Steuern für Anfänger
von Katrin Schaaps mehr unter https://profbeisserstein.wordpress.com/
Prof. Dr. Dr. Beißerstein von d...
„Und warum bekomme ich meine gezahlte Steuer nicht vom Finanzamt zurück?“,
fragt Chantalle.
„Der Staat möchte auf diesem W...
noch nicht, aber eure Eltern. Wenn eure Eltern bei einer Firma arbeiten und
angestellt sind, bekommen sie Lohn. Von ihrem ...
„Sehr gut! Genau. Listen wir mal auf. Um bei unseren immer noch
überschaubaren Zahlen zu bleiben kalkulieren wir mal so:
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„Dem Bundesfinanzministerium in Berlin wird gemeldet, wie viele Steuern
eingenommen wurden. Dann weiß der Finanzminister, ...
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Unterhaltsame Einführung in das Thema "Steuern"
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Steuern für Anfänger

  1. 1. Steuern für Anfänger von Katrin Schaaps mehr unter https://profbeisserstein.wordpress.com/ Prof. Dr. Dr. Beißerstein von der Universität Meerstadt besucht eine Schulklasse eines Wirtschaftsgymnasiums. Der erfahrene Professor für Wirtschaft und Steuerrecht soll dort eine Unterrichtsstunde zum Thema Steuern halten. Die Schüler und Schülerinnen erwarten ihn schon gespannt. „Guten Morgen, liebe Kinder!“ „Guten Morgen, Herr Professor!“, erwidert die Klasse im Chor. „Heute soll es um Steuern gehen“, leitet der Professor die Stunde ein. „Endlich mal ein Thema für Jungs!“, freut sich René. „Wenn es um Autos geht bin ich ein Experte.“ „Da hast du dich leider zu früh gefreut“, sagt der Professor schmunzelnd. „Auch wenn man mit Steuern steuern kann, geht es dabei nicht um Fahrzeuge.“ „Es wäre auch zu schön um wahr zu sein, wenn wir im Unterricht mal etwas Interessantes durchnehmen würden“, murmelt der Schüler enttäuscht. „Ich verspreche euch, Steuern sind gar nicht so langweilig wie man meint.“ „Was ist das denn nun?“, fragt Chantalle ungeduldig. „Steuern sind Abgaben an den Staat, damit dieser Geld zur Verfügung hat um Kosten der Allgemeinheit zu decken.“ „Was ist damit denn gemeint?“, wird er von Marie unterbrochen. „Zum Beispiel Schulen oder Straßen. Früher natürlich auch Waffen. Zu Zeiten der Könige brauchten diese viel Geld für ihren Hof und ihr Schloss um die Angestellten zu bezahlen und große Feste zu feiern. Das habt ihr bestimmt schon mal im Geschichtsunterricht gehört.“ „In Latein hatten wir neulich den Zensus oder so ähnlich“, sagt René. „Das kann gut sein. Denn Steuern haben eine lange Tradition. Im alten Rom haben schon die Verwalter von den Anwohnern Steuern eingetrieben. In manchen Zeiten mussten die Bürger ihre Steuern in Naturalien wie Getreide oder anderen Erzeugnissen zahlen“, erklärt der Professor. „Wie viel muss man denn Steuern zahlen?“, fragt Marie. „Das ist sehr unterschiedlich und hängt von der Steuerart ab. Wenn ihr an einem Kiosk einen Stift kauft, dann zahlt ihr an den Verkäufer nicht nur den Betrag für den Stift sondern auch Steuern. Die sogenannte Mehrwertsteuer. Der Verkäufer meldet dem Finanzamt, dass er euch und anderen Kunden Stifte verkauft hat und wie viel Geld er dafür eingenommen hat. Davon muss er dann 19% an das Finanzamt zahlen“, erklärt der Professor. „Sagt er dem Finanzamt das denn jeden Tag oder jede Stunde oder wie macht er das?“, fragt Chantalle. „Nein“, antwortet der Professor schmunzelnd. „Wenn er das so oft machen müsste, dann wäre es ja viel zu viel Arbeit. Je nach dem wie viel der Verkäufer im Jahr verkauft, muss er das monatlich, vierteljährlich oder sogar nur jährlich melden.“ „Der Verkäufer muss aber ja die Stifte auch irgendwo kaufen. Zahlt er denn dann auch Steuern an den Verkäufer?“, fragt René. „Eine sehr gute Frage. Ja das macht er. Die Mehrwertsteuer, die er für den Einkauf des Stifts gezahlt hat, darf er aber von der Mehrwertsteuer, die er an das Finanzamt zahlen muss, abziehen. Damit ihr das besser versteht, male ich es euch an die Tafel:
  2. 2. „Und warum bekomme ich meine gezahlte Steuer nicht vom Finanzamt zurück?“, fragt Chantalle. „Der Staat möchte auf diesem Wege Geld bekommen. Wenn jeder seine gezahlte Mehrwertsteuer dem Finanzamt melden würde, würde der Staat ja gar nichts einnehmen“, erwidert Prof. Zweistein. „Um auf meine Bemerkung, dass man mit Steuern steuern kann, zurückzukommen, möchte ich noch etwas ergänzen. Es ist so, dass nicht auf alle Lebensmittel und Sachen, die ihr kaufen könnt 19% Mehrwertsteuer anfallen. Auf einige, z.B. Grundnahrungsmittel wie Milch, Brot, Obst und Gemüse sogar bei Süßigkeiten, werden nur 7% Mehrwertsteuer erhoben. Für Bücher und Eintrittskarten für Museumsbesuche gilt dies ebenfalls. Dadurch können die Preise etwas niedriger sein und der Verkäufer macht aber trotzdem Gewinn. Indem der Staat solche Ausnahmen genehmigt, kann er durch den niedrigeren Steuersatz steuern, was etwas günstiger angeboten werden kann. Es gibt auch noch viele weitere Besonderheiten, zum Beispiel wenn etwas ins Ausland verkauft wird oder ihr etwas im Ausland kauft. Aber das ist für diese Einführung viel zu kompliziert.“ „Stimmt. Das reicht erstmal. Was ich noch nicht verstehe ist, wie war das denn zu der Zeit, in der man Naturalien abgeben musste? Musste man dann mehr kaufen und dann einen Teil davon wieder abgeben?“, fragt René. „Die Bauern mussten einen Teil ihrer Ernte abgeben. Es gibt aber mehrere Arten von Steuern, die der Staat auf unterschiedlichen Wegen einnimmt. Ich habe euch jetzt die Mehrwertsteuer erklärt. Es gibt aber auch die Einkommensteuer. Die wird nach dem Einkommen und Vermögen ermittelt. Das System ähnelt eher dem von früher. Die Einkommensteuer ist die größte Einnahmenquelle für den Staat. Die Mehrwertsteuer belegt übrigens Platz 2. Die Einkommensteuer betrifft euch
  3. 3. noch nicht, aber eure Eltern. Wenn eure Eltern bei einer Firma arbeiten und angestellt sind, bekommen sie Lohn. Von ihrem Lohn wird ein Teil einbehalten und von der Firma an das Finanzamt weitergeleitet“, erläutert der Professor. „Wie viel?“, fragt Marie. „Das hängt davon ab, wie viel eure Eltern verdienen. Der Prozentsatz steigt, je mehr Lohn man im Monat erhält. Auch hier steuert der Staat durch die Steuern. Der Prozentsatz steigt nicht bis ins Unendliche sondern liegt bei maximal 45%. Und wenn ihr mal einen Aushilfsjob macht oder Zeitungen austragt, verdient ihr in der Regel so wenig, dass ihr keine Steuern zahlen müsst.“ „Aber warum müssen Leute, die mehr verdienen auch prozentual mehr zahlen? Wenn der Prozentsatz immer gleich wäre, würden sie doch trotzdem mehr zahlen“, möchte Chantalle wissen. „Da hast du natürlich Recht. Man geht jedoch davon aus, dass es jemandem der weniger verdient auch schwerer fällt, davon noch etwas abzugeben. Durch den Prozentsatz steuert der Staat also, dass die mit geringerem Lohn weniger belastet sind. Der monatliche Abzug auf den Lohn ist aber zunächst nur eine grobe Kalkulation. Auf die Einnahmen die man hat, darf man auch Ausgaben, die man in dem Zusammenhang hat, anrechnen. Da wir ja zuvor schon das Beispiel von dem Kioskbesitzer hatten, greife ich es erneut auf. Er bekommt keinen monatlichen Lohn, sondern muss seinen Gewinn zunächst ermitteln. Die Mehrwertsteuer lasse ich dabei außen vor. Da der Kioskbesitzer hoffentlich viel mehr Stifte und auch noch andere Sachen verkauft, setzte ich größere Zahlen ein. Der Kioskbesitzer darf aber auch alle anderen Kosten, die er für seinen Kiosk hat anrechnen. Fällt euch da was ein?“, fragt der Professor in die Runde. „Strom!“ „Miete!“ „Telefon!“ „Ein Regal!“
