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Christoph Meier-Siem: „Alte“ Medien neu entdeckt

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Christoph Meier-Siem: „Alte“ Medien neu entdeckt

  1. 1. Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit H 3.2 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit„Alte“ Medien neu entdecktPrintmedien, Radio und TV –welche Vor- und Nachteile bieten sie heute Christoph Meier-SiemZeitungen und Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen – all das sind Medien, die unseren Alltag soselbstverständlich begleiten, dass wir sie kaum noch explizit wahrnehmen. Und dennoch lohnt essich, sie immer wieder neu zu entdecken. Das gilt nicht zuletzt für Kultureinrichtungen, denen hierein weites Feld mit bislang ungenutzten Potenzialen offen steht. Der Beitrag rückt – vermeintlich –Bekanntes ins Bewusstsein und schärft damit den Blick für neue Perspektiven.Gliederung Seite1. „Alte“ Medien – was ist schon alt? 22. Totgesagte leben länger – Vor- und Nachteile von Printmedien 43. Kundenzeitschriften zur Information und Bindung 74. Warum das Radio so schön subtil ist 95. Jedem sein eigenes Radioprogramm 126. Hat die Kultur alles auf dem Schirm? Warum Kino und TV die ideale Symbiose ergeben 137. Metropolen TV 178. Und was wird nun? 20 1
  2. 2. H 3.2 Marketing, Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitPresse- und Öffentlichkeitsarbeit 1. „Alte“ Medien – was ist schon alt? Der Begriff „alt“ trifft kaum irgendwo so zu wie im Medienbereich. Einerseits ist eine immer rasantere Entwicklung so genannter „Neuer Medien“ zu beobachten, andererseits wird „alt“ auch sehr häufig mit dem Begriff “konservativ“ gleichgesetzt und zugleich negativ wertbe- setzt. Historisch ist das erklärbar, da mit neuen Medien häufig genug gewachsene Besitzstände in Frage gestellt wurden. Doch inhaltlich ist es nicht wirklich zutreffend. Richtig ist vielmehr, dass sich alle Medien immer weiterentwickeln mussten, um neue technische Möglichkeiten zur inhaltlichen Verarbei- tung zu nutzen. Das gilt besonders für Medien, die großteils im 20. Jahrhundert ihren Durchbruch hatten und weite Verbreitung fanden, wie Zeitungen und Zeitschriften, das Radio und das Fernsehen. Printmedien Im mittleren Europa gab es zu Beginn des 17. Jahrhunderts die ersten regelmäßig erscheinenden und vor allem aktuell berichtenden Dru- ckerzeugnisse. Sie sind somit die ältesten Vorläufer unserer heutigen Zeitungen und Zeitschriften. Doch besonders im Bereich des späteren Deutschen Reiches wurden diese Printerzeugnisse einer sehr massiven Zensur der staatlichen Stellen unterworfen. Viel später als in den Nachbarländern Großbritannien und Frankreich wurden die Eingriffe in die „Pressefreiheit“ erst Ende des 19. Jahrhunderts durch das Reichspressegesetz eingedämmt. Durch die dezentralen politischen Strukturen wurden gerade bei Printmedien starke lokale Bezüge ge- fördert, die sich bis heute fortsetzen. So gibt es zahlreiche große Lo- kalzeitungen mit guter bis sehr guter bundesweiter Verbreitung und Bedeutung (u. a. Süddeutsche Zeitung, FAZ, Frankfurter Rundschau).25,01 Millionen Tages- Dagegen gibt es nur wenige Tageszeitungen mit einer eindeutig bun-zeitungen täglich desweiten Ausrichtung. Die Bild-Zeitung und die taz beschreiben nicht nur das Spektrum, sondern stellen dieses fast allein auch inhalt- lich dar. Sie machen gerade einmal ca. 5 % der Gesamtauflage aus, die bei ca. 25,01 Mio./Tag liegt1. Zeitschriften, die eine längere Lebensdauer haben (wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich oder sogar ¼ jährlich oder jährlich) konn- ten sich seit den 20er Jahren zügig weiterentwickeln und in den 1950er Jahren ihre erste Blüte erleben (u. a. HörZu, Spiegel, Stern, Kristall, Quick).122,37 Millionen Zeit- Heute zeichnet sich dieses Marktsegment durch eine stetig wachsendeschriften pro Woche Zahl von „Spezialtiteln“ aus, die das immer umfangreicher werdende Informationsangebot und die damit einhergehende Vielfalt widerspie- geln. Die Gesamtauflage aller deutschen Zeitschriften liegt bei 122,37 Mio. Exemplaren/Woche2.2
