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Leistungsschutzrecht                                        Fazit • Pressemärkte befinden sich in einem Strukturwandel, • ...
Leistungsschutzrecht        Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!                 Professor Dr. Justus Haucap              ...
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Justus Haucap: Ökonomische Folgen eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage

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Vortrag von Prof. Dr. Justus Haucap, 26. Juni 2012, Berlin.

http://leistungsschutzrecht.info/news/2012-06-22/veranstaltung-am-26-juni-oekonomische-folgen-eines-leistungsschutzrechts-fuer-presseverlage

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Justus Haucap: Ökonomische Folgen eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage

  1. 1. Leistungsschutzrecht Ökonomische Folgen eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage Berlin, 26. Juni 2012 Prof. Dr. Justus Haucap Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) Heinrich-Heine Universität Düsseldorf Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 1
  2. 2. Leistungsschutzrecht Worum es mir heute geht1. Hintergrund: Struktur und Wandel von Pressemärkten2. Geschäftsmodelle im Internet3. Funktion geistiger Eigentumsrechte4. Leistungsschutzrecht5. Fazit Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 2
  3. 3. Leistungsschutzrecht Struktur und Wandel von Pressemärkten • Informationen und Meinungen sind heute im Internet verfügbar. • Das Mediennutzungsverhalten der Verbraucher ändert sich. • Folge: Der Verkauf gebündelten Inhalten wird schwieriger, da es einfacher wird, Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzutragen. • Anders ausgedrückt: Der Mehrwert der Bündelung und der Vorauswahl von Inhalten nimmt ab. • Verbraucher stellen sich ihre Inhalte selbst aus verschiedenen Quellen zusammen: Politik vom Spiegel/FAZ, Sport von kicker.de, Wirtschaft vom Handelsblatt, Musikrezensionen vom Amazon. • Folge: Der Mehrwert der „Komposition“ nimmt ab, Entbündelung der Inhalte. Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 3
  4. 4. Leistungsschutzrecht Struktur und Wandel von Pressemärkten • Anders ausgedrückt: Die „Kompositionen“ sind in einem viel intensiveren Wettbewerb, vor allem, wenn sie sehr ähnlich sind, • Das Alleinstellungsmerkmal für viele Zeitungen sind vor allem die regionalen Inhalte. • Früher Kauf von NOZ, RP etc. wegen regionaler Inhalte, der Rest kam gleich mit. • Für viele Presseerzeugnisse wird das Geschäft auf dem Lesermarkt daher zunehmend schwieriger (Auflagen seit 10 Jahren rückläufig), • Dasselbe gilt für den Anzeigenmarkt: Viele Anzeigen sind ins Internet abgewandert. • Und: öffentlich-rechtliche Telemedienangebote. Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 4
  5. 5. Leistungsschutzrecht Geschäftsmodelle • Allgemein: Bezahlinhalte (für Geld) oder „Gratisinhalte“ (für Aufmerksamkeit). • Informationsprodukte sind „grenzkostenlos“ mehrnutzbar – je weniger differenziert/einzigartig ein Inhalt ist, desto eher geht der Preis gegen null. • Bezahlmodelle durchsetzbar für Presse mit einzigartigen Inhalten, aber nicht zwangsläufig das profitabelste Modell. • Viele Inhalte sind aus Sicht der Leser „austauschbar“. (S. 13) • Rezipienten zahlen jedoch mit ihrer Aufmerksamkeit (Werbung) – je mehr Besucher, desto besser. Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 5
  6. 6. Leistungsschutzrecht Funktion geistiger Eigentumsrechte • Urheberrecht: Anreize zur Erstellung geistiger Werke – Dritte dürfen von der Nutzung ausgeschlossen werden. • Verwertungsgesellschaften: Wenn Urheberrechtsverletzungen nur schwer kontrollierbar sind, so können Verwertungsgesellschaften in Transaktionskosten sparender Weise für eine „indirekte“ Durchsetzung sorgen mittels Heuristiken (auch für Online-Inhalte und elektronische Pressespiegel). • Leistungsschutzrecht: Kann sinnvoll sein, wenn kostenintensive Interpretation, Neugestaltung bzw. Komposition einzelner Leistung erst das Werk ausmacht (Beispiel: Film, Musik, anders: Presse). Leistung besteht in der Schaffung des Werkes in seiner Gesamtheit. • Und: Verlage können sich umfangreiche Urheberrechte zur Verwertung einräumen lassen. Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 6
  7. 7. Leistungsschutzrecht Leistungsschutzrecht • Zahlt Google an die Verlage oder die Verlage an Google? • Modell à la Google AdWords? • Ohne/mit Verwertungsgesellschaft? • Suchmaschinenmarketing / Suchmaschinenoptimierung. • Anreize, in Qualitätsjournalismus zu investieren: Bei Verwertungs- gesellschaft ganz schlecht (Produktion vieler Inhalte, nicht guter), bei individuellen Vereinbarungen besser. • Notwendigkeit, tragfähige Modelle für die Vermarktung von Bezahlinhalten (Kioske) zu entwickeln, werden geschwächt. • Bürokratiekosten (was ist gewerbliche Nutzung? – scheint hinreichend unklar) Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 7
  8. 8. Leistungsschutzrecht Verwertungsgesellschaften • Kartellbildung – Vor- und Nachteile • Vorteil: One-Stop-Shopping, Nachteil: Monopolitische Praktiken, fehlende Wahlmöglichkeit. • Freiwillige Verwertungsgesellschaften oder auch Clearing-Stellen: Werden alle teilnehmen oder einzelne bewusst auf Abmahnmodell setzen? Folge Rechtsunsicherheit, Folge: Innovationshemmend. • Verpflichtende Verwertungsgesellschaften: • Anreize zur Produktion vieler Beiträge, statt guter, • Monopolistisches Verhalten, • Konzentrationstendenzen? Hängt vom Ausschüttungsmodus ab. • Nota bene: Schutzrechtsverletzungen im Internet einfacher zu erkennen. Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 8
  9. 9. Leistungsschutzrecht Fazit • Pressemärkte befinden sich in einem Strukturwandel, • die Wettbewerbsintensität hat durch das Internet zugenommen, • Strukturwandel und zunehmender Wettbewerb sind sicher keine Begründung für ein LSR, • Entscheidung zur entgeltfreien Bereitstellung ist eine freiwillige individuelle Entscheidung, • Verwertungsgesellschaften sind Kartelle – es muss dargelegt werden, dass ihre Vorteile die offensichtlichen Nachteile mehr als kompensieren, • Umverteilung ist wenig wahrscheinlich, Qualitätsjournalismus zu befördern, • Umverteilung kann konzentrationssteigernd wirken, • Unklarheiten über Begriff der „gewerblichen Nutzung“ – Rechtsunsicherheit, • das LSR birgt mehr Probleme, als es löst. Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 9
  10. 10. Leistungsschutzrecht Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Professor Dr. Justus Haucap Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) Universitätsstr. 1 D-40225 Düsseldorf Fax: 0211 81-15499 email: haucap@dice.hhu.de http://www.dice.hhu.de Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 10
  11. 11. Leistungsschutzrecht Ein Mensch malt, von Begeisterung wild, Drei Jahre lang an einem Bild. Dann legt er stolz den Pinsel hin Und sagt: "Da steckt viel Arbeit drin." Doch damit war’s auch leider aus: Die Arbeit kam nicht mehr heraus. Prof. Dr. Justus Haucap, Universität Düsseldorf Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) 11

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