  4. 4. „Sehr gut! Genau. Listen wir mal auf. Um bei unseren immer noch überschaubaren Zahlen zu bleiben kalkulieren wir mal so: Wenn der Kioskbesitzer auch noch ein Kind hat, dann würde das auch berücksichtigt werden. Wenn er auch noch andere Einnahmen hat z.B. weil er eine Wohnung vermietet, muss er diesbezüglich ebenfalls seinen Gewinn ermitteln und angeben. Da gibt es jede Menge Regeln zu beachten. Aber das würde jetzt zu weit gehen“, erklärt der Professor. „Wo muss er das denn angeben?“, möchte Marie wissen. „In seiner sogenannten Steuererklärung. Wenn ihr euch einmal im Jahr wundert, warum eure Eltern verzweifelt am Essenstisch oder am Schreibtisch sitzen vor einem Haufen Zettel und keine gute Laune haben, dann machen sie ihre Steuerklärung“, erwidert der Professor grinsend. „Diese müssen sie dann beim Finanzamt abgeben.“ „Wo und was ist das Finanzamt eigentlich?“, fragt Chantalle. „Finanzämter gibt es in jeder größeren Stadt, in einigen sogar mehrere. Es ist eine staatliche Behörde wie die Polizei oder das Bürgerbüro, wo ihr hingeht, wenn ihr einen Pass benötigt. Jede Behörde hat unterschiedliche Aufgaben. Die des Finanzamts ist es, zu überprüfen, dass alle Bürger ihre Steuererklärung abgeben und den richtigen Steuerbetrag bezahlen.“ „Und wie wird das überprüft, ob es der richtige Steuerbetrag ist?“, fragt René. „Löhne, die Unternehmen an ihre Angestellten bezahlen, werden automatisch an das Finanzamt gemeldet. Bei den Steuerklärungen der Unternehmen ist das Finanzamt natürlich viel auf Ehrlichkeit angewiesen. Es werden aber auch Prüfungen vorgenommen. Dann besucht ein Finanzbeamter den Kioskbesitzer und überprüft, ob er auch wirklich 100 Stifte eingekauft hat. Dafür muss der Kioskbesitzer einen Nachweis vorlegen können. Das macht er durch eine Rechnung, die ihm der Lieferant ausgestellt hat. Es gibt aber nicht nur die Mehrwertsteuer und die Einkommensteuer sondern auch noch einige andere Steuerarten wie zum Beispiel die Grundsteuer. Diese müssen Haus- und Wohnungseigentümer für ihr Grundstück zahlen. Oder die Kraftfahrzeugsteuer, die jeder Autobesitzer entrichten muss. Es gibt sogar eine Vergnügungssteuer.“ „Vergnügungssteuer???“, unterbricht Chantalle ihn empört. „Muss man, wenn man Spaß hat etwa auch Steuern zahlen?“ „Ganz so ist es nicht“, erwidert der Professor. „Diese Steuer kann von Städten eingefordert werden Sie muss von Organisatoren von Festen und anderen Veranstaltungen und von Betreibern von Unternehmen, die Spielautomaten aufgestellt haben oder bei denen man auf Sportergebnisse tippen kann, bezahlt werden. Diese Steuer wird daher nicht von den Besuchern gezahlt.“ „Was macht denn das Finanzamt mit den ganzen Steuern?“, fragt Marie.
  5. 5. „Dem Bundesfinanzministerium in Berlin wird gemeldet, wie viele Steuern eingenommen wurden. Dann weiß der Finanzminister, wie viel Geld er ausgegeben kann. Und hier kommen wir auch wieder zu meinem heutigen Lieblingssatz: Mit Steuern steuern! Denn der Finanzminister muss sich überlegen, wofür die eingenommenen Steuern ausgegeben werden sollen. Da sind zum Beispiel jede Menge Schulen und Autobahnen, die gebaut oder repariert werden müssen. Eure Eltern werden finanziell unterstützt, damit sie euch Kleidung und Essen kaufen können. Es gibt auch Menschen, die keine Arbeit haben oder krank sind und daher nicht arbeiten können. Diese werden auch finanziell unterstützt, denn sie müssen ja auch eine Wohnung haben und sich Essen kaufen können. Je nach dem wofür der Finanzminister wie viel einplant, kann für den Bereich entsprechend viel oder wenig ausgegeben werden. Teilt er beispielsweise für eure Eltern mehr Geld ein, erhalten eure Eltern auch eine größere finanzielle Unterstützung. Dafür können eure Eltern euch vielleicht ein neues Fahrrad kaufen und ihr müsst nicht das von euren älteren Geschwistern nehmen.“ „Also steuern die Steuern, ob wir ein neues Steuer bekommen“, sagt René grinsend. „Das kannst du dir gerne so merken“, erwidert der Professor und schließt die Stunde. „Das war jetzt eine kleine Einführung in das Thema Steuern. Darüber gibt es viele, viele Bücher, ja sogar ganze Berufsgruppen, die sich nur mit dieser Materie befassen. Es sollte für euch eine kleine Einführung sein. Aber jetzt habt ihr euch eure Pause reichlich verdient. Bis zum nächsten Mal!“

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