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Methodische Anlage der StudieSozialwissenschaftliche Untersuchung (qualitativ und quantitativ)Qualitativ: Mehrstündige nar...
Ziel der UntersuchungDie Studie untersucht die Schulkultur: die Wahrnehmungen und Erfahrungen vonLehrerinnen und Lehrern s...
Zentrale ErgebnisseDie Bildungsdebatten seit PISA sind in den Familien angekommen. Das gehört zu denzentralen Erkenntnisse...
Zentrale ErgebnisseDie Untersuchungsergebnisse zeigen aber auch, dass die seit PISA erfolgte Reformierungder Schularten, d...
Erfahrungen von Müttern und Vätern10 prägnante Befunde1. Vom Bildungsprivileg zum Bildungszwang! Schulerfolg ist eine zent...
Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern6 prägnante Befunde1. Schule ist in ihren vielfältigen Funktionen überfrachtet und ...
Materielles &soziales Kapital OberschichtSoziale Milieus in DeutschlandEin GesellschaftsmodellRepräsentativ für die Bevölk...
Materielles &soziales Kapital OberschichtSoziale Milieus in DeutschlandVerteilung Mütter und Väter mit Kind(ern) in der Se...
OberschichtKonservativeEtabliertePostmateriellePerformerMilieuspezifische Einstellungen von Elternzu SchulePotenziale des ...
OberschichtKonservativeEtablierte PostmateriellePerformerMilieuspezifische Einstellungen von Elternzum Schulerfolg ihrer K...
Einige KernaussagenEinige Kernaussagen
Kernaussagen1. Schule und Schulleistungen sind zu einem dominanten Thema in den Familien geworden.Das Thema Bildung ist in...
Kernaussagen3. Verunsicherung der Eltern hinsichtlich des Leistungsanspruchs der Schule.Das Gymnasium wird von vielen Elte...
Kernaussagen5. Lehrer/-innen stellen gesunkene Leistungsbereitschaft und gesunkenes Leistungsniveauder Schüler fest.Dies g...
Kernaussagen7. Die aktuelle Schulkultur fördert (unbeabsichtigt) die Retraditionalisierung derFrauenrolle.Der Bildungssekt...
Kernaussagen9. Eltern und Lehrer/-innen sind mit dem Schulsystem unzufrieden.Seit PISA haben sich sowohl die Schularten, d...
Materielles &soziales Kapital OberschichtBarrieren und Distinktionsliniender Mütter und Väter mit Kind(ern) in der Sekunda...
Fischhaberstraße 49a82377 PenzbergTel. 08856 - 93 79 521www.delta-sozialforschung.deGF: Prof. Dr. Carsten WippermannHRB 18...
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Eltern lehrer - schulerfolg

  1. 1. Eltern – Lehrer – SchulerfolgEltern – Lehrer – SchulerfolgWahrnehmungen und Erfahrungen im Schulalltag von Eltern und Lehrern© DELTA-InstitutUntersuchung im Auftrag desBundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,sowie der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
  2. 2. Methodische Anlage der StudieSozialwissenschaftliche Untersuchung (qualitativ und quantitativ)Qualitativ: Mehrstündige narrative EinzelinterviewsQualitativ: Mehrstündige narrative Einzelinterviews• 190 Interviews mit Müttern und Vätern (mit Kind in der Sekundarstufe I)— 150 autochthone Deutsche— 40 mit Migrationshintergrund• 65 Interviews mit Lehrerinnen und Lehrern von Gymnasium, Realschule, Hauptschule,Gesamtschule• Befragung gestreut über die Bundesrepublik, Stadt/Land in allen Schichten und MilieusQuantitativ:• Repräsentative Daten und Sonderauswertungen aus dem Mikrozensus (StatistischesBundesamt), insb. zu Schulabschlüssen sowie zu Menschen mit Migrationshintergrund.• Weitere aktuelle repräsentative Milieustudien des DELTA-Instituts mit Bezug zum Thema(2.788 Eltern und 623 Lehrer).Die qualitativen und quantitativen Daten wurden geschlechter- und milieudifferenziertanalysiert.
