliche Aufführung,• Rundfunk, Fernsehen, Galerien, Museen, Fort- und Aus- bildungseinrichtungen für künstlerische TätigkeitenVHS: Musikunterricht – Honorare an freiberufliche LehrkräfteAuch für Kinder und “Laien” (Hochschulen, etc.) Klaus Thorwesten
  6. 6. Zahlungspflicht der „Verwerter“Unternehmen, die typischerweise künstlerische oder publizistischeWerke verwerten 24 Abs. 1 KSVG• Kommunen (siehe Tätigkeiten der Institutionen)• Kunstvereine (wie Galerien, Kunsthandel)Verkauf der Kunstwerke einer Ausstellung gegen Provision• Eigenwerber: “Wer Werbung für das eigene Unternehmen betreibt,” falls Auftrag an Künstler erteilt.• Handelskette lässt regelmäßig Kataloge und Web-Seiten durch eine Werbe-GbR erstellen• Autohändler führt Werbe-Events durch Klaus Thorwesten
  7. 7. Zahlungspflicht der „Verwerter“ Generalklausel 24 Abs. 2 KSVG Abgabepflichtiger Verwerter ist, “Wer nicht nur gelegentlich Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten erteilt, um deren Werke oder Leistungen für Zwecke seines Unternehmens zu nutzen, wenn im Zusammenhang mit dieser Nutzung Einnahmen erzielt werden sollen” Gilt für alle Unternehmen –Gemeinnützigkeit spielt keine Rolle- Abgabepflicht (falls nicht typisches Unternehmen)! Einnahmeerzielung (Gewinn nicht relevant)! Ab der 4. Veranstaltung (Gilt nicht für Unternehmer nach § 24 Abs.1) Klaus Thorwesten
  8. 8. Sonstige Veranstalter – Z.B:Hobby- und Laienmusik- vereinigungen, Amateurtheater, Karnevalsvereine,…• Keine Abgabepflicht:• Höchstens 3 Veranstaltungen mit „vereinsfremden“ Künstlern im Jahr – Gegen Eintritt-• Regelmäßige Tätigkeit von vereinseigenen Chorleitern / Dirigenten Klaus Thorwesten
  9. 9. Zahlungspflicht der „Verwerter“Unternehmen, die typischerweise künstlerische oder publizistischeWerke verwerten 24 Abs. 1 KSVGBeispiel :Der Wirt eines Musikcafés engagiert eine Band zum sonntäglichenTanztee. Vereinbart wird, dass die Mitglieder der Band gegen Eintrittspielen und selbst kassieren.Lösung:Der Wirt des Musikcafés ist abgabepflichtig, weil ein wesentlicher Zweckseines Unternehmens darauf gerichtet ist, für die Aufführung oderDarbietung künstlerischer Leistungen zu sorgen ( 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3KSVG).Grundlage für die Berechnung der Künstlersozialabgabe sind dieEintrittsgelder, die die Band eingenommen hat. Nach 25 Abs. 1 Satz 2KSVG gehören sie zur Bemessungsgrundlage Klaus Thorwesten
  10. 10. Zahlungspflicht der „Verwerter“ Unternehmen, die typischerweise künstlerische oder publizistische Werke verwerten 24 Abs. 1 KSVGBeispiel 2 :Ein Komponist erhält Auftrag einer Werbeagentur einen Song füreine Eismarke zu komponieren. K beauftragt einen Texter undengagiert Sänger und Musiker für die Studioproduktion.Lösung:Komponist ist als „Erstverwerter“ abgabepflichtig für Zahlungenan: Texter, Sänger und MusikerWerbeagentur betreibt „Werbung für Dritte“, zahlt ein Entgelt fürein künstlerisches Werk an einen selbständigen Künstler(Komponist) Klaus Thorwesten
