ALTHOCHDEUTSCH Kirowohrader Staatliche Pädagogische  Wolodymyr Wynnytschenko-Universität,  Lehrstuhl für Translation und a...
Inhalt <ul><li>1. Die Herausbildung der deutschen Nationalität </li></ul><ul><li>2. Räumliche Abgrenzung des Ahd. </li></u...
Termini <ul><li>Glossaren -   lat. Vokabellisten mit Übersetzung von Gebeten, Taufgelöbnissen, Beichtformeln ( сповідь ) u...
1. Die Herausbildung der deutschen Nationalität :  Franken <ul><li>Der nordfränkische  König Chlodwig  aus dem Geschlecht ...
Die Herausbildung der deutschen Nationalität 16.06.10 Mishchenko Alla
2. Raumliche Abgrenzung des Ahd. <ul><li>Frankenreich  - zwei Sprachen:  </li></ul><ul><li>1) die westlichen Franken -  di...
2. Raumliche Abgrenzung des Ahd. 16.06.10 Mishchenko Alla
3. Ahd. Sprachdenkmäler <ul><li>das Ostfränkische -  Tatian ,  </li></ul><ul><li>Südrheinfränkische -  Otfried , </li></ul...
3. Ahd. Sprachdenkmäler <ul><li>Die vorliterarischen Zeit (V. Jh. - Mitte VIII. Jh.) - keine schriftlichen Denkmäler (hist...
3. Ahd. Sprachdenkmäler <ul><li>das Sprachdenkmal religiösen Inhalts: </li></ul><ul><li>Abrogans  (um 770 in Freising, der...
4. PHONETIK 4.1. Der althochdeutsche Vokalismus in betonter Stellung <ul><li>Kurzvokale :  а ,  ё ,  е , i,  о , u ( fater...
4.2. Der Wortakzent im Ahd <ul><li>Die großen Unterschiede im Vokalismus - die Veränderungen in der Natur des Wortakzents:...
4.3. Monophthongierung und Diphthongierung <ul><li>Germ. Diphthonge  oi   und  а u   ->  in  lange Vokale , Germ.  ai   ->...
4.4. Der Ablaut <ul><li>Ablaut   - der regelmäßige Wechsel bestimmter Vokale in den Wörtern (J.Grimm). Der Ablaut ist bere...
4.5. Kombinatorischer Lautwandel <ul><li>Kombinatorischer Lautwandel  - die Ergebnisse einer regressiven Assimilation, d. ...
4.6. Der i-Umlaut <ul><li>Der  Umlaut  ist ein assimilatorischer Lautwandel unter dem Einfluss des  i  oder der folgenden ...
4.7. Der althochdeutsche Vokalismus der unbetonten Silben <ul><li>Die Vokale der Nebensilben weisen folgende Besonderheite...
4.8.  Der althochdeutsche Konsonantismus   ( nach der zweiten Lautverschiebung   ) <ul><li>stimmlose Verschlusslaute  (Ten...
4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung begann  ab ca. 600 n. Chr.   -  im 8. Jh .  n.   Chr. noch nicht ganz a...
4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung <ul><li>1. Germ. stimmlose Verschlusslaute  p, t,  к   >  ahd. stimmlos...
4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung <ul><li>2. Germ. stimmlosen Verschlusslaute  p, t, k   >  ahd.   stimml...
4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung <ul><li>3. Germ. stimmhaften Reibelaute (Medien)  ѣ, ð, g   ->  Verschl...
V ergleich der mittelniederdeutschen Sprache  ( Sachsenspiegel ,1 220)   und der mittelhochdeutschen Sprache  ( Deutschens...
4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung <ul><li>Vollständig durchgeführt nur in den allersüdlichsten deutschen ...
Germanische und hochdeutsche Lautverschiebung 16.06.10 Mishchenko Alla ide. germ. hochdt. p f f t þ (th)   d k h (ch)  h b...
4.10. Der grammatische Wechsel im Ahd <ul><li>Den germanischen Gegenüberstellungen  f-  b ,  þ   -  ð ,  h –  g ,  s   – z...
4.11. Die Gemination <ul><li>Die westgermanische Gemination (Konsonantendehnung) - die Verdoppelung ein es Konsonanten dur...
4.12. Andere phonetische Neuerungen <ul><li>1. Bereits im Germanischen verschwand der Nasal  n  vor h , wodurch der vorang...
5. MORPHOLOGIE 5.1. Die Kategorien des Substantive <ul><li>Die ahd. Kategorien der Substantive:  </li></ul><ul><ul><li>Kas...
5.1.1. Die Deklination der Substantive <ul><li>Die Deklination des germ. Substantivs  - Stamm von entscheidender Bedeutung...
5.1.2. Vokalischer Deklinationstyp Dem ursprünglichen germ. Thema nach unterscheidet man hier  a-, o-, i-, u-  Stämme. <ul...
a-Deklination  <ul><li>Die Substantive, die in der Tabelle durch das «lamb» vertreten sind, bilden die Pluralformen mit de...
a-Deklination <ul><li>Das alte  j  ist im Ahd. -verschwunden oder zu  i  geworden. Seine Spuren sind häufig in der Geminat...
die wa-Stämme   <ul><li>Im Auslaut erscheint der Halbvokal  w  also  o . dieses schwindet aber im 9. Jh. nach  e . </li></...
ộ -Deklination   <ul><li>entspricht der ide. a-Deklination (ahd. Fem.  erda, geba, era, zala ). </li></ul><ul><li>Wie auch...
i-Deklination   <ul><li>im Ahd. - nur Mask. und Fem.(z. B.  mask, gast, aphul, slag, wirt ; fem,  kraft, anst, stat, lants...
u- Deklination <ul><li>umfass alle drei Genera: </li></ul><ul><li>mask.-  sunn, fridu. sigu </li></ul><ul><li>fem. - hant ...
5.1.3. Konsonantischer Deklinationstyp <ul><li>die Substantive, die früher zwischen der Wurzel und der Kasusendung ein kon...
5.1.4. Andere konsonantische Deklinationen <ul><li>er-Stämme  -  nur 5 Beispiele: mask.- fater, bruoder , fem.- muoter, to...
Würzelnomina <ul><li>Substantive – ohne stammbildendes Suffix (Thema), die Endung wird unmittelbar an die Wurzel gefügt. D...
5.1.5. Artikel <ul><li>Im Ahd. - eine neue gramm. Kategorie des Substantivs - die Kategorie der  Bestimmtheit/Unbestimmthe...
5.2. Das Adjektiv <ul><li>Im ide. – Übereinstimmung der Deklination der Adjektive mit der Deklination der vokalischen Subs...
5.2.1. Starke Deklination der Adjektive 16.06.10 Mishchenko Alla
5.2.1. Starke Deklination der Adjektive <ul><li>Entsprach ursprünglich der Deklination der starken Substantive ( a/o -Stam...
5.2.2. Schwache Deklination der Adjektive <ul><li>Schließt sich der n-Deklination der Substantive an. Die schwachen Formen...
5.2.3. Steigerung der Adjektive <ul><li>Drei Steigerungsstufen -  Positiv, Komparativ, Superlativ . Die letzten zwei gebil...
5.3. Das Pronomen <ul><li>Das ahd. grammatische Kategorien:  </li></ul><ul><li>Genus  - Maskulinum. Femininum, Neutrum; </...
Personalpronomen   16.06.10 Mishchenko Alla
5.3.1.Possessivpronomen <ul><li>Gebildet von den  Genitivformen   der Personalpronomen  und vom  Reflexivpronomen   sin . ...