  3. 3. Ziel der UntersuchungDie Studie untersucht die Schulkultur: die Wahrnehmungen und Erfahrungen vonLehrerinnen und Lehrern sowie von Mütter und Vätern in den verschiedenenDELTA-Milieus in ihrer jeweiligen Selbst- und FremdperspektiveDELTA-Milieus in ihrer jeweiligen Selbst- und Fremdperspektive• Sie geht der Frage nach, ob und wie sich Eltern beteiligen, wie sie ihre Beziehung,Mitarbeit und Kommunikation zu Lehrern und zur Schule gestalten und wie sich dieseSchulkultur auf die Familie und die Berufsperspektive von Frauen auswirkt.• Dabei wurden auch Eltern mit Migrationshintergrund befragt, insbesondere jene mittürkischen Wurzeln sowie Spätaussiedler.• Ebenso wurden die Erfahrungen und Perspektiven der Lehrer untersucht: Wie erlebenLehrerinnen und Lehrer ihren Schulalltag, wie nehmen sie Schüler und wie nehmen sieLehrerinnen und Lehrer ihren Schulalltag, wie nehmen sie Schüler und wie nehmen siederen Eltern aus den verschiedenen Milieus wahr.
  4. 4. Zentrale ErgebnisseDie Bildungsdebatten seit PISA sind in den Familien angekommen. Das gehört zu denzentralen Erkenntnissen der neuen Studie „Eltern-Lehrer-Schulerfolg“.Das Verhältnis von Eltern zur Schule hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert.Das Verhältnis von Eltern zur Schule hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert.Schule und Schulleistungen sind zu einem dominanten Thema in den Familien– vor allem in der gesellschaftlichen Mitte – geworden.Das Familienleben wird aus Sicht der Eltern durch den gestiegenen Leistungsdrucknachhaltig geprägt.• Eltern fühlen sich für den Schulerfolg ihrer Kinder zunehmend verantwortlich.• Ihnen ist die Bedeutung der Bildung ihrer Kinder für den späteren Lebens- undBerufsweg ebenso bewusst wie die Tendenz zur Höherqualifizierung.Berufsweg ebenso bewusst wie die Tendenz zur Höherqualifizierung.• Dies gilt für Eltern aller Milieus und auch für diejenigen mit Migrationshintergrund.
  5. 5. Zentrale ErgebnisseDie Untersuchungsergebnisse zeigen aber auch, dass die seit PISA erfolgte Reformierungder Schularten, des Lehrstoffes, der Schulstrukturen sowie der pädagogischen Konzepteweder zur Zufriedenheit der Eltern noch der Lehrer beigetragen haben.weder zur Zufriedenheit der Eltern noch der Lehrer beigetragen haben.Während die Eltern – vor allem die Eltern mit Kindern auf G8-Gymnasien – eine verstärkteFokussierung auf Leistung und Noten beklagen, stellen die aktuellen Schulreformen ausSicht der Lehrer/-innen eher eine Belastung des Schulalltags dar:• Eltern übernehmen zunehmend Aufgaben der Schule und sind elementarer Teil desSchulsystems (z.B. wird die Übungskultur nach Hause in die Familien verlagert).• Umgekehrt übernehmen Lehrer immer mehr Aufgaben jenseits ihrer fachlichenZuständigkeit als Erzieher, Erziehungsberater, Familienberater, psychosozialer Berater,Zuständigkeit als Erzieher, Erziehungsberater, Familienberater, psychosozialer Berater,Hausmeister, Evaluationen von Schulleistungen u.a. – und haben immer weniger Zeitfür ihre eigentliche Aufgabe des Unterrichtens und Übens: Eltern sind unter Druck;Lehrer sind unter Druck – aus unterschiedlichen Gründen.