  11. 11. Zahlungen Wie hoch? Wofür?• Künstlersozialabgabeverordnung“ %-Satz ( 30.9. Vorjahr) 2006 = 5,5 % 2008= 4,9% 2009= 4,4% 2010= 3,9 % 2011 = 3,9% der Nettozahlungen• Entgelt für künstlerisch/publizistische Werke an Künstler (Gage, Tantieme, Lizenzen, Sachleistungen…). auch gezahlte „Ausländersteuer“ Im Prinzip für alle Zahlungen (Ausnahmen für Bewirtung etc.) Klaus Thorwesten
  12. 12. Zahlungen Wie hoch? Wofür?Liste der KSK definiert Begriff Künstler:§2 Satz 1 KSVG: “Künstler im Sinne des Gesetzes ist, wer Musik,darstellende Kunst oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. “! Tätowierer i. d. R. kein Künstler (BSG)! Boxer Klitschko TV-Spot keine Künstler sondern Prominente! “Klinik-Clown” kein Künstler – Therapeut (SG Kassel)• Auch für “Künstler” ohne Versicherungspflicht bei der KSK (z.B.: Beamte, Nebenberufliche) auch Arbeit eines Grafikers einer Werbeagentur (als Gewerbetreibender) Klaus Thorwesten
  13. 13. Gehört nicht zur Bemessungsgrundlage• Umsatzsteuer (per Rechnung ausgewiesen)• Zahlungen an GEMA o.ä• Juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts. Sofern diese im eigenen Namen handeln. (GmbH, KG, AG, e.V., öffentl. Körperschaften)• Reisekosten im Rahmen der steuerlichen Freigrenzen• Übungsleiterpauschale (2.100 €/Jahr, für gemeinnützige Organisationen ) und steuerfreie Aufwandsentschädigungen (z.B. Fahrten Wohnung und Arbeitsstätte) Klaus Thorwesten
  14. 14. Definition Reisekosten / Bewirtung• Fahrtkosten (nachgewiesene Kosten oder 0,30 € pro KM für PKW, auch Nebenkosten, z.B. Parkplatz)• Verpflegungsmehraufwand (siehe Dienstreisenpauschalen z.B.: 14 Std. oder mehr = 12,- € pro Tag)• Übernachtung (nachgewiesene Aufwendung oder pauschal 20,- € / Nacht) – Bewirtung (übliche Kosten für Speisen / Getränke) genauer Nachweis, wer, wann, wofür, Anlass der BW. Aufzeichnungspflicht / Unterlagen Klaus Thorwesten
  15. 15. Kommissionsgeschäft / Vertretung– Agenturen bzw. Vermittlerunternehmen eines Künstlers sind zahlungspflichtig bei Leistungen an Private /nicht Pflichtige– Einmalige Sportvereinsfeier– 50-jähriger Geburtstag Ist der Vertragspartner ein abgabepflichtiges Unternehmen, zahlt das Unternehmen / Veranstalter• Agentur zahlt falls keine reine Vermittlung Künstler leisten an Agentur –Vertrag Agentur-Veranstalter -• Abwälzung der Kosten auf Dritte sind unwirksam Klaus Thorwesten
  16. 16. Erfüllung der Abgabepflicht• Unternehmen sind „meldepflichtig“• Sämtliche geleisteten Entgelte sind einmal im Jahr zu melden (bis zum 31.3. des Folgejahres) Meldebogen KSK KSK teilt Höhe der monatlichen Vorauszahlungen mit (Zeitraum März bis Februar, Basis Vorjahreswert)Beispiel:Gagen im 2009= 100.000,-€.100.000 /12 * 3,9% = 324,99,- € monatlich für Jahr 2010Überzahlungen oder Fehlbeträge werden ausgeglichen Klaus Thorwesten