5.3.2. Demonstrativpronomen  ( der, dieser, jener, solcher ) 16.06.10 Mishchenko Alla
5.3.3. Interrogativpronomen <ul><li>Dekliniert nach dem Muster des  Demonstrativpronomens:  </li></ul><ul><li>welicher  «w...
5.4. Das Numerale Grundzahlen <ul><li>Ein  -  im Ahd. aus dem unbestimmten Artikel, flektiert wie ein Adjektiv. </li></ul>...
5.4. Das Numerale Grundzahlen 16.06.10 Mishchenko Alla
Ordnungszahlen   <ul><li>1.  und  2.  - unterscheiden sich von der Wurzel der  entsprechenden Grundzahlen: </li></ul><ul><...
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4a althochdeutsch morphologie

  1. 1. ALTHOCHDEUTSCH Kirowohrader Staatliche Pädagogische Wolodymyr Wynnytschenko-Universität, Lehrstuhl für Translation und allgemeine Sprachwissenschaft Mishchenko Alla 16.06.10 Mishchenko Alla
  2. 2. Inhalt <ul><li>1. Die Herausbildung der deutschen Nationalität </li></ul><ul><li>2. Räumliche Abgrenzung des Ahd. </li></ul><ul><li>3. Die Sprachdenkmäler des Ahd. </li></ul><ul><li>4. Phonetik </li></ul><ul><li>5. Morphologie </li></ul><ul><li>6. Syntax </li></ul><ul><li>7. Wortschatz </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  3. 3. Termini <ul><li>Glossaren - lat. Vokabellisten mit Übersetzung von Gebeten, Taufgelöbnissen, Beichtformeln ( сповідь ) u. a. </li></ul><ul><li>Ablaut - der regelmäßige Wechsel bestimmter Vokale in den Wörtern, die sich im etymologischen Zusammenhang befinden (J.Grimm), belegt im ide. als Mittel der Formenbildung im Paradigma des Verbs sowie im System der Wortbildung. Ablautarten: der quantitative und der qualitative . </li></ul><ul><li>Kombinatorischer Lautwandel - die Ergebnisse einer regressiven Assimilation, d. h. Veränderungen der Stammsilbenvokale (dabei ausschließlich um Kurzvokale) unter dem Einfluss der nachfolgenden Vokale. </li></ul><ul><li>Synkope - Ausfall eines unbetonten Vokals zwischen zwei Konsonanten im Wortinnern (z.B. беру - брав ) . </li></ul><ul><li>Umlaut - ein assimilatorischer Lautwandel unter dem Einfluss des i oder der folgenden Silbe. </li></ul><ul><li>Auslaut - Laut, auf den ein Wort, eine Silbe endet. </li></ul><ul><li>Anlaut - Laut am Beginn einer Silbe od. eines Wortes </li></ul><ul><li>Gemination – (lat. geminare – verdoppeln) Verdoppelung von Konsonanten im In- und Auslaut nach l. r; m, n. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  4. 4. 1. Die Herausbildung der deutschen Nationalität : Franken <ul><li>Der nordfränkische König Chlodwig aus dem Geschlecht der Merowinger - die Macht über das fränkische Gebiet (V. Jh.). </li></ul><ul><li>Unter seiner Führung – Eroberung von Franken der ehemaligen romischen Provinz Gallien, Gründung eines mächtigen Reiches (486, bestand bis zur Mitte des 9. Jh.). </li></ul><ul><li>Karl dem Großen aus dem Geschlecht der Karolinger – Erweiterung des fränkischen Reiches (zuerst durch das Langobardenreich in Italien, dann durch Pannonien (das heutige Ungarn), später durch einen Teil Spaniens (804), dann durch Eroberung anderer germanischen Stämmen: die Alemannen, die Thüringer, die Burgunder, die Baiern und zuletzt die Sachsen (814) - der Grundstein für die deutsche Nationalität . </li></ul><ul><li>Der Anfang der germanischen Ostexpansion - Eroberung heutigen Osterreichs, der slawischen Bevölkerung östlich von Elbe und Saale, weitere deutsche Eroberungen in Schleswig а n der Ostsee und in Bohmen. </li></ul><ul><li>Der Vertrag von Verdun 843 unter den Enkeln Karls des Großen – das Aufteilung des karolingischen Reiches: Karl der Kahle (der westliche Teil, das spätere Frankreich); Ludwig der Deutsche (der östliche Teil, das spätere Deutschland); Lothar (das Mittelreich - Italien und das Gebiet, das später nach ihm Lotharingien benannt wurde). SO (!) - die Bildung des deutschen Staates, die weitere Konsolidierung der deutschen Stämme, die Entwicklung der deutschen Sprache. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  5. 5. Die Herausbildung der deutschen Nationalität 16.06.10 Mishchenko Alla
  6. 6. 2. Raumliche Abgrenzung des Ahd. <ul><li>Frankenreich - zwei Sprachen: </li></ul><ul><li>1) die westlichen Franken - die romanische Sprache Galliens (das Altfranzosische); </li></ul><ul><li>2) die östlichen Stämme - germanischen Dialekte, das Ahd . (der mittlere und südliche Teil des deutschen Sprachgebiets), Abgrenzung des Ahd. durch die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung abgegrenzt. </li></ul><ul><li>(!) Im Norden – Niederdeutschen (Niedersächsisch, Niederfränkisch). </li></ul><ul><li>Das Ahd. - zwei Dialektgruppen: Oberdeutsch (das Alemannische. Bairische, Südrheinfränkische, Ostfränkische) und Mitteldeutsch (das Rhein-fränkische, Mittelfränkische und das Thüringische). </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  7. 7. 2. Raumliche Abgrenzung des Ahd. 16.06.10 Mishchenko Alla
  8. 8. 3. Ahd. Sprachdenkmäler <ul><li>das Ostfränkische - Tatian , </li></ul><ul><li>Südrheinfränkische - Otfried , </li></ul><ul><li>das Alemannische – Notker Labeo , der Schulvorsteher (настоятель монастиря) im Kloster St. Gallen (um 950-1022): besondere Verdienste bei der Entwicklung des alten deutschen Schrifttums, viele Übersetzungen von philosophischen Schriften aus dem Lateinischen ins Deutsche (alemannisch) und Schaffen von einer großen Anzahl philosophischer Termini: </li></ul><ul><li>das Werk « Vom Trost der Philosophie » des spätrömischen Philosophen Boethius . </li></ul><ul><li>zwei Abhandlungen (трактати) des Aristoteles . </li></ul><ul><li>(!!!) Große phonetische, morphologische, lexikalische und syntaktische Unterschiede in den deutschen Stämmensdialekten, z.B.: überlieferte in mehreren Fassungen «Paternosters». </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  9. 9. 