  6. 6. Erfahrungen von Müttern und Vätern10 prägnante Befunde1. Vom Bildungsprivileg zum Bildungszwang! Schulerfolg ist eine zentrale Voraussetzung fürLebenserfolg2. Kolonialisierung der Familie durch Schule2. Kolonialisierung der Familie durch Schule3. Kinder und Jugendliche können heute die Schule ohne elterliche Unterstützung nicht mehrerfolgreich durchlaufen (v.a. am Gymnasium)4. Die umfassende Unterstützung der Kinder durch die Eltern ist eine soziale (Schul)Norm5. Es gibt keine formale Aufgabenzuschreibung von der Schule an das Elternhaus6. Schule geht weiterhin von einer (teil-)traditionellen Rollenteilung der Eltern aus –durch die Schulkultur fordert und verstetigt sie diese7. Die traditionelle Rollenteilung ist das normative Vorbild für viele Jugendliche8. Der Schulerfolg hängt in hohem Maße von den Ressourcen im Elternhaus ab.Die aktuelle Schulkultur trägt dazu bei, dass sich die Bildungskluft in Deutschland verstärkt9. Schule ist „Lernstoff-Vermittlungs-Agentur“ und „Assessment-Center“, aber keine umfassendeBildungseinrichtung mehr10. Nahezu alle Eltern hadern mit dem Schulsystem und der Schulkultur
  7. 7. Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern6 prägnante Befunde1. Schule ist in ihren vielfältigen Funktionen überfrachtet und immer mehr eine unzureichendausgestattete Reparaturwerkstätte für gesellschaftliche Probleme2. Lehrer erfahren wenig Unterstützung durch die Schulpolitik und Schulbehörden2. Lehrer erfahren wenig Unterstützung durch die Schulpolitik und Schulbehörden3. Schule und Lehrer müssen auf eine veränderte, heterogene Schülerschaft (und Elternschaft)reagieren4. Plurale Jugendwelten und mediatisierte Wirklichkeiten treten zunehmend in Konkurrenz zurSchule5. Elternarbeit ist anstrengender geworden6. Schulen derselben Ebene sind nicht mehr unbedingt miteinander vergleichbar
  8. 8. Materielles &soziales Kapital OberschichtSoziale Milieus in DeutschlandEin GesellschaftsmodellRepräsentativ für die Bevölkerung ab 18 JahrenKonservative4%Etablierte5%PostmaterielleUntereMittelschichtMittelschichtObereMittelschichtBürgerliche Mitte18%Traditionelle15%4% 5%Postmaterielle9%Performer14% Expeditive8%Hedonisten11%Benachteiligte©DELTA-InstitutBildungEinkommenBerufsprestigeModernitätsverständnisseModernitätskulturenKulturelles KapitalSelbstverwirklichungGemeinsame Traditionen SelbstmanagementA 1UnterordnungPflicht, AkzeptanzSelbstkontrolle"Festhalten"EinordnungKonservativeModernisierung"Wandel akzeptieren"B1LebensstandardStatus, Besitz, TeilhabeKennen, Können, Ankommen"Geltung & Genuss"C1Flexibilität, MobilitätOptionalitätErfolgs-Pragmatismus"Machen & Erleben"B2Aufklärung, EmanzipationAufbruch, WiderstandGanzheitlich leben"Sein & Verändern"C2Management von GrenzenSynthesen, SynästhesienPragmatischer Idealismus"Grenzen überschreiten"Grund-orientierungUnterschichtSoziale Lagenach Mikrozensusund OECDA 2Benachteiligte16%
  9. 9. Materielles &soziales Kapital OberschichtSoziale Milieus in DeutschlandVerteilung Mütter und Väter mit Kind(ern) in der Sekundarstufe IKonservative4%Etablierte8%PostmaterielleUntereMittelschichtMittelschichtObereMittelschichtBürgerlicheMitte23%Traditionelle6%4% 8%Postmaterielle11%Performer14% Expeditive11%Hedonisten11%Benachteiligte©DELTA-InstitutBildungEinkommenBerufsprestigeModernitätsverständnisseModernitätskulturenKulturelles KapitalSelbstverwirklichungGemeinsame Traditionen SelbstmanagementA 1UnterordnungPflicht, AkzeptanzSelbstkontrolle"Festhalten"EinordnungKonservativeModernisierung"„Wandel akzeptieren"B1LebensstandardStatus, Besitz, TeilhabeKennen, Können, Ankommen"Geltung & Genuss"C1Flexibilität, MobilitätOptionalitätErfolgs-Pragmatismus"Machen & Erleben"B2Aufklärung, EmanzipationAufbruch, WiderstandGanzheitlich leben"Sein & Verändern"C2Management von GrenzenSynthesen, SynästhesienPragmatischer Idealismus"Grenzen überschreiten"Grund-orientierungUnterschichtSoziale Lagenach Mikrozensusund OECDA 2Benachteiligte12%
