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2014 05-25 FNF Brennpunkt pakistan - londoner verhaftung

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Nach mehr als 20 Jahren im Londoner Exil verhaftete die britische Polizei den MQM-Vorsitzenden
Altaf Hussain. Dies führte unmittelbar zu Unruhen und gewaltsamen Protesten vor allem in der
pakistanischen Provinz Sindh und deren Hauptstadt Karatschi.

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2014 05-25 FNF Brennpunkt pakistan - londoner verhaftung

  1. 1. 27.06.14 22:15www.freiheit.org - Politische Berichte aus aktuellem Anlass Seite 1 von 3http://www.freiheit.org/Politische-Berichte-aus-aktuellem-Anlass/415c29788i1p/pm/index.html Olaf Kellerhoff - www.freiheit.org - Politische Berichte aus aktuellem Anlass Brennpunkt: Pakistan (30-2014) Nach mehr als 20 Jahren im Londoner Exil verhaftete die britische Polizei den MQM-Vorsitzenden Altaf Hussain. Dies führte unmittelbar zu Unruhen und gewaltsamen Protesten vor allem in der pakistanischen Provinz Sindh und deren Hauptstadt Karatschi. Londoner Verhaftung führt zu Unruhen in Karatschi Nun hat sich Großbritannien durchgerungen, den Führer der vierstärksten Partei im pakistanischen Parlament, der MUTTAHIDA QUAMI MOVEMENT (MQM), Altaf Hussain, zu verhaften. Schon seit Jahren gab es Forderungen aus Pakistan und England, den studierten Pharmazeuten und Politiker der Gerichtsbarkeit zuzuführen. Die befürchteten gewaltsamen Reaktionen, die jetzt eintreten, hatten offenbar in der Vergangenheit sowohl Pakistan als auch Großbritannien davon Abstand nehmen lassen. Altaf Hussain ist wegen des Verdachts auf Geldwäsche festgenommen worden. Sein Haus und Büro wurden durchsucht und seine Konten eingefroren. Dabei wird Hussain allgemein nicht nur der Steuerhinterziehung und der Drahtzieherschaft im Mordfall Imran Farooq in seinem Exil verdächtigt, sondern vor allem soll er für politisch motivierte Gewalt und – so die Behauptungen – gezielte politische Morde in seiner Heimat verantwortlich sein. Sofort nach Bekanntwerden der Nachricht über die Verhaftung des MQM- Gründers und Vorsitzenden kam die 18-Mio.-Metropole durch friedliche wie gewaltsame Proteste zum Erliegen. Der öffentliche Personennahverkehr ist eingestellt, selbst kleine Kioske schlossen sofort und manche Bewohner wollten sich durch Hamsterkäufe auf mehrtägige Proteste vorbereiten. Mehrere Autos und Busse wurden angezündet. Es kam zu mehreren Verletzten durch Schussverletzungen. Die Universitäten haben Prüfungen verschoben und der Karachi Stock Exchange Index fiel kurzzeitig um 780 Punkte auf 29000. Die Industrie- und Handelskammer Karatschi forderte, die Stadt unter Militärverwaltung zu stellen. "Geschäfte sowie Restaurants verrammelten ihre Türen. Die Straßen waren voll von Autos und Menschen, die nach Hause hasteten, um sich dort in Sicherheit zu bringen. Die Menschen waren erfüllt von einer Mischung aus Furcht, Angst und extremer Unsicherheit in Hinblick auf eine mögliche Eskalation der Lage.", berichtet der Mitarbeiter der FNF-Partnerorganisation SHEHRI – CITIZENS FOR A BETTER ENVIRONEMNT und Karatschi-Kenner Farhan Anwar. Altaf Hussain lebt seit 1991 in England. Er hatte nach einem Mordanschlag auf ihn 1992 um politisches Asyl gebeten und ist britischer Staatsbürger geworden. Von Nord-London aus hatte er die letzten zwei Jahrzehnte nicht nur die Geschicke der Partei, sondern auch politische Geschehnisse per Telefon gelenkt. Sein Stil ist diktatorisch und seine Partei inklusive dazugehöriger gewaltbereiter Gangs gilt als äußerst strikt, innerparteilich undemokratisch und nach dem Führerprinzip aufgebaut. In Pakistan wie England munkelt
