Deu drucker 2014_intelligentpackaging

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Deu drucker 2014_intelligentpackaging

  1. 1. Intelligente Verpackungen ClevergegenMarken-undProduktpiraterie E-Dossier INHALT INTELLIGENTE VERPACKUNGEN ∂ Seite 2 Wie smarte Verpackungen die Marken- und Produktpiraterie abwehren und Lebensmittel- verluste reduzieren können (aus DD9/2014) Bildquelle: Messe Duesseldorf/ Constanze Tillmann
  2. 2. SCHWERPUNKT VERPACKUNGS- UND ETIKETTENPRODUKTION Deutscher Drucker | Nr. 9 | 2.5.2014 2 Bessere, sicherere, ressourcenschonende Verpackungen und smartere Prozesse INTERPACK 2014 ó Innovative, ja zunehmend „intelligente“ Verpackungen können der Schlüssel zur Bekämpfung von Lebensmittelverlusten, aber auch zur Abwehr von Marken- und Produktpiraterie sein. Gerade im Pharma- und Lebensmittelbereich sind Patienten- und Konsumentenschutz daher unabdingbar. Doch bei allen Verbesserungen müssen die Unternehmen immer auch die Effizienz der Prozesse und die Kosten im Auge behalten. de ung d ó Der Arzneimittelmarkt ist einem permanenten Wandel unterworfen. Denn zum einen erfordern empfindliche Biopharmaka immer robustere Ver- packungen. Zum anderen müssen Produkt- und Marken-Fälschungen mit speziellen Siegeln und Codes verhindert werden. Und darüber hinaus sind zusätzliche Verpackungsfeatures nötig, damit Patienten sich ihre Medikation auf sichere Art und Weise selbst verabreichen können. Pharma- zeuten und die Verpackungsbranche stehen also vor ganz besonderen Herausforderungen. Als Blockbuster-Medikamente noch den Arz- neimittelmarkt dominierten, hatten die Phar- maunternehmen leichtes Spiel: Sie entwickelten einen Wirkstoff, der bei vielen Patienten angewen- det werden kann und produzierten die Medika- mente gegen Volkskrankheiten wie Bluthoch- druck oder Diabetes millionenfach in standardi- sierten Massenprozessen. Auf diese Weise ver- dienten die Konzerne jährlich Milliarden. WACHSTUM ZWINGT ZU ANPASSUNGEN. Die Zeiten ändern sich. „Der Markt für Biophar- maka mit selektiver Wirkweise und mehr Wir- kungsstärke gewinnt Bedeutung. Wissenschaftler dringen immer tiefer in die Biochemie ein und erkennen neue Ziele“, erklärt Klaus Raith von der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft. Das britische Marktforschungsunternehmen Visio- gain bestätigt diesen Trend. Demnach wachsen die jährlichen Umsätze mit biopharmazeutischen Arzneimitteln derzeit im zweistelligen Bereich und werden den Prognosen zufolge in den kom- menden zehn Jahren weiter steigen. Das zwingt die Pharmaunternehmen zu Anpassungen. Man- che Biomoleküle zersetzen sich leicht, andere sind sehr aggressiv und greifen die Oberfläche der Primärverpackungen an. Daher sind Behälter mit verbesserten Barriere-Eigenschaften und erhöhter Schlagfestigkeit nötig, die die edlen Biosubstanzen sicher verwahren. Außerdem bedarf es flexiblerer Produktionsprozesse, die auch geringste Wirkstoffmengen genau dosieren können. SCHUTZ VOR FÄLSCHUNGEN. Gleichzeitig müssen die Pharmahersteller ihre Medikamente besser gegen Fälschungen sichern. Nach der neu- en Fälschungsrichtlinie der Europäischen Uni- on sind ab dem Jahr 2017 nahezu alle verschrei- bungspflichtigen Arzneimittel mit einer indivi- duellen Codenummer und einem spezifischen Merkmal zu versehen. So soll der Patient sich sicher sein, dass er ein Originalprodukt erhält. Pharmafälschungen werden zu einer immer größeren Bedrohung für Patienten: Nach Unter- suchungen der