  10. 10. OberschichtKonservativeEtabliertePostmateriellePerformerMilieuspezifische Einstellungen von Elternzu SchulePotenziale des KindesMassive Kritik an der Ungerechtigkeitdes Schulsystems: systematischeSchlechterstellung und AusgrenzungExcellence-Ausbildung als Startkapital fürinternationale Berufs-/Führungsoptionen;Schule soll Fachwissen, Kommunikations-kompetenz & Tugenden (Leistung,UntereMittelschichtMittelschichtObereMittelschichtBürgerliche MitteTraditionelleExpeditiveHedonistenBenachteiligteSchule soll Struktur, Ordnung & zeitlichen Rahmenzur Erledigung aller Aufgaben in der Schulebieten: zur Entlastung der Eltern; Schule in deraktuellen Ausprägung ist Sinnbild der kaltenLeistungs- und Wettbewerbsgesellschaft;Schule soll Talente& Fähigkeiten d.Kindes wie einen„Schatz“ heben undfördern; massiveKritik an Schule: dieseist zu einseitig auf Wissenfokussiert und fixiert;zu frühe SelektionPotenziale des Kindesfördern mit Blick auf künftigverlangte Kompetenzen;Forderung nachFlexibilisierung &Marktorientierung von Schule(Methoden, Inhalte, Formen);Massive Kritik an mangelnderProfessionalität der Schulen & Lehrer(Lernunwilligkeit; Veränderungsresistenz)Schlechterstellung und Ausgrenzungsozial Benachteiligter. Distanz zureindimensionalen Leistungskultur;Wunsch nach ganzheitlicher Bildung;Schulerfolg wäre auchFreude am Lernenkompetenz & Tugenden (Leistung,Engagement) vermitteln; Präferenzfür PrivatschulenEin guter und hoher Schulabschlussist unabdingbar für spätere Chancenauf dem Arbeitsmarkt und in derWettbewerbsgesellschaft;Stigmatisierung der Hauptschuleund Distinktion nach Unten©DELTA-InstitutSelbstverwirklichungGemeinsame Traditionen SelbstmanagementA 1UnterordnungPflicht, AkzeptanzSelbstkontrolle"Festhalten"EinordnungKonservativeModernisierung"Wandel akzeptieren"B1LebensstandardStatus, Besitz, TeilhabeKennen, Können, Ankommen"Geltung & Genuss"C1Flexibilität, MobilitätOptionalitätErfolgs-Pragmatismus"Machen & Erleben"B2Aufklärung, EmanzipationAufbruch, WiderstandGanzheitlich leben"Sein & Verändern"C2Management von GrenzenSynthesen, SynästhesienPragmatischer Idealismus"Grenzen überschreiten"Grund-orientierungUnterschichtSoziale Lagenach Mikrozensusund OECDA 2Sehnsucht nach Teilhabe ihrer Kinder durchBildungserfolge wie die Mitte; Angst vorAbwertung der Hauptschulen; Sorge vorStigmatisierung des Kindes in der Schule als„Bildungsverlierer“Leistungs- und Wettbewerbsgesellschaft;massive Ablehnung von Noten(das Kind in ein Raster pressen)
  11. 11. OberschichtKonservativeEtablierte PostmateriellePerformerMilieuspezifische Einstellungen von Elternzum Schulerfolg ihrer KinderEltern als Schulmanager: Ziele setzen,geeignete Strategien; bei den KindernStärkung der Eigenverantwortung,Kinder (innerlich) stark machenihre Autonomie und EigenverantwortungUntereMittelschichtMittelschichtObereMittelschichtBürgerliche MitteTraditionellePerformerExpeditiveHedonistenBenachteiligteStärkung der Eigenverantwortung,Klare Nutzenausrichtung: Dem Kinddie Vorzüge guter Bildungvermittelnihre Autonomie und Eigenverantwortungstärken; die individuellen Bedürfnisse,Talente, Entwicklungspfade und –tempijedes Kindes im Blick haben undberücksichtigenWege