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Meyer: Bandübernahme- und Producervertrag

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Meyer: Bandübernahme- und Producervertrag

  1. 1. L Vertragsgestaltungen in den einzelnen KulturspartenL1 Musik ProducerverBandübernahme- und ProducervertragMichael MeyerRechtsanwalt und Musiker, Mitglied des Gala-Orchesters „Die Studiker“. Co-Autordes Wörterbuchs des MusikbusinessInhalt Seite1. Der Bandübernahmevertrag 31.1 Begriff und Funktion 32. Vertragliche Strukturen im Bereich der Musikproduktion 33. Besonderheiten des Bandübernahmevertrages im Vergleich zum Künstlerexklusivvertrag 53.1 Kongruenzerfordernis zwischen Künstlerexklusiv- und Bandübernahmevertrag 53.2 Vertragsgegenstand und Rechtseinräumung 63.3 Vertragsdauer und Auswertungsdauer 63.4 Vertragsgebiet 63.5 Vergütung und Vorauszahlungen 63.6 Künstlerbrief 74. Vertragsmuster 75. Der Producervertrag 165.1 Begriff und Funktion 166. Formen des Producervertrages 166.1 Exklusiver Producervertrag 176.2 Nichtexklusiver Producervertrag 177. Besonderheiten des Producervertrages im Vergleich zu anderen Tonaufnahmenauswertungsverträgen 177.1 Vertragslaufzeit und Produktionsumfangumfang 187.2 Produktionskosten 187.3 Werbung, Merchandising 187.4 Exklusivität und Veröffentlichungsverpflichtung 187.5 Umsatzbeteiligungen und Vorauszahlungen 188. Vertragsmuster 19 L 1.3 S. 1 Der Bandübernahmevertrag 6 Der Producervertrag 19 10 Kultur & Recht März 2001
  2. 2. L Vertragsgestaltungen in den einzelnen Kultursparten L1 Musik Der vorhergehende Beitrag wird an dieser Stelle fortgesetzt mit dem Bandübernah- me- und Producervertrag. Ersterer wird zwischen dem wirtschaftlichen Produzenten und dem Tonträgerhersteller geschlossen, dem die Rechte an der bereits angefertig- ten Aufnahme zum Zwecke der Vervielfältigung und Verbreitung eingeräumt wer- den. Bei dem Producervertrag wird dagegen als Hauptleistungspflicht seitens des künstlerischen Produzenten die Anfertigung einer Aufnahme und Einräumung der Leistungsschutzrechtevereinbart. Verfolgen Sie, welche Besonderheiten die Verträge aufweisen und welche Pflichten die Parteien vor der Einigung erörtern sollten.L1.3S. 2 10 Kultur & Recht März 2001
  3. 3. L Vertragsgestaltungen in den einzelnen KulturspartenL1 Musik1. Der Bandübernahmevertrag1.1 Begriff und FunktionDer Bandübernahmevertrag regelt die rechtlichen Beziehungen zwischen demwirtschaftlichen Produzenten einer überspielungsreifen Masteraufnahme und einemTonträgerunternehmen. Im Gegensatz zum Künstlerexklusivvertrag wird dem Ton-trägerunternehmen eine „fertige“ Aufnahme (Masterband) angeboten, die ohneweitere Überarbeitung dem Presswerk als Vorlage zur Herstellung von Tonträgerndienen kann. Da das Tonträgerunternehmen in diesem Fall keine Produktionskostenfür die Anfertigung der Aufnahmen tragen muss, können hier im Vergleich zumKünstlerexklusivvertrag in der Regel wesentlich höhere Lizenzbeteiligungen verein-bart werden.Der Bandübernahmevertrag gehört begrifflich zu den Tonaufnahmenauswertungs-verträgen, da es das Ziel beider Vertragsparteien ist, u.a. durch den Verkauf vonTonträgern, d.h. der wirtschaftlichen Auswertung der Tonaufnahmen, an dem da-durch erzielten Gewinn zu partizipieren.