Weltgesundheitsorganisation liegt der Fälschungsanteil bei über unseriöse Internet- seiten verkauften Medikamenten bereits bei 50 Prozent. Der Zoll gibt den Anteil der gefälschten Arzneimittel in Europa mit zehn Prozent an. Vor Produktpiraterie ist niemand sicher: Gepansch- te und gestreckte Medikamente treten nicht nur im Lifestyle-Segment auf, sondern kommen im gesamten Spektrum bis hin zum Grippemedika- ment vor. Doch gibt es im Kampf gegen Medikamenten- fälscher auch Fortschritte. Leere Behälter für Medi- kamente können unbemerkt wieder befüllt und als vermeintliches Original in Umlauf gebracht werden. Auf der Interpack stellt nun der Spezia- list Schreiner Medipharm aus Oberschleißheim „Flexi-Cap“ vor, einen Erstöffnungsschutz, der durch eine innovative Kombination von Label und Kappe das unerlaubte Wiederverwenden ver- hindern und Patienten vor gefährlichen Produkt- fälschungen schützen soll. Und der badische Hersteller von pharmazeuti- schen Sekundärverpackungen August Faller hat für die serielle Codierung von Packmitteln Barco- des, alphanumerische Folgen und Data-Matrix- Codes für Faltschachteln und Etiketten entwi- ckelt. Die Spezialisten drucken die Serialisierung mit Informationen zum Produkt per Inkjet-Tech- nologie auf die Verpackungen. So lassen sich die Medikamente bis zum Her- steller zurückverfolgen. JEDE PACKUNG EIN UNIKAT. Die Nachfrage nach Identifikationslösungen dürfte in den kom- menden Jahren schnell steigen. Der Verein Secur- pharm, der fünf Verbände des Arzneimittelver- triebs umfasst, will bis 2017 ein System auf Basis von Data-Matrix-Codes zur Abwehr gefälschter Medikamente etablieren. Die Idee: Arzneimittel- Produkt- und Marken- schutz: Das einfache Scannen eines Sicher- heitscodes mithilfe einer Barcode-Appli- kation für das Mobil- telefon bestätigt die Echtheit in wenigen Sekunden. Schreiner Prosecure stattet dafür 2D-Codes mit einer Key-Secure- Codierung aus, die auf Verpackungen oder Ware direkt aufge- bracht wird. Medikament: Echt- heitsprüfung anhand eines Sicherheitssie- gels mit verschlüssel- ter Codierung und weiteren Fälschungs- schutzmerkmalen (Schreiner Group, Oberschleißheim). DD_2014_09_13-15 28.04.14 18:49 Seite 13
  3. 3. SCHWERPUNKT VERPACKUNGS- UND ETIKETTENPRODUKTION 3 Deutscher Drucker | Nr. 9 | 2.5.2014 hersteller machen jede Packung zu einem Unikat, indem sie einen quadratischen Data-Matrix-Code aufdrucken, der eine individuelle Nummer ent- hält. Alle vergebenen Nummern speichern sie in einer gemeinsamen Hersteller-Datenbank. In der Apotheke wird später der Code jeder Packung gescannt und damit in der Datenbank abgefragt, bevor das Medikament an den Patienten abge- geben wird. Da die Kontrolle nur wenige Sekun- den dauert, fliegen Fälschungen sofort auf. Den Praxistest mit 280 beteiligten Apotheken, 24 mitwirkenden Pharmaunternehmen, mehr als 3,5 Millionen gekennzeichneten Arzneimittel- verpackungen und über 30000 Verifizierungen habe das System bereits bestanden, erklärt Rein- hard Hoferichter, Sprecher des Securpharm-Vor- stands. „Mit neu codierten Packungen ausge- wählter Medikamente konnte eine Erreichbar- keit des Systems zu 99,5 Prozent der Zeit erzielt werden.