zurKompetenzentwicklungfür die Zukunftsfähigkeitihres Kindes; dieses musssich hohe Ziele setzen undlernt so, sich zu motivierenund anzustrengen: Wer will,schafft es auch. Eltern habendabei VorbildfunktionSchule als familiäresProjekt: Eigen-organisation desKindes stärken;Wunsch für das Kind,seinen eigenen Weg zufinden; Vertrauen, aufdem richtigen Weg zu seinMütter als tägliche, dauerhafteAssistentin und Coach für Schulbelange(unter Verzicht auf eigene Erwerbstätigkeit);Engagement in der Schule für Vorteileihres Kindes; finanzielle und zeitliche„Aufopferung“ für den Schulerfolg derKinder; Fokussierung auf Nahziele:die nächste Arbeit, das nächsteAbfragen; hohe Angst vor „Scheitern“Sehnsucht nach Teilhabe ihrer Kinder durchForderung einerseits nach Selbständigkeitund Bedürfnisorientierung des Kindes in derSchule; andererseits nach Struktur, Ordnungund Erledigung aller Schulbelange in derSchule: zur eigenen Entlastung: Keinen©DELTA-InstitutSelbstverwirklichungGemeinsame Traditionen SelbstmanagementA 1UnterordnungPflicht, AkzeptanzSelbstkontrolle"Festhalten"EinordnungKonservativeModernisierung"Wandel akzeptieren"B1LebensstandardStatus, Besitz, TeilhabeKennen, Können, Ankommen"Geltung & Genuss"C1Flexibilität, MobilitätOptionalitätErfolgs-Pragmatismus"Machen & Erleben"B2Aufklärung, EmanzipationAufbruch, WiderstandGanzheitlich leben"Sein & Verändern"C2Management von GrenzenSynthesen, SynästhesienPragmatischer Idealismus"Grenzen überschreiten"Grund-orientierungUnterschichtSoziale Lagenach Mikrozensusund OECDA 2Sehnsucht nach Teilhabe ihrer Kinder durchBildungserfolge wie die Mitte; tw. Vernachlässigung;tw. Resignation, geringe Motivation und Ressourcen zurUnterstützung ihrer Kinder; tw. Überforderung mit derSchule ihrer Kinder (inhaltlich, organisatorisch, finanziell);Unsicherheit im Kontakt mit Schule als„fremde Welt“Schule: zur eigenen Entlastung: KeinenLern- und Leistungsdruck aufbauen;Schulabschlüsse kann man immernoch „später“ machen
  12. 12. Einige KernaussagenEinige Kernaussagen
  13. 13. Kernaussagen1. Schule und Schulleistungen sind zu einem dominanten Thema in den Familien geworden.Das Thema Bildung ist in den Familien angekommen. Die bildungspolitische Diskussion, obzu PISA, OECD oder auch die bundesweite Bildungsdiskussion, schlägt sich in dem Wunschzu PISA, OECD oder auch die bundesweite Bildungsdiskussion, schlägt sich in dem Wunschder Eltern nach einem möglichst hohen Schulabschluss für ihre Kinder nieder. DieKonsequenz dieser Entwicklung ist, dass Schule und Schulleistungen zu einem dominantenThema in den Familien – vor allem in der gesellschaftlichen Mitte – geworden sind. DasFamilienleben wird aus Sicht der Eltern durch den gestiegenen Leistungsdruck nachhaltiggeprägt. Eltern fühlen sich für den Schulerfolg ihrer Kinder zunehmend verantwortlich.2. Trotz großer Kritik bleibt das Gymnasium für Eltern der sozialen Ober- und Mittelschichtdie angestrebte Schulart – für Eltern anderer Milieus nicht.Bei über der Hälfte der Eltern ist der Nimbus des Gymnasiums ungebrochen. Sie strebenBei über der Hälfte der Eltern ist der Nimbus des Gymnasiums ungebrochen. Sie strebenkeine andere Schulform an. Dagegen ist für andere Eltern G8 und der damit verbundeneLeistungsdruck ein Grund, auf die Realschule auszuweichen (mit der Option, über diesenWeg auch das Abitur zu bekommen), um dem Kind und der ganzen Familie Druck zunehmen. Für diese Eltern ist das Gymnasium ein Symbol für überzogene Leistungs-anforderungen. Weiterhin und verstärkt steht die Hauptschule aus Sicht der Eltern fürScheitern und sozialen Abstieg.