3. Ahd. Sprachdenkmäler <ul><li>Die vorliterarischen Zeit (V. Jh. - Mitte VIII. Jh.) - keine schriftlichen Denkmäler (historischer Sprachvergleich, die Runenschrift). </li></ul><ul><li>Die schriftliche Überlieferung der deutschen Sprache ( um 770 ) – verbunden mit dem Kirchenleben (!) Ünterstützung der Kirche im Frankenreich durch die königliche Macht – So(!): </li></ul><ul><li>Gründung von zahlreichen Klöstern und Bistümern. </li></ul><ul><li>Die Kloster - Hauptstätte der Bildung, Zentre des geistigen Lebens der frühfeudalen Gesellschaft. </li></ul><ul><li>Am meisten die durch ihr Schrifttum bekannten Kloster: </li></ul><ul><li>St. Gallen, Murbach, Reichenau (alemannischer Bereich), </li></ul><ul><li>St. Emmeram, Tegernsee, Monsee, die Bischofssitze Regensburg, Freising, Salzburg (bairischer Bereich), </li></ul><ul><li>Würzburg, das Kloster Fulda (ostfränkischer Bereich), </li></ul><ul><li>Lorsch, Mainz (rheinfränkisch), </li></ul><ul><li>Weißenburg (sudrheinfränkisch), </li></ul><ul><li>Bischofssitze Köln und Trier (mittelfränkisch). </li></ul><ul><li>Ins Deutsche übertragenen: </li></ul><ul><li>theologische Traktate, Gebete, Psalmen, </li></ul><ul><li>Geschichtswerke, </li></ul><ul><li>Bibelkommentare für die Schule und die Ausbildung der Geistlichen. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  10. 10. 3. Ahd. Sprachdenkmäler <ul><li>das Sprachdenkmal religiösen Inhalts: </li></ul><ul><li>Abrogans (um 770 in Freising, der sog. Glossar ). </li></ul><ul><li>Über den katholischen Glauben (« De fide catholica », das letzte Jahrzehnt des 8. Jhs., fränkisch, des Erzbischofs von Sevilla Isidor ) - die Übersetzungen des lat. theologischen Traktats. </li></ul><ul><li>Tatian (um 830, ostfränkisch) - die Evangelienübersetzung des christlichen Schriftstellers aus Syrien. </li></ul><ul><li>Benediktinerregel (802 - 817, alemannisch) - Übersetzung. </li></ul><ul><li>Muspilli (um 830, bairisch) - Poesie </li></ul><ul><li>Evangelienharmonie (um 865, sudrheinfränkisch, Otfrieds von Weißenburg ). </li></ul><ul><li>Ludwigslied (881-882, rheinfränkisch) </li></ul><ul><li>das Sprachdenkmal heimischer Herkunft und weltlichen Inhalts: </li></ul><ul><li>Hildebrandslied (um 815) - das einzige Denkmal der altgermanischen Heldendichtung. </li></ul><ul><li>Die Merseburger Zauberspruche. </li></ul><ul><li>Die Straßburger Eide. </li></ul><ul><li>Das Ludwigslied , der sog. altere Physiologus. </li></ul><ul><li>Die Evangeliendichtung Heiland (um 830, das Altsächsischen) – erhalten in zwei fast vollständigen Handschriften. </li></ul><ul><li>Die Fragmente der Genesis (altsächsisch). </li></ul><ul><li>(!) Latein behauptete ihre herrschende Stellung im deutschen Schrifttum – Verfassung von Geschichtswerken und Bibelkommentaren im Lateinischen. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  11. 11. 4. PHONETIK 4.1. Der althochdeutsche Vokalismus in betonter Stellung <ul><li>Kurzvokale : а , ё , е , i, о , u ( fater. erda, gesti, wizzan, boto, sumt ). </li></ul><ul><li>je nach Herkunft und Qualitüt: </li></ul><ul><li>ё (ein offenes e) - vererbt vom Germanischen und gekennzeichnet in den historischen Grammatiken häufig durch Thema ( .. - z. B. ërda) </li></ul><ul><li>е (ein geschlossenes e) - entstanden infolge des Primarumlauts aus dem ahd. kurzen a, daruntergesetzten im Text oft durch einen Punkt (gesti). </li></ul><ul><li>Langvokale : â, ê, î, ô, û ( slâfan, mêro, stîgan, ôra, brût ) - gekennzeichnet in den Textausgaben meist durch den Zirkumflex. </li></ul><ul><li>(!) die Unterscheidung der Qualität des e-Lautes: </li></ul><ul><li>ê (das altgermanische ê) - im Ahd. zu â, vgl. got. slêpan - ahd. slâfan ( schlafen ), got. jêer - ahd. jâr ( Jahr ). </li></ul><ul><li>Diphthonge : ei, ou, io, ie. hi, ia, uo ( stein* ouga, lioht, hier, friunt. sliaf, bruoder ). Eine spezifische Lautung der ahd. Diphthonge: gebildet aus zwei kurzen Bestandteilen, von denen der erste starker betont wird als der zweite (ein Gleitlaut) - ahd. brief ist als ( br i - e f ) zu sprechen. Das ahd. ei ist auch als e mit i-Nachschlag zu sprechen, z. B. arebe-it , ste-in (Schmidt, 223). </li></ul><ul><li>Ahd. Schriftdenkmäler - zahlreiche Variante von den Diphthongen: </li></ul><ul><li>frank. uo = der alem. ua </li></ul><ul><li>das alte ô (< germ, õ) – frank. fu o r – alem. fu a r . - bair. F o r ( nach 850 uo ) «ich fuhr». </li></ul><ul><li>das germ, а u = bair. ao (bis zum Beginn des 9. Jhs.) = frank. und alem. Monophthong ô. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  12. 12. 4.2. Der Wortakzent im Ahd <ul><li>Die großen Unterschiede im Vokalismus - die Veränderungen in der Natur des Wortakzents: </li></ul><ul><li>Indoeuropäisch - bewegliche Wortbetonung (je nach der Wortform). </li></ul><ul><li>Germanisch – Anfangsbetonung des Wortakzentes in Zusammensetzungen auf die erste Silbe, in verbalen Bildungen – der Stammbetonung, vgl. Úrteil – ertéilen </li></ul><ul><li>Althochdeutsch - die Fixierung des Wortakzents -> W iederspiegelung in vielen phonetischen Erscheinungen, z. B. Assimilation . Diphtongierung , grammatischem Wechsel , Abschwächung der Vokale im Wortauslaut u. a. </li></ul><ul><li>(!!!) Bewahren die Vokale nicht mehr ihre Qualität und Quantität. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  13. 13. 4.3. Monophthongierung und Diphthongierung <ul><li>Germ. Diphthonge oi und а u -> in lange Vokale , Germ. ai -> ē (vor den Konsonanten h, w, г und im Auslaut) -> ahd. Diphthong ei (abgeschlossen im 8. Jh.): </li></ul><ul><li>got. maiza - ahd. mêro (mehr) </li></ul><ul><li>got. laisjan - ahd. lêren (lehren) </li></ul><ul><li>got. sai - ahd, se </li></ul><ul><li>aber:got. stain -ahd. stein «Stein» </li></ul><ul><li>Germ, а u -> ô (vor h und den Dentalen sowie im Auslaut) -> ahd. Diphthong ou (abgeschlossen im 9. Jh.) </li></ul><ul><li>got. auso - ahd. ô ra (Ohr) </li></ul><ul><li>got. daupus - ahd. tôd (Tod) </li></ul><ul><li>aber: got. augo - ahd. ouga ( Auge ) </li></ul><ul><li>(!) Die Monophthongierung hatte im Norden des deutschen Sprachraumes, vor allem im Altsächsischen, keine Beschränkungen. </li></ul><ul><li>Das germ. lange ē -> ahd. ea > ia > ie ; </li></ul><ul><li>das lange õ -> ahd. uo (ein fränkischer Zug, ausbreitete im 8.