Üblicherweise ist der Produzent einer fertigen Tonaufnahme mit den Usancen derMusikbranche besser vertraut als der Künstler, der lediglich sein künstlerischesPotenzial in Form seiner Darbietung einbringt. Die fortschreitende Technik im Be-reich der Musikproduktion, insbesondere durch den Einsatz von Computern undentsprechenden Sequencer-Programmen sowie vergleichsweise günstige Preise füreine Studioausrüstung ermöglichen es heute jedoch auch dem geschäftlich Unerfah-renen, Tonaufnahmen anzufertigen, die durchaus professionellen Standards genü-gen. Viele Künstler haben heute ihr eigenes Studio, in dem mehr als nur Demoauf-nahmen produziert werden können. Daher sei hier ausdrücklich auf die einleiten-den Ausführungen zum Schallplattenvertrag verwiesen (siehe Beitrag L 1.2), diedem unerfahrenen Produzenten ebenfalls hilfreich sein dürften, nicht zuletzt des-halb, weil zumeist der Produzent seinerseits einen Künstlerexklusivvertrag mit demvon ihm produzierten Künstler abschließen wird.2. Vertragliche Strukturen im Bereich der MusikproduktionEine typische Konstellation sähe etwa wie folgt aus, wobei davon ausgegangen wird,dass die Rollen im Produktionsprozess – und damit auch die verschiedenen LRechtsinhaberschaften – bei verschiedenen Personen liegen: 1.3 S. 3 10 Kultur & Recht März 2001
  4. 4. L Vertragsgestaltungen in den einzelnen Kultursparten L1 Musik Künstlerexklusivertrag Künstler sog. Künstlerquittung Studiomusiker Tonträger- wirtschaftlicher Bandübernahme- unternehmen vertrag Produzent Producervertrag Producer (künstl. Produzent) Sonstiges, z. B. Kauf-, MietV z. B. Sudiokosten, Mitarbeiter Abb. 1: Der Bandübernahmevertrag Ein wirtschaftlicher Produzent erhält gemäß dem Bandübernahmevertrag mit dem Tonträgerunternehmen 20 % Lizenzbeteiligung bezogen auf den Händlerabgabepreis. Hiervon vergütet er den Künstler mit 7 % Lizenzbeteiligung und den künstlerischen Produzenten mit 2 % Lizenzbeteiligung, so dass ihm zu- nächst noch 11 % verbleiben. Hiervon muss er etwa die Studiomusiker vergüten, die zumeist gegen eine Pauschalzahlung ihre Leistungsschutzrechte uneingeschränkt übertragen ( sog. Künstlerquittung). Auch die weiteren Kosten im Zusammenhang mit der Produktion sind hiervon zu begleichen. Alternativ steht es dem wirtschaftlichen Produzenten selbstverständlich frei, anhand des Masterbandes etwa selbst CDs von einem Presswerk pressen zu lassen. Sodann benötigte er nur noch einen Vertrieb, dem er die bereits fertig produzierten CDs liefern würde. In diesem Falle wäre mit dem Vertriebsunternehmen ein sog. Ver- triebsvertrag abzuschließen. Man könnte daher denken, dass ein Vertrag mit einem Tonträgerunternehmen gar nicht vonnöten ist. Es darf jedoch dabei nicht übersehenL werden, dass eine der wesentlichen Aufgaben des Tonträgerunternehmens die Ver-1.3 kaufsförderung ist, etwa durch Werbung und Platzierung im Rundfunk und beiS. 4 Musik-Fernsehsendern. Zudem begibt sich der wirtschaftliche Produzent im Falle der Eigenpressung in ein abermals erhöhtes wirtschaftliches Risiko, da er zunächst zusätzlich die Presskosten zu übernehmen hätte. 10 Kultur & Recht März 2001

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