Interviews führen

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Interviews führen

  1. 1. Interviews führenJournalismus kompakt® Copyright by MK-Kom Büro für Wirtschaftsjournalismus, 2011/2012www.mk-kom.deinfo@mk-kom.de 1
  2. 2. Die Definition Das Interview ist ein bewusster Wechsel von Fragen und Antworten Interviewer verfolgen vor allem zwei Ziele: 1. Informationen über Personen, Ereignisse oder Verfahren sollen beschafft werden 2. Befragte sollen möglichst schnell und umfassend Auskunft geben Das Interview ist eine eigene journalistische Darstellungsform. Andererseits können Informationen aus Interviews auch in journalistische Darstellungsformen wie Nachrichten, Berichte, Reportagen, Feature oder Kommentare einfließen 2
  3. 3. Die Typen Es werden drei Interview-Typen unterschieden 1. Das Interview zur Sache – es fragt um Auskunft 2. Das Interview zur Meinung – es verlangt Urteile und Positionen 3. Das Interview zur Person – es skizziert Menschen Die Vermengung der Interview-Typen bei einer Befragung sowie bei der späteren Darstellung sollte „bewusst“ erfolgen 3
  4. 4. Welche Themen sich eignen Wen soll man nach was fragen?  Interviewthemen und Personen müssen bemerkenswert und/oder authentisch sein  Interviews sollten komplexe Sachverhalte erhellen  Interviews sollen interessante Erlebnisse und Erfahrungen zum Ausdruck bringen  Interviews müssen durch Darlegung von Meinungen und Positionen Aufschluss geben Interviews können neutral oder als „Zweikampf“ geführt werden. Diese Position ist abhängig vom Informations-Ziel, von den Interessen der Gesprächspartner sowie vom Gesprächsklima 4
  5. 5. Welche Themen sich eignen Wer sich auf Interviews nicht akribisch vorbereitet, gewinnt selten. Sieben Schritte führen in die richtige Richtung: 1. Thema aufarbeiten – Bordmittel, Quellen, neutrale Vorgespräche 2. Partner finden – Wer ist für das Thema die richtige Person? 3. Interviewort bestimmen – Neutral, Redaktion, beim Interviewpartner, per Telefon oder sogar schriftlich 4. Interviewziel fixieren – Was könnte den Leser interessieren? 5. Interviewthema eingrenzen – Was genau will der Interviewer erreichen? 6. Interviewtyp festlegen – Sach- oder personenbezogen; Anfangs möglichst breit anlegen, nach hinten dann konsequent auf Ziel zuschneiden 7. Interviewzeit festlegen – In zehn Minuten am Telefon lassen sich fünf bis acht Fragen stellen 5
  6. 6. Journalistische Rollen im Interview Objektiv Vermittler Interpretation Erklärer Präzision Forscher Recherche Detektiv Investigation Wachhund Meinung Parteigänger Anwalt Fürsprecher Subjektiv Unterhalter 6
  7. 7. Die Präsentation Interviews verstecken sich in unterschiedlichen publizistischen Produkten  Nachricht, Bericht – Besonders der Bericht lebt von vielen Zitaten  Bericht mit Interview – Fakten im Fließtext, Einschätzung liefert ein Interview  Geformtes Interview – Fragen und Antworten, Einordnung durch Vorspann  Personen-Portrait – Gesprächspartner werden im Zusammenhang beschrieben  Kurzinterview – Wenige Fragen, ganz kurze Antworten  Gespräch – Umfassende Darstellung eines ausführlichen Dialogs Tipps für Interviewer: Kein Imponiergehabe, Wichtigtuerei oder Anbiedern; kurz und präzise fragen; mehr sein als ein Stichwortgeber; ständig nachhaken und Interview steuern 7
  8. 8. Rechtsrelevante Aspekte1. Die Veröffentlichung eines Interviews bedarf der Zustimmung der Dialogpartner2. Die Einwilligung kann mündlich oder schriftlich erfolgen3. Die Einwilligung zur Veröffentlichung kann nicht nach Belieben widerrufen werden4. Die Veröffentlichung von Antworten oder Dialogen, die nicht stattgefunden haben, verletzt das allgemeine Persönlichkeitsrecht5. Werden vor einem Interview Übereinkünfte etwa zu Honorar, Bildausschnitt oder Zahl der Teilnehmer getroffen, sind diese bindend6. Oft werden in beliebigen Gesprächen Interviewideen geboren. Doch erst nach expliziter Übereinkunft darf es als Interview veröffentlicht werden7. Wer bei einer Recherche oder Materialauswertung ein Interview aufbereitet, muss es autorisieren lassen8. Ein heimliches Mitschneiden von Gesprächen ist nach § 201 StGB verboten (Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes) 8
  9. 9. Textfreigabe1. Behält sich der Interviewte eine Autorisierung vor, müssen Zitate zur Genehmigung vorgelegt werden2. Interviewpartner müssen neben der sprachlichen Glättung auch eine „gefällige“ Kürzung hinnehmen3. Werden Korrekturen nicht innerhalb einer gesetzten Frist angezeigt, gilt das Interview als autorisiert4. Inhaltliche Korrekturen, auch wenn Sie vom Gesagten abweichen, müssen übernommen werden5. Die Einwilligung zur Veröffentlichung kann wirksam angefochten werden, wenn etwa arglistige Täuschung vorliegt 9
  10. 10. Kontakt MK-Kom Büro für Wirtschaftsjournalismus und Kommunikation Duisburger Str. 71 D – 40479 Düsseldorf Phone: 0211 5382540 Mail: info@mk-kom.de Web: www.mk-kom.de Web: www.energie-fokus.de ® Copyright by MK-Kom, 2011/2012 10

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