-9. Jh. auch nach Süden): </li></ul><ul><li>aot hêr - ahd. hiar > hier «hier» </li></ul><ul><li>lat têgula - ahd. ziagal (Ziegel) </li></ul><ul><li>got. brôþar - ahd. bruoder (Bruder) </li></ul><ul><li>got. fôtus - ahd. fuoz (Fuß) </li></ul><ul><li>(!) Der Norden - nichl betroffen (as.: hēr, brõdar. fõt ). </li></ul><ul><li>(!) Die Diphthongierung - nur in Stammsilben. </li></ul><ul><li>(!) Die unbetonlen Silben - die alten Monophthonge (got. salbôda - ahd. salbôta ), Schmidt, 173. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  14. 14. 4.4. Der Ablaut <ul><li>Ablaut - der regelmäßige Wechsel bestimmter Vokale in den Wörtern (J.Grimm). Der Ablaut ist bereits im Paradigma des ide. Vorhanden und bezieht sich auf Verben als Mittel der Formenbildung sowie ist im System der Wortbildung belegt. </li></ul><ul><li>Der quantitative Ablaut - der Wechsel eines kurzen Vokals (z. В . е , о , i ) mit einem langen Vokal oder mit Null (Schwund des Vokals). Man unterscheidet drei Stufen des quantitativen Ablauts: </li></ul><ul><li>eine Normalstufe (der Vokal ist kurz): ahd rîtan – ritt ; </li></ul><ul><li>eine Dehnstufe (der Vokal ist lang): nam - nâmum ( â ist aus germ. ê entstanden), ; </li></ul><ul><li>eine Schwundstufe (der Vokal schwindet): ukr. беру - брав . </li></ul><ul><li>Der qualitative Ablaut - der Wechsel der Vokale verschiedener Qualität (meistens e/a < ide. e/o ) innerhalb des gleichen Wortstämmes, z. B. ahd. neman - nam , biogan - bong . </li></ul><ul><li>Die Ursache des Ablauts - die Qualitätsveränderungen der Betonung. Der qualitative Ablaut wurde wahrscheinlich durch den musikalischen, der quantitative Ablaut hingegen durch den dynamischen Akzent verursacht (Schmidt, 165;Tuldava. 47). </li></ul><ul><li>Der Ablaut ist auch in der Morphologie anderer ide. Sprachen nachweisbar: lat. facia – feci , ukr. вез y - возити – віз . </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  15. 15. 4.5. Kombinatorischer Lautwandel <ul><li>Kombinatorischer Lautwandel - die Ergebnisse einer regressiven Assimilation, d. h. Veränderungen der Stammsilbenvokale (dabei ausschließlich um Kurzvokale) unter dem Einfluss der nachfolgenden Vokale: </li></ul><ul><li>1. Hebung des e -> i vor der Verbindung Nasal + Konsonant, vor einem i (j) oder u in der Folgesilbe </li></ul><ul><li>(das letztere ist nicht durchgängig belegt): </li></ul><ul><li>lat ventus - ahd. wint «Wind» </li></ul><ul><li>ahd. Erda - irdisk (irdisch) </li></ul><ul><li>ahd. Geban - er gibit (er gibt) </li></ul><ul><li>ahd. Geban - ih gibu (ich gebe) </li></ul><ul><li>lat. securus - ahd. sichur (sicher) </li></ul><ul><li>Dieser Prozess war bereits im Germanischen abgeschlossen. </li></ul><ul><li>2. Senkung des i -> e vor a, e, o. Dieser Prozess sowie der folgende wird manchmal auch Brechung genannt. </li></ul><ul><li>lat. piper - ahd. pfeffar (Pfeffer) </li></ul><ul><li>ide.* nizdos - ahd. nest (Nest) </li></ul><ul><li>3. U -> o , wenn in der Folgesilbe die Vokale a, e, о stehen: ide.* jugom - ahd. joch (Joch) </li></ul><ul><li>ahd. hulfum - giholfan (halfen - geholfen) </li></ul><ul><li>4. Der germ. Diphthong eu -> eo , was im Zusammenhang mit dem Wandel u -> о steht. Dies kommt vor a, e, о in der folgenden Silbe vor: </li></ul><ul><li>ide.* teuta - ahd. deot(a) (Volk) </li></ul><ul><li>germ.* beutan - ahd. beotan (bieten) </li></ul><ul><li>In 9. Jh. wird eo -> io und dann -> ie , am konsequentesten im Fränkischen. Steht in der Folgesilbe ein anderer Vokal (d. h. i, j oder u ), wird germ, eu -> ahd. iu , was in Zusammenhang mit dem unter 1. erörterten Prozess steht, vgl. beotan - in biutu . Seit dem 11. Jh. wird die Lautverbindung iu als ü ausgesprochen, also monophthongiert. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  16. 16. 4.6. Der i-Umlaut <ul><li>Der Umlaut ist ein assimilatorischer Lautwandel unter dem Einfluss des i oder der folgenden Silbe (belegt in ahd. Sprachdenkmälern des 8. Jhs.) </li></ul><ul><li>In ahd. Zeit - das kurze a vor i (j) -> e umgelautet; </li></ul><ul><li> ahd. gast - gesti (Gäste) </li></ul><ul><li> ahd. lang - lengiro (langer) </li></ul><ul><li> ahd. lamb - lembir (Lämmer) </li></ul><ul><li>(!) Der Umlaut a > e trat nicht ein: </li></ul><ul><li>Vor den Konsonantenverbindungen ht, hs, lw, rw: </li></ul><ul><li>ahd. nahti - nhd. Nächte </li></ul><ul><li>ahd. Wahsit - nhd. er wächst </li></ul><ul><li>ahd. garwit - nhd. er gerbt </li></ul><ul><li>Vor den Konsonantenverbindungen l, r + Konsonant und vor h </li></ul><ul><li>ahd. altiro - nhd. ä lter </li></ul><ul><li>ahd. starchiro - stärker </li></ul><ul><li>ahd. slahit - schlägt </li></ul><ul><li>Das letztere gilt nur für den oberdeutschen Sprachraum und wurde hier nicht konsequent durchgeführt. </li></ul><ul><li>(!) in mhd. Denkmälern - auch die anderen Umlautfällen Vokale ( o , u ). </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  17. 17. 4.7. Der althochdeutsche Vokalismus der unbetonten Silben <ul><li>Die Vokale der Nebensilben weisen folgende Besonderheiten auf: </li></ul><ul><li>Schwund (Synkope) der kurzen Vokalen der schwachen Verben der 1. Klasse ( die jan-Verben ) im Präteritum, wenn diese Verben einen langen Stammvokal haben: </li></ul><ul><li>hôren - hôrta (statt: hôrita) - hören, hörte </li></ul><ul><li>Entstand von Vokalen bei den silbenbildenden Sonoren l, r, m, n und vor w , wenn ihnen ein Konsonant vorausgeht: </li></ul><ul><li>got. fugls - ahd. fogal (Vogel) </li></ul><ul><li>got. akrs - ahd . akkar (Acker) </li></ul><ul><li>germ.* budm - ahd. bodam (Boden) </li></ul><ul><li>ahd. farwa und farawa (Farbe) </li></ul><ul><li>Unbetonte Vokale der Mittelsilbe können ihre Qualität ändern (vor allem im Anschluss an den Endvokal): </li></ul><ul><li>ahd. Nom. Sg. keisar - Gen. Sg. keiseres (Kaiser, Kaisers). </li></ul><ul><li>(!!!) Im Ahd. – Erhaltung der vollklingenden Vokale im Auslaut (eine Sprache der vollen Endungen). </li></ul><ul><li>10. Jh. - die Abschwächung der Endvokale zu tonlosem e ; </li></ul><ul><li>11. Jh. - die Abschwächung der Endvokale zu tonlosem e Regel . </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  18. 