  17. 17. Erfüllung der AbgabepflichtOnline www.kuenstlersozialkasse.de• Anmelde- und Erhebungsbogen• Bestellformulare• Downloadbereich• FAQ`s - Informationen Klaus Thorwesten
  18. 18. Prüfverfahren Schriftliches Verfahren und/oder Außenprüfung" DSR –Deutsche Rentenversicherung (seit 2007)Prüft Arbeitgeber mit Angestellten nach § 28p SGB IV" KSK -KünstlersozialkasseVerwerter ohne Beschäftigte und Ausgleichsvereinigungen• Schätzung der Bemessungsgrundlage• Fordern listenmäßige Aufzeichnungen der Entgeltzahlungen• Einholung von Auskünften bei Verwertern• Überwachung und Überprüfung der abgabepflichtigen Unternehmen• Verhängung von Bußgeldern (§36 KSVG) bis zu 50.000,-€ Klaus Thorwesten
  19. 19. Prüfverfahren (KSVG BÜVO –Beitragsüberwachungsverordnu ng)Schriftliches Verfahren und/oder AußenprüfungVerwerter muss Prüfungen vor Ort zulassen (§ 35 Abs. 1 Satz 2 KSVG, § 28p SGB IV)• Vorlage aller Verträge, Aufzeichnungen, Geschäftsbücher• Ermittlung aller Entgeltzahlung der letzten 5 Kalenderjahre• Nachzahlungen für den Aufzeichnungszeitraum Aufzeichnungspflicht (gem. § 28 KSVG)• 5 Jahre nach Ablauf des KalenderjahresAuftritt am 2.3.2005 -Aufzeichnungplicht 31.12.2010. Verjährungsfristen (§ 25 SGB IV)! 4 Jahre (faktisch 5 Jahre s.o./ Fälligkeit 31.3. Folgejahr)! 30 Jahre bei z.B.: Vorsatz / Kenntnis der Abgabepflicht Klaus Thorwesten
  20. 20. Verwerter muss Nachzahlung leisten • Fragebogen zur Feststellung der Abgabepflicht • Erfassungsbescheid • Abgabebescheid oder Schätzungsbescheid • Vollstreckung ! Widerspruch möglich – Frist 1 Monat nach Bekanntgabe Keine aufschiebende Wirkung ! Antrag: “Aussetzung der sofortigen Vollziehung” (§ 86a Abs. 3 SGG) Gerichtliches Eilverfahren, keine Prüfung der Sach-, Rechtslage ! Klage gegen Prüfbericht beim Sozialgericht Klaus Thorwesten
  21. 21. Verwerter muss Nachzahlung leisten ! Antrag auf Erlass, Teilerlass Hohe Voraussetzungen, sehr geringe Aussichten ! Antrag auf Ratenzahlung Gute Chancen Laufzeit 6- 48 Monate Zinsberechnung seit 2007 –Aber keine Säumniszuschläge- Darstellung der wirtschaftlichen Situation: • G.u.V. -Rechnung, Abschlüsse • Kontostände, Bankunterlagen • Konkurs droht… Klaus Thorwesten
  22. 22. KünstlersozialkasseBei der Unfallkasse des BundesGökerstraße 1426380 WilhelmshavenTelefon: (0 44 21) 9734 05 1500Telefax: (0 44 21) 75 43 – 711www.kuenstlersozialkasse.dewww.deutsche-rentenversicherung.de Klaus Thorwesten
  23. 23. KünstlersozialkasseAbgabepflichten für Veranstalterund andere Unternehmen Referent: Klaus Thorwesten, Osnabrück © 2010
  24. 24. Besteuerung ausländischer KünstlerInnen - §50a ESTG-Informationen für Kulturveranstalter Referent: Klaus Thorwesten, Osnabrück ©2010
  25. 25. „Ausländersteuer“ Abgabepflicht von Veranstaltern• Informationen zu Veränderungen nach dem Steueränderungsgesetz (StÄndG) 2009• Für Veranstalter, die Künstler mit Wohnsitz im Ausland engagieren• Hier: Nur für inländische „Darbietungen“, nicht für Einnahmen aus Verwertungen Klaus Thorwesten