  3. 3. Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit H 3.2 Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAudio-MedienDer Hörfunk entstand in Deutschland 1923 aus dem drahtlosen Nach-richtenverkehr und wurde hier von Beginn an durch die Post verwal-tet. Diese bot Programm gegen Gebühr und übte auch eine erheblicheKontrolle auf die Inhalte aus.Im Dritten Reich verkam der (national empfangbare) Reichsrundfunk „Vielfalt deszur großflächigen Propagandamaschine. Erst nach 1945 entstand der Establishments“Rundfunk mit Hilfe der Alliierten neu – ebenso wie die Zeitungen ausföderalen Strukturen. Die damals sechs Sender gründeten 1950 zurbesseren Koordinierung die „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“(ARD). Später wurden daraus neun Sender und nach der Wiederverei-nigung 16 Sender. Obwohl der größte Teil der Senderfinanzen ausRundfunkgebühren stammt, wuchs die Bedeutung der aufkommendenRundfunkwerbung für die Senderbudgets.Inhaltlich versuchten die Sender die gesellschaftliche Vielfalt wider-zuspiegeln, was jedoch auf eine eher konservative „Vielfalt des Estab-lishments“ hinauslief.Mitte der 80er Jahre wurden die ersten kommerziellen Sender gegrün-det (nicht zuletzt auch von Verlagen, die um ihre Werbeeinnahmenfürchteten). Auch sie entstanden auf regionaler (z. B. Radio Schles-wig-Holstein) und lokaler Ebene (vor allem in Bayern, z. B. in Mün-chen). Diese orientierten sich an angelsächsischen Vorbildern undfavorisierten eine Formatierung ihrer Programme wie „TOP 100“3,„AC“4 oder „MOR“5. Dadurch gerieten die öffentlich-rechtlichen Sta-tionen unter großen Konkurrenzdruck und entwickelten ihrerseits Ni-schenprogramme (z. B. 24-Stunden-Nachrichten, Lokalfenster, Kin-der- und Jugendprogramme), um die Reichweiten zu maximieren.Schließlich wurden auch „nicht kommerzielle Lokalstationen“ und Vielfältig und regionaloffene Kanäle zugelassen, so dass die deutsche Radiolandschaft heute differenziertvielfältig und stark regional differenziert wirkt.Audiovisuelle MedienNazi-Deutschland war 1935 das erste Land, das ein allgemein emp- Fernsehen: 98 % allerfangbares TV-Programm ausstrahlte. Hier war es erstmalig gelungen, Haushalte werdendie Kommunikationsformen Telegrafie, Film und Radio zu einem erreichteigenen Medium zusammenzuführen. Doch erst nach dem Krieg ent-stand mit dem Wiederaufbau des Fernsehens (1948 in Hamburg) einwirklich „ernsthaftes“ Programm, das ab dem 25.12.1952 vom Nord-westdeutschen Rundfunk (Vorläufer von NDR und WDR) ausgestrahltwurde. Am 1.11.1954 entstand daraus das Gemeinschaftsprogrammder Rundfunkanstalten, das „Erste Programm“. 1957 erreichte man dieerste Teilnehmer-Million und danach entwickelte sich das Fernsehenso zügig, dass bereits 1971 fast 16 Millionen Haushalte über ein Fern-sehgerät verfügten. Heute erreicht das Fernsehen 98 % aller Haushalte. 3
  4. 4. H 3.2 Marketing, Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitPresse- und Öffentlichkeitsarbeit 1963 nahm das ZDF seinen Sendebetrieb auf und ebenfalls in den 1960er Jahren entstanden die Dritten Programme der ARD, ursprüng- lich als Kulturprogramme definiert. Die Gesellschaft forderte im öffentlich-rechtlichen Rahmen die Siche- rung der Meinungsvielfalt. Neue Technik (vor allem Satellitenübertra- gung und Kabel-TV) leisteten dazu einen wesentlichen Beitrag. Be- reits 1984 konnten somit die ersten privatrechtlich organisierten Sen- der (RTL und SAT 1) zugelassen werden. Seitdem gab es zahlreiche weitere Zulassungen von bundesweit ausstrahlenden Sendern, die mehr oder weniger spezielle Nischen abzudecken versuchten. Das Finanzierungskonzept war und ist bei allen privaten Sendern ver- gleichbar: Es beruht auf der Akquisition von Werbegeldern bzw. Se- hergeldern (Premiere, 9Live). Die Rundfunkgebühren bleiben weiter- hin ausschließlich den öffentlich-rechtlichen Sendern vorbehalten.Ca. 100 Metropolen- Angesichts der heutigen Informationsflut ist zunehmend eine Kon-sender versorgen mit zentration der Menschen auf Informationen aus ihrem engeren Umfeldlokalen Information festzustellen. Seit 1995 sind daher fast 100 Lokalsender (auch „Bal- lungsraumsender“ oder „Metropolensender“ genannt) zugelassen worden. Sie sollen den wachsenden Bedarf nach lokaler Information bedienen. 2. Totgesagte leben länger – Vor- und Nachteile von Printmedien Printmedien wird nachgesagt, sie hätten die tiefgehendste Wirkung und den größtmöglich erzielbaren Langzeiteffekt. Nur das Kino und die persönliche Ansprache erreichen eine vergleichbare oder gar bessere Effizienz. Hilfestellung zur vertraglichen Umsetzung einer Wir alle kennen den Spruch: „Das muss Medienpartnerschaft finden Sie im Handbuch stimmen, denn es ist ja schwarz auf weiß Kultur & Recht, Ausgabe 2005, Beitrag L 7.9, gedruckt“. Jedoch verschwimmen leicht die „Medienpartnerschaft ohne Reue“. Grenzen in der Erinnerung, ob die Informati- on aus der Boulevard- oder aus der Fachpres- se stammt. Hieraus resultieren Gefahr und Chance gleichermaßen: Einerseits werden viele Dinge unreflektiert aus den Medien übernommen. Andererseits muss „nur“ sichergestelltWenn etwas gedruckt werden, dass die zu erreichende Zielgruppe den betreffenden Artikelwurde, muss es dochstimmen ... liest, wo auch immer – damit hat man dann bereits einen großen Schritt zur Meinungsbildung getan.4

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