“ Die Maschinen- und Anlagenbauer haben sich gut auf die neuen Anforderungen der Pharma- branche eingestellt. Neues Fertigungsequipment, das Medikamente schneller und flexibler produ- ziert und verpackt, hilft den Pharmazeuten, hohe Ausgaben für aufwendige Packungen und Zusatz- features durch Kostenersparnisse in der Produk- tion wieder auszugleichen. Der italienische Auto- mationsspezialist Marchesini beispielsweise hat eine so genannte Track-and-Trace-Lösung zur Kennzeichnung und Rückverfolgung von Medi- kamenten entwickelt, deren Beschriftungsmo- dule 400 Faltschachteln pro Minute von beiden Seiten und von oben mit verschiedenen Sicher- heitslabels bedrucken können. Anschließend prüft und verifiziert eine Kamera die Codes. Gespeichert werden die Daten schließlich in einem riesigen zentralen Server, von wo sie stets abgerufen werden können – Fälscher haben es da noch schwerer. INTELLIGENTE LÖSUNGEN. Schließlich wer- den Themen wie Selbstmedikation und Benut- zersicherheit immer wichtiger. Spritzen, die es früher nur beim Arzt gab, können sich Patien- ten heute zum Teil selbst geben. Um Verletzun- gen zu vermeiden, springen eingebaute „Safety Needles“ nach der Injektion sofort zurück. Künf- tige Verpackungen werden noch vielseitiger sein: Der finnisch-schwedische Verpackungsmittelher- steller Stora Enso und die Göteborger Chalmers University of Technology zum Beispiel entwi- ckeln eine intelligente Verpackung, die die Kom- munikation zwischen Patient und Arzt vereinfa- chen soll. Die Packung registriert genau, wann ihr eine Tablette entnommen wird. Sollte allerdings die ärztliche Verschreibung nicht befolgt wer- den, erhält der Patient auf drahtlosem Weg eine Erinnerung, beispielsweise auf das Handy. Derar- tige kundenfreundliche Lösungen verlangen von den Pharmaherstellern einen schwierigen Spa- gat: Sie müssen zusätzliche Features einbauen und dabei immer auch auf die Kosten achten. Den Kostensenkungsdruck reicht die Pharma- industrie an die Verpackungsbranche weiter. „Die heutigen Anforderungen im Pharmabereich sind enorm – sowohl im Hinblick auf Innovationen als auch auf Effizienzsteigerungen zur Kostensen- kung“, erklärt Richard Clemens, Geschäftsfüh- rer des VDMA Fachverbandes Nahrungsmittel- maschinen und Verpackungsmaschinen. Die Ent- wickler arbeiten daher mit Hochdruck an neu- en Verpackungslösungen und produktionstech- nischen Verbesserungen für die Herstellung der pharmazeutischen Produkte. LEBENSMITTELVERLUSTE BEGRENZEN. Inno- vative und zunehmend Verpackungen sind der Schlüssel zur Bekämpfung von Lebensmittelver- lusten und -verschwendung. Wirksamere Barrie- reschichten, keimtötende Folien und Frische- indikatoren sollen die Produkte länger haltbar machen und die Wegwerf-Mentalität der Ver- braucher stoppen. Doch bei allen Verbesserungen müssen die Unternehmen immer auch die Effizienz der Prozesse und die Kosten im Auge behalten. In den Entwicklungsländern ist jedes sechste Kind unterernährt, also insgesamt etwa 100 Mil- lionen. Die Vereinten Nationen (UNO) schätzen, dass Unterernährung jährlich zum Tod von 2,6 Millionen Kindern unter fünf Jahren führt. Damit zählt Hunger immer noch zu den größten Proble- men der Menschheit. Dabei müsste es gar keinen Hunger geben. Jedes Jahr landen weltweit rund 1,3 Milliarden Ton- nen Lebensmittel auf dem Müll, so das Ergebnis des aktuellen Reports „Food Wastage Footprint: Impacts on Natural Resources“ der UNO-Orga- nisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Würden Verluste durch einen sorgsameren Umgang mit Nahrungsmitteln reduziert, könn- ten Hungersnöte eingedämmt werden. 