  26. 26. Grundlage der Besteuerung Steuerabzugsverfahren• Steuerschuldner ist der inländische Leistungsempfänger (Veranstalter)• Beschränkt Steuerpflichtiger = Künstler ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland (mind. 183 Tage/Jahr entsteht unbeschränkte Steuerpflicht) Klaus Thorwesten
  27. 27. Grundlage der Besteuerung Steuerabzugsverfahren § 49, 50a (2) ESTGBetroffene Einkünfte aus:• Künstlerischen, sportlichen, artistischen, unterhaltenden (neu ab 2009) oder ähnlichen Darbietungen• Inländische Verwertung von Darbietungen• Zeitliche Überlassung von Urheber- und anderen Rechte (unterschiedliche Regelungen in DBA`s) Klaus Thorwesten
  28. 28. Grundlage der Besteuerung Steuerabzugsverfahren § 49, 50a (2) ESTGAusnahmen:• Inländische Einkünfte ausländischer „werkschaffender Künstler“ –Keine Darbietung- (Bildhauer, Maler, Fotografen, Bühnenbildner, Regisseure)• Inländischer Verwertung von Darbietungen ausländischer Künstler im Ausland• Nichtselbständige Arbeit• Wissenschaftliche Vorträge, Seminare• Amateure, Laien- Reine KostenerstattungenKein Abzug aus Billigkeitsgründen- Abklärung mit Finanzamt –s. BMF-Schreiben 23.01.1996 Klaus Thorwesten
  29. 29. Die Abzugssteuer nach § 50a Abs. 4 ESTG Neu ab 01.01.2009• Allgemeiner Satz ab 2009 = 15 % (+Solidaritätszuschlag 5,5%)• Für Einnahmen aus künstlerischen, sportlichen, o.,ä. Darbietungen gestaffelt:• Einnahmen: Steuersatz• Bis 250,-€ 0 v.H.• Über 250,- 15 v.H. der ges. Einnahmen• Jeweils für einen Steuerpflichtigen (Gruppen – Zusammenschluss von Personen /GbR- pro Kopf)Ist der ausländische Vertragspartner eine juristische Person (z.B. Limited) /Körperschaft gilt der Satz von 15 % + Soli Klaus Thorwesten
  30. 30. Gesamteinnahmen Alte Regelung Sämtliche Leistungen bis 2008 Veranstalter KünstlerInnen• Gage,Hotel- und Fahrtkosten, Catering, Bühnenbild, PA-, Miete..... (gem. vertraglicher Abmachungen)Abzüge als „Werbungskosten“ sind nicht zulässig Klaus Thorwesten
  31. 31. Gesamteinnahmen Neu ab 2009 Sämtliche Leistungen Veranstalter KünstlerInnen• Gage, Bühnenbild, PA-, Miete..... (gem. vertraglicher Abmachungen) Nicht mehr Bemessungsgrundlage:• Fahrt- und Übernachtungsauslagen• Verpflegungsmehraufwendungen gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EKStG Klaus Thorwesten
  32. 32. Abrechnungsverfahren 1• BruttovereinbarungDer „Vergütungsgläubiger“ (KünstlerIn) trägt die Abzugssteuer (+Soli):Veranstalter („Vergütungsschuldner“) zieht den jeweiligen Prozentsatz von der Gage ab und führt an das zuständige Finanzamt ab. (In NDS.: Oldenburg und Hannover)Gage: 2000,00 €-15% - 300,00 € -5,5% (von 300,-€) - 16,50 €Auszahlung: 1.683,50 €Zuzüglich 7% UST. Auf den Bruttobetrag von 2000,- € an das örtl. FA Klaus Thorwesten
  33. 33. Abrechnungsverfahren 2 • Nettovereinbarung (eher Standard) • KünstlerIn bekommt Nettohonorar ausbezahlt, Steuer trägt Veranstalter Nettogage + Steuern= Bruttogage/Gesamtkosten für Veranstalter Steuersatz % Berechnungssatz % SolZ % 15 17,82 0,98Gage inkl. Nebenleistung 2.000,- €Satz 17,82% 356,4015% > 250,-€SolZ 0,98% (von 2000,-€) 19,60Bruttogage 2.376,00 € (Abzug wäre: 376,00 €) Zuzüglich 7 % UST. Klaus Thorwesten