18. 4.8. Der althochdeutsche Konsonantismus ( nach der zweiten Lautverschiebung ) <ul><li>stimmlose Verschlusslaute (Tenues, тонкий вибуховий звукі ); p, t, к (der letztere in ahd . Handschriften auch durch c , kk, kh, ck , ch bezeichnet), kw : </li></ul><ul><ul><ul><li>piwizan , tihton , cheisuring , queman </li></ul></ul></ul><ul><li>stimmhafte Verschlusslaute (Medien , дзвінкий вибуховий звук ) b, d, g: beton, quedan, arg </li></ul><ul><li>stimmlose Reibelaute/Spiranten/Frtikative (фрикативний, щілинний, спірант ) f, s, ch (Ach-Laut), z.B.: </li></ul><ul><li>fiant , lazzen , ih </li></ul><ul><li>Das f hat zweifache Herkunft. </li></ul><ul><li>Das s kann auch in stimmhafter Form vorkommen. Bis zur Mitte des 13. Jhs. hatte es mehr den Lautwert wie sch (s. Schmidt 225; Жирмунский , 122). </li></ul><ul><li>stimmhaften Reibelaute/Spiranten/Frtikative th (gesprochen wie im engl. that ), nach der 2. Lautverschiebung: th -> d: </li></ul><ul><li> thionon </li></ul><ul><li>Liquiden l, r ( плавний звук): </li></ul><ul><ul><ul><li>klage , troum ; </li></ul></ul></ul><ul><li>Nasale (назальний, носовий звук) m, n: </li></ul><ul><li>nimmer , brunnen ) </li></ul><ul><li>Halbvokal (напівголосний) w, j ( wânen , jâr ). Der erste (geschrieben uu. u, w, ou ) wurde wie w im engl. woman ausgesprochen. Erst spater, etwa gegen 1100 bekommt er den heutigen labiodentalen Lautwert (Mettke, 11,80). Der zweite Halbvokal konnte auch durch i, g oder у wiedergegeben werden; </li></ul><ul><li>Reibelaute/Spiranten/Frtikative ( фрикативний, спірант ) h (im Anlaut als Hauchlaut [h], im Auslaut und vor t dagegen als Reibelaut ch [x]. s . oben (vgl. hiltia und ouh ); </li></ul><ul><li>Affrikaten ( вибуховий звукі з наступним спірантом ) pf, z, kch: </li></ul><ul><li>apfül , herza , kchorn </li></ul><ul><li>Der Buchstabe z konnte unter bestimmten Bedingungen ein stimmloses s bezeichnen ( heizan ). </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  19. 19. 4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung begann ab ca. 600 n. Chr. - im 8. Jh . n. Chr. noch nicht ganz abgeschlossen war <ul><li>E in regelhafter Lautwandel im Bereich des Konsonantismus, der die hochdeutschen Dialekte von allen anderen germanischen Sprachen unterscheidet. </li></ul><ul><li>Durch die zweite Lautverschiebung unterscheidet sich der Konsonantenbestand des Hochdeutschen von dem des Niederdeutschen und aller anderen germanischen Sprachen. </li></ul><ul><li>Dieser Prozess betrifft die stimmlosen Verschlusslaute p, t, к und die stimmhaften Verschlusslaute b, d, g (aus germ. ѣ, ð, g ), die im Ergebnis der ersten (germanischen) Lautverschiebung entstanden waren. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  20. 20. 4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung <ul><li>1. Germ. stimmlose Verschlusslaute p, t, к > ahd. stimmlose Affrikaten pf, z. kch (in der Gemination von Konsonanten, im In- und Auslaut nach l, r, m, n): </li></ul><ul><li>as. appul - ahd. apful (Apfel) </li></ul><ul><li>as. tungo - ahd. zunga (Zunge) </li></ul><ul><li>as. ко rn - obd. chorn (Korn) </li></ul><ul><li>as. wekkian - ahd. wekchen (wecken) </li></ul><ul><li>as. herta - ahd. herza (Herz) </li></ul><ul><li>as. salt - ahd. salz (Salz) </li></ul><ul><li>as. helpan - ahd. helpfan (helfen) </li></ul><ul><li>as. dorp - and. dorpf (Dorf) </li></ul><ul><li>as. werk - obd. werch (Werk) </li></ul><ul><li>(!)Ausnahmen : </li></ul><ul><li>das к bleibt in den fränkischen Dialekten ( korn , werk , wecken ): </li></ul><ul><li>p, t, к bleiben in den Verbindungen s р , st, sk ( spil , fisk , stein ). </li></ul><ul><li>Dasselbe gilt für t in den Verbindungen ht, ft, tr ( naht , luft , tretan ) </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  21. 21. 4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung <ul><li>2. Germ. stimmlosen Verschlusslaute p, t, k > ahd. stimmlose Reibelauten ff, zz, (gesprochen wie ss ), hh (oft ch geschrieben) im In- und Auslaut nach Vokalen: </li></ul><ul><li>as. slapan - ahd. slaffan (schlafen) </li></ul><ul><li>as. skip - ahd. skif (Schiff) </li></ul><ul><li>as. etan - ahd. ezzan (essen) </li></ul><ul><li>as. fot - ahd. fuoz (Fuß) </li></ul><ul><li>as. makon - ahd. mahhon (machen) </li></ul><ul><li>as. ik - ahd. ih (ich) </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  22. 22. 4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung <ul><li>3. Germ. stimmhaften Reibelaute (Medien) ѣ, ð, g -> Verschlusslaute b, d, g . </li></ul><ul><li>(!) im Oberdeutschen aber verharten sie sich zu den stimmlosen Verschlusslauten p, t, k, vgl: </li></ul><ul><li>fränk. beran - bair/alem. peran </li></ul><ul><li>süd(rhein)fränk. dohter - bair./alem. Tohter </li></ul><ul><li>fränk. geban - bair. kepan </li></ul><ul><li>Die auf solche Weise entstandenen oberdeutschen p, k -> b, g (im 10.—11. Jh., unter dem Einfluss des Fränkischen) </li></ul><ul><li>das d dagegen ergab zwei Varianten -> d, t (das letztere meistens im ostfränkischen, bairischen und alemannischen Gebiet): </li></ul><ul><li>rheinfränk. Dohter - ostfränk., alem., bair. tohter </li></ul><ul><li>rheinfränk. bindan - ostfränk., alem., bair. bintan . </li></ul><ul><li>(!) Ausnahme: Geminationfälle: sippa, ruccs u.a. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  23. 23. V ergleich der mittelniederdeutschen Sprache ( Sachsenspiegel ,1 220) und der mittelhochdeutschen Sprache ( Deutschenspiegel , 1274) anhand zweier j uristischer Bücher 16.06.10 Mishchenko Alla Sachsenspiegel (III,45,3) Deutschenspiegel (Landrecht Art. 283) De man is ok vormunde sines wives, to hant alse se eme getruwet is. Dat wif is ok des mannes notinne to hant alse se in sin bedde trit, na des mannes dode is se ledich van des mannes rechte. Der man ist auch vormunt sînes wîbes zehant als si im getriuwet ist. Daz wîp ist auch des mannes genôzinne zehant als si an sîn bette rit nâch des mannes rehte.