  14. 14. Kernaussagen3. Verunsicherung der Eltern hinsichtlich des Leistungsanspruchs der Schule.Das Gymnasium wird von vielen Eltern nur als „Lernstoffvermittlungsagentur“ und als„Assessment-Center“ wahrgenommen. Angesichts zunehmender Leistungsanforderung im„Assessment-Center“ wahrgenommen. Angesichts zunehmender Leistungsanforderung imG8-Gymnasium besteht bei vielen Eltern eine große Verunsicherung darüber, ob sie ihrenKindern überhaupt noch Werte wie „Leistung“, „Anstrengung“ und „Ehrgeiz“ vermittelnsollen. Hier sehen Eltern die Gefahr, eine eindimensionale Leistungsideologie zu bedienen,die ihren Kindern als Person schaden könnte. Aus Sicht der Eltern kollidiert ihrErziehungsanspruch, ihren Kindern eine unbeschwerte Kindheit und Jugend zuermöglichen, mit den Anforderungen der Schule, vor allem des Gymnasiums.4. Erziehungsstile kollidieren mit dem SchulsystemDas Verhältnis der Eltern zur Schule hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert.Das Verhältnis der Eltern zur Schule hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert.Die Mehrheit der Eltern möchte die ganzheitlich ausgerichtete Entfaltung der Potenzialeihrer Kinder fördern und strebt eine Stärkung der Persönlichkeit an. Aus Sicht der Elternvermittelt das Schulsystem isoliertes Wissen und setzt zu sehr auf intellektuell-kognitiveFähigkeiten. Der von ihnen angestrebte hohe Erziehungswert der Selbstentfaltung gerät inKonflikt mit den Leistungsanforderungen der Schule – vor allem des Gymnasiums.
  15. 15. Kernaussagen5. Lehrer/-innen stellen gesunkene Leistungsbereitschaft und gesunkenes Leistungsniveauder Schüler fest.Dies gilt insbesondere für Gymnasien und Hauptschulen, während Schüler/innen anDies gilt insbesondere für Gymnasien und Hauptschulen, während Schüler/innen anRealschulen den Leistungsanforderungen nach wie vor weitgehend entsprechen.6. Die unterschiedlichen Erziehungslogiken und Wertesysteme von Eltern mit türkischemMigrationshintergrund und Spätaussiedlern kollidieren mit dem deutschen Schulsystem.Eltern mit türkischem Migrationshintergrund und Spätaussiedlereltern sehen den Lehrerals Autoritätsperson und erwarten von ihm die Einforderung von Autorität und Strenge.