54 Prozent der verschwendeten Nahrungsmit- tel gehen laut Report bereits während der Pro- duktion, der Nachernte und der Lagerung verlo- ren. Die ärmeren Länder Afrikas und Asiens sind hiervon besonders stark betroffen. Ernte- und Logistikfehler machen dort pro Kopf jährlich sechs bis elf Kilogramm Nahrung zunichte. Bei Hit- ze werden Obst und Milch schlecht, wird Fleisch mit gefährlichen Keimen besiedelt und unge- nießbar. Die Verschwendung bei der Weiterver- arbeitung, der Auslieferung und dem Konsum ist hingegen eher ein Problem der Industrieländer. In Europa und Nordamerika werden pro Jahr und Kopf rund 100 Kilogramm Lebensmittel in den Abfall geworfen, obwohl sie noch für den Ver- zehr geeignet gewesen wären. Forderungen zum sofortigen Umdenken kommen daher von höchs- ter Stelle. Konsumdenken und Lebensmittelver- schwendung müssten ein Ende haben, forderte Papst Franziskus in seiner Generalaudienz an- lässlich des World Environment Days im vergan- genen Juni. „SMART PACKAGING“. In der Industrie ist die Botschaft angekommen. Nach einer aktuellen Studie des Royal Melbourne Institute of Techno- logy in Australien können geeignete Verpackun- gen Lebensmittelverluste erheblich mindern. Ent- wickler arbeiten daher mit hohem Einsatz an neuen Konzepten für Verpackungsmaschinen, der verwandten Prozesstechnik sowie „smarten“ Verpackungen. Insgesamt 100 Unternehmen der gesamten Food-Wertschöpfungskette von der Herstellung, über den Handel und die Verpa- ckung bis hin zur Logistik beteiligen sich mittler- weile an der Initiative „Save Food“, einem gemein- Bunte Welt der Ver- packung: Wirksamere Barriereschichten, keimtötende Folien und Frischeindikato- ren sollen die Produk- te länger haltbar machen und die Weg- werf-Mentalität der Verbraucher stoppen. Der Smart-ID-Bag von Mondi – ein „intelligenter“ Industriebeutel, der zu Identifizierungszwecken mit einem eindeutigen Data-Matrix-Code bedruckt ist. DD_2014_09_13-15 28.04.14 18:49 Seite 14
  4. 4. SCHWERPUNKT Deutscher Drucker | Nr. 9 | 2.5.2014 samen Projekt der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) des Umwelt- programms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Messe Düsseldorf GmbH. Ziel ist es, den Dia- log zwischen Wirtschaft, Forschung, Politik und Zivilgesellschaft zum Thema Lebensmittelverlus- te zu fördern. Die Reduzierung des Verderbs wird auch das zentrale Thema im „Innovationparc Packaging“ der kommenden Interpack 2014 in Düsseldorf sein (siehe auch Seite 16). Aussteller dieser Sonderschau werden hier vom 7. bis 14. Mai 2014 Ideen vorstellen, wie sich Lebensmittel besser schützen lassen. Vor der Branche liegt viel Arbeit. Bauern in Afrika müssen erst einmal überzeugt werden, dass sie ihre Rohstoffe besser am Ursprungsort verpacken als sie ungeschützt auf die Reise zu schicken. Hier hilft kein Hightech, sondern nur Aufklärungsarbeit vor Ort. Konzernvertreter von Firmen wie Bosch beispielsweise zogen des- halb schon vor einigen Jahren mit mobilen Verpackungsmaschinen durch Schwellen- und Entwicklungsländer und zeigten Bauern die Vorteile verpackter Lebensmittel. Die westliche Wegwerf-Mentalität ist noch schwerer zu bekämpfen. Nach einer Erhebung der Unternehmensberatung Berndt+Partner lan- den in Europa 20 bis 25 Prozent der Lebensmit- tel auf dem Müll, obwohl sie noch genießbar sind. Schuld daran trägt auch das Mindesthaltbar- keitsdatum, das auf allen Fertigverpackungen stehen muss. Ist es erreicht, werden Lebensmit- tel oft weggeworfen. Doch „mindestens haltbar bis“ bedeutet nicht, dass Lebensmittel nach die- sem Datum nicht mehr essbar sind, sondern