  24. 24. 4.9. Die zweite (althochdeutsche) Lautverschiebung <ul><li>Vollständig durchgeführt nur in den allersüdlichsten deutschen Dialekten, im Südbairischen (Tirolerischen) sowie im Hoch- und Höchstalemannischen (wobei in den beiden letzteren anlautendes /kch/ zu /ch/ vereinfacht worden ist). k -> kch/ch : </li></ul><ul><li>kind - tirolerisch kchind , h o chstalemannisch chind </li></ul><ul><li>Die meisten mittel- und oberdeutschen Varietäten haben die 2. Lautverschiebung nicht vollständig durchgeführt. </li></ul><ul><li>Viele mitteldeutsche Varietäten sind nur in bestimmten, wenigen Fällen von ihr betroffen, wie es gut am sogenannten rheinischen Fächer zu erkennen ist. </li></ul><ul><li>Die 2. Lautverschiebung ist nicht der einzige große Unterschied zwischen den niederdeutschen und den hochdeutschen Sprachen. Hinzu kommen regionale Besonderheiten im Wortschatz, in der Grammatik und im Vokalismus (so haben beispielsweise im Bairischen, im Mitteldeutschen und im Niederländischen Diphthongierungen stattgefunden). </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  25. 25. Germanische und hochdeutsche Lautverschiebung 16.06.10 Mishchenko Alla ide. germ. hochdt. p f f t þ (th) d k h (ch) h b p ff / pf d t ss / tz g k hh / ch bh b b (alem./bair. p) dh d t gh g g (bair. k)
  26. 26. 4.10. Der grammatische Wechsel im Ahd <ul><li>Den germanischen Gegenüberstellungen f- b , þ - ð , h – g , s – z entsprechen nach der 2. Lautverschiebung die korrelativen Paare f- b , d - t , h - g , s - r . Das letzte Paar hat seine gegenwärtige Gestalt infolge des sog. Rhotazismus ( s > z > r ) angenommen. </li></ul><ul><li>Die Spuren des grammatischen Wechsels sind besonders gut im Paradigma des ahd. starken Verbs ausgepragt: </li></ul><ul><li>heffen huobun ( f - b ) </li></ul><ul><li>werdan wurtun ( d - t ) </li></ul><ul><li>ziohan gizogan ( h - g ) </li></ul><ul><li>was warun ( s - r ) </li></ul><ul><li>Sie kommen aber auch in der Wortbildung vor: </li></ul><ul><li>snîdan snîtari (schneiden - Schnitter) </li></ul><ul><li>kiosan kuri (wählen - Wahl) </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  27. 27. 4.11. Die Gemination <ul><li>Die westgermanische Gemination (Konsonantendehnung) - die Verdoppelung ein es Konsonanten durch das folgende j. In dieser Stellung konnten alle einfachen Konsonanten (außer r) nach dem kurzen Vokal verdoppelt werden. </li></ul><ul><li>Am häufigsten tritt die Gemination in den Verben auf, bei denen das Themasuffix -j- bereits geschwunden oder als e erhalten geblieben ist, aber auch bei der Deklination der Substantive der ja - und jo- Stämme , vgl.: </li></ul><ul><li>got. bidjan ahd. bitten , ae. biddan (bitten) </li></ul><ul><li>got. sibja ahd. sippa , ae. sibbia (Sippe) </li></ul><ul><li>got. Gen. kunjis ahd. kunni «Geschlecht». </li></ul><ul><li>Die Konsonantendehnung konnte auch vor Nasalen m, n (z. B. bei Substantiven der n- Deklination ), vor Liquiden r, I und vor w erfolgen: </li></ul><ul><li>got. akrs ahd. akkar . </li></ul><ul><li>Gemination durch Assimilation - die Verdoppelung der Konsonanten l, m, n, s , die bereits im Urgermanischen stattgefunden hat, also vom gemeingermanischen Charakter ist und die auf der Assimilation In > ll , nw > nn beruht (ahd. stellen , brinnari ). Von dem assimilativen Charakter dieser Konsonantendehnung zeugen die doppelten Formen wie: </li></ul><ul><li>stimna (die ältere Form) ahd. stimma nemnen (die ältere Form) ahd. nennen </li></ul><ul><li>sterno (in ubrigen Mundarten) ahd. sterro (fränkisch) </li></ul><ul><li>Auch eine entgegengesetzte Tendenz - der Vereinfachung der Gemination, dies vor allem vor einem dritten Konsonanten </li></ul><ul><ul><ul><ul><ul><li>brennan - branta </li></ul></ul></ul></ul></ul><ul><ul><ul><ul><ul><li>kussen - kusta </li></ul></ul></ul></ul></ul><ul><ul><ul><ul><ul><li>swimman - swam </li></ul></ul></ul></ul></ul><ul><ul><ul><ul><ul><li>kunnan – kan </li></ul></ul></ul></ul></ul><ul><li>Möglich ist die Verdoppelung der Konsonanten durch den Ausfall eines Vokals zwischen zwei gleichen Konsonanten oder infolge der ahd. Lautverschiebung im Inlaut: ff < p , zz < t , hh < к (ahd. offan , lazzan , mahhori ). </li></ul><ul><ul><ul><ul><ul><li>hêriro hêrro </li></ul></ul></ul></ul></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  28. 28. 4.12. Andere phonetische Neuerungen <ul><li>1. Bereits im Germanischen verschwand der Nasal n vor h , wodurch der vorangehende kurze Vokal der Stammsilbe zunächst nasaliert (z. B. ā ) und später gedehnt wurde (die sog. Ersatzdehnung). So entstanden die ahd. Präteritformen: </li></ul><ul><li>germ. * branhta brahta «brachte» </li></ul><ul><li>germ. * þanhta dahta «dachte» </li></ul><ul><li>2. Der germanische stimmloser Reibelaut þ – ahd. d (i m XIV Jh. ist dieser Prozess in Niederdeutschen abgeschlossen): </li></ul><ul><li>germ, thing ding “Ding” </li></ul><ul><li>germ, manoth manod “Monat” </li></ul><ul><li>germ, that dat , daz „das“ </li></ul><ul><li>Im Englischen bleibt das germ. þ erhalten: thing , month , that . </li></ul><ul><li>Im Süden des deutschen Sprachraums verschwinden die germ. anlautenden w ( vor l. r ) und h (vor l, r, n, w ): </li></ul><ul><li>got. wrikan ahd. rehhan (rachen) </li></ul><ul><li>got. hring ahd. ring (Ring) </li></ul><ul><li>Später dringt diese Erscheinung in den Norden vor, das w aber behält hier seine Stellung. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  29. 29. 5. MORPHOLOGIE 5.1. Die Kategorien des Substantive <ul><li>Die ahd. Kategorien der Substantive: </li></ul><ul><ul><li>Kasus : Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ. Instrumental . Der Vokativ ist mit dem Nominativ zusammengefallen, der Lokativ und Ablativ werden durch den Dativ vertreten. Der Genitiv hatte im Ahd. einen größeren Gebrauch als heutzutage. </li></ul></ul><ul><ul><li>Numerus : Singular und Plural . Der ide. Dual ist beim Substantiv völlig verloren gegangen. </li></ul></ul><ul><ul><li>Genus : Muskulinum , Femininum , Neutrum . </li></ul></ul><ul><li>Diese Kategorien ererbte das Althochdeutsche aus dem Urgermanischen. wo sie ihrerseits als Fortsetzung des indoeuropäischen Sprachzustandes zu betrachten sind (s. Задорожний , 147). </li></ul><ul><li>Reste des Instrumental (z. B, goldu ziaron «mit Gold schmücken») sind in ahd. Denkmälern des 8. und 9. Jhs. bezeugt, wo er allerdings mit der Präposition mit erscheint, vgl.: Nu scal mih suasat chind swertu houwan, breton mit sinu billiu «nun soll mich das eigene Kind mit dem Schwerte hauen, schlagen mit seinem Schwert» . Im 10. Jh. wird er durch präpositionale Fügungen mit dem Dativ ersetzt z. B. swertu > mit dem swerte «mit dem Schwert» . </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  30. 30. 