  2. 2. 27.06.14 22:15www.freiheit.org - Politische Berichte aus aktuellem Anlass Seite 2 von 3http://www.freiheit.org/Politische-Berichte-aus-aktuellem-Anlass/415c29788i1p/pm/index.html man, dass ein Parteiaustritt nur durch Tod möglich sei. So soll pakistanischen Analysten zufolge auch das führende MQM-Mitglied und Mitbegründer Imran Farooq geplant haben, sich mit einer Gruppe von der Partei abzuspalten, bevor er ermordet wurde. Schon damals im Juni 2013 hatte die Londoner Polizei Altaf Hussain in Verdacht, dessen Anwesen durchsucht und dabei eine größere Summe Bargeld gefunden. In Kanada hatte 2006 ein Gericht die Partei als terroristische Organisation eingestuft und die Einreise von Mitgliedern verboten. Der gebürtige Karatschite Hussain hatte 1984 die Partei MQM gegründet, die in erster Linie die Interessen der sogenannten muhajir (Arab./Urdu: Auswanderer) vertritt. Dabei handelt es sich um die Pakistanis, die bei Staatsgründung 1947 nach Pakistan gekommen waren. Diese hatten in der Regel keinen Landbesitz und keine lokalen Bindungen, waren aber oft umso nationalbewusster eingestellt. Sie sahen sich in der neuen Umgebung lange als diskriminiert und unterdrückt an. Die MQM konnte ihnen einen quasi mafiaähnlichen Schutz geben und als Sprachrohr fungieren. Denn seit den späten 1980ern ist die MQM die zweitstärkste Partei in der Provinz Sindh und zudem führend in Karatschi. Bei den letzten Wahlen musste sie jedoch vor allem durch die Partei PAKISTAN TEHREEK-E INSAF (PTI) des Ex-Cricketstars Imran Khan Stimmverluste hinnehmen. Dabei wurde auch der Wahlbetrug der MQM offenkundig. Die Verhaftung Hussains lasten nun manche MQM-Mitglieder einer Verschwörung von Imran Khan an, der wiederum wie auch andere pakistanische Politiker seine Sympathie mit den MQM-Mitgliedern "in dieser schwierigen Zeit" ausdrückte. Altaf Hussains Verhaftung könnte nicht nur die Partei selbst in eine ernsthafte Krise bringen, da sie nach dem Führerprinzip aufgebaut ist, sondern infolgedessen auch Pakistans politische Landschaft. Gerüchte um die Nachfolge tauchten sofort auf. Eine längere Verhaftung und sofortige Verurteilung ist allerdings auch aufgrund von Hussains schlechten Gesundheitszustands eher unwahrscheinlich. Warum die Verhaftung genau jetzt erfolgte, diese Frage stellt sich bei pakistanischen Medienrezipienten sofort. Dabei ist jedoch eher von genügend Verdachtsmomenten der Londoner Polizei und einer derzeit politisch ruhigen Zeit in Pakistan auszugehen als von anderen Motiven. Die Lage in Karatschi entspannte sich am Folgetag etwas – vor allem aufgrund eines entsprechenden Aufrufs der obersten MQM-Führung. Nach Urteil des Bürgerrechtsaktivisten Farhan Anwar trugen andere Stimmen ebenfalls dazu bei: "Sehr zu begrüßen war die sofortige Forderung des Expräsidenten Pakistans Asif Ali Zardar an die britische Regierung, die Angelegenheit behutsam anzugehen, da extreme politische Empfindlichkeiten damit verbunden sind. Der Premierminister Nawaz Sharif hat sich mit ähnlichen Bedenken geäußert." Nichtsdestotrotz wirkt sich in der Hauptwirtschaftsmetropole des Landes eine Stilllegung des öffentlichen Lebens und der wirtschaftlicher Tätigkeiten sofort nachteilig für die ganze Nation und die Wirtschaft aus, die sich gerade mühsam zu erholen sucht. Olaf Kellerhoff ist Leiter des Referates Asien und Menschenrechte in Potsdam. Impressum Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF) Bereich Internationale Politik Referat für Querschnittsaufgaben Karl-Marx-Straße 2 D-14482 Potsdam URL dieser Seite: http://www.freiheit.org/Politische-Berichte-aus-aktuellem- Anlass/415c29788i1p/pm/index.html
  3. 3. 27.06.14 22:15www.freiheit.org - Politische Berichte aus aktuellem Anlass Seite 3 von 3http://www.freiheit.org/Politische-Berichte-aus-aktuellem-Anlass/415c29788i1p/pm/index.html

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