  16. 16. Kernaussagen7. Die aktuelle Schulkultur fördert (unbeabsichtigt) die Retraditionalisierung derFrauenrolle.Der Bildungssektor, einst Ausgangspunkt für Emanzipation und Gleichberechtigung, wirdDer Bildungssektor, einst Ausgangspunkt für Emanzipation und Gleichberechtigung, wirddurch die Kinder zum Motor der Fortsetzung des traditionellen Rollenbildes. Angesichtsder - aus Sicht der Eltern - verlagerten Übungskultur in den häuslichen Nachmittag, sehensich Mütter in der Rolle der Hilfslehrerinnen. Um ihr Kind - vor allem auf dem Gymnasium –zu unterstützen, stellen Mütter ihre beruflichen Ziele zurück. Nach Ansicht der Elterngehobener Milieus reproduziert sich dadurch auch bei den Jugendlichen die Normalität destraditionellen Rollenbildes.8. Verbesserungsbedarf - aus Sicht der Lehrer/-innen - hinsichtlich ihrer Ausbildung.Während sich Lehrer/-innen fachlich und didaktisch angemessen vorbereitet fühlen,Während sich Lehrer/-innen fachlich und didaktisch angemessen vorbereitet fühlen,konstatieren sie in Bezug auf Klassenführung jedoch Defizite. Eine zunehmendindividualisierte, kulturell vielfältige und sehr heterogene Schülerschaft mit großemSelbstbewusstsein erfordert eine hoch professionelle Leitungskompetenz.
  17. 17. Kernaussagen9. Eltern und Lehrer/-innen sind mit dem Schulsystem unzufrieden.Seit PISA haben sich sowohl die Schularten, die Schulstrukturen als auch die pädagogischenKonzepte und die organisatorischen Bedingungen von Schule verändert. DieseKonzepte und die organisatorischen Bedingungen von Schule verändert. DieseReformierung von Schule hat jedoch weder zur Zufriedenheit der Eltern noch der Lehrerbeigetragen. Während die Eltern - vor allem die Eltern mit Kindern auf G8-Gymnasien –eine verstärkte Fokussierung auf Leistung und Noten beklagen, stellen die aktuellenSchulreformen aus Sicht der Lehrer/-innen keine Antwort auf die drängenden Probleme imSchulalltag dar, sondern wirken aus ihrer Sicht eher als Belastung des Schulalltags.10. Bildung und die Schulkultur wirken als Katalysator zur Verstärkung sozialer Ungleichheit.Das Bildungssystem ist einst angetreten mit der Verheißung, dass es maßgeblich dazubeiträgt, bestehende soziale Ungleichheiten zu dämpfen, talentierten und engagiertenbeiträgt, bestehende soziale Ungleichheiten zu dämpfen, talentierten und engagiertenMenschen unabhängig von ihrer Herkunft Chancen und Wege zum Aufstieg zuermöglichen. Die hier vorliegende Untersuchung zeigt nachdrücklich: Die aktuelleSchulkultur erfüllt diese Funktion – leider – kaum. Im Gegenteil: sie ist ein Katalysator, derdie bestehenden Unterschiede zwischen den sozialen Schichten und Milieus festigt undsogar noch verstärkt.
  18. 18. Materielles &soziales Kapital OberschichtBarrieren und Distinktionsliniender Mütter und Väter mit Kind(ern) in der Sekundarstufe IKonservative4%Etablierte8% PostmaterielleUntereMittelschichtMittelschichtObereMittelschichtBürgerlicheMitte23%Traditionelle6%4%8% Postmaterielle11% Performer14%Expeditive11%Hedonisten11%Benachteiligte©DELTA-InstitutBildungEinkommenBerufsprestigeModernitätsverständnisseModernitätskulturenKulturelles KapitalSelbstverwirklichungGemeinsame Traditionen SelbstmanagementA 1UnterordnungPflicht, AkzeptanzSelbstkontrolle"Festhalten"EinordnungKonservativeModernisierung"„Wandel akzeptieren"B1LebensstandardStatus, Besitz, TeilhabeKennen, Können, Ankommen"Geltung & Genuss"C1Flexibilität, MobilitätOptionalitätErfolgs-Pragmatismus"Machen & Erleben"B2Aufklärung, EmanzipationAufbruch, WiderstandGanzheitlich leben"Sein & Verändern"C2Management von GrenzenSynthesen, SynästhesienPragmatischer Idealismus"Grenzen überschreiten"Grund-orientierungUnterschichtSoziale Lagenach Mikrozensusund OECDA 2Benachteiligte12%
  19. 19. Fischhaberstraße 49a82377 PenzbergTel. 08856 - 93 79 521www.delta-sozialforschung.deGF: Prof. Dr. Carsten WippermannHRB 187781, Amtsgericht München

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