5.1.1. Die Deklination der Substantive <ul><li>Die Deklination des germ. Substantivs - Stamm von entscheidender Bedeutung. Zwischen der Wurzel des Wortes und den Kasusendungen - ein stammbildendes Suffix (das sog. Thema), das den Тур der Deklination bestimmte. Im Ahd. ist das Thema mit Kasusendungen sehr oft verschmolzen bzw. verschwunden und so hat sich das ursprüngliche dreigliedrige Modell zur zweigliedrigen Form vereinfacht: </li></ul><ul><li>Germ.: Wurzel + Thema + Flexion ( geb + o + m ); </li></ul><ul><li>Übergangsperiode: Wurzel + Thema + Flexion ( geb + o + m ); </li></ul><ul><li>Ahd.: Wurzel (Stamm) + Flexion ( geb + om ). </li></ul><ul><li>Im Ahd. - die Spuren der germ. Deklinationsweise, die noch merklich das substantivische Paradigma prägen. Je nach dem Тур des Themas - vokalische oder konsonantische Deklination. (!) Reste der athematischen Deklination - die sog. Wurzelnomina, d. h. Substantive ohne stammbildendes Suffix. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  31. 31. 5.1.2. Vokalischer Deklinationstyp Dem ursprünglichen germ. Thema nach unterscheidet man hier a-, o-, i-, u- Stämme. <ul><li>a-Deklination - entspricht der ide. o-Deklination (gehören m ( tag, berg, fisk, stein, kuning ) und n ( wort, lamb, jar ). </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  32. 32. a-Deklination <ul><li>Die Substantive, die in der Tabelle durch das «lamb» vertreten sind, bilden die Pluralformen mit dem Morphem - ir . Ursprünglich waren es konsonantische es/os - Stämme (ide. es/os > germ. iz/az > ir/ar > ahd. - ir ). </li></ul><ul><li>Im Ahd. – Verschwinden des Thema im Sg. ( - ir - Pluralmorphem, (!) a- Starnmen. Kennzeichnend für sie ist der Umlaut der kurzen Wurzel- a durch das i des Suffixes - ir . </li></ul><ul><li>Eine Abart dieser Deklination bilden die a -Stämme mit den Halbvokalen j und w vor dem Themavokal der Kasusflexion. Die ersten werden ja-Stämme genannt: </li></ul><ul><li>mask.- hirti, hirsi, fiskari, lerari </li></ul><ul><li>neutr.- kunni, enti, gibirgi </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  33. 33. a-Deklination <ul><li>Das alte j ist im Ahd. -verschwunden oder zu i geworden. Seine Spuren sind häufig in der Gemination zu sehen *z. B . kunni . </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  34. 34. die wa-Stämme <ul><li>Im Auslaut erscheint der Halbvokal w also o . dieses schwindet aber im 9. Jh. nach e . </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  35. 35. ộ -Deklination <ul><li>entspricht der ide. a-Deklination (ahd. Fem. erda, geba, era, zala ). </li></ul><ul><li>Wie auch in den a -Stämmen gibt es hier eine Gruppe von Substantiven mit dem Halbvokal j und w vor dem Themavokal der Flexion (die jo - und wo- Stämme). Zur ahd. Zeit - nur jo- Stämme einige Besonderheiten, die aber seit dem 9. Jh. nivelliert werden (So!) erscheint das Paradigma der o- Deklination einheitlich. Das frühere j wird bisweilen nur an der Konsonantengemination und am Umlaut erkannt: </li></ul><ul><li>got. halja hellea «Holle» </li></ul><ul><li>got. Minnia minna «Liebe» </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  36. 36. i-Deklination <ul><li>im Ahd. - nur Mask. und Fem.(z. B. mask, gast, aphul, slag, wirt ; fem, kraft, anst, stat, lantscaf ). Die ersten werden im Singular nach dem a- Typ flektiert. </li></ul><ul><li>Charakteristisch für diese Deklination - der Umlaut des Würzelvokals unter dem Einfluss des nachfolgenden i </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  37. 37. u- Deklination <ul><li>umfass alle drei Genera: </li></ul><ul><li>mask.- sunn, fridu. sigu </li></ul><ul><li>fem. - hant </li></ul><ul><li>neutr.- fihü </li></ul><ul><li>Im Ahd. - keine abgesonderte Deklination mehr. Es sind nur Reste davon erhalten, sonst sind die u- Stämme in andere Deklinationsklassen vorwiegend in die i -Deklination und a - Deklination übergegangen. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  38. 38. 5.1.3. Konsonantischer Deklinationstyp <ul><li>die Substantive, die früher zwischen der Wurzel und der Kasusendung ein konsonantisches Suffix hatten: - n. -r. –nt </li></ul><ul><li>n- Deklination - war besonders reich und produktiv. Das alte stammbildende Suffix - n - zur Kasusendung umgedeutet. Im Nom. Sg. - ging es verloren. in den indirekten Kasus dagegen - blieb es, weil ihm noch alte Kasusmorpheme folgten, die später freilich verschwanden. Die n- Deklination - vertreten durch alle drei Geschlechter: </li></ul><ul><li>mask .- namo, hano, garto </li></ul><ul><li>fem.- zunga, sunna, bluoma </li></ul><ul><li>neutr.- herza, ora. ouga </li></ul><ul><li>Die meisten Flexionsendungen bei diesen Stämmen - früh verlorengingen (nach J.Grimm - «schwache Deklination»; der vokalische Deklinationstyp, der die germanische Flexion besser bewahrt hat, - «starke Deklination»). </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  39. 39. 5.1.4. Andere konsonantische Deklinationen <ul><li>er-Stämme - nur 5 Beispiele: mask.- fater, bruoder , fem.- muoter, tohter , swester (!) alle sind Verwandtschaftsnamen. Das Substantiv fater - entweder nach er- oder nach dem a- Stämmen dekliniert; die Fem. - im Ahd. nur nach er-Stämmen . </li></ul><ul><li>nt- Stämme - substantivierte Partizipien Präsens. Sie gehen relativ schnell in die a -Deklination über: </li></ul><ul><li>germ. frijon «lieben» friunt «Freund» </li></ul><ul><li>germ. fijan «hassen» fiat «Feind» </li></ul><ul><li>heilant «Heiland» ahd. heilan «heilen», «retten» </li></ul><ul><li>ir- Stämme - nur Neutra und nur vereinzelte Beispiele: kalb «Kalb», huon «Huhn», blot «Blatt» (alle Neutra). Im Plural – bewahrt das stammbildende Suffix, der den Umlaut im Pluralparadigma hervorruft : lamb - lemb ir , das später zum Pluralsuffix umgedeutet wird. ir- Stümme gehören im Ahd. - zur a- Deklination. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  40. 40. Würzelnomina <ul><li>Substantive – ohne stammbildendes Suffix (Thema), die Endung wird unmittelbar an die Wurzel gefügt. Die meisten von diesen Substantiven gehören im Abd. bereits der i - Deklination an. Von den Maskulina weist nur «man» die alte Flexion auf. Unter den Feminina - burg «Burg», naht «Nacht», bruoh «Hose», brust «Brust» und buoch «Buch» : </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  41. 41. 