  34. 34. Beispielrechnung• Bei auftretenden Ensembles (keine juristische Person) kann die Gesamtgage auf die Anzahl der Gruppenmitglieder aufgeteilt werden. Die Aufteilung kann pro Kopf, oder nach den, durch die KünstlerInnen bescheinigten, tatsächlichen Gagenanteilen der Einzelpersonen erfolgen.• So ist eine Bruttogage (inkl. der genannten Nebenleistungen) von z.B. 1000,- € bei einer 4-köpfigen Gruppe gänzlich steuerfrei. Der Veranstalter muss diese Veranstaltung aber trotzdem melden, auch wenn keine Steuer zu entrichten ist. (Null-Meldung) Klaus Thorwesten
  35. 35. Anlage EinkommensteuerZusatz VertragErklärungDie Gruppe / das Ensemble besteht aus insgesamt Mitgliedern.o Mitglieder der Gruppe sind Deutsche im Sinne des Steuerrechts ( 50a 4 Nr. lESTG)und versteuern ihr Einkommen selbst in der Bundesrepublik Deutschland.o Mitglieder der Gruppe unterliegen der Steuerpflicht für ausländische Künstler. DieAbführung der Steuer findet durch den Veranstalter statt. Zur Auszahlung kommt nur dieNettogage. Die Gruppe ist keine eigene juristische Person (Verein, GmbH) sondern einZusammenschluß von Personen im Sinne einer GBR.o Die Gage wird zu gleichen Teilen auf die Gruppenmitglieder aufgeteilt,odero wie folgt ausgezahlt:Name des Künstlers____________Land_____Gagenanteil:/€
  36. 36. Beispielrechnung Netto • Bruttogage inkl. sonstiger Leistung > 250,-€ Künstlergruppe 4 Pers. Gage= 1.000,-€Gage inkl. Nebenleistung 1.000,- €Satz 0,000% da 4 Pers. a 250,-€SolZ 0% 0,00Bruttogage 1.000,00 € (Kein Abzug) Zuzügl. 7% Ust. Klaus Thorwesten
  37. 37. „Grenzbeträge beachten“Bei überschreiten des Grenzbetrags von 250,-€ proSteuerpflichtigem z.B.: durch zusätzliche Leistungen kannSteuerpflicht entstehen Beispiel:Nettogage 1000,--€ (4-Personen-Band)+ Zusatzleistung 300,-€ (Miete Instrumente) Nettogage 1.300,00 Steuersatz 231,66 17,82% Soli 0,98% 12,74 Gesamtkosten 1.544,40 Zuzügl. 7% UST. 108,11 Klaus Thorwesten
  38. 38. Umsatzsteuer• Auf die gezahlte Gesamtleistung ist eine Umsatzsteuer in Höhe von i.d. Regel 7% (Künstler. Leistung) zu entrichten und an das örtliche Finanzamt abzuführen.• Auf bereits gezahlte U.-St. (z.B. Hotel ab 2010 nur noch 7 %) ist keine zusätzliche Steuer zu entrichten.• Umsatzsteuerpflichtige Veranstalter machen die Zahlung als Vorsteuer geltend Klaus Thorwesten
  39. 39. UmsatzsteuerZahlungspflicht entsteht grundsätzlichAuch bei:• Nicht umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen• Kleinunternehmern• Steuerbefreite Unternehmen / Veranstaltungen! Aber: Kein Vorsteuerabzug bei ansonsten nicht pflichtigen Unternehmen Klaus Thorwesten
  40. 40. Meldung /FinanzamtQuartalsmeldung bis zum 10. des Folgemonats• Formblatt oder• ElsterOnlinePapierlose Meldung – Hilfefunktion- www.elster.deRegistrierungsdauer ca. 1 Woche Klaus Thorwesten