ledig- lich, dass sich ihre Farbe oder Konsistenz ändern könnte. Die derzeit noch weit verbreiteten Groß- packungen verstärken das Problem. Die Mindest- haltbarkeit ist oft vorüber, bevor Verbraucher die Packungen geleert haben. Bei der Lösung des Pro- blems sollen kundengerechte, kleinere Packungen mithelfen. KREATIVE IDEEN. Zeit-Temperatur-Indikatoren sind ein weiterer Ansatz gegen Verderb und Verschwendung. Sie sollen jederzeit über den Frischezustand des Produkts informieren. Ihr Nutzen liegt darin, dass damit zum Beispiel Unter- brechungen der Kühlkette sichtbar gemacht wer- den können. BASF sowie die Schweizer Firma Freshpoint bieten bereits mit einer speziellen Pig- mentfarbe versehene Etiketten an. Sie werden auf die Verpackung gedruckt. Wird der Inhalt ungenießbar, schlägt die Farbe um. Geforscht wird auch an aktiven Verpackun- gen, die in Wechselwirkung mit dem Füllgut tre- ten. PET-Flaschen werden mit Sauerstoffabsor- bern wie Eisen präpariert, damit sauerstoffemp- findliche Getränke wie Bier oder Fruchtsäfte län- ger haltbar bleiben. Oder Folien werden mit Kon- servierungsstoffen wie Sorbinsäure angereichert, um das Keimwachstum auf Lebensmitteln zu bekämpfen. Kritiker bemängeln, bei aktiven Ver- packungen beeinträchtigten zusätzliche Chemi- kalien die Natürlichkeit der Produkte. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) im bayerischen Freising wollen Abhilfe schaffen: Sie entwickeln antimikrobielle Materialien auf Basis von Pflanzenextrakten, etwa von Rosmarin. Auf diese Weise können Lebensmittelhersteller dem Wunsch der Verbraucher nach natürlichen, gesundheitsfördernden Produkten weiter nach- kommen“, weiß IVV-Materialentwickler Sven Sängerlaub zu berichten. WO MUSS EINGESPART WERDEN? Der Nach- teil vieler Save-Food-Verpackungen ist allerdings, dass ihre Herstellung relativ aufwendig ist. Wird beispielsweise für eine „stärkere“ Verpackung mehr Material eingesetzt, werden zusätzliche Res- sourcen verbraucht. Die Branche versucht daher, den höheren Aufwand für „smarte“ Verpackun- gen durch Einsparungen an anderer Stelle der Food-Wertschöpfungskette zu kompensieren. So sind die Hersteller von Verpackungsmaschinen darauf bedacht, die Effizienz ihrer Linien durch stärkere Automation und optimierte Prozesse zu erhöhen. Dass Kosmetik-Verpackungen auch aus Recyc- ling-Materialien bestehen können und dennoch hochwertig wirken, zeigt zum Beispiel der Ver- packungsspezialist Carl Edelmann. Das Unter- nehmen hat eine Faltschachtel für Naturkosme- tik entwickelt, die ein durchgängiges Öko-Kon- zept mit gleichzeitig hochwertiger Qualität auf- weist, so Edelmann. Die Schachtel bestehe zu 80 Prozent aus Recyclingmaterial und sei mit ölfrei- en Farben bedruckt, die ausschließlich mit nach- wachsenden Rohstoffen und mit Ökostrom her- gestellt würden. Auf diese Weise fallen 76 % weni- ger Kohlendioxid an als bei der Produktion her- kömmlicher Verpackungen, heißt es bei Edel- mann. Kosmetikanbieter können mit der Verpa- ckung ihre Emissionen also deutlich reduzieren. Verbrauchern wiederum vermittelt sie das gute Gefühl, umweltgerecht zu konsumieren. (fl) Cool-Vu, ein zeit-temperatursensitiver Indikator in Etikettenform von der Firma Freshpoint TTI. Diese neue patentierte Technologie für Multi-Step- und Single-Step-Anwendungen zeigt sogar die gesamte Historie der Lagerung einer Ware im Kühlregal an. DD_2014_09_13-15 28.04.14 18:49 Seite 15

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