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Michèle Knaup: Wer wir sind und wofür wir stehen. Leitbilder in öffentlichen Kulturinstitutionen

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Michèle Knaup: Wer wir sind und wofür wir stehen. Leitbilder in öffentlichen Kulturinstitutionen

  1. 1. D 1.7Wer wir sind und wofür wir stehenLeitbilder in öffentlichen Kulturinstitutionen Michèle KnaupÜberlegungen und Konzepte zu Leitbildern und über deren Funktion und Entwicklung sind nichtneu. Neu ist jedoch, dass immer häufiger auch im Non-Profit-Bereich und in öffentlichen Kulturbe-trieben mit Leitbildern gearbeitet wird. Gute und glaubwürdige Leitbilder zu entwickeln und einzu-führen ist jedoch schwierig. Ziel dieses Beitrages ist es daher zum einen, Funktionen und Ziele vonLeitbildern für Kulturinstitutionen aufzuzeigen, und zum anderen, als Orientierung zur Leitbilder-stellung und -umsetzung zu dienen.Gliederung Seite1. Einleitung 22. Leitbilder: Kein Reklamespruch 22.1 Was ist ein Leitbild? 22.2 Ziele und Funktionen von Leitbildern 33. Gewusst wie: Ein Leitfaden zur Leitbilderstellung 53.1 Inhaltlicher und formaler Aufbau von Leitbildern 53.2 Der Leitbildprozess 94. Die Umsetzung von Leitbildern 124.1 Kommunikation des Leitbildes 134.2 Wesentliche Erfolgsfaktoren 144.3 Überprüfung und Aktualisierung 145. Damit aus Leitbildern keine Leidbilder werden 155.1 Chancen erkennen 155.2 Risiken meiden 166. Fazit 17 1
  2. 2. D 1.7 Planung und SteuerungStrategie und Entwicklung 1. EinleitungAller Anfang ist schwer In Zeiten, in denen staatlich subventionierte Kulturinstitutionen ihre Existenzberechtigung immer öfter gegenüber der Politik und der Ge- sellschaft rechtfertigen müssen, gewinnt das Thema Leitbild mehr und mehr an Bedeutung. Doch die in solchen Angelegenheiten oftmals unerfahrenen Kultureinrichtungen tun sich schwer, erfolgreiche Stra- tegien aus anderen Bereichen wie Wirtschaft und Politik für ihre eige- nen Zwecke einzusetzen. Die Skepsis auf Seiten der Kulturinstitutio- nen ist groß und so sind im Kulturbereich viele halbherzig erstellte und unvollständige Leitbilder zu finden. Meist nur als ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit genutzt, gehen die vielen anderen Aspekte, die ein Leitbild ausmachen können, verloren. 2. Leitbilder: Kein ReklamespruchVielzahl verwandter Meist scheitert das Unterfangen Leitbild bereits bei der Frage, was ge-Begriffe nau eigentlich ein Leitbild ist und wozu es dient. Ständig ist im Zu- sammenhang mit Leitbildern auch von Begriffen wie Unternehmens- kultur, Unternehmensgrundsätze, Mission Statement, Profil oder auch Vision die Rede. Zudem begegnen einem Leitbilder in völlig unter- schiedlichen Kontexten: In der Politik verfügt jede Partei über ein Leitbild, ebenso kommunizieren Schulen, Krankenhäuser, Universitä- ten sowie Dienstleistungs- und Industriebetriebe darin ihre Aufgaben und Ziele. 2.1 Was ist ein Leitbild?Definitionsdschungel Tatsächlich ist es so, dass der Begriff des Leitbildes sowohl in der Theorie als auch in der Praxis zahlreich verwendet und durchaus kon- trovers diskutiert wird. Alle Definitionsansätze aufzuzählen oder gar nach „der einen“ Definition zu trachten, käme der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich. Dementsprechend werden für einen Ein- stieg in die Materie nur die wichtigsten Aspekte aufgelistet:Selbstverständnis, Leitbilder befassen sich mit den langfristigen, globalen Zielen und denWerte, Normen, Ziele langfristig gültigen Prinzipien, Normen und Spielregeln einer Organi- sation. Sie enthalten daher grundlegende Aussagen zu der Organisati- on selbst, ihrem Selbstverständnis, ihren Zielen, Aufgaben und Struk- turen, den Mitarbeitern, ihren Einstellungen und ihrem Verhalten un- tereinander und zu ihrem Umfeld.1Ausdruck der Unternehmen formulieren in ihrem Leitbild die Kernaussage ihrerUnternehmenskultur Unternehmenspolitik und stellen Prinzipien für die Bestimmung ihrer Aufgabenfelder auf. Ein Leitbild bringt die Erwartungen an die Mit-2