  41. 41. Befreiungsmöglichkeiten „Steuerpflichtige Person“ Künstler (oder Bevollmächtigter) beim: Bundeszentralamt für Steuern, BonnFreistellung: ( 50 d Abs. 2 EStG)• Antrag vor Zahlung der VergütungGrund:z.B.: Besteuerungsrecht liegt beim ausländ. Staat, gem. Doppelbesteuerungsabkommen• Veranstalter muss ohne vorliegende„Freistellungsbescheinigung“ auf jeden Fall zahlen Klaus Thorwesten
  42. 42. BefreiungsmöglichkeitenErstattung auf Antrag:Steuer ist gezahlt – Bescheinigung d. VeranstalterGrund der Erstattung – jeweiliges DBA• Betriebsausgaben oder Werbungskosten (Veranstalter oder Künstler) sind höher als 50% der Einnahmen.• Vergütungsgläubiger mit Wohnsitz in EU/EWR• Steuersatz 30% auf Unterschiedsbetrag (Netto 43,89% + 2,41% Soli)• Erstattung erfolgt an Gläubiger kann an Schuldner (Veranstalter) abgetreten werden. Kontrollmeldeverfahren (Sonderfall Freistellungverfahren) Nicht anwendbar auf „künstlerische, sportliche....“ Darbietungen und Leistungen. Nicht relevant für Kulturveranstalter Klaus Thorwesten
  43. 43. Doppelbesteuerungsabkommen /DBA) Bundesrepublik Deutschland regelt Steuerabzugs- verfahren mit anderen Staaten in DBAsGrundsatz der meisten Abkommen:Steuerzahlung im Land des Auftritts, der GagenzahlungAusnahmen:Freistellung im Rahmen des Kulturaustauschs(Bulgarien, China, Vietnam, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Staaten des ehem. Yugoslawiens)• Austausch auf ministerieller Ebene, Antrag beim Bundeszentralamt für Steuern• Besteuerung erfolgt im Wohnsitzland Klaus Thorwesten
  44. 44. Doppelbesteuerungsabkommen /DBA) Freistellung bei Subventionen aus öffentlichen Mitteln:• Heimatland zahlt die Kosten des Gastspiels zu mehr als einem Drittel• Notwendig Bescheinigung der ausländischen Behörde• In DBAs vieler Länder (ca. 45-50) Staaten vereinbart (u.a. Ägypten, Ghana, Österreich, Schweden, Estland, USA,VER)• Sonderregelungen mit USA (Erstattung falls in USA versteuert wird möglich, Wahlmöglichkeit bei Gagen unter 20T$/Jahr)• Verträge mit ausländischer Künstlerverleihgesellschaft (Nachweisverfahren der Zahlungen auf verschiedenen Ebenen) Klaus Thorwesten
  45. 45. BefreiungsmöglichkeitenDurch Veranstalter :Antrag beim zuständig. FinanzamtFür: „Ausländische Kulturvereinigungen“(...gilt jede Gruppe ohne Rücksicht auf ihre Rechtsform, die eine künstlerische Gemeinschaftsleistung darbietet.)• Ausgenommen sind solistisch besetzte Ensembles (Duo, Trio, Quartett)• Voraussetzung: Förderung des Auftritts durch in- oder ausländische öffentliche Mittel zu mehr als einem Drittel. (Nachweise der öffentlichen Geldgeber)Neu:Nur noch bei „Gesamtvolkswirtschaftlichem Nutzen“BFH Urteil v. 7.3.2007 Klaus Thorwesten
  46. 46. Besteuerung ausländischer KünstlerInnen - §50a ESTG-Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Referent: Klaus Thorwesten, Osnabrück

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