5.1.5. Artikel <ul><li>Im Ahd. - eine neue gramm. Kategorie des Substantivs - die Kategorie der Bestimmtheit/Unbestimmtheit . (So!) – entsteht Artikel, der zusammen mit dem Substantiv eine analytische Form bildet. Der Artikel druckt Genus. Numerus und Kasus des Substantivs aus. </li></ul><ul><li>Der bestimmte Artikel then thin, thaz - aus dem entsprechenden Demonstrativpronomen, gebraucht mit konkreten Substantiven: </li></ul><ul><li>Tho quad zi imo thaz uuib . «Da sprach zu ihm die Frau» </li></ul><ul><li>Die Abstrakta - noch keinen Artikel. </li></ul><ul><li>Bezeichnete das Substantiv einen unbekannten, unbestimmten Gegenstand bzw. Person - keinen Artikel: </li></ul><ul><li>man gieng after wege «ein Mann ging des Wegs» </li></ul><ul><li>Keine regelmäßige Gegenüberstellung des bestimmten Artikels mit dem unbestimmten. Der letztere kommt erst sporadisch vor: </li></ul><ul><li>Eiman kuning ttüeiz ih, Heizsiit her Hludwig «Ich kenne einen König, er heißt Ludwig» </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  42. 42. 5.2. Das Adjektiv <ul><li>Im ide. – Übereinstimmung der Deklination der Adjektive mit der Deklination der vokalischen Substantivstämme. </li></ul><ul><li>Anstatt des alten nominalen Deklinationstypen – im Germ. zwei Arten der Flexion: die starke und die schwache Deklination. </li></ul><ul><li>Die letztere ist eine spätere Erscheinung – entstanden nach dem Muster der germ. n- Deklination. </li></ul><ul><li>Im Ahd. – flektiert die Adjektive auf dieselbe Weise. </li></ul><ul><li>Wie auch heute - wird ein Adjektiv nach dem bestimmten Artikel oder dem Demonstrativpronomen schwach, sonst stark dekliniert. </li></ul><ul><li>(!) Ahd. Adjektive im Komparativ und Superlativ flektieren nur schwach . </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  43. 43. 5.2.1. Starke Deklination der Adjektive 16.06.10 Mishchenko Alla
  44. 44. 5.2.1. Starke Deklination der Adjektive <ul><li>Entsprach ursprünglich der Deklination der starken Substantive ( a/o -Stamme ), später beeinflusst von der Deklinationsart der Pronomen. Deshalb findet man hier sowohl nominale als auch pronominale Formen. Die letzteren sind eine germanische Neuerung (im Paradigma unten fettgedruckt). </li></ul><ul><li>Nom. Sg . sowie Akk. Sg. Neutr . - zwei Formen: die flektierte und die unflektierte . Die letztere stellt den ursprünglichen nominalen Formentyp dar. </li></ul><ul><li>attributive Funktion - beide Formen gebraucht ( guotaz kint - guot kint ), </li></ul><ul><li>prädikative Funktion - bevorzugt unflektierte Form ( daz kint ist guot. möglich auch: daz kint ist goutaz ). </li></ul><ul><li>Für den Plural ist das Verhältnis umgekehrt: </li></ul><ul><li>attributiv steht nur die flektierte Form ( guote kindir ), </li></ul><ul><li>pradikativ werden beide Formen gebraucht : die kint sint guot (guote) . </li></ul><ul><li>Die ehemaligen Stamme mit den Halbvokalen j und w enden entsprechend auf -i und -o (z. B. mari «berühmt», garo «bereit»). </li></ul><ul><li>Der Halbvokal w tritt vor der Flexionsendung auf (z. B. garwer ). </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  45. 45. 5.2.2. Schwache Deklination der Adjektive <ul><li>Schließt sich der n-Deklination der Substantive an. Die schwachen Formen - meistens nach dem bestimmten Artikel oder dem Demonstrativpronomen, bestimmen den Kasus und die Zahl der adjektivischen Formen. </li></ul><ul><li>Das obige Paradigma - nach dem fränkischen Gebrauch, die eingeklammerten Formen stammen aus den oberdeutschen Dialekten . </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  46. 46. 5.2.3. Steigerung der Adjektive <ul><li>Drei Steigerungsstufen - Positiv, Komparativ, Superlativ . Die letzten zwei gebildet im Ahd. mit Suffixen -ir/ -or und -ist/-ost : </li></ul><ul><li>long - lengiro - lengisto </li></ul><ul><li>salig - saligoro – saligosto </li></ul><ul><li>-ir - bei den ehemaligen ja/jo-Stämmen, in übrigen Fällen - meistens die o- Formen gebraucht, obwohl die i- Formen auch hier möglich sind, vgl.: hohiro/hohoro - hohisto/hohosto </li></ul><ul><li>Einige Stamme – unregelmäßige, suppletive Steigerungsformen: </li></ul><ul><li>guot «gut» ezziro ezzisto </li></ul><ul><li>ubil «schlecht» ersiro irsisto </li></ul><ul><li>mihhil «groß» mero meisto </li></ul><ul><li>luzzil «klein» minniro minnisto </li></ul><ul><li>Suppletive Steigerungsformen - typisch auch für andere Sprachen: </li></ul><ul><li>добр и й кращий найкращи й </li></ul><ul><li>поганий г i рший н айг i рший </li></ul><ul><li>великий біль ший на й б і льший </li></ul><ul><li>мал и й менший найменший </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  47. 47. 5.3. Das Pronomen <ul><li>Das ahd. grammatische Kategorien: </li></ul><ul><li>Genus - Maskulinum. Femininum, Neutrum; </li></ul><ul><li>Numerus - Singular und Plural (es sind auch noch dualische Formen erhält geblieben, freilich bereits im Absterben); </li></ul><ul><li>Kasus - die gleiche Zahl von Kasus wie beim Substantiv. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  48. 48. Personalpronomen 16.06.10 Mishchenko Alla
  49. 49. 5.3.1.Possessivpronomen <ul><li>Gebildet von den Genitivformen der Personalpronomen und vom Reflexivpronomen sin . </li></ul><ul><li>Sie werden wie starke Adjektive dekliniert , z. B. miner (min), mines, ninemu, minan usw. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  50. 50. 5.3.2. Demonstrativpronomen ( der, dieser, jener, solcher ) 16.06.10 Mishchenko Alla
  51. 51. 5.3.3. Interrogativpronomen <ul><li>Dekliniert nach dem Muster des Demonstrativpronomens: </li></ul><ul><li>welicher «was für ein» </li></ul><ul><li>die unbestimmten sumer «irgendein» </li></ul><ul><li>iogilicher «jeder» </li></ul><ul><li>das negative deheiner «kein». </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  52. 52. 5.4. Das Numerale Grundzahlen <ul><li>Ein - im Ahd. aus dem unbestimmten Artikel, flektiert wie ein Adjektiv. </li></ul><ul><li>Maskulinum Neutrum Femininum </li></ul><ul><li>stark : in ein in </li></ul><ul><li>iner einaz einin </li></ul><ul><li>schwach : ino eina eina </li></ul><ul><li>2 und 3 unterscheiden sich nach Geschlecht im Nominativ und Akkusativ. </li></ul><ul><li>Maskulinum Neutrum Femininum </li></ul><ul><li>zwene zwei zwa, zwo </li></ul><ul><li>dri driu drio </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla
  53. 53. 5.4. Das Numerale Grundzahlen 16.06.10 Mishchenko Alla
  54. 54. Ordnungszahlen <ul><li>1. und 2. - unterscheiden sich von der Wurzel der entsprechenden Grundzahlen: </li></ul><ul><li>eristo oder furisto (die Superlativform von er «früher») </li></ul><ul><li>ander (flektiert: anderer, anderaz, anderiu) </li></ul><ul><li>3.- 13. – von den entsprechenden Grundzahlen durch Suffix - t(d): </li></ul><ul><li>dritto </li></ul><ul><li>fiorto, </li></ul><ul><li>feordo usw. </li></ul><ul><li>13. - 19. - aus dem entsprechenden Einer und dem Wort zehanto : </li></ul><ul><li>drittozehanto </li></ul><ul><li>feordozehanto usw. </li></ul><ul><li>Zehner werden mit dem Suffix des Superlativs -ost gebildet: </li></ul><ul><li>20. zweinzugosto </li></ul><ul><li>30. drizugosto </li></ul><ul><li>Die Ordnungszahlen flektieren wie schwache Adjektive. </li></ul>16.06.10 Mishchenko Alla

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