  3. 3. Planung und Steuerung D 1.7 Strategie und Entwicklungglieder und die Verpflichtung des Managements zur Einhaltung ethi-scher Normen zum Ausdruck.2 Es drückt die Verantwortung gegen-über verschiedenen Anspruchsgruppen aus, wie zum Beispiel gegen-über Kunden, Mitarbeitern, Zulieferern, der Öffentlichkeit etc., indemes den Umgang mit ihnen festlegt.3Abb. D 1.7-1 Leitbild und UnternehmenskulturDas Leitbild bringt die teils unbewusst gewachsenen Werte, Normenund Einstellungen der Unternehmenskultur bewusst zum Vorschein,reduziert sie auf die wesentlichen Aussagen und macht sie so greifbar,veränderbar und kommunizierbar.2.2 Ziele und Funktionen von LeitbildernAllgemeines und übergeordnetes Ziel bei der Erstellung von Leitbil- Selbstverständnisdern ist es, das Selbstverständnis einer Institution herauszuarbeiten der Institutionund schriftlich zu fixieren. Daran anknüpfend gibt es eine Vielzahlvon Funktionen, die sich auf Personengruppen sowie Handlungs- bzw.Verhaltensweisen beziehen.Organisationsbezogene FunktionenDas Leitbild dient als Orientierung für das Unternehmen bzw. die Orientierung nach InnenInstitution. Es zeigt Ziele und Wege auf und kann als Grundlage fürdie Entwicklung von Strategien und Handlungen dienen. 3
  4. 4. D 1.7 Planung und SteuerungStrategie und EntwicklungFörderung des Als weitere Funktionen kann in diesem Zusammenhang die FörderungZusammenhalts von Zusammenhalt, Koordination und die Verfahrensvereinfachung genannt werden, da mit Leitbildern als Orientierungs- und Handlungs- rahmen an der Seite Entscheidungen schneller, besser und harmoni- scher getroffen werden können.Hilfe bei einer Außerdem können Leitbilder bei turbulenten UmweltbedingungenNeuausrichtung oder bei Neugründung bzw. Ausgliederung von Organisationen nütz- lich sein, um zu stabilisieren oder aber neu auszurichten. Leitbilder gezielt zur Organisationsentwicklung einzusetzen, hilft z. B. bei der Implementierung neuer Arbeits-, Führungs-, Kooperations- und Kommunikationsstrukturen. Mitgliederbezogene FunktionenIdentifikation und Hier sind als wesentliche Aspekte die Identifikations-, Motivations-Motivation und Orientierungsfunktion zu nennen. Durch die in Leitbildern kom- munizierten Werte, Ziele und Aufgaben entsteht eine Grundauffas- sung, die den Mitgliedern die Möglichkeit bietet, sich mit der Organi- sation zu identifizieren. Dieser Effekt ist umso stärker, je mehr die Unternehmensmitglieder in die Entwicklung eines Leitbildes einge- bunden sind. Sowohl auf Management- als auch auf Mitarbeiterebene haben Leitbilder die Funktion, Orientierung im täglichen Handeln zu geben. Die Ableitung von Prioritäten in der täglichen Arbeit wird da- durch erleichtert.4Leitbilder als Im Rahmen der Managementphilosophie informieren Leitbilder die Be-„gutes Gewissen“ teiligten über Unternehmenswerte, regeln Handeln und Prinzipien und veranlassen Verantwortliche zur Konfrontation, zum Erkennen und Kor- rigieren von Fehlern. Auf dieser Ebene kann gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden, welches wiederum Motiv für die Bindung und das Interesse von qualifiziertem Personal ist. Ein durch Vertrauen und Re- spekt geprägtes Arbeitsverhältnis ist eine wesentliche Voraussetzung für motivierte und damit leistungsfähige Mitarbeiter.5Gemeinsames Der visionäre Teil eines Leitbildes trägt außerdem dazu bei, ein Zu-Zukunftsbild kunftsbild zu entwerfen, auf das gemeinsam hingearbeitet wird. Gera- de der Aspekt der Vision im Leitbild vermag eine große inspirierende Kraft zu entfalten, da nicht nur problemfixiert gehandelt, sondern auf einen Idealzustand hingearbeitet wird.6 Umfeldbezogene FunktionenLegitimation und Als wichtige umfeldbezogene Funktionen können die Legitimations- undInformation Informationsfunktion angeführt werden. In diesem Zusammenhang die- nen Leitbilder der Verdeutlichung und Rechtfertigung der Organisations- ziele und letztlich